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Beiträge mit Schlagwort “lustige Horrorfilme

Filmkritik: „Der Kühlschrank“ (1991)

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DER KÜHLSCHRANK – EISKALT, MÖRDERISCH, GEFRÄSSIG!

(THE REFRIGERATOR)

Story

 
 
 
Im metropolen Moloch New York City an eine halbwegs annehmbare Bude zu kommen, raubt potentiellen Mietern seit bald hundert Jahren den letzten Nerv. Steve und Eileen Bateman, nicht verwandt oder verschwägert mit einem Patrick gleichen Nachnamens, geht das nicht viel anders und so kneifen die jung Verheirateten den Popo zusammen und übernehmen das ihnen angebotene Apartment mitsamt den im Mietvertrag aufgeführten Möbeln des Vorbesitzers. Ausgerechnet in der voluminösen Kühlmaschine in der Küche steckt das teuflische Häkchen am Wohnungsglück. Freund Kühlschrank will gefüttert werden. Bevorzugt Mieterfleisch. In Verbindung mit der kriselnden Beziehung der Batemans macht so ein kaltes Aggregat natürlich nur wenig Freude.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Kritik

 
 
 
Zwar als komödiantisch arrangierter Horrorfilm vermarktet, steckt hinter dem unabhängig auf die Beine gestellten Küchengeräts-Horror aus den frühen Neunzigern hier doch einiges mehr. Ja, durch die (damals wie heute) knallige Covergestaltung, die doch irrwitzige Thematik und das Herausstellen der überschaubaren Gore-Effekte scheint hier eine an die sympathisch-behämmerten Troma-Studios aus der New Yorker Nachbarschaft erinnernde Grusel-Klamaukiade vorzuliegen. Sogar an Frank Oz‘ Eighties-Remake von „Der kleine Horrorladen“ könnte man inhaltlich kurz denken. Beides nicht der Fall. Viel eher aber als bei den Herren Corman oder Kaufman, scheinen sich die Macher von DER KÜHLSCHRANK bei Andrzej Zulawskis POSSESSION umgeschaut zu haben. Auch bei diesem im geteilten Berlin angesiedelten Schizo-Meisterwerk ungemütlichen Horrors bricht der übernatürliche Wahnsinn wie eine satanische Kaltwetterfront über zwei längst nicht mehr im Leben stehende Eheleute herein. Spätestens, wenn der Fokus unseres Films hier vom oberflächlichen Thrill eines kannibalistischen Eiskastens zum aufreibenden Beziehungs-Zähneknirscher zwischen zwei stadt-amerikanischen Durchschnittsmenschen wechselt, ist das Element der Phantastik nur noch Werkzeug der Filmemacher. Ein Werkzeug, ihren lebensnahen Stoff ideenreich und genreartig aufzupeppen. Hier wird auch mit kurzen, heftigen Ausbrüchen zynischen Humors nicht gegeizt. Passt aber auch – denn schon bei Bergman und Fassbinder, zwei der großen Regie-Vorbilder in Sachen chirurgische Demontage von Lebensentwürfen, sitzen die Lacher oft an den bittersten und aufwühlendsten Stellen.
 
 
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Das sind jetzt viele Querverweise, die den einen oder anderen Leser vielleicht stutzig machen. Soll natürlich nicht sein. DER KÜHLSCHRANK ist eine nicht immer stilsichere aber von überzeugten Filmemachern in die Tat umgesetzte Mischung aus Genre-Trash und schauspieler-intensivem Independent-Kino mit genügend Hirnschmalz. Die Bilder der Weltmetropole vor Anbeginn der digitalen Gegenwart wirken heute fast schon exotisch und sind ein weiterer Grund, diesem jetzt fürs Heimkino veröffentlichten kleinen Film ein Zuhause im Regal zu bieten.
 
 
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DER KÜHLSCHRANK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schräges Filmdokument einer kreativen Zeit im Umbruch. Manchmal Horror, manchmal Beziehungsdrama, hier und da sogar Ausbrüche in schrägen Indie-Film-Humor. DER KÜHLSCHRANK knallt zwischen die Stühle glatter Genrezuteilung und trägt ein „Ich bin kein Film für Jedermann“-Schild vor der Brust. Entdecken lohnt sich.
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Zensur

 
 
 
Wie bereits im Kino, auf VHS und im Fernsehen ist DER KÜHLSCHRANK auch auf DVD ungeschnitten und bereits für Minderjährige zumutbar. Die erhältliche, digitale Heimkinoveröffentlichung ist frei an 16 Jahre.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) MIG | Schröder Media (auf 1000 Stück limitierte DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Refrigerator; USA 1991

Genre: Trash, Horror, Komödie

Ton:Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (anamorph | 16:9)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer (1:38 Min.), Wendecover ohne FSK Logo

Release-Termin: 02.02.2017

 

Der Kühlschrank – Eiskalt, mörderisch, gefräßig! [DVD – Limited Edition] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei MIG | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pridyider (2012)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Die Rückkehr der Killertomaten (1988)
 


Filmkritik: „Bloody Knuckles“ (2014)

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BLOODY KNUCKLES

Story

 
 
 

Die abgetrennte Hand eines Comicautors macht dessen Feinden das Leben zur Hölle.

 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Kritik

 
 
 
Die Geschichte vom eiskalten Händchen mal wieder neu interpretiert. Was schon von 1964 bis 1966 in der TV-Serie THE ADDAMS FAMILY für jede Menge Lacher gesorgt hat, scheint auch Jahre nach dem TV-Kult immer noch Filmemacher zu inspirieren. So vermutlich auch Regie-Neuling MATT O’MAHONEY, der in seinem ersten Horrorfilm mit dem vielversprechenden Titel BLOODY KNUCKLES rächende Hände auf den Zuschauer loslässt. Wenn die abgetrennte Hand ein Eigenleben führt – neu ist diese Idee freilich nicht. Bereits OLIVER STONE experimentierte mit dieser Art des Grauens im Schocker DIE HAND und erschuf einen verstörenden Filmalbtraum über den gespaltenen Charakter eines Comicautors, dessen abgetrennte Hand die dunkle Seite ihres Besitzers auslebte. Weitaus humoristischer verarbeitete Regisseur RODMAN FLENDER den Stoff von den bösartigen Griffeln. In seiner Trash-Komödie DIE KILLERHAND sorgte eine besessene Hand für Durcheinander, die fernab vom guten Geschmack Irrsinn und Schabernack anrichtete. Damit machte man es Regie-Legende SAM RAIMI gleich. Der lies im legendären Splatter-Klassiker EVIL DEAD 2 nicht nur Teufel, sondern auch dämonische Hände tanzen und bannte damit Horror-Kult auf Zelluloid, der von jungen Filmemachern immer wieder gern kopiert wird.
 
 
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Genau irgendwo zwischen genannten Horrorwerken bewegt sich auch die kanadische Komödie BLOODY KNUCKLES, die sich freilich zu keiner Minute ernst nimmt. Hier gehören Ulk und Albernheiten zur Tagesordnung, was aber nicht immer hundertprozentig zündet. BLOODY KNUCKLES hat nämlich wie viele Horrorkomödien neuen Datums ein Problem: Die guten Gags gehen so ziemlich schnell aus. Im Film geht es einem respektlosen Underground-Comicautor an den Kragen. Der zeichnet mit Vorliebe politisch inkorrekte Bildergeschichten, die er dann für kleines Geld veröffentlicht. Leider gerät eines der Hefte in die Hände einer Gruppe böser Jungs, deren Anführer ein erfolgreicher chinesischer Geschäftmann ist. Als der davon Wind bekommt, wie er im Comic auf die Schippe genommen und seine Person in ein schlechtes Licht gerückt wird, platzt dem Kopf der Bande der Kragen. Was folgt ist für Comiczeichner Travis kein Zuckerschlecken. Die Ganoven lauern dem Künstler auf und hacken ihm aus Rache die Hand ab. Comic-Zeichnen ist nun unmöglich, was den Autor vor große Probleme stellt. Doch das abgetrennte Körperteil hat einen Plan. Es macht sich auf, um das Gesetz sprichwörtlich selbst in die Hand zu nehmen. So muss ein Bösewicht nach dem anderen das Leben lassen, bis Travis dem Anführer der obskuren Bande gegenübersteht. Gott sei Dank hat er Verbündete, die ihm im Kampf zur Seite stehen.
 
