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Filmkritik: „Roommate Wanted“ (2015)

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ROOMMATE WANTED

Story

 
 
 
Zwei charakterlich völlig verschiedene junge Frauen, die sich notgedrungen eine Wohnung teilen, verlieren die Beherrschung, nachdem ein Konkurrenzkampf um eine hochdotierte Eizellenspende beginnt. Die Katastrophe ist dabei vorprogrammiert …

 
 
 


 
 
 

ROOMMATE WANTED – Kritik

 
 
 
Wie schwierig es ist eine/n passende/n Mitbewohner/in zu finden, weiß man aus dem eigenen Erleben oder aber spätestens nach der Sichtung des Thrillers WEIBLICH, LEDIG, JUNG SUCHT. Anstelle von Fonda und Leigh erwartet den Zuschauer das munter und uneitel aufspielende Damenduo ALEXA VEGA und SPENCER GRAMMER, die sich bereits in einigen Serienfolgen bzw. kleineren TV-Filmen ihre Sporen verdienten. Und irgendwie vermittelt auch der vorliegende Streifen genau dieses Flair. Dialoglastig dürfen sich die beiden Grazien kammerspielartig über 85 mitunter verdammt lange Filmminuten Nettigkeiten um die Ohren hauen, bis auch vor Gewalt nicht mehr zurück geschreckt wird.
 
 
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Dabei erweist sich ROOMMATE WANTED als seltsamer Zwitter von harmlos-nerviger „schwarzer Komödie“ und Drama mit ernsteren Untertönen, die im 3. Akt in Form von gegenseitigen psychischen Verletzungen gipfeln, die Fassaden bröckeln lassen. Anstelle des angedeuteten feministischen Endes, auf das eine ALICE SCHWARZER stolz sein könnte, erwartet den tapfer durchhaltenden Zuschauer dann aber immerhin noch ein konsequenter Abschluss. Die „Mitbewohnerinnensuche“ gibt dabei Rätsel auf. So stellt sich von Beginn an die Frage nach der Zielgruppe des Films. Covermäßig werden gewohnt plakativ Sex-und Gewaltfreunde angesprochen, die jedoch gleichermaßen enttäuscht sein dürften. Humorliebhaber werden dies infolge der eher dünnen Gagdichte, die anstelle von Schenkelklopfern eher laue Schmunzler zu bieten hat, nicht anders empfinden.
 
 
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Bleibt anzunehmen, dass wahrscheinlich weibliche SEX AND THE CITY Fans mit genügend Cosmoplitan intus dem wilden Treiben am meisten abgewinnen könnten. Und es wäre ja nicht so, dass der cineastische Beitrag nicht auch kleine Höhepunkte zu bieten hätte. Ein fröhlich bunter Cocktail aus nacktem Männerpo, Kondomschmankerl, Bleistiftpenis, Dildozweckentfremdung, Hundekacka im Haarshampoo, Schlangenfütterung, Allergieschock und dem überdrehten Kurzauftritt von Cold Case Star KATHRYN MORRIS tröstet dann doch ein wenig über das nur überschaubar pointierte Dauergeplapper hinweg.
 
 
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ROOMMATE WANTED – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Der japanische 2LDK lässt grüßen. ROOMMATE WANTED wirkt wie eine überlange Sitcomepisode (ohne eingespielte Lacher, dafür lustvoll mit derberen Gemeinheiten und verbalen Unanständigkeiten ausgeschmückt), die am Ende den Dreh in ernsthaftere Gefielde ansteuert. Die werbetechnisch zitierten Floskeln „Muss man gesehen haben“ bis „Geheimtipp“ auf dem Cover der Blu-ray sollte man vor dem Konsum jedoch getrost in der Humorschublade platzieren, um nicht allzu sehr enttäuscht zu werden. Wer allerdings wissen möchte, inwiefern ein kleines Aquarium einen Schlußplot tragen kann, kommt wohl um die aus dem Leben gegriffende Pseudo-Doku über eine Mädels-WG nicht herum.
 
 
 


 
 
 

ROOMMATE WANTED – Zensur

 
 
 
Kleinere Gewaltspitzen, von denen die hundsgemeine Tötung eines knuddeligen Fiffis die meisten Emotionen weckt, sollten laut FSK bedenkenlos ab 16 auszuhalten sein. Wobei hier wohl eher der erzieherische Ansatz: „Liebe Kinder bitte nicht nachmachen“ im Vordergrund stehen dürfte. ROOMMATE WANTED ist in Deutschland ungeschnitten erschienen.
 
 
 


 
 
 

ROOMMATE WANTED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Roommate Wanted; USA 2015

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 03.06.2016 (BD KeepCase)

 

Roommate Wanted (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ROOMMATE WANTED – Trailer

 
 

 
 

Andy78

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Weiblich, ledig, jung sucht … (1992)

2LDK (2003)


Filmkritik: „Francesca“ (2015)

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FRANCESCA

Story

 
 
 
Ein Killer geht um. Kommissar Bruno Moretti (Luis Emilio Rodriguez) will eine mysteriöse Mordserie untersuchen und kommt einer grausamen Psychopathin auf die Schliche.

 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Kritik

 
 
 
Es mag da draußen ja immer noch (vermutlich jüngere) Horrorfans geben, die nicht wissen, was man unter sogenannten „Giallos“, korrekt „Gialli“, versteht. Hierbei handelt es sich in erster Linie um italienische Filme, die dem Thrillergenre zuzuordnen sind und in denen Serienkiller meist attraktive Frauen brutal ermorden, während die grausame Bluttat virtuos von der Kamera eingefangen wird. Das kunstvoll und spektakulär inszenierte Morden wurde in den 1960ern von Altmeister MARIO BAVA ins Leben gerufen und kam in den 70ern erst richtig in Mode. Leider war Anfang der 1980er – bis auf ein paar aufflackernde Ausnahmen – Schluss, weil Zombies, Kannibalen und Selbstjustiz-Heuler weitaus mehr Scheinchen in Kinokassen und Videotheken wehten, als die oftmals kryptisch erzählten Giallos aus den Schmieden von ARGENTO, TESSARI oder PRADEAUX. Auch wenn die Hochzeiten der Giallos bereits Jahrzehnte zurückliegen, erleben die kreativen Schlitzerfilme jüngst eine kleine Renaissance. Getreu dem Motto „Was früher gut war, kann heute nicht schlecht sein“ lassen junge Filmemacher ein vergessenes Subgenre erneut aufleben, das vor einem halben Jahrhundert mal von deutschen Edgar-Wallace-Filmen beeinflusst wurde.
 
 
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Nach neueren Krimis, wie TULPA, AMER und misslungen Versuchen durch den müde gewordenen DARIO ARGENTO, den klassischen Giallo einer neuen Generation Zuschauer schmackhaft zu machen, geht es mit FRANCESCA weiter – einem Neo-Giallo, der auch noch im Ursprungsland der Filmgattung gedreht wurde: Italien. Darin wird von einer grausamen Mordserie berichtet, die die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Die Taten tragen immer die gleiche Handschrift. So sind die Augen der Leichen mit Münzen bedeckt und rätselhafte Bekennerschreiben werfen Fragen auf. Weil der Mörder Handschuhe trägt, führen Ermittlungen zu keinem Erfolg. Doch Kommissar Bruno Moretti ist ein ausgefuchstes Schlitzohr. Dem kommt bald ein Fall in Erinnerung, bei dem eine Frau Jahre zuvor spurlos verschwand. Die hatte bereits als Kind nur Unsinn im Kopf und spielte bevorzugt mit spitzem Werkzeug. Erfahrene Leser dürften vermutlich schnell kombinieren können, denn bei besagter Frau handelt es sich, um die titelgebende Killerin.
 
 
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Netter, kleiner Genrefilm, der seine Liebhaber finden wird. FRANCESCA ist kein Horrorstreifen für jedermann. Vielmehr werden hier Zuschauer angesprochen, die mit DARIO ARGENTO, MARIO BAVA oder SERGIO MARTINO groß geworden sind und auch etwas anfangen können. FRANCESCA ist ein typischer Vertreter der Gattung Giallo, wie er bereits in den 1970ern über die Leinwand flimmerte. Das bedeutet, dass er nicht nur in seiner Machart an Filme dieses Jahrzehnts erinnert; Regisseur LUCIANO ONETTI suggeriert dem Zuschauer mittels kontrastreichen Bildern, schnellen Zooms und blasse Farben, dass er auch einen Film aus dieser Zeit zu sehen bekommt. Selbstverständlich ist FRANCESCA ein Werk neueren Datums. Trotzdem rückt jene Tatsache schnell in den Hintergrund, weil Onetti detailverliebt mit bekannten Stilmitteln experimentiert, die dem Giallo seinerzeit zum Erfolg verholfen haben. So gibt es nicht nur kunstvoll bebilderte Morde zu sehen, die von Synthesizer-Klängen begleitet werden; auch der behandschuhter Killer darf nicht fehlen, der seit Italo-Krimis – wie DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE – zum Hauptwiedererkennungsmerkmal vieler Gialli gehört.
 
