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Filmkritik: „From a House on Willow Street“ (2016)

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FROM A HOUSE ON WILLOW STREET

(HOUSE ON WILLOW STREET)

Story

 
 
 

Vier Kleinkriminelle planen einen großen Coup. Leider müssen sie schnell einsehen, dass es auch Dämonen missfällt, wenn man gegen Gesetze verstößt.

 
 
 


 
 
 

FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Kritik

 
 
 
Wenn vermeintliche Bösewichte selbst zu Gejagten werden. Das ist guter Stoff für fiese Horror-Unterhaltung von der man sich doch gern berieseln lassen möchte – vor allem wenn ein „Haus“ im Titel auf bösartige Gruselunterhaltung hoffen lässt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in unscheinbaren Häusern an reißerisch bezeichneten Straßen und Plätzen nicht selten das Böse zu Hause ist. So passiert im Mysterythriller THE HOUSE ON PINE STREET, dem Rache-Schocker LAST HOUSE ON THE LEFT oder dem Psychopathen-Grusler HOUSE AT THE END OF THE STREET, wo sich in abgelegenen Anwesen schockierende Dinge ereignet haben. Auch FROM A HOUSE ON WILLOW STREET lockt mit vielversprechender Titelgebung und springt auf den „House“-Zug auf. Doch diesmal sollte man nicht zuviel erwarten. Professionelle Optik macht das Fan-Herz weich. Forscht man aber tiefer, tritt schnell Ernüchterung ein, denn FROM A HOUSE ON WILLOW STREET ist weit weg von perfekt. Regisseur ALASTAIR ORR zeichnet verantwortlich. Der kommt aus Südafrika und hat scheinbar Gefallen am Horrorfach gefunden – zumindest legt das die bisherige Filmografie nahe. Mit einem hastig zusammengeschnippelten Trailer soll neugierig auf FROM A HOUSE ON WILLOW STREET gemacht werden. Leider verbrät man darin gleich die besten Szenen, weshalb enttäuschte Gesichter vorprogrammiert sind. Nach der Dschungel-Kreaturen-Gurke INDIGENOUS liefert Filmemacher ALASTAIR ORR Horrorstoff ab, der dem Vorgängerfilm des Regisseurs intellektuell das Wasser reichen kann. Das bedeutet: Abermals kämpfen dumme Protagonisten gegen das Böse auf Erden und schlagen es trotz geistiger Umneblung am Ende in die Flucht. Neu ist im direkten Vergleich das Gespür für’s Visuelle. Der dreckige und semiprofessionelle Videolook aus INDIGENOUS musste weichen. Dafür sind in FROM A HOUSE ON WILLOW STREET nun makellose Hochglanzaufnahmen zu sehen, die es gut und gerne mit Horrorproduktionen großer Studios aufnehmen können. Doch machen mehr Budget und professionelles Equipment aus einem sonst eher einfallslosen Drehbuch sehenswertes Horrorkino?
 
 
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Kidnapping ist kein Kavaliersdelikt. Das müssen auch die Helden (darunter SHARIN VINSON) in FROM A HOUSE ON WILLOW STREET feststellen, die die Tochter einer gut betuchten Familie entführen wollen. Es sind Diamanten, auf die es die Bande abgesehen hat und welche nun als Lösegeld gefordert werden. Doch weil es sich hier um einen Horrorfilm handelt, darf man davon ausgehen, dass alles anders kommen wird. Die Entführung läuft zwar nach Plan, nur die Eltern der Geisel reagieren weder auf Anrufe oder Botschaften. Sind die etwa nicht daheim? Um auf Nummer sich zu gehen, begibt man sich noch einmal zum Tatort, um nach dem Rechten zu sehen. Was man jedoch nach akribischer Suche im Elternhaus findet, lässt den Kleinganoven das Blut in den Adern gefrieren. Die Eltern liegen verstümmelt in ihren Betten und im Keller findet man von Rohren durchbohrte Exorzisten. Wer hat diese grausamen Taten begangen? Schnell wird klar, dass hier wohl höhere Mächte am Werk sein müssen, denn die entführte Katherine (CARLYN BURCHELL) beginnt plötzlich zu schweben und faselt boshafte Verse.
 
 
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Guter Start, der Rest: Naja. Eigentlich hätte aus FROM A HOUSE ON WILLOW STREET fesselnder Horror werden können, der bis in den Schlaf verfolgt. Leider macht die zweite Filmhälfte aus diesem Horrorthriller dann doch nur eine übertriebene Gruselachterbahn ohne tieferen Sinn, die aber immerhin ohne Längen abgehandelt wird. Während Regisseur ALASTAIR ORR in den ersten 45 Minuten Spannung durch mysteriöse Vorfälle aufbaut, die auf subtilen Grusel mit Hirn hoffen lassen, lösen sich Vorfreuden spätestens ab der Halbzeit in Luft auf. Genau das Gegenteil flimmert nämlich über die Mattscheibe und dürfte Feingeister die Haare zu Berge stehen lassen. So wird aus einer unheimlichen Entführung plötzlich vorhersehbarer Dämonen-Nonsens, der sich zu sehr den Konventionen des Horrorkinos unterwirft und sich in einem faden Brei aus Klischees und Effekthascherei verfängt. Eine enttäuschende Wendung, weil einfallslose CGI-Effekte und austauschbare Besessenheitsthematik aus FROM A HOUSE ON WILLOW STREET belanglosen Horror-Blödsinn macht, an den sich bereits Stunden nach Sichtung niemand mehr erinnern wird. Hier hätte man mehr draus machen können, zumal dem Drehbuch in den letzten Zügen auch noch die Ideen ausgehen und die immer gleichen Spezialeffekte aus der Effektkiste gekramt werden. Da schweben besessene Zombie-Freunde durch die Luft und dämonische Wurmparasiten krabbeln aus Mündern, weil sie nach neuen Wirtskörpern suchen. Weil die immer gleichen Effekte zelebriert werden und die Helden auch noch spannungsarm vor einem Dämon in Menschengestalt flüchten müssen, versinkt FROM A HOUSE ON WILLOW STREET schnell in der Belanglosigkeit. Das hat man irgendwie alles schon mal besser gesehen, wobei wir an dieser Stelle noch einmal die Horrorstreifen DON’T BREATH und THE AUTOPSY OF JANE DOE in Erinnerung rufen möchten. Bei genauerer Betrachtung ist FROM A HOUSE ON WILLOW STREET nichts anderes, als ein Mix genannter Grusel-Hits. Leider erreicht der Film nicht mal annähernd jene Qualitäten. Spezialeffekte und Action sind eben nicht immer alles. In Zeiten permanenter Ideenarmut sind es clevere Geschichten, die vor allem das Horror-Genre dringend nötig hat.
 
 
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FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine kurzweilige und atmosphärische Gruselachterbahn, die kaum Verschnaufpausen bietet. Leider hat FROM A HOUSE ON WILLOW STREET nur ein Problem: Hier fehlen Ideen. Der Streifen schaut zwar mit seinem permanent düsteren Look und den teils gut getricksten Spezialeffekten hervorragend aus. Blickt man aber hinter die Fassade, ist dieser komplett in Südafrika gedrehte Dämonen-Spuk nichts anderes, als ein hirnloser Okkult-Zirkus voller Schocks, der sich in erster Linie ans Mainstream-Publikum richtet. Was stark und unheimlich beginnt, katapultiert sich nach 45 Minuten selbst ins Aus. Geschichte und Figuren bleiben flach. Dafür wird Wert auf Spezialeffekte aus dem Computer gelegt. Was man hier geboten bekommt ist weit weg von clever. Ein bösartiger Dämon will die Menschenwelt beherrschen, benötigt aber fünf Seelen um auf Erden zu wandeln. Natürlich ist das konventioneller Blödsinn, der möglichst viele Schreckmomente abhaken möchte und mit permanent gruseliger Stimmung so etwas wie Spannung heraufbeschwören will. Leider verhalten sich die Figuren dämlich und auch der Dämon in Menschengestalt ist trotz magischer Fähigkeiten nicht die hellste Kerze auf der Torte. Dumme Handlungen gestalten das Treiben vorhersehbar. Das macht diesen Streifen zum Spannungskiller, der trotz netter Optik keinen Preis für Originalität gewinnen dürfte. Bei so einfältiger Gruselmacherei will man fast schon Mitleid mit Hauptdarstellerin SHARIN VINSON haben, die sich bereits mit Horrorfilmen auskennt und in YOU’RE NEXT oder BAIT 3D zu sehen war. Auch diese Popcornstreifen waren nicht sonderlich helle, hatten aber immerhin fiese Morde in petto. Letztere sucht man in FROM A HOUSE ON WILLOW STREET übrigens vergebens. Der Film hat nämlich kaum Schauwerte zu bieten, was vermutlich jene enttäuschen wird, die sich nach Sichtung des ansprechend geschnittenen Trailers ein Splatter-Feuerwerk erhofft haben.
 
 
 


 
 
 

FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Zensur

 
 
 
Was Gewalt angeht hält sich FROM A HOUSE ON WILLOW STREET sehr zurück. Es gibt kurz verstümmelte und übel zugerichtete Leichen zu sehen. Ansonsten verwandeln sich die wenigen Protagonisten im späteren Verlauf – ähnlich wie im Kult-Splatter EVIL DEAD – in willenlose Dämonen-Zombies. Wer jetzt aber denkt, dass die brutal morden, irrt gewaltig. In FROM A HOUSE ON WILLOW STREET sind die verwandelten Kleinganoven nur Handlanger eines Oberdämons, die Angst und Schrecken verbreiten sollen. Wegen der gelungenen Make-up und Spezialeffekte sowie verstörender Visionen dürfte es für den Streifen ohne Probleme eine FSK16 geben. FROM A HOUSE ON WILLOW STREET wird im Herbst 2017 nach Deutschland gebracht. TIBERIUS FILM besitzt die deutschen Auswertungsrechte.
 
