Filmkritik: „Villains“ (2019)

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VILLAINS

Story

 
 
 

Die Horror-Version von Bonnie- und Clyde. Zwei Ganoven kommen auf ihrer Reise nach Florida hinter das Geheimnis eines gestörten Ehepaares.

 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Kritik

 
 
 
Wenn zwei Schauspieler gemeinsam in einem Genre-Werk zu sehen sind, die zuletzt durch gefeierte Horrorfilme aufgefallen sind, macht das neugierig. Zeichnen dann auch noch Leute auf dem Regiestuhl für genau dieses filmische Schaffen verantwortlich, die sich mit dem Schreiben, Produzieren und Regieführen von Horrorfilmen einen Namen machen konnten, werden Horrorfilmkenner nicht unbegründet hellhörig. DAN BERK und ROBERT OLSEN sind Freunde und haben schon einiges an Grauen auf die Leinwand gebracht. Die beiden Filmemacher hegen eine große Leidenschaft für ungemütliche Unterhaltung und inszenierten Horrorfilme wie BODY oder VAMPIRE NATION – BADLANDS, die sich mit menschlichen Abgründen beschäftigt haben. Regie-Arbeit Nummer drei macht da keine Ausnahme. VILLAINS (übersetzt: Schurken) nennt sich der Spaß und durchforstet einmal mehr das Böse im Menschen. Dafür konnte man zwei gefragte Darsteller engagieren: MAIKA MONROE (aus IT FOLLOWS) und BILL SKARSGÅRD. Letzterer erhielt viel Lob als Pennywise im Remake des Stephen-King-Klassikers ES und wechselt für VILLAINS die Fronten. Statt auf der dunklen Seite zu kämpfen, probiert er es nun als Held. Kein leichtes Unterfangen, assoziiert man den schwedischen Schauspieler immer wieder mit dem grausamen Spaßmacher aus der Neuverfilmung des King-Romans.
 
 
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Ein zynischer Mix aus DON’T BREATHE und ARIZONA JUNIOR, der virtuos mit der Frage spielt, wer in diesem Film denn nun eigentlich der Bösewicht ist. Jules (MAIKA MONROE) und Mickey (BILL SKARSGÅRD) sind ineinander bis über beiden Ohren verliebt und mit dem Gesetz auf Kriegsfuß. Die pfeifen auf Recht und Ordnung und ziehen plündernd durchs Land. An einer Tankstelle hofft man auf fette Beute. Die überfällt man kurzerhand, nur um anschließend feststellen zu müssen, dass man statt Geld hätte besser Benzin stibitzen sollen. Da strandet man nun irgendwo in der Einöde mit dem Auto und guter Rat ist teuer. Doch ein abgelegenes Haus lässt auf Hilfe hoffen. Leider sind die Eigentümer nicht Zuhause, was die Kleinkriminellen dazu veranlasst im Anwesen nach Benzin zu suchen. Doch man wird nicht fündig. Stattdessen entdeckt man im Keller etwas, das den Verliebten das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein kleines Mädchen sitzt angekettet auf dem Boden und scheint verwirrt zu sein. Dazu hat es auch allen Grund. Das Heim gehört einem seltsamen Pärchen, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Eine Einsicht, zu der unsere Einbrecher bald selbst kommen. Kaum vom Schock erholt, treffen die Hauseigentümer Zuhause ein. Da sitzen Jules und Mickey in der Falle.
 
 
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Irgendwie mangelt es diesem vierköpfigen Kammerstück an Boshaftigkeit. Ja, die eigensinnigen Bewohner dieser morschen Hütte ticken nicht richtig. Doch das hat man zuvor schon einige Male gesehen. Filme wie DAS HAUS DER VERGESSENEN oder DARK PARADISE haben gezeigt, dass sich hinter der Fassade vermeintlich anständiger Menschen nicht selten das personifizierte Böse verbirgt. Leider ist aber die Idee von gestörten Familien, die in den eigenen vier Wänden eigenartige Dinge veranstalten, nicht mehr ganz so frisch. Eine Tatsache, die auch im Falle von VILLAINS bitter aufstößt. Die schwarze Horrorkomödie hat zwar gute Schauspieler zu bieten, zeigt aber nichts, was man nicht schon dutzende Male in dieser Art von Filmen zu sehen bekommen hat. So spielt das Böse auch in diesem Streifen mit seinen Opfern. Letztere müssen einen Weg aus ihrem Gefängnis finden und decken gleichzeitig ein dunkles Geheimnis auf, das das kranke Duo im Film nicht unberechtigt vor der Außenwelt versteckt hält. Ein vertrauter Ablauf also, der von permanenter Unentschlossenheit begleitet wird.
 
 
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VILLAINS kann sich nicht so recht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein will. Die in Brooklyn lebenden Regisseure und Drehbuchautoren DAN BERK und ROBERT OLSEN wollen ihren Film in keine Schublade stecken. Ständig pendelt die Handlung zwischen unbequemer Ernsthaftigkeit und schwarzem Humor, was zwangsläufig die Frage in den Raum wirft, was das denn hier alles soll. VILLAINS wirkt wie die filmische Adaption eines düsteren Cartoons. Dennoch: Für eine Komödie ist Gezeigtes zu ernst, für Horror zu lustig. Das irritiert, zumal sich der Streifen auch zu geschwätzig gibt und richtige Höhepunkte missen lässt. So kommt es zu Fluchtversuchen, die scheitern und Wendungen, die einzig den Nutzen haben das Geheimnis zu verschleiern, das die bösen Hauseigentümer umgibt. Selbst das ist nicht sonderlich spektakulär. Eine enttäuschende Angelegenheit – vor allem auch deshalb, weil VILLAINS den Mut scheut, mal so richtig böse zu sein. Der Film versucht erst gar nicht, aus seinem seichten Gefängnis auszubrechen. Keine fiesen Kills, keine heimtückischen Schocks. Eine Folge der RTL-Vorabendserie UNTER UNS ist nervenaufreibender.
 
 
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In Interviews erklärten die Macher hinter VILLAINS, wie es zum Film kam. Die hatten 2015 mit gerade einmal 50.000 US-Dollar einen kleinen, aber feinen Thriller namens BODY gedreht, der auf Festivals gut ankam. Umso inniger der Wunsch, einen größeren Film ähnlicher Art zu inszenieren, der das doppelte an Budget verschlingen sollte. So entstand das Drehbuch zu VILLAINS für das man aber von Produzenten den Rat erhielt, besser mit der filmischen Umsetzung zu warten, da der Genre-Mix mehr Kapital und talentierte Schauspieler benötigen würde. Ein Ratschlag, den die Regisseure DAN BERK und ROBERT OLSEN beherzigten. Die drehten daher erst einmal den bierernsten Vampir-Survival-Horror VAMPIRE NATION – BADLANDS und lernten während der Arbeit, wie es ist ein umfangreiches Projekt mit großem Budget zu steuern. Genau diese Erfahrung kommt nun VILLAINS zugute. Zumindest hier erweckt nichts den Eindruck, dass es sich immer noch um Indie-Kino handelt.
 
 
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VILLAINS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn das Psycho-Paar aus TRUE ROMANCE auf das Killer-Duo aus NATURAL BORN KILLERS stößt. Wir sind Horrorfilmfans und mögen es ab und an etwas leichter. Da kann auch gern einmal der Kopf ausgeschaltet und sinnlose Gewalt auf der Mattscheibe zelebriert werden. Etwas, für das VILLAINS prädestiniert gewesen wäre. Ein krankes Ehepaar pfeift auf Moral und veranstaltet weit krankere Dinge hinter verschlossenen Türen. Quasi so etwas wie Familie Firefly aus DAS HAUS DER 1000 LEICHEN oder die Familiensippe aus dem legendären TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Was VILLAINS zelebriert, ist aber weit weg von all dem. Beinahe schon brav, wird hier das Geheimnis zweier durchgeknallter Psychos ergründet. Die haben im Keller ihres Hauses ein kleines Mädchen angekettet und veranstalten auch sonst komische Dinge in den eigenen vier Wänden. Mit schwarzem Galgenhumor, bissigen Dialogen und beinahe schon comicgleichen Unterton versucht man das Interesse des Publikums zu gewinnen. Uns war’s leider zu seicht. Wir sind uns aber sicher, dass dieser kurvenreiche, düstere und scharfkantige Comic-Thriller trotzdem seine Fans finden wird.
 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Zensur

 
 
 
VILLAINS ist in Sachen Gewalt eher harmlos. Erst am Ende wird einer der Protagonisten in den Filmhimmel geschickt. Wegen der doch etwas bedrohlichen Atmosphäre dürfte VILLAINS hierzulande aber dennoch erst für sechzehnjährige Zuschauer geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Ones Below – Das Böse unter uns (2015)
 
Haus der Vergessenen (1991)
 
Mum & Dad (2008)
 
Don’t Breathe (2016)
 
Dark Paradise (1988)
 

Filmkritik: „Killer Sofa“ (2019)

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KILLER SOFA

(MY LOVER, MY LAZY BOY)

Story

 
 
 

Ein Sitzmöbel führt plötzlich ein Eigenleben und bringt Unheil über den Besitzer.

