Filmreview: „Alpha Girls“ (2013)

Alpha Girls 2013
 
 
 

ALPHA GIRLS

Story

 
 
 
Vier Neuanwärterinnen der Studentenverbindung Alpha Beta erwecken mit Hilfe einer mysteriösen Beschwörungsbibel das abgrundtief Böse in einem Verbindungshaus …
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Kritik

 
 
 
Die meisten Horrorfilmfans kennen sie vermutlich aus amerikanischen Teenie-Filmen: Studentenverbindungen wie “Alpha Beta Gamma” oder “Delta Beta Theta”. Nicht selten geht´s hier drunter und drüber, wobei nach reichlich Alkohol und Sex auch ab und an mal ein irrer Schlitzer vorbeischaut, um mit allerhand spitzen Küchenutensilien ein Blutbad anzurichten. Filme wie BLACK CHRISTMAS (1974), THE HOUSE ON SORORITY ROW (1983) und PLEDGE NIGHT (1990) gehören zu den bekanntesten Vertreter innerhalb des Subgenres, wobei die beiden Erstgenannten im Jahr 2006 bzw. 2009 sogar in den Genuss von halbwegs lukrativen Remakes gekommen sind, die aber bei Weitem nicht den Beliebtheitsstatus ernten konnten, den die beiden Klassiker innehaben. Dass die Macher des Indie-Flicks ALPHA GIRLS eine Schwäche für Verbindungshäuser und vor allem nostalgische 70er und 80er Jahre Grusler hegen, dürfte nach Sichtung dieses Streifens auf der Hand liegen. Denn ALPHA GIRLS entpuppt sich bei genauer Betrachtung, als ganz charmante Verbeugung vor den vielen, in den 70ern und 80ern entstandenen Horrorstreifen (NIGHT OF THE DEMONS, CLASS OF NUKE ‚EM HIGH), die auch heute noch das Blut eines jeden Genrefilmfans in Wallung bringen. Ganz besonders hat es Regie-Duo TONY TROV und JOHNNY ZITO Altmeister DARIO ARGENTO angetan, dessen unerreichte Schauermär SUSPIRIA auf ganz eigene Weise in ALPHA GIRLS Tribut gezollt wird. So „regnet“ es hier nicht nur Mehlwürmer in die Haare der völlig überdreht agierenden Verbindungsmitglieder; auch die zumeist farbintensive Bildsprache ARGENTOS und seines Lehrmeisters MARIO BAVA haben die Regie-Neulinge ganz nebenbei selbstsicher in ihren ersten Langfilm einfließen lassen. Komplettiert wird das gesamte Machwerk mit herrlich altmodischem Synthesizer-Gedudel und schrillen neonfarbenen Schuluniformen, so dass das ganze Horrorstück mit alle seinem fast schon erheiterndem Overacting und der nur selten professionell wirkenden Inszenierung auch hätte aus den trashigen TROMA Studios stammen können.
 
Die Story von APLHA GIRLS liest sich, als wäre sie einer ganz anderen Zeit entsprungen. Morgan (FALON JOSLYN) tritt der „Alpha Beta“ Studentenverbindung bei und zieht in das Verbindungshaus. Neuankömmlinge gehören dort einer niederen Rangordnung an und müssen erst einmal beweisen, dass sie eines ALPHA-Mädchens würdig sind. So muss Morgan in ein viel zu enges Kellerloch ziehen, wo sie fortan zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Cassidy (BEVERLY RIVERA), Juliette (NICOLE CINAGLIA) und April (KARA ZHANG) schlafen, wohnen und lernen soll. Nach anfänglichen Distanz schließen die vier Studentinnen Freundschaft und erkennen, dass die Schwesternschaft an strenge Traditionen geknüpft ist. So werden die Anwärterinnen nicht nur von der prallbusigen Hausherrin Veronica (NIKKI BELL) nach Strich und Faden gedemütigt, auch regelmäßige Rituale, die seit Gründung der traditionsbewussten Vereinigung mit Hilfe eines mysteriösen Buchs durchgeführt werden, machen einen Großteil des Verbindungslebens aus. Weil den vier Freundinnen die Gehässigkeiten Veronicas zuwider sind, stibitzen sie kurzerhand das sagenumwobene Beschwörungsrelikt und veranstalten damit gehörigen Unfug, ohne zu wissen, dass sie durch ihr selbstsüchtiges Handeln den Zorn finsterer Mächte entfachen.
 
Während ALPHA GIRLS mit einem satanistischen Ritual aus dem Jahre 1896 eingeläutet wird und sich das Gedärm des Opfers auf dem Boden verteilt, dürfte sich dem Filmfreund bei derart zweifelhafter Geschichtsaufarbeitung (seit wann tragen Studentinnen zu jener Zeit schon Nasenpiercings) vermutlich ganz arg die Nackenhaare sträuben. Mit historischen Fakten scheinen es die Regie-Neulinge nicht wirklich ernst nehmen zu wollen, was ALPHA GIRLS vielleicht auch gerade aufgrund dieser Prämisse so sympathisch erscheinen lässt. Der Streifen schaut nicht nur unweigerlich nach Independent aus, auch die gesamte Machart befindet sich auf teilweise amateurhaften Niveau, was für viele Horrorfans vermutlich Grund genug wäre, ALPHA GIRLS zu meiden. Trotzdem; das vorliegende Horrorstück punktet auf andere Ebene. So scheint sich das (textilfreie) Treiben nicht immer ganz ernst zu nehmen. Die Heldinnen treiben es mit ihrem gutgemeinten Overacting auf die Spitze und das Blut spitzt teilweise schon geradezu grotesk in die Gesichter der ausschließlich weiblichen Protagonisten. Hart wirkt das natürlich bei Weitem nicht einmal annähernd, wobei die wenigen Effekt-Szenen trotz magerem Produktionsstandart gar nicht mal so unansehnlich in Erscheinung treten. Die überdrehte Kombination aus Blut und nackter Haut besitzt definitiv Unterhaltungswert und lädt nicht nur einmal zum Schmunzeln ein. Überhaupt muss man TROV und ZITO für ihre erste Regie-Leistung loben, denn immerhin haben sie mit ihrem ALPHA GIRLS keinen Weiteren hohlen Quälfilm geschaffen und weitestgehend von unnützer Folterei und miesem Slasher-Gedöhns abgesehen. Die ideenreiche Rückbesinnung auf die Kultfilme der 70er und 80er Jahre steht dem vorliegenden ALPHA GIRLS erstaunlich gut, so dass der Rache/Dämonen/Okkult-Flick eine Menge Laune verbreitet. Das Potenzial hinter ALPHA GIRLS muss auch Pornolegende RON JEREMY erkannt haben, der gleich mal als Pfarrer durch den Film saust und der es sich mit Sicherheit hinter der Kamera nicht hat nehmen lassen, der ein oder anderen Schauspielerin mal kurz an den Hupen zu schrauben. Die Herren sind in ALPHA GIRL übrigens in der Minderheit, denn in diesem Film ist Frauenpower Programm. Dem männlichen Trash-Liebhaber dürfte das ganz gelegen kommen und so wird APLHA GIRLS mit einem kühlen Sixpack Bier zum erheiternden Partyfilm.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wer beharrt schon auf Logik, wenn’s doch Titten und Blut zu sehen gibt? ALPHA GIRLS ist ein sexy B-Movie mit feschen Girls und ’ner Menge Blut, das trotz oder gerade wegen seiner unprofessionellen Schnitzer unglaublich charmant wirkt. Für Fans überdrehter TROMA-Hits definitiv eine Sichtung wert.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Zensur

 
 
 
In ALPHA GIRLS wird zwar ab und an etwas roter Lebenssaft vergoßen, hart wirkt das aber nicht. Die derbste Szene wird gleich zu Beginn zelebriert. Dort wird der Magen einer Studentin aufgeschlitzt und deren Innereien purzeln zu Boden. Ansonsten geht´s hier recht züchtig einher, was durchaus mit einer FSK16 belohnt werden dürfte. Wir gehen aber davon aus, dass ALPHA GIRLS mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Night of the Demons 2 (1994)

The House on Sorority Row (1983)

Black Christmas (1974)

Filmreview: „Nesting 2 – Amityville Asylum“ (2013)

The-Amityville-Asylum
 
 
 

THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM

Story

 
 
 
Die arbeitslose Lisa (Sophia Del Pizzo) bewirbt sich als Putzkraft in einem naheliegenden Krankenhaus. Sie erhält die Stelle und findet heraus, dass an ihrem neuen Arbeitsplatz einst das legendäre Spukhaus von AMITYVILLE gestanden haben soll. Das wäre vermutlich noch kein Grund zur Sorge, würden nicht einige seltsame Vorkommnisse die schreckhafte Lisa zu Tode ängstigen …
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Kritik

 
 
 
Erstaunlich, mit welch eisernem Willen mancher Filmemacher an seiner Karriere bastelt. Da werden in vielen Fällen erste Gehversuche in Form von Kurzfilmen gewagt oder fleißig an eigenen Drehbüchern gekritzelt. Immer in der Hoffnung, irgendjemand da draußen mit dem eigenen kreativen Tun überzeugen zu können. Der Engländer ANDREW JONES ist so ein Fall. Der hat nämlich klein angefangen und dreht, schreibt und produziert mittlerweile fleißig ein Horrorfilmchen am anderen. Zwar erreichen diese Produktionen nicht einmal annähernd den Standard gängiger Videopoduktionen, finden aber dennoch immer wieder einen Verleih, der die günstig inszenierten Werke auswerten möchte. So riss sich der in Genre-Kreisen nicht unbekannte Anbieter LIONSGATE die Auswertungsrechte einiger seiner Grusler für Nordamerika unter den Nagel, während hierzulande Nischenlabel MIG FILMGROUP/ EDEL FILM genug Potenzial in JONES Schaffen sah, um einige seiner Filme auf DVD und Blu-ray zu veröffentlichen. Traurigerweise erlitt sein aktueller Streifen das gleiche Schicksal wie viele andere Horrorfilme der letzten Zeit in Deutschland. Aus THE AMITYVILLE ASYLUM wurde kurzum THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM, was nicht nur vollkommen falsche Erwartungen schürt, sondern an sich schon gar keinen Sinn ergibt. Während hier fälschlicherweise mit einer Fortsetzung des nostalgischen 80s-Slashers THE NESTING – HAUS DES GRAUENS geworben wird, erschließt sich der Grund dieser Titelneukreation nicht wirklich. Der einst zu Unrecht indizierte Slasher aus dem Jahre 1981 dürfte vermutlich nur den wenigsten Käufern ein Begriff sein. Zudem hat THE NESTING nichts, aber auch gar nichts mit dem vorliegenden THE AMITYVILLE ASYLUM am Hut, was nahelegt, dass dieses unüberlegte Titelvergehen den Verkauf dieser grotesken Veröffentlichung kaum ankurbeln dürfte.
 
Wie bereits das wenig einleuchtende Cover (Welcher Zusammenhang besteht bitte zwischen der dort abgebildete Fratze und dem vorliegenden Indie-Schocker?) suggeriert, verheißen die Geschehnisse in THE NESTING 2: AMITYVILLE ASYLUM für die jobsuchende Lisa Templeton (SOPHIA DEL PIZZO) nichts Gutes. Die braucht nämlich händeringend eine neuen Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Da sie in ihrem bisher wenig erfolgreichen Leben nichts anderes getan hat als zu putzen, bewirbt sie sich als Reinigungskraft in einem riesigen Krankenhaus und erhält zu ihrem Erstaunen direkt eine Festanstellung vom Anstaltsleiter höchstpersönlich. Der hat jedoch verschwiegen, dass der Job auch einen Haken besitzt. Denn tief unten im Keller befindet sich ein Hochsicherheitstrakt, der unter dem Namen Abteilung X einige der gemeingefährlichsten Psychopathen der Stadt beherbergt. Dort soll die etwas unsichere Lisa auch ab und an mal durchwischen, damit einige der irren Gewaltverbrecher auch bisschen was zum Glotzen haben. So beginnt die Heldin unbekümmert mit ihrer Arbeit die Böden zu schrubben, bis ihr eine tote Patientin mysteriöse Botschaften zuflüstert und sich der Zuschauer in einer etwas gehaltlosen Version des Kulthits THE SIXTH SENSE wähnt. Aber THE NESTING 2 würde nicht zugleich AMITYVILLE ASYLUM heißen, würde nicht auch etwas AMITYVILLE HORROR geboten werden. Denn während sich das Personal über den scheinbar wirren Geisteszustand des neu angestellten GHOSTWISPERERS erheitert, findet Lisa heraus, dass das sagenumwobene AMITYVILLE Haus just an jenem Ort gestanden haben muss, an dem sich nun ihr neuer Arbeitsplatz befindet.
 
Immerhin isses dann doch kein günstig heruntergekurbelter SIXTH SENSE-Abklatsch geworden, denn THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM knüpft erstaunlich intelligent an den berüchtigten AMITYVILLE-Mythos an. Die bisherigen Teile werden gekonnt ausgeblendet und machen THE AMITYVILLE ASYLUM zu einem ganz eigenständigen Filmchen, der bis auf die wahre Geschichte der DEFEO-Familie nichts mit dem eigentlichen Filmfranchise zu tun hat. Aus Poltergeist- und Spukfilm wird kurzerhand ein Sekten-Grusler, der ewig benötigt, bis er überhaupt mal in die Puschen kommt. 20 000 US-Dollar soll THE AMITYVILLE ASYLUM gekostet haben, eine Prämisse, die schon ahnen lässt, in welche Richtung dieser Low-Budget-Film gehen wird. Und in der Tat, bereits mit den Credits (die sich im Übrigen zehn lange Minuten ziehen) offenbart sich auch gleich der zweifelhafte Qualitätsgehalt dieser vollkommen überflüssigen Billig-Produktion. THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM ist mal wieder so ein Fall, dem das viel zu knappe Budget überhaupt nicht zugute kommen möchte. Hier merkt der Zuschauer an beinahe jeder Szene, dass man einfach keinen Film dieser Größenordnung drehen sollte, wenn man nicht das hierfür notwendige Kleingeld besitzt. ANDREW JONES THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM schaut laienhaft und billig aus. Fast schön möge man meinen, man würde eine Produktion auf Amateurniveau sehen. Zwar hat sich JONES mit seiner eigenen Produktionsfirma der Herstellung günstiger B-Movie-Ware angenommen; die Ausleuchtung in seinem aktuellen Streifen ist dennoch als hundsmiserabel zu bezeichnen. Oft lässt sich kaum erkennen, was da eigentlich auf der Mattscheibe passiert. Zudem nervt die unprofessionelle Kameraführung, die ständig damit beschäftigt ist, die nun wahrlich nicht schönen Gesichter möglichst nah heranzuzoomen. Die Authentizität der Geschehnisse wird aufgrund der nicht vorhandenen Gruselstimmung vollkommen außer Acht gelassen. So unterhalten sich die wenigen Angestellten ununterbrochen über belanglosen Nonsens, wobei sich der Filmfreund nicht nur einmal fragen dürfte, ob in dieser Klinik eigentlich überhaupt gearbeitet wird. Zudem scheint die Tatsache vollkommen realitätsfern, dass sich die neue Angestellte problemlos in einem Hochsicherheitstracht bewegen darf, ohne dabei von geschultem Sicherheitspersonal beaufsichtigt zu werden. Immerhin hat THE AMITYVILLE ASYLUM mit Darstellerin SOPHIA DEL PIZZO einen Lichtblick zu verzeichnen. Die hebt sich mit ihrer schlichten Optik von den Hochglanz-Amazonen anderer Mainstream-Schocker ab und schafft es sogar durch ihre Natürlichkeit so etwas wie Sympathie beim Zuschauer zu wecken. Trotzdem verliert sich ihr ansatzweise talentiertes Agieren in einem viel zu langweiligen Anstaltsthriller, der irgendwie ohne nennenswerte Höhepunkte einschläfernd vor sich her plätschert. Originalität ist hier Fehlanzeige und der auf dem deutschen Cover reißerisch angedeutete Vermerk, dass dieser Film zur HORROR EXTREME COLLECTION des hiesigen Anbieters gehört, fast schon als schlechter Scherz zu betiteln. EXTREME ist hier nämlich nur die deutsche Synchronisation, die mal wieder fix mit teilnüchternen Statisten am Bierstammtisch auf Band gesprochen worden sein muss.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Leidlich spannender Gruselfilm, der zwar trotz oder gerade wegen seiner unprofessioneller Inszenierung charmant indielike ausschaut aber – absolut uncharmant – langweilig ist …
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten. Zwar gibt es ein paar wenige Szenen zu sehen in der Gewalt zelebriert wird; die sind jedoch so unspektakulär, dass die Cover-Bezeichung HORROR EXTREME COLLECTION vollkommen übertrieben ist. Hinzukommt, dass die deutsche Heimkinofassung trotz mangelndem Blutgehalt unverständlicherweise erst ab 18 Jahren freigegeben ist!
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Amityville Asylum; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow

 
 
 

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THE AMITYVILLE ASYLUM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sanitarium (2013)

Psych:9 (2010)

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Asylum (1972)

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Filmreview: „Mine Games“ (2012)

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MINE GAMES

Story

 
 
 
Sieben Studenten machen Urlaub in der Einöde Amerikas und entdecken eine mysteriöse Mine. Unzählige Warnschilder halten die Freunde jedoch nicht davon ab, das geheimnisvolle Bergwerk zu erkunden, was natürlich wenig später im Desaster endet …
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Kritik

 
 
 
Achtung: wer sich den Filmspaß nicht verderben lassen möchte, sollte vom Lesen der Kritik absehen – hier sind nämlich Spoiler enthalten!
 
 
 
Wenn die Helden eines Films einen Ausflug in die amerikanische Wildnis unternehmen möchten und dabei gänzlich auf Internet- und Handyempfang verzichten müssen, dürfte der interessierte Filmfreund schon ein ungutes Gefühl in der Magengegend verspüren. Finden die Protagonisten dann noch eine versteckte Mine, vor deren Betreten ausdrücklich gewarnt wird, liegt die Vermutung nahe, dass das unvorsichtige Erkunden des Stollens mit Sicherheit ein böses Ende nehmen wird. Im erfinderischen Psychothriller MINE GAMES trifft genau das zu, wobei man Regisseur RICHARD GRAY immerhin zugute halten muss, dass er sich mit seinem Filmchen vom üblichen Horrorbrei der letzten Jahre abzuheben versucht. Bei seinem MINE GAMES handelt es sich um keinen weiteren unnötigen Vertreter innerhalb des Genres, denn auch wenn die Thematik einmal mehr Folter- und Slashergurken ins Gedächtnis ruft – der Film geht vollkommen andere Wege. Umso eindringlicher der Ratschlag, sich vor Sichtung des Gruselstücks weder Trailer, Inhaltsangabe oder Kritiken zu Gemüte zu führen – denn gänzlich unvorbereitet erzielt GREYS Zweitwerk die beste Wirkung beim Zuschauer. 2010 hat der australische Regisseur mit seinem romantischen Drama SUMMER CODA Frauenherzen schneller schlagen lassen und erste Regieerfahrungen sammeln können. Umso überraschender, dass er sich nach zwei Jahren Pause ausgerechnet mit einem Horrorfilm zurückmeldet und diesen sogar in die amerikanischen Lichtspielhäuser bringen konnte. Anders als in seinem melodramatischen Erstling geht es in MINE GAMES weitaus düsterer zugange, wobei der Mysterythriller einige Hochschulabsolventen durch die Filmhölle jagt.
 