 
 


 
 
 

FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breath (2016)
 
The Autopsy of Jane Doe (2016)
 
The Badger Game (2014)
 
Demonic (2015)
 
Evil Dead (2013)
 


Filmkritik: „House – Willkommen in der Hölle“ (2016)

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HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE

(HUSET)

Story

 
 
 

Norwegen im Winter 1942: Zwei Soldaten irren mit einem Gefangenen durch die Wälder. Erschöpft erreichen Sie ein Haus in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

HOUSE – Kritik

 
 
 
Sind günstig produzierte Horrorfilme eigentlich zwangsläufig schlecht? Wenn man sich die vielen schnell heruntergekurbelten Low-Budget-Gurken der letzten Jahre anschaut, liegt der Verdacht leider nahe. Statt mit wenige Kapital stimmige Geschichten zu erzählen, wird in der Regel lieblose Dutzendware mit miserablen Effekten und untalentierten Schauspielern geboten. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Weil technische Ausrüstung immer erschwinglicher wird, greifen immer mehr Hobby-Gruselfans selbst zur Filmkamera, schließlich kosten Digicams nicht mehr die Welt und liefern gestochen scharfe HD-Bilder. Talent ist dabei genauso nebensächlich, wie Kreativität und gute Drehbücher. Eine Entwicklung, die man einfach nicht mehr hinnehmen sollte, schließlich rauben schlechte Filme nur unnötig Lebenszeit, die woanders besser investiert wäre. Dass es aber auch anders geht, zeigt der folgende Horrorstreifen. Mit gerade einmal 100.000 Euro gibt’s hier das zu sehen, was sogar immer mehr großen Produktionen nur selten gelingt. HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE ist ein kleiner, aber interessanter Horror-Beitrag mit stimmungsvoller Optik und klug gestrickter Geschichte. Da sollte man sich nicht vom kleinen Budget abschrecken lassen, denn das sieht man dieser deutsch-skandinavischen Koproduktion keineswegs an.
 
 
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In diesem Gruselfilm irren zwei NS-Soldaten mit einem norwegischen Gefangenen durch die verschneiten Wäldern Skandinaviens und versuchen einen Weg zurück zur Einheit zu finden. Doch statt auf Kameraden zu treffen, stößt man nur auf ein verlassenes Haus irgendwo im Nirgendwo. Weil man vom ziellosen Umherirren müde geworden ist, tritt man erschöpft ein. Doch die Hauseigentümer scheinen nicht daheim zu sein. Obwohl der Ofen brennt und warmes Essen auf dem Herd steht ist keine Menschenseele zu sehen. Erste Erkundungstouren bleiben ohne Ergebnis. Nur ein altes Gästebuch lässt darauf schließen, dass hier gern mal Besucher vorbeischauen. Als hätte man es geahnt passieren bald seltsame Dinge. Aus dem Radio ertönen plötzlich mysterlöse Stimmen, lautes Poltern reißt die Zuflucht suchenden Soldaten aus dem Schlaf und seltsame Visionen bereiten Sorgen. Als man aufbrechen möchte und nach langem Fußmarsch wieder vor gleichem Haus steht, bricht Panik aus. Offenbar stimmt mit dieser Behausung etwas nicht, weil die Hütte seine Gäste nicht gehen lassen will. Ein Grund mehr, um der Sache auf den Grund zu gehen. Was die Männer aber dabei finden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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Kampf gegen unsichtbare Feinde. Die besten Horrorfilme sind die, deren Handlungsstränge man nicht voraussehen kann. Das ist auch in HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE der Fall, der natürlich nichts mit der legendären HOUSE-Filmserie zu tun hat, deren erster Teil von STEVE MINER in den 1980er inszeniert wurde. Hinter dem hier vorgestellten Gruselstreifen verbirgt sich ein atmosphärischer Gänsehauttrip, der auf falsche Fährten lockt und mit überraschender Ausflösung verblüfft. HOUSE (im Original übrigens HUSET) streift kurz das Spuk- und Geistergenre – geht aber in eine andere Richtung. Das lässt den Film aus der Masser hervorstechen, vor allem wegen der für Horrorfilme noch unverbrauchten Nazi-Thematik. Doch was ist des Pudels Kern? Erst nach und nach ergeben die Ereignisse im Film einen Sinn. So sorgen anfangs noch flackernde Kerzen und schwingende Lampen für ungute Vorahnungen. Später ereilen den drei Hauptdarstellern unheimliche Visionen die nahestehende (tote) Menschen aus der eigenen Vergangenheit zeigen. Die stiften Verwirrung – nicht nur bei den Figuren im Film. Regisseur REINERT KIIL lässt Zuschauer und Protagonisten lang im Dunkeln tappen und baut dank schlechter Ausleuchtung gruselige Atmosphäre auf. Die kommt dem Spannungsaufbau zugute, der für eine derart kleine Produktion bemerkenswert ist. Bei einem so ambitionierten Projekt sieht man gern über einige Markel hinweg. So musste wegen Budgetmangel offenbar auf Nachdrehs verzichtet werden. Wenn man aufmerksam dem mysteriösen Treiben lauscht, hört man des Öfteren Versprecher von Schauspieler FREDERIK VON LÜTTICHAU. Die halten sich jedoch in Grenzen und stören kaum. Eine Nachsynchronistation hätte in diesem Falle Wunder aber bewirken können. Trotz kleiner Mängel ist HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE mit seinem düsteren Digitallook weit weg von schlecht. Da kann man gern mal einen Blick riskieren – insofern man eine Schwäche für subtil und ruhig erzählte Gruselgeschichten besitzt.
 
 
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HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Soldaten im Fegefeuer. Dieser Indie-Grusel ist klein und günstig produziert, aber wurde dennoch äußerst atmosphärisch inszeniert. Mit kleinen Geldbeutel hat der als Requisiteur der DEADS SNOW-Filme bekannte REINERT KIIL mit HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE einen Gruselfilm gemacht, der vor allem Zuschauern gefallen dürfte, die einen Vorliebe für subtile Streifen im skandinavischen Look besitzen. Die Winterkulisse ist kühl und trist – die Geschichte verschachtelt und intelligent. Da riskiert man doch gern einen Blick. Wer’s aber hektisch und effektlastig mag, wird enttäuscht werden. HOUSE bevorzugt die leisen Töne und beschwört Grauen langsam herauf. So könnte der Film jenen Gefallen, die an so Gruselstoff wie SO FINSTER DIE NACHT, NIGHTWATCH, SENSORIA oder BABYCALL Gefallen gefunden haben.
 
 
 


 
 
 

HOUSE – Zensur

 
 
 
HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE hat eigentlich keine Gewaltmomente zu bieten. Deshalb hat der Streifen von der FSK auch eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Huset; Norwegen 2016

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Hinter den Kulissen

Release-Termin: 24.03.2017

 

House – Willkommen in der Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)
 
So finster die Nacht (2008)
 


Filmkritik: „The Devil’s Candy“ (2015)

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THE DEVIL’S CANDY

Story

 
 
 

Eine kleine Familie zieht auf’s Land. Doch im neuen Heim geht es bald nicht mit rechten Dingen zu, denn Vater Jesse beginnt plötzlich mysteriöse Stimmen zu hören.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Kritik

 
 
 
Rockmusiker und Metalheads sind ungepflegt, aggressiv und ständig betrunken. Ein Vorurteil mit dem schon so einige Filme in der letzten Zeit aufgeräumt haben. Dass Liebhaber und Macher lauter Gitarrenklänge eigentlich nur selten den Klischees entsprechen – wie sie zum Beispiel Regisseur ROB ZOMBIE in seinen Horrorwerken beinahe übertrieben zelebriert – hat sich auch unter Filmfans rumgesprochen. So dürften zuletzt Streifen wie METALHEAD und DEATHGASM in Erinnerung geblieben sein, die gezeigt haben, dass Anhänger jener Musikgattung im Grunde genommen anständige Leute sind. Selbiges ist natürlich auch im Okkult-Schocker THE DEVIL’S CANDY der Fall, der sich mit Figuren auseinandersetzt, die eine Leidenschaft für Heavy Metal hegen. Auch hier wird dem Zuschauer die Voreingenommenheit genommen, denn Regisseur SEAN BYRNE hält Abstand von Vorurteilen und zeigt tugendhafte Charaktere, die eben ab und an mal Metallica hören. Knapp sechs Jahre hat sich der ambitionierte Filmemacher für den nächsten Ausflug ins Horror-Genre Zeit gelassen. Das lange Warten verwundert, hat doch SEAN BYRNE mit dem Debütwerk THE LOVED ONES vor Jahren bitterböse Horror-Unterhaltung abgeliefert, die vor allem wegen ihres rabenschwarzen Humors von Kritikern und Fans gelobt wurde. Offenbar wollte der Regisseur keine Eintagsfliege abliefern und hat sich Zeit für Qualitätsarbeit gelassen. Eine im Grunde genommen hervorragende Einstellung. Dennoch ist THE DEVIL’S CANDY nicht das geworden, was man nach dem gefeierten Erstling erwartet hat. Dazu fehlt es dem Streifen an Neuerungen, Ideen und Tiefe. Trotzdem ist THE DEVIL’S CANDY weit weg von schlecht, denn dank düsterer Aufmachung und guter Darsteller wird kurzweiliges Horror-Futter geboten, das kaum Längen besitzt.
 