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Kritik

 
 
 
Das Horrorkino ist vielfältig und abwechslungsreich. Neben harten, kontroversen, anspruchsvollen und unheimlichen Beiträgen bietet das Genre auch gut und gerne mal Abwechslung durch Selbstironie und Humor. Da werden immer öfter Horrorfilme gedreht, die sich partout nicht ernst nehmen wollen und mit absurden Ideen locken, für die man mehrere Liter Alkohol intus gehabt haben muss, um diese auf Papier kritzeln zu können. Mittlerweile ist die Liste durchgeknallter Filmspäße lang. Darauf befinden sich Horrorkomödien in denen nicht nur Tomaten, Kühlschränke oder Donuts zu aggressiven Killermaschinen umfunktioniert werden. Auch fliegende Haifische, mordende Weihnachtsbäume oder boshafte Lebkuchenmänner sind im Horror-Genre keine Seltenheit mehr. Trashfilmliebhaber und Fans von Nischenfilmen geben uns da recht.
 
 
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Der nächste Blödsinn steht nun in den Startlöchern. Der kommt diesmal aus Neuseeland und durchforstet die Lagerregale bekannter Möbelhäuser nach möglichen Einrichtungsgegenständen, die dem Besitzer das Leben zu Hölle machen können. Hängen geblieben ist man da bei S wie Sofa. Letzteres wird nun zum Killer-Möbel deklariert und soll Menschen nach dem Leben trachten. So ganz neu ist die Idee aber nicht. Vor einiger Zeit hatten wir hier ähnlichen Low-Budget-Spaß besprochen. Der schimpfte sich BED OF THE DEAD und erzählte die Geschichte eines besessenen Holzbetts, das sich an Menschenblut labte. Genau gleiches Prinzip verfolgt nun KILLER SOFA, der mit seiner skurrilen Idee immerhin für Aufmerksamkeit unter Horrorfilmjüngern sorgte und sich deshalb auf der ein oder anderen Filmvormerkliste befinden dürfte. All jene bekommen nun aber schnell einen Dämpfer. KILLER SOFA sieht zwar auf den ersten Blick ganz brauchbar aus, ist aber bei genauerer Betrachtung weit entfernt vom neuen Trash-Hit. Wir sagen Euch warum.
 
 
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Kein Sofa, sondern eher ein diabolischer Sessel mit Augen. In KILLER SOFA dreht sich alles um die Tänzerin Francesca. Die hat mehrere Verehrer, die der attraktiven Brünetten oft mal etwas zu nahe rücken. So auch ein Stalker von dem man plötzlich Körperteile findet und die Polizei vor Rätsel stellt. Doch damit nicht genug. Francesca gönnt sich den Luxus eines neuen Sessels. Der wird geliefert und beginnt plötzlich ein Eigenleben zu führen. Die ersten Morde stempelt man noch unter Unfall ab. Doch bald schon häufen sich die seltsamen Umstände. Da kommt ein Bekannter der Tänzerin auf den richtigen Pfad. Der ist fest davon überzeugt, dass das Möbel von einem Dibbuk besessen ist – einem, nach jüdischen Volksglauben bösen Totengeist.
 
 
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Ernster als gedacht – aber nicht unbedingt gut. KILLER SOFA verfügt zwar über eine ungewöhnliche Filmidee, ist aber reichlich zäh. Nach blutigem Auftakt quält sich der Streifen mit dem Erzählen seiner Geschichte. Wir bekommen sonderbare Figuren vor die Linse und natürlich auch das Sitzmöbel aus dem Trailer. Irgendwie will aber beides nicht zu einem homogenen Ganzen finden. KILLER SOFA hat Anlaufschwierigkeiten und braucht angesichts der ohnehin schon knappen Laufzeit von 75 Minuten einfach zu lange, um mal überhaupt eine Richtung zu finden. Dass da kaum Spannung entsteht, liegt auf der Hand. Der neuseeländische Filmemacher BERNIE RAO hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, dem es an Feinschliff fehlt. Die Ereignisse dümpeln vor sich hin, die Protagonisten wirken unnahbar, schwarzer Humor ist überschaubar und nach richtigen Höhepunkten sucht man vergebens. Weil auch noch übertriebener Splatter fehlt, der die Geschehnisse ins Absurdum treiben könnte, versinkt KILLER SOFA schnell in der Bedeutungslosigkeit. Nee, das war nichts – die überwiegend negativen Bewertungen im Filmportal IMDB deuten darauf hin, dass es vielen anderen Zuschauern wohl genauso erging wie uns.
 
 
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KILLER SOFA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nix mit gaga und so furchterregend wie auf dem Poster erst recht nicht. Auch wenn sich der Plot über ein mordendes Möbelstück total bescheuert liest, KILLER SOFA enttäuscht. Hier wird viel Potenzial verschenkt, um sich den Preis für den besten Trash-Horror 2019 sichern zu können. Außer der Tatsache, dass hier ein Sitzmöbel von einem Geist besessen ist und Menschen ermordet, fehlt es KILLER SOFA an ausgefallenen Ideen, um den Zuschauer bei Laune halten zu können. Wo sind die ausufernden Splatter-Späße? Wo die für diese Art von Filmen obligatorischen Lacher? Beides Mangelware. Stattdessen zu viel Low-Budget und Belanglosigkeit. Wer gerne sehen möchte, wie ein paar Filmpraktikanten ein Möbel hin- und herschieben, sodass man meinen könnte, es bewege sich von selbst, wird mit KILLER SOFA so seinen Spaß haben. Wer hier Trash-Irrsinn im Stile eine SHARKNADO erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. KILLER SOFA ist zäh, unwitzig und langweilig obendrein. Erst im Finale passiert endlich mal was. Da hat man schon Besseres aus Neuseeland aufgetischt bekommen. Zumindest hat dort der große PETER JACKSON mit Horror-Trash den Weg ins Filmbusiness geschafft. Der drehte in Neuseeland mit gerade einmal 30.000 NZD den abgefahrenen BAD TASTE und schrieb damit Horrorfilmgeschichte. Von so was kann KILLER SOFA-Regisseur BERNIE RAO nur träumen. Übrigens hieß der Film anfangs noch ganz anders. Weil der ursprüngliche Titel MY LOVER, MY LAZY BOY wenig aussagekräftig erschien, taufte die Verleihfirma den Film einfach in KILLER SOFA um. Irreführend – vor allem auch deshalb, weil es im Film gar kein mordendes Sofa zu sehen gibt. Ob sich die Leute vom Verleih diesen Film überhaupt je angesehen haben?
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Zensur

 
 
 
KILLER SOFA hat ein paar blutige Szenen zu bieten. Ausufernde Gewalt oder übertriebene Splattereinlagen sucht man aber vergebens. Die zelebrierten „Gemeinheiten“ bewegen sich in einem FSK16-Rahmen. Die dürfte KILLER SOFA dann auch in Deutschland erhalten. Der Film erscheint Januar/Februar 2020 in Deutschland auf Blu-ray und DVD.
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei High Octane Pictures | Mad Kiwi Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Attack of the Killer Donuts (2016)
 
Der Kühlschrank (1991)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Rubber (2010)
 

Filmkritik: „The Curse of Valburga“ (2019)

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THE CURSE OF VALBURGA

Story

 
 
 

Eine betrügerische Touristentour wird für zwei kriminelle Veranstalter zum blutigen Verhängnis. Die verkaufen Geschichten, welche sich in Slowenien so nie zugetragen haben. Dass ihnen dafür eine blutige Strafe droht, ist im Horror-Genre selbstverständlich.

 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Kritik

 
 
 
Dass Horror schon lange eine internationale Sprache spricht, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Da bekommt man schon mal Horrorfilme aus Ländern auf die Mattscheibe, von denen man nicht mal dachte, dass dort überhaupt eine inländische Filmindustrie existiert. Umso mehr überraschte es uns vor einigen Jahren, dass ausgerechnet Slowenien versucht hat auf dem internationalen Horrorfilmmarkt mitzumischen. Als angeblich erster Horrorfilm Sloweniens (was nicht unbedingt richtig ist) schaffte es der Backwood-Slasher IDYLLE nicht nur bis nach Deutschland. Auch andere Länder sicherten sich Rechte und warfen das doch eher konventionell gestrickten WRONG-TURN-Plagiat auf den Videomarkt. Für IDYLLE-Regisseur TOMAZ GORKIC offenbar ein Grund Nachschub zu produzieren. Der weiß, was Horrorfilmfans wollen und färbt im zweiten Film mit dem Titel THE CURSE OF VALBURGA die Mattscheibe rot. Darin wird ein Mix aus Blut, Geschrei und jede Menge Gemetzel an den Zuschauer gebracht. Der ist aber weit weg von ernst. Stattdessen erinnert alles an Parodie im Stile eines DAVE AND TUCKER VS EVIL.
 
