Filmkritik: „Django und Sartana – Die tödlichen Zwei“ (1969)

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DJANGO UND SARTANA – DIE TÖDLICHEN ZWEI

(UNA LUNGA FILA DI CROCI)

Story

 
 
 
Zwei Kopfgeldjäger machen gemeinsame Sache und wollen einen Menschenhändler stellen, aber nebenbei treibt einer von ihnen ein falsches Spiel.

 
 
 


 
 
 

DJANGO UND SARTANA – Kritik

 
 
Da soll mal noch jemand behaupten, den Etikettenschwindel gab es früher nicht auch schon! „Django“ und „Sartana“ sind natürlich zwei sehr bekannte Westernfiguren und gerade Django hat es dermaßen schnell zum Kult gebracht, dass es gefühlt unzählige Titel gab, die seinen Namen schmückten. Was könnte man also Besseres tun, als diese beiden Namen zusammenzubringen? Richtig, eigentlich nichts, aber der deutsche Titel „Django & Sartana – Die tödlichen Zwei“ ist reiner Schwindel. Im Original fallen diese Namen nicht mal, was vor allen Dingen dann sehr auffällig ist, wenn plötzlich eine Szene nicht synchronisiert wurde und man den originalen Namen gerufen bekommt. Der alte Western-Fan sollte es jedoch gewöhnt sein, dass deutsche Titel gerne solche Namen trugen, um halt mehr Publikum anzuziehen. Und sofern man nichts gegen einen brutalen, simplen und reißerischen Western hat, dann versagt dieses Exemplar immerhin auch nicht.
 
 
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Django und Sartana sind zwei Kopfgeldjäger, die eher zufällig plötzlich gemeinsame Sache machen. Ein reicher Verbrecher schleust nämlich immer wieder mexikanische Arbeiter illegal in die USA und weil das Militär machtlos dagegen scheint, ist mittlerweile ein hohes Kopfgeld auf diesen Mr. Fargo ausgesetzt. Natürlich hat dieser auch seine Männer und deshalb möchte Django die Sache lieber gemeinsam mit Sartana erledigen.
Das ist genauso simpel, wie es auch klingt, aber das kennt man besonders von den alten Western. Eine Geschichte spielt da kaum eine Rolle. Dafür hat man reißerische Ideen verarbeitet, wie z.B. das siebenläufige Gewehr. Das ist natürlich großer Humbug, aber es kommt so herrlich over-the-top daher, dass es schon Spaß machen kann. Ein Großteil der Geschichte verläuft ohne Überraschungen und wirkt teilweise ganz schön trocken. Nur zum Finale hin darf sich der Zuschauer noch auf einen Twist gefasst machen, der absolut an den Haaren herbeigezogen erscheint und nicht mal wirklich unvorhersehbar ist. Die große Kunst stellt dieses Drehbuch also mit Sicherheit nicht dar und trotzdem funktioniert das Resultat.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kommt „Django & Sartana – Die tödlichen Zwei“ nämlich doch relativ ansprechend daher. Die Bilder werden gar nicht mal so sehr von der Wüste dominiert, bieten aber selbstverständlich dennoch die Schauplätze, die man bei einem Western erwartet. Regisseur Sergio Garrone hat es sich um die Entstehungszeit 1969 im Western-Bereich gemütlich gemacht und bedient das Genre solide. Da ist sogar mal Platz für die ein oder andere etwas experimentellere Szene. Optisch macht das jedenfalls etwas her. Die Atmosphäre ist so, wie man sie bei einem Western aus diesem Jahr erwarten darf. Hier muss keine große Moral herrschen und hier darf der Held eigentlich auch ein Bösewicht sein. Das ist herrlich dreckig, zynisch und mies. Ein paar mehr Emotionen, sowie auch der ein oder andere auflockernde Spruch hätten im Endeffekt zwar nicht geschadet, um die Stimmung etwas abwechslungsreicher zu gestalten, doch auch so wird sich der Fan solcher Werke schnell zurecht finden.
 