Die Geschichte dreht sich um sieben Freunde, die sich für ein trinkfestes Party-Wochenende ausgerechnet ein Haus im Nirgendwo ausgesucht haben. Fernab von Lärm und Hektik sagen sich hier nicht nur Fuchs und Hase Gute Nacht, auch vom technischen Fortschritt ist weit und breit nichts zu spüren. So verzichten die Studenten gern auf Handy und Internet und frönen Alkohol und Drogen. Auf dem Weg zur Sause huscht den Kids dann doch irgendwas vor die Karre, so dass sie in die Büsche brettern und das Auto selbstverständlich zum Erliegen kommt. Weiter geht´s per Fußmarsch. Die Freunde erreichen wenig später eine schick eingerichtete Hütte und lassen sich´s dort erst einmal gut gehen. Während Michael (JOSEPH CROSS) ein „klein wenig“ an Schizophrenie leidet und immer wieder aufgefordert werden muss, doch seine Pillen zu nehmen, finden einige der Anwesenden im Wald eine verlassene Mine, die natürlich die Neugier weckt. Die Verbotsschilder werden missachtet und mysteriöse Symbole an den Wänden der Mine beeindrucken herzlich wenig. Gute Laune steht im Vordergrund und so begibt sich die Bande auf Erkundungstour ins Dunkel. Das Party-Wochenende scheint seinen Siedepunkt zu erreichen, bis plötzlich seltsame Dinge vor sich gehen. Im Bergwerk werden tote Körper entdeckt, die den eigenen gleichen und Medium Rose (REBECCA DA COSTA) findet in ihrem schlauen Büchlein heraus, dass jene missachteten Zeichnungen im Inneren der Höhle den „Ouroborus“ zeigen – jene Kreatur aus der antiken Mythologie, die das Leben als eine endlose Reihe von Leben und Wiedergeburt symbolisiert.
 
Wer im Genre bewandert ist und schon einige Filme gesehen hat, dürfte sich wohl gleich an TRIANGLE (2009) zurückerinnert fühlen. Dort konfrontierte Regisseur CHRISTOPHER SMITH Heldin Jess (MELISSA GEORGE) mit ähnlich komischen Vorkommnissen. Jess fand heraus, dass sie wohl Teil eines sich ständig wiederholenden Zeitstrudels sein muss. Auch der zwei Jahre zuvor abgedrehte TIMECRIMES des Spaniers NACHO VIGALONDO bediente sich der raffinierten Zeitschleifen-Thematik und bot ein verschachteltes Filmerlebnis, dass dem Zuschauer volle Aufmerksamkeit abforderte. MINE GAMES ist aus ähnlichem Holz geschnitzt, wenn auch nicht ganz so intelligent und komplex gestrickt, wie der spanische Geheimtipp aus dem Jahre 2007. Das spiegelt sich vor allem in der etwas trivial gehaltenen Inszenierung wieder, denn GREYS Folgewerk kommt weitaus jugendkonformer daher und richtet sich mit seinen adretten Protagonisten zweifelsohne an ein eher MTV-gewohntes Kinopublikum. Hier ist offensichtlich, dass die teils unbekannten Jungschauspieler (die vermutlich nur aufgrund ihrer Optik engagiert wurden) zwar ganz brauchbar interagieren – wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen sie aber keineswegs. Die eindimensionalen Rollen differenzieren kaum voneinander, so dass dem Zuschauer das besiegelte Schicksal der sieben Freunde vollkommen am Allerwertesten vorbeigehen dürfte. Immerhin stimmt auf technischer Ebene alles. MINE GAMES wurde solide gefilmt, so dass kaum auffallen dürfte, dass der Film mit magerem Budget auskommen musste. In Zeiten millionenschwerer Kinoblockbuster immerhin eine beachtliche Glanzleistung, schafft es GREY sogar hin und wieder mit einfachsten Mitteln, so etwas wie Gruselfeeling zu entwickeln. Leider wird der unheimlichen Kulisse nur wenig Beachtung geschenkt, was auf Kostengründe zurückzuführen ist. Begeben sich die Freunde auf Höhlenexpedition, gewinnt auch der Film an Spannung. Die ist leider in MINE GAMES Mangelware, da den gesichtslosen Schnarchnasen viel zu viel Zeit für deren nicht vorhandene Entwicklung eingeräumt wird. So spielt sich ein Großteil der Handlung im Inneren des Feriendomizils ab und protokolliert mit schläfrigem Erzählstil, wie man irgendwie versucht, die knapp 90 Minuten Filmlaufzeit mit Handlung zu versehen. Immerhin geht es am Ende schlag auf Schlag. Das Tempo wird erheblich angezogen, das undurchsichtige Puzzle logisch entschlüsselt und der Film findet einen ganz brauchbaren Abschluss. Ob´s jedoch für einen sehenswerten Gruseltrip ausreicht, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Cleverer erzählter und raffiniert getrickster Horrorthriller mit ebenso schlauer Auflösung. Leider leidet der anfänglich spannend erzählte Gruseltrip etwas am zähen Erzähltempo, denn so wirklich passieren will partout nichts. Immerhin gewinnt der unheimliche Mystery-Grusler gegen Ende wieder an Fahrt. Aufgrund der (zwar nicht neuen aber dennoch) interessanten Zeitschleifen-Thematik ist MINE GAMES dennoch einen Blick wert. Für Fans des Gruselschockers TRIANGLE (2009) definitiv ein Must See!
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Zensur

 
 
 
Gewalt in MINE GAMES? Die wird hier auf Sparflamme geköchelt und nur selten auf der Mattscheibe zelebriert. Zwar kommen die Protagonisten am Ende dieses Thrillers arg übereilt zu ihrem Tod; brutal oder selbstzweckhaft wirkt das selbstverständlich nicht. Demnach kann der Filmfreund davon ausgehen, dass MINE GAMES hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wird – mit FSK16 versteht sich!
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)

Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)

Filmreview: „5 Souls“ (2011)

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5 SOULS

Story

 
 
 
Noahs (Ian Bohen) Leben ist in Gefahr. Das Böse (Steven Schub) höchstpersönlich will sich seine Seele unter den Nagel reißen, bietet dem reichlich verängstigten Noah aber wenigstens einen perfiden Deal an: er soll fünf unschuldigen Menschen das Leben nehmen, um sein eigenes retten zu können …
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Kritik

 
 
 
5 SOULS-Initiator BRETT DONOWHO ist zwar neu hinter der Kamera; unbekannt in der Filmwelt ist er trotzdem nicht. Bereits als junger Kerl hat er hin und wieder in eher anspruchslosen Serien mitgewirkt und war sogar in der Kult-Show PARKER LEWIS – DER COOLE VON DER SCHULE zu sehen. Irgendwann waren ihm derlei TV-Kurzauftritte vermutlich nicht mehr genug, so dass er eigene Filme drehen und produzieren wollte. So macht er sich an die Arbeit und fertigte im Jahr 2011 mit 5 SOULS seinen ersten Spielfilm. Doch bevor das Werk überhaupt auf den Videomarkt kommen sollte, schaffte es der Regisseur mit dem unsäglich schlechten Found-Footage-Film THE SPEAK (2011) noch schnell, einen Platz auf dem erfolgreichen Wackelkamera-Express zu ergattern. Erst als er mit dem passablen Geisterflick A HAUNTING AT SILVER FALLS (2013) ein paar Dollar einfahren konnte, kommt nun auch sein Erstling mit knackigen zwei Jahren Verspätung zu einer amerikanischen Heimkinoveröffentlichung.
 
Die Geschichte von 5 SOULS ist komplexer als erwartet, denn der Zuschauer erlebt das ultimative Martyrium des smarten Architekten Noah (IAN BOHEN), der sich vor seinen Flitterwochen noch schnell impfen lassen möchte. Doch die Hochzeitsreise muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, denn Noah fällt nach der Schutzimpfung kurzerhand ins Koma und begegnet dem Teufel höchstpersönlich (STEVEN SCHUB), der den adretten Schönling mit seiner skrupellosen Vergangenheit konfrontiert. Anders als der Zuschauer erwartet hätte, hat der Held der Geschichte nämlich gehörig Dreck am Stecken und ist Verursacher mehrerer Unfälle. Aufgrund minderwertiger Bausubstanz sind zwei Gebäude zusammengestützt, in denen Frau und Kind des Ex-Polizisten Sam (STEVE BASIC) ihr Leben lassen mussten. Der ringt verzweifelt nach Erklärungen und findet heraus, dass die Ursache des Übels beim korrupten Bauunternehmer David Bickman (CHARLES SOLOMON Jr.) zu suchen und Noah in dessen miese Machenschaffen involviert gewesen ist. Die Firma des gerissenen Geschäftsmannes errichtet günstige Immobilien und versucht mit wenigen Investitionen möglichst viel Umsatz zu machen. Während Sam zusammen mit Polizistin Sarah (ALLISON MCATEE) erste Ermittlungen anstellt, hat Komapatient Noah ganz andere Sorgen. Der soll fünf unschuldige Menschen töten, um seine eigene Seele retten zu können und entfacht dabei das Monster in sich.
 
Wahrlich kompliziert geht es in 5 SOULS zu. BRETT DONOWHO hat sich bei seinem Debüt für einen arg verschachtelten Storyverlauf entschieden. Während Patient Noah um sein Leben pokert und schnell erkennt, dass ihm Skrupel völlig fremd ist, spielt sich parallel zum Hauptplot eine weitere Geschichte ab. Die konzentriert sich auf das Schicksal des Ex-Polizisten Sam, der verzerifelt Erklärungen für den mysteriösen Tod seiner Familie sucht. 5 SOULS pendelt dabei etwas ungeschickt zwischen den beiden Handlungssträngen. Gerade dann, wenn Noahs Seele mordgeil durch die Gänge des Krankenhauses wandelt, büßt der Film erheblich Tempo ein, weil DONOWHO plötzlich zum Nebenplot wechselt. Das ist etwas wirr, denn dem Zuschauer bleibt nicht unbemerkt, dass da jemand versucht hat, zwei komplette Filme zu einem zu machen. Während sich Noahs Geschichte durchaus im Horrorgenre ansiedelt, erweist sich Sams Detektivarbeit als lupenreiner Krimi. Durch konstantes Springen zwischen den Schicksalen der beiden Protagonisten geht die kaum vorhandene Spannung erschreckend schnell flöten und der Zuschauer dürfte mit wachsender Ungeduld das Ende herbeisehnen. Immerhin werden die Gegebenheiten Schritt für Schritt plausibel entschlüsselt, wobei die anfänglich losen Handlungsverläufe am Ende logisch ineinanderlaufen. Für ein Filmdebüt ist das handwerklich zwar ganz solide gemacht, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich 5 SOULS auf gleichem Level befindet, wie zahllose Mystery-Serien im Programm der Privatsender. So ist 5 SOULS ein weiterer Film, den die Welt nicht braucht und kann getrost in den Händlerregalen stehen gelassen werden.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Indie-Horrorfilm mit gelegentlich deftigen Schocks. Leider zu wirr inszeniert, so dass man die spannenden Szenen mit der Lupe suchen muss und die eigentlich gar nicht mal so üble Idee schnell an Reiz verliert.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Zensur