 
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Von Superhelden in S/M-Klamotten und grabbelnden Händen. BLOODY KNUCKLES beginnt stark und schließt mit spaßigem Finale ab. Dazwischen flimmert reichlich Blödsinn und Füllmaterial über die Mattscheibe, damit der Streifen auf Spielfilmlänge kommt. Viel Lärm um Nichts umschreibt treffend, was dem Zuschauer in diesem Indie-Horror erwartet, denn die Handlung gibt im Grunde genommen nicht genügend Stoff und Ideen her, um daraus einen Spielfilm zu machen. Dennoch hat Macher MATT O’MAHONEY die Geschichte so aufgeblasen, das man’s als Spielfilm verkaufen kann. Längen sind da natürlich vorprogrammiert, was einer Komödie nicht sonderlich förderlich ist, die eigentlich mit Späßen erheitern möchte. Natürlich sind Lacher vorhanden. Trotzdem bekommt man während des Films hin und wieder das Gefühl, als wären die krampfhaft ins Drehbuch geschrieben worden, um BLOODY KNUCKLES irgendwie den Stempel Horrorkomödie aufdrücken zu können. So wird viel Zeit damit verschwendet, eine platte Beziehung zwischen der abgetrennten Hand und ihrem Besitzer in den Fokus zu rücken. Erst ist es Ekel und Abscheu, die distanziert. Gegen Ende kann keiner ohne den anderen. Die Konsequenz: Man verbündet sich gegen das Böse und macht es einen Kopf kürzer. Selten hat man eine dämlichere Liebesgeschichte auf dem Schirm gehabt.
 
 
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Immerhin versucht BLOODY KNUCKLES viel Leerlauf mit Fäkalhumor zu vertuschen. Der hat vielerorts eigentlich kaum noch etwas mit Humor am Hut und dürfte nur jene Zuschauer hinter dem Ofen hervorlocken, die was mit niveaulosen, amerikanischen Spoof-Komödien anfangen können. Wortwitz oder Spaß mit Hirn? Fehlanzeige! Stattdessen gibt’s derbe Späße mit dem Holzhammer. Witzig ist anders. Bleibt zu erwähnen, dass die Spezialeffekte ganz brauchbar sind. Die haben trotz trashiger Umsetzung Charme. So gibt’s gleich zu Beginn eine Melt-Szene zu sehen, die alte STREET TRASH-Zeiten in Erinnerung rufen. Ob jedoch nett getrickste Schmuddelmomente einen sonst eher zu langen und substanzlosen Film unterhaltsam machen, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
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BLOODY KNUCKLES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DIE HAND, EVIL DEAD 2 und DIE BESTIE MIT DEN FÜNF FINGERN – der Kanadier MATT O’MAHONEY hat sich für sein Spielfilmdebüt von großen Klassikern inspirieren lassen, über die man auch heute noch gerne spricht. Gleiches kann man von BLOODY KNUCKLES jedoch nicht behaupten, der sich eher mit plumpen Späßen über Wasser hält und kaum nennenswerte Einfälle zu bieten hat. Schenkt man dem Macher Glauben, prangert der im Film das Thema Zensur an. Dem Helden im Film wird für seine politisch nicht immer korrekten Karikaturen und Comics die Hand abgeschlagen. Regisseur MATT O’MAHONEY zieht damit Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen und nennt im gleichen Atemzug die berüchtigten zwölf Mohammed-Karikaturen, welche 2005 in der dänischen Tageszeitung JYLLANDS-POSTEN abgedruckt wurden. Die Veröffentlichung zog gewaltsame Proteste nach sich und entfachte eine weltweite Diskussion über die Religions-, Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit. Leider bleibt der brisante Thematik im Film ungehört, denn BLOODY KNUCKLES ist leider nichts für Feingeister, sondern ist einzig damit beschäftigt, sich in primitiven Belanglosigkeiten zu suhlen. Wer was mit Späßen jenseits der Gürtellinie anfangen kann, darf einen Blick riskieren. Wer eine gute Horrorkomödie mit sympathischen Charakteren und netten Einfällen erwartet, wird enttäuscht – auch wenn das Effekte-Team solide Arbeit geleistet hat.
 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Zensur

 
 
 
Im Film gibt es einige Splattermomente zu sehen. Von Enthauptungen bis zum kruden Abtrennen einer Hand mit einer Handkreissäge sind einige Momente dabei, die Fans für harte Späße zufriedenstellen dürften. Wegen des komödiantischen Untertons dürfte BLOODY KNUCKLES trotz Gewalteinlagen ungeschoren durch die FSK kommen. Vermutlich aber trotzdem mit einer Freigabe für Erwachsene. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Artsploitation Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Hand (1981)
 
Die Killerhand (1999)
 
Hands of a Stranger (1962)
 
The Hands of Orlac (1924)
 
Mad Love (1935)
 
The Beast with Five Fingers (1946)
 


Filmkritik: „The Funhouse Massacre“ (2015)

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THE FUNHOUSE MASSACRE

Story

 
 
 

Sechs der meistberüchtigten Serienkiller übernehmen eine dieser Spukattraktionen, die sich während der Halloween-Saison in Amerika großer Beliebtheit erfreuen und richten dort ein Massaker an. Das wird ein blutiger Spaß.

 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Kritik

 
 
 
Nach all den ultraharten Folterfilmen, konsequent-kaltschnäuzig durchgezogenen Rachestreifen und kaum noch zu ertragenden Found-Footage-Schnarchern ist es schön zu sehen, dass man sich um Horrorfans sorgt und sie ab und an mit leichter Kost versorgt, für die das Hirnkästchen mal eine Runde ausgeschaltet bleiben kann. Zu einer dieser Kandidaten gehört der Spass-Horror THE FUNHOUSE MASSACRE, der keinen Hehl daraus macht, dass er nur gedreht wurde, um den Genreliebhaber zu unterhalten. Rasanter Splatter-Trash mit hohem Unterhaltungswert wird hier geboten, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und somit auf gleicher Welle schwimmt, wie bereits das von TIM SULLIVAN im Jahr 2005 inszenierte Remake des Horrorklassikers TWO THOUSAND MANIACS. Unter dem Titel 2001 MANIACS kam die Neuverfilmung vor allem wegen der ironisch-übertriebenen Zurschaustellung von Gewalt bei horrorbegeisterten Zuschauern gut an und natürlich, weil Genre-Ikone ROBERT ENGLUND in einer weiteren Paraderolle zu sehen war – Jahre nachdem er das letzte Mal als Meuchelmörder FREDDY KRUEGER auf der Leinwand Bewohner der Elm Street mit fiesen Sprüchen und scharfen Handschuh-Klauen um den Schlaf brachte. Zwar keinesfalls böse, aber dennoch humorvoll darf der mittlerweile nicht mehr ganz so frische Altstar auch in THE FUNHOUSE MASSACRE auftreten. In dieser Horror-Comedy wechselt er ausnahmsweise die Fronten und ist diesmal einer von den Guten. Englund-Fans dürfte das Wiedersehen feuchte Höschen bescheren. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn der beliebte Schauspieler hat leider nur einen kurzen Gastauftritt im Film. Nach gerade mal zehn Minuten muss er auf unsanfte Weise das Zeitliche segnen. Da stellt sich prompt die Frage, ob es eine gute Entscheidung gewesen ist, den Kultstar zu früh von der Bühne zu nehmen. Im Falle von THE FUNHOUSE MASSACRE kann Entwarnung gegeben werden, denn auch wenn Englund nicht lang zu sehen ist, hat der Streifen jede Menge Überraschungen zu bieten – und darauf kommt’s doch letztendlich an, oder?
 
 
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Eigentlich sollte es nur eine Reportage über sechs der meistgefürchteten Verbrecher unseres Planeten werden. Doch die Reporterin hat anderes im Sinn. Statt den Leiter einer Haftanstalt (ROBERT ENGLUND) zu interviewen und Bilder von den Häftlingen zu schießen, gibt sie sich als Tochter einer der Inhaftierten zu erkennen und tötet alles und jeden. Ihr Ziel: die Bösewichte aus ihren Käfigen lassen, damit sie in Freiheit weiteres Unheil anrichten können. Selbstverständlich können die Fieslinge entkommen und flüchten zu einer dieser leicht kitschigen Spukattraktionen, die in Amerika Hochkonjunktur haben, wenn Halloween ist. So werden die Angestellten besagten Horrorhauses um die Ecke gebracht, damit die Psychopathen deren Plätze einnehmen können. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Ein blutiges Exempel wird statuiert. Die Besucher werden blutig ermordet und als Requisiten missbraucht. Doch eine Gruppe Freunde weiß sich zu wehren. Sie nehmen den Kampf gegen das Böse auf, um den Verbrechern ein Denkzettel zu verpassen. Liebhaber grober Schlachtszenarien wird’s freuen
 