 
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Ausgefuchste Geschäftsidee. Weil zwei Brüder Geld brauchen, schmieden sie einen hinterlistigen Plan. Sie erfinden die Geschichte eines sogenannten Baron Valburga, um an das Geld ahnungsloser Touristen zu kommen. Der soll angeblich der Cousin von Graf Dracula gewesen sein und es nicht immer gut mit seinen Untergebenen gemeint haben. Gute Voraussetzungen, um das Interesse geschichtsinteressierter Reisender zu wecken. Die kommen auch bald nach Slowenien und wollen sich auf die Spuren des grausamen Barons begeben. Da klingelt bei Marjan (JURIJ DREVENSEKS) und dessen Bruder Bojan (MARKO MADIC) schon mal die Kasse. In einem Herrenhaus soll die erfundene Tour stattfinden. Doch statt spannendem Geschichtsunterricht geht es bald ans Eingemachte. Im Keller leben nämlich Kannibalen, von denen die Geschwister nichts wissen. Die fallen über die Touristen her und schlagen sich mit ihnen die Bäuche voll. Splatterfans wird das freuen, denn Blut fließt reichlich.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA schlägt in die gleiche Kerbe, wie der von Gorkic inszenierte IDYLLE in welchem Hinterwäldler ahnungslosen Stadtmenschen an die Eingeweide wollen. Diesmal kämpfen aber nicht Landeier gegen Großstädter. In dieser Horrorkomödie sind es Osteuropäer (was für ein dummes Klischee), die es gleich mit der ganzen Welt aufnehmen wollen. So plump wie die Idee zum Film ist dann aber auch dessen weiterer Verlauf. Wir sehen ausschließlich überzeichnete Stereotypen, die derart unsympathisch in Erscheinung treten, dass es eine Freude ist ihnen dabei zuzusehen, wie sie nacheinander über die Klinge springen. Darum geht es nämlich hauptsächlich auch. Alle Touristen wie auch die Tour-Veranstalter selbst werden von einer Gruppe Kannibalen in Stücke gerissen, die im Keller des Herrenhauses seit Jahrzehnten unbemerkt ihr Dasein fristen. Hierbei besonders eigensinnig, wie TOMAZ GORKIC die aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in Schubladen steckt, welche an der ersponnenen Tour teilnehmen. Während die russischen Touristen nach einer ausgefallenen Location suchen, um darin einen Porno zu drehen, sind die deutschen Tour-Teilnehmer nur daran interessiert möglichst viel Bier zu trinken und dabei Volksmusik zu hören. Seltsam, dass diese nicht auch noch Lederhosen tragen. Wenn schon hanebüchene Klischees, dann doch bitte richtig.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA ist als Horrorkomödie konzipiert, aber Regisseur TOMAZ GORKIC scheint in Sachen Humor nicht unbedingt den besten Riecher zu haben. Die Späße sind politisch inkorrekt, zünden aber nur selten. Alles wirkt plump und sonderbar – große Lacher bleiben aus. Dafür fährt man in Sachen Gewalt groß auf. War die im Vorgängerfilm IDYLLE noch relativ zurückhaltend und überschaubar, wird jetzt aus dem Vollen geschöpft. Es werden Sägeblätter durch die Luft geworfen und mit Nägel gespickte Keulen in Körper geschlagen. Viele der Spezialeffekte sind zwar simpel und durchschaubar, verfehlen ihre Wirkung aber nur selten. Dass die Morde dabei derart übertrieben zelebriert werden, dass man diese zu keiner Minute ernst nehmen kann, beschert THE CURSE OF VALBURGA Trash-Potenzial. Letzterer wird immer blutiger, je mehr sich das Treiben der Zielgrade nähert. Eine Freigabe für Erwachsene ist diesem Horrorfilm aus Slowenien somit gewiss.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsam – aber dumm. THE CURSE OF VALBURGA ist eine Horrorkomödie mit hohem Trash-Anteil, die sich nicht unbedingt ernst nimmt. Regisseur und Drehbuchautor TOMAZ GORKIC nimmt nach dem slowenischen Backwood-Horror IDYLLE mal wieder das Horror-Genre auf die Schippe und parodiert Klischees und Stereotypen. Gute Ansätze, die aber etwas missglückt sind. Die Späße sind platt und nicht sonderlich clever. Beinahe mag man meinen ein pubertierender Teenager habe diese zu Papier gebracht. Dafür stimmt der Blutzoll. THE CURSE OF VALBURGA ist ganz schön blutig und zeigt mit einfachen Mitteln, wie man das Herz eines jeden Gorehounds in Wallung bringt. Da ist es fast schon etwas schade, dass das blutige Finale dann doch etwas überhastet abgehandelt wird. Ob es am überschaubaren Budget lag? Je näher sich THE CURSE OF VALBURGA dem Ende nähert, umso splattriger wird das Treiben. Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung. Eine wirklich witzige Pointe in der letzten Einstellung deutet darauf hin und stellt ganz nebenbei alle Verläufe im Film infrage.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Zensur

 
 
 
THE CURSE OF VALBURGA ist für eine Horrorkomödie recht blutig geraten. In einer Szene wird etwa eine Minute lange gezeigt, wie die Kannibalensippe im Film auf den Körper einer verletzten Frau einschlagen und in offenen Wunden herumstochern. Weiterhin fliegen Köpfe durch die Gegend und ein Sägeblatt bohrt sich in jede erdenkliche Weise in menschliche Körper. THE CURSE OF VALBURGA dürfte von der FSK erste eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Strup Produkcija | Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Inbred (2012)
 

Filmkritik: „The Return of the Living Dead“ (1985)

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THE RETURN OF THE LIVING DEAD

(VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN)

Story

 
 
 

Durch das Öffnen eines Armeefasses bricht auf einen Friedhof die Apokalypse herein. Plötzlich befinden sich überall Zombies und eine kleine Gruppe an Leuten versucht sich gegen diese zu verteidigen.

 
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Kritik

 
 
 
Wenn man „Night of the Living Dead“ als den Zombie-Klassiker schlechthin betiteln möchte, muss man „The Return of the Living Dead“ zwangsläufig als die Zombiekomödie überhaupt bezeichnen. Beide Werke in einem Atemzug zu nennen, ist dabei gar nicht mal so abwegig, denn bei beiden Filmen war John Russo als Drehbuchautor beteiligt. Außerdem wird der Film von George A. Romero hier auch gleich mal kräftig zitiert. Den Zuschauer erwartet ein mächtiger Spaß, der sowohl genügend Komödie, wie auch Horror besitzt – Ein Kunststück, welches wirklich nur wenigen Filmen so toll gelingt.
 
 
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Frank und Freddy arbeiten in einem medizinischen Versandhaus. Fred ist neu und Frank prahlt gleich mal mit seinen Geschichten. Im Keller würde ein Fass der Armee stehen mit einer echten Leiche darin. Die Geschehnisse aus „Night of the Living Dead“ seien echt gewesen und der Film musste ein paar Ereignisse verfälscht darstellen, weil es sonst Ärger gegeben hätte. Scheinbar hat Frank recht, denn als er Freddy das Fass zeigen will, öffnet sich dieses plötzlich, Gas tritt heraus und ehe man sich versieht, ist der gesamte Friedhof voll mit Zombies. Bis es soweit ist, vergeht aber etwas Zeit. Die erste Hälfte lässt es noch etwas gemütlicher angehen, ist aber auch schon sehr kreativ. Alleine wie man hier das große Vorbild Romero zitiert, ist einfach herrlich. Kleinigkeiten wie z.B. der geteilte Hund machen immer wieder Freude. Hinterher wird es aber noch viel wahnwitziger. „The Return of the Living Dead“ ist ganz sicher kein normaler Zombiefilm, denn wie sich die Zombies hier verhalten, ist nicht gerade typisch. Dass sie in modernen Werken rennen können, kennt man ja, aber in den 80ern war das schon eher speziell. Sie können aber teilweise sogar sprechen und nebenbei bekommt man endlich mal die Erklärung, warum Zombies so gerne Gehirne fressen. Dabei ist ihr Verhalten teilweise auch enorm clever. Solche Kreaturen sieht man nicht alle Tage und so simpel das Drehbuch im Kern auch ist, durch die originellen Einfälle wird es mehr als sehenswert.
 
 
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Perfektes Schauspiel gibt es dabei eher weniger zu sehen, doch das ist hier gar nicht wichtig. James Karen ist mit reichlich Overacting mit dabei, Thom Mathews macht nicht die beste Figur und sowieso sind die Charaktere reichlich dünn von der Zeichnung her. Aber das stört nicht, weil andere Faktoren wichtiger sind und außerdem sind alle genügend sympathisch. Clu Gulager macht von allen am meisten her, aber auch Don Calfa weiß zu überzeugen. Hinzu gesellt sich eine Gruppe von Punks, die zufälligerweise auch auf dem Friedhof unterwegs sind und herrlich klischeebeladen dargestellt werden.
 
 
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Regisseur Dan O’Bannon hat mit „The Return of the Living Dead“ einen Kultfilm gezaubert, der sich zwar nicht unbedingt an die Regeln des Zombiefilmes halten will, aber trotzdem mit einer perfekten Atmosphäre dienen kann, so wie sie sich gehört. Alleine der Friedhof als Schauplatz sieht ideal aus und ist so herrlich altmodisch, dass es eine wahre Freude ist. Dazu gesellt sich dann der punkige Soundtrack und der ordentliche Score. Was da so für Bilder entstehen, ist einfach ein Highlight für jeden Nostalgie-Freund. Die Inszenierung kann sich sehen lassen und selbst wenn der Film nicht den größten Aufwand besitzt, so ist er doch mit jeder menge Mühe realisiert worden. Die knapp 90 Minuten Laufzeit vergehen ohne den Hauch einer Länge und bieten Kurzweil pur. Alles geht recht schnell zur Sache und dennoch ist das Tempo anfangs noch etwas geringer. Das ändert sich mit der Zeit und dann ist an allen Fronten reichlich viel los. Action und Spannung kommen da nicht zu kurz und die Lage scheint ausweglos zu sein. Die Kunst ist es aber, dass „The Return of the Living Dead“ nebenbei dennoch die Komödie bedienen kann. Dies schafft er nicht durch die größten Lacher, sondern eher, weil er durchgängig eine gewisse amüsante Komponente besitzt. So fühlt man sich beim Zuschauen am ehesten richtig gut. Der Feel-Good-Streifen unter den Zombiefilmen!
 