 
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Schönes Landleben und mehr Inspiration. Um kreativer arbeiten zu können, zieht der Künstler und Heavy Metal begeisterte Jesse Hellman (ETHAN EMBRY aus LATE PHASES) zusammen mit Frau und Tochter in ein abgelegenes Landhaus, das günstig zu haben war. Die Gründe für den niedrigen Kaufpreis lassen der Familie die Haare zu Berge stehen. Darin soll der psychisch kranke Ray Smilie (PRUITT TAYLOR VINCE aus 13 SINS) die eigenen Eltern ermordert haben, weil es ihm Satan höchstpersönlich befohlen hat. Doch die neuen Eigentümer lassen sich nicht die Freude am Heim durch gruseligen Geschichten nehmen. Familienvater Jesse zieht sich in den Schuppen zurück, um Geld mit gemalten Bildern zu verdienen, während sich Tochter Zooney an der neuen Schule mehr schlecht als recht durchschlagen muss. Leider wird aus Glück bald Angst. Der neue Hausherr hört plötzlich Stimmen und malt in Trance Werke, die einen kalten Schauer einjagen. Darauf sind schreckliche Visionen zu sehen, die nichts Gutes erahnen lassen. Doch verstörende Gemälde sind bald das kleinere Übel. Der verwirrte Elternmörder steht nämlich bald wieder vor der Tür und hat keine Blumen dabei. Der hat seine Pflicht zu erfüllen und will Satan zufriedenstellen. Leider hat der labile Eigenbrötler nicht mit dem engen Zusammenhalt der Familie Hellman gerechnet. Mit vereinten Kräften nimmt man den Kampf gegen das Böse in Menschengestalt auf. Blut ist eben immer noch dicker als Wasser.
 
 
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Behutsamer Aufbau von unheimlicher Atmosphäre nach altmodischer Machart. Trotz lauter Gitarren-Sounds und ein wenig Hardrock ist THE DEVIL’S CANDY kein hektisch und reißerisch erzählter Horrorstreifen, der im Blut watet. Davon gibt es nämlich so gut wie gar keins im Film zu sehen, denn Regisseur SEAN BYRNE verzichtet auf Holzhammermethoden und versucht Unbehagen durch gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Dementsprechend dunkel ist das Szenario auch, das anfangs einen weiteren Spukhaus-Grusler vermuten lässt, sich später aber zum dichten Serienkiller-Thriller entwickelt. Das Böse manifestiert sich diesmal nicht – wie man wohl meinen würde – als spukender Geist, sondern ist als unbeholfener Fettsack unterwegs, der von der Stimme des Teufels zu schrecklichen Taten angestiftet wird. Dabei macht SEAN BYRNE von interessanten Interpretationsansätzen Gebrauch. Statt den Teufel am Ende höchstpersönlich als fiese Kreatur durchs Bild sausen zu lassen, verzichtet der Filmemacher auf schauriges Kreaturen-Design. So erklärt ein TV-Pfarrer im Film, dass Satan keiner Gestalt bedarf. Der Teufel schlummert in jedem von uns und wird einzig durch grauenhafte, hasserfüllte Taten am Leben erhalten. Das macht THE DEVIL’S CANDY weitaus beängstigender, weil hier ein unscheinbarer Außenseiter plötzlich grausame Verbrechen an Kindern ausübt, die gerade wegen ihrer zurückhaltenden Zeigefreudigkeit das Kopfkino des Zuschauers in Gang setzen. Dennoch: Trotz guter Besetzung, verstörender Atmosphäre und stetig ansteigendem Spannungsbogen verrennt sich auch dieser Satanismus-Grusler zunehmend in Klischees und Ungereimtheiten, die man leider zu oft in Horrorfilmen zu sehen bekommt. Da handeln Protagonisten im Finale unverständlich und können trotz schwerer Verletzungen plötzlich Treppen und Leitern hinaufzusteigen, wie junge Hüpfer. Zudem ertappte man sich nicht nur einmal im Schlusskampf dabei, wie man den Figuren zurufen möchte, dass sie doch weglaufen sollen. Auch wenn am Ende mal wieder Antworten ausbleiben und man sich fragt, was der Bezug zu Heavy Metal eigentlich soll, wird mit THE DEVIL’S CANDY immerhin souverän inszenierte Genre-Unterhaltung geboten, die besser ist, als der übliche Indie-Horror-Blödsinn der letzten Jahre. Kein Horror-Hit – dafür aber spannend und verstörend. Für einen verregneten Sonntag reicht’s.
 
 
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THE DEVIL’S CANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spannender und technisch souverän gedrehter Satanismus-Grusel mit düsterer Stimmung und hervorragenden Darstellern. Leider hat auch dieser geradlinig erzählte Okkultismus-Serienkiller-Streifen kaum Neuerungen zu bieten. Trotzdem schafft es Regisseur SEAN BYRNE eine permanent bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, die letztendlich die Quintessenz dieses Okkult-Horrors ist. Zieht man den bitterbösen und rabenschwarzen THE LOVED ONES des Filmemachers zum Vergleich heran, liegen dazwischen Welten. THE DEVIL’S CANDY ist bierernst und hat keine makaberen Einfälle zu bieten. Zudem hält sich der Regisseur diesmal mit detaillierten Gewalttaten im Großformat zurück. Statt Gewalt zu zeigen, wird Kopfkino zelebriert. Wer meint, dass THE DEVIL’S CANDY deshalb harmlos ist, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Film ist hochgradig verstörend, was in erster Linie am finsteren Look und den guten Leistungen von PRUITT TAYLOR VINCE liegt. Der spielt im Film derart glaubwürdig einen psychisch verwirrten Killer, der gerade wegen seiner unsicheren Art hochgradig beängstigend wirkt. THE DEVIL’S CANDY ist zwar kein Meilenstein des Horrorkinos, dafür aber schwer unterhaltsam und packend inszeniert.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S CANDY ist – auch wenn darin Metal-Klänge ertönen und Metalheads um ihr Leben kämpfen – keineswegs blutig. Ein Killer hat es auf kleinen Kinder abgesehen, die er dem Teufel opfert. Die Taten passieren im Off. Demzufolge dürfte der Streifen hierzulande bedenkenlos eine FSK16 erhalten. Nachdem der Film 2016 auf dem FANTASY FILMFEST gefeiert wurde, erscheint THE DEVIL’S CANDY im Mai 2017 auch in Deutschland auf Blu-ray und DVD durch SPLENDID FILM.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Lords of Salem (2012)
 
Die Prophezeiung (2000)
 
Here Comes the Devil (2012)


Filmkritik: „Devil in the Dark“ (2017)

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DEVIL IN THE DARK

Story

 
 
 

Die zwei Brüder Adam (ROBIN DUNNE) und Clint (DAN PAYNE aus CABIN IN THE WOODS) werden in den Wäldern Kanadas mit der Vergangenheit konfrontiert und müssen gleichzeitig ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Kritik

 
 
 
Wenn nach der Sichtung eines Horrorfilms Fragen entstehen, weil man Gesehenes nicht einordnen kann, ist das schon einmal ein gutes Zeichen. In der Regel werden so die grauen Zellen des Zuschauers beansprucht, der sich auch nach dem Abspann mit Eindrücken auseinandersetzen muss, um plausible Antworten zu finden. Wenn man aber einen Horrorstreifen gesehen hat, der trotz akribischer Analyse irgendwie gar keinen Sinn ergeben will, ist das alles andere als erbaulich. Offenbar hat dann der Regisseur sein Ziel verfehlt, der mit undurchsichtiger Handlung eher die Wut des Zuschauers schürt, statt ihn spannend zu unterhalten. Ganz ähnliches Desaster ist dem Regisseur TIM BROWN mit DEVIL IN THE DARK passiert – einem Mystery-Scharcher dessen Geschichte in den letzten Minuten sonderbare Wege geht. Dabei hat der Filmemacher eigentlich schon Erfahrung im Angstmachen sammeln können. Auf seine Kappe gehen Filme wie BITE und ANTISOCIAL 2 für die er zwar nicht auf dem Regiestuhl gesessen hat, aber immerhin als Geldgeber in Erscheinung getreten ist. Nun versucht sich TIM BROWN als Multitalent. Für den zweiten Spielfilm mit dem Titel DEVIL IN THE DARK zeichnet er neben der Produzententätigkeit ebenso als Regisseur verantwortlich. Entstanden ist ein Gruseldrama, bei dem nicht immer eindeutig ist, was man da eigentlich zu sehen bekommt.
 
 
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Wenn ein Vater seinem Kind nicht die Beachtung schenkt, welche es sich erhofft hat. Das Gruseldrama DEVIL IN THE DARK erzählt das Schicksal zweier Brüder, die nach 15 Jahren aufeinandertreffen, um jene Route durch die Wälder zu laufen, die auch der verstorbene Vater mit ihnen an Kindstagen gegangen ist. Leider ist das Verhältnis zwischen den Geschwistern angespannt. Der Vater hatte sie zu Lebzeiten nicht gleichwertig behandelt, was zu Spannungen geführt hat. Diese halten die beiden Männer auch Jahre nach dem Tod des Familienoberhaupts auf Distanz, was den Jagdausflug in den kanadischen Wäldern nicht gerade einfach gestaltet. Doch Familiendiskrepanzen sind bald das kleinere Übel. Im Schutze der Dunkelheit geht nämlich etwas Böse auf Beutezug. Eine unheimliche Kreatur will den Brüdern nichts Gutes und heftet sich an die Fersen der Männer. Bald wird klar, dass dieses Wesen kein Unbekannter ist. Bereits in der Kindheit haben die Brüder Adam (ROBIN DUNE) und Clint (DAN PAYNE) mit der finsteren Gestalt Bekanntschaft gemacht. Dass sie nun ausgerechnet als Erwachsene wieder auf den grotesken Bösewicht stoßen kann doch kein Zufall sein. Oder etwa doch?
 