 
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Nichts ist schlimmer als langweilige Horrorfilme, die Zeit und Nerven rauben. Wühlt man sich durch den ganzen Low-Budget-Kram, der tagtäglich in den Handel gebracht wird, muss man sich der erschreckenden Erkenntnis hingeben, dass wohl den meisten Genre-Regisseuren nicht bewusst ist, was Horrorfans eigentlich wollen. Nach guter und unterhaltsamer Abendunterhaltung dürstet es den Meisten, welche man schon lange nicht mehr von Produktionen neueren Datums erwarten kann. Dort findet eher die Formel schnellen Geldes Verwendung. Nach straffem Zeitplan und mit überschaubaren Budget werden dilettantische Drehbücher verfilmt, die von lustlosen und unerfahrenen Autoren geschrieben werden. Das Nachsehen hat oft der Zuschauer, dem langsam der Spaß am Schauen von Genrefilmen vergeht, weil Quantität vor Qualität geht. Weg vom schlechten No-Budget-Müll, hin zu erwähnenswerten Horrorfilmen, die Spaß bereiten. THE FUNHOUSE MASSACRE ist so ein Fall, dessen Handlung so schwachsinnig ist, dass man den Film allein schon deshalb nur mögen kann. Regisseur ANDY PALMER nimmt sich eines Themas an, an dem sich vor einiger Zeit der Found-Footage-Thriller HOUSES OF TERROR die Zähne ausgebissen hat: Serienmörder und Geisterbahnen. Anders als im bierernsten Wackelchaos von 2014 versucht es Palmer mit selbstironischem Humor. In THE FUNHOUSE MASSACRE haben Spaßbremsen und Moralapostel Sendepause. Hier verhalten sich alle Beteiligten derart schräg, dass kein Auge trocken bleibt. In einer Geisterbahn treten sechs skurrile Gestalten gegen grünschnäblige Jungdarsteller an, die selbstverständlich alles dafür tun, möglichst schnell über die Klinge zu springen. Im Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip geht’s voran – selbstverständlich blutig und abwechslungsreich. Nacheinander müssen alle Hauptfiguren kreativ sterben. Von zerquetschten Köpfen bis hin zur grotesken Zahnoperation gibt es allerhand absurdes Zeug zu sehen, das jedoch so überzogen zelebriert wird, dass die Lacher dem Ekel den Rang ablaufen. Höhepunkt ist das im Titel angedeutete Massaker in dem wahllos Gäste der Horrorattraktion irgendwie um die Ecke gebracht werden. Die Kamera hält drauf, der Zuschauer ist glücklich. Weil abwechslungs- und temporeich geschlitzt, gehackt und gesäbelt wird, kommen kaum Längen auf. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht streitig machen – vor allem auch deshalb, weil die Grenzen zur Slasher-Persiflage fließend sind. Manchmal tut leichte Kost Not. THE FUNHOUSE MASSACRE ist ein gutes Beispiel dafür, dass doof nicht gleichzeitig schlecht bedeuten muss. Dieser Film ist zwar nicht sonderlich helle, dafür handwerklich gelungen und rasant inszeniert. Der hohe Splatterfaktor tut sein Übriges. Dieser ist übrigens ROBERT KURTZMAN und dessen kreativem Team zu verdanken. Die haben schon einige Blutbäder in bekannten Horrorfilmen angerichtet. Darunter: FROM DUSK TILL DAWN, TEXAS CHAINSAW 3D und TANZ DER TEUFEL 2 um nur einige zu nennen. Zurück zum Massaker – Fortsetzung erwünscht!
 
 
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THE FUNHOUSE MASSACRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Disneyland für Erwachsene. Kunterbuntes Splatterfeuerwerk mit hohem Fun-Faktor, das sich zu keiner Minute ernst nimmt. Wer Filme wie 2001 MANIACS, HATCHET oder das Remake zu NIGHT OF THE DEMONS mochte, wird diesen Film garantiert ins Herz schließen. THE FUNHOUSE MASSACRE punktet mit jeder Menge hirnfreiem Charme, trashigen Splattereffekten und einem absurdem Szenario, dass am Ende so ziemlich ins Nirwana der Absurdität vorstößt. Sechs unaufhaltsame Psychopathen – darunter ein Zahnarzt, ein Kannibale, ein Sektenguru, ein Leichenfledderer, ein Clown und eine Lolita – metzeln sich durch eine Geisterbahn und richten dabei ein lupenreines Massaker an. Mit handgemachten Splatterexzessen, Prothesen und Blutkonserven hat man nicht gegeizt. Das Interesse ausgehungerter Gore-Freunden wird damit geweckt, die sich am blutroten Metzelreigen kaum satt sehen können. Trotz hohem Blutzoll besticht THE FUNHOUSE MASSACRE durch enormen Unterhaltungswert. Hier ist immer was los und viel gequasselt wird nicht. Im Fokus stehen möglichst abgefahrene Todesarten. Darin ist der Film Weltmeister. Löblicherweise lässt sich FEDDY KRUEGER-Darsteller ROBERT ENGLUND kurz blicken und schaut nach dem Rechten. Der hatte zuletzt immer Pech bei der Auswahl seiner Rollen in drittklassigen Horrorfilmen. THE FUNHOUSE MASSACRE macht da eine Ausnahme. Der bereitet nämlich jede Menge Laune – auch wenn Englund zeitig sein Leben lassen muss. Als Partyfilm mit Bier und Freunden macht diese Splatter-Comedy definitiv eine gute Figur. Daher Hirn abschalten und genießen.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Zensur

 
 
 
THE FUNHOUSE MASSACRE zelebriert – wie es bereits der Titel vermuten lässt – Gewalt zum Selbstzweck. Hier gibt es allerhand krudes Zeug zu sehen, dass aber durch den humoristischen Unterton nicht so hart wirkt, wie man es vermuten würde. Es werden Köpfe abgeschlagen, Zähne herausgerissen und Kehlen durchgeschnitten. Das ist aber noch längst nicht alles. Es würde wohl den Rahmen sprengen, wenn hier jede Todesart genannt werden würde. Vergleicht man THE FUNHOUSE MASSACRE mit Filmen wie HATCHET kann man sich in etwa ein Bild machen, wohin die Reise gehen wird. Mit viel Glück gibt es für den Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene (keine Jugendfreigabe). Aber die Wege der FSK sind auch heute noch unergründlich.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
2001 Maniacs (2005)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 


Filmkritik: „Ava’s Possessions“ (2015)

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AVA’S POSSESSIONS

Story

 
 
 

Die attraktive Ava (LOUISA KRAUSE) war 28 Tage von einem Dämon besessen. Nach einer geglückten Teufelsaustreibung versucht sie nun wieder einem geregelten Leben nachzugehen. Leider plagen sie einige Erinnerungslücken, denn die junge Frau weiß nicht, was sie während der Zeit ihrer Besessenheit getrieben hat.

 
 
 


 
 
 

AVA’S POSSESSIONS – Kritik

 
 
 
Schon wieder ein Film über eine besessene Frau, die von einem Dämonen besessen ist und der das Böse mittels Exorzismus ausgetrieben werden soll? Seit DER EXORZIST im Kino gewütet und praktisch Generationen von Horrorfans um den Schlaf gebracht hat, ist Besessenheit in Kombination mit ihrer Austreibung ein beliebtes Sujet, dem sich vor allem die Filmemacher widmen, denen partout nichts Neues einfallen will. Der obligatorische Exorzisten-Fahrplan ist Schuld, dass man sich trotz stattlicher Anzahl an Plagiaten bisher nur an wenige dieser Filme erinnern kann. So werden die meist weiblichen Protagonisten dabei begleitet, wie sie erst von einer bösartigen Macht heimgesucht und anschließend zu willenlosen Marionetten umfunktioniert werden. Weil meist ein Dämon oder gleich der Teufel selbst für unanständiges Benehmen verantwortlich gemacht wird, kann der Übeltäter nur durch einen Exorzismus unschädlich gemacht werden – mit ermüdenden Folgen. Aufgrund immer gleicher Handlungsverläufe haben Exorzismusfilme über die Jahre an Schrecken verloren, denn viele dieser Streifen eifern zu verkrampft genanntem Horrorklassiker von WILLIAM FRIEDKIN nach, statt neue Geschichten zu erzählen. Ganz anders: AVA’S POSSESSIONS. Der Film von der Hand JORDAN GALLANDS versucht erst gar nicht, sich den diktierten Regeln dieser Filmgattung zu unterwerfen. Ein unkonventionelles Experiment, das zumindest bei Kritikern und Publikum des FANTASY FILMFEST 2015 gut ankam. AVA’S POSSESSIONS erntete durch die Bank weg positives Feedback und erhielt von der Fachpresse hervorragende Kritiken. Aber kann der ungewöhnliche Horrorstreifen auch den mainstreamverwöhnten Zuschauer überzeugen?
 
 
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Die taffe Ava hat eine schwere Zeit hinter sich. Sie war 28 Tage von einem Dämonen besessen und kann sich an nichts mehr erinnern. Weitaus problematischer ist jedoch, was nun auf sie zukommt. Während ihrer Besessenheit trieb die Leidtragende allerhand Schindluder, sorgte für Chaos und verletzte Menschen. Dafür soll sie nun bestraft werden und ins Gefängnis kommen. Doch der Richter hat Mitleid. Um der Haftstrafe entgehen zu können, muss Ava an einem staatlichen Programm für ehemals Besessene teilnehmen. In einer anonymen Selbsthilfegruppe soll sie lernen mit der Situation umzugehen, sich mit Gleichgesinnten austauschen und bei Opfern entschuldigen. Weitaus wichtiger als Austausch und Entschuldigungen ist für Ava aber das Schließen von Erinnerungslücken, denn Freunde und Familie verhalten sich ihr gegenüber distanziert. So beginnt die junge Frau auf eigene Faust zu ermitteln und stößt dabei auf ein unheimliches Familiengeheimnis.
 
