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Filmreview: „Dead Shadows“ (2012)

Dead-Shadows
 
 
 

Dead Shadows

Story

 
 
 
Wenn in Filmen Kometen der Erde etwas zu nah geraten, bedeutet das oftmals nichts Gutes für die Beteiligten des Szenarios. So muss auch der kleine Chris die Erfahrung machen, dass einer dieser Himmelskörper für den Tod seiner Eltern verantwortlich sein muss. Denn während ein Halleyscher Komet an der Erde vorbeizieht, scheint dieses Himmelsspektakel für einige Menschen den unweigerlichen Tod zur Folge zu haben. 11 Jahre später. Chris ist zu einem adretten Teenager herangewachsen und wird regelmäßig von Angstzuständen geplagt. Da kreuzt erneut ein Komet die Umlaufbahn der Erde. Grund genug für die Menschen der Pariser Innenstadt sich mit allerhand Weltuntergangs-Theorien zu verwirren. Hierbei sprießen skurrile Kometen-Partys wie Pilze aus dem Boden, auf welcher sich alsbald auch Chris wiederfindet. Anfänglich noch guter Laune, beginnen sich einige der anwesenden Gäste auf merklich groteske Art in etwas Nichtmenschliches zu verwandeln. Ehe sich Chris versieht, ist die gesamte Straße mit etwas wahrlich Bösen infiziert, dass sich unweigerlich seinen Weg durch die engen Gassen der verträumten Metropole bahnt …
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Kritik

 
 
 
Wenn in weltweiten Foren Gerüchte die Runde machen, dass die Franzosen an einem neuen Genre-Werk tüfteln, dürfte flink ein euphorischer Jubelschrei die Runde machen und sich Horrorfilmfans einmal mehr gierig danach die Hände reiben, in der Hoffnung bald wieder mit deftig schonungsloser Gewalt unterhalten zu werden. Nach Filmen, wie „High Tension„, „Inside“ und Konsorten haben unsere europäischen Nachbarn bewiesen, dass heftiges Terrorkino schon längst nicht mehr zwangsläufig aus Übersee kommen muss. Auch Frankreich scheint unlängst den Nerv der Zeit erkannt zu haben und versucht sich in einer bemerkenswerten Regelmäßigkeit mit durchweg ansprechenden Genre-Filmchen international zu behaupten. Hierbei haben drei französische Regie-Newcomer die Regeln des Horrors im 21. Jahrhundert maßgeblich vordiktiert, wobei sich von deren Schaffen vor allem amerikanische Filmemacher maßgeblich haben inspirieren lassen. Die Franzosen „Alexandre Aja“, „Xavier Gens“ und „Pascal Laugier“ haben durch ihr knüppelhartes Extremkino die Messlatte in Sachen Horror enorm nach oben getrieben, sodass gerade die Nachfolger der neuen französischen Filmgarde so ihre Probleme besitzen, der in Fankreisen bedingungslos geschürten Erwartungshaltung überhaupt gerecht werden zu können. Somit machte sich in den vergangenen Jahren ein merklich qualitativer Verschleiß des eigentlich so hochgelobten, französischen Genre-Kino bemerkbar, sodass Filme wie „Die Horde„, „Mutants“ und „Caged“ kaum bis gar nicht Beachtung beim internationalen Horrorpublikum fanden und rasch in der Bedeutungslosigkeit verschwanden.
 
Auch der kommende „Dead Shadows“ hat ein wahrlich schweres Los gezogen, soll er nun ebenso das bedeutsame Erbe seiner wegweisenden Vorgänger antreten und einmal mehr beweisen, dass französisches Genrekino noch lange nicht ausgedient hat. Regie-Neuling „David Cholewa“ hat sich hierbei jedoch keinen wirklichen Gefallen getan, denn selbst von den teilweise unzulänglichen Qualitäten jüngst erschienener, französischer Genre-Produktionen ist sein notdürftig zusammengeschusterter Science-Fiction Nonsens meilenweit entfernt. So wirklich stimmen will hier rein gar nichts mehr. Nach einem optisch ansprechenden Einstieg, bei dem der Zuschauer dem Flug eines Kometen durch das All beiwohnen darf, geht es mit „Dead Shadows“ bereits merklich bergab. Das mag vordergründig daran liegen, dass der Film nur selten homogen wirkt und die Geschichte letztendlich kaum einen Sinn ergibt. Nachdem Protagonist Chris (Fabian Wolfrom) eine zweckmäßige Charakterisierung erfahren durfte, wird dieser auch gleich in eine vollkommen an den Haaren herbeigeführten Handlung verfrachtet. Hierbei lernt er die taffe Claire kennen, die einzig dafür in die belanglose Geschichte geschrieben wurde, um Chris auf eine feuchtfröhliche Privatparty zu „locken“, welche letztendlich den Auftakt für ein unausgegorenes Splatterfest bildet. Warum Regisseur und Drehbuchautor „David Cholewa“ fast die Hälfte der knappen Filmlaufzeit von gerade einmal 77 Minuten dafür investiert, eine vollkommen sinnentleerte Anbandelei zwischen den beiden Protagonisten zu konstruieren, die eigentlich vollkommen substanzlos bleibt und keinen relevanten Sinn für den Fortgang der Geschichte besitzt, verstehe wer will. Claire segnet ab Filmmitte vollkommen uninspiriert das Zeitliche, wobei Cholowa ersichtlich darum bemüht war, ihr einen halbwegs spektakulären Filmtod zu spendieren. Ihr Ableben läutet eine ziemlich groteske „Melt“-Orgie ein, die zwar durchaus ihre Momente besitzt, aber den Film dadurch auch nicht besser macht.
 
Da zerfließen Gesichter und aus scheinbar friedliebenden Menschen, werden reißende Bestien, aus deren Gliedmaßen furchterregende Tentakel platzen. Das dürfte vor allem Freunde einer gewissen Videospielreihe erfreuen, in welcher ein mutierter T-Virus dafür verantwortlich gemacht wird, dass sich die Anhänger einer mysteriösen Sekte in todbringende Tentakel-Monster verwandeln. Scheinbar hat „David Cholewa“ die Szenarie des Videospiels „Resident Evil 4“ derart ausführlich studiert, sodass sein „Dead Shadows“ gegen Ende sich unweigerlich zu sehr in die riesige Welt eines „Resident Evils“ verirrt und dabei vollkommen vergisst, eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Überhaupt findet „Dead Shadows“ keinen wirklichen roten Faden. Die Geschichte bedient sich allerhand erfolgversprechenden Genre-Zutaten, wirkt aber dabei stets unbeholfen und vollkommen unstrukturiert. Da verschmelzen Elemente aus bekannten Weltuntergangs-Zombie-Szenarien mit klassischem Carpenters „The Thing„-Zitaten und ekelerregender „Street Trash„-Bodymelt verbindet sich mit bluttriefender Splatterkost.
 
Leider wirkt der ambitionierte Zutaten-Cocktail teilweise zu überladen, sodass man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden möchte, vollkommen die Orientierung verloren zu haben. Immerhin wissen die wenigen Spezialeffekte zu überzeugen. Zeugten diese im Trailer noch von mangelnder Fingerfertigkeit, so hat man sich scheinbar die Kritik der Filmfans zu Herzen genommen und an der Umsetzung gearbeitet. Die CGI-Shots wirken überzeugend, vermitteln aber dennoch den Eindruck, als wäre das gesamte Produktionsbudget allein nur in die grafisch ansprechenden Effekt-Szenen geflossen. Vermutlich auch ein Grund dafür, warum das Drehbuch selten über das Niveau bekannter RTL Daily-Soaps hinausreicht. Die Kosten für einen anständigen Skript- und Drehbuchschreiber wären vermutlich explodiert, wobei selbst der talentierteste Drehbuchautor kläglich daran gescheitert wäre, all die merklich unlogischen Zulänglichkeiten aus der dreist zusammengeklauten Geschichte zu korrigieren.
 
Dead Shadows“ wirkt von Anfang bis Ende unfertig. Die Geschichte ist vollkommen unklar, Erklärungsversuche über den Sinn des gesamten Trubels sucht man hier vergebens. Hinzukommt, dass die wenigen Protagonisten vorwiegend improvisieren, anstatt zu interagieren. Das Drehbuch ist eine einzige Katastrophe und äußert sich durch wirre Gedankenfetzen, die den Hauptcharakter „Chris“ von einem Schauplatz zum nächsten hetzen lassen. Zudem scheint ein wahrliches Genie am Tonmischpult gesessen zu haben, das unweigerlich daran Spaß gehabt haben muss, den diversen Schlägen, Hieben und Tritten im Film einen besonderen Comic-ähnlichen Tonschlag einzuverleiben, der dem Film eine unfreiwillige Komik beschert. Hinzukommt, dass die vollkommen amateurhafte deutsche Synchronisation bereits nach nur wenigen Minuten durchaus zu nerven beginnt, aber immerhin treffend den Qualitätsgehalt des Films zu unterstreichen weiß. Trotzdem, auch wenn sich diese Kritik ziemlich negativ liest, so besitzt „Dead Shadows“ ein ziemlich überraschendes Tempo, dass gerade Liebhaber trashiger und sinnentleerter Unterhaltung gefallen dürfte. Dennoch mehr als ein kleiner, anspruchsloser Snack für Zwischendurch ist „Dead Shadows“ leider nicht geworden.
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Horrorschnellschuss mit ansprechenden Effekten, aber null Story!
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „Keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Der Film selbst ist hierbei jedoch in seiner ungeschnittenen Version bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Vermutlich ist die 18er-Freigabe auf das Bonusmaterial der Heimkinofassung zurückzuführen.
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Dead Shadows Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dead Shadows; Frankreich 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Französisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 2.35:1

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Teaser, Trailer, 30-minütiges Interview mit dem Regisseur (dt. UT), kurzer Einblick in die Spezialeffekte, Deleted Scenes

 
 
 
Über die Qualität der Blu-ray gibt es nichts zu meckern. Das Bild ist ordentlich und der Ton ebenso. Nur die Synchronisation wirkt billig und lieblos. Die Schärfe ist für einen Film dieser Kategorie entsprechend knackig und weiß durch eine Detailgenauigkeit zu überzeugen.
Extras machen sich dennoch rar. Es gibt einen kurzen Einblick in die Spezialeffekte, die kurz bebildern, wie man die diversen CGI-Effekte mittels Bluescreen-Verfahren realisieren konnte. Zudem hat sich ein ca. 30-minütiges Interview mit Regisseur David Cholewa auf die Blu-ray verirrt, dass löblicherweise mit deutschen Untertiteln ausgestattet wurde. Einige Trailer und Deleted Scenes runden das Gesamtpaket ab. Zwar nicht viel, aber immerhin durchaus informativ. Neben der DVD und einer Blu-ray kann der Film auch als 3D Blu-ray erworben werden.
 
 

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Dead Shadows – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Thing (2011)

Street Trash (1987)

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Review: „Tödliches Spiel – Would you Rather?“ (2012)

would your rather
 
 
 

Tödliches Spiel – WOULD YOU RATHER?

Story

 
 
 
Um die wichtige Operation ihres krebskranken Bruders finanzieren zu können, lässt sich die hilfsbereite und rücksichtsvolle Iris von einem ihr unbekannten Milliardär namens Lambert überreden, an einer seiner großzügigen Veranstaltung teilzunehmen. Dort können interessierte Gäste eine großzügige Summe Geld verdienen, wenn sie sich nur dazu bereit erklären, an einem eigens von Lambert entwickelten Spiel mitzuspielen. Unwissend, was den Teilnehmern nach ihrer Zusage erwartet, willigen die ahnungslosen Gäste ein in der Hoffnung, jene Veranstaltung mit einer gefüllten Brieftasche verlassen zu können. Hierfür werden die Räumlichkeiten verschlossen und jedem Spieler die Aufgabe erteilt, entweder sich selbst physische Schmerzen zuzufügen oder einen der anwesenden Gäste zu verstümmeln …
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Kritik

 
 
 
Das dreckige Tortur-Kino der 70er Jahre ist einfach nicht totzukriegen. Nach einem geglückten, generalüberholten und äußerst sadistischen Revival, dass durch Filme wie das TEXAS CHAINSAW MASSACRE, HOSTEL und SAW im Jahre 2003 eindrucksvoll ins Leben gerufen wurde und an brutaler Zeigefreudigkeit kaum zu übertreffen war, folgