Filmkritik: „Abrakadabra“ (2018)

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ABRAKADABRA

Story

 
 
 
30 Jahre nachdem sein Vater bei einem tragischen Bühnenunfall verstorben ist, hat Lorenzo Mancini selber eine Karriere als Magier. Doch neben dem Alkoholismus und der überfälligen Miete muss er sich jetzt auch noch mit einem blutrünstigen Mörder rumschlagen, der seine Opfer auf Mancinis Bühne drapiert….

 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Kritik

 
 
Die Gebrüder Onetti dürften Genrefans nach den letzten Jahren bereits bekannt sein, zeichnet sich Luciano Onetti doch mitverantwortlich für die Regie, und eigenverantwortlich für die Score zu den bisherigen Neo-Gialli „Sonno Profondo“ und „Francesca“ sowie dem grimmigen Slasher „What the Waters left Behind“, während Nicolás Onetti sich hauptsächlich als (Mit-)Produzent bei Werken wie „Asylum“, – dessen Job als Creative Director er auch belegte – „Aquaslash“ oder gar „Trauma“ betätigt hat, aber neben den eigenen Filmen z.B. auch als Segment Director bei „A Night of Horror: Nightmare Radio“ vertreten war.
 
 
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Einige Jahre an Übung zur Perfektionierung der hauseigenen Low- bis No-Budget-Giallohommage also, und die Zeit hat sich gelohnt: Der mittlerweile dritte Langfilmanlauf setzt voll und ganz auf die audiovisuellen Stärken des Genres und versteht sich zugleich als Hommage, Stilübung und augenzwinkernde Parodie des – in erster Linie – Argentoschen Giallo, dezimiert jeden Anflug von Langeweile oder Aufgeblähtheit mit einer Kürze von gerade einmal 69 Minuten (mit Abspann!) und dürfte jedem Genrefan munden, der die abstrusen Geschichten, endlosen Twists und unbedarft chargierenden Charaktere der alten Filme ebenso genießen konnte, wie die oppulente Optik.
 
 
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Nach einem sehr stumpf brutalen Labelintro mit peinlichem 2000er-CGI, eben jenem Label, das bei der Laufzeitangabe auf dem Backcover stolze 24 Minuten dazu gedichtet hat, nehme ich an, beginnt „Abrakadabra“ mit einem Flashback ins Turin der 50er Jahre, direkt fällt auf wie die kräftig übersättigten Technicolor-Farben die roten Vorhänge nahezu glühen lassen, wie die Font 1:1 aus den Argentofilmen geliehen wurde, wie im Intro eine Femina Ridens-Anspielung zu finden ist, wie eine in Zeitlupe zerberstende Glasscheibe zusammen mit progressiven, verzerrten Gitarrensounds und einem auf der Bühen gehaltenem Vortrag über das Übernatürliche ganz eindeutig „Profondo Rosso“ sowie „Vier Fliegen auf grauem Samt“ Tribut zollen.
 
 
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30 Jahre später, so informiert uns die altmodische Texttafel, wird zu großartigen Panflöten und Chören eine Lustfahrt auf dem Mofa durch den Turiner Sommer gefeiert und von den Kostümen bis hin zum Framing der Einstellungen, Pacing der einzelnen Szenen für sich als auch in der Montage oder den Dialogen fühlt man sich in Rekordzeit in das Jahrzehnt, die Stadt, das Genre hineinversetzt. Als dann das erste Opfer vor dem Auftritt unserers Zauberers Lorenzo Mancini sowie auf dessen Bühne sein Schicksal erleiden darf, tobt sich der Film dermaßen aus was Stilmittel und Argento-Rhetorik angeht, – Nahaufnahmen panischer Augen, Puppen, Reißzooms, mörderische Kunst, artifizierte Tötungen, ermordete Künstler, Bühne als entkoppelter Raum, schnelle Schnittmontagen – dass erstmalig die Idee einer Parodie aufkommt. Auf dem Rückweg vom Theater wird Lorenzo nun fotografiert, was in schwarzweißen Freeze Frames festgehalten wird, erneut ganz wie beim italienischen Meister. Das Radio spricht derweil gelangweilt von einem weiteren Verbrechen im Theater, ich grinse und stelle schockiert fest, dass wir uns erst sieben Minuten im Film befinden.
 
 
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Lorenzo Mancini, der dauerhaft saufende, Schulden habende Magier, ist der Sohn des im Intro verstorbenen Dante des Großen und wird nun des Mordes verdächtigt, dazu findet er nach seiner überraschend zahm inszenierten Zaubershow einen mysteriösen Brief in der Post. Die folgenden Szenen könnte man nun wahlweise konfus, sinnlos oder langsam nennen, ist man rein auf der Suche nach Slasher-Action oder Dialogen, die die Story vorantreiben, doch schon in den Originalfilmen ist szenenweise „nichts“ passiert und auch hier IST der Stil die Substanz. Bei besagter Bühnenshow wird aus Versehen für eine halbe Sekunde der nächste Track angespielt, beim rauchigen Pokerspiel werden drei Augenpaare gleichzeitig eingeblendet, wird nach einer Duschszene herumstolziert, dann natürlich im roten Handtuch und steht irgendwo eine dekorative Flasche rum, ist es selbstverständlich J&B.
 
 
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Wem dieser letzte Block zu zäh war, der dürfte durch das stimmungsvolle, farbenfrohe Licht und die einfallsreichen Winkel hoffentlich trotzdem noch am Ball bleiben, denn nun imitiert Onetti eine astreine Goblin-Score, die mit Hexenchören, Hammond-Orgel, Synthesizern und catchiger Bassgitarre in die Vollen geht, bevor als Nächstes die obligatorische 70s-Barszene mit Progressive Rock und anschließender Schmuseszene von der Genrefilmliste abgehakt wird. Weder die Duschszene, noch diese trippige Einlage mit Mehrfachbelichtung sind dabei je ausgewalzt oder exploitativ, da hier offensichtlich eher dem stilvollen, langsamen und sich auf Charaktere, ihre Umgebungen, und Ermittlungen konzentrierendem Giallo gehuldigt wird, denn den sleazigeren Machwerken der Marke Bianchi.
 
 
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Eine unfassbar stilvolle, mehrfach verspiegelte Präsentation der nächsten Leiche weiß zu beeindrucken, auch wenn die Schauspielerin natürlich noch atmet, etwas Recherche im Zeitungsarchiv, die nächste archetypische Genrestation, offenbart die ersten Hintergrundinformationen. Was von nun an geschieht, ist herrlich angedeutet und doch im Detail unvorhersehbar, leicht verworren präsentiert, blutig, nach gerade einmal 65 Minuten wieder vorbei und bis dahin jede Sekunde wert – denn ich möchte nicht spoilern, doch die Story versteht es trotz der wenigen Charaktere bestens, Giallo-Formulare zu adaptieren, zu überraschen und zu unterhalten. Okkultes, rituelles Zischen wechselt sich mit einem waschechten 80s-Beat ab, gotischer Horror mit neumodischer Parodie, Fulci-Puppen mit expliziten Tenebrae-Zitaten. Hier fühl ich mich wohl.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein bildhübscher, witziger, charmanter, atmosphärischer und größtenteils kurzweiliger Neo-Giallo mit guten bis „stimmigen“ Darstellern und einem unverwechselbarem Gespür für die Zeit und das Genre. Ein Fantraum im richtigen Bildformat, mit der richtigen Font, den richtigen Farben, Kostümen, Charakteren, Dialogen, Settings, Twists, Kills, Morden usw., ein kurzer Happen verspielter Nostalgie.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Abrakadabra“ ist ungeschnitten und ungeprüft. Da bisher noch keine FSK-Prüfung erfolgte, ist die Veröffentlichung automatisch erst für Erwachsene geeignet. Sollte eine FSK-Prüfung erfolgen, kann man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Deutsche Blu-ray

 
 
 

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abrakadabra; Argentinien | Mexiko | Neuseeland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 70 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Behind The Scenes „Abrakadabra Raw“ (11:25 Min.), Bildergalerie (2:15 Min.), Trailer (1:51 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, Soundtrack, 24-seitiges Booklet von Leonhard Elias Lemke

Release-Termin: Mediabooks: 04.01.2021 | Hardbox: 15.12.2020

 

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ABRAKADABRA – Trailer

 
 



 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
The Editor (2014)
 
Amer (2009)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Symphony in Blood Red (2009)
 
Masks (2012)
 
Tulpa (2012)
 

Filmkritik: „Bullets of Justice“ (2019)

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BULLETS OF JUSTICE

Story

 
 
 

In der Zukunft regiert eine Kreuzung aus Mensch und Schwein die Welt. Nur noch wenige Menschen sind übrig, um sich gegen diese Wesen zur Wehr zu setzen.

 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Kritik

 
 
 
Trash kann eine schöne Sache sein – Einfach abschalten und sich von Schwachsinn berieseln lassen. Das funktioniert aber leider nicht immer. Wenn Trash dermaßen doof ist, dass er eher peinlich wirkt, als amüsant, dann wird es schwer mit dem Genuss. Und leider gehört „Bullets of Justice“ genau zu dieser Marke, dem peinlichen Trash.
 
 
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Im dritten Weltkrieg wurden Schweine mit Menschen gekreuzt, um daraus den Supersoldaten zu erschaffen. Dies ist gelungen, doch viele Jahre später hat diese Rasse namens „Muzzles“ die komplette Kontrolle übernommen. Der Mensch steht auf ihrem Speiseplan und es ist nicht mehr viel übrig von der Menschheit. Eine Gruppe Überlebender hält sich in einem Atombunker versteckt. Unter ihnen befindet sich auch Rob Justice, ein Kopfgeldjäger und scheinbar die letzte Hoffnung für die Menschheit. Er soll das Mutterschwein finden und damit alle retten.
 