 
 
5 SOULS ist nicht sonderlich grausam, so dass der Film hierzulande problemlos ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
My Soul to Take (2010)

Filmreview: „Crawl – Home Killing Home“ (2011)

crawl 2011
 
 
 

CRAWL – HOME KILLING HOME

Story

 
 
 
Ein mysteriöser und dazu ziemlich wortkarger Kroate (George Shevtsov) entpuppt sich als gerissener Auftragsmörder. Er wird von einem schleimigen Barbesitzer (Paul Holmes) beauftragt, einen zahlungsunwilligen Kunden zu beseitigen. Auf seinem Heimweg wird er in einen Unfall verwickelt, der einer beängstigenden Kettenreaktion auslöst, an deren Ende Kellnerin Marilyn Burns (Georgina Haig) um ihr Leben bangen muss.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Kritik

 
 
 
Home-Invasion-Thriller sind nicht erst seit THE STRANGERS, KIDNAPPED, etc. in aller Munde. Wer heutzutage einen derartigen Streifen produzieren möchte, sollte ihn mit allerlei Bösartigkeiten bestücken, denn nur so brennt sich das Werk auch längerfristig in die Hirne der hungrigen Horrormeute. Mit schön blutigen und psychisch nicht minder grenzüberschreitenden Szenen sollte ein jeder dieser Thriller den Nervenapparat des Fans gehörig strapazieren, damit der sich am Ende schweißgebadet und mit hochfrequenzigem Herzschlag zurück in den Kinosessel lehnen kann. Das kleine „Homevideo“ des Australiers PAUL CHINA gehört auch zu jener zwiespältigen Filmgattung und ist, welch Überraschung, ein weiterer Beitrag aus der Kategorie: „Debütstreifen“. CHINA, der für seinen Erstling nicht nur hinter der Kamera Platz genommen hat, sondern auch das Drehbuch quasi über Nacht zu Papier gebracht haben muss, scheint in seinem dunklen Kämmerlein nur unzureichend erkannt haben, was er da eigentlich zusammengekritzelt hat. Womöglich hat er sich die Vor- und Nachteile gängiger Heim-Invasionsfilme zu Gemüte geführt und kurzerhand die Vorteile von seiner To-Do-List gestrichen. Im Vergleich zu nennenswerten „Heim“-Schockern wie FUNNY GAMES und INSIDE zieht CRAWL erbarmungslos den Kürzeren, denn CHINA hat partout aus den Augen verloren, dass ein jeder guter Horrorfilm von der Geschichte und seinen Helden zehrt. CRAWL ist todlangweilig, seine Handlung inhaltsleer und minimalistisch. Durch langsame Kamerafahrten soll die nicht vorhandene Spannung gesteigert werden, kaum gesetzte Schnitte machen CRAWL zu einer eher einschläfernden Angelegenheit. Es will einfach nichts Aufregendes passieren.
 
Die banale Geschichte beginnt mit Bardame Marylin Burns (GEORGINA HAIG), die auf Bald-Ehegatte Travis wartet und schon länger auf einen Heiratsantrag hofft. Daraus wird leider nix, weil der unbedarfte Schönling von einem alternden Cowboy, gleichzeitig Auftragskiller (GEORGE SHEVTSOV) versehentlich über den Haufen gebrettert wurde. Der ominöse Fremde sucht nach Hilfe, kann aber in der Einöde nur ein beleuchtetes Haus entdecken. Doof nur, dass darin ausgerechnet die nichtsahnende Marylin lebt, die dem wortkargen Fremden sogleich als perfektes Aggressionsventil dient und das Katz-und-Maus-Spiel eröffnet wird. Selbiges ist natürlich kaum der Rede wert. Es wird weder gefoltert, noch gedemütigt, was in Zeiten ultra harten Torture Porns schon ziemlich altbacken wirkt. Das Mädchen flüchtet durch die Räumlichkeiten des Hauses, wobei der Widersacher ihr dicht auf den Fersen ist. Unterstrichen wird das lustlose Treiben von allerlei unheilvollen Streich-Akkorden, die auf prägnante und ziemlich ungewöhnliche Art die „bösen“ Szenen einläuten. Die sind zwar rar gesät, aber immerhin vorhanden. Es wird wild um sich geschossen, sogar ein Beil zweckentfremdet. Filmfreunde, die die Sichtung eines Films immer vom Trailer abhängig machen, werden verblüfft feststellen, dass der Clip ein wenig arg an A SERIOUS MAN (2009) erinnert. Das fertige Werk kann den im Trailer zitiertem Film der bekannten COEN-Brüder (TRUE GRIT, NO COUNTRY FOR OLD MEN) natürlich nicht im Entferntesten das Wasser reichen. Zwar besitzt auch CRAWL – HOME KILLING HOME (so das deutsche Titelverbrechen) skurrile Typen, bizarre Momente und verzweifelt cool gemeinte Sprüche. Die wirken jedoch in ihrer unfreiwilligen Komik aufgesetzt und wollen irgendwie nicht so recht in den Film passen. Vor allem die Figur des permanent koksenden und schmierigen Barbesitzers Slim Walding mag zwar mit PAUL HOLMES gut besetzt sein, die teils recht gut gewählten Schauspieler gehen aber in der geistlosen und ziemlich dialogarmen Szenarie vollkommen unter.
 
Mit seinen gerade einmal 73 Minuten Nettolaufzeit bietet CRAWL allen schlafgeplagten Leidgenossen eine gute Alternative zu herkömmlichen Pharmazeutika aus der Apotheke. Hier muss der Anwender nur einmal bezahlen und kann sich risikolos vor der Wohnzimmerglotze in den Tiefschlaf flimmern lassen – wann immer er möchte. Zwar gibt es hier einiges an farbintensiven Rot zu sehen; von nervenzerfetzendem Terror oder gar Spannung ist hier jedoch nichts zu verzeichnen. CRAWL ist ein ansprechend gefilmter Thriller, der den Zuschauer aber leider aufgrund seines Schneckentempos schnell zur Vorspultaste greifen lässt. Nach etwas über einer Stunde endet CRAWL genauso unspektakulär, wie er begonnen hat – Gott sei Dank!
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langsames Tempo, unspektakuläre Handlung und null Identifikationsmöglichkeiten – Wer will denn so was sehen? Auch wenn der Name der Figur Marylin Burns witzigerweise als kleine Hommage an BLUTGERICHT IN TEXAS-Darstellerin MARY LYNN ANN BURNS gemeint ist (der Künstlername der kultigen Sally-Darstellerin schimpft sich nämlich ebenfalls MARYLIN BURNS), so ist CRAWL trotzdem ein langweiliges Debüt-Filmchen, auf das der Horrorfan getrost verzichten kann.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Zensur

 
 
 
Zwar bekommt der Zuschauer in CRAWL einige derbe Einschüsse zu sehen, viel Mord und Totschlag wird aber nich auf der Mattscheibe zelebriert. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das KEINE JUGENDFREIGABE-Siegel.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawl-Home-Killing-Home-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawl; Australien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Rote Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Teaser

 
 
 
Was für eine Name für eine deutsche Heimkinofassung: CRAWL–HOME KILLING HOME. Rechteinhaber EUROVIDEO haut mit dieser Titelneuschöpfung mächtig auf die Kacke und verschleiert so die diversen Unzulänglichkeiten in der Inszenierung des Thrillers. Immerhin schaut die Präsentation des Streifens wirklich gut aus. Die Blu-ray wurde in eine tiefrote Amaray gesteckt und entpuppt sich im Sammlerregal als waschechter Hingucker. Zudem hat der Anbieter an ein Wendecover gedacht. Das wird wie üblich ohne FSK-Flatschen ausgeliefert und erfreut das Sammlerherz. Legt man die Disc in den Player betreibt EUROVIDEO erstmal mit zwei Trailern aus dem hauseigenen Fundus Eigenwerbung. Danach wird der Zuschauer in ein animiertes Hauptmenü gelotst, das mit Szenen aus dem Film untermalt wurde. Interessant dürfte hier vermutlich der Bonusbereich sein. Doch leider verbergen sich hinter dem Menüpunkt „Extras“ lediglich Trailer und Teaser zum Film, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, hätte der Zuschauer dann doch gern gewusst, warum Regisseur PAUL CHINA von teils gewöhnungsbedürftigen Stilmitteln Gebraucht gemacht hat. Der Hauptfilm selbst wird in würdiger Qualität geboten. Ironischerweise ist der HD-Transfer besser geraten, als der durchwachsene Film. Die Schärfe ist gut und der Kontrast gelungen. Hinzukommt, dass man sich bei der Synchronisation erstaunlich Mühe gegeben hat. Für diesen eher lauen Streifen hätte man vermutlich alles erwartet, nur keine professionelle Übersetzung. Hier hat man jedoch Sorgfalt walten lassen und erfahrene Sprecher engagiert, so dass tonal alles im grünen Bereich bleibt. Vor allem die etwas außergewöhnliche, musikalische Untermalung donnert satt aus den Boxen, weshalb man bei aufgedrehter Anlage das ein oder andere Mal herrlich zusammenzucken dürfte. Wer auf Untertitel angewiesen ist, kann sich freuen. Trotz spärlicher Ausstattung haben es die immerhin auf die Blu-ray geschafft, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem kleine Label verzichten hin und wieder auf diese wichtige Ausstattung, so dass vor allem hörbehinderte Filmzuschauer so rein gar nichts mit diesen Veröffentlichungen anzufangen wissen. Unterm Strich wird dem Filmfreund mit der Blu-ray zu CRAWL-HOME KILLING HOME eine technisch anständige Scheibe geboten, die ruhig etwas mehr Bonus vertragen hätte können. Ob eine so mager ausgestattete Blu-ray direkt am Erstveröffentlichungstag gekauft werden muss, sollte jeder Filmfreund selbst entscheiden.
 