 
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AVA’S POSSESSIONS nimmt unter den vielen Exorzismus-Streifen eine Sonderstellung ein. Der Film langweilt nicht mit bekannten Episoden von Besessenheit, die zwangsläufig zum Exorzismus führen, damit das Opfer von seinen Qualen erlöst werden kann. Vielmehr beleuchtet der unabhängig produzierte Streifen das Leben nach einer Dämonenaustreibung und setzt sich mit der Frage auseinander, wie ehemals Besessene erneut in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Entstanden ist dabei ein ungewöhnlicher Mix aus Mystery-Thriller und Horrorkomödie, der von der Stimmung her fast in Richtung Film noir weist und den Zuschauer mit Brotkrumen-Methode fordert. Dabei setzt der Film da an, wo eigentlich die meisten dieser Grusler enden. Nach einem Exorzismus leidet die Filmheldin unter Gedächtnisverlust und begibt sich auf eine verzweifelte Suche nach Antworten, deren Puzzleteile erst am Ende einen Sinn ergeben. Während der erfrischenden Schnitzeljagd macht JORDAN GALLAND von ungewöhnlichem Farbenspiel Gebrauch, das man bereits in früheren Werken des legendären DARIO ARGENTO zu sehen bekam. AVA’S POSSESSIONS ist farbtechnisch wirklich sehr durchdacht. So unterstreichen experimentelle Farbenspiele die Gefühle der Titelfigur. Zudem kommen grelles Rot und auffälliges Blau immer dann zum Einsatz, wenn aussagekräftige Schlüsselmomente hervorgehoben werden müssen.
 
 
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Charmant-kurzweiliger Gruselspaß ist mit AVA’S POSSESSIONS garantiert, denn die charismatische Hauptdarstellerin bleibt in Erinnerung, weil die sich selbst und ihre eigentlich verzwickte Situation nicht sonderlich ernst nimmt. Das kommt auch beim Zuschauer gut an, der mit dem eigenwilligen Humor der Filmfigur so seinen Spaß haben wird. So meistert die Ex-Besessene voller Tatendrang urkomische Situationen in besagter Selbsthilfegruppe und trifft dort natürlich auch auf sonderbare Zeitgenossen, die ihr bei der Suche nach Erleuchtung behilflich sind. Mit Mut zum Unkonventionellen, einer originellen Idee und einfach anderer Herangehensweise, verleibt AVA’S POSSESSIONS dem mittlerweile gar nicht mehr so frischem Exorzismus- und Dämonenfilm neues Leben ein, das dieses Subgenre bitter nötig hat. Wer demzufolge einen Richtungswechsel voraussetzt, um sich überhaupt noch von dieser Gattung Film unterhalten lassen zu können, sollte AVA’S POSSESSIONS unbedingt eine Chance geben. Für Anhänger des Mainstreams ist dieser Film übrigens nix.
 
 


 
 
 

AVA’S POSSESSIONS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
HANGOVER meets DER EXORZIST. AVA’S POSSESSIONS ist nicht mit bekannten Genre-Beiträgen vergleichbar und nimmt demzufolge unter den vielen Exorzismus-Beiträgen eine Sonderstellung ein. Von Dämonen besessen zu sein, ist in diesem Film nichts Ungewöhnliches mehr, denn offensichtlich passiert das in der Welt von AVA’S POSSESSIONS nahezu täglich, weshalb staatlich gegründete Selbsthilfegruppen Betroffenen den rechten Weg weisen sollen. So absurd sich der Grundplot auch anhören mag, so skurril ist AVA’S POSSESSIONS letztendlich auch. Das ist die Quintessenz dieser schrägen Horrorkomödie, die sich im späteren Verlauf vom Mystery-Film hin zum Detektiv-Thriller entwickelt und für allerhand urkomische Situationen und trockenen Wortwitz sorgt, wenn Filmheldin Ava nach dem warum ihrer Besessenheit forscht. Leider verspielt Regisseur JORDAN GALLAND einige Pluspunkte, weil der Film hin und wieder unter seinem bedächtigen Tempo leidet. Das ist aber nicht weiter schlimm, weil die sympathische Besetzung manchen Holperer in der Inszenierung vergessen lässt.
 
 


 
 
 

AVA’S POSSESSIONS – Zensur

 
 
 
Blut, Splatter und Gewalt haben Sendepause. Der Film hat keinerlei selbstzweckhafte Gemeinheiten zu bieten. Es gibt eine Leiche in einem Minibus zu sehen. Das war es dann aber auch schon. Das ist aber nicht weiter schlimm, handelt es sich bei AVA’S POSSESSIONS in erster Linie um eine Horrorkomödie, die von einer absurden Geschichte und schrägen Charakteren lebt. Eine FSK16 ist aufgrund einiger schauriger Verwandlungsmomente realistisch.
 
 
 


 
 
 

AVA’S POSSESSIONS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Ravenous Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
ExitUs – Play it Backwards (2015)

Demonic (2015)

Gallows Hill (2013)

The Atticus Institute (2015)

Der Exorzist (1973)

Teenage Exorcist (1991)


Filmkritik: „Casting des Todes“ (2015)

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CASTING DES TODES

(CASTING OF DEATH)

Story

 
 
 
Das Casting für eine sexy Cocktail-Show läuft aus dem Ruder, weil die Kamera Dinge aufzeichnet, die sich mit bloßem Auge nicht erkennen lassen.

 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Kritik

 
 
 
Seit den Anfängen von FILMCHECKER liegen nicht nur regelmäßig Blu-rays und Screener bekannter deutsche Filmunternehmen und Vertriebe mit Horrormaterial im Briefkasten, das wir in Form von umfangreichen Kritiken auf dem Blog vorstellen. Auch deutsche Nachwuchsfilmemacher und immer häufiger ambitionierte Regisseure aus dem Ausland senden selbstständig Ansichtsmaterialien zu, mit der Bitte darüber zu berichten. Leider können wir aus Zeitgründen nur wenige dieser Projekte berücksichtigen, da sich hinter vielen der teils in Eigenregie produzierten Genrefilme ohnehin nur semiprofessioneller Amateurquatsch verbirgt, der besser im Privatarchiv schlummern sollte, statt ihn deutschen Horrorfans zuzumuten. Dass es auch anders geht, beweist CASTING DES TODES – ein blutiger Kurzfilm aus Deutschland, der beinahe ungesehen blieb, weil dahinter eine weitere Selfmade-Produktion vermutet wurde. Gott sei Dank ist der Fünfzehnminüter dann doch im Player gelandet, sonst wäre wohl die Erkenntnis nie gekommen, dass auch im deutschen Untergrund gute Horrorfilme gedreht werden.
 
 
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Splatter, Spaß und viel nackte Haut – Zutaten, die Horrorfanherzen schneller schlagen lassen. Das war wohl auch Regisseur EZRA TSEGAYE bewusst, der CASTING DES TODES um jede Menge Schauwerte bereichert hat, die Liebhaber von Horrorware nun mal erwarten. Ein ungewöhnliches Casting bietet Stoff für amüsant-trashigen Filmirrsinn, in dem der Zuschauer – laut Aussage von Hauptdarstellerin MICAELA SCHÄFER – die brutalsten Nacktszenen zu sehen bekommt, die der selbsternannte Reality-Star bisher gedreht hat. Model, Moderatorin und Schauspielerin MICAELA SCHÄFER wird in diesem Kurzfilm von zwei erfolglosen Filmemachern zu einem Vorsprechen geladen, bei dem sie für einen neue TV-Show textilfrei Cocktails mixen soll. Doch die Crew ist nicht sonderlich am Können der künftigen Moderatorin interessiert. Das Zielpublikum soll in erster Linie mit optischen Reizen verwöhnt werden, was die Bewerberin natürlich versteht. Sie streift die Kleider ab und hält zwei schlagkräftige Talente in die Kamera. Weil CASTING DES TODES jedoch ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass die Geschehnisse eine unerwartet blutige Wendung nehmen werden. Der Kameramann entdeckt Unheimliches. Sein neues Arbeitsutensil filmt nicht das, was sich vor der Linse ereignet. Stattdessen hält es Mord und Totschlag auf Video fest – mit fatalen Folgen.
 