 
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Auch wenn FRANCESCA das Herz aller Liebhaber dieser Filme schneller schlagen lässt, stört das zu krampfhafte Nacheifern bekannter Giallo-Größen dann doch ein wenig. Weil mehr Herzblut ins Visuelle investiert wurde, kommt die Geschichte zu kurz. Die wurde nach üblichem Genre-Konzept zusammengekritzelt und wirkt in Kombination mit der unkonventionellen Inszenierung für heutige Verhältnisse äußerst angestaubt, unbeholfen und hölzern. Sie wird – zumindest für unerfahrene Zuschauer – zur Geduldsprobe, weil das Spiel aus surreal anmutenden Einstellungen und ungewohnten Farben unnötig verwirrt und nicht gerade förderlich für den Spannungsaufbau ist. Aber auch in punkto Härte wäre mehr möglich gewesen. Der gebürtige Argentinier LUCIANO ONETTI zeigt zwar deftige Morde; vergleicht man aber den zelebrierenden Umgang mit Gewalt in vielen älteren Werken besagtem Subgenres, vermisst man den Mut der Klassiker, die mit zeigefreudigem Detailreichtum manch Sittenhüter um den Schlaf gebracht haben.
 
 
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FRANCESCA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der Giallo ist tot, es lebe der Giallo! Lang hat erwähntes Thriller-Subgenre das Dasein des Vergessenen gefristet. Das dürfte sich mit FRANCESCA nicht ändern, der sich dann durch Einsatz typischer Giallo-Stilmitteln an ein eher bewandertes Publikum richtet, die etwas mit dieser Art von Filmen anfangen können. Liebhaber kommerzieller Hochglanzproduktionen werden FRANCESCA als unsehbar abstempeln. Das ist auch kein Wunder, denn im kunstvoll zelebrierenden Morden kommt die Spannung ein wenig kurz. Zudem findet die Handlung auf einem Bierdeckel Platz, obwohl das Geschehen unermüdlich zwischen Zeitebenen und Ereignissen wechselt. Das ist so gewollt, denn Regisseur LUCIANO ONETTI huldigt bewusst engstirnig den vielen Giallo-Streifen der 70er. Liebhaber dieser Filmgattung werden die liebevolle Hommage des Filmemachers zu schätzen wissen. Die werden für knapp 80 Minuten in eine vertraute Welt jener Filme entführt, die dem heutigen Slasher zum Erfolg verholfen haben. Wer Action und Tempo benötigt, aber nix mit dem italienischen Horror-Zeitgeist der 70er anfangen kann, ist bei FRANCESCA an der falschen Adresse.
 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Zensur

 
 
 
FRANCESCA hat es ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Im Vergleich zu vielen früheren Giallos ist das schon beachtlich, denn viele der alten Schlitzerfilme stehen hierzulande wegen ihrer detailfreudigen Zurschaustellung von Gewalt immer noch auf dem Index. FRANCESCA kann auf DVD und im Mediabook gekauft werden. Beides besitzt den roten FSK-Flatschen: Keine Jugendfreigabe. Eine Einzelveröffentlichung auf Blu-ray kann derzeit noch nicht gekauft werden. Ein Release ist aber geplant.
 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase DVD)

 
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(c) Mad Dimension (limitiertes Mediabook mit DVD und BD – limitiert auf 3500 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Francesca; Argentinien, Italien 2015

Genre: Horror, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase (DVD) | Mediabook (BD+DVD) | KeepCase (BD) – ist geplant

Extras: Interview, Behind the Scenes, Hidden Scene, Deleted Scene Trailer zum Film, Trailershow | Zusätzlich im Mediabook: 20-seitiger Buchteil mit einem Text von Nando Rohner,

Release-Termin: 29.01.2016 (DVD KeepCase) | 29.01.2016 (Mediabook) | 01.04.2016 (BD KeepCase) – ist geplant |

 

Francesca [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Francesca [Limitiertes DVD+BD Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sonno Profondo (2013)

Eyes of Crystal – Die Angst in deinen Augen (2004)

Amer – Die dunkle Seite Deiner Träume (2009)

Sleepless (2001)


Filmkritik: „Berkshire County“ (2014)

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BERKSHIRE COUNTY

Story

 
 
 
Babysittern vs. Einbrecherbande. Letztere führen nichts Gutes im Sinn und scheinen das Entführen von Babysittern zum Hobby gemacht zu haben.

 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film über Psychopathen mit Schweinemasken. Die sind im Genre mittlerweile ziemlich häufig anzutreffen, um ahnungslosen Menschen viel Angst einzujagen. Auch der kanadische BERKSHIRE COUNTY macht von bekannter Terrorpraktik Gebrauch, die bevorzugt im Horrorfilm Anwendung findet. So lassen sich seit einigen Jahren regelmäßig Psychopathen im Horrorkino blicken, die unschuldige Familien zu Hause besuchen, um sie dort zu terrorisieren und zu quälen. BERKSHIRE COUNTY macht da keine Ausnahme und dürfte bei vielen Zuschauern – gerade der Maskierung wegen – so manch Déjà-vu-Erlebnis auslösen. Der ruft nämlich Filme wie MADISON COUNTY, TORMENT und YOU’RE NEXT ins Gedächtnis, weil dort ebenfalls Tiermasken-Killer eine perverse Lust am Töten hilfloser Menschen entwickelt haben.
 
 
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Schnörkelloser Home-Invasion-Schocker mit doofem Ende. Für den zeichnet der Kanadier AUDREY CUMMINGS verantwortlich und liefert für ein Regiedebüt ganz passable Arbeit ab. Ein Schulmobbing-Opfer gerät in diesem Thriller an eine Bande kaltblütiger Killer, deren Beweggründe auch nach dem Abspann unbeantwortet bleiben. Die nehmen es mit der attraktiven ALYSA KING auf, die im Film Babysitterin Kylie Winters verkörpert und nur ein Ziel hat: zwei Kinder zu schützen und zu überleben. Natürlich wird das gelingen, schließlich will das offene und reichlich konstruiert wirkende Ende dem Zuschauer klarmachen, dass man diesen Streifen in Serien schicken möchte. Damit stapft man in Spuren bekannter Fortsetzungsware, die so lange fortgeführt wurde, bis sie keiner mehr sehen wollte.
 
 
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Nichts neues, aber kurzweilig. BERKSHIRE COUNTY bietet nichts, was man nicht bereits in vielen Ablegern dieser Art von Filmen zu sehen bekommen hat. Die scheint Macher AUDREY CUMMINGS immerhin penibel studiert zu haben, so dass trotz vorhersehbarem Handlungsverlauf ab und an etwas Spannung aufkommt. So folgt der Zuschauer einem aufgebrachten Babysitter, der unentwegt damit beschäftigt ist sich zusammen mit zwei Schützlingen in einem riesigen Anwesen zu verstecken und auf Hilfe zu hoffen. Unterstützt wird das Versteckspiel von pumpenden Synthesizer-Klängen, die nicht selten Werke von Altmeister JOHN CARPENTER Revue passieren lassen. Leider gerät der kontinuierlich aufgebaute Spannungsbogen durch teils nicht sonderlich gelungene Synchronisation ins Wanken. Für die wurden nicht immer professionelle Sprecher besetzt, so dass der Film des Öfteren Probleme mit der Ernsthaftigkeit erhält. Die sucht man übrigens im Finale vergebens, denn je mehr sich BERKSHIRE COUNTY der Zielgerade nähert, umso haarsträubender und unglaubwürdiger gestaltet sich der Überlebenskampf. Der wird ins Absurdum getrieben und versucht erst gar nicht wesentliche Fragen zu beantworten. Letztendlich kommt BERKSHIRE COUNTY leider einige Jahre zu spät. Nach FUNNY GAMES wurden einfach zu viele dieser Filme in die Wohnzimmer gebracht, um den Zuschauer immer noch damit schockieren zu können. Wer Home-Invasion-Thriller mag, wird’s wohl kaum kümmern. Der dürfte auch mit BERKSHIRE COUNTY ein paar pulstreibende Minuten erleben – auch wenn dieses Subgenre dringend neue Ideen nötig hat.
 