 
 

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CRAWL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2013)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Filmreview: „Sadako 3D – Ring Originals“ (2012)

sadako 3D
 
 
 

SADAKO 3D – RING ORIGINALS

Story

 
 
 
SADAKO, das japanische Geistermädchen mit den dauernassen Haaren ist zurück. Diesmal spukt sie, kompatibel mit dem heute, durchs Internet und tötet mittels Videoclip statt oller VHS. Die junge Lehrerin Akane Ayukawa (Satomi Ishihara) will dem heimtückischen Geist Einhalt gebieten und beginnt ihren Kampf gegen die unbarmherzige Kreatur – und das sogar noch in 3D!
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Kritik

 
 
 
Kaum zu glauben, dass es nun bereits schon zwölf Jahre her ist, seit der letzte Original RINGU-Teil über die Mattscheiben geflimmert ist und zartbesaiteteren Filmfreunden reihenweise schlaflose Nächte bereitet hat. SADAKO, das Geisterkind mit den schwarzen Haaren hat nicht nur das asiatische Genrekino der 1990er mitgeprägt und sorgte bereits 1995 in der TV-Verfilmung RING: KANZEN-BAN das erste Mal für Angst und Schrecken. Es dauert nicht lang bis der Roman des RING-Erfinders KOJI SUZUKI seinen Weg auf die Leinwand fand und schließlich 1998 unter dem Titel RINGU in die japanischen Kinos kam. Der Erfolg kam überraschend und ging um den gesamten Globus. Es folgten weiter Ableger (RING 2, RING BIRTHDAY), TV-Serien (RASEN) und Remakes (THE RING VIRUS) wobei vermutlich die amerikanische Neuverfilmung RING aus dem Jahr 2002 die bis dato bekannteste Interpretation des Gruselstoffs sein dürfte. Grusel aus Fernost wurde zum Publikumsmagneten und schwemmte gesunde Profite in die Kassen der Studios – ganz zum Leidwesen des ausgezehrten Horrorfilmfans, der in jedem zweiten Gruselstreifen (u.a. THE GRUDGE) das Geistergör in abgewandelter Form zu Gesicht bekam. In Zeiten von SAW, HOSTEL und Co. scheint die Spukgestalt natürlich längst ein Fall fürs Altersheim zu sein. Umso verwunderlicher, dass die Japaner nun mit SADAKO 3D einen weiteren Ableger in die Wohnzimmer bringen und damit sogar versuchen, direkt an die Original-Trilogie anzuknüpfen. Das klassische RINGU-Thema vom Tod per Videoband wird hierbei in die Gegenwart verlagert, um es einer neuen, technisch aktuelleren Generation von Gruselfans schmackhaft zu machen, die so rein gar nichts mit VHS-Kassetten anzufangen weiß. Aus dem sperrigen Video-Fluch wird kurzum ein Youtube-Fluch, ist doch die heutige Jugend fast nur noch im Internet unterwegs. Zudem kommt Göre SADAKO im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rechner, wobei die miesen 3D-Effekte und die missratene CGI-Technik bei weitem gruseliger wirken, als der aktuelle Film selbst. TSUTOMU HANABASU hat sich der Verfilmung des neusten RINGU-Romans angenommen und zuvor leider nur Komödien verbrochen. Das erklärt vermutlich auch, warum SADAKO 3D zu keiner Zeit Gänsehaut erzeugen will, sondern mehr unfreiwillig komisch daherkommt. Von der düsteren Atmosphäre der alten RINGU-Teile ist im aktuellen Sequel kaum noch etwas zu spüren – ganz zu Schweigen von den subtilen Schockmomenten, die die Reihe so beliebt gemacht haben. Inhaltlich wird in SADAKO 3D kaum Neues geboten, wobei die ideenlose Geschichte vorwiegend als Mittel zum Zweck dient, die plakativ eingesetzten 3D-Szenen minutiös auf die Mattscheibe bringen zu können.
 
Im Mittelpunkt des neuen Ablegers steht die Lehrerin Akane Ayukawa (SATOMI ISHIHARA), die von einem mysteriösen Videoclip erfährt, der jedem Zuschauer den Tod bringen soll. Als eine ihrer Schülerinnen dem Spuk zum Opfer fällt und sich selbst umbringt, beginnt sie mit ihrem Freund Takanori Ando (KOJI SETO) Nachforschungen anzustellen und findet heraus, dass ein mysteriöses Geistermädchen namens SADAKO für die Vorfälle verantwortlich sein soll. Aufgrund ihrer übersinnlichen Kräfte wurde SADAKO vom eigenen Vater in einen Brunnen gestoßen und ertrank. Nun wandelt ihr Geist hasserfüllt und rastlos durch das Internet, stets auf der Suche nach einem Körper, dessen er sich bemächtigen kann, um erneut unter den Lebenden weilen können. Da kommt dem toten Mädchen Lehrerin Akane Ayukawa geradezu gelegen, die selbst über außergewöhnliche Kräfte verfügt.
 
Vielleicht wäre es besser gewesen, die einst angsteinflößende Titelheldin in ihrem feuchten Grab ruhen zu lassen. Scheinbar wurde die Kuh noch nicht gänzlich leergemolken, so dass SADAKO ein weiteres Mal erschreckend lustlos zurück auf die Leinwand krabbeln musste. Bei ihrer Reanimation ist jedoch so einiges schief gelaufen, denn bekanntes RINGU-Feeling will so gar nicht eintreten. Der unheimliche und düstere Grundton wurde durch technisierte und knallbunte Bilder ersetzt. SADAKO selbst kommt jetzt nicht mehr schwermütig aus TV-Apparaten gekrochen, sondern geistert im künstlich animierten Spinnengang durch die Szenarie. Das schaut bei Weitem nicht aus wie RINGU, sondern wirkt nicht selten, als hätte Regisseur TSUTOMU HANABASU ein wenig zu oft SILENT HILL auf seiner XBOX gedaddelt. Während die Spezialeffekte irgendwo zwischen grottig und miserabel zu verbuchen sind, ist auch inhaltlich kaum Nennenswertes zu verzeichnen. Das konfuse Drehbuch macht es schwer, der Handlung zu folgen und die unspektakulären Selbstmorde hat man so auch schon besser gesehen. Während die leidlich talentierten Schauspieler hilflos versuchen, der Geschichte so etwas wie Ernsthaftigkeit zu verleihen, treibt der dilettantische Gebrauch der Bluescreen-Technologie dem Zuschauer die Schamesröte ins Gesicht. Immerhin dürfte SADAKO 3D seine Daseinsberechtigung bei Besitzern von 3D-TV-Geräten erhalten. Die dreidimensionalen Effekte bestehen hauptsächlich aus Haaren, Händen und zerbrochenem Glas, die dem Filmfan um die Ohren sausen, jedoch in der „platten“ 2D-Version vollkommen an Reiz verlieren. Was bleibt ist ein weitere Fortsetzung auf TV-Niveau, die einzig durch die minderwertigen 3D-Szenen Bedeutung findet und Liebhaber der ersten RINGU-Teile durchweg enttäuschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eine einst bedeutende Filmreihe wird mit ihrem neusten Ableger zu Grabe getragen. SADAKO 3D ist cineastischer Abfall, der nur von seinen plakativen 3D-Effekten zehrt. Das angsteinflößende Potenzial der Titelfigur, die hier fast ausschließlich via haarsträubender CGI in Erscheinung tritt, geht in diesem halbgaren und langatmigen Aufguss vollkommen unter. Fans der Reihe sollten SADAKO 3D möglichst meiden – ach, und alle anderen Filmfreunde eigentlich auch!
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch geht es in der RING-Reihe bereits seit jeher eher subtil zugange. Auch der neuste Ableger macht da keine Ausnahme. Gewalt sucht man hier vergebens. Daher ist die deutsche Fassung mit dem blauen FSK16-Flatschen auch vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Sadako-3D-3D-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sadako; Japan 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wechselcover

Extras: Trailershow

 
 
 

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SADAKO 3D – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ring: Kanzen-ban (1995)

Ring – Das Original (1998)

Ring 2 (1999)

Ring: Spiral (1998)

Ring Ø (2000)

Rasen (1999)

The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)

Ring – Amerikanisches Remake (2002)

Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)

Filmkritik: „The Mine – Halloween in der Hölle“ (2013)

AbandonedMine
 
 
 

THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE

(ABANDONED MINE)

Story

 
 
 
Einige Freunde treffen sich an Halloween, für eine Minenexpedition. Im Stollen soll es angeblich spuken. Nach einem unachtsam verursachten Zwischenfall sitzen die Kids in der Falle und können den Ausgang nicht mehr erreichen. Während man nach einem anderen Exit sucht, scheint es in dem verlassenen Bergwerk wirklich nicht mit rechten Dingen zuzugehen …
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Kritik

 
 
 
Wenn ein Horrorfilm mit einem PG-13 Rating in die amerikanischen Kinos kommt, bedeutet das zwar durchaus, dass das gewaltfreie Filmchen ordentlich Kohle in die Kassen gewinnorientierter Studios schwemmt. Das erwachsene Publikum dürfte jedoch bei dieser Prämisse schnell mit der Nase rümpfen, gewinnt doch ein Horrorfilm gerade mit den nicht kindgerechten Szenen seinen eigentlichen Reiz. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, die es trotz niedriger Altersfreigabe geschafft haben, ohne großartiges Blutvergießen selbst dem volljährigen Zuschauer gehörige Schauer einzujagen. Neben s/w-Klassikern wie BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963) und DAS SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) lassen sich auch in der Gegenwart hin und wieder vergleichsweise harmlose Filme entdecken, die es verstehen, selbst dem abgebrühtesten Horrorfilmfan das Fürchten zu lehren. So schaffte es Regisseur ALEJANDRO AMENÁBAR mit seinem THE OTHERS (übrigens frei ab 12) im Jahre 2001 auch ohne blutrünstige Gewalt und Litern von Kunstblut einen der wohl grusligsten Filme der letzten Jahre zu produzieren. Es braucht nicht viel, heute einen unheimlichen Schocker zu zaubern. Liegt ein gutes Drehbuch vor, bedarf es nur talentierter Schauspieler und eines erfahrenen Kameramanns, der es versteht unheilvolle Bilder auf Film zu bannen. Zutaten, die THE MINE leider nicht besitzt. Dieser familienfreundliche und absolut blutleere Gruseltrip ist einer der vielen Fälle, der Jung wie Alt nicht erschrecken, sondern eher in süßen Tiefschlaf versetzt. Schauspieler JEFF CHAMBERLAIN hat sich in den 1970er und 80er durch diverse Auftritte in hier unbekannten Serien einen Namen gemacht und mag wohl den Traum vom eigenen Film nie ganz aus den Augen verloren zu haben. Rasch schrieb er das Drehbuch zu THE MINE (der im Original eigentlich ABANDONED MINE heißt) und übernahm auch gleich die Regie. Aufgrund der ersten, durchweg positiven Kritiken wurde der direkte Weg auf den Videomarkt gestrichen und CHAMBERLAINS Debüt in den amerikanischen Kinos ausgewertet. Was die ersten Kritiker gesehen haben müssen, scheint wohl eine gänzlich andere Version dieser unbrauchbaren Schlafpille gewesen zu sein, denn der fertige THE MINE ist weit entfernt von sehenswert.
 
In diesem unspektakulären Schaffen der Marke Schon-Unzählige-Male-Gesehen erleben wir, wie fünf Kids das alljährliche Halloweenfest auf ganz besondere Weise feiern möchten. Um den Tag unvergesslich zu machen, wollen die Freunde Ethan (CHARAN PRABHAKAR), Laurie (SAIGE THOMPSON), Brad (REILEY MCCLENDON), Jim (ADAM HENDERSHOTT) und Sharon (ALEXA VEGA) eine unheimliche Mine erkunden, von der man sagt, dass es darin spukt. Dass derartige Erzählungen nichts gutes verheißen, interessiert die naiven Jugendlichen natürlich herzlich wenig. Glaubt man den Legenden, soll sich in der verlassenen Mine tragisches ereignet haben: Der ehemalige Minenarbeiter William Jarvis wurde zusammen mit seinen beiden Töchtern in einen Hinterhalt gelockt und lebendig begraben. Nun geistern ihre rastlose Seelen durch die Schächte, immer auf der Suche nach einem geeigneten Wirtskörper, das ungemütliche Grab verlassen zu können. Während die Kids guter Dinge den stillgelegten Komplex betreten, passiert wenig später das erste Unglück und man sitzt in der Falle. Der Ausgang ist nicht mehr zu erreichen und Panik bricht aus. So zwängt sich die Bande durch die engen Schächte, in der Hoffnung einen alternativen Ausgang zu finden. Während sich die Freunde in einer verzwickten Situation befinden und nicht wissen, was sie im Inneren des Bergwerks erwartet, verwandelt sich der behäbige Spuktrip schnell zum klaustrophobischen Höhlenexpeditions-Survival-Thriller. Einer der Anwesenden hat plötzlich mit den viel zu engen Minengängen zu kämpfen, eine andere Protagonistin ist dem Wahnsinn nahe, weil sich riesige Vogelspinnen von der Decke abseilen. Fledermäuse erschrecken die Kids zu Tote und können dem Zuschauer nur ein lautes Gähnen entlocken. Immerhin haben die Charaktere in ihrer Panik noch ausreichend Zeit, um bitterböse Scherze zu veranstalten. So findet man eine gruselige Maske, mit der sich herzlich Erschrecken lässt und erste unheimliche Vorfälle deuten darauf hin, dass die Freunde in diesem Stollen doch nicht ganz so allein sind, wie anfänglich gedacht.
 
CHAMBERLAINS Drehbuch besitzt kaum Anzeichen von Originalität. Die formelhafte Geschichte spielt sich nach „Schema F“ ab und erinnert in seinen besten Momenten an den britischen Horrorschocker THE DESCENT (2005), ohne dabei nicht einmal annähernd dessen bedrückende und Adrenalin fördernde Atmosphäre zu erreichen. Der klaustrophobische Grundton verliert im unüberlegten Eifer der wenigen Protagonisten schnell an Intensität und THE MINE lässt bis kurz vor Ende nicht wirklich durchblicken, was er denn nun eigentlich sein will. Handelt es sich hier wirklich um einen übernatürlichen Geisterfilm, der dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen möge oder haben wir es hier nur mit dem langweiligen Überlebenskampf einiger dümmlicher Grünschnäbel zu tun, die eigentlich nichts anderes verdienen als den Tod? Die Antwort bleibt bis kurz vor Ende unschlüssig. Denn erst dann liefert JEFF CHAMBERLAIN mit seinem etwas zähen Erstling die wichtigen Erklärungen. Zugegeben, der unvorhersehbare Plottwist ist zwar ganz interessant, kommt aber leider zu spät, um den drögen Schnellschuss vor dem Untergang zu bewahren. Was bleibt ist ein ermüdender Film, ohne jeglichen Anspruch oder gute Ideen. Die Effekte bleiben auf PG-13-Niveau und Gewalt sucht der erwachsene Fan des Genres vergebens. Von daher: Finger weg, denn nicht einmal neugierige Kids werden an diesem langweiligen Käse Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
THE DESCENT trifft PARANORMAL ACTIVITY – Klaustrophobischer Gruseltrip mit zugegeben raffiniertem Finale. Leider ist THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE sowas von unspektakulär, geistlos und langweilig, dass selbst dem Allesseher schnell die Äuglein zufallen dürften. Zudem gibt es hier weder Gewalt noch Gemetzel zu sehen, weshalb der Film für die meisten Horrorfilmfans bereits vor der Sichtung vollkommen uninteressant sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Zensur

 
 
In Amerika darf THE MINE (OT: ABANDONED MINE) bereits von Kindern gesehen werden. Hierzulande beurteilt die FSK Filme üblicherweise etwas strenger. Gewalt gibts in THE MINE nicht zu sehen. Demnach wurde der Film hierzulande auch schon ab 16 Jahren feigegeben.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-mine-halloween-in-der-hölle-blu-ray

(c) Rough Trade Distribution GmbH / Justbridge Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abandoned Mine; USA 2013

Genre: Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras:

Release-Termin: 14.11.2014

 

The Mine – Halloween in der Hölle [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE MINE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)

The Goonies (1985)

Dead Mine (2012)

My Bloody Valentine 3D (2009)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)

Review: „Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen“ (1962)

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BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN

Story

 
 
 
San Francisco, Anfang des 19. Jahrhunderts. Der in geheimnisvolles Schwarz gekleidete Glücksritter DeQuincey (gegeben von Sir Lord Vincent Price) treibt sich maßgeblich auf Sklavenauktionen herum, wenn er sich nicht gerade in Opiumhöhlen den Schirm zuzieht oder als Erzähler und im Zwiegespräch mit einem nicht weniger eloquenten Zwerg lakonische Weisheiten vom Stapel lässt. Wer sich aber in Gefahr begibt, kommt laut schlauem Spruch darin um und so gerät DeQuincey zwischen die Fronten eines Bandenkriegs chinesischer Gangsterbanden, der sogenannten Tongs.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Kritik

 
 
 
Die Horrorphase mit der beeindruckenden Reihe von E.A. Poe-Verfilmungen für die AIP Studios war gerade erst angelaufen und Price konnte schon ein paar der Kniffe vorführen, die ihm ROGER CORMAN in den Gemäuern des Hauses Usher abverlangt hatte. Im Pantheon der großen Horrorstars hat der Gute seinen Platz sicher. Wer Gegenteiliges behauptet, denkt im Zweifelsfalle auch, Rob Zombie habe den Gruselfilm erfunden. Aber Hader beiseite, wird Master Price auch die Ehre zu Teil, als einer der ersten Schauspieler in manchen Szenen wilden Drogenkonsums vor der Kamera gestanden zu haben. So schüttelte er sich bereits 1959 in WILLIAM CASTLES legendärer Gruselgurke SCHREI, WENN DER TINGLER KOMMT durch den ersten LSD-Trip der Kino-Historie und verkörperte hier, drei Jahre später den Ich-Erzähler in Thomas DeQuinceys interessant zu lesender Drogen-Autobiographie BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN von 1822. Wie immer tut er das mit der ihm eigenen Mischung aus völligem Overacting und dem Bewusstsein, ohne hin nichts für voll zu nehmen. Hauptsache, die Kohle fließt aufs Konto und kann in interessantere Projekte wie Kochbücher oder das eigene Kunstmuseum investiert werden. Nicht umsonst war das Motto des Schauspielers: „The man who limits his interests limits his life.“ Regisseur ALBERT ZUGSMITH entstammt der Welt früher Hollywood Exploitationpioniere und produzierte unter anderem Schmonzes wie SEX KITTENS GO TO COLLEGE oder bekannte Sci-Fi-Heuler des Atomzeitalters á la THE INCREDIBLE SHRINKING MAN. Mit dem Opiumesser hier ließ sich historischer Abenteuerstoff mit bisschen Nackigkeit, VINCENT PRICE als Genre-Adel und, dank der Vorlage, fast so etwas wie literarisches Niveau verbinden. Letzteres allerdings bloß als Alibi. BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN ist eher Abenteuerfilm als ein Beitrag zum Kanon des Phantastischen Films, zählt jedoch zu den jahrelang nicht wirklich einfach zu bekommenen Arbeiten des vielverehrten Gruselstars, was ihn wieder reizvoller macht.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Abenteuerfilm mit ein bisschen nackter Haut. Für Fans von Früh-Sechziger-Exploitation ebenso ein Pflichtkauf wie für Vincent-Price-Komplettisten. Die Seltenheit des Films lässt den Zuschauer die Bildqualität, die sich nicht wirklich in DVD- oder gar BluRay-Nähe einpendelt, auch mit einer gewissen Milde betrachten.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Zensur

 
 
 
BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN wurde nun von MARITIM PICTURES das erste Mal auf DVD in Deutschland veröffentlicht und kommt ungeschnitten mit FSK16-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Deutsche DVD

 
 
 
bekenntnisse-eines-opiumsuechtigen_dvd
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Confessions of an Opium Eater; USA 1962

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1,66:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow: 1984 (2:47 Min.), Sam Hell ist der Jäger (1:40 Min.), Labor des Grauens (1:45 Min.), Bildergalerie (1:38 Min.)

