Kritik: „Wasteland – Das Ende der Welt“ (2013)

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WASTELAND – DAS ENDE DER WELT

Story

 
 
 
Wie so oft im Film hat es der Mensch endlich hinbekommen, den blauen Planeten in die Knie zu zwingen. Zwar hat ein Planet keine Knie, aber sie wissen, was gemeint ist, setze ich doch einfach mal voraus. Nach der Apokalypse, die nicht einmal vor den Britischen Inseln Halt gemacht hat, zeigt der Film das dort wohnhafte Ehepaar Scott und Beth beim alltäglichen Kampf gegen die Widernisse nach dem dumpfen Schlag. Während seine Gattin sich in Richtung Restzivilisation gemacht hat und dort nach Überlebenden forscht, streicht Scott durch die Wälder, in die man sich zurückgezogen hat und kümmert sich um Nahrung und Wasserreserven. Aber und an bekommt er es mit mutierten Ex-Menschen zu tun und muss sich seiner Haut erwehren. Als Beth wieder anreist, setzt ein aufgesetzter Subplot um ihre offensichtliche Veränderung ein.
 
 
 


 
 
 

WASTELAND – Kritik

 
 
 
Gehen wir mal, entsprechend glotz-erfahren, davon aus, dass eines der schlechten, weil entlarvenden Merkmale eines günstig produzierten Independent-Films sein mangelndes Budget ist. Ok. Sind wir dann großzügig, die Idee des Filmemachens mit Herzblut der Konkurrenz höher glänzender Schauwert-Filme vorziehend, dann kann das sparsam gesetzte Budget einer erzählten Story zu Gute kommen. So ist´s auch beim vorliegenden WASTELAND – DAS ENDE DER WELT der Fall. Ein Endzeit-Film, der sich auf das Ausleuchten der Psycho-Drama-Momente konzentriert, was ihm meistens auch gelingt. Die jungen Schauspieler, allesamt keine Anwärter auf den Newcomer-Preis der Royal Shakespearean Company, stehen hinter ihrem Film, überzeugen durch ihr engagiertes Ensemblespiel. Das ist definitiv sympathisch, gibt dicke Pluspunkte. Ja sicher, ein paar Elemente der Geschichte sind unausgegoren, strahlen den Charme spontaner Umorientierung am Set aus. Radikale Neuerungen darf und wird man hier, innerhalb der Grenzen des endzeitlichen Subgenres, fairerweise auch nicht erwarten. Die Konzentration aufs Zwischenmenschliche heben die Fans des trivialen Fernsehdauerbrenners THE WALKING DEAD gerne hervor, ich persönlich würde zum Vergleich gerne den aufgrund der Anwesenheit seines steirischen Hauptdarstellers vielerorts zu Unrecht abgetanen Horrorfilm MAGGIE anführen, der sich ebenfalls bewusst im Action-Verzicht übt. Wie bei diesem aktuellen Zombiefilm, legt WASTELAND – DAS ENDE DER WELT Wert auf die Darstellung dessen, was laut Stephen King die Definition von Horror ist. Etwas Unnatürliches, Negatives dringt ein ins normale Leben des Protagonisten. Hier ist das die Justierung der gesamten Lebensumstände auf eine Welt, die zusammengebrochen ist, auf dem Kopf steht und von den letzten Menschen trotzdem noch einfordert, sich mit Dingen wie Sicherheit und Nahrungssuche zu beschäftigen.
 
 
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Fans pulsierend-wuchtiger, postapokalyptischer Benzin-Orgien wie dem letzte Saison schier endlos gefeierten MAD MAX: FURY ROAD und auch Anhänger wilder Z-Movie-Schrottplatz-Orgien aus dem Land der vielen Nudelsoßen, die in den Achtzigern so zahlreich durch die Videotheken rumpelten, werden an WASTELAND – DAS ENDE DER WELT, diesem Endzeit-Kammerspiel, keine Freude haben. Somit sei uns die ketzerische Anmerkung an dieser Stelle verziehen, es dürfte sich bei der Freigabe ab achtzehn um einen tapfer gespielten Publicity-Zug handeln.
 
 
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WASTELAND – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bedacht eingefangenes Endzeit-Drama von der Insel, dass – bewusst oder durch finanzielle Restriktionen – den Fokus auf Charakterstudie und Verhaltensweisen am titelgebenden Ende der Welt beleuchtet. Interessanter Indiefilm – aber wahrlich nichts für Splatter-Bestien und Actionfans.
 