 
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Will man Aufmerksamkeit erregen, muss man polarisieren und provozieren. Das gelingt vor allem dann, wenn man Filmrollen mit C-Prominenz besetzt, über die regelmäßig in der Boulevardpresse berichtet wird. Im Falle des Kurzfilms CASTING DES TODES dürfte die Wahl auf TV-Phänomen MICAELA SCHÄFER das Beste gewesen sein, was dieser Indie-Produktion passieren konnte. Mit Schäfer als Zugpferd hat der Film nämlich reichlich Aufmerksamkeit ernten können und wurde sogar auf diversen Festivals mit Lob überschüttet. So auch auf der LOS ANGELES HORROR COMPETITION, wo die ehemalige GERMANY’S NEXT TOP MODEL-Teilnehmerin als beste Schauspielerin nominiert wurde – und sogar gewann. Das mag tatsächlich begabte Künstler zu Recht deprimieren; trotzdem muss man lobenswerterweise hinzufügend erwähnen, dass Schäfers Auftritt in CASTING DES TODES die bisher überzeugendste Leistung ist, die man von der gebürtigen Leipzigerin zu sehen bekommen hat. Die hat zwar im Film nicht viel zu sagen – dafür sprechen nackte Tatsachen für sich. Den männlichen Fan des Genres dürfte das freuen.
 
 
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Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE erklärte im Interview, dass er schon immer ein Fan fantastischer Filme gewesen ist. So prägte der Science-Fiction-Klassiker FUTUREWORLD – DAS LAND VON ÜBERMORGEN nachhaltig, den er sich im stolzen Alter von fünf Jahren allein angesehen hat, ohne dass die Mutter davon wusste. Doch damit nicht genug. Auch die Mystery-Serie TWILIGHT ZONE und Horror-Klassiker, wie DIE KÖRPERFESSER KOMMEN oder ROSEMARIES BABY verstärkten die Leidenschaft zum Film. So folgten nach Comics für die Schülerzeitung und Kurz-Trickfilmen, erste Filmversuche mit einer Super-8-Kamera, in denen er Realfilm mit Comic-Elementen verknüpfte. Gleiche Kombination findet auch in CASTING DES TODES Verwendung. Tsegaye vermischt Zeichentrick mit Realfilm, zeigt abgenutztes Videomaterial, das man sonst oft in Found-Footage-Machwerken zu sehen bekommt und garniert das kurzweilige Trash-Gebräu mit Sex, Blut und Rock ’n‘ Roll. Dank abwechslungsreicher Kameraperspektiven, chaotischen Schnitten und frechem Filmsong aus der Feder von STEFAN DITTRICH (der übrigens nicht mehr aus dem Ohr geht) bleibt CASTING des TODES länger im Gedächtnis, als manch andere Amateur-Katastrophe aus den Hinterhofgaragen von ITTENBACH, SCHNAAS & Co. Bleibt zu erwähnen, dass diesem Kurzfilm aufgrund professioneller Machart kaum noch Amateurstatus anhaftet. Umso erfreulicher, dass EZRA TSEGAYE die Idee seinen Splatter-Kurztrips ausbauen und auf die große Leinwand bringen möchte. Mit DER TEUFEL IN MIR wird das Casting des Grauens fortgesetzt – größer, blutiger, besser. Dank Crowdfunding und spendablen Geldgebern soll das Projekt mit mehr Budget, internationalen Schauspielern und natürlich MICAELA SCHÄFER für den weltweiten Filmmarkt umgesetzt werden. Ob sich bereits Hollywood die Remake-Rechte gesichert hat? Man darf spekulieren.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Warum MICAELA SCHÄFER nach ihrem missratenen Auftritt in SEED 2 wieder vor die Linse darf? Ganz einfach, weil sie die neue (deutsche?) B-Movie-Ikone unserer Zeit ist. Zumindest behauptet das Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE, der von der attraktiven aber auch provokanten Erscheinung der gebürtigen Leipzigerin so überzeugt gewesen ist, dass er sie für die Rolle einer naiven Castingteilnehmerin verpflichten lies. CASTING DES TODES lässt die 1980er und 90er wieder aufleben, denn die Trash-Komödie verbeugt sich mit makabren Humor und blutigen Momenten vor jenen Horror-Splatterfilme genannter Jahrzehnte. Für eine Amateur-Produktion ist Gebotenes beachtlich, denn der Low-Budget-Splatterulk hinterlässt einen guten Eindruck und schaut alles andere als billig aus. Gute Schauspieler (ja auch die Schäfer überzeugt), souveräne Inszenierung und ein Ohrwurm im Abspann garantieren 15 kurzweilige Minuten mit Appetit auf mehr. Trash-Fans sollten daher jetzt gut zuhören, denn CASTING DES TODES ist amüsant-trashiger Filmirrsinn mit hohem Fun-Faktor, der übrigens hier für kleines Geld gesehen werden kann, schließlich ist noch keine kaufbare Heimkinofassung auf physischem Medium erschienen.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Zensur

 
 
 
CASTING DES TODES (internationaler Titel CASTING OF DEATH) ist Splatter-Quatsch der ironischen Sorte. Die Gewaltmomente werden derart übertrieben dargestellt, dass der Kurzfilm problemlos eine FSK16 erhalten könnte.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Staplerfahrer Klaus – Der erste Arbeitstag (2000)
 
Treevenge (2008)
 
Fist of Jesus (2012)
 


Filmkritik: „The Final Girls“ (2015)

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THE FINAL GIRLS

Story

 
 
 
Als in jenem Kino ein Feuer ausbricht, in dem anlässlich des Todes der Horrorfilm-Schauspielerin Amanda Cartwright ein Gedenk-Event stattfindet, finden sich Amandas Tochter Max und ihre Freunde plötzlich im berühmtestem Film der verstorbenen Schauspielerin wieder: „Camp Bloodbath“. Nun müssen sie selbst ums Überleben kämpfen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Kritik

 
 
 
Regisseur Todd Strauss-Schulson kann bei IMDb zwar schon auf 25 Regie-Einträge verweisen, allerdings ist „The Final Girls“ erst sein dritter Kinofilm (nach „Private High Musical“ von 2008 und „Harold & Kumar“ von 2011). Und Strauss-Schulson hat aus dem Drehbuch der Neulinge M.A. Fortin und Joshua John Miller wirklich das Bestmögliche herausgeholt. Leider bietet das Script nicht die bestmögliche Story, so dass „The Final Girls“ bedauerlicherweise nicht so gut ist, wie er definitiv hätte werden können. Denn wo findet der geneigte Horrorfan heute noch einen Film, der ordentlich budgetiert und mit fähigen Darstellern ausgestattet ist und darüber hinaus noch mit einer originellen Story-Idee punkten kann? Eben. Da ist es dann umso ärgerlicher, wenn der Film erkennen lässt, dass er hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. „The Final Girls“ hat fast alles richtig gemacht, allerdings hapert es an zwei grundlegenden Dingen, die diesen Film perfekt gemacht hätten: wesentlich mehr Gore und viel mehr Humor. So vergehen die 88 Minuten Laufzeit zwar auch recht kurzweilig, aber der Film ist leider viel zu unlustig. Zudem blendet Scott-Schulson bei fast jeder Slasher-Szene ab, so dass kaum Blut zu sehen ist. Das ist wirklich ärgerlich, weil „The Final Girls“ ansonsten über ein paar wirklich gute Ideen verfügt.
 
 
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Max (Taissa Farmiga aus „Mindscape„) hat ihre Mutter, die Horrorfilm-Ikone Amanda Cartwright (Malin Akerman), vor drei Jahren bei einem Autounfall verloren. Über diesen Verlust ist Max immer noch nicht hinweg. Als ein Bekannter sie bittet, an einem Gedenk-Event für Amanda teilzunehmen, an dem ein Double-Feature ihrer berühmtesten Filme „Camp Bloodbath 1+2“ gezeigt wird, lehnt Max deshalb zunächst ab. Schlussendlich taucht sie aber doch im Kino auf, in dem der Film gezeigt wird. Als dort plötzlich ein Feuer ausbricht, suchen Max und ihre Freunde einen Ausweg. Kurzerhand stürzen sie durch die Leinwand und landen dabei mitten im gezeigten Film aus den 1980er Jahren. Das Wiedersehen mit ihrer dort noch blutjungen Mutter macht Max schwer zu schaffen. Allerdings bleibt keine Zeit für langes Nachdenken, denn immer noch schleicht ein Killer durchs Camp und macht auch vor Max und ihren Freunden nicht halt. Wird es der sypmpathischen Hauptdarstellerin und ihren Freunden gelingen, dem Killer zu entwischen und vielleicht sogar die Mutter der Filmheldin zu retten. Oder werden sie auf ewig in dem billigen Schocker „Camp Bloodbath“ gefangen bleiben?
 