 
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BERKSHIRE COUNTY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Klassischer Home-Invasion-Schocker mit unbefriedigendem Finale. Der Kanadier AUDREY CUMMINGS liefert nach diversen Kurzfilmen den ersten Langfilm ab und wagt keine Experimente. Er mixt bekannten Home-Invasion-Stoff mit Zutaten gängiger Slasher und verfeinert das Gebräu mit etwas Terror. Die Rezeptur funktioniert sechzig Minuten lang. Danach gerät der Streifen ins Taumeln und bekommt Probleme mit der Glaubwürdigkeit. Antworten über die Beweggründe der Filmbösewichte werden nicht geliefert. Die hat man sich offensichtlich für die Fortsetzung aufgehoben. Ob das eine gute Idee gewesen ist, wird sich zeigen, denn leider ist BERKSHIRE COUNTY nur ein weiterer Home-Invasion-Film unter vielen, der kaum nennenswerte Höhepunkte zu bieten hat.
 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Zensur

 
 
 
Anders als das Cover vermuten lässt, ist BERKSHIRE COUNTY bereits ab 16 Jahren freigegeben worden. Das hat auch seine Gründe, denn sonderlich gewalttätig ist der Film nicht. Viele Morde passieren im Off und erst am Ende gibt es Lebenssaft zu sehen. Der rote FSK-Sticker auf der Heimkinofassung ist wegen einiger Trailer auf dem Heimkinocover zu finden.
 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase)

 
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(c) Mad Dimension (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Berkshire County; Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) / Blu-ray jedoch aufgrund der Extras: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 09.10.2015 (KeepCase) | 09.10.2015 (Mediabook)

 

Berkshire County [Blu-ray im Keepcase]

Berkshire County – Limited Mediabook (DVD + Blu-Ray) [Limited Edition]

 
 
 


 
 
 

BERKSHIRE COUNTY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beautiful People (2014)

White Settlers (2014)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmkritik: „Pod“ (2015)

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POD

Story

 
 
 
Drei Geschwister erleben im Ferienhaus der Eltern das Grauen. Dort soll im Keller das Böse lauern, das Bruder Martin mit viel List eingesperrt haben soll.
 
 
 


 
 
 

POD – Kritik

 
 
 
Willkommen zu POD – jenem Film mit der wohl kürzesten Titelsequenz, die das Horrorgenre bis dato gesehen hat. Gerade mal zwei Sekunden benötigt der Vorspann, um wichtige Mitglieder des Filmteams zu nennen bevor der Zuschauer in ein Abenteuers geschickt wird, das gekonnt versucht zu manipulieren. Regisseur MICKEY KEATIN möchte ein Spiel spielen und sorgt mit POD für reichlich Verwirrung. Hier wird das Publikum bewusst an der Nase herumgeführt, bevor am Ende die Katze aus dem Sack gelassen wird. Der Überraschungseffekt ist groß und zeigt auf, dass nicht immer viel Geld oder Aufwand von Nöten sein muss, um Geschichten zu erzählen, an die man sich gern erinnert.
 
 
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Dass Macher MICKEY KEATIN Gefallen an Horrorfilmen gefunden hat und sich im Genre hervorragend auskennt, hat er bereits mit dem Okkult-Thriller RITUAL bewiesen. Den hatte er vor einigen Jahren nach eigenem Drehbuch für AFTER DARK FILM inszeniert und lehrte darin Mystery- und Thrillerfans mit viel Terror das Fürchten. Furcht spielt auch im aktuellen Leinwandausflug eine tragende Rolle, denn in POD dominiert vornehmlich psychologisches Grauen. Paranoia wird hier geschürt und das bis zum bitteren Ende. Der Film folgt den besorgten Geschwistern Ed (DEAN CATES) und Lyla (LAUREN ASHLEY CARTER aus JUG FACE) ins Hinterland. Die haben eine mysteriöse Telefonbotschaft erhalten, in der Bruder Martin (BRIAN MORVANT aus THE DEN) um Hilfe gebeten hat. Das emotionale Frack lebt nach seiner unehrenhaften Entlassung aus der Armee im Ferienhaus der Familie irgendwo in den Wäldern. Das hat er zur Festung umgebaut, weil er der festen Überzeugung ist, dass die Regierung in der Gegend unheimliche Experimente durchführt. Für die Geschwister ist ganz klar, dass der Bruder unter Wahnvorstellungen leidet muss. Der hat seit Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen und scheint schon lange nicht mehr zurechnungsfähig zu sein. Doch Martin hat Beweise. Im Keller hält er etwas gefangen, das vom Gegenteil beweisen soll. Leider wollen seine Verschwörungstheorien nicht so recht ernst genommen werden – mit fatalen Folgen.
 
 
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Regierungsexperiment, Alien oder doch nur Einbildung? POD ist spannungsgeladener Indie-Horror, der raffiniert mit der Macht der Suggestion spielt. Hält Ex-Soldat Martin wirklich etwas Böses im Keller versteckt oder scheint er nur allmählich dem Wahnsinn zu verfallen? POD-Regisseur MICKEY KEATIN spielt mit den Erwartungen der Zuschauer, streut falsche Fährten, lässt zweifeln und verunsichert erbarmungslos. Das gelingt ganz gut, denn bis zum Finale hält er den Spannungsbogen aufrecht, liefert kaum Anhaltspunkte und fesselt dadurch ungemein. POD ist ein klaustrophobischer Thriller, der von den außerordentlichen Leistungen seiner Schauspieler lebt. Hier brennt sich vor allem BRIAN MORVANT ins Gedächtnis, der mit beängstigender Intensität einen verzweifelten Mann verkörpert, dem irgendwie niemand glauben möchte. Der sorgt für Gänsehaut, da er nahezu besessen von Verschwörungstheorien plaudert, dass man aus Angst am liebsten Reißaus nehmen möchte. Leider nützt Flucht nichts, denn POD ist trotz Mikrobudget so packend inszeniert, dass man bleibt, weil man einfach wissen möchte wie der Film ausgehen wird.
 
 
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POD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobisches und spannungsgeladenes Horrorkino, das raffiniert mit der Macht der Suggestion spielt. POD ist das beste Beispiel dafür, dass manchmal weniger mehr ist. Statt teure Effekte zu verbraten oder viel Blut zu zeigen konzentriert sich Regisseur BRIAN MORVANT in erster Linie auf seine drei Protagonisten, deren Beziehung mangels Vertrauen zu zerbrechen droht. Die schauspielerischen Leistungen sind überzeugend und bewirken Paranoia. Letztere ist die Quintessenz dieses klugen Horrorstücks, das mit fieser Auflösung aufwartet. Unbedingt sehenswert – insofern man Psychothriller wie BUG aus der Mache von WILLIAM FRIEDKIN bevorzugt.
 
 


 
 
 

POD – Zensur

 
 
 
POD ist keine Schlachtplatte. Es gibt einen Kopfschuss und einen Kehlenschnitt zu sehen. Zudem wird gewaltsam ein Schädel eingeschlagen. Die Szenen werden angedeutet oder nur kurz gezeigt. Die FSK hat den Film in ungeschnittener Fassung für Erwachsene freigegeben (keine Jugendfreigabe).
 
 
 


 
 
 

POD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: POD; USA 2015

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase Blu-ray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 02.05.2016

 

POD – Es ist hier (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

POD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei MAD DIMENSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bug (2006)
 
Beneath (2013)


Filmkritik: „Lost After Dark“ (2015)

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LOST AFTER DARK

Story

 
 
 
Teenager verirren sich in ein abgelegenes Landhaus und geraten dort an den letzten Überlebenden einer Kannibalensippe.
 
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Kritik

 
 
 
Egal wie einfallslos das Horrorgenre oft sein mag – Teenie-Slasher werden aus unerfindlichen Gründen immer gern gesehen. Seit das Teenager-in-Angst-Kino mit HALLOWEEN seinen Siegeszug antrat, in den 1980ern breitgetreten zum Kassenmagneten avancierte, ist es aus der Welt der Horrorfilme nicht mehr wegzudenken. Das hat sich auch 40 Jahre später nicht geändert. So lange gibt es dieses Subgenre bereits mindestens und trotz der ewig gleichen Handlungsverläufe sind Teenie-Slasher für Fans der derberen Filmunterhaltung unverzichtbar. Retro-Horror schimpft sich der Trend, der neuerdings im Horrorbereich Einzug hält und sich in seiner Machart vor filmischen Stilrichtungen verbeugt, die dem Horrorfilm von Heute den Weg geebnet haben. Ob Retro-Slasher, Neo-Giallo oder Oldschool-Splatter – die Rückbesinnung scheint eine gut gemeinte Geste zu sein, nimmt aber so langsam Überhand, weil immer mehr aktuelle Filme künstlich auf alt getrimmt werden.
 