 
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Was wie Werbung für Urlaub in den kanadischen Wäldern anmutet, hat mit Erholung nichts zu tun. Die Naturkulisse ist nur Schein, denn DEVIL IN THE DARK entpuppt sich als fast schon klaustrophobisches Gruseldrama in dem der Wald zur Falle, aber gleichzeitig auch zur Erlösung wird. Was wie beliebiges Gruselfutter beginnt, ist mehr Familiendrama statt Horror und begleitet zwei Brüder auf eine Reise in die kanadische Wildnis, auf der die entfremdeten Geschwister wieder zueinander finden werden. Während sich der eine vom verstorbenen Vater stets unverstanden gefühlt hat, sieht der andere im Familienoberhaupt sein Vorbild. Dass unterschiedliche Sichtweisen bereits an Kindertagen zu Spannungen und Rangkämpfen zwischen den Brüdern geführt hat, wird in Rückblenden geschildert. Doch alles wendet sich zum Guten. Die Geschwister sprechen sich aus und nähern sich an. Ein Happy End wäre somit vorprogrammiert gewesen, würde Regisseur TIM BROWN am Ende nicht einen unnötigen Rattenschwanz anhängen, der bei genauerer Betrachtung zu Verständnisproblemen führt. Da heftet sich plötzlich eine Kreatur an die Fersen der beiden Wanderer und zerrt den jüngeren Adam in seinen Bau. Der ältere Clint ringt mit der Angst und eilt dem Bruder herbei. Was folgt erschließt sich nicht wirklich. Fungiert die schlecht animierte Kreatur nur als Metapher für verdrängte Kindheitserlebnisse und die unterdrückte Emotionen der Hauptprotagonisten oder will hier einfach nur ein Walddämon Angst und Schrecken verbreiten. Aufgrund eines abrupten Endes und dem – in Horrorfilmen gern mal eingesetzten – Plottwist werden neue Fragen aufgeworfen, die in erster Linie eines gut können: verwirren. Weil Regisseur TIM BROWN mit einem offenen Ende nicht die erhofften Antworten bietet, die das Publikum wohl erwartet hat, dürften die meisten Zuschauer DEVIL IN THE DARK als Blödsinn abstempeln. Demzufolge ist dieser Mystery-Thriller definitiv nichts für jene, die Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommen haben wollen. Mit denen hält man sich nämlich zurück, was zu einem mehr als unbefriedigendem Filmerlebnis führt.
 
 
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DEVIL IN THE DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Mystery-Drama mit fast schon surrealem Einschlag. DEVIL IN THE DARK zeigt schöne Landschaftsaufnahmen, hat gute Darsteller zu bieten und beginnt auch vielversprechend. Doch je näher sich der Streifen der Zielgeraden nähert, umso mehr enttäuscht der gebotene Mix aus Drama, Grusel und Mystery zunehmend. So wird die Handlung in den letzten dreißig Minuten immer verworrener, was das Folgen der Handlung unnötig erschwert. Weil Regisseur TIM BROWN mehrere Interpretationen zulässt, offenbar von Metaphern Gebrauch macht und sich einen Deut darum schert Antworten zu liefern, dürfte das DEVIL IN THE DARK bei den meisten Zuschauern durchfallen. Apropos durchfallen: Auch wenn dieser Streifen im Horror-Genre verwurzelt ist, hat DEVIL IN THE DARK mit Horror nur wenig am Hut. Der Film fokussiert sich in erster Linie auf das Verhältnis zweier entfremdeter Brüder, die sich durch eine bewegte Vergangenheit kämpfen. Demzufolge passt der Streifen eher ins Dramenfach – auch wenn am Ende schlechtes CGI in Form einer ominösen Waldkreatur über die Mattscheibe flimmert. Manchmal ist es eben doch besser, wenn man dem Zuschauer einfach gestrickte Geschichten erzählt, die er auch versteht und deuten kann.
 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Zensur

 
 
 
In DEVIL IN THE DARK werden kaum Schauwerte geboten. Der Film lebt in erster Linie von seiner unheilvollen Atmosphäre. Einer der Brüder stürzt von einer Klippe. Am Ende sehen wir eine von Elchgeweihen durchbohrten Körper. Demzufolge dürfte DEVIL IN THE DARK ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei eOne Entertainment | Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Witch (2015)
 
It’s in the Blood (2012)
 
The Monster (2016)
 


Filmkritik: „Cruel Summer“ (2016)

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CRUEL SUMMER

Story

 
 
 

Ein Sommer mit Folgen. Eigentlich wollte der autistische Junge Danny nur im Wald angeln gehen. Doch was ihn dort erwartet, hätte wohl niemand für möglich gehalten.

 
 
 


 
 
 

CRUEL SUMMER – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer Vampire, Werwölfe, Geister oder gar Mutanten sein. Die Realität erzählt oftmals schrecklichere Geschichten, als ein Horrorfilm vermag. Genau jene Gedanken haben wohl auch die Briten PHILLIP ESCOTT und CRAIG NEWMAN umgetrieben. Sie haben einen Film gedreht, über den man noch sprechen wird und stellen darin die Frage, was Jugendliche, wie man den Nachrichten immer wieder entnehmen muss, antreibt Gleichaltrige zu quälen? Entstanden ist ein verstörender Beitrag, der sich genug Zeit nimmt, um langsam ein Geflecht aus Lügen, Aggressionen und Hass zu präsentieren. Das lässt Spannungen zwischen den Figuren entstehen, die am Ende zu kaum vorstellbaren Taten schreiten und das Gezeigte nur noch schwer ertragbar machen. Aufgrund der realistischen Machart und der brisanten Thematik dürfte man sich nicht ohne Grund fragen, was eigentlich mit der heutigen Jugend nicht stimmt. Leider spart sich CRUEL SUMMER die Erforschung der Gründe. Genaue Analysen fehlen, machen CRUEL SUMMER aber nicht weniger schockierend. Ganz im Gegenteil. Weil die Filmemacher PHILLIP ESCOTT und CRAIG NEWMAN auf Erklärungen und Kompromisse verzichten, wirkt dieser Thriller noch lange nach. Heftiger Tobak.
 
 
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CRUEL SUMMER erzählt die schockierende Geschichte eines grausamen Verbrechens, das niemanden kalt lassen wird. Im Mittelpunkt dieses kontroversen Stücks Indie-Kino steht der naturverbundene Autist Danny (RICHARD PAWULSKI), der sich gern auch mal allein in die Wälder zurückzieht, um dort Energie zu tanken. So auch diesmal. Kaum Sachen gepackt und von den Eltern verabschiedet, begibt sich der introvertierte Teenager hinaus zum Angeln an den See. Leider werden die folgenden Stunden tragisch enden, denn nicht weit entfernt hecken gewissenlose Jugendliche einen perfiden Plan aus. Sie wollen dem autistisch veranlagten Jungen eine Lektion erteilen, weil abstruse Gerüchte die Runde machen. So soll der schüchterne Danny ausgerechnet mit der Ex-Freundin des gewaltbereiten Nicholas ein Techtelmechtel gehabt haben. Der fühlt sich nun in seiner Ehre verletzt und sieht in Danny sogar den Grund für das Ende seiner Beziehung. Was folgt ist an Grausamkeit nicht zu überbieten. Zusammen mit zwei Freunden macht er sich auf die Suche nach dem ahnungslosen Autisten und sinnt auf Rache. Wer zartbesaitet ist, sollte diesen harten Streifen besser meiden. Was hier gezeigt wird, ist bedeutend härter als das, was man sonst so im Horrorfilm zu sehen bekommt.
 
 
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Wenn Newcomer mit dem Spielfilmdebüt schaffen, was nicht einmal alteingesessenen Filmemachern gelingt. Es dürfte nicht das erste Mal sein, dass Regie-Neulinge mit einem Paukenschlag ins Filmbusiness einsteigen. Was die Regisseure PHILLIP ESCOTT und CRAIG NEWMAN ihrem Publikum nämlich mit dem ersten Spielfilm CRUEL SUMMER zumuten, scheint – zumindest im Horror-Genre – mittlerweile gang und Gebe zu sein. Wer im Gespräch bleiben möchte, muss schockieren und polarisieren, schließlich bleiben nur die Streifen im Gedächtnis, die für Diskussionsstoff sorgen. Genau das tut CRUEL SUMMER, der sich mal wieder damit brüstet auf tatsächlichen Begebenheiten zu beruhen. Ob die nun wahr sind oder nicht, ist unwichtig. Liest man die Zeitung oder schaut regelmäßig Nachrichten dürfte man schnell von ähnlichen Verbrechen erfahren, in denen Jugendliche kaltschnäuzige Brutalität an den Tag legen. Offenbar fürchten oder bedenken nur die Wenigsten von ihnen Konsequenzen. CRUEL SUMMER schlägt somit in die gleiche Kerbe wie der von JAMES WATKINS inszenierte EDEN LAKE aus dem Jahr 2008, wo ebenfalls perspektivlose Teenager das Töten zur Freizeitbeschäftigung auserkoren haben. Während dieser Schocker wegen seiner Terrorelemente dann doch eher auf Horror-Pfaden wandelte, lässt sich CRUEL SUMMER nicht unbedingt in die Genre-Schublade pressen. Der Film ist mehr Drama statt Horror und protokolliert Geschehnisse in schonungsloser Sachlichkeit, die den Streifen authentischer wirken lassen. Dabei sollten besonders die schauspielerischen Qualitäten hervorgehoben werden. Trotz Mikrobudget glänzt der Streifen durch talentierte Akteure, die überzeugen. Hierbei wäre vor allem DANNY MILLER zu nennen. Der ist in erster Linie aus britischen TV-Serien bekannt und verkörpert im Film derart glaubwürdig einen fehlgeleiteten Jugendlichen, dass er eigentlich dafür einen Oscar erhalten müsste. Dessen gespielter Charakter verwandelt sich in Nullkommanichts zur tickenden Zeitbombe, stiftet mit seiner aggressiven Art andere zum Mord an und macht so Freunde zu Mittätern. Weil sich die Macher nicht im Mitleid des Opfers suhlen, sondern die Geschehnisse mit nüchterner Ernsthaftigkeit betrachten, fühlt sich CRUEL SUMMER schier unerträglich an. Zartbesaitete Zuschauer sollten daher besser Abstand halten.
 