 
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Die Ausgangssituation klingt schon mal wahnsinnig bekloppt, doch daraus hätte man echt etwas machen können. Hier und da lässt sich auch mal eine kleine Idee finden, die recht kreativ wirkt, doch ein Großteil des Drehbuches ist wirklich einfach nur dumm. Die Einfälle wirken so doof, dass sie ihren Zweck verfehlen. Ein Mädel mit einem Schnäuzer, seltsame Visionen mit einem männlichen Model, Kreaturen, die ihren Arsch am Kopf haben und dann passenderweise „Asshole“ heißen. Solche Ideen machen keinen Spaß, weil sie gänzlich willkürlich eingebaut wurden und überhaupt keinen Zweck verfolgen. Guter Trash lässt sich nicht einfach so erschaffen – Da muss schon Herzblut erkennbar sein. „Bullets of Justice“ lässt solches spürbar vermissen und bietet am Ende noch einen Twist, der dermaßen an den Haaren herbeigezogen ist, dass es weh tun möchte. Allgemein gelingt es dem Werk nicht ansatzweise eine einigermaßen funktionierende Dramaturgie aufzubauen. Hier will einfach nichts funktionieren.
 
 
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Dass mit Danny Trejo geworben wird, sollte klar machen, wie verzweifelt man versuchen musste, irgendwelche Interessenten zu finden, denn Trejo ist eine echte Mogelpackung. Er hat vielleicht zwei Minuten Screen-Time und diese dann auch noch in einer völlig belanglosen Rolle. Abgeschossen wird der Vogel aber erst durch Timur Turisbekov in der Hauptrolle. Er stellt eine Totalkatastrophe dar, besitzt null Charisma und leiert seine Rolle dermaßen lustlos herunter, dass einem als Zuschauer jegliche Freude vergeht. Doch auch alle anderen Darsteller sind überhaupt nicht gut. Lediglich Doroteya Toleva als Frau mit Schnäuzer ist noch einigermaßen erträglich. Hinzu gesellt sich die Tatsache, dass „Bullets of Justice“ nicht mal im O-Ton gut anhörbar ist, weil hier oftmals ein doch recht schlechtes Englisch gesprochen wird. An eine Figurenzeichnung ist übrigens nicht zu denken. Die Charaktere sind qualvoll belanglos und bleiben stets langweilig. Zwar hat man hier versucht eine Art der Coolness zu entwickeln, doch dieser Versuch ist grandios gescheitert.
 
 
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Wenn man nun gute Punkte an „Bullets of Justice“ finden möchte, dann wird man am ehesten in der handwerklichen Umsetzung fündig, was noch lange nicht heißt, dass der Film gut gemacht wurde. Regisseurin Valeri Milev kennt man vielleicht durch „Wrong Turn 6“, aber ansonsten wohl auch eher nicht. Es gibt tatsächlich ein paar ganz schicke Kamerafahrten und sogar ein paar Schauwerte, mit denen so nicht unbedingt zu rechnen war. Außerdem sind die Masken nicht gerade schlecht. Die Effekte gehen von unterirdisch bis solide und wenn mal gesplattert wird, stammt sogar nicht alles Blut aus dem Computer. Die Optik ist soweit ebenfalls in Ordnung und die apokalyptische Welt wurde gar nicht mal so schlecht dargestellt. Ein wenig Qualität versteckt sich hinter der Umsetzung also tatsächlich und trotzdem bringt dem Film das kaum etwas. Dafür ist das Treiben nämlich einfach zu öde. Die Actionszenen sind meist schnell vorbei, Spannung entsteht sowieso keine und wenn es Humor gibt, dann ist dieser einfach nur geschmacklos. Die letzten 20 Minuten setzen der Peinlichkeit die Krone auf und obwohl „Bullets of Justice“ nur 75 Minuten Laufzeit besitzt, zieht er sich in die Länge. Auf jeden Fall ist man froh, wenn dieses Treiben ein Ende gefunden hat.
 
 
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BULLETS OF JUSTICE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Bullets of Justice“ ist nicht mal aus Trash-Sicht empfehlenswert. Es wird vielleicht ein paar Zuschauer geben, die an den peinlichen Ideen ihre Freude haben, aber selbst unter dieser Prämisse bietet der Streifen nicht genug. Es gibt im Endeffekt nicht mal wirklich viel Splatter, selbst wenn der Film nicht harmlos ist. Zusätzlich sollte man sich nicht auf Trejo freuen, denn der ist vernichtend wenig mit dabei und die restlichen Darsteller geben eine ziemlich unterirdische Darbietung von sich. Die Grundprämisse der Story mag noch schön doof klingen, doch man hat daraus kaum etwas gemacht. So schaut man 75 Minuten gänzlich unsympathischen Charakteren zu, die man sofort nach dem Schauen wieder vergessen hat. Zum Glück bleibt auch die Frage nach dem Sinn nicht lange im Gedächtnis, denn dafür ist „Bullets of Justice“ einfach zu belanglos. Nur weil das handwerklich teilweise eine gewisse Qualität besitzt, bleibt die Totalkatastrophe aus, aber viel hat zu dieser nun wirklich nicht gefehlt!
 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Zensur

 
 
 
„Bullets of Justice“ lief bereits im Oktober 2019 auf dem Obscura Film Festival in Berlin. Der Film hat einige sehr krude Szenen zu bieten. Man darf mit einer ungeschnittenen Erwachsenenfreigabe rechnen – sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Operation Overlord (2018)
 
Turbo Kid (2015)
 
Drifter – Live in Fear (2016)
 

Filmkritik: „A Night of Horror: Nightmare Radio“ (2019)

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A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO

Story

 
 
 

In einer Radiostation gehen schaurige Dinge vor sich, die einem Moderator Angst bereiten.

 
 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Kritik

 
 
 
Anthologie-Filme sind seit einigen Jahren richtige Verkaufsrenner. Darin werden meist mehrere Kurzgeschichten erzählt, die durch eine Rahmenhandlung miteinander verknüpft sind. Ein Prinzip, das vor allem seit den Erfolgen von so Episodenfilmen wie THE ABCS OF DEATH oder die V/H/S-Reihe lukrativ geworden ist. Leider haben Anthologie-Streifen ein großes Problem. Obwohl sie unter Horrorfans ziemlich beliebt sind, lassen sie sich in der Gesamtheit nur schwer bewerten. Das liegt in erster Linie am Qualitätsgehalt jeder Kurzgeschichte. Meist ist der unterschiedlich und es gesellen sich zu guten Gruselerzählungen auch gern mal richtige Rohrkrepierer. Das ist im Falle von A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO nicht anders. Hierbei gibt es Nachschub für Liebhaber schauriger Gruselhappen. Neun mal mehr, mal weniger unheimliche Segmente und zehn Regisseure wollen den Zuschauer um den Schlaf bringen. Da ist vermutlich für jeden etwas dabei – vor allem für jene, die es gern makaber mögen. Einige der Kurzfilme punkten nämlich mit zynischer Pointe. Die legendäre Erwachsenenausgabe der GESCHICHTEN AUS DER GRUFT lässt grüßen.
 
 
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In der Kürze liegt die Würze. A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO hat nichts mit der etwas ähnlich klingenden Anthologie A NIGHT OF HORROR – VOLUME 1 von 2015 am Hut. Bei letzterer handelte es sich um eine Sammlung von Kurzfilmen, die auf dem gleichnahmigen Filmfestival liefen. Das ist bei A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO nicht der Fall. In dieser eigenständigen Sammlung unheimlicher Kurzfilme leitet Moderator Rod eine Radiosendung, die Gänsehaut verursachen soll. Darin können Zuhörer anrufen und live am Telefon von gruseligen Erfahrungen berichten, die man mit der paranormalen Welt gemacht hat. Aber auch der Radioansager selbst ist ein richtiges Plappermaul. Der hat schon viel Mysteriöses erlebt aber auch gehört, das er natürlich seinem Publikum nicht vorenthalten möchte. Doch während all der Geschichtenerzählerei gehen plötzlich seltsame Dinge in der Radiostation vor sich. Ein verängstigtes Kind ruft immer wieder an und bittet um Hilfe. Ein Telefonstreich? Zumindest glaubt Rod anfangs noch daran. Da A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO immer noch im Horror-Genre verankert ist, dürfte schnell klar sein, dass die kleine Anruferin Gründe hat. Die offenbaren sich nach und nach und hinterlassen ein ungutes Bauchgefühl.
 
 
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Zehn Regisseure wollen erschrecken, schockieren und für wohliges Gruselvergnügen sorgen. Darunter in erster Linie unbekannte Filmemacher, die bisher durch Kurzfilme auf Festivals in Erscheinung getreten sind. Von dort haben sich die Macher von A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO auch das meiste Füllmaterial besorgt. Diverse Kurzfilme des vorliegenden Gruselkompendiums liefen bereits erfolgreich auf großen Filmfestivals – andere hingegen wurden bisher noch gar nicht veröffentlicht. Neu hingegen ist die Rahmenhandlung. Die hat man extra für A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO anfertigen lassen. Das hört sich zwar nach schneller Geldmacherei an, ist aber durchaus löblich. Viele Kurzfilme einschlägiger Horrorveranstaltungen verschwinden schnell in den Archiven. Während Langfilme irgendwann Videopremiere feiern, bleibt so eine Veröffentlichung vielen Kurzfilmen vorenthalten. Eine traurige Tatsache, die immerhin manch einer nicht hinnehmen möchte. So tut zum Beispiel das deutsche Label CONCORDE etwas dagegen. Unter dem Banner SHOCKING SHORTS werden jedes Jahr einige der besten Horrorkurzfilme auf Blu-ray und DVD gepresst. Für Anthologie-Fans ein Pflichtkauf.
 