 
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Auch Neuling IAN KESSNER bringt Jugenderinnerungen zurück auf Kinoleinwände und Fernsehschirme. Er ist mit den Horrorstreifen der 1980er aufgewachsen und will nun Zuschauer jüngeren Semesters zu verstehen geben, dass früher im Horrorfilm alles besser war. Mit seinem ersten Langfilm LOST AFTER DARK hat er eine Hommage an die legendäre Ära der Teen-Slasher auf Film gebannt, die mit ihren bewusst auf alt getrimmten Bilderflut suggerieren will, dass man soeben einen Thriller aus jener Dekade zu sehen bekommt. Hier tragen nicht nur die Protagonisten die Namen bekannter Horrorschauspieler- und Regisseure der 80er; auch Kulisse, Ausstattung und Geschichtenaufbau sind zu konzipiert, dass man meinen könnte dieser Film wäre auch in den 1980ern entstanden. Das mag zwar aufrichtig und lobenswert sein. Genauer betrachtet ist LOST AFTER DARK gerade deshalb alles andere als sehenswert, weil sich Macher IAN KESSNER zu sehr darauf konzentriert, alles genauso aussehen zu lassen, wie in den Filmen des goldenen Slasher-Zeitalters.
 
 
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LOST AFTER DARK spielt im Jahr 1984 und der Frühlingsball an einer amerikanischen High School ist in vollem Gange. Für einige Teenager nicht ausreichend. Sie wollen ihre ganz eigene Party feiern, schließen den Schulbus kurz und machen sich auf zu einer Jagdhütte in den Wäldern. Leider geht dem Schulbus unterwegs das Benzin aus und guter Rat ist teuer. Da entdeckt man im Dunkel der Nacht ein verlassenes Farmhaus. Darin soll die Party weitergehen. Doch ein Psychopath ist gar nicht darüber erfreut, dass sich unangemeldeter Besuch in seiner Bleibe eingenistet hat. Einer nach dem anderen muss für den rücksichtlosen Lärm mit dem Leben bezahlen. Da bekommt Schulleiter Mr. Cunningham (!) davon Wind, dass einige Teenager ungefragt den Schulball verlassen. Zusammen mit einem Vater der Schülerinnen folgt er der Spur der Ausreißer.
 
 
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Neuerungen haben Sendepause und das ist das eigentliche Problem dieses Regiedebüts. LOST AFTER DARK handelt genau jene Regeln und Etappen ab, die man von dieser Art von Filmen erwartet. So werden jugendliche Protagonisten von Schauspielern verkörpert, die seit Jahren keine Schule mehr besucht haben. Die schlüpfen in die Rollen von Stereotypen, die selbstverständlich nacheinander von einem herzlosen Psychopathen nach allen Regeln des Slasher-Handwerks in den Filmhimmel transferiert werden. Spannung bleibt aus, weil sich Drehbuchautor und Regisseur IAN KESSNER keinen Deut darum kümmert, vom rechten Pfad austauschbarer Meuchelstreifen abzukommen. Den Horrorfilmfans tut er damit keinen Gefallen, denn wer schon einige Teen-Slasher gesehen hat, dürfte die rudimentäre Handlung vorausahnen können, ohne überhaupt eine Inhaltsangabe gelesen zu haben. Skurrilerweise hatte Kessner bereits indirekt Kontakt mit einer der ganz großen Slasher-Legenden. Im Jahr 1998 zeichnete er für den Nachdreh einiger Szenen zum Remake des Gruselklassikers CARNIVAL OF SOULS verantwortlich. Die Neuauflage wurde von keinem Geringerem als WES CRAVEN mitproduziert – jenem Altmeister, den Kessner auch in seinem Erstling zitiert. Leider liegen zwischen den Werken des bekannten Filmemachers und dem Retro-Horror LOST AFTER DARK Welten. Während Craven mit A NIGHTMARE ON ELM STREET einer ganzen Generation den Schlaf raubte, gelingt es dem beliebigen LOST AFTER DARK das Publikum in den Schlaf zu wiegen. Wie man Retro-Horror zeitgemäß an den Filmfan bringt, bewies Craven vor 20 Jahren. Mit SCREAM – SCHREI holte er ein ganzes Subgenre aus der Versenkung und verhalf dem tot geglaubten Slasher zu neuem Leben. Vermutlich hätte Kessners Horrorprojekt Früchte getragen, wenn er sich an der selbstironischen Slasher-Persiflage orientiert hätte. So aber ist der überflüssige LOST AFTER DARK nur jenen Liebhabern zu empfehlen, die trotz immer gleicher Handlungen, Dialoge und Klischees nicht genug von Slashern bekommen können. Der Rest dürfte trotz hausgemachter Tötungsarten ziemlich schnell die Minuten bis zum erlösenden Finale zählen.
 
 
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LOST AFTER DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine visuell bemerkenswerte Verbeugung vor den Slasher-Streifen der 80er Jahre. Leider ist dieser nett ausgestattete Teen-Slasher der alten Schule frei von eigenen Ideen – außer vielleicht der, dass die vermeintliche Scream-Queen und Heldin als erstes getötet wird. Trotz handgemachter Spezialeffekte und schmuddeligem Vintage-Look, der hin und wieder an zu oft abgespielte Filmrollen erinnert, besitzt LOST AFTER DARK nichts, was erwähnenswert wäre. In seinem Erzählstil bleibt er der nicht mehr ganz so frischen Slasher-Formel treu und zeigt dumme Teenager, die gerade wegen dieser unerträglichen Dummheit mit dem Tod bestraft werden müssen. Weil Macher IAN KESSNER jedoch zu verkrampft nach den erfolgreichsten Slaher-Streifen der 1980er schielt ohne seinem Film etwas Neues hinzuzufügen, entpuppt sich LOST AFTER DARK als schläfriger Ausflug in das berüchtigte Schlitzer-Filmmilieu und bleibt so austauschbar, wie die meisten Slasher seiner Zeit und viele neueren Datums.
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Zensur

 
 
 
Der Film bietet zwar handgemachte Tötungsarten – sonderlich raffiniert, extravagant oder brutal sind diese jedoch nicht. In ihrer Machart orientieren sie sich an die alten Freitag der 13.-Teilen. Für heutige Verhältnisse ist das kaum der Rede wert. LOST AFTER DARK ist hierzulande ungeschnitten mit KEINE JUGENDFREIGABE in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lost After Dark; Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 04.03.2016

 

Lost After Dark (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei MAD DIMENSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Headless (2015)
 
Discopath (2013)
 
Hayride 2 (2015)
 
Varsity Blood (2014)
 
Bloody Homecoming (2013)
 


Filmkritik: „Raining Blood“ (2014)

live-raivu-raining-blood-poster
 
 
 

RAINING BLOOD

(LIVE / RAIVU)

Story

 
 
 
Einige Auserwählte müssen in einem Todesmarathon um das Überleben geliebter Angehöriger laufen. So auch Pechvogel Naoto Tamura (YAMADA YUKI). Der wurde vor einiger Zeit von der Mutter vor die Tür gesetzt und versucht in Tokio allein seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als er ein seltsames Paket erhält und darin ein mysteriöses Buch findet, ändert sich sein bis dato chaotisches Leben auf tragische Weise.

 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Kritik

 
 
 
Abgedrehter Splatter-Quatsch, wie er wohl nur aus dem Land der untergehenden Sonne kommen kann. In Japan scheut man sich schon lange nicht mehr davor sinnfreie Horrorfilme zu drehen, die mit einer Mischung aus Blut, Humor und abgefahrenen Ideen vor allem Freunde trashiger Zelluloidware ansprechen sollen. Was dort jedoch treue Fans findet, wird in der westlichen Welt nicht immer wohlwollend angenommen, schließlich wirkt der sonderbare Humor in japanischen Splatter-Orgien für den westlichen Zuschauer meist ziemlich befremdlich. Plumpe Albereien und übertriebenes Overacting kommen auch in RAINING BLOOD zum Einsatz – ein Fun-Splatterer, der nun auch auf das deutsche Horrorpublikum losgelassen wird und das sogar ungeschnitten. Po-Liebhaber NOBORU IGUCHI steckt hinter dem Irrsinn. Der hat bereits mit seinem Trash-Nonsens ZOMBIE ASS sowie dem Furz-Beitrag in THE ABC’S OF DEATH der Welt mitteilen müssen, dass er eine ganz besondere Beziehung zu weiblichen Hinterteilen und deren Ausscheidungen pflegt. Auch in seiner neuen Regiearbeit frönt er jenem eigensinnigen Fetisch und bannt Kehrseiten leicht bekleideter Damen auf Film, die er in ein blutiges Szenario verfrachtet, um damit bevorzugt männlichen Zuschauer feuchte Träume bescheren zu können.
 