 
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CRUEL SUMMER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Dieser Film trifft wie ein Vorschlaghammer. Mit simplen Tricks und einfachen Mitteln bauen die Regisseure PHILLIP ESCOTT und CRAIG NEWMAN Spannungen zwischen ihren Protagonisten auf, die letztendlich ins Desaster führen. CRUEL SUMMER bedarf keiner CGI-Effekte oder Monster-Masken, um das Böse möglichst boshaft und widerwärtig auf die Mattscheibe zu transportieren. In diesem Indie-Film ist es der Mensch selbst, der in Windeseile selbst zum schlimmsten aller Bösewichte mutiert. Dabei halten die Filmemacher mit ihrem Debütstück der heutigen Gesellschaft ganz unverfroren den Spiegel vor Augen. CRUEL SUMMER zeigt in ungeschönten Bildern, wie vorurteilsbehaftet Menschen sein können und welch verrohender Ton unter perspektivlosen Jugendlichen weht, denen offenbar kaum noch Grenzen bewusst sind. Da genügen Gerüchte, um Menschen an den Pranger zu stellen. Ob dahinter Wahrheitsgehalt steckt, wird nicht unbedingt hinterfragt. Weil das Regie-Duo den Zuschauer zum Mittäter macht und die gnadenlose Hetzjagd auch noch mit der Kamera detailliert protokolliert, ist dieser Streifen definitiv nichts für schwache Nerven. CRUEL SUMMER ist ein brisanter Denkzettel, der schockiert, aber gleichzeitig Stoff bietet, über den dringend gesprochen werden muss. Der französisch-amerikanische Film BULLY von 2001 lässt grüßen.
 
 
 


 
 
 

CRUEL SUMMER – Zensur

 
 
 
Was in CRUEL SUMMER am Ende gezeigt wird, ist schon heftig. Trotzdem dürfte der Film hierzulande eine FSK16 erhalten – vor allem deshalb, weil die meisten Grausamkeiten im Off passieren. Die Kamera zeigt die Misshandlungen an einem Autisten nicht sonderlich detailliert, sondern blendet oft weg, wenn es dann doch zu blutig wird. Trotzdem ist Gebotenes hart, denn die ausweglosen Schreie des Opfers gehen durch Mark und Bein.
 
 
 


 
 
 

CRUEL SUMMER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Messer am Ufer (1986)
 
Bully (2001)
 
Landmine Goes Click (2015)
 


Filmkritik: „The Institute“ (2017)

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THE INSTITUTE

Story

 
 
 

Baltimore im 19. Jahrhundert: In einer Anstalt geht der Teufel um. Hier führt Dr. Cairn (James Franco) unethische Experimente an seinen Patienten durch, die im Keller des Rosewood Institut vielen Insassen den Tod kosten.

 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Kritik

 
 
 
ANGELINA JOLIE tut es, KEVIN COSTNER hat Spaß daran und MEL GIBSON ist darin nicht untalentiert. Wenn Schauspieler nach neuen Herausforderungen suchen, ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass sie sich zur Abwechslung gern mal hinter der Kamera austoben. Auch Tausendsassa JAMES FRANCO ist so ein Kandidat, der sich seit Jahren als Allroundtalent ausprobiert. Der ist nicht nur als Schauspieler unterwegs, sondern führt immer öfter Regie und produziert so ziemlich fleißig. Mit THE INSTITUTE zeigt er einmal mehr, das man auch mehrere Zügel in der Hand halten kann. Darin ist der extrovertierte Amerikaner nicht nur als Schauspieler unterwegs, sondern hat ebenso Regie geführt und als Geldgeber fungiert. Entstanden ist ein düsterer Psychothriller vor historischer Kulisse, der trotz JAMES FRANCO an Bord nicht die Ausnahmequalitäten besitzt, die man vom Multitalent eigentlich erwartet hätte. Letzterer spielt zwar mit, scheint aber reichlich gelangweilt gewesen zu sein. Von dessen gewohnt schauspielerischen Qualitäten ist kaum etwas zu verzeichnen. Wohlmöglich hat er bereits zu Beginn der Dreharbeiten geahnt, dass THE INSTITUTE kein guter Film werden wird.
 
 
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Ein finsterer Anstalts-Krimi, der im Amerika des letzten Jahrhunderts spielt. Darin lässt sich die gutbetuchte Isabel Porter (ALLIE GALLERIN) nach dem Tod ihrer Eltern vom Bruder in eine Nervenheilanstalt einliefern. Die junge Frau hat Schuldgefühle entwickelt und fühlt sich wegen ihrer Trauer nicht mehr im Leben sicher. Weil ihr im Rosewood Institut die Sorgen genommen werden sollen, begibt sie sich freiwillig in die Obhut von Dr. Cairn (James Franco). Leider ist der Arzt alles andere als um die Gesundheit seiner Patienten bemüht. Dieser nimmt fragwürdige Heilungsmethoden vor und verursacht dadurch bewusst den Tod seiner ahnungslosen Insassen. Auch Isabel macht bald mit der Skrupellosigkeit des ominösen Psychiaters Bekanntschaft. Der beginnt die verunsicherte Frau zu manipulieren und verpasst ihr eine Gehirnwäsche. Was aber niemand ahnt: Im Keller der Psychiatrie passieren weit schlimmere Dinge. Dort werden groteske Rituale und Opfer-Zeremonien durchgeführt, die auch bald der verängstigten Isabel Porter zum Verhängnis werden.
 
 
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Es gibt wohl kaum eine Szenerie, die besser für einen Horrorthriller geeignet wäre, als eine schlecht ausgeleuchtete Psychiatrie im 19. Jahrhundert. Diesmal wandeln aber nicht rastlos Geister durch Gänge, weil ihnen zu Lebzeiten schreckliche Dinge angetan wurden. In THE INSTITUTE ist es der Mensch selbst, der hinter dem Schleier der Medizin lieber skrupellos Menschenleben auslöscht, statt zu helfen. So werden hier junge Frauen durch fragwürdige Methoden in einen Zustand verwandelt, der sie in willenlose Sklaven umfunktioniert. Ganz zur Bespaßung einer gutbetuchten Elite, die sich regelmäßig in den Hallen der Anstalt trifft, um darin fragwürdigen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Was sich hier liest, wie eine Vorgeschichte zum Folterfilm HOSTEL beruht übrigens auf wahren Begebenheiten. So gibt es diese ominöse Einrichtung im amerikanischen Maryland wirklich. Mittlerweile wurde das berüchtigte ROSEWOOD CENTER aber geschlossen. Trotzdem wissen nur die wenigsten, was sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts dort abgespielt haben soll. Wohlhabende Familien aus der Gegend sorgten seinerzeit für einen Skandal. Die haben Klinikpatientinnen adoptiert, waren aber nicht an deren Wohl interessiert. Statt sie als vollwertiges Mitglied in die Familie aufzunehmen, wurden sie sexuell missbraucht, zur Prostitution gezwungen oder als Sklavinnen umfunktioniert. Ein bitteres Kapitel in der amerikanischen Geschichte, welches in THE INSTITUTE aber zu keinem Zeitpunkt die Ernsthaftigkeit erhält, die es wohl verdient hätte. Stattdessen gibt es haarsträubenden Sekten-Horror zu sehen, dessen Auflösung derart unglaubwürdig ist, dass man es gesehen haben muss, um es glauben zu können. Wer es demnach plausibel bevorzugt, sollte daher unbedingt Abstand halten, denn mit diesem Film hat sich der werte Herr Franco nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Ein enttäuschender Zeiträuber.
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
HOSTEL im 19. Jahrhundert. THE INSTITUTE beruht auf tatsächlichen Vorfällen, die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts in einer amerikanischen Nervenheilanstalt zugetragen haben sollen. Viel mit den wahren Hintergründen im sogenannten ROSEWOOD CENTER hat dieser Psychothriller nicht gemein. Stattdessen verkommt THE INSTITUTE zu stumpfsinniger Unterhaltung, die man nicht sonderlich ernst nehmen kann. Beinahe möge man meinen, hier eine Parodie zu sehen, denn die Handlung ist derart abstrus, dass man gar nicht glauben möchte, dass JAMES FRANCO verantwortlich zeichnet. Der macht nach THE ADERALL DIARIES und THE COLOR OF TIME das dritte Mal gemeinsame Sache mit Regisseurin PAMELA ROMANOWSKY und liefert einen düsteren Anstalts-Horror ab, der ausschließlich atmosphärisch überzeugen kann. Die Szenarie ist auf Unheil gebürstet und die bewusst schlechte Ausleuchtung tut ihr übriges. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen sehenswerten Horrorthriller. Wenn da nur nicht das selten dämliche Drehbuch wäre, das weder Spannung, Glaubwürdigkeit oder Höhepunkte besitzt. Immerhin gibt es am Ende etwas Blut zu sehen, damit sich 90 Minuten Warterei zumindest für Hardcore-Allesseher gelohnt haben. Trotzdem gibt es weit bessere Möglichkeiten als anderthalb Stunden Lebenszeit mit Warten zu vergeuden.
 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Zensur

 
 
 
THE INSTITUTE hält sich hinsichtlich Schauwerten zurück. Erst gegen Ende gibt es einen kurzen Gewaltrausch-Rausch zu sehen. Da werden Kehlen durchgeschnitten, Menschen vergiftet und Messer während eines Rituals in Körper gerammt. Trotzdem dürfte der Film hierzulande problemlos den blauen FSK16-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Raven – Prophet des Teufels (2012)
 
From Hell (2001)
 


Filmkritik: „The Creature Below“ (2016)

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THE CREATURE BELOW

Story

 
 
 

Eine Meeresbiologin macht Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus dem Meer, das sie im heimischen Keller großzieht. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

THE CREATURE BELOW – Kritik

 
 
 
Nicht alles was günstig ist, muss zwangsläufig auch gleich schlecht sein. Low-Budget-Horror eilt in der Regel seinem Ruf voraus, was aber oftmals ungerechtfertigt ist, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass man auch mit überschaubarem Budget sehenswerte Grusler inszenieren kann. THE CREATURE BELOW ist so ein Kandidat, der auf den ersten Blick einen unnötigen Zeiträuber vermuten lässt. Der Trailer zeigt schlechte Computereffekte, die man sonst eigentlich in Produktionen der Trash-Schmieden THE ASYLUM zelebriert und auch das reißerische Plakat zum Film erinnert eher an grauenhaften B-Movie-Trash aus dem Hause SYFY. Doch wer nicht voreingenommen ist, könnte positiv überrascht werden, denn THE CREATURE BELOW verblüfft mit stimmungsvoller Kreaturen-Gruselei, wie man sie gern mal in den 1980ern zu sehen bekommen hat. Zudem hagelt es auch noch Umweltbotschaft – wenngleich eher subtil. Mut soll belohnt werden und den hat dieser britische Horror-Indie zweifelsohne. Der gruselt mit Old-School-Horror und ist darin gar nicht mal so untalentiert. Da schaut man doch gern über kleine Schwächen hinweg, die eben auf Budgetmangel zurückzuführen sind.
 