 
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Dass das Geschehen früher mal indiziert war, ist reichlich lächerlich. Die Freigabe ab 16 Jahren, die „The Return of the Living Dead“ mittlerweile besitzt, passt da schon deutlich besser. Gesplattert wird hier nämlich wenig. Ein bisschen brutal ist das schon, aber eben nicht gerade oft. Die Effekte können sich aber dennoch absolut sehen lassen. Zwar wurden manche Zombies eher simpel geschminkt, dafür gibt es aber eine der besten Zombie-Kreationen überhaupt. Das Ding im Keller sieht jedenfalls super aus! Auch die anderen Effekte sind gut bis sehr gut, richtig schön altmodisch und natürlich von Hand gemacht. Selbst wenn das also nicht so brutal ist, dürfte das Splatterherz sich in manchen Momenten sehr freuen.
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
„The Return of the Living Dead“ ist einer der besten Zombiefilme und eine der besten Zombiekomödien geworden. Es gibt hier zwar durchaus ernsten Horror zu sehen, doch das Ganze ist meistens dermaßen amüsant geraten, dass man auch ohne die größten Lacher von einer Komödie sprechen kann. Die Handlung lebt von originellen Einfällen und selbst wenn das Szenario so simpel ist, wie meistens in solchen Filmen, hebt sich das Ganze durch die andere Herangehensweise deutlich ab. Ein bisschen war der Film somit sogar seiner Zeit voraus. Solide Darsteller, sympathische Charaktere und eine herrlich altmodische Inszenierung gibt es noch dazu. Außerdem besitzt das Werk eine unschlagbar gute Atmosphäre und zusätzlich noch tolle Effekte, die den Nostalgiefaktor gleich nochmals in die Höhe treiben. Auch mehr als 30 Jahre nach dem Erscheinen sorgt das für viel Freude. Ein Kultfilm, ein Klassiker und definitiv ein Evergreen des Zombie-Genres, dem noch vier Fortsetzungen unterschiedlicher Qualität folgten!
 
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Zensur

 
 
 
„The Return of the Living Dead“ hatte es in Deutschland nicht leicht. Bereits für die Kinoauswertung musste der Film gekürzt werden. Auch auf VHS musste der Streifen Federn lassen und wurde dazu auch noch indiziert. Erst auf DVD und mit SPIO/JK-Segen gelang es dem Label MGM diesen kultigen Zombie-Spaß erstmals ungeschnitten zu veröffentlichen. Leider musste er unter dem Ladentisch gehandelt werden und durfte nur dort ausgelegt werden, wo er von Personen unter 18 Jahren nicht gesehen weren konnte.

Im Jahr 2011 wurde „The Return of the Living Dead“ vorzeitig vom Index gestrichen und landete mit einer FSK16 als DVD zum ersten Mal legal und ungeschnitten im deutschen Handel. Mittlerweile sind wieder einige Jahre vergangen. Nachdem die Zombiekomödie vom Label NSM Records seit 2015 in diversen Mediabooks auf Blu-ray im deutschsprachigen Ausland ausgewertet wurde, erscheint der HD-Release nun endlich auch erstmalig in Deutschland. Das nun erhältliche Steelbook, welches man im stationären Handel kaufen kann, beinhaltet die ungeschnittene Filmfassung und jede Menge Bonusmaterial. Hinzukommt, dass NSM Records für die Blu-ray ein neues 2K Master vom Interpositiv nutzen konnte. Die Bildqualität ist dementsprechend grandios.
 
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Return of the Living Dead; USA 1985

Genre: Horror, Klassiker, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1 = Englische Synchronisation (Remastered), Englisch DTS-HD MA 2.0 = Englische Synchronisation (Remastered), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Englische Synchronisation (Original)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: Neues 2K Master vom Interpositiv, Disc 1 Blu-ray: Audiokommentar von Marco Erdmann und Daniel Perée vom Wicked Vision (Deutsch, ohne Untertitel), Audiokommentar von Gary Smart und Chris Griffiths (Englisch), Audiokommentar von den Schauspielern Thom Mathews, John Philbin und Make-up Effects Artist Tony Gardner (Englisch), Audiokommentar von Cast & Crew mit Production Designer William Stout und den Schauspielern Don Calfa, Linnea Quigley, Brian Peck, Beverly Randolph, Allan Trautman (Englisch), Audiokommentar von Director Dan O’Bannon und Production Designer William Stout (Englisch), Deutscher Trailer, Return of the Living Dead – The Dead have Risen (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The Decade of Darkness (Englisch mit deutsche Untertitel), Designing the Dead (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Kinotrailer #1 – Bloody Version, Kinotrailer #2 – Even Bloodier Version, Zombie Subtitle Stream, In their own Words – The Zombie Speak, The Decade of Darkness (Englisch mit deutsche Untertitel), Neu: TV Spots, Still Galleries, Disc 2 Bonus Blu-ray: Return of the Living Dead Workprint (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The FX of the Living Dead mit Production Designer William Stout, FX Make-up Artists William Munns, Tony Gardner, Kenny Myers And Craig Caton-Largnet, Visual Effects Artists Bret Mixon und Gene Warren Jr. und Schaupieler Brian Peck (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Party Time: The Music of Return of the Living Dead (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Horror’s Hallowed Grounds – Revisiting The Locations Of The Film (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The Origins of The Living Dead – Interview with John A. Russo (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The Dead have risen (Englisch, optionale deutsche Untertitel)

Veröffentlichung: Steelbook: 30.08.2019

 
 

Return of the living Dead [Blu-ray im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Return Of The Living Dead 2 – Toll Treiben Es Die Wilden Zombies (1988)
 
Return Of The Living Dead 3 (1993)
 
Freakshow (1988)
 
Die Killerhand (1999)
 

Filmkritik: „Satanic Panic“ (2019)

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SATANIC PANIC

Story

 
 
 

Verdammt, die Satanisten kommen: Pizza-Lieferantin gerät versehentlich in eine Sitzung versnobter Satanisten und muss neben ihrer Jungfräulichkeit auch noch ums eigene Leben bangen.

 
 
 


 
 
 

SATANIC PANIC – Kritik

 
 
 
Dass sich hinter Türen vermeintlich gut gesitteter Menschen gern mal abscheuliche Dinge abspielen, ist im Horror-Genre schon lange nichts Ungewöhnliches mehr. Da verwandeln sich brave Familienväter wie in THE STEPFATHER gern mal in Psychopathen oder unschuldig dreinschauende Kinder werden als Handlanger des Bösen entlarvt – THE PRODIGY oder DAS OMEN lassen grüßen. Irgendwo zwischen genannten Streifen reiht sich SATANIC PANIC ein. Auch hier passieren Dinge in Häusern wohlhabender Bürger, von denen man nie ahnen würde, dass diese Leute Bündnisse mit dem Teufel schließen. Das ist Horror made in America, der den Mut wagt sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Ein gewagtes Unterfangen haben doch seit den Erfolgen der SCARY MOVIE-Streifen mehrfach Filmemacher versucht, Subgenres des Horrorfilms zu persiflieren. Viele derer sind damit gescheitert. Nur eine handvoll Filme sind in Erinnerung geblieben, über die man auch heute noch redet. Da kann man nur hoffen, dass SATANIC PANIC zündende Ideen mitbringt, um bleibenden Eindruck hinterlassen zu können. Mit platten Späßen und Fäkalhumor gewinnt man nämlich schon lange keinen Blumentopf mehr.
 
 
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Shit happens! Eigentlich wollte sich Sam (HAYLEY GRIFFITH) nur etwas Geld dazuverdienen. Die nimmt einen Job als Pizza-Lieferantin an, der sie sprichwörtlich in Teufels Küche bringen wird. Nicht nur, dass die Kunden knauserig sind und kaum Trinkgeld für ausgelieferte Pizzen geben. Auch mit Moral, Respekt und Anstand nehmen es die Bürger einer amerikanischen Kleinstadt nicht sonderlich ernst. Da kommt Sam ganz unfreiwillig einer großen Verschwörung auf die Schliche. In einem noblen Villenviertel werden mysteriöse Rituale abgehalten. Dort bereitet sich ein unheimlicher Okkultisten-Zirkel auf die Niederkunft Baphomets vor. Um das Ritual erfolgreich zu beenden braucht man aber eine Jungfrau. Da erweist sich die naive Sam als ideales Opfer, die nichtsahnend in eine der geheimen Zeremonien genannten Zirkels platzt und die Aufmerksamkeit von Anführerin Danica Ross (REBECCA ROMIJN) auf sich lenkt. Da ist guter Rat teuer, denn das Oberhaupt der Satanisten-Gemeinschaft ist mit allen Wassern gewaschen. Das lässt nichts unprobiert, um das jungfräuliche Objekt der Begierde zu opfern.
 
 
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Abgedrehter Okkultismus-Spaß mit hohem Unterhaltungswert, der überraschenderweise von einer Frau inszeniert wurde. CHELSEA STARDUST zeichnet als Regisseurin verantwortlich und bezeichnet sich selbst als großer Fan des Genres. Die wurde bereits als Kind mit dem Horrorfilm-Virus infiziert, nachdem ihr der Vater im Alter von zehn (!) Jahren Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD und Tod Browning’s DRACULA gezeigt hatte. Mittlerweile hat sie das Hobby zum Beruf gemacht. So konnten erste Erfahrungen im Horrorfilm-Business bei niemand geringerem als JASON BLUM gesammelt werden. Der ist mit seinem BLUMHOUSE PRODUCTIONS in Hollywood erste Anlaufstelle für Horrorfilme und hat wohl beinahe jeden bekannten Mainstream-Schocker mitproduziert, der in den letzten Jahren entweder im Kino oder fürs Heimkino ausgewertet wurde. Für Regie-Neuling CHELSEA STARDUST optimale Lehrjahre. Die Filmemacherin war an der Arbeit von so konventionellen Blumhouse-Filmen wie THE DARKNESS, INCARNATE oder auch JESSABELLE mitbeteiligt. Ein großer Vorteil, der SATANIC PANIC zugutekommt.
 