 
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Der Pflichtkauf ist natürlich auch bei A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO vorprogrammiert. Darin sehen wir zynische Friseure, mordende Meerjungfrauen, diabolische Kreaturen, eigensinnige Bestrafungsmethoden und Kämpfe gegen innere Dämonen. Die Liste makabrer Erzählungen ist lang und abwechslungsreich, wobei aber gesagt werden muss, dass nicht jedes Segment auch überzeugen kann. So sehen wir gleich zu Beginn eine der gruseligsten und besten Geschichten der Sammlung. Die spielt irgendwann im späten 19. Jahrhunderts und berichtet von einem kleinen Mädchen, das mit einem der ersten Fotoapparate den Leichnam eines toten Kindes fotografieren soll. Hingegen weniger gelungen: Ein Segment in dem ein Kind der Spur einer clownähnlichen Kreatur folgt. Die lockt mit bunten Luftballons und stiert fies in die Kamera. Was folgt, ist eine Aneinanderreihung schauriger Kameraeinstellungen – ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt.
 
 
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A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schauriges Gruselfutter mit Gänsehautpotenzial. A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO ist eine hochwertige Horror-Anthologie im Stile der V/H/S-Reihe und bietet neun Gruselgeschichten, die von zehn Regisseuren möglichst gruselig in Szene gesetzt wurden. Die meisten derer sind weniger bekannt. Nur die Onetti-Geschwister NICOLAS und LUCIANO dürften einigen Horrorfilmkennern von Begriff sein. Letztere haben mit WHAT THE WATERS LEFT BEHIND und FRANCESCA schon einiges an Horror-Material inszeniert, das es sogar nach Deutschland geschafft hat. Für die hier vorliegende Kurzgeschichtensammlung haben sie die Regie für die Rahmenhandlung übernommen und beweisen erneut ein gutes Gespür für Atmosphäre. Nach Giallo und Backwood-Horror nun Gruselkino. Steht den Brüdern ganz gut. Die bewirken mit wenigen Mitteln maximales Unbehagen. Dazu gehören gerade mal Farbspielereien und Farbfilter. Der Rest ist eine Symbiose aus Licht und Schatten. Was dabei entstanden ist, kann gern so auch als Langfilm fortgesetzt werden. Im Gegensatz zum bisherigen Schaffen der Onetti-Brüder ist die Zuarbeit für A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO eine beachtliche Steigerung. Am Rande: natürlich sind auch die anderen Segmente dieser Anthologie brauchbar. Ob makaber, gut getrickst, gehaltlos oder wirklich schaurig – das Angebot ist reichhaltig und besitzt all das, was man eben von einer gut durchmischten Horror-Anthologie erwartet. Wer daher ein Faible für diese Art von Filme besitzt, kommt an A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO nicht umher. Das ist gelungene Horror-Unterhaltung für ungemütliche Herbstabende. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Zensur

 
 
 
A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO ist keine Splattergranate. Es gibt einige Gewalspitzen. Diese sind aber nur kurz. A NIGHT OF HORROR – NIGHTMARE RADIO hat hierzulande in der ungeschnittenen Fassung eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures (KeepCase Blu-ray)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Night of Horror: Nightmare Radio; Argentinien | Großbritannien | Neuseeland 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.09.2020

 

A Night Of Horror – Nightmare Radio [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

A NIGHT OF HORROR: NIGHTMARE RADIO – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala | M-Square Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stories Of The Dead – Die Farm (2019)
 
The ABCs of Death (2012)
 
Holidays (2016)
 
Tales of Halloween (2015)
 
V/H/S Viral (2014)
 
Southbound (2015)
 
Monsterland (2016)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 

Filmkritik: „What the Waters Left Behind“ (2017)

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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND

(LOS OLVIDADOS)

Story

 
 
 

Eine stylischer und kruder Terrorfilm im amerikanischen Stil: Ein Kamerateam gerät in einer verlassenen Stadt an eine ominöse Sippe, die abartigen Neigungen frönt. Dass die Filmleute da bald um Ihr Leben fürchten müssen, dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern klar sein.

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Kritik

 
 