 
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Zunächst zum Positiven: „The Final Girls“ hat ein paar wirklich grandiose Ideen. Die Freunde bekommen wiederholt die Möglichkeit, ins Camp Bloodbath zu gelangen, als sie sich nach ihrer Flucht aus dem brennenden Kinosaal unverhofft im waldähnlichen Setting des Films wiederfinden. Denn nach genau 92 Minuten beginnt der Film immer wieder von vorn, so dass die anfänglich ausgeschlagene Mitfahrgelegenheit im dritten Anlauf endlich wahrgenommen wird. Auch zum Thema Rückblenden hat Scott-Schulson sich etwas einfallen lassen. Zum Beispiel kann man über die eingeblendete Schrift herübersteigen, die anzeigt, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Als die Freunde auf einmal ganz langsam sprechen und sich auch so bewegen, stellen sie erstaunt fest, dass sie sich in einer Slow-Motion-Sequenz befinden. Und als sich Hedlin Max nach ihrem letzten Kampf umdreht und zum Himmel blickt, wird dort der nun eingeblendete Abspann sichtbar. Diese kleinen Ideen sind wirklich lustig und machen Spaß. Der Film ist eine Hommage an „Freitag, der 13.“ und zeigt dies gern und deutlich durch schonungslosem Gebrauch von Slasher-Klischees. So taucht der Killer immer dann auf, wenn die Protagonisten gerade am Fummeln sind. Zudem wurde er als Kind in einem Ferienlager gehänselt, trägt eine alberne Maske und pflügt sich mit einer Machete durch seine Opfer. Darüber hinaus hat Scott-Schulson ein paar wunderbare Szenen in seinen Film gestreut, in denen 80er und Neuzeit aufeinanderstoßen. So treffen Walkmans auf Handys, was bei den Filmfiguren für Verwirrung sorgt.
 
 
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Scott-Schulson hat außerdem viel Wert auf ordentliche CGI und coole Bilder gelegt. Oft taucht er die Settings in satte, leuchtende Farben, die den Look des Films nennenswert unterstreichen. Auch die Darsteller geben ihr Bestes und spielen solide. Der 37jährigen Malin Akerman nimmt man das Teenager-Blondchen im Film-im-Film zwar nicht ganz ab, dennoch spielt sie ihre Rolle gut. Taissa Farmiga ist die 21jährige Schwester der doppelt so alten Vera Farmiga („Up in the Air“) und liefert als emotional völlig überforderte Filmheldin Max ebenfalls glaubwürdige Leistungen ab. Erwähnenswert wäre dann vielleicht noch Angela Trimbur als tumbe, aber sexy Tina, die wunderbar überzogen von ihr dargeboten wird. Guter Cast, guter Look, coole Ideen und stimmiger Soundtrack – bis hierhin hat Scott-Schulson alles richtig gemacht.
 
 
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Was seinem Film dann leider zumindest teilweise das Genick bricht, sind die zu spärlich vertretenen Komponenten Humor und Splatter. Da ist sogar das Vorbild von 1980 blutiger und zeigefreudiger als dieser Film. Scott-Schulson blendet fast jedes Mal ab, sobald die Machete geschwungen wird oder vermeintlich blutige Auseinandersetzungen stattfinden. Von grausig-absurden Morden oder bösen Verletzungen bekommt man hier also so gut wie nichts zu sehen, was wenig Sinn macht, wenn man einen Horror-Slasher dreht. Darüber hinaus fehlt es dem Film, abgesehen von ein paar humoristischen Wortspielchen, eindeutig an Witz. Der sich förmlich anbietende Running Gag um das Ableben einer der Protagonisten wird verschenkt. Coole One-Liner von Amanda und Vicki wie „Dann heb ich mich eben für George Michael auf“ und „Darauf würde ich mich lieber nicht verlassen“ bleiben die Ausnahme. Somit werden die 88 Minuten Laufzeit zum teils zähen Trauerspiel, eben weil man so gut erkennen kann, welches Potenzial der Film gehabt hätte.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kaum Witz und wenig Gewalt. Diese Mankos machen „The Final Girls“ leider zu einem durchschnittlichen Horrorfilme – etwas, was man diesem Film wirklich nicht gegönnt hätte. Dennoch kann man mit diesen Final Girls durchaus Spaß haben, denn trotz der erwähnten fehlenden Zutaten liegt der Film qualitativ weit über dem, was man normalerweise im Horrorgenre geboten bekommt. Vielleicht kommt es ja so, wie auch im Film „Camp Bloodbath“: ein zweiter Teil kündigt sich an. Bis dahin solide sechs von zehn blutigen Camps, um die man besser einen weiten Bogen macht.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Zensur

 
 
 
„The Final Girls“ hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Sonderlich blutig sind die Morde nicht, was die FSK16 durchaus gerechtfertigt. Slasher-Fans können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Final Girls; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Hindi, Italienisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar von Cast & Crew, Kommentar des Drehbuchautors, Entfallene, erweiterte und alternative Szenen mit optionalem Kommentar vom Regisseur, Entwicklung der visuellen Effekte Vorschau-Animation

Release-Termin: 12.11.2015

 

The Final Girls [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You Can’t Kill Stephen King (2012)
 
Chuckys Baby (2004)
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Scream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Scream 4 (2011)
 


Filmkritik: „Therapie für einen Vampir“ (2014)

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THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR

Story

 
 
 
Wien in den frühen 30ern. Graf Geza von Közsnöm (Tobias Moretti) ist unzufrieden. Der betagte Vampir verbringt die meiste Zeit in seinem Palais und versucht, seiner Gattin Elsa (Jeanette Hain) aus dem Weg zu gehen. Auch das Jagen von frischem Menschenblut hat er lange aufgegeben und lässt sich seine Mahlzeiten inzwischen von seinem Chauffeur abzapfen. Neue Impulse müssen her, und wo kann man sich diese besser organisieren als bei Dr. Sigmund Freud (Karl Fischer)? Der Besuch beim berühmten Psychoanalytiker lässt die Wege des Grafen mit denen des jungen Malers Viktor (Dominic Oley) kreuzen, der seinerseits Probleme mit seinem Liebling Lucy (Cornelia Ivancan) hat. Zwischen den ungleichen Paaren entwickelt sich eine Reihe von Konflikten, die die österreichische Hauptstadt zum Beben bringen.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Kritik

 
 
 
Nachdem der neuseeländische „5 Zimmer Küche Sarg“ das Genre der Vampir-Komödie eröffnet und die Messlatte gehörig hoch gelegt hat, standen die Vorzeichen für die deutsch-österreichische Produktion „Therapie für einen Vampir“ nicht besonders gut. Immerhin griffen die Kreativköpfe der letztjährigen Komödie reichlich tief in die Mythologie der Blutsauger und lieferten ein Gag-Feuerwerk der Extraklasse ab. Für etwas Hoffnung sorgt die Tatsache, dass man sich hier nicht mit den allnächtlichen Komplikationen der Vampire auseinandersetzt, sondern mit der profunden Ennui, die ein unsterbliches Leben mit sich bringt.
 
 
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Tatsächlich geht das Rezept des Autors und Regisseurs David Rühm auf. Seine Besetzung des würdevollen Grafen mit Ex-Hundekommissar Tobias Moretti ist außerordentlich gut getroffen und Moretti versprüht die noble Aura des alteingesessenen Vampirs sehr gut. Auch die übrigen Rollen, allen voran die exzentrische Gräfin Elsa und das mehrfache Objekt der Begierde Lucy sind gut verteilt und ihre Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab. Ungewöhnlich für eine leichte Komödie wie diese ist die Tatsache, dass in „Therapie für einen Vampir“ eine beachtliche Menge an Handlungssträngen verfolgt wird, ohne dass der Film unübersichtlich wird. Neben dem Beziehungsstress des sterblichen Paares bekommen wir die Besessenheit des Grafen mit einer Verflossenen oder die Krise einer Gräfin, die sich nicht an ihr eigenes Antlitz erinnern kann, mit.
 