 
 


 
 
 

WASTELAND – Zensur

 
 
 
Der Film hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Dennoch wurde die erhältliche Heimkinoveröffentlichung erst für Volljährige freigegeben. Der Grund: böse Trailer im Bonusmaterial.
 
 
 


 
 
 

WASTELAND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Wasteland; Großbritannien 2013

Genre: Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Aufgrund des Bonusmaterials: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Wendecover

Release-Termin: 28.08.2015

 

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WASTELAND – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vampire Nation (2010)
 
The Walking Dead (seit 2010)
 
The Road (2009)

Filmkritik: „Backtrack: Nazi Regression“ (2014)

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BACKTRACK: NAZI REGRESSION

Story

 
 
 
Ralph träumt vom Zweiten Weltkrieg und erfährt mittels Rückführung, dass er wohl vor 70 Jahren ein Nazi war. Er beginnt, den Schauplatz seiner Alpträume zu suchen und Nachforschungen anzustellen – mit gefährlichem Ausgang.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Kritik

 
 
 
Liest man den Titel dieses Films, kommen einem als Erstes wohl unweigerlich Bilder eines billigen Trashfilms mit blutigen Nazi-Eskapaden in den Sinn. Erstaunlicherweise aber ist „Backtrack“ kein solcher Film. Natürlich ist das Erstlingswerk des erst 24jährigen Regisseurs Tom Sands und das ebenfalls erste Langfilm-Drehbuch seines Bruders Mick weit davon entfernt, ein guter Film zu sein, aber zumindest ist „Backtrack“ nicht der ultrabillige Schund, den man wohl aufgrund des Titels und des Covers erwarten würde. Zur Geschichte: Ralph (Mark Drake) hat wiederkehrende Alpträume, in denen er sich im Jahr 1940 befindet und offensichtlich als deutscher Nazi an gar „Schröcklichem“ beteiligt ist. Um Klarheit zu erlangen, schlägt seine Bekannte Claudia (Rosie Akerman) vor, bei ihm eine Rückführung durchzuführen. Dadurch jedoch werden die bedrückenden Ereignisse von damals nur noch deutlicher und intensiver, so dass Ralph beschließt, den Ort, den er in seinen Träumen gesehen hat, aufzusuchen und Nachforschungen anzustellen. Also Zelt, Freundin Andrea (Sophie Barker), Claudia und deren Freund Lucas (Miles Jovian) eingepackt und auf den Weg gemacht. Vor Ort angekommen, wird alles natürlich noch unheimlicher – ein Fremder verfolgt sie und Ralphs Visionen werden immer intensiver. War er nun ein Nazi oder nicht? Und welches Geheimnis birgt der kleine Ort, an dem sich die Vier aufhalten?
 
 
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Das Grundproblem bei „Backtrack“ könnte sein, dass hier sowohl vor als auch hinter der Kamera ausnahmslos Anfänger am Werk waren. Hier ist niemand mit Erfahrung dabei, der das Ruder noch hätte herumreißen können damit wenigstens durchschnittlicher Horror an den Zuschauer gebracht werden kann. So wird aus „Backtrack“ leider ein ziemlich…nun ja…unspektakulärer Film, dem man an allen Ecken und Enden anmerkt, dass hier Laien am Werk waren. Zwar hat Regisseur Tom Sands schon einige Dokumentarfilme gedreht, aber er ist auch erst 24 und hatte es vorher offensichtlich noch nicht mit dem Führen von Schauspielern zu tun. Aber auch das Drehbuch seines Bruders Mick weist viele Mängel auf. Das beginnt bei der recht dünnen Story, geht weiter über die ziemlich oberflächliche Figurenzeichnung und endet bei dem Nichtvorhandensein von Spannung und Tempo. Die 97 Minuten Laufzeit ziehen sich wie Kaugummi und leider interessiert es einen nicht im Geringsten, was dort auf den Feldern irgendwo in Irland passiert.
 