 
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RAINING BLOOD (Titel für den internationalen Filmmarkt: LIVE) ist die überdrehte Version des im vergangenen Jahr veröffentlichten THE HUMAN RACE. Darin müssen einige ausgewählte Menschen in einem Wettrennen um das Überleben vertrauter Menschen laufen. So auch Naoto, dessen Mutter von einer ominösen Organisation festgehalten wird und die Todesspritze erhalten soll, insofern der Sohnemann nicht als erster die Ziellinie erreicht. Doch das Rennen stellt die unfreiwilligen Teilnehmer vor große Herausforderungen. Nicht nur, dass sich Profikiller unter die Läufer geschlichen haben und ihre Mordwerkzeuge sprechen lassen; auch mit einigen Wettkampfverweigerern wird kurzer Prozess veranstaltet, so dass bald dutzende Leichen die Laufbahn pflastern. Ein Teilnehmer nach dem nächsten verliert auf blutige Weise sein Leben. Nur wer wird gewinnen und als erster die Zielgerade überqueren?
 
 
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Bereits nach Sichtung des Trailers dürfte schnell klar sein, dass man die in RAINING BLOOD gezeigten Absurditäten keinesfalls ernst nehmen sollte. Hier haben alle Schauspieler derart viel Freude richtig schlecht zu schauspielern, dass man den Beteiligten für den unfassbaren zusammengeflickten Schwachsinn gar nicht böse sein kann. Die comicgleiche Inszenierung nimmt sich stets selbst auf die Schippe und spart keinesfalls mit überzogenen Blutmomenten. Es werden Köpfe von Fitnessgeräten zerquetscht, Arme mit Kettensägen abgetrennt und nichtsahnende Besucher eines Einkaufszentrums im plötzlichen Schusshagel um die Ecke gebracht. An Gewalt mangelt es in RAINING BLOOD nicht, wenngleich die Effekte vorwiegend am Rechner entstanden sind und nicht gerade glaubhaft in Szene gesetzt werden. Dem Trash-Charme dieser nicht immer politisch korrekten Splatter-Parodie dürften die technisch unzureichenden Spezialeffekte jedoch keinen Abbruch tun, schließlich bekommen Freunde des schlechten Geschmacks immer noch genug schwachsinnige Momente und gehaltlose Dialoge vor die Linse, um darüber herzlich lachen zu können.
 
 
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Ist RAINING BLOOD denn nun eigentlich sehenswert? Wir meinen: nein. Es sei denn, man besitzt eine Schwäche für Filme, deren Drehbücher nach dem Verzehr von drei Kästen Bier zu Papier gebracht wurden. Durch übertriebenes Schauspiel beginnen die vielen und vor allem gesichtslosen Laufteilnehmer rasch zu nerven, werden aber immerhin nach bekanntem 10-Jägerlein-Prinzip ausradiert. Die Filmtode sind das Salz in der Suppe und geben dem Film seine Daseinberechtigung, schließlich hält sich RAINING BLOOD über Wasser, in dem er seine unwichtigen Figuren kreativ in den Filmhimmel jagt. Nach filmischem Blödsinn wie THE MACHINE GIRL oder ROBOGEISHA ergänzt NOBORU IGUCHI seine lange Liste haarsträubender Splatter-Orgien um einen weiteren Streifen, auf den wohl niemand außerhalb Japans gewartet hat. Da kann man nur von Glück reden, dass sich Rechteinhaber MAD DIMENSION dazu entschieden hat RAINING BLOOD für kleines Geld in den Handel zu bringen. Andere Label im deutschsprachigen Ausland hätten wohl auch hier keine Skrupel gehabt und diesen überflüssigen Schnellschuss im überteuerten Mediabook veröffentlicht. RAINING BLOOD ist Fast-Food-Gematsche ohne Logik und Verstand: anschauen, mit dem Kopf schütteln und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Filmischer Splatter-Irrsinn fernab von Logik und Verstand. Dass so ein Film wie RAINING BLOOD nur aus dem fernen Japan kommen kann, verwundert nach Blödsinn wie ZOMBIE ASS oder THE MACHINE GIRL mittlerweile wohl niemanden mehr. Der japanische Regisseur NOBORU IGUCHI bleibt seiner Erfolgsformel treu und mixt haarsträubende Gewaltexzesse mit leicht bekleideten Frauen, die mit Kettensägen und scharfer Munition hirnlos durch einen Film sausen, in dem sich alles und jeder selbst auf die Schippe nimmt. Zu sehen gibt es kindische Witzeleien, peinliche Dialoge, schlecht animierte Spezialeffekte und permanentes Gealbere, für das man allein schon Nerven wie Drahtseile mitbringen sollte. RAINING BLOOD ist Horror-Quatsch jenseits des guten Geschmacks. Freunde mit einer Vorliebe sinnbefreiter Trash-Movies kommen da natürlich auf ihre Kosten. Ob eine derart überzogene Inszenierung vom Autor Yûsuke Yamada jemals gewollt gewesen ist, dürfte fraglich sein. Der hat nämlich bereits 2005 jenes Buch geschrieben, auf dem der Film basiert und dürfte nach Erstsichtung der Romanumsetzung reichlich enttäuscht gewesen sein. Wer RAINING BLOOD gesehen hat, wird auch verstehen warum.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Splatterfilm gehört gibt es allerhand Gewaltmomente zu sehen. Die Todesarten werden aber derart übertrieben, teils schon humoristisch dargestellt, dass die FSK RAINING BLOOD ungeschnitten mit FSK16 freigegeben hat. Weil auf der Veröffentlichung einige „böse“ Trailer zu sehen sind, befindet sich auf der Heimkinoveröffentlichung der rote 18er-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Raivu; Japan 2014

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray jedoch aufgrund der Extras: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 24.04.2015

 

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RAINING BLOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Human Race (2013)
 
Battle Royale (2000)
 
Running Man (1987)
 


Filmkritik: „Zombie Fight Club“ (2014)

zombie-fight-club-2014
 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB

Story

 
 
 
Ein tödlicher Zombievirus hat in der Millionenstadt Taipei ein Desaster angerichtet. Jegliche soziale Strukturen befinden sich am Rande des Zusammenbruchs, was Kriminalität und Korruption blühen lässt. In einem Hochhaus irgendwo in der Innenstadt werden aus Gangstern Gejagte. Die müssen sich ähnlich wie im Remake zu JUDGE DREDD von Stockwerk zu Stockwerk vorarbeiten, um Horden Infizierter Hausbewohner entkommen zu können.

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Kritik

 
 
 
In Taiwan ist mal wieder die Hölle los, denn dort wandeln erneut hungrige Zombies durch Straßen und Gassen, stets auf der Suche nach wohlschmeckendem Menschenfleisch. Regisseur JOE CHIEN hat ein Herz für Fans von Zombiefilmen. Der fernöstliche Filmemacher scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben Liebhabern solcher Filme mit immer wieder neuem Horrormaterial zu versorgen, in dem sich verängstigte Protagonisten vor Horden Untoter in Sicherheit bringen müssen. Nach dem eher bescheidenen ZOMBIE WORLD WAR (OT: ZOMBIE 108), der zumindest in Taiwan ordentlich Zaster in die Kassen bringen konnte, war es nur eine Frage der Zeit bis CHIEN ein weiteres Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen sollte, um dort anzuknüpfen, wo er zuletzt Erfolge verbuchen konnte. Mit ZOMBIE FIGHT CLUB hat er die sehnlich erwartete Fortsetzung zu ZOMBIE WORLD WAR gedreht und macht quasi nichts anderes als die Gewinnformel seines Erstlings abzuarbeiten und diese um Extremgewalt, Sex und Splatter zu erweitern. Technisch bleibt alles beim Alten. Abermals wird dem Zuschauer eine auf Hochglanz gebügelte und in dreckige Farben getauchte Zombieapokalypse geboten, in der Handlung, Figuren und deren Schicksale kaum Gewichtung finden. Stattdessen wird das grafische Auslöschen von Mensch und Zombie in den Mittelpunkt gerückt, was im direkten Vergleich zu aktuellen, amerikanischen Zombie-Produktionen nicht ganz ohne ist. Neben hektischen Schnitten und schnellen Kampfszenen liegt das Augenmerk auf rasante Schussduelle, ekelige Verwandlungs- und Matscheffekte sowie reißerische Zeitlupenmorde, die so genüsslich und schonungslos zelebriert werden, dass deutschen Zensurbehörden mit ZOMBIE FIGHT CLUB gar keinen Spaß verstehen dürften. Hier wird Gewalt als Mittel zum Selbstzweck eingesetzt, denn die unzugänglichen Protagonisten sehen im kaltblütigen Ausmerzen von Überlebenden und Infizierten den einzigen Ausweg einem postapokalyptischen Weltuntergangsszenario entkommen zu können. Dass im unkontrollierten Blutrausch die Handlungsbeweggründe aller Beteiligten nicht immer Sinn ergeben, ist eines der vielen Mankos mit denen ZOMBIE FIGHT CLUB sprichwörtlich zu kämpfen hat. Dem Zuschauer dürfte es da schwer fallen sich überhaupt mit einem der reichlich unsympathischen Charaktere identifizieren zu können, denn nach einer glaubhaften Charakterisierung sucht man in diesem Splatterfest vergebens.
 