 
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Die vielschichtige Handlung findet im Wien der Vergangenheit eine sehr stimmige Kulisse. In den nebligen Gassen und edel anmutenden Plätzen der Stadt entfaltet sich eine schaurig-komische Stimmung, die die Vampir-Thematik ideal und treffend unterstreicht. Auch vor dem wichtigen Einsatz von Kunstblut scheut David Rühm nicht zurück und würzt den Auftritt seiner nächtlichen Kreaturen mit einer angemessenen Menge des roten Lebenssaftes.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer sich vor einer deutsch produzierten Vampirkomödie scheut und ein mittelmäßig produziertes Werk erwartet, ist im Unrecht. „Therapie für einen Vampir“ ist eine kurzweilige Jagd durch das nächtliche Wien, gespickt mit gut aufgelegten Schauspielern, einer einfallsreichen Handlung, schönen Bildern und muss sich vor internationalen Genrekollegen keinesfalls verstecken.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Zensur

 
 
 
Einige Szenen verfügen zwar über großzügigen Einsatz von Kunstblut, dennoch verliert der Film nie seine Identität als gutmütige Komödie. Eine Jugendfreigabe schien daher sicher. THERPIE FÜR EINEN VAMPIR hat in Deutschland eine Freigabe ab 12 erhalten und ist trotz niedriger FSK-Einstufung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Therapie für einen Vampir; Österreich / Schweiz 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Behind the scenes-Clips, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 03.11.2015

 

Therapie für einen Vampir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MFA Film Distribution

 
 
 
Ähnche Filme:
 
5 Zimmer Küche Sarg (2014)
 
Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)
 
Dracula – Tot aber glücklich (1995)
 


Filmkritik: „Turbo Kid“ (2015)

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TURBO KID

Story

 
 
 
Für die meisten von uns war 1997 das Jahr, in dem die Spice Girls Radio sowie Musiksender bevölkerten und auf erstaunlich robusten Mobiltelefonen Snake gespielt wurde. Für den jungen Comic-Fan, der nur als „The Kid“ (Munro Chambers) bekannt ist, besteht 1997 hauptsächlich aus Fahrradtouren durch eine Welt, die von nuklearem Krieg verwüstet wurde. Zusammen mit der merkwürdigen Apple (Laurence Leboeuf) und dem Cowboy Frederic (Aaron Jeffery) durchstreift er die Weiten der zerstörten Gegend auf der Suche nach Schrott, Spielzeugen, Waffen und anderem illustrem Gut. Der apokalyptische Alltag wird unterbrochen, als die Gruppe ihren Weg mit dem von Zeus (Michael Ironside) kreuzt, der als despotischer Herrscher Gladiatorenkämpfe veranstaltet und allerlei fiese Verbrechen begeht. Selbstverständlich muss Zeus gestoppt werden. Mit dem Superhelden-Kostüm, das das zukünftige „Turbo Kid“ in einem abgestürzten Flugzeug entdeckt, sollte das Duell sogar zu gewinnen sein.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Kritik

 
 
 
Schon während des Vorspanns fliegt dem geneigten Zuschauer eine große Menge an Nostalgie entgegen. Mit einem stimmigen Soundtrack aus Synthesizer-Sounds und feinstem Power-Rock flitzt Turbo Kid auf seinem BMX durch die nukleare Wüste, so dass man sich sofort in die Popkultur der 80er und 90er Jahre zurückversetzt fühlt. Natürlich dürfen auch Referenzen an beliebte Filme der Ära (beispielsweise „Armee der Finsternis“) nicht fehlen. Abgerundet wird die spaßige Hommage an vergangene Zeiten mit dem Auftritt von Michael Ironside, der durch Auftritte in „Total Recall“ oder „Starship Troopers“ zu einem der denkwürdigsten Retro-Leinwandschurken avanciert ist. In der knallbunten Ausstattung des Films spiegelt sich der nostalgische Geist von „Turbo Kid“ ebenso gut wie in der passenden musikalischen Untermalung wieder.
 
 
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Angereichert wird der Ritt durch die 80er und 90er von einem Festival aus kreativem Splatter und Gore, das nicht zuletzt von Zeus Handlanger Skeletron verursacht wird. Wenn Turbo Kid mit seinem Turbo-Handschuh reihenweise Schurken zum Explodieren bringt und Heldin Apple mit ihrem Gnome-Stick (ein Waffe bestehend aus einem Stock und einem Gartenzwerg) Köpfe einschlägt, verdient sich „Turbo Kid“ herzhaftes Jubeln und lautes Gelächter. Bei einem solchem Spaß verlassen sich die Autoren des Films nicht nur auf Referenzen an vergangene Publikumshits, sondern liefern auch eigene Ideen, wie zum Beispiel das etwas andere Geheimnis, das Turbo Kids Gefährtin Apple verbirgt.
 
 
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Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass der Protagonist des Films zwischen den Nebencharakteren verblasst. Die exzentrisch-freundliche Apple, der Endzeit-Cowboy Frederic und natürlich der große Bösewicht Zeus sind allesamt interessanter und passen besser in das schräge Universum des Films als der eher dröge und langweilige Junge, der das Ziel der altmodischen Rache verfolgt.
 
 
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TURBO KID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutiges und witziges Retro-Spektakel mit abgefahrenen Ideen und deftigen Schauwerten, die das Herz jedes Horrorfans schneller schlagen lassen. „Turbo Kid“ ist eine liebevolle Hommage an die Action- und Splatterfilme der B-Kategorie, von der die 80er und 90er so zahlreiche Beispiele hervorgebracht haben. Mit kreativen, handgemachten und vor allem lustigen Splattereffekten und einem stimmigen Soundtrack sorgt der etwas andere postapokalyptische Film für jede Menge kurzweiligen Spaß und ist gleichermaßen ein Tipp für Fans von Comics als auch Splatterfreunde.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Zensur

 
 
 
Der Film punktet mit großzügigem Einsatz von Kunstblut, Prothesen und brutalen Spitzen. Zu jeder Zeit schwingt jedoch eine Menge Humor mit, so dass „Turbo Kid“ sogar von der FSK bereits für Sechsehnjährige freigegeben wurde. Alle Heimkino-Medien des Films sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LFG (KeepCase)

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(c) LFG (Mediabook Cover A – limitiert auf 3000 Stück)

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(c) LFG (Mediabook Cover B – limitiert auf 500 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Turbo Kid; Kanada / Neuseeland 2015

Genre: Komödie, Horror, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Stereo 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Amaray: Bildergalerie, Trailer | Mediabook: zusätzlich 20-seitiges Booklet mit Texten von Dr. Marcus Stiglegger, Making Of, Bonusfilm: „T is for Turbo“ (englisch), RKSS (Road Kill Superstars) Kurzfilme (englisch), RKSS Faketrailer

Release-Termin: Amaray: 13.11.2015 | Mediabook: 13.11.2015

 

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Turbo Kid Mediabook Cover A (Blu-Ray+2DVD) ungeschnitten bei Cyper-Pirates kaufen

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TURBO KID – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ledick Filmhandel

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathgasm (2015)
 
Army of Darkness – Armee der Finsternis (1992)
 
Bad Taste (1987)
 


Filmkritik: „Deathgasm“ (2015)

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DEATHGASM

Story

 
 
 
Die Möglichkeiten für den jungen Metalhead Brodie (Milo Cawthorne) sind begrenzt. Der nerdige, ruhige Außenseiter lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter im abgelegenen Neuseeland und durchläuft die üblichen Prüfungen und Strafen der Jugend. Als seine Mutter nach einem unrühmlichen Zwischenfall in die Geschlossene eingewiesen wird, kommt es noch dicker. Er muss mit seinem strikt religiösen Onkel Albert, dessen Frau Mary und deren unsäglich prolligem Sohn zusammenleben. Als ob das nicht schlimm genug wäre, buhlt dieser um die Gunst der blonden Schönheit Medina (Kimberley Crossman), auf die Brodie ebenfalls ein Auge geworfen hat. Erst das Zusammentreffen mit dem Rebellen Zakk (James Blake) lässt Hoffnung aufkommen. Mit zwei strebsamen Schulkollegen bilden sie die Metalband DEATHGASM und hauen in ihrer Freizeit brutale Riffs raus. Die Situation im ruhigen Städtchen gerät endgültig aus den Fugen, als Brodie und Zakk auf einen Satz mysteriöser Notenblätter stoßen und die sogenannte „Schwarze Hymne“ spielen. Dass sie damit ihre Nachbarn in blutrünstige Dämonen verwandeln ist nur eine der vielen Nebenwirkungen gespielter Noten. Ganz nebenbei öffnen sie ein Höllenportal und müssen sich binnen weniger Stunden auf die Ankunft des Chef-Dämons Aloth vorbereiten.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Kritik

 
 
 
Nach „Housebound“ aus dem Jahr 2014 ist „Deathgasm“ der neueste Splatter-Export vom anderen Ende der Welt. Darin tobt der offensichtliche Metal-Fan und Effekt-Spezialist Jason Lei Howden (der unter Anderem an der „Hobbit“-Trilogie oder den „Avengers“ mitwirkte) sich gehörig aus und zelebriert eine bis dato ungesehene Variante der filmischen Auseinandersetzung mit schwermetallener Musik. Mit sehr deutlichen Anleihen an die Kultklassiker der „Evil Dead“-Reihe („Tanz der Teufel“) gibt er die Jagd auf besessene Nachbarn frei und beschert seinem Publikum ein amüsantes, blutiges Splatter-Fest.
 