 
 
 
Die DVD aus der Klassiker-Sammelreihe des Anbieter MARITIM PICTURES kommt mit solidem Bild (in Anbetracht der Seltenheit dieses Werks) daher, wobei der Ton mal wieder unter aller Kanone ist. Die angeblich „restaurierte“ Tonspur ist schon eine regelrechte Zumutung – der „unbearbeitete“ Originalton in Deutsch und Englisch weitaus angenehmer, wobei die Synchronisation jenseits von Gut und Böse ist. Hier mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte man für die Übersetzung Passanten von der Straße ins Mikrofon plabbern lassen. Geboten wird bis auf den Hauptfilm wieder einmal nichts Nennenswertes, was überhaupt von Interesse wäre. Neben einer kleinen Bildergalerie aus Postern und raren Kinoaushängen haben es gerade einmal drei Trailer zu weiteren Filmen des Anbieters auf die Scheibe geschafft. Immerhin wird dem Sammler ein Wendecover geboten, dass ohne FSK-Flatschen daherkommt. Viel ist das nicht. Wer den S/W-Klassiker dennoch mag und eine Vorliebe für Filme mit Ikone VINCENT PRICE besitzt kann dennoch zuschlagen, denn viel kostet die DVD nun wahrlich nicht. Eine adäquate HD-Umsetzung wird vermutlich in absehbarer Zeit ohnehin nicht in den deutschen Handel kommen.
 
 

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schrei wenn der Tingler kommt (1959)

Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (1971)

Tagebuch eines Mörders (1963)

Filmreview: „Die Fürsten der Dunkelheit“ (1987)

fuersten_der_dunkelheit
 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT

Story

 
 
 
Etwas uraltes Böses ist aus seinem Jahrhunderte andauernden Schlaf erwacht. Zunehmende Veränderungen sind auf der Erde und am Himmel zu sehen. Der Ursprung des Grauens findet sich unter einer uralten verschlossenen Kirche mitten in Los Angeles. Dort liegt ein Geheimnis begraben, welches die Kirche lange versuchte zu vertuschen. Doch als klar wird, dass dies nicht mehr möglich ist, bittet ein Priester (Donald Pleasence) Prof. Howard Birack (Victor Wong) um Hilfe. Dieser soll zusammen mit seinen Studenten und einem Team von Wissenschaftlern dem schrecklichen Geheimnis unter der Kirche auf den Grund gehen. Doch je näher man der Lösung des Rätsels auf die Spur kommt, desto stärker werden die Kräfte der mysteriösen düsteren Gestalt, welche langsam und bedrohlich in unsere Welt vordringt.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Kritik

 
 
 
Die 80er Jahre waren keine Glanzzeit für John Carpenter. Auch wenn seine Filme aus dieser Zeit von Fans und Filmfreunden vergöttert werden, lieferte der Kultfilm-Regisseur in dieser Dekade gleich zwei große finanzielle Flops ab, welche erst nach 20 Jahren als glorreiche Klassiker wiederentdeckt wurden. Weder seine düstere Adaption von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982), noch sein knallbuntes Fantasy-/Actionspektakel BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) fanden sonderlich großen Anklang bei den damaligen Kinozuschauern und ließen Carpenter derart gefrustet zurück, dass er sich nach dem Debakel um BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA, vorerst aus dem großen Filmgeschäft zurückzog, um kleinere Independent Filme zu drehen. Hierfür war schnell ein Vier-Filme-Deal mit Alive Films abgeschlossen, bei dem Carpenter pro Film ein Budget von 3 Millionen US-Dollar zur Verfügung stand und er völlige kreative Freiheit hatte. Aus diesem Vertrag gingen jedoch nur zwei Filme hervor, da die Filmschmiede Ende der 80er Jahre Pleite ging. Einer dieser Filme war DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987).
 
 
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Wenn es Filme von John Carpenter gibt, die viel zu oft neben Klassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978), DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT oder DIE KLAPPERSCHLANGE (1981) übersehen werden, dann zählt DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT auf jeden Fall dazu, wenngleich er heutzutage als Kult-Horrorfilm gilt. Doch wie es bei Carpenters Filmen sehr oft der Fall war, verkannten Kritiker zur aktuellen Stunde die Werke des Regisseurs. Dabei ist die Geschichte, die uns der im Original betitelte „Prince of Darkness“ erzählt, ziemlich originell.
 
 
 
 
„Es war nicht der Teufel. Der Teufel ist ein Engel der aus dem Himmel verbannt wurde. Der Bösewicht in meinem Film ist das Spiegelbild Gottes, nicht der Teufel. Es hat nichts mit Satan zutun.“
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A.Times)


 
 
 
Zur damaligen Zeit beschäftigte sich Carpenter viel mit theoretischer Physik, insbesondere mit der Atomtheorie und der Quantenmechanik. Fasziniert von dem Gedanken, dass es laut der Wissenschaft als theoretisch möglich gilt, dass subatomare Partikel, genannt Tachyonen, rückwärts durch die Zeit reisen, also quasi aus der Zukunft zu uns kommen könnten, veranlasste Carpenter, sich wieder höchstpersönlich an ein Drehbuch zu setzten. Sein kreativer Geist war geweckt, denn seinem Erachten nach, ließ sich aus dieser Idee ein großartiger Horrorfilm machen. Das Script zum Film schrieb Carpenter unter dem Pseudonym Martin Quatermass. Damit verbeugte er sich vor Science-Fiction-Drehbuchautor Nigel Kneale, der besonders für die Erschaffung des Filmcharakters Professor Bernard Quatermass bekannt geworden ist. Dieser ist die Hauptfigur der britischen Sci-Fi-Filme SCHOCK (1955), FEINDE AUS DEM NICHTS (1957) und DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN (1967) die Carpenter allesamt verehrte. Auch im Drehbuch zu DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT finden sich einige thematische und atmosphärische Eckpunkte der „Quatermass-Filme“ wieder.
 
Die Besetzung von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT bestand wieder größtenteils aus Leuten, mit denen John Carpenter schon zuvor gearbeitet hatte. Allen voran fällt Fans des Genres hier natürlich Donald Pleasence ins Auge. Pleasence, der zuvor in Carpenters HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS die Figur Dr. Sam Loomis spielte und in DIE KLAPPERSCHLANGE den Präsidenten, mimt in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT einen Priester, der als einer der ersten die bedrohlichen Veränderungen in unserer Welt wahrnimmt. Und wie immer spielt Donald Pleasence seine Rolle mit Bravour. Des Weiteren finden sich im Cast Victor Wong und Dennis Dunn wieder, die bereits in BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA zu sehen waren, sowie Peter Jason, der hier zum ersten mal mit Carpenter zusammenarbeitete und in sechs weiteren seiner Filme mitwirkte. Ein weiterer Name, der aus der Menge hervorsticht, dürfte wohl Schock-Rocker Legende Alice Cooper sein. Shep Gorden, ausführender Produzent von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT, war zum damaligen Zeitpunkt Alice Coopers Manager. So kam es, dass Cooper letztendlich nicht nur eine kleine Rolle im Film bekam, sondern dass er auch einen Titelsong zum Streifen aufnahm, der im fertigen Film jedoch nur kurz zu hören ist. Dieser Song mit dem Titel „Prince of Darkness“ erschien im selben Jahr auf Alice Coopers Album „Raise Your Fist And Yell“. Auch wenn Cooper nur eine kleinere Rolle im Film spielte, zum damaligen Zeitpunkt war er eine solche Größe im Musikgeschäft, dass selbst in der Teenie-Zeitschrift Bravo über den Streifen berichtet wurde. Der restliche Cast besteht aus eher unbekannten Schauspielern die ihre Rollen ausreichend gut verkörpern. Leider bleiben einige Charaktere auch recht blass, da sie zu wenig Screentime bekommen und man nichts Genaues über sie erfährt. Dies stört aber nicht zu sehr, da der Film durch viele andere Aspekte zu überzeugen weiß.
 
 
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Was aus DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT geworden ist, ist ein Horror-Kammerspiel, welches deutlich die Handschrift Carpenters trägt. Dem Film wurde zur damaligen Zeit nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt, doch einige Kritiker, die sich tatsächlich mit dem Werk beschäftigten, sahen in ihm eine Rückbesinnung Carpenters an seine alten Erfolge. So finden sich zahlreiche Motive, die Filme wie ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT (1976) oder THE FOG – NEBEL DES GRAUENS (1980) zu so großartigen Streifen machten, auch in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder. Beispielsweise ähneln sich die Vorspänne von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT und THE FOG sehr. In beiden werden Minuten lang fragmentarisch verschiedene und scheinbar unabhängig voneinander stattfindende Ereignisse, Situationen und Personen gezeigt, welche als erste Zeichen einer nahenden Bedrohung zu deuten sind, bzw. im weiteren Verlauf des Film zueinander finden. Eine weitere Parallele findet sich in Bezug auf Carpenters Frühwerk ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT wieder. Beide Filme handeln von Personen, die an einem bestimmten Ort eingeschlossen sind und sich gegen eine von außen kommende Bedrohung zur Wehr setzten müssen. Ein Konzept, bei dem sich Carpenter von Howard Hawks RIO BRAVO (1959) inspirieren ließ, und das er teilweise auch bei GHOSTS OF MARS (2001) anwendete.
 