In ZOMBIE FIGHT CLUB handeln die Protagonisten nicht nachvollziehbar. So finden einige Ganoven im Überlebenskampf mit dutzenden Zombies immer noch genügend Zeit, um hilflose Schulmädchen zu vergewaltigen. Zudem handelt ein Lehrer wie von Sinnen, weil seine Tochter erschossen wurde, was ihn aus unerklärlichen Gründen dazu nötigt zwei unschuldige Schulmädchen zu ermorden, mit denen er wenige Minuten zuvor noch friedlich an der Kaffeetafel gesessen hat. Vieles in ZOMBIE FIGHT CLUB ist kaum einleuchtend, weil sich JOE CHIEN zu versteift auf blutige Kämpfe und das grafische Zerschießen von Köpfen konzentriert, statt sich mit seinem Film und dessen Figuren ernsthaft auseinanderzusetzen. Fast alle Protagonisten sind Kanonenfutter, die kurz vorgestellt und wenig später kreativ vor der Kamera um die Ecke gebracht werden. Förderlich ist dies dem Film keineswegs, weil sich trotz abwechslungsreicher Gewaltakte schnell Langeweile einstellt. Letztendlich wird die dünne Handlung allein von den immerhin hervorragend umgesetzten Effekten getragen.
 
ZOMBIE FIGHT CLUB besteht aus zwei unterschiedlichen Filmhälften. Während in der ersten Stunde der Ausbruch einer Zombie-Plage zum Thema des Films gemacht wird und sich einige (kriminelle) Überlebende durch ein Hochhaus kämpfen müssen, setzt die Handlung in den letzten 30 Minuten ein Jahr später ein. In einer Art unterirdischer Kampfarena müssen Überlebende gegen Infizierte kämpfen, um just genau jenen Lehrer zu belustigen, der ein Jahr zuvor seine Tochter auf perfide Weise verloren hat. Mittlerweile handelt der nicht mehr ganz so ehrenhaft und ist zur dunklen Seite übergewechselt, hält sich Überlebende als Sklaven, um diese zu demütigen oder ermorden zu lassen. Bei derart trivialer Filmunterhaltung werden Erinnerungen an das ruppige Exploitationkino der 70er wach, denn JOE CHIEN bleibt bis zum Abspann seinem Kurs treu und ergänzt Zombie-Klischees um Sex, Martial-Arts-Action und Gewalt, so dass zumindest Freunde der etwas härteren Filmgattung gut unterhalten werden dürften. Letztendlich bleibt trotz technisch versierter Machart und reichlich Action die Spannung aus, was ZOMBIE FIGHT CLUB nur zu einem weiteren, unbedeutenden Zombie-Streifen macht, den man nach Sichtung schnell wieder vergessen haben dürfte. Eigentlich schade, hätte CHIENS Zweitwerk durchaus Potenzial gehabt, ein neuer asiatischer Splatter-Hit werden zu können. Leider mangelt es ZOMBIE FIGHT CLUB am Feinschliff, denn trotz glatt polierter Optik fehlt mal wieder das, was man in jedem zweiten Horrorfilm schmerzlich vermisst: ein sympathischer Charakter, der im Verlauf eine glaubwürdige Entwicklung durchlebt, damit sich der Zuschauer mit ihm verbunden fühlen und mitfiebern kann. Dennoch, trotz aller Kritik gehört das Sequel ZOMBIE FIGHT CLUB zu den wenigen Ausnahmen, in denen die Fortsetzung besser ist, als das Original. Demzufolge sollten Zombiefans auf jeden Fall einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die taiwanesische Antwort auf THE WALKING DEAD. ZOMBIE FIGHT CLUB ist ein rasantes Zombie-Splatterfest, das seinesgleichen sucht und anfänglich etwas zu offensichtlich an den Action-Kracher THE RAID oder das JUDGE DREDD-Remake aus dem Jahre 2012 erinnert. Hier wird all das verbraten, was man bereits im schmuddeligen Exploitationkino der 70er zu sehen bekommen hat. Es wird geschossen, gefressen und zermatscht als gebe es keinen Morgen mehr, was zumindest Fans derber Gewaltstreifen durchaus zusagen dürfte. Sieht man jedoch vom hektisch geschnittenen Sex- und Gewaltcocktail sowie einigen frauenfeindlichen Filmmomenten ab, bleibt nicht mehr viel übrig, was ZOMBIE FIGHT CLUB über Wasser halten kann. Die Charaktere sind flach, die Geschichte dünn und Spannung hält sich auch in Grenzen. Wer darüber hinwegsehen kann, wird mit diesem ziemlich kruden Schmuddel-Action-Mix trotzdem gut unterhalten – den vielen kreativen und hervorragend umgesetzten Gewaltspitzen sei Dank, die diesmal vorwiegend aus dem Rechner kommen, jedoch perfekt zum unbequemen Ton der düsteren Kulisse passen.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Zensur

 
 
 
ZOMBIE FIGHT CLUB hat hierzulande eine ungeschnittene Freigabe erhalten. Das ist verwunderlich. Nicht nur, dass hier ziemlich fragwürdige Gewalt gegenüber Frauen fast schon zelebriert wird; in diesem Film werden in nahezu jeder Filmminute Menschen und Zombies auf grausame Weise um die Ecke gebracht. Manchmal sind die Beurteilungen der FSK nicht nachvollziehbar. Zombiefans dürfte das aber freuen, hat es ZOMBIE FIGHT CLUB mit rotem FSK-Flatschen in die Händlerregale geschafft. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Zombie Fight Club; Taiwan 2014

Genre: Horror, Splatter, Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Mandarin DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 31.07.2015

 

Zombie Fight Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Judge Dreed (2012)
 
The Raid (2011)
 
The Raid 2 (2014)
 


Filmkritik: „Eat“ (2013)

eat-2013-jimmy-weber
 
 
 

EAT

ICH HAB MICH ZUM FRESSEN GERN

Story

 
 
 
Der Misserfolg im Job macht eine junge Frau krank und fördert einen unstillbaren Hunger auf das eigene Fleisch …

 
 
 


 
 
 

EAT – Kritik

 
 
 
Einfach nur Zufall, kreativer Gedankenschub oder pure Absicht? Mit EAT erscheint nun schon der zweite Horrorfilm in Folge, in dem die zweifelhaften Machenschaften der Hollywood-Maschinerie an den Pranger gestellt werden. Hollywood ist nicht nur Glitzer und Glamour – dort hat sich das Filmemachen zum knallharten Business entwickelt, wo schon lange nicht mehr menschliche Befindlichkeiten zählen, sondern Geld, Gier, Macht und Erfolg eine erhebliche Rolle spielen. Nirgendwo scheinen Ruhm und Bedeutungslosigkeit, Armut und Reichtum, Illusion und Wirklichkeit so dicht beieinander zu liegen wie hier, was bereits schon unzählige Filmemacher dazu veranlasst hat, das wahre Hollywood zum Thema ihrer Filme zu machen. Zuletzt gelang das KEVIN KOLCH und DENNIS WIDMEYER ganz souverän. Mit ihrem STARRY EYES zeigten sie in beunruhigenden Bildern die andere Seite der schillernden Filmmetropole, wo der tägliche Kampf ums Überleben zur Tagesordnung gehört und strebsame Schauspieler auf vernünftig bezahlte Aufträge hoffen, damit die Miete gezahlt werden kann.
 
Knapp 300.000 Schauspieler leben in Los Angeles, von denen gerade einmal fünf Prozent in der Filmindustrie arbeiten. Die meisten von ihnen verdienen sich anderweitig ihr Geld, um überhaupt über die Runden kommen zu können. Zu einer dieser erfolglosen Filmdarstellerinnen gehört auch Novella McClure (MEGGIE MADDOCK), die sich im Horrordrama EAT mehr schlecht als recht von Casting zu Casting hangelt, um ausschließlich Absagen zu ernten. Die Miete ist bereits seit drei Monaten im Rückstand und im Kühlschrank herrscht gähnende Leere, was die Mittdreißigerin immer wieder dazu veranlasst in Stresssituationen an den eigenen Knochen zu nagen. Erst ist es ein blutiger Finger, der zum Lutschen einlädt. Später sind es die eignen Füße, die der arbeitslosen Schauspielerin Gaumenfreuden bereiten. Leider bleiben die selbst zugefügten Verstümmelungen nicht unbemerkt und die verzweifelte Novella muss sich in psychiatrische Behandlung begeben. Dort lernt sie Dr. Simon (JEREMY MAKE) kennen, der sich jedoch Hals über Kopf in die adrette Blondine verliebt. Ein fataler Fehler wie sich bald herausstellen wird, denn die zwanghafte Selbstzerstörung seiner Patienten nimmt bald sonderbare Züge an.
 