 
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Die Horrorkomödie ist derart souverän inszeniert und auf den Punkt gebracht, dass man meinen könnte, hier würde ein schon viele Jahre erfahrener Kenner auf dem Regiestuhl sitzen. Die Witze passen, die Handlung wird zügig abgespult und obendrein gibt es auch noch zig Schauwerte für Horrorfilmfans zu bestaunen, die es in sich haben. SATANIC PANIC hält einen Mix aus Körperflüssigkeiten und Blut parat, der natürlich derart übertrieben über die Mattscheibe flimmert, dass man das alles hier nicht ernst nehmen kann. Da bleibt kein Auge trocken zumal Situationskomik und Wortwitz so genau pointiert wurden, dass man diesen Horror-Spaß einfach liebhaben muss. SATANIC PANIC ist eine freche Verbeugung vor dem Genrekino der Achtzigerjahre, die sich zu keiner Minute ernst nimmt. Hier werden diverse Klischees durch den Kakao gezogen, die man in den vielen Okkult-Horrorfilmen der letzten Jahrzehnte zu sehen bekommen hat. Da dürfen Jungfrauen-Witze ebenso wenig fehlen, wie Dämonenspäße und Ritual-Albernheiten. Wer jetzt aber Bedenken hat, dass SATANIC PANIC in typisch amerikanischen Humor abdriftet, wird positiv überrascht sein. Auf pubertären Fäkalhumor und Gags unter der Gürtellinie wird verzichtet. Dafür gibt es ein Bienchen ins Muttiheft.
 
 
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SATANIC PANIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Satanischer Spaß, der gute Laune verbreitet. SATANIC PANIC ist selbstironischer Old-School-Horror mit Charme, Blut und sympathischen Helden. CHELSEA STARDUST schlägt sich wacker als Regisseurin. Die war bereits Assistentin von Hollywoods Meister des Horrors JASON BLUM und bekommt für den zweiten Spielfilm auch gleich noch Verstärkung von der beliebten Horrorzeitschrift FANGORIA. Letztere hat SATANIC PANIC mitproduziert und weiß schließlich, was Horrorfilmfans wollen. Alles gute Voraussetzungen, die ein Fest für Genre-Fans garantieren. SATANIC PANIC macht einfach Spaß, weil er sich niemals zu ernst nimmt und doch Respekt vorm Horror-Genre zollt. Die Gags sitzen, die Handlung ist herrlich überdreht und an blutigen Schabernack hat man auch noch gedacht. So muss eine Horrorkomödie neueren Datums aussehen.
 
 
 


 
 
 

SATANIC PANIC – Zensur

 
 
 
SATANIC PANIC hat schon einige abgefahrene Splatter-Späße zu bieten. Es wird Blut gekotzt und Hälse durchgeschnitten. In einer Szene sehen wir sogar, wie jemand seinen Arm in ein Einschussloch bohrt und im Körper des Opfers nach etwas sucht. Ziemlich grotesk – aber auch sehr lustig. Weil der SATANIC PANIC alles halb so ernst nimmt, dürfte der Film hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SATANIC PANIC – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tucker & Dale vs Evil (2010)
 
Deathgasm (2015)
 
Zombieland (2009)
 

Filmkritik: „Little Monsters“ (2019)

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LITTLE MONSTERS

Story

 
 
 

Ein Kindergartenausflug in einen Freizeitpark wird zum Horrortrip, weil plötzlich überall Zombies erscheinen. Nun müssen sich Straßenmusiker Dave und Erzieherin Miss Caroline zusammentun, um die Kinder sicher durch die Apokalypse zu bringen.

 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder erstaunlich, wie hartnäckig sich das Zombie-Genre doch hält. In zig Varianten durften verwesende Leichen sich nun durch die Filmlandschaft fressen, ob in einer harmlosen Rom-Com oder sogar in einer Art Musical. Den kreativen Ideen sind keine Grenzen gesetzt, also warum nicht auch mal eine Variante mit Kindern drehen? „Little Monsters“ klingt auf dem Papier wirklich fulminant, kann das, was er auch nach den Trailern verspricht, jedoch nicht ganz halten. Im Grunde genommen hat man es mit einer derben Komödie zu tun, die zusätzlich ein paar Zombies beinhaltet. Wer sich daran nicht stört, könnte auf seine Kosten kommen.
 
 
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Der erfolglose Straßenmusiker Dave hat sich gerade frisch von seiner Freundin getrennt und kommt bei seiner Schwester unter, die einen kleinen Sohn namens Felix hat. Um sich nützlich zu machen bringt er seinen Neffen zum Kindergarten und macht dort die Entdeckung seines Lebens: Die wunderhübsche Erzieherin Miss Caroline. Um Eindruck bei ihr zu schinden, meldet Dave sich auch gleich freiwillig als Aufpasser für einen Ausflug in einen kleinen Freizeitpark. Doch im militärischen Gebiet nebenan sind leider scheinbar ein paar Versuche schiefgegangen und so wimmelt es im Park bald nur noch so vor Zombies. Die Idee ein Zombie-Szenario mit Kindern zu entwickeln, mag nicht unbedingt die originellste überhaupt sein, aber vielversprechend ist sie dennoch. Daraus hätte man schon reichlich viel machen können. Teilweise nutzt „Little Monsters“ dieses Potenzial auch und besonders das Spiel, dass die Kinder nicht erfahren sollen, dass sie in einem echten Albtraum stecken, ist recht gelungen. Im Endeffekt mangelt es aber über die Dauer von rund 90 Minuten Laufzeit schlichtweg an kreativen Einfällen, um das Szenario interessant zu halten.
 
 
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Viel mehr Aufmerksamkeit als die Zombies, bekommt da tatsächlich die Rom-Com spendiert. Denn sobald die Lage ausweglos erscheint und man sich in einer Hütte verbarrikadiert hat, nähern sich Dave und Miss Caroline immer mehr an. Das ist genauso vorhersehbar, wie die Entwicklung der Charaktere. Dave ist anfangs nicht unbedingt der Sympathieträger, ein typischer Taugenichts und wandelt sich dann hinterher selbstverständlich zum verantwortungsvollen Helden. So vorhersehbar dies auch geschieht, es stört eigentlich nicht. Die anderen Figuren sind allerdings noch eindimensionaler. Von der reinen, guten Erzieherin bis hin zum bösen TV-Star. Hier wird Schwarz-Weiss-Malerei betrieben, die weder störend, noch anziehend ist. Es gibt dann ja aber auch noch Kinder zu sehen – immer ein schweres Thema bei Filmen, die sich eher an ein erwachsenes Publikum richten. Positiv zu vermerken ist, dass kein Kind nervt und alle Kinderdarsteller ganz angemessen schauspielern. Negativ ist hingegen, dass alle völlig belanglos bleiben und ihr Fehlen kaum auffallen würde, wäre es nicht Teil der Prämisse.
 
 
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Regisseur Abe Forsythe, der bisher eher an kleinen Filmen oder Serien beteiligt war, macht seine Sache in der Inszenierung solide, mehr jedoch nicht. „Little Monsters“ sieht gut aus, besitzt allerdings nicht den größten Aufwand. Die Schauplätze sind begrenzt und hätten besonders im späteren Verlauf ruhig etwas ausgedehnt werden dürfen. Wer Horror erwartet, wird sowieso enttäuscht sein, denn die Zombies sind viel eher Mittel zum Zweck. Sie kommen selten zum Einsatz und müssen meistens vor Fenstern stehen. Damit soll zwar eine Bedrohung angedeutet werden, doch den Zuschauer erreicht diese zu selten. Also muss man sich eher auf die Komödie verlassen. In diesem Punkt ist der Film etwas besser. Es gibt ein paar nette Schmunzler und ab und zu lässt sich schon lachen. Die meisten Gags sind eher Schenkelklopfer, doch glücklicherweise ist der Humor fast niemals peinlich. Jedoch sollte man eine etwas derbere Form des Spaßes mögen, denn hier macht der Film seiner Freigabe ab 16 Jahren immerhin alle Ehre. Was man vom Splatter-Gehalt nicht unbedingt behaupten kann. Ab und zu wird etwas Blut vergossen, doch wenn man schon auf eine höhere Freigabe schielt und nebenbei Zombies vorkommen lässt, hätte etwas mehr Gore mit Sicherheit nicht geschadet. Zumindest sind die Effekte aber gut gelungen und die Zombies, wenn sie denn mal zu sehen sind, sehen von der Maske her auch gelungen aus.
 