 
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Meeresbiologin Olive Crown (ANNA DAWSON) hat offenbar keinen guten Tag. Bei einem Tauchgang in den Tiefen des Atlantischen Ozeans macht die Forscherin Bekanntschaft mit einer mysteriösen Wasserkreatur, die ihr Leben verändern wird. Doch kaum gesehen, verliert die Frau das Bewusstsein und muss von der Crew an Bord geholt werden. Weil jegliches Tauchequipment nun auf dem Meeresboden sein Dasein fristet und Olive keinen blassen Schimmer hat, was ihr da im Wasser zugestoßen ist, verliert sie ihren Job und wird nach Hause geschickt. Doch die Wissenschaftlerin findet im Taucherhelm ein seltsames Ei, was sie heimlich aus dem Labor schleust und im Keller der eigenen vier Wände ausbrütet. Was da schlüpft, überrascht nicht. Ein krakenähnliches Wesen macht es sich einem Aquarium bequem und will gefüttert werden. Doch mit Plankton oder Meeresgetier will sich die Kreatur nicht zufriedengeben. Es ist menschliches Blut, was dem Meeresbewohner offenbar zu schmecken scheint, weshalb sich die Biologin überlegen muss, wie sie an den Lebenssaft kommt. Doch je mehr sich Olive mit dem Wesen beschädigt, umso stärker werden die Muttergefühle. Dass da die Katastrophe nicht weit ist, dürfte wohl jeder Leser rasch erahnen.
 
 
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Handgemachter Glibber und Krakenmonster aus Gummi. Die Effekte in THE CREATURE BELOW sind simpel, dafür aber wirkungsvoll. Regisseur STEWART SPARKE bewirkt mit schlecht ausgeleuchteter Kulisse und dreckig-farblosem Look schnell eine Aura der Bedrohlichkeit, die ein merklich ungutes Magengefühl entstehen lässt. Doch das minimalistisch ausgeleuchtete Szenario hat noch andere Vorteile zu bieten. Wegen Mangel an Licht schaut die Filmkreatur weitaus furchterregender aus, als sie letztendlich ist. Da bekommt der Zuschauer mal ein Krakenbein zu Gesicht oder die Kamera zoomt so stark heran, dass nur ein Monsterauge zu sehen ist. Weil es dem Set an Licht mangelt, fällt so schnell gar nicht auf, dass die Filmkreatur mit einfachsten Mitteln gebaut wurde. Ein raffinierter Taschenspielertrick, der gern in Low-Budget-Produktionen Verwendung findet, um Illusionen vorzugaukeln. Im Falle von THE CREATURE BELOW eine gut funktionierende Prämisse, die den Film nach deutlich mehr aussehen lässt, als er letztendlich gekostet hat. Demzufolge sollte man sich nicht von den missratenen Computereffekten zu Beginn des Streifens blenden lassen. Horrorfan und Filmemacher STEWART SPARKE hat hier eine Lovecraft’sche Symbiose aus BASKET CASE und HELLRAISER mit zynischem Ausgang geschaffen, die – gerade wegen ihrer boshaften Art – an die Folgen der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie erinnert. Wer eine Vorliebe für handgemachtes Monsterkino besitzt sollte diesem kleinen Creature-Feature daher unbedingt eine Chance geben. Die hat dieser kleinen Grusel-Indie nämlich definitiv verdient.
 
 
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THE CREATURE BELOW – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein düsterer Grusel-Mix aus BASKET CASE und HELLRAISER mit einer Prise H.P.LOVECRAFT. THE CREATURE BELOW stand zwar nicht viel Budget zu Verfügung. Dafür wurde trotzdem genug Herzblut investiert, weshalb der Streifen weit mehr taugt, als die meisten B-Movies neueren Datums. Das Creature-Feature sticht mit ungeschliffenem Indie-Look hervor und zitiert gut und gerne. Darunter Altmeister wie FRANK HENENLOTTER oder JOHN CARPENTER. Letzterer stand hier wohl für den Soundtrack Pate, denn THE CREATURE BELOW erinnert mit seinem monotonen Bass-Grummeln an die Werke des erwähnten Kult-Regisseurs. In Interviews mit der Presse erklärte THE CREATURE BELOW-Filmemacher STEWART SPARKE, dass er eine Leidenschaft für Horrorfilme besitzt, die von starken Frauen getragen werden. So zählte er Filme wie THE SHALLOWS, YOU’RE NEXT, THE BABADOOK und UNDER THE SKIN auf, in denen Frauen nicht von Männern gerettet werden mussten, sondern sich selbst zu helfen wussten. Demzufolge verwundert es nicht, dass die Vorliebe für Frauenpower auch im ersten Langfilm Verwendung findet. So macht es THE CREATURE BELOW genannten Filmen gleich und lässt eine selbstbewusste ANNA DAWSON zur aggressiven Furie mutieren, die im unfreiwilligen Mutter-Wahn den Verstand verliert. Übrigens outete sich Regisseur STEWART SPARKE – wen wundert’s – als großer Fan des Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Mit dessen Büchern kam er zwar erst vor einigen Jahren in Berührung. Diese hatten ihn aber derart fasziniert, dass er die Werke nach eigener Aussage regelrecht verschlungen hat. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich THE CREATURE BELOW anfühlt, als würde man ins Lovecraft’sche Albtraum-Universum eintauchen. Wer es ungeschliffen mag, sollte unbedingt einen Blick wagen. Puristen, Erbsenzähler und Fans makelloser Hollywood-Blockbuster werden mit diesem Low-Budget-Horror dagegen wohl gar nichts anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE CREATURE BELOW – Zensur

 
 
 
Gewalt hat THE CREATURE BELOW kaum zu bieten. Einige Protagonisten werden an das Wesen verfüttert. Aber die Kamera blendet weg, wenn das Monster zuschlägt. Man darf davon ausgehen, dass dieses Creature-Feature eine FSK16 erhalten wird – insofern sich überhaupt ein Filmlabel traut diesen kleinen Indie hierzulande zu veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

THE CREATURE BELOW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Dark Rift Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1994)
 
Dagon (2001)
 
Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)
 


Filmkritik: „Bad Kids of Crestview Academy“ (2017)

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BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY

(BAD KIDS GO 2 HELL)

Story

 
 
 

Einige unartige Schüler müssen übers Wochenende nachsitzen. Leider passieren bald seltsame Unfälle. Alles nur Zufall oder schleicht durch die Flure der Schule ein Killer

 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Kritik

 
 
 
Teenager in Schuluniformen, die sich mit Mordwerkzeuge zu Wehr setzen müssen, um überleben zu können. Wenn man sich den Trailer zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY anschaut könnte man meinen, dass sich amerikanische Filmproduzenten mal wieder im Remake-Wahn befinden. Diesmal stecken aber andere Absichten dahinter, denn erwähnter Horrorfilm ist keine amerikanische Neuverfilmung des japanischen Kult-Actioners BATTLE ROYALE – wie es auf den ersten Blick scheint. Verfilmungen populärer Comics erleben derzeit Hochkonjunktur. Weil man aber die beliebtesten Bildergeschichten bereits auf die Leinwand gebracht hat, wird sich nun an weniger bekannten Comics vergangen. Zu einem derer gehört BAD KIDS GO TO HELL. Die Comic-Mini-Reihe für Erwachsene aus dem Jahr 2009 wurde bereits 2012 still und heimlich verfilmt. Leider blieb der Kinoerfolg aus, weshalb verwundert, warum man nun auch das Folgeband mit dem Titel BAD KIDS GO 2 HELL fürs Kino adaptiert hat. Um Verwechslungen zu vermeiden nahm man eine Titeländerung vor. Aus BAD KIDS GO 2 HELL wurde BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY, der – anders als der Vorgänger – mehr Budget verbraten durfte. Knapp fünf Millionen Dollar standen zu Verfügung, um abermals reiche Stadtgören für ihr ignorantes Verhalten blutig bestrafen zu können. Entstanden ist solider Teen-Horror mit zynischer Note, der zwar nicht perfekt ist, aber immerhin den zähen Vorgänger in den Schatten stellt. Trotzdem sollte man die Comic-Bücher den Verfilmungen vorzuziehen.
 
 
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Eine Schule des Grauens. Über der Privatschule im Ort Crestview scheint ein furchtbarer Fluch zu liegen. Vor vier Jahren (also im Vorgängerfilm) wurden hier einige Schüler von einem Killer in die ewigen Jagdgründe befördert. Jetzt scheint sich ähnliche Tragödie erneut abzuspielen. Im Mittelpunkt stehen einige Kids, die sich auf einer Party nicht ehrenhaft benommen und offenbar den Selbstmord einer Mitschülerin provoziert haben sollen. Die ist aus unerklärbaren Gründen vom Balkon eines Hochhauses gefallen und auf der Motorhaube des Autos von Schuldirektor Nash (SEAN AUSTIN) gelandet. Der findet die Aktion gar nicht lustig und bestraft die Schüler zu Wochenend-Arrest. Doch die Bestrafung führt ins Desaster. Kaum haben sich die verzogenen Gören in den Klassenräumen eingefunden, um die Strafe anzutreten, verschließen sich die Eingänge der Schule und ein tödliches Katz- und Mausspiel beginnt. Offenbar schleicht ein Killer durch die Flure und will unartigen Grünschnäbeln die Leviten lesen. Doch Siouxsie (SAMMI HANRATTY) weiß sich zu wehren. Die ist die Schwester der verunglückten Schülerin und mit allen Wassern gewachsen. Die Teenagerin nimmt zusammen mit dem arroganten Rest den Kampf gegen das personifizierte Böse auf, um das Wochenende heil überstehen zu können. Bis sich jedoch die Pforten wieder öffnen, springen einige der Gören über die Klinge.
 
 
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Wenn Filmtrailer falsche Erwartungen schüren. Was der Werbefilm zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY zeigt ist schon irreführend. Der suggeriert abgebrühten Überlebenskampf – hektisch und schnell inszeniert. Was da aber letztendlich über die Mattscheibe flimmert ist alles andere als das. Temporeich wird es erst in den letzten 15 Minuten, wenn klar ist wer da eigentlich mordgeil durch Klassenzimmer schleicht. Bis dahin muss man sich durch eine mühsam und leicht konfus erzählte Geschichte quälen, die immer wieder holprig zwischen Zeitebenen springt und von eingeblendeten Comic-Szenen Gebrauch macht. Während die Kids in einer verschlossenen Schule nacheinander ausradiert werden, wird in eingestreuten Rückblenden aufgedeckt, was auf jene Party tatsächlich geschehen ist. Als würde man es ahnen, sind die bestraften Jugendlichen am Tod der Mitschülerin nicht ganz unschuldig. Weil man jegliche Sympathien aus dem Drehbuch gestrichen hat, berührt deren Ableben aber zu keinem Zeitpunkt. Nur Heldin Siouxsie bleibt im Gedächtnis. Die verwandelt sich im Verlauf der Geschichte von der arroganten Zicke in die taffe Rächerin, nimmt einen Hochleistungsbrenner und wackelt ab, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Leider stolpert der Comic-Slasher wegen seiner abstrusen Handlungsverläufe des Öfteren über die eigenen Beine. Das macht das Folgen für jene schwer, die nicht die Comics gelesen oder den Vorgängerfilm gesehen haben. Weil in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY immer wieder Verweise zum ersten Teil zu finden sind, dürften viele Szenen unplausibel und blödinnig erscheinen. Deshalb sollten jene besser noch einmal BAD KIDS GO TO HELL schauen, um Antworten auf viele Fragen zu erhalten. Anderenfalls macht Vieles in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY keinen Sinn.
 
 
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BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SCREAM trifft auf BREAKFAST CLUB. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist ein zynischer Horror-Slasher, der auf dem Erwachsenen-Comic BAD KIDS GO 2 HELL basiert und den bitterbösen Ton der Vorlage beibehält. Als wäre das nicht schon genug, handelt es sich bei diesem Streifen auch noch um ein Sequel. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist die Fortsetzung des Films BAD KIDS GO TO HELL von 2012 an den man sich zu Recht kaum noch erinnern kann. Gleiches Schicksal dürfte auch diesem Comic-Slasher ereilen, der sich recht schwerfällig zum Ziel quält und sich mit seiner verwirrenden Erzählweise keine Freunde macht. Weiterhin fatal: BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY nimmt keine Rücksicht auf Zuschauer, die den Vorgänger nicht gesehen oder die Bücher gelesen haben. Demzufolge kommen viele Fragen auf, was auch nicht verwundert, weil eben die „2“ im Filmtitel fehlt. Nichtsdestotrotz ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY besser als die Verfilmung zum ersten Teil. Der Blutzoll ist höher, die Morde werden grotesk zelebriert und höheres Budget ließ mehr Möglichkeiten zu. Trotzdem schaut auch dieser Streifen mehr nach schnell heruntergekurbelter TV-Ware aus und hat in (amerikanischen) Kinos nichts zu suchen. Demzufolge ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY auch nur etwas für Harcore-Slasher-Fans, die auch jeden Meuchel-Blödsinn gesehen haben müssen. Herausragende Horrorunterhaltung sieht eben nun mal anders aus. Dann doch besser noch einmal die Mini-Comics aus der Feder von MATTHEW SPRADLIN und BARRY WERNICK lesen. Die sind bedeutend spannender und unterhaltsamer als die zugehörigen Verfilmungen. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die Bildergeschichten im Gegensatz zu den Kinoadaptionen nach wie vor gut verkaufen und selbst eingefleischte Fans der Comics nicht einmal wissen, dass es diese Filme gibt. Nicht jeder erfolgreiche Comic funktioniert ebenso gut im Kino.
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Zensur

 
 
 
BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY hat einige Schauwerte zu bieten. Die werden aber derart überzogen dargestellt, dass sie nicht sonderlich hart anzuschauen sind. Zudem versucht sich der Film nicht immer ernst zu nehmen, was viele der Gewalttaten milder erscheinen lässt. Es werden Chemikalien statt Koks konsumiert und ein Bohrer dringt in den Körper einer Filmheldin ein. Weiterhin wird eine Lehrerin enthauptet und lebende Fackeln gibt es auch zu sehen. Blutiger Höhepunkt ist eine Skalpierung. Hierzulande dürfte es wohl eine Freigabe ab 16 Jahre geben. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Class of Nuke ‚Em High (1986)
 
Class of Nuke ‚Em High 2 (1991)
 
Die Klasse von 1984
 
Die Klasse von 1999 (1990)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
Der Fluch von Downers Grove (2014)
 
Sex oder Stirb (2000)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmkritik: „Havenhurst“ (2016)

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HAVENHURST

Story

 
 
 

Ein alter Apartmentkomplex mitten in New York. Darin geht es nicht mit rechten Dingen zu, wie die neue Mieterin Jackie (JULIE BENZ – diesmal mit dunklen Haaren) bald herausfinden wird.

 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Kritik

 
 
 
Ein nostalgisches Mietshaus zwischen modernen Wolkenkratzern irgendwo in New York. Das lässt nicht unbegründet Horrorklassiker wie ROSEMARIES BABY oder HEXENSABBAT Revue passieren, in den sich das Grauen subtil seinen Weg durchs Drehbuch gebahnt hat. Von subtiler Angstmacherei oder gar altem Gruselhandwerk ist im folgenden Film aber kaum etwas zu verzeichnen. Der feierte seine Deutschlandpremiere bereits 2016 auf dem beliebten FANTASY FILMFEST, wo er eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Filmkritiker und Publikum bemängelten die schwache Regie, den löchrigen Plot und konstruiert wirkende Handlungsverläufe mit denen sich Regisseur ANDREW C. ERIN mehr schlecht als recht über Wasser hält. Ganz unbegründet ist die teils negative Kritik jedoch nicht. In der Tat bekleckert sich HAVENHURST nicht sonderlich mit Ruhm. Der stielt dreist bei Filmen wie HOUSEBOUND, THE COLLECTION oder TOOLBOX MURDERS und nimmt sich dabei auch noch bierernst. Eigene Ideen sucht man vergebens und mehr Sorgfalt im Drehbuch hätten Wunder bewirken können. Stattdessen quält HAVENHURST mit Klischees, Lustlosigkeit und Logiklücken und braucht dazu auch noch lang, bis er endlich mal an Fahrt gewinnt. Mit nennenswerter Gruselunterhaltung hat das freilich nichts zu tun.
 
 
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Eigentlich sollte sich für Jackie (JULIE BENZ aus der TV-Serie DEXTER) nun alles zum Guten wenden. Die junge Mutter war alkoholabhängig und hat durch ihre Trinksucht den Tod der kleinen Tochter zu verantworten. Nach langer Trauer und einigen Therapien soll nun ein neues Leben beginnen. Doch der Start ist schwerer als gedacht. Mit der neuen Wohnung im alten Apartmentkomplex „Havenhurst“ liegt etwas im Argen. So kann Freundin Danielle (DANIELLE HARRIS) nicht gefunden werden. Die hat hier ebenfalls ein Apartment gemietet und scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Selbstverständlich bewahrheiten sich die Vorahnungen bald. Offenbar geht in diesem Haus etwas nicht mit rechten Dingen zu, denn immer wieder verschwinden Mieter spurlos. Das weckt die Neugierde der ehemaligen Alkoholikerin. Jackie beginnt Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf ein furchtbares Geheimnis, das von der aristokratisch Hausleiterin Eleanor (FIONNULA FLANAGAN) bisher gut gehütet wurde. Hinter den Wänden lebt nämlich das Böse. Das sieht es gar nicht gern, wenn Mieter unsittliche Dinge in ihren Wohnungen veranstalten. So muss einer nach dem anderen sterben, der sich nicht an die Hausordnung hält. Ob die vom Leben gezeichnete Mittdreißigerin diesem Albtraum ein Ende bereiten wird?
 
 
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Von alten Gemäuern mit dunklen Geheimnissen. In der Regel bedeutet das: Spuk und Geister. Diesmal kommt aber alles etwas anders, denn auch wenn HAVENHURST mit schlecht ausgeleuchteten Fluren und gotischer Gruseloptik Gänsehaut verursachen möchte, ist dieser Streifen nicht im Geistergenre beheimatet. Das Böse ist hier menschlicher Natur und das ist auch schon das größte Problem dieses Horrorthrillers, denn in Sachen Glaubwürdigkeit spielt der Streifen in einer anderen Liga. Offenbar interessiert es in HAVENHURST nicht einmal die Polizei, wenn in einem riesigen Wohnkomplex plötzlich Mieter aus heiterem Himmel verschwinden. Trotz eindeutiger Hinweise und mysteriösen Hausplänen unternimmt niemand etwas. Währenddessen sterben im Keller Menschen. Mit Logik oder Glaubwürdigkeit hat das nichts zu tun. Nichtsdestotrotz will man nicht so hart ins Gericht gehen. Horrorfilme sind nicht dazu da, um logische Handlungen abzuspielen. Sie sollen das Fürchten lehren und das Herz schneller schlagen lassen. Letzteres gelingt Regisseur ANDREW C. ERIN in den letzten 30 Minuten – naja, zumindest ein wenig. Wenn das Mysterium des Films entschlüsselt wird und HAVENDURST einen deutlich raueren Ton einschlägt, überschlagen sich Ereignisse und der Gruselkrimi gewinnt an Fahrt. So wird aus seichter und atmosphärischer Gruselei ein dreckiger Überlebenskampf gegen das personifizierte Böse, der die Heldin durch Luftschächte krabbeln und in Fallen stolpern lässt. Trotz kurzem Adrenalinkick wirkt das Ende aufgesetzt. Offensichtlich wollte man sich da eine Hintertür für die obligatorische Fortsetzung offen halten. Anders lässt sich nicht erklären, warum man die krampfhaft auf sympathisch getrimmte Filmheldin kurz und schmerzlos über den Jordan springen lässt, damit das Böse triumphieren darf. Den meisten Zuschauern dürfte man mit diesem hinterlistigen Finale wohl vor den Kopf stoßen. Immerhin besitzt HAVENHURST einen Lichtblick. Horror-Ikone DANIELLE HARRIS spielt nämlich auch im Film mit. Leider ist die beliebte Genre-Schauspielerin nur in einer kurzen Rolle zu sehen, wobei am Rande erwähnt werden sollte, dass ihr Gastauftritt kaum der Rede wert ist. Die Harris stirbt nämlich bereits im Prolog den Leinwandtod. Irgendwie schade.
 
 
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HAVENHURST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Horrortrip mit fiesem Finale. Letzteres ist in seiner Boshaftigkeit aber leider sehr enttäuschend. Nicht nur weil es mit seinem unerfreulichem Ausgang vollkommen unbefriedigend ist. Es wirkt zudem erzwungen und flimmert vollkommen abrupt über die Mattscheibe. Ist den Verantwortlichen etwa das Budget ausgegangen oder hatte man vielleicht keine Lust mehr HAVENHURST um ein ansprechendes Ende zu bereichern? Letztendlich sind die Beweggründe irrelevant, denn dieser Horrorthriller ist nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Die Schauspieler machen zwar ihre Sache gut und auch die Atmosphäre stimmt. Was einen faden Beigeschmack hinterlässt ist der dümmliche Plot. Da wollte wohl jemand ganz raffiniert sein und hat unbeholfen bei Filmen wie TOOLBOX MURDERS und HOUSEBOUND stibitzt. Herausgekommen ist unglaubwürdiger und einfältiger Blödsinn, der erfahrener Zuschauer kopfschüttelnd auf der Couch zurücklassen dürfte. Da kann die reißerische Plotauflösung auch nichts mehr reißen.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es in HAVENHURST nicht zu sehen. Trotzdem gibt es eine Szene in der einem Pärchen schreckliche Dinge angetan werden und die Kamera hält drauf. Wie die beiden Protagonisten „bearbeitet“ werden ist nicht ganz ohne. Trotzdem darf man von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CMG | Protocol Entertainment | Twisted Pictures )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Toolbox Murders (2004)
 
Toolbox Murders (1978)
 
13 Gantry Row (1998)
 
Within (2016)
 
Housebound (2014)
 


Filmkritik: „Don’t Hang Up“ (2016)

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DON’T HANG UP

Story

 
 
 

Das Internet – schöne neue, aber unberechenbare Welt. Die zweifelhafte Freizeitbeschäftigung zweier Jugendlicher endet im Desaster. Die legen sich mit einem Psychopathen an, der mit den Heranwachsenden ein makaberes Spiel spielt.

 
 
 


 
 
 

DON’T HANG UP – Kritik

 
 
 
Jeder kennt es und jeder nutzt es. Seit das Internet auch von Privathaushalten genutzt werden kann (das war übrigens 1995) hat es sich in rasender Geschwindigkeit zu einem unverzichtbaren Informations- und Kommunikationsinstrument entwickelt, das beinahe alle Bereiche des täglichen Lebens beeinflusst. So ist das Internet heute fester Bestandteil des menschlichen Alltags geworden und bringt viele Vorteile mit sich. Man kann von der Couch aus Bankgeschäfte erledigen, einkaufen gehen oder sogar die große Liebe finden. Doch globale Kommunikationsmöglichkeiten und unbegrenzter Informationsaustausch haben auch Schattenseiten. Das Internet hat nicht nur Nutzen, es wird nämlich auch tagtäglich missbraucht. Ob Datenklau durch Virenprogramme oder digitales Mobbing in sozialen Netzwerken – wer sich aktiv durchs Internet bewegt, ist mittlerweile auch vielen Gefahren ausgesetzt und sollte stets wachsam sein.
 
 
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Genau jene Gefahren scheinen die beiden Freunde im folgenden Horrorthriller zu unterschätzen. Die leben sprichwörtlich ein Phänomen aus, das sich seit einigen Jahren zu einer regelrechten Plage im Internet entwickelt hat. Es ist der Drang nach Annerkennung und die Sucht nach Selbstinszenierung, die immer häufiger in sozialen Netzwerken ausgelebt wird. Beides wird den Teenagern Sam (GREGG SULKIN) und Brady (GARRETT CLAYTON) zum Verhängnis. Die haben nämlich einen Spaß daran ahnungslose Menschen mit Telefonstreichen hinters Licht zu führen. Als wäre diese Schandtat nicht schon makaber genug, laden sie die boshaften Scherze ins Internet und stellen damit ihre panischen Opfer öffentlich bloß. Doch einer der Leidtragenden findet das Hobby der zwei Scherzkekse gar nicht lustig. Er dreht den Spieß einfach um und erteilt den Teenagern eine Lektion. Der kennt aus unerklärbaren Gründen die Namen und Adressen der Anrufer und konfrontiert die Jungs mit pikanten Details aus dem Privatleben. Da ist verständlicherweise der Spaßofen aus, vor allem auch deshalb, weil sich plötzlich der Fernsehapparat anschaltet und Bradys Eltern gefesselt auf Stühlen zu sehen sind. Was folgt ist ein bitterböses Katz- und Mausspiel, das kaum Luft zum Verschnaufen bietet, denn der Schikanierte sinnt auf Rache – kompromisslos und blutig. Dank Internet übernimmt der das Steuer und versucht damit das Leben seiner Peiniger zu zerstören. Manchmal ist es eben besser, wenn man einfach mal die Internetleitung kappt, sich vor Hackerangriffen schützt und nicht zuviel in sozialen Netzwerken von sich Preis gibt.
 
 
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Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt in der Regel selbst hinein. Nach Filmen wie UNKNOWN USER oder THE DEN wird der Zuschauer in DON’T HANG UP einmal mehr mit den unterschätzten Gefahren des Internets konfrontiert. Was hier zu sehen ist scheint zwar etwas sehr übertrieben, dürfte aber Zartbesaiteten einmal mehr zum bedachteren Umgang mit genanntem Medium ermahnen. Was lustig beginnt, wird leider schnell zum bitteren Ernst. Und das ist auch die Quintessenz dieses fiesen Psychothrillers, der einige makabere Überraschungen und Twiste zu bieten hat. In DON’T HANG UP wird nicht nur der Zuschauer manipuliert, auch die grünschnäbeligen Protagonisten werden heimtückisch an der Nase herumgeführt und dadurch gegeneinander ausgespielt. So zwingt der unbekannte Anrufer die Freunde dazu sich gegenseitig umzubringen. Anderenfalls müssen geliebte Menschen sterben. Das führt zum rücksichtslosen Schlagabtausch, der Freunde zu Rivalen macht. Handwerklich kann man nicht meckern. DON’T HANG UP wurde sauber inszeniert und versteht es zu fesseln. Die Regisseure DAMIEN MACÉ und ALEXIS WAJSBROT spielen gekonnt mit dem Spannungsbogen und lüften erst am Ende das Mysterium über den nach Rache dürstenden Anrufer. Dessen wahre Ambitionen haben einen triftigen Grund und ergeben erst kurz vor dem Abspann einen Sinn, wobei sich das Regie-Duo (Genre-typisch!) eine Tür fürs obligatorische Sequel offen hält. Nervenkitzel ist garantiert, denn der psychopathische Anrufer spielt nicht nur mit den Nerven der Zuschauer. Die Stimmung wird nach 20 Minuten unbequemer und verwandelt DON’T HANG UP in einen unangenehmen Filmalbtraum, der sowohl von den Helden als auch dem Zuschauer einiges abverlangt. Fans morbider Horrorthriller sollten deshalb einen Blick riskieren, denn trotz Spielfilmdebüt spielt dieser Psychothriller hinsichtlich Suspense in der Königsliga.
 
 
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DON’T HANG UP – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Bitterböses Terror-Psycho-Kino, das den Atem stocken lässt. Wenn ahnungslose Menschen im Horrorfilm schikaniert werden, hat das nicht selten zur Folge, dass die sich fürs Demütigen rächen wollen. Genau das passiert in DON’T HANG UP auf psychischem Wege, der zwei unsympathische Frauenhelden für ihre Schandtaten durch die Hölle gehen lässt. Da werden zur Strafe tödliche Spiele gespielt und allerhand Geheimnisse gelüftet, was dann doch so ziemlich abgebrüht – aber auch clever konstruiert – über die Mattscheibe flimmert. Großes Lob gilt hierbei den Regisseuren DAMIEN MACÉ und ALEXIS WAJSBROT. Die zeichneten bisher für die visuelle Effekte in großen Hollywood-Produktionen verantwortlich und feiern mit DON’T HANG UP ihr Regiedebüt im ersten Langfilm. Dabei entstanden ist gleich ein Volltreffer, der sich mit seiner zynisch-makaberen Art wohlwollend vom üblichen Einheitsbrei abzuheben versteht. Geboten wird Psychokitzel par excellence. Vom FILMCHECKER-Team gibt für diesen spannenden aber gleichzeitig auch heimtückischen Denkzettel eine Empfehlung.
 
 
 


 
 
 

DON’T HANG UP – Zensur

 
 
 
Die Gewaltakte in DON’T HANG UP halten sich in Grenzen. Es werden Messer in Körper gerammt und Kehlen durchgeschnitten. Das meiste passiert aber im Off. Demzufolge dürfte es DON’T HANG UP in Deutschland nicht schwer haben eine FSK16 zu erhalten.
 
 
 


 
 
 

DON’T HANG UP – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Bigscope Films | Don’t Hang Up Films | Wild Spark See)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Den (2013)
 
Unknown User (2014)
 
Ratter – Er weiß alles über dich (2015)
 
Girlhouse – Töte, was Du nicht kriegen kannst! (2014)
 
Gefällt mir (2014)
 
The Lesson (2016)