Body-Horror extrem, denn das in EAT gezeigte Spezial-Menü ist garantiert nicht jeden Filmzuschauer zu empfehlen. Man muss schon ein Faible für blutige Raffinessen besitzen, um das hier Gezeigte verdauen zu können, denn Nachwuchsregisseur JIMMY WEBER macht ziemlich oft Gebrauch von blutigen Fressszenen, die dazu noch in Nahaufnahme zelebriert werden. In diesem Film wird aus purer Verzweiflung das eigene Fleisch gegessen, was trotz ekliger Gore-Momente auch noch Hintergrund besitzt, schließlich sind psychische Erkrankungen in Zeiten von Leistungsdruck, Mobbing und Burnout keine Seltenheit mehr und werden auch bei Erwerbslosen immer häufiger diagnostiziert, die am sozialen Abstieg zu zerbrechen drohen. Stress macht krank – eine medizinische Diagnose, die in EAT horrorfilmtypisch auf die Spitze getrieben wird, jedoch nach wie vor brisant bleibt, weil der Film die bittere Realität vor Augen hält. Auch wenn die grafischen Kannibalismusmomente ziemlich selbstzweckhaft zum Einsatz kommen und EAT mit einigen Längen zu kämpfen hat, bekommt der Zuschauer hier außergewöhnlich mutiges Indie-Kino geboten, das sich sogar mit ernsthafter Gesellschaftskritik auseinandersetzt, statt ausschließlich sinnlose Gewalt der Gewalt wegen zu zeigen. Bitte mehr davon!
 
 
 


 
 
 

EAT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EAT ist schockierend, eklig und dennoch faszinierend, quasi ein Drei-Gänge-Menü für anspruchsvolle Horror-Gourmets. EAT zeigt eindrucksvoll, dass kleine Indie-Produktionen meist die besseren Ideen haben, als manch teurer Film aus Hollywood – auch wenn studiounabhängige Streifen nicht unbedingt für jeden Filmgeschmack geeignet sind. EAT ist knüppelharter Body-Horror mit sonderbarer Thematik, die jedoch nicht sonderlich weit hergeholt ist und jeden treffen kann. Wenn Erfolg oder Misserfolg krank macht: hier werden psychische Erkrankungen in Folge von Stress unter die Lupe genommen, die in EAT natürlich etwas sehr drastisch untersucht werden, damit der Horrorfan auch kräftiges Rot zu sehen bekomme. Regieneuling JIMMY WEBER erzählt in seinem Debüt vom psychischen und körperlichen Zerfall einer verzweifelten Jobsuchenden, die sich von Ängsten getrieben selbst verstümmelt, um mit sich ins Reine zu kommen. Das beginnt ganz harmlos mit Nägelknabbern und endet im Verzehr der eigenen Gliedmaßen, wobei man den Effekte-Machern an dieser Stelle Lob für die abartigen Kannibalismusmomente aussprechen muss, die dann doch ziemlich grenzwertig bebildert werden. Wer kontroverse Filme mit Botschaft sucht, ist mit EAT gut beraten. Horrorfans, die nur des Härtegrades wegen Filme schauen, dürften schnell enttäuscht werden, denn die weniger Splatter-Momente lassen auf sich warten, weil in EAT viel gequasselt wird.
 
 
 


 
 
 

EAT – Zensur

 
 
 
EAT ist schon sehr speziell und vermutlich nicht für jeden Zuschauer geeignet. Die Heldin zieht sich genüsslich das Fleisch von den Knochen und verspeist es in aller Ruhe. Die Kamera hält drauf und die recht gut umgesetzten Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung keineswegs. Die FSK war gnädig und hat EAT bereits für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben. Aufgrund des Bonusmaterials auf der erhältlichen Heimkinoscheibe ist EAT aber erst für Volljährige geeignet: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

EAT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Eat; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Film: FSK16 – Aufgrund der Extras auf der BD: Keine Jugendfreigabe (ungeschnitten)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 21.03.2015

 

EAT [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EAT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Naked Blood (1995)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Starry Eyes (2014)
 
In My Skin


Filmkritik: „Der Rasenmähermann“ (1992)

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DER RASENMÄHERMANN

Story

 
 
 
Der Wissenschaftler Dr. Lawrence Angelo (Pierce Brosnan) möchte das Gehirn erforschen und nach dem nächsten Baustein der menschlichen Evolution suchen. Damit ihm das gelingt, lässt er Primaten in eine virtuelle Realität eintreten und beobachtet ihre Reaktionen. Nachdem ein Versuch mit einem seiner tierischen Probanden gehörig in die Hose geht, werden seine Experimente unterbrochen und der Doktor auf unbestimmte Zeit in den Urlaub geschickt. Zu allem Überfluss verlässt ihn auch noch seine Frau und der ambitionierte Wissenschaftler erreicht den Nullpunkt. Besessen von der Idee, seine Experimente fortzuführen, rekrutiert er den netten, aber etwas zurückgebliebenen Jobe (Jeff Fahey), der bei seinen Nachbarn den Rasen mäht. Zunächst reagiert das Gehirn des Versuchskaninchen positiv auf Angelos Maßnahmen, doch schon bald entwickelt er sich ein Stück zu weit und übernimmt kurzerhand die Kontrolle über den Verlauf des Experiments.

 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Kritik

 
 
 
Was sofort ins Auge sticht, sind natürlich die computergenerierten Sequenzen, die sich in Dr. Angelos virtueller Realität abspielen, extrem schlecht gealtert sind und heute schlichtweg lachhaft wirken. Auch sonst wirkt die visuelle und akustische Ästhetik des Films, der aus dem selben Jahrgang wie James Camerons zweiter „Terminator“ stammt, eher unbeholfen. Mit maßlos übertriebener Beleuchtung und ebenso unpassender musikalischer Untermalung wirkt „Der Rasenmähermann“ eher wie ein Kind der 80er als der 90er.
 
Betrachtet man den Film allerdings über zwei Jahrzehnte nach seiner Entstehung, kann man nicht abstreiten, dass der Science-Fiction-Aspekt nach wie vor interessant ist, und mit der Zeit sogar an Relevanz zugenommen hat. Damals, als die digitale Revolution zumindest für die meisten Menschen noch ein Glimmer am Horizont war, konnte man sich nur schwer vorstellen, wie das kommende Informations-Zeitalter die Menschheit beeinflussen würde. An genau diesem Punkt setzt „Der Rasenmähermann“ an und bietet eine Vision einer Zukunft, die heute zwar amüsant wirkt, aber gleichzeitig sehr interessant ist.
 
Kernthema des Films ist die zweifelhafte Symbiose zwischen Mensch und Maschine und die Gegenüberstellung einer menschlichen Intelligenz mit einer künstlichen, oder zumindest einer künstlich verstärkten. Untersucht wird das Thema anhand des Rasenmähermannes, einer (sehr) simplen Person, die sich innerhalb kürzester Zeit vom treudoofen Boxsack zum intelligentesten Wesen des Planeten entwickelt und dabei selbstverständlich Fähigkeiten wie Gedankenlesen oder Telekinese nicht auslässt. Tatsächlich muss man dem angestaubten Sci-Fi-Reißer aus den frühen 90ern bescheinigen, dass er diese Gedanken um Einiges konsequenter angeht als moderne Filme mit der selben Thematik à la „Lucy“ oder „Transcendence“. Ganz nebenbei versprüht er dabei trotz oder gerade wegen seiner holprigen Optik einen besonderen, nostalgischen Charme, der vielen Filmen seiner Ära innewohnt.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Der Rasenmähermann“ mag auf den ersten Blick wie ein lachhafter und veralteter B-Film aus den frühen 90ern wirken, aber auf näheren Blick ist er noch immer ein absolut tauglicher, interessanter Science-Fiction-Film. Pierce Brosnan und Jeff Fahey verkörpern ihre Frankenstein-ähnliche Beziehung glaubhaft und effektiv und halten den Film trotz einigen Abzügen in der B-Note gut zusammen. Vor allem für Fans von kultigen Sci-Fi-Filmen und 90er-Jahre-Nostalgikern ist „Der Rasenmähermann“ ein wichtiger Eckstein in der Filmsammlung.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Zensur