 
Wenn junge Menschen zu heruntergekommenen Orten reisen, an denen selbst Tankstellenbesitzer nicht mehr das sind, was sie mal waren, dürfte schnell klar sein, wo der Frosch die Locken hat. Hier wird es gewalttätig und unbequem, wie uns bereits TOBE HOOPER in seinem TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu verstehen gab. Der drehte im Jahr 1974 einen schmuddeligen Horrorfilm und sorgte damit für Kontroversen. Gleichzeitig verhalf er dem Terrorfilm zu zweifelhaftem Ruhm. Mittlerweile ist nicht mehr ausschließlich Amerika darum bestrebt die Nachfrage an harten Backwood- und Terrorfilmen zu befriedigen. Horror ist schon lange auch ein internationales Phänomen, das ebenso andere Länder dazu bewegt blutige und gewalttätige Schocker zu drehen, die nicht minder kompromisslos sind. Genau jene Reihe Filme wird nun auch um einen argentinischen Beitrag erweitert. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND schimpft sich ein weiterer Vertreter dieser Gattung Film, der von Hinterwäldlern erzählt, die Menschen fangen, quälen und anschließend verspeisen. Offenbar gibt es die nicht nur in amerikanischen Horrorfilmen. Auch in Argentinien hausen zwielichtige Gestalten.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND erzählt die Geschichte eines ambitionierten Filmteams, das eine Katastrophe näher untersuchen will. Im Jahr 1985 versankt die argentinische Stadt Epecuén nach einem Unwetter. Der Wasserspiegel stieg an und Lehmdämme konnten der Wasserflut nicht mehr standhalten. Binnen Stunden verschwand die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden. Erst seit 2009 zieht sich das Wasser langsam zurück und gibt Reste der Stadt frei. Ein gefundenes Fressen für unsere Filmleute. Die machen sich mit einer Augenzeugin auf, um eine Dokumentation über das Atlantis Argentiniens zu drehen. Leider werden die Dreharbeiten schnell unnötig erschwert. Ein Teammitglied nach dem anderen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Natürlich wird die Antwort darauf gelüftet. Die verlassene Stadt ist nämlich nicht unbewohnt. Hier leben seltsame Zeitgenossen, die es mit neugierigen Touristen gar nicht gut meinen. Statt ihnen die Stadt zu zeigen, sind die Bewohner am Fleisch der Durchreisenden interessiert. Eine Erkenntnis, die dem Filmteam leider sehr spät kommt.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist TEXAS CHAINSAW MASSACRE nur ohne Leatherface. Der Film mit dem poetischen Titel aus der Feder der Regisseure LUCIANO und NICOLÁS ONETTI ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes, als eine dreiste Kopie genannten Kettensägenmassakers – nur ohne den Kettensägen schwingenden Bösewicht dieses Kultfilms. Die Verläufe sind identisch und auch für den düsteren Look hat man sich vor allem bei der Neuauflage besagten Terror-Hits bedient. Das bedeutet: dreckige Optik, unbequeme Terrorstimmung, kontrastreiche Bilder und makellose Hochglanzoptik. Mit diesen Erfolgszutaten konnte bereits Produzent und Regisseur MICHAEL BAY Eindruck hinterlassen. Der interpretierte 2003 das TEXAS CHAINSAW MASSACRE neu und deklarierte den kruden Horror der 1970er gleich noch zum Mainstream. Offenbar kam das bei den beiden Onetti-Gebrüdern gut an. Anders lässt sich nicht erklären, warum ihr WHAT THE WATERS LEFT BEHIND dann doch mehr nach Bay ausschaut und eine eigene Handschrift missen lässt.
 
 
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Immerhin scheinen LUCIANO und NICOLÁS ONETTI im Kopieren talentiert zu sein. Zuletzt begaben sie sich mit dem Neo-Giallo FRANCESCA auf die Spuren von einflussreichen Gerne-Filmgrößen Italiens. Ihre Antwort auf den populären Giallo der 1970er Jahre bediente sich Stilmitteln großer Meister dieses Faches. Darunter italienische Filmemacher wie DARIO ARGENTO oder SERGIO MARTINO. Was man mit FRANCESCA ganz brauchbar auf Zelluloid gebannt hat, hinterlässt im Falle von WHAT THE WATERS LEFT BEHIND einen faden Nachgeschmack. Hier hat man wirklich zu viel stibitzt. Weil die argentinischen Filmemacher bekannte Wege scheuen, sind die Verläufe vorhersehbar. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus. Zu viele Déjà-vu-Gefühle machen den Streifen zu einer faden Gewaltorgie, die erst im Finale wegen einiger Spezialeffekte etwas interessant wird. Leider bleibt aber auch hier das große Massaker aus. Für einen Film dieses Subgenres sind die Gewaltmomente überschaubar und nicht sonderlich schockierend. Von daher ist WHAT THE WATERS LEFT BEHIND zwar eine lieb gemeinte Hommage an das berüchtigte Kettensägenmassaker von TOBE HOOPER und dem gleichnamigen Remake aus der Mache des MICHAEL BAY. Die Klasse beider Filme erreicht dieser argentinische Beitrag leider zu keinem Zeitpunkt.
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die argentinische Antwort auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Frisches Setting, ansprechende Schmuddelästhetik, aber zu vertraute Abläufe. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist wie eine Lieblingsspeise, die man zu oft auf dem Teller hatte und irgendwann nicht mehr sehen kann. Die optische Aufbereitung ist ein Leckerbissen, die wenig originelle Handlung verursacht dagegen Magengrummeln. Die argentinischen Onetti-Brüder präsentieren dem Zuschauer einen Mix aus TEXTAS CHAINSAW MASSACRE und HILLS HAVES EYES, der rein gar nichts Neues bieten will. Da rollen sich bei alteingesessenen Horrorfilmkennern die Zehennägel. Die Liste an Backwood-Klischees ist lang und wird fleißig abgearbeitet. Nahezu jeder Handlungsverlauf wurde in die rudimentäre Handlung gepresst, den man aus Filmen dieses Subgenre her kennt. Eine ermüdende Prämisse, die kaum Spannung aufkommen lässt, weil Vorhersehbarkeiten nicht ausbleiben werden. Während in der ersten Stunde ausschließlich geredet und gelaufen wird, geht es zumindest in den letzten dreißig Minuten zur Sache. Da werden Beine abgesägt und die für harte Horrorfilme obligatorisch gewordene Vergewaltigung fehlt ebenso wenig. Ob das aber ausreicht, um für diesen Horrorfilm eine Empfehlung auszusprechen, möchten wir bezweifeln. Man sollte sich daher nicht vom ansprechend zusammengeschnittenen Trailer blenden lassen. Wir meinen: Nette Verpackung, lahmer Inhalt – auch wenn der Film interessanterweise an Originalschauplätzen gedreht wurde, die eine tragische Geschichte erzählen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Zensur