John Carpenter ist oft dann am besten, wenn die Budgets klein sind, und er selbst Hand anlegen, also in seine eigene Trickkiste greifen muss. Eine bedächtige Erzählweise, ruhige Kamera und das typische Feeling eines handgemachten Filmes von Carpenter, dass macht auch DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT aus. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA und der Sci-Fi Lovestory STARMAN (1984), ist DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder ein kleinerer, düsterer und ernster Film, der trotz seines übernatürlichen Aspektes ein Film über rationale Angst und dem rationalen Bösen ist. Carpenters legt in seinem Film viel Wert darauf, dass alle übernatürlichen/religiösen Aspekte sehr sachlich dargelegt werden. So auch sein böser Anti-Gott und die Bösartigkeit im Menschen. DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stellt auf gekonnte Art und Weise Religion, Aberglaube und Wissenschaft auf den Kopf und hat visuell einige unheimliche Bilder parat, wie die mysteriöse Mondsichel genau über der Sonne oder jede Menge krabbelnde und schleimige Insekten. All dies ist unterlegt von einem typischen John Carpenter Soundtrack, bestehend aus düsteren, monotonen Synthesizer Klängen, welche besonders dann sehr eindrucksvoll sind, wenn sie mehrere Minuten am Stück unter längeren Sequenzen und Szenenabfolgen spielen. Carpenter schafft es dadurch eine tolle Atmosphäre aufzubauen, ein Talent des Regisseurs.
 
 
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Nach über 20 Jahren hat DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT nun die Anerkennung gefunden die er verdient hat. Schnaubten damals noch die Kritiker und verteufelten John Carpenter. Einige warfen ihm sogar die „Ausbeutung von Ängsten“ vor. Zum 25-jährigen Jubiläum wurden der Film und sein Regisseur dann letztendlich im Jahr 2012 auf dem Los Angeles Screamfest Horrorfilm Festival geehrt. Ein Anlass, der auch John Carpenter noch einmal einen Blick in die Vergangenheit werfen ließ.
 
 
 
“I know I’m old. I understand that part, it’s not a mystery to me. What can I do about it? I’m an old guy now, I’ve embraced it. It makes me look back. I’ve had a long career in this business and it’s been just forever, it seems like.”
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A. Times)


 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mit DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT lieferte John Carpenter einen interessanten Horrorfilm ab, der trotz kleinerer Schwächen was seine Charaktere angeht genug Spannung und Atmosphäre aufbauen kann, um den Zuschauer durchgehend zu fesseln. Besonders Fans von Carpenter und 80er-Jahre-Horrorfilmen werden von „Prince of Darkness“ nicht enttäuscht sein.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger härterer Einlagen war der Film bei seiner Erstveröffentlichung in den deutschen Kinos 1988 ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben. So gut wie alle folgenden Veröffentlichungen auf VHS enthielten jedoch eine geschnittene Fassung des Filmes. Auch im Fernsehen lief DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stets nur in einer zensierten FSK16-Fassung. Erst Anfang der 2000er veröffentlichte Kinowelt den Streifen in seiner ungeschnittenen Fassung auf DVD, jedoch war diese nicht FSK geprüft und somit nicht im freien Handel erhältlich. Im Jahr 2013 wurde DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT vom Index gestrichen und neu geprüft. Der Film ist nun ungeschnitten frei ab 16 Jahren. Die erhältliche Blu-ray hat den blauen FSK16 Sticker erhalten.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 – nicht mehr indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage: Amaray im Schuber (limitierte O-Card), Zweitauflage: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar von Regisseur John Carpenter, Trailer

 
 
 

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DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray Neuauflage (2018)

 
 
 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Stereo DTS-HD Master Audio, Englisch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Englisch Stereo PCM, Französisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

Medium KeepCase

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Making of „Das Böse: John Carpenters Fürsten der Dunkelheit“; Interview „Sympathie für den Teufel“; „Horror’s Hallowed Grounds“ mit Sean Clark; Audiokommentar; Einführung und Szenenanalyse von Carpenter; Kinotrailer; Bildergalerie; Radiospots

Release 08.11.2018

 

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DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche 4K UHD Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – Limitiertes Steelbook (mit 4K UHD Blu-ray, 2x Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Stereo DTS-HD Master Audio, Englisch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Englisch Stereo PCM, Französisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

Medium Steelbook

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Making of „Das Böse: John Carpenters Fürsten der Dunkelheit“; Interview „Sympathie für den Teufel“; „Horror’s Hallowed Grounds“ mit Sean Clark; Audiokommentar; Einführung und Szenenanalyse von Carpenter; Kinotrailer; Bildergalerie; Radiospots

Release 08.11.2018

 

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DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

(Rechte für Grafiken, Packshots + Abbildungen liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grüne Blut der Dämonen (1967)

Die Mächte des Wahnsinns (1984)

Filmreview: „Spookies – Die Killermonster“ (1986)

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SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER

Story

 
 
 
Zum Plot: Die prinzipiell immer wieder eingesetzte Gang junger 80er-Klischeemenschen trifft in einer lupenreinen Gothic-Villa in der Nachbarschaft des Friedhofs auf einen fiesen Zauberer, der in der Welt der Hexenbretter und ähnlicher Okkultschweinereien lebt und mit einem solchen Ouija-Board seine abgetretene Flamme ins Reich der Lebenden zurückverpflanzen möchte. In bester Tradition des guten Neonjahrzehnts, kommt so eine ganze Bande ekliger Latexmonster zum Auftritt, die natürlich nichts besseres zu tun haben als den hochhaarigen Jungmenschen nach dem Leben zu trachten.
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Kritik

 
 
 
Es gibt, meiner bescheidenen Sichtweise nach, Filme, die im übertragenen Sinne funktionieren wie die liebste Kuscheldecke. Man schmeißt sich rein, wünscht sich schlechtes Süßigkeitenfutter zur Unterstützung und weiß, alles ist in Ordnung. Die Achtziger und alles, was mit gummigen Monstern zu tun hat, sollte im Herzen des geschulten Horrorglotzers jenseits der Torturescheiße des dritten Jahrtausends immer einen soft spot treffen. Ob GREMLINS, GHOULIES, die NEON MANIACS oder eben hier die SPOOKIES. Das sind Filme einer anderen und ja, besseren Ära für den Genrefilm. SPOOKIES, der bei uns auch unter dem verschärfenden Titel EVIL SPOOKIES erhältlich ist, zieht seine Inspirationen aus diversen Vorbildern. Der Professor schuldet seine Idee, das Übersinnliche zu nutzen um die Herzdame zu reanimieren unter anderem Dr. Phibes aus dem populären Seventies Vincent-Price-Film von Robert Fuest. Die heraufbeschworenen Unholde sehen zwar feierwürdig verlatext aus und könnten auch aus den geteilten Creature Design Phantasien der Herren Barker, Dante oder Band kommen. Trotzdem schielte ein Äuglein der Filmemacher sicherlich nach Italien oder gar das ländliche Michigan Sam Raimis. Amüsant sind zwei Geschichten. Zum ersten gab es el gran Finanzierungsterror und die Produktion kam zum Erliegen, fast wäre gar nicht fertig gedreht worden. Zweitens hat der Film auch heute noch Fans wegen der – heute würde man sagen Videocliphaftigkeit – des Soundtracks. Die Auftritte der Viecher sind segmentiert und mit eigenen musikalischen Themen unterlegt. Die Bildqualität ist leider nix zum Loblieder anstimmen. Wie lange nicht erlebt, hat man für die bösen Spukies offenbar bloß eine alte VHS als Vorlage gehabt, die auch gleich mit allen Feinheiten dieses Mediums zu kämpfen hatte. Störstreifen inklusive. Ist das jetzt Retro oder einfach der Wunsch nach dem Geld nicht?
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Endlich. Die SPOOKIES auf DVD und das auch noch in Evil. 80er-Stimmung, passende Musik, Schauspieler wie aus dem Abziehbilderbuch und Effekte wie aus der Zeitkapsel. Die technische Qualität ist eher unter unverschämt zu verbuchen, tut dem Film aber keinen Abbruch. Fans wissen, was sie erwartet.
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Zensur

 
 
 
In Deutschland gibt es SPOOKIES nur auf DVD, eine Blu-ray ist noch nicht erhältlich. Die deutsche Fassung ist ab 18 Jahren freigegeben und kann ohne Probleme im Handel erworben werden. Die Indizierung wurde aufgehoben.
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Deutsche DVD

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spookies; Niederlande, USA 1986

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK18 – nicht mehr indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover und anderem Motiv

Extras: Trailershow: Killer Spookies (3:04 Min.), Messias des Bösen (0:44 Min.), 1984 (2:47 Min.), Sam Hell ist der Jäger (1:40 Min.), Under the Blade (1:28 Min.), Labor des Grauens (1:45 Min.)

 
 
 
Nach diversen Bootlegs erscheint SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER unter dem neuen Titel EVIL SPOOKIES endlich auch legal auf Heimkinomedium. Das Bild der DVD von MARITIM PICTURES/SAVOY FILM ist hierbei als schlechter Scherz zu betiteln, denn als Grundlage muss wohl eine VHS gedient haben. Das aufgeblähte Vollbild weist Flimmern und Banddefekte auf, so dass Fans, die bereits die Videokassette besitzen getrost auf die DVD verzichten können. Auch der Ton erlaubt keine Freudensprünge, geht aber aufgrund des Alters des Films vollkommen in Ordnung. Extras gibt es, wen wundert es auch, natürlich keine. Im unglaublich miesen und vollkommen lieblos gestalteten Hauptmenü lässt sich gerade einmal der Trailer zu SPOOKIES finden. Der besitzt im Übrigen eine vollkommen andere Synchronisation als der Hauptfilm. Ergänzt werden die mageren Extras mit Werbung andere Filme des Publishers. Immerhin gibt es für den Filmfreund die Wahl zwischen zwei verschiedenen DVD-Einlegern. Dreht man nämlich das DVD-Cover um, bekommt man das alte VHS-Artwork geboten. Eine ganz nette Idee, lässt aber nicht hinwegtäuschen, dass die EVIL SPOOKIES DVD ganz schön überflüssig ist. Wer den Film mag und über das miese Bild hinwegsehen kann, darf gern in Erinnerungen schwelgen und die aktuelle Veröffentlichung kaufen. Filmfreunde, denen auch technische Aspekte wichtig sind, sollten einen großen Bogen um EVIL SPOOKIES aus dem Hause MARITIM PICTURES/SAVOY FILM schlagen, denn das hier gebotene Bild ist in Zeiten gestochen scharfer HD-Master schon eine Frechheit.
 
 

Evil Spookies – Die Killerdämonen [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SPOOKIES – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gremlins (1984)

Ghoulies (1985)

Maniacs – Die Horrorbande (1986)