 
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Ein Vorteil von „Little Monsters“ ist dann sicherlich noch Lupita Nyong’o, denn sie besitzt von allen Darstellern am ehesten schauspielerische Klasse. Diese benötigt der Film eigentlich nicht zwangsläufig, doch angenehm ist es dennoch. Alexander England muss als Trottel vom Dienst nicht gerade viel Leistung bringen, stört aber ebenfalls nicht und Josh Gad darf in seiner Nebenrolle reichlich viel Overacting betreiben. Das mag für manchen lustig und für den anderen eher nervig sein. Die restlichen Darsteller haben wenig zu tun und das betrifft auch die Kinder, denn bis auf Diesel La Torraca steht hier absolut niemand im Fokus.
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Little Monsters“ ist ein gänzlich leicht zu konsumierender Film, der eher die Komödie, als den Horror bedient und die Zombies letztendlich nur als Mittel zum Zweck einsetzt. Ist man sich darüber bewusst, bekommt man eine unbeschwerte, teilweise relativ amüsante Komödie geboten, die zwar nicht mit den größten Sympathieträgern aufwartet, dafür aber ganz gut von den Darstellern gespielt wird und zudem eine solide Inszenierung aufzuweisen hat. Ein paar Lacher sind vorhanden, ganz charmant ist das Treiben eigentlich auch, aber Dinge wie Spannung oder Splatter fehlen leider komplett. Für kurzweilige Unterhaltung reicht das definitiv aus, um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben aber wohl eher nicht.
 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Zensur

 
 
 
„Little Monsters“ ist keine Splatter- oder Gewaltgranate. Zwar handelt es sich hier um einen Zombiefilm. Die Gewaltmomente werden aber ironisch zelebriert. Wohl ein Grund, warum „Little Monsters“ eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat.
 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cooties (2014)
 
Scouts vs. Zombies (2015)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Freaks of Nature (2015)
 

Filmkritik: „Double Date“ (2017)

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DOUBLE DATE

Story

 
 
 

Jim ist eine männliche Jungfrau will vor dem 30. Geburtstag seine Unschuld verlieren. Leider gerät sie da an zwei Frauen, die aber ganz andere Intensionen haben, als Geschlechtsverkehr.

 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Kritik

 
 
 
Was tut man nicht alles, um einen Partner zu finden. Mittlerweile ist es nämlich gar nicht mehr so einfach dem im wahren Leben über den Weg zu laufen. Umso mehr Menschen versuchen ihr Glück im Internet. Da tummeln sich in Dating-Portalen tausende Männer und Frauen, die nur ein Ziel haben: die Liebe des Lebens kennenzulernen. Dauer-Single Jim (DANNY MORGAN) aus der folgenden Filmvorstellung sucht jedoch noch ganz altmodisch. Der hofft auf das passende Gegenstück auf freier Wildbahn zu stoßen. Die Sache hat nur einen Haken. Jim hatte noch nie etwas mit einer Frau und ist dazu auch noch unberührt. Das findet Kumpel Alex (MICHAEL SOCHA) gar nicht sexy. Der will unbedingt, dass der beste Freund noch vor dem 30. Geburtstag zum Mann gemacht wird. Ein Barbesuch soll das Problem lösen. In der Tat beißen bald zwei Fische an. Kitty (KELLY WENHAM) und Lulu (GEORGIA GROOME) sind interessiert und lassen sich auf die beiden Kerle ein. Die begleiten das Frischfleisch durch eine haarsträubende Nacht voller absurder Wendungen. Ob Jim bei so viel Trubel am Ende zum Zug kommen wird?
 
 
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Vielversprechender Prolog, zäher Mittelteil, starkes Finale. DOUBLE DATE ist ein durchwachsener Horror-Spaß, der sich – wie beinahe jede Horrorkomödie neueren Datums – nicht unbedingt ernst nehmen möchte. Hier wird tief in der Gag-Schublade gekramt, um den Zuschauer irgendwie bei Laune halten zu können. Da wird schon mal von rabenschwarzer Situationskomik Gebrauch gemacht. Aber auch infantile Albernheiten und platte Späße jenseits des guten Geschmacks müssen herhalten, um eine Geschichte zu füllen, die gerade einmal auf einen Bierdeckel passt. Ja, DOUBLE DATE ist einer dieser Filme der Horrorfilm-Fans spaltet. Hier zündet nicht jeder Witz, was Regisseur BENJAMIN BARFOOT zu einem ganz eigenen Vorgehen getrieben hat, mit solcher Art von Filmen umzugehen. Alkohol nennt sich der Freund und Helfer. Den sollte man sich in hinter die Binde kippen, um das ertragen zu können, was man auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Gleiches empfiehlt auch Macher BENJAMIN BARFOOT für seinen Horror-Spaß. Der äußerte in Interviews, dass man seinen Debütfilm besser erst nach dem Genuss von zwei Flaschen Bier schauen solle. Erst dann entfalte er den vollen Spaßfaktor. Leider hat der Filmemacher im Suff aber jene vergessen, die mit Alkohol nicht viel anfangen können. Denen nützt der Tipp vom Schönsaufen wenig.
 
 
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Dabei hätte alles auch ohne Alkohol schön werden können. DOUBLE DATE ist eine schwarze Komödie, die ganz brauchbar beginnt. Da wird ein Mann von einer mysteriösen Schönheit mit einem Messer abgeschlachtet. Fans härterer Gangart werden da hellhörig. Leider wird es danach züchtiger und der Streifen steuert eine ganz andere Richtung an. Aus Ernst wird Spaß. So sehen wir plötzlich, wie ein Fastdreißiger unter Anleitung seines taffen Kumpels seine Jungfräulichkeit verlieren soll. Erstgenannter startet krampfhafte Annäherungsversuche in einer Kneipe und tritt dabei in jedes Fettnäpfchen, das man ihm vor die Füße stellt. Als er auf zwei attraktive Frauen trifft, die es eigentlich gar nicht gut mit dem Unberührten meinen, fällt auch das Interesse an der Handlung. Diese hält sich zu lang damit auf, den jungfräulichen Filmhelden in peinliche Situation zu bringen, um dem aufgezwungenen Stempel „Horrorkomödie“ gerecht werden zu können. Anerkannte Fachgazetten ziehen da Vergleiche mit ähnlich gelagerten Filmchen aus der Mache britischer Landsleute, wie EDGAR WRIGHT oder GUY RITCHIE. Wir meinen: überzogen! Offenbar waren die Kritiker der Genre-Presse noch vom Alkohol benebelt, den man vor der Sichtung des Rezensionsmusters eingenommen hatte. Wirklich unterhaltsam wird es im Mittelteil nur selten.
 
 
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Immerhin findet DOUBLE DATE im Finale zu eigentlicher Größe zurück. Dann nämlich rücken die beiden Frauen mit der Sprache heraus. Die wollen unseren jungfräulichen Protagonisten gar nicht zum Mann machen. Stattdessen sind die jungen Damen am Blut des ahnungslosen Entjungverungsopfers interessiert. Was folgt, ist endlich mal Horror. Da hauen sich die Protagonisten blutig die Köpfe ein und sattes Rot rückt DOUBLE DATE endlich in Richtung Horror. Der temporeiche Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern macht DOUBLE DATE aber auch nicht mehr unbedingt zu Vorzeigeunterhaltung. Der Grund: der Gewaltexzess kommt einfach zu spät. DOUBLE DATE verspielt zu viel Potenzial im Hauptteil, in dem er ein Kennenlernen durch haarsträubende Wendungen ins Absurdum treibt, die leider aber zu keiner Minute witzig oder unterhaltsam sind. Muss man nicht unbedingt gesehen haben.
 
 
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DOUBLE DATE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Alkohol-Gegner. Geht es nach Regisseur BENJAMIN BARFOOT solle man DOUBLE DATE nicht nüchtern sehen. Vorheriger Alkoholkonsum macht das Gezeigte ertragbarer. Ganz Unrecht hat der Macher mit seinen Tipps nicht. DOUBLE DATE ist voll von abgegriffenen Witzen über Jungfrauen, Autokorrektur-Jokes und weiteren infantilen Späßen. Das alles ist teils derart platt und abgedroschen, dass man schnell den Spaß verliert. Weil sich auch die Horror-Elemente zum großen Teil auf Prolog und Finale reduzieren, dürfte es DOUBLE DATE ziemlich schwer haben nachhaltigen Eindruck bei Hardcore-Horror-Fans zu hinterlassen. DOUBLE DATE feierte seine Deutschlandpremiere auf dem alljährlichen FANTASY FILMFEST. Das war aber auch schon im Jahr 2017. Mit knapp zweijähriger Verspätung erscheint der Streifen nun auch für den Heimkinomarkt. Immerhin ungeschnitten und in passabler Synchronisierung. Ein netter Trost.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Zensur

 
 
 
Die Heimkinoveröffentlichung von DOUBLE DATE hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Die Freigabe ist aber ein Blender. Der Streifen bekam nämlich von der FSK eine FSK16 in ungeschnittener Form. Weil sich offenbar auch höher eingestufte Trailer auf der Blu-ray und DVD befinden, ziert die Heimkinofassung ein roter 18er-Flatschen. DOUBLE DATE hat nicht viele Gewaltszenen zu bieten. Gleich zu Beginn wird ein Mann von einer Frau mit einem Messer angegriffen. Diese rammt es mehrere Male in den Körper des ahnungslosen Opfers. Weiterhin bekommt man einen Kehlenschnitt zu sehen. Am Ende hauen sich zwei der Hauptfiguren in allen erdenklichen Weisen die Köpfe gegenseitig ein. Splatter-Fans kommen daher nicht unbedingt auf ihre Kosten.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Double Date; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komödien, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonus ist die Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 12.04.2019

 

Double Date [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Todes-Date (2004)
 
You Might Be the Killer (2018)
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 

Filmkritik: „Book of Monsters“ (2018)

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BOOK OF MONSTERS

Story

 
 
 

Auf der Geburtstagsparty einer Außenseiterin geht es plötzlich blutig zu, weil böse Kreaturen aus einem Buch befreit werden.