 
 
 
In WHAT THE WATERS LEFT BEHIND gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Ein Bein wird mit einer Säge abgetrennt. Ein Bauch wird aufgeschlitzt und Därme fallen auf dem Boden. Eine Vergewaltigung rundet den Gewaltcocktail ab. Der Streifen hat von der FSK eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe erhalten. Angesichts der kruden Thematik schon verwunderlich.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Los Olvidados; Argentinien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer, Q&A mit Darsteller Agustín Pardella auf dem Obscura Festival

Release-Termin: 16.11.2018

 

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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen: Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Drifter (2016)
 

Filmkritik: „Francesca“ (2015)

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FRANCESCA

Story

 
 
 
Ein Killer geht um. Kommissar Bruno Moretti (Luis Emilio Rodriguez) will eine mysteriöse Mordserie untersuchen und kommt einer grausamen Psychopathin auf die Schliche.

 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Kritik

 
 
 
Es mag da draußen ja immer noch (vermutlich jüngere) Horrorfans geben, die nicht wissen, was man unter sogenannten „Giallos“, korrekt „Gialli“, versteht. Hierbei handelt es sich in erster Linie um italienische Filme, die dem Thrillergenre zuzuordnen sind und in denen Serienkiller meist attraktive Frauen brutal ermorden, während die grausame Bluttat virtuos von der Kamera eingefangen wird. Das kunstvoll und spektakulär inszenierte Morden wurde in den 1960ern von Altmeister MARIO BAVA ins Leben gerufen und kam in den 70ern erst richtig in Mode. Leider war Anfang der 1980er – bis auf ein paar aufflackernde Ausnahmen – Schluss, weil Zombies, Kannibalen und Selbstjustiz-Heuler weitaus mehr Scheinchen in Kinokassen und Videotheken wehten, als die oftmals kryptisch erzählten Giallos aus den Schmieden von ARGENTO, TESSARI oder PRADEAUX. Auch wenn die Hochzeiten der Giallos bereits Jahrzehnte zurückliegen, erleben die kreativen Schlitzerfilme jüngst eine kleine Renaissance. Getreu dem Motto „Was früher gut war, kann heute nicht schlecht sein“ lassen junge Filmemacher ein vergessenes Subgenre erneut aufleben, das vor einem halben Jahrhundert mal von deutschen Edgar-Wallace-Filmen beeinflusst wurde.
 
 
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Nach neueren Krimis, wie TULPA, AMER und misslungen Versuchen durch den müde gewordenen DARIO ARGENTO, den klassischen Giallo einer neuen Generation Zuschauer schmackhaft zu machen, geht es mit FRANCESCA weiter – einem Neo-Giallo, der auch noch im Ursprungsland der Filmgattung gedreht wurde: Italien. Darin wird von einer grausamen Mordserie berichtet, die die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Die Taten tragen immer die gleiche Handschrift. So sind die Augen der Leichen mit Münzen bedeckt und rätselhafte Bekennerschreiben werfen Fragen auf. Weil der Mörder Handschuhe trägt, führen Ermittlungen zu keinem Erfolg. Doch Kommissar Bruno Moretti ist ein ausgefuchstes Schlitzohr. Dem kommt bald ein Fall in Erinnerung, bei dem eine Frau Jahre zuvor spurlos verschwand. Die hatte bereits als Kind nur Unsinn im Kopf und spielte bevorzugt mit spitzem Werkzeug. Erfahrene Leser dürften vermutlich schnell kombinieren können, denn bei besagter Frau handelt es sich, um die titelgebende Killerin.
 