 
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Dennoch ist man erstmal froh, dass man es hier nicht mit billigstem Horrortrash zu tun hat, in dem wildgewordene Nazis blutrünstig durch die Gegend trampeln und man schlechte CGI-Effekte zu sehen bekommt. Die Erleichterung darüber reicht aber natürlich nicht aus, um „Backtrack“ schlussendlich wohlgesonnen zu sein. Dafür hapert es einfach an zu vielen Stellen. Die Charaktere sind allesamt ziemlich bescheuert. Ralph guckt vorrangig großäugig-fassungslos in der Gegend herum, während er versucht, Ordnung in sein traumchaotisches Hirn zu bringen. Claudia faselt derweil was von Rückführungen und dass sie auch etwas gespürt hat, als sie Ralph rückgeführt hätte. Derweil sind Lucas (der übrigens aussieht wie zwölf und wie ein pubertierendes Ghettokid aus Londons East End redet, obwohl er der Freund von Esoteriktante Claudia sein soll) und Andrea (bumsbirnige Freundin von Träumerle Ralph) damit beschäftigt, sich flachzulegen, ohne dass ihre jeweiligen Partner etwas davon mitbekommen. Die Strafe folgt natürlich auf dem Fuße, denn Lucas und Andrea werden von einem mysteriösen Traktorfahrer entführt. Die Protagonisten bleiben dabei so oberflächlich, uninteressant oder gar unsympathisch, dass der Zuschauer hier keine Sympathien aufbauen kann. Da hier bis auf Mark Drake totale Schauspiel-Anfänger am Werk sind, wirken die Figuren kaum glaubhaft und man sieht dem gesamten Cast an, dass er größtenteils überfordert war mit der Darstellung des jeweiligen Charakters.
 
 
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„Backtrack“ wirkt kaum wie ein Horrorfilm. Über weite Strecken wähnt man sich eher auf einem Ausflug aufs Land mit blöden Leuten. Die Sonne scheint, die Felder blühen – wie da überhaupt so etwas wie gruselige Stimmung entstehen soll, ist schleierhaft. Gepaart mit dem leider eher dilettantischen Inszenierungsstil von Tom Sands und dem inhaltlich mehr als holprigen Script seines Bruders gelingt es „Backtrack“ bis zum Finale nicht, sich als Horrorfilm zu positionieren. Spätestens dann gibt es zwar ein paar kleine Folterwunden zu sehen und eben noch den unheimlichen Fremden, dessen Geheimnis gelüftet wird; schlussendlich reicht das nicht aus, um „Backtrack“ beim Publikum interessant machen zu können. Dennoch, so richtig böse kann man den Sands-Brüdern irgendwie nicht sein. Der Film ist zwar weder ein Horrorfilm und nicht einmal ansatzweise gruselig (außer vielleicht bei den darstellerischen Leistungen), aber so richtig schlecht ist er eben auch nicht. Gut, warum jemand nachts mit Sonnenbrille Motorrad fährt, muss vielleicht nochmal erklärt werden. Zudem sind viele Szenen in der Regel deutlich zu lang geraten, der Finaltwist ist lahm und die Darsteller hoffnungslos überfordert. Trotzdem ist man einfach dankbar, dass man hier nicht mit dem Trash konfrontiert wurde, den man bei so einem Titel und der dazugehörigen Inhaltsangabe erwartet hätte. Darüber hinaus wartet „Backtrack“ mit einem wunderschön gesungenen Titelsong auf (Abi Phillips‘ „Gravity“) – Etwas, mit dem man bei diesem Crowdfunding-Projekt wohl nicht gerechnet hätte.
 
 
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BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
„Backtrack“ ist ein ungewöhnlicher englisch/irischer Genrebeitrag. Zwar ist er schlussendlich kein guter Film (was man bei einem Erstlingswerk eines Mittzwanzigers vielleicht auch nicht erwarten sollte) und bei Weitem kein gruseliger Horrorfilm, dennoch unterwandert er die Erwartungshaltung des Zuschauers auf ungewöhnliche Weise. Gesehen haben muss man das zwar nicht, aber ein paar kleine Bonuspunkte für diesen seltsamen Nicht-Horrorfilm sollten schon drin sein. Deshalb also drei von zehn Rückführungen, die man besser hätte sein lassen sollen.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Zensur

 
 
 
„Backtrack: Nazi Regression“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Auf dem Cover der erhältlichen Heimkinoversion prangt daher der rote FSK-Flatschen. Immerhin ist der Film diesmal wirklich erst für Volljährige geeignet, denn oftmals werden Blu-rays und DVDs deren Filme eine 16er-Freigabe erhalten haben, künstlich durch Bonus in der Altersfreigabe nach oben getrieben. Diesmal ist das jedoch nicht der Fall.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Castle View Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Backtrack; Großbritannien / Irland 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making-of

Release-Termin: 28.08.2015

 

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BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Trailer

 
 


 
 

MissVega

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