 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Kritik

 
 
 
Böse Bücher gehören im Horrorfilm mindestens genauso zum Standard wie teuflische Kinder, maskierte Psychopathen oder verfluchte Häuser. In den meisten Fällen schlummert auch in diesen Schriftstücken das abgrundtief Böse, das nur ein Ziel kennt: das Ende der Menschheit. Voraussetzung hierfür ist, dass die richtigen Passagen aus genau diesen Büchern gelesen werden. Wurden die ausgesprochen, öffnet man die Tore für Dämonen, Geister und andere Höllen-Kreaturen. Mit denen ist alles andere, als zu spaßen, wie auch die folgende Splatterkomödie beweist. Hier ist bereits der Titel Programm. BOOK OF MONSTERS lässt die Monster frei und geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Für die ist STEWART SPARKE verantwortlich, der offenbar ein großer Verfechter von Horror-Autor H.P. LOVECRAFT ist. Von dessen Cthulhu-Mythos hat sich der Regisseur für seinen Film inspirieren lassen. Das aber nicht zum ersten Mal. Bereits im Erstlingswerk THE DARK BELOW waren die Einflüsse des Schriftstellers nicht zu übersehen. Darin machte eine Meeresbiologin Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus der Tiefe, das alles andere als friedlich gesinnt war. Gleiches trifft natürlich auch auf die Kreaturen im zweiten Streich des ambitionierten Filmemachers zu. Die treiben es bunt auf der Mattscheibe und zetteln auch noch eine Splatterorgie an. Sowas hört man als Horrorfilmfan gern.
 
 
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Wenn fantasiebegabte Kinder nicht ernst genommen werden. Genauso ergeht es der kleinen Sophie. Die musste mit ansehen, wie die eigene Mutter von Kreaturen aus ihrem Märchenbuch in Stücke gerissen wurde. Doch leider wollte ihr niemand Glauben schenken. Viele Jahre später feiert Sophie ihren 18. Geburtstag und staunt nicht schlecht, als ihr genau jene Geschichten-Fibel vom Vater in die Hände gedrückt wird. Da werden Erinnerung an das furchtbare Ereignis von damals wach. Doch der Teenager hat anderes im Sinn. Die will lieber eine Geburtstagsfeier veranstalten und lädt hierzu Freunde und Klassenkameraden ein. Leider verläuft die Party schnell in ungeahnte Bahnen. Monster fallen über die Gäste her und richten an Blutbad an. Da ist guter Rat teuer. Doch Sophie kennt sich aus. Die erlebt ein Déjà-vu und weiß die Höllenwesen kommen. Es ist das vom Vater geschenkte Buch, welches die Tore für Monster öffnet. Ein Kampf gegen das Böse wird demzufolge unausweichlich. Kein Problem für die wackere Sophie. In der Schule Außenseiterin verwandelt sie sich in BOOK OF MONSTERS zur tapferen Kampfamazone. Nicht schlecht!
 
 
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Hurra, die 1980er sind zurück. Nun ja, nicht ganz. BOOK OF MONSTERS ist mal wieder einer dieser Horrorfilme, der auf Retro macht und versucht die Atmosphäre jener Ära auf Zelluloid zu bannen. Das haben in den letzten Jahren viele Filmemacher auf ähnliche Weise versucht, sind damit aber kläglich gescheitert. Da verwundert es dann doch schon sehr, dass es ausgerechnet einem No-Budget-Streifen gelingt genau jenes Gefühl auf Film festzuhalten, welches vor allem in Video-Produktionen genannten Jahrzehnts transportiert wurde. BOOK OF MONSTERS tritt in Fußstapfen von so Horror-Ware wie NIGHT OF THE DEMONS, SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER, BAD TASTE oder Troma-Quatsch wie ATOMIC HERO. Die zeichneten sich vor allem durch eines aus: handgemachte Spezialeffekte, Splatter-Irsinn und jede Menge Spaß. Genau diese Zutaten verhelfen BOOK OF MONSTERS zum Ziel. Hier wurde mit minimalem Budget maximaler Aufwand betrieben. Im Minutentakt werden Körper ausgeweidet, Köpfe abgetrennt und literweise Kunstblut vor der Kamera verschüttet. Die Spezialeffekte sind einfach, dafür aber kreativ. So sehen wir dämonische Gartenzwerge, die an Hälsen knabbern, riesige Monster unter deren Kostümen wahrscheinlich mehrere Schauspieler gesteckt haben und natürlich: Blut, Blut, Blut. Da wird es garantiert nicht langweilig, zumal sich BOOK OF MONSTERS zu keiner Minute ernst nimmt und eine so unschuldige Naivität versprüht, dass man den Streifen nur gernhaben muss.
 
 
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Dabei ist BOOK OF MONSTERS eigentlich nichts Großes. Der Streifen wurde zum großen Teil mittels KICKSTARTER gestemmt – einer Webseite auf der sich seit Jahren Filmemacher tummeln, um sich dort das Geld für ihre Horrorstreifen von spendablen Genre-Fans zu holen. Ein Geben und Nehmen also, was sich im Falle von BOOK OF MONSTERS als gelungen und erfolgreich herausgestellt hat. Horrorkenner bekommen hier das, was sie von Horrorfilmen erwarten und Regisseur STEWART SPARKE konnte sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten richtig kreativ austoben. Das Resultat ist schwer unterhaltsam, zumal keine Minute vergeht in der nicht irgendetwas passiert. Da vergehen die knapp 80 Minuten wie im Fluge und der Zuschauer ist zufrieden. BOOK OF MONSTERS ist klein – keine Frage. Was aber mit wenigem Budget auf die Beine gestellt wurde, ist mehr als beachtlich. Da merkt man mal wieder, dass Hervorragendes inszeniert werden kann, wenn Fanboys auf dem Regiestuhl sitzen. Dass Regisseur STEWART SPARKE einer derer ist, lässt sich nicht bestreiten. Der weiß, was Genre-Liebhaber wollen und gibt ihnen das auch. Das freut den Horrorfilmfan.
 
 
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BOOK OF MONSTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klein aber oho. BOOK OF MONSTERS ist liebenswerter Old-School-Horror, der nicht nur reichlich Blut, sondern auch jede Menge Spaß versprüht. Knapp 150.000 £ hat die britische Splatterkomödie gekostet – davon kamen knapp 45.000 £ durch Crowdfunding in die Kasse. Das knappe Budget kann die Produktion zwar nicht verbergen. Dennoch hat man sich nicht unterjochen lassen. Das Ergebnis schaut nach mehr aus, als es letztendlich gekostet hat, was vermutlich auch daran liegt, dass Regisseur STEWART SPARKE keinen Leerlauf zulässt. Der feiert sein Fun-Splatter-Feuerwerk in einem beachtlichen Tempo ab, dass erst gar nicht auffällt, dass einige Spezialeffekte (Stichwort: dämonische Gartenzwerge) etwas sehr improvisiert anmuten. BOOK OF MONSTERS verbeugt sich vor dem Schaffen des Schriftstellers H.P. LOVECRAFT, ist aber auch gleichzeitig Hommage an das Monster-Horror-Kino der 1980er, wo man noch kreativ mit Kleister, Gips und Elektronik Spezialeffekten Leben einhauchte. Wer handgemachte Manschereien bevorzugt und ein Faible für taffe Frauen hat, die sich gegen Dämonen zur Wehr setzen, ist mit dem charmanten BOOK OF MONSTERS gut beraten.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Zensur

 
 
 
Wegen diverser Splatter-Szenen in denen Körper zerissen und geteilt werden, dürfte BOOK OF MONSTERS hierzulande wohl eine Freigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Rift Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
The Demon’s Rook (2013)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons (1988)
 

Filmkritik: „You Might Be the Killer“ (2018)

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YOU MIGHT BE THE KILLER

Story

 
 
 

A little bit FRIDAY THE 13TH: In einem Sommercamp wütet ein maskierter Killer und tötet alle Campbetreuer auf grausame Weise.

 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint bekannten Horror-Subgenres nichts Neues mehr hinzufügen zu können, kommt ein ambitionierter Filmemacher daher und belehrt den Zuschauer eines Besseren. Seit Jahren fristet der Slasher ein jämmerliches Dasein im Heimkino. Alteingesessenen Filmkenner spricht man da aus der Seele. Seit Wes Cravens SCREAM will sich diese Unterart des Horrorfilms einfach nicht mehr weiterentwickeln und spult immer wieder gleiche Verläufe ab, die bereits in den Anfängen des Slasher-Kinos Programm gewesen waren. Das verursachtet verständlicherweise bei jenen Zuschauern Langeweile, denen es nach Unterhaltung dürstet. Die wollen nicht immer wieder gleiche Geschichten auf der Mattscheibe sehen, die sich einzig durch ausgetauschte Besetzung voneinander unterscheiden. Stattdessen will man überrascht werden und Wege fernab bekannter Pfade gehen. Frische Ideen sind demnach fällig.
 
 
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Gleiche Gedanken hatte offenbar auch Regisseur BRETT SIMMONS. Dem dürfte die Ideen-Stagnation im Slasher-Bereich auch ein Dorn im Auge gesesen sein. Wohl ein Grund warum er mit YOU MIGHT BE THE KILLER einen Film dieser Gattung inszeniert hat, der sich von den üblichen Verdächtigen unterscheidet. Darin beginnt eigentlich alles ganz vertraut. Ein Überlebender befindet sich auf der Flucht vor einem maskierten Mörder. Sam (FRAN KRANZ auf BLOODSUCKING BASTARDS) nennt sich das verwirrte Opfer, das sich in der Hütte eines Sommercamps verstecken kann und direkt zum Telefon greift. Doch statt die Polizei zu rufen, wählt der Camp-Leiter lieber die Nummer von Freundin Chuck (ALYSON HANNIGAN aus der AMERICAN PIE-Reihe). Die arbeitet in einem Comic-Laden und kennt sich mit Horrorfilmen und deren Verläufen auf. Statt schnell zur Hilfe zu eilen oder den Notruf zu alamieren, versucht sie ihrem Freund am Telefon zu helfen. Was der aber zu erzählen hat, drängt YOU MIGHT BE THE KILLER in eine unerwartet erfrischende Richtung.
 