 
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Netter, kleiner Genrefilm, der seine Liebhaber finden wird. FRANCESCA ist kein Horrorstreifen für jedermann. Vielmehr werden hier Zuschauer angesprochen, die mit DARIO ARGENTO, MARIO BAVA oder SERGIO MARTINO groß geworden sind und auch etwas anfangen können. FRANCESCA ist ein typischer Vertreter der Gattung Giallo, wie er bereits in den 1970ern über die Leinwand flimmerte. Das bedeutet, dass er nicht nur in seiner Machart an Filme dieses Jahrzehnts erinnert; Regisseur LUCIANO ONETTI suggeriert dem Zuschauer mittels kontrastreichen Bildern, schnellen Zooms und blasse Farben, dass er auch einen Film aus dieser Zeit zu sehen bekommt. Selbstverständlich ist FRANCESCA ein Werk neueren Datums. Trotzdem rückt jene Tatsache schnell in den Hintergrund, weil Onetti detailverliebt mit bekannten Stilmitteln experimentiert, die dem Giallo seinerzeit zum Erfolg verholfen haben. So gibt es nicht nur kunstvoll bebilderte Morde zu sehen, die von Synthesizer-Klängen begleitet werden; auch der behandschuhter Killer darf nicht fehlen, der seit Italo-Krimis – wie DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE – zum Hauptwiedererkennungsmerkmal vieler Gialli gehört.
 
 
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Auch wenn FRANCESCA das Herz aller Liebhaber dieser Filme schneller schlagen lässt, stört das zu krampfhafte Nacheifern bekannter Giallo-Größen dann doch ein wenig. Weil mehr Herzblut ins Visuelle investiert wurde, kommt die Geschichte zu kurz. Die wurde nach üblichem Genre-Konzept zusammengekritzelt und wirkt in Kombination mit der unkonventionellen Inszenierung für heutige Verhältnisse äußerst angestaubt, unbeholfen und hölzern. Sie wird – zumindest für unerfahrene Zuschauer – zur Geduldsprobe, weil das Spiel aus surreal anmutenden Einstellungen und ungewohnten Farben unnötig verwirrt und nicht gerade förderlich für den Spannungsaufbau ist. Aber auch in punkto Härte wäre mehr möglich gewesen. Der gebürtige Argentinier LUCIANO ONETTI zeigt zwar deftige Morde; vergleicht man aber den zelebrierenden Umgang mit Gewalt in vielen älteren Werken besagtem Subgenres, vermisst man den Mut der Klassiker, die mit zeigefreudigem Detailreichtum manch Sittenhüter um den Schlaf gebracht haben.
 
 
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FRANCESCA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der Giallo ist tot, es lebe der Giallo! Lang hat erwähntes Thriller-Subgenre das Dasein des Vergessenen gefristet. Das dürfte sich mit FRANCESCA nicht ändern, der sich dann durch Einsatz typischer Giallo-Stilmitteln an ein eher bewandertes Publikum richtet, die etwas mit dieser Art von Filmen anfangen können. Liebhaber kommerzieller Hochglanzproduktionen werden FRANCESCA als unsehbar abstempeln. Das ist auch kein Wunder, denn im kunstvoll zelebrierenden Morden kommt die Spannung ein wenig kurz. Zudem findet die Handlung auf einem Bierdeckel Platz, obwohl das Geschehen unermüdlich zwischen Zeitebenen und Ereignissen wechselt. Das ist so gewollt, denn Regisseur LUCIANO ONETTI huldigt bewusst engstirnig den vielen Giallo-Streifen der 70er. Liebhaber dieser Filmgattung werden die liebevolle Hommage des Filmemachers zu schätzen wissen. Die werden für knapp 80 Minuten in eine vertraute Welt jener Filme entführt, die dem heutigen Slasher zum Erfolg verholfen haben. Wer Action und Tempo benötigt, aber nix mit dem italienischen Horror-Zeitgeist der 70er anfangen kann, ist bei FRANCESCA an der falschen Adresse.
 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Zensur

 
 
 
FRANCESCA hat es ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Im Vergleich zu vielen früheren Giallos ist das schon beachtlich, denn viele der alten Schlitzerfilme stehen hierzulande wegen ihrer detailfreudigen Zurschaustellung von Gewalt immer noch auf dem Index. FRANCESCA kann auf DVD und im Mediabook gekauft werden. Beides besitzt den roten FSK-Flatschen: Keine Jugendfreigabe. Eine Einzelveröffentlichung auf Blu-ray kann derzeit noch nicht gekauft werden. Ein Release ist aber geplant.
 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase DVD)

 
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(c) Mad Dimension (limitiertes Mediabook mit DVD und BD – limitiert auf 3500 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Francesca; Argentinien, Italien 2015

Genre: Horror, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase (DVD) | Mediabook (BD+DVD) | KeepCase (BD) – ist geplant

Extras: Interview, Behind the Scenes, Hidden Scene, Deleted Scene Trailer zum Film, Trailershow | Zusätzlich im Mediabook: 20-seitiger Buchteil mit einem Text von Nando Rohner,

Release-Termin: 29.01.2016 (DVD KeepCase) | 29.01.2016 (Mediabook) | 01.04.2016 (BD KeepCase) – ist geplant |

 

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FRANCESCA – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sonno Profondo (2013)

Eyes of Crystal – Die Angst in deinen Augen (2004)

Amer – Die dunkle Seite Deiner Träume (2009)

Sleepless (2001)