 
 
 
Seit jeher ist der Film in Deutschland ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe erhältlich, die aus heutiger Sicht vielleicht etwas streng wirkt, aber fair ist. Die deutschen Blu-ray-Auswertung wurde ebenfalls ab 16 Jahren freigegeben. Auf der ist jedoch nur die Kinofassung enthalten. Der Director’S Cut ist auf der aktuellen Blu-ray nicht enthalten.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
der-rasenmähermann-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lawnmower Man; USA 1992

Genre: Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene dt. Kinofassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras:Trailershow

Release-Termin: 25.07.2014

 

Der Rasenmähermann [Blu-ray] ungeschnitte deutschen Kinofassung auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 


Filmkritik: „Honeymoon“ (2014)

honeymoon-2014
 
 
 

HONEYMOON

Story

 
 
 
Von der Stadt hinaus aufs Land: Das junge New Yorker Paar Bea (Rose Leslie) und Paul (Harry Treadaway) verbringen die Flitterwochen in einer kleinen Hütte draußen am See. Doch die romantische Zweisamkeit schlägt in pures Grauen um, als Bea eines Nachts verschwindet und sich danach wie ausgewechselt verhält …
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Kritik

 
 
 
Wenn ein frisch vermähltes Paar fernab der Zivilisation die Flitterwochen verbringt, kann es im Horrorfilm schon einmal vorkommen, dass deformierte und geistig zurückgebliebene Hinterwäldler überraschend zum Kaffee erscheinen und sich ungefragt an der nichtsahnenden Ehegattin vergehen. In HONEYMOON laufen die Dinge diesmal jedoch anders. Ungewöhnlicherweise hat diesmal eine Frau auf dem Regiestuhl Platz genommen, was ja im Genre schon zu einer Seltenheit gehört, werden Horrorfilme doch meist eher von Männern inszeniert. LEIGH JANIAK traut sich was. Nicht nur, dass sie neben der Regie auch gleich für das Schreiben des Drehbuchs verantwortlich zeichnet; die Filmemacherin pfeift zudem auf gängiges Backwood, Slasher- und Terror-Geschrei, das in den letzten Jahren ziemlich oft Handel und Videotheken unsicher gemacht hat. Nach Arbeiten am Hollywood-Kitsch SPIEGLEIN, SPIEGLEIN (2012) mit der Roberts in der Hauptrolle sowie am Found-Footage-Ausflug EUROPA REPORT (2013) wollte sie wohl endlich mal etwas eigenes auf die Beine stellen. Mit HONEYMOON gibt JANIAK ihr Regiedebüt, das für ein Erstlingswerk auch noch beeindruckend souverän umgesetzt wurde, denn die Regisseurin schafft es mit ihrem ersten Langfilm ohne Weiteres, dem Zuschauer das Eheversprechen zu vermiesen.
 
HONEYMOON handelt von Bea (ROSE LESLIE) und Paul (HARRY TREADAWAY), die hier von zwei jungen und für Indie-Verhältnisse bemerkenswert talentierten Schauspielern verkörpert werden, deren Rollen nicht besser hätten besetzt werden können. Das Paar hat frisch geheiratet und will nun in einer Hütte im Wald die verdienten Flitterwochen verbringen. Bea hat hier im Ferienhaus der Eltern als Kind ziemlich viel Zeit verbracht und fühlt sich inmitten von Wäldern und Seen gleich wieder an die Kindheit zurückerinnert. Doch die trügerische Idylle führt bald zu einer Katastrophe. Als Bea eines Nachts unter mysteriösen Umständen verschwindet und vom Ehegatten Paul im Wald aufgelesen wird, nehmen die Dinge ihren Lauf. Erst sind es lapidare Erinnerungen, mit denen die Ehegattin nichts mehr anzufangen weiß. Später muss sie sich Namen und Geburtsdaten in hier Notizbuch kritzeln, damit sie sie nicht wieder vergießt. Als ihr dann auch noch die Lust am Beischlaf vergeht und sich seltsame Bisswunden am Oberschenken abzeichnen, will Paul nur noch eins: weg aus der Einöde und zurück in die Stadt. Leider sind die Autoschlüssel verschwunden und Bea scheint irgendwas vor ihrem Partner verheimlichen zu wollen, was das Vertrauen der frischgebackenen Eheleute auf eine harte Probe stellt und vor allem Paul an die Grenze zum Wahnsinn treibt.
 
Erstaunlich blutleer geht’s in HONEYMOON zu, denn JANIAK hat was zu erzählen, was in Zeiten trivialen Fast-Food-Horrors besonders hervorzuheben gilt. Statt Mord- und Totschlag hat die Regisseurin an einer eigenen Geschichte gefeilt, die nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer lang im Dunkeln tappen lässt. Dabei lässt sich die Filmemacherin viel Zeit für die Entwicklung ihrer Helden, deren Beziehung aufgrund der rätselhaften Umstände zu zerbrechen droht. Die warm vertraute Liebelei zwischen den beiden Protagonisten schlägt nämlich bald in befremdliches Grauen um, denn Paul erkennt, dass seine eigentlich ihm vertraute Gattin wie ausgetauscht handelt und nicht mehr die selbe scheint, die er eigentlich geheiratet hat. Beth wirkt abweisend, ja fast schon verstört und ihre subtile Wandlung lässt anfangs viele Vermutungen offen, was wohl passiert sein könnte. Lang bleibt ungewiss, wohin HONEYMOON den Zuschauer führen wird, denn die Ursachen der Umstände lassen sich so schnell nicht erahnen. JANIAK zögert die Auflösung des Spuks bewusst weit hinaus, was dem Spannungsbogen des Films durchaus förderlich ist. Dabei gelingt es der Regieanfängerin eine unangenehm-bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die sie mit viel Geschick um ihre mysteriöse Geschichte webt. Schnell schlägt zuckersüßes Liebesgeschwätz in subtilen Hütten-Horror um, an dem selbst Body-Horror-Mitbegründer DAVID CRONENBERG (DIE FLIEGE, RABID) seinen Freude haben dürfte, schließlich wird das intensiv gespielte Kammerspiel im Finale um unangenehme Spezialeffekte ergänzt. Die sind zwar durchweg eklig anzuschauen, werden aber bewusst dezent eingesetzt, um das Treiben nicht im plumpen Schockeffekte-Gewitter zu ertränken.
 
Auch wenn das Ende im direkten Vergleich zur clever aufgebauten Geschichte etwas sehr trivial und unspektakulär daherkommt, hat Macherin LEIGH JANIAK mit ihrem Erstwerk eindrucksvoll bewiesen, dass auch Frauen das Zeug haben, sehenswerte Gruselschocker zu stricken. HONEYMOON ist spannend, atmosphärisch und dazu noch gut gespielt. Für einen Horrorfilm unverzichtbare Attribute, die man in vielen Genrewerken jüngeren Datums mit der Lupe suchen muss. Wir meinen: Sehenswerter Erstling und uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Subtiler Body-Horror an dem selbst CRONENBERG seine Freude haben dürfte. HONEYMOON ist ein ungemütlicher Ekel-Albtraum, der frischen Wind ins Horror-Genre bringt. So simpel die Geschichte, so bemerkenswert souverän ist die Umsetzung. Regisseurin LEIGH JANIAK hat hier ihren ersten Spielfilm gemacht und gleich einen Grusel-Hit gelandet. Ihr subtiles Kammerspiel setzt nicht auf plumpe Schockeffekte und blutreichen Splatter-Reigen. Stattdessen geht die Newcomerin psychologischer und atmosphärischer zugange und bebildert mit erstaunlich dramaturgischem Geschick und durch unangenehm-bedrohlichen Bilder den langsamen Zerfall einer eigentlich innigen Liebelei. Daher: Mysteriöser Zu-Hause-Horror par excellence, der sich nicht so einfach durchschauen lässt. Großartig!
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Zensur

 
 
 
Außer etwas Blut, dass aus dem Geschlechtsteil von Protagonistin Beth tropft und einigen ekelhaften Schleimeffekten gibt es in HONEYMOON kaum nennenswerte Gewalt zu sehen. Der Fokus des Films liegt klar auf subtiles Grauen. Demnach hat HONEYMOON hierzulande die FSK unbeschadet mit FSK16 passiert.
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
honeymoon

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Honeymoon; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer und Trailershow

Release-Termin: 30.01.2015

 

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HONEYMOON – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Thanatomorphose (2012)
 
Contracted (2013)
 
Alien Abduction (2014)
 
Die Fliege (1986)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1993)