 
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Verkehrte Welt. YOU MIGHT BE THE KILLER ist Meta-Horror, der mal was anderes versucht. Statt die bekannte Horror-Geschichte aus der Sicht der Opfer zu erzählen, die in einem Sommercamp vor einem maskierten Killer flüchten müssen, geht die als Hommage an die Freitag-Filme der 1980er getarnte Horrorkomödie kreativere Wege. In diesem Film folgt der Zuschauer dem Killer auf Schritt und Tritt. Der schaut dem Bösen quasi beim Töten über die Schulter und kann sich so mal ein Bild dessen machen, was ein Killer alles erlebt, wenn der im Horrorfilm auf Beutefang geht. Dass das natürlich alles andere als ernst gemeint ist, wird schnell klar. YOU MIGHT BE THE KILLER ist ein Film, der sich zu keiner Minute ernst nimmt. Regisseur BRETT SIMMONS hat eine Menge Spaß daran mit Slasher-Klischees zu spielen und selbige auch noch durch den Kakao zu ziehen. Das sorgt für so manch urkomischen Moment und selbst eingefleischte Fans können noch etwas lernen. So wird im Film erklärt, wie Antiheld Sam zur Maskierung kommt und durch welch unglückliche Umstände die Camp-Kollegen das Zeitliche segnen müssen. Als wäre das nicht alles schon tragisch genug, muss er auch noch einen Weg finden, wie er das „Final Girl“ aufhalten kann, das am Ende eines jeden Meuchelthrillers dem Bösen die Leviten lesen muss. Weil YOU MIGHT BE THE KILLER auch noch ganz unverfroren aus bekannten Klassikern wie FREITAG DER 13. oder SLEEPAWAY CAMP zitiert und konventionellen Erzählmechanismen mittels Flashbacks den Stinkefinger zeigt, ist YOU MIGHT BE THE KILLER schon jetzt Pflichtprogramm für Slasher-Fans und solche, die es noch werden wollen.
 
 
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YOU MIGHT BE THE KILLER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Clever, witzig und vollkommen anders. YOU MIGHT BE THE KILLER ist der beste Beweis dafür, dass auch der in die Jahre gekommene Slasher unterhalten kann – wenn sich nur ambitionierte Filmleute trauen angestaubte Regeln zu brechen. Das ist im Falle von YOU MIGHT BE THE KILLER geschehen. Der Film ist quasi eine vollkommen andere Sicht auf das Slasher-Genre der 1980er und das lässt den Streifen aus der grauen Masse an billig und lieblos produzierten Meuchelfilmen hervorstechen. Interessant ist hierbei, wie es zum Film überhaupt kam. Die Grundlage zum Meta-Horror lieferten nämlich die Autoren SAM SYKES und CHUCK WENDIG. Die waren kreativ und ersponnen sich eine absurde Horrorgeschichte, die auf Twitter 11.000 Leser unterhielt. Als wäre das nicht schon sonderbar genug, machten sie sich in selbigem Twitter-Thread auch noch über die Klischees und Verläufe von Horror-Slashern lustig. Die cleveren Gedankengänge kamen nicht nur bei den Lesern des Threads gut an. Auch die beiden Initiatoren sahen in den eigenen Gedankengängen Potenzial für einen Langfilm. So kam, was kommen musste. SAM SYKES und CHUCK WENDIG nahmen Geld in die Hand und beauftragten Regisseur BRETT SIMMONS für den Regieposten. Letzterer kennt sich mit Horrorfilmen aus. Der inszenierte bereits Genre-Ware, wie ANIMAL, HUSK und eine Episode im Anthologie-Horrorfilm CHILLING VISIONS: 5 STATES OF FEAR. Jede Menge Erfahrungen, die YOU MIGHT BE THE KILLER zu einem sehenswerten Filmerlebnis machen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Zensur

 
 
 
YOU MIGHT BE THE KILLER hat ein paar blutige Gore-Effekte zu bieten. Da werden Hälse mit der Machete aufgeschnitten oder ein Schädel in zwei Hälften geschlagen. Wegen des humoristischen Untertons dürfte die Meta-Horrorkomödie eine FSK16 erhalten. Hierzulande hat sich die Rechte das Label INDEED FILM gesichert und wird den Streifen voraussichtlich im Frühjahr 2019 veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Screen Media Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Behind the Mask (2006)
 
Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei (1996)
 

Filmkritik: „Cannibals and Carpet Fitters“ (2017)

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CANNIBALS AND CARPET FITTERS

Story

 
 
 

Die Angestellten einer Teppich-Firma geraten im britischen Hinterland an eine Sippe Menschenfresser.

 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus England sind immer so ein Ding. Entweder wird es richtig schaurig oder rabenschwarz. Im Falle des folgenden Films mit dem ungewöhnlichen Titel CANNIBALS AND CARPET FITTERS will man den Zuschauer mit typisch britischen Humor erheitern und zieht damit gleich mal mit das Subgenre der Backwood-Slasher durch den Kakao. Damit macht man es so Spaßgranaten wie SHAUN OF THE DEAD, SCARY MOVIE oder TUCKER AND DALE VS. EVIL gleich. Auch die nahmen sich beliebte Horror-Sugenres vor und machten sich über deren Klischees, Stereotypen und Verläufe lustig. Was dabei entstand, ist mittlerweile den meisten Horror-Fans ein Begriff. Ob das auch dem britischen CANNIBALS AND CARPET FITTERS gelingen kann?
 
 
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Darin laufen die Geschäfte für einen Teppichverleger nicht sonderlich gut. Die Firma von Nigel hat mit einer niedrigen Auftragslage zu kämpfen. Deshalb beschließt man eben auch Anfragen von Kunden anzunehmen, die auf den ersten Blick wenig lukrativ erscheinen. So auch dieses Mal, als die Besitzerin eines abgelegenen Landhauses zum Verlegen von Teppichen ruft. Schnell sind die besten Mitarbeiter vor Ort, um die Böden zu vermessen. Doch die Auftraggeberin hat anderes im Sinn. Die pfeift auf schicke Bodenbeläge und ist in erster Linie am Fleisch der Handwerker interessiert. Guten Appetit.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist die Spielfilmversion eines gleichnamigen Kurzfilms, den Regisseur JAMES BUSHE bereits 2014 gedreht hatte. Für die besetzte er gleich noch einmal einige Schauspieler, die auch im Kurzfilm zu sehen waren. Soweit so gut. Leider ist CANNIBALS AND CARPET FITTERS keine hitverdächtige Horrorkomödie, wie die zu Beginn erwähnten Schenkelklopfer. Zwar besitzt der mittels Crowdfundig finanzierte Streifen all das, was eine Horrorfilmparodie mitbringen sollte; sonderlich wohlschmeckend sind die Kredenzen aber nicht, mit welchen man hier den Zuschauer zum Lachen bringen möchte. Ein paar blutige Raffinessen hier, etwas Wortwitz da und reichlich Blödelei gibt auch noch dazu. Letztere ist etwas zu viel des Guten, weil die wenigen Figuren aufgrund des aufdringlichen Typenhumors und deren Overactings dann doch schon ziemlich schnell zu nerven beginnen und dazu auch noch wenig sympathisch erscheinen. So ist der Sprung zum Slapstick nicht weit, was zur Folge hat, dass CANNIBALS AND CARPET FITTERS eher bescheuert, statt lustig ist. Immerhin: Mit viel Alkohol im Blut lässt’s sich ertragen.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Überraschend blutiger Horror-Spaß aus England im Stile von SHAUN OF THE DEAD. Die Horrorkomödie CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist Hommage und Veräppelung zugleich. Regisseur JAMES BUSHE nimmt die Klischees, Figuren und Verläufe von Backwood-Slashern auf die Schippe und macht das handwerklich ganz souverän. Was aber ziemlich nervt, sind die Figuren dieser Horrorkomödie. Oft hat man den Eindruck, als habe der Kasper höchstpersönlich von ihnen Besitz ergriffen. Das ist mit der Zeit dann doch ziemlich anstrengend. So bleiben nicht Witze und Spaß in Erinnerung, als vielmehr die teils professionellen Spezialeffekte. Zugegeben, hier schöpft man aus dem Vollen – zumal einige der Gewaltakte ganz unvorbereitet auf den Zuschauer einfallen. Da knallt plötzlich eine Machete durch einen Kopf und man hat’s nicht kommen sehen. Im Sessel zuckt man da berechtigterweise zusammen. Vielleicht wäre das ernste Milieu für Regisseur JAMES BUSHE besser geeignet. Trotz Horrorkomödie sitzen nämlich einige Schreckmomente in CANNIBALS AND CARPET FITTERS tief.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Zensur

 
 
 
CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist überraschend blutig. Einige Gewaltmomente passieren so abrupt, dass man sich dann doch schon mal dabei erwischt, wie man vor der Glotze zusammenzuckt. Da werden Gegenstände durch Köpfe geschossen oder der Schädel gleich ganz gespalten. Hierzulande hat sich das Label I-ON NEW MEDIA die Rechte gesichert und die FSK hat dem Film eine Freigabe ab 18 Jahren attestiert.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cannibals and Carpet Fitters; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komödien, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.06.2019

 

Cannibals and Carpet Fitters [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pretty Dead Pictures | I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Shaun of the Dead (2004)

Blood Fest (2018)

Tragedy Girls (2017)

Bloody Knuckles (2014)

Die Killerhand (1999)