 
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Sam Raimis beliebte und großartige Horror-Saga um den tollpatschigen Jedermann Ashley Williams hat in den letzten drei Jahrzehnten unzählige Horror-Regisseure inspiriert und gilt bis heute als eine der ikonischen Filmreihen, die vor allem in späteren Kapiteln gekonnt Humor mit jeder Menge Gematsche kombiniert. Als jüngster gedanklicher Nachfolger muss „Deathgasm“ sich dem Vergleich mit seinem offensichtlichen Vorbild „Evil Dead“ stellen. Leider entkommt der neuseeländische Debütfilm von Jason Lei Howden diesem Vergleich nicht ohne Blessuren. Howden verkompliziert seinen Film unnötig und reichert ihn mit einigen Subplots an, die vom eigentlichen Fokus des Splatter-Festes ablenken und obendrein ein leichtes Ziel für Logiklöcher und Ungereimtheiten aller Art bilden. Der romantische Plot beispielsweise, der sich zwischen Brodie und Medina entwickelt, basiert auf einem sehr dürftig geschriebenen weiblichen Charakter und bremst den Film eher aus, als dass er ihn bereichert.
 
 
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Der Stil des Films, der zum Anfang mit vielfältigen visuellen Reizen, schnellen Schnitten, Schwenks und sonstigem Kamera-Gespiele überzeugt, ist im weiteren Verlauf leider sehr inkonsistent. Dies führt dazu, dass zwischen der flinken Einleitung des Films und dem eigentlichen Beginn der blutigen Action eine Leere entstehen lässt, die man beinahe als langweilig bezeichnen könnte. Was das Design der Dämonen angeht, kann „Deathgasm“ einige Punkte sammeln, hier macht sich die vorherige Erfahrung des Regisseurs deutlich bemerkbar, auch wenn das Axtfutter und ihre Inszenierung gelegentlich etwas zu stark an die Vorbilder aus „Evil Dead“ erinnern. Auch die Make-Up-Effekte sind gut gelungen und schmeicheln dem Auge durch eine fast ausschließlich handgemachte Qualität. Endlich gibt es wieder einen Film zu sehen, in dem das Kunstblut buchstäblich an der Kameralinse herunterläuft.
 
 
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DEATHGASM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Halsbrecherische Dämonenjagd mit viel (Herz)Blut und Metal. Jason Lei Howdens Debüt „Deathgasm“ ist ein unbeschreiblich amüsanter Splatterfilm von Metalheads für Metalheads, durchsetzt mit donnernden Riffs, einem derben Soundtrack und großzügigen Portionen Monster-Schnetzelei. Den gleichen Kultstatus wie sein Vorbild „Evil Dead“ wird der Film wegen einem dünnen, unnötig komplizierten Drehbuch und fehlendem Charme vermutlich nicht erreichen, trotzdem ist es ein gelungener Einstand eines sympathischen Regisseurs und ein ordentlicher Beitrag zum modernen Splatter-Genre.
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Zensur

 
 
 
Kettensägen, Äxte und natürlich Dildos kommen beim Nahkampf mit der dämonischen Brut zum Einsatz und verursachen einen gesunden Blutfluss. Da sich die Gewalt gegen (nichtbesessene) Menschen in Grenzen hält und der Film durchgängig von einem leicht, humoristischen Ton dominiert wird, ist eine Jugendgefährdung hier nicht wirklich gegeben. DEATHGASM hat eine ungeschnittene Freigabe ab 18 erhalten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathgasm; Neuseeland 2015

Genre: Horror, Komödie, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: rote Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Audiokommentar, Intro vom Regisseur | zusätzlich im mediabook: The Birth of Deathgasm, Brotherhood of Steel, Demon Seed, Gorgasm, Musikvideo der Metal Band „Bulletbelt“ mit dem Song „Deathgasm“, 24-seitiger Buchteil

Veröffentlichung: 04.02.2016

 
 
 

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DEATHGASM – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Housebound (2014)
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Evil Dead (2013)
 
Demons (1985)
 


Filmkritik: „5 Zimmer Küche Sarg“ (2014)

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5 ZIMMER KÜCHE SARG

(WHAT WE DO IN THE SHADOWS)

Story

 
 
 
Außerhalb des Neuseeländer Städtchens Wellington steht eine uralte und charmante Villa. Darin wohnen vier ebenso uralte und charmante Bewohner, die zusammen mehrere Tausend Jahre auf dem Buckel haben. Viago (Taika Waititi), Vladislav (Jemaine Clement), Deacon (Jonny Brugh) und Petyr (Ben Fransham) sind Vampire leben in einer Vampir-WG, die sich neben den alltäglichen Reibungen des Zusammenlebens auch einigen sehr speziellen Herausforderungen stellen muss. Ein Kamerateam begleitet sie über einige Monate und fängt dabei die Geflogenheiten der Blutsauger ein. In der Vorbereitung auf das große Event des Jahres, einem Maskenball für Zombies, Hexen, Vampire und dergleichen, müssen Viago und Co. sich unter Anderem mit Neuzugängen in der WG, sterblichem Besuch und natürlich dem allgegenwärtigen Blutdurst beschäftigen.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Kritik

 
 
 
Von all den klassischen Monstern der menschlichen (und filmischen) Geschichte ist der Vampir wohl der präsenteste Vertreter. In unzähligen Romanen und Filmen haben sich Geschichtenerzähler mit dem Reiz der Unsterblichkeit befasst und das mythische Ungeheuer zu einem oft gesehenen Gast der Popkultur gemacht. Interpretiert wurden Vampir-Stories bislang als Horrorfilme, Dramen und zuletzt zur großen Aufregung von Genrefans auch als minderwertiger Kitsch für pubertierende Frauen. Aus Neuseeland gesellt sich jetzt eine Komödie dazu, geschrieben und gedreht von Taika Waititi und Jemaine Clement, die außerdem zwei der Hauptrollen übernehmen.
 
 
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Wer denkt, dass „5 Zimmer Küche Sarg“ bloß ein weiterer Versuch ist, aus dem allmählich abnehmenden Hype um den Vampir Profit zu schlagen, ist auf der falschen Fährte. Spätestens mit Einsetzen des Vorspanns zeigt sich, dass Waititi und Clement nicht nur mit Grips, sondern auch mit viel Liebe und Sorgfalt ans Werk gegangen sind. Mit viel kreativer Energie widmen sie sich ihren blutsaugenden Charakteren und deren Hintergrund. Dabei wird kaum ein Vampirklischee ausgelassen und mit viel Witz in die WG-Thematik integriert. Von Disputen über blutiges Geschirr, das seit fünf Jahren in der Spüle liegt bis hin zum fehlenden Spiegelbild, das die Suche eines Outfits für die anstehende Partynacht verkompliziert. Ist die Clique erst im Nachtleben von Wellington angekommen, stehen sie vor einer weiteren Herausforderung. Um einen Nachtclub zu betreten, müssen sie selbstverständlich hereingebeten werden. „5 Zimmer Küche Sarg“ ist voll von derartigen Situationen, die nicht nur Vampirfreunde zum Lachen bringen. Die gründliche Charakterisierung der Protagonisten geht sogar so weit, dass sie neben den Akzenten, die ihrer Herkunft und ihrem Alter entsprechen, auch Verhaltensweisen an den Tag legen, die seit dem Mittelalter antiquiert sind.
 
 
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Neben all dem Humor ist es bewundernswert, dass Waititi und Clement in ihrem kurzen, knackigen Film Platz für überraschend tiefgründige Momente in Form von Konfrontationen mit der Außenwelt oder sogar einer verlorenen Liebe finden. Zu keiner Zeit legt „5 Zimmer Küche Sarg“ jedoch seinen geradezu unglaublichen Charme ab, der zeitweise an Unschuld grenzt.
 
 
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5 ZIMMER KÜCHE SARG – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Den Neuseeländern Taika Waititi und Jemaine Clement ist mit „5 Zimmer Küche Sarg“ eine Vampirkomödie gelungen, die rundum punkten kann. Nicht nur legen sie einen großen Respekt für das viel geschundene Wesen Vampir an den Tag, sie kombinieren die Jahrtausende alte Mythologie des Blutsaugers mit einer modernen Kulisse. Das Ergebnis ist ein origineller, kreativer und extrem witziger Film, der über viele Jahre hinweg das Maß für die humorvolle Aufarbeitung klassischer Monster sein wird.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Zensur

 
 
 
In Deutschland erscheint „5 Zimmer Küche Sarg“ mit einer Freigabe ab 12 Jahren. Obwohl er auch die eine oder andere blutige Szene zu bieten hat, wird der Film von einem leichten, verspielten Grundton beherrscht, der eine höhere Freigabe unnötig macht.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: What We Do in the Shadows; Neuseeland 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: 12-seitiges Booklet, 12 Bonusvideos: Der Original Kurzfilm von 2005, Behind the Shadows, Deacons Erotiktanz, Stus Büro-Homestory, Jackie, die Vertraute, Viago singt, Vlad malt, Vlad der Dichter, Nachtzahnarzt, Die mit den Werwölfen tanzen, What We Do in Transylvania, What We Do in Berlin, 12 Deleted Scenes, Trailer, Frag einen deutschen Kiwi, Fanplakate (Diashow)
Vampir Fotoalbum (Diashow)

Release-Termin: 05.06.2015

 

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5 ZIMMER KÜCHE SARG – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

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