 
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Die Darsteller agieren dabei grundsolide, ohne wirklich viel zu tun zu haben. Anthony Steffen passt in die Rolle von Django, muss aber überwiegend einfach nur die wortkarge Coolness in Person darstellen. Etwas mehr zu tun, hat da schon William Berger als Sartana, was vor allen Dingen an der theatralischen Figurenzeichnung liegt, die manchmal überhaupt keinen Sinn ergibt und etwas Overacting verlangt. Wenn der eiskalte Killer Sartana da nämlich plötzlich in Tränen ausbricht, weil man ihn bestohlen hat, dann lässt sich das nicht ganz ohne unfreiwillige Komik wahrnehmen. Sowieso grenzen die Charaktere an einer Karikatur, aber eigentlich will man das von diesen alten Western auch so haben. Riccardo Garrone, Bruder des Regisseurs, übernimmt die Rolle des „echten“ Bösewichts und strahlt dabei eine gewisse, bodenständige Ruhe aus, die dem Werk tatsächlich ganz gut tut. Alle anderen stellen lediglich Beiwerk da, ohne im Positiven, noch Negativen aufzufallen.
 
 
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Nun gibt es „Django & Sartana – Die tödlichen Zwei“ endlich auch in Deutschland ungeschnitten, wobei die knapp fünf Minuten mehr Laufzeit lediglich zwei relativ unwichtige Handlungsszenen betrifft. Allgemein ist die Laufzeit mit rund 100 Minuten doch ein wenig zu lang ausgefallen, weil der Film halt nicht viel Substanz besitzt. Das langweilt zwar niemals so richtig, ist aber eben auch nicht komplett kurzweilig. Zum Glück ist meistens etwas los und nachdem sich das Szenario etwas holprig eingeleitet hat, geht es auch oftmals zur Sache. An Schießereien mangelt es da nun wirklich nicht und selbst wenn das niemals Spannung aufkommen lässt, lädt die Action zum Verweilen ein. Harmlos geht es dabei ebenfalls nicht zur Sache. Da trifft mangelnde Moral auf viele Leichen und die Morde finden nicht alle nur per Schießeisen statt. Aus heutiger Sicht wirkt das natürlich eher harmlos und die Effekte sind sehr simpel, aber für die damalige Zeit kann sich der Gewaltpegel sehen lassen. Abgerundet wird das passable Ergebnis von einem netten Score, der sich so anhört, wie man das von einem Western gewohnt ist. Da fehlt zwar die eigene Handschrift, aber gut ist die muskalische Begleitung auf alle Fälle.
 
 


 
 
 

DJANGO UND SARTANA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Django & Sartana – Die tödlichen Zwei“ ist ein primitiver, reißerischer und brutaler Western, der sich gar nicht erst die Mühe macht, seine Geschichte besonders ansprechend zu erzählen oder seine Charaktere mit einer Tiefe zu versehen. Stattdessen gibt es die coolen Antihelden und jede menge zwiellichtige Gestalten – Einer böser, als der andere. Das Drehbuch ist recht schwach und wirkt am Ende maßlos konstruiert, aber so richtig störend ist das gar nicht mal, weil immerhin die handwerkliche Arbeit sitzt. Optisch hat der Film etwas zu bieten und die Darsteller erledigen ihre Sache ebenfalls passabel. Außerdem gibt es doch eine ordentliche Portion Action, viel Gewalt und so halten sich die Längen tatsächlich in Grenzen. Das ist manchmal etwas zu langatmig geraten, aber die zynische Atmosphäre funktioniert schon ziemlich gut, der Score lässt sich wunderbar anhören und ein paar seltsam-theatralische Szenen laden zudem zum Lachen ein. Mit Sicherheit ist „Django & Sartana – Die tödlichen Zwei“ kein Klassiker und absolut kein hochwertiger, dafür aber ein kurzweiliger, trockener und dennoch irgendwie amüsanter Western!
 
 


 
 
 

DJANGO UND SARTANA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Django & Sartana – Die tödlichen Zwei“ erschien jüngst erstmals ungeschnitten auf Blu-ray und DVD in Deutschland und ist dabei frei ab 18 Jahren. Bis dato war der Streifen hierzulande nur geschnitten erhältlich. Es fehlten einige Handlungszenen.
 
 
 


 
 
 

DJANGO UND SARTANA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Una lunga fila di croci; Italien 1969

Genre: Action, Drama, Western

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Französisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Minuten

FSK: Film: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit tollen Fotos und Hintergrundinformationen

Release-Termin: Mediabook: 23.10.2020 | KeepCase: 10.12.2021

 

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DJANGO UND SARTANA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies / daredo (Soulfood))

 
 
 
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Gott vergibt … Django nie! (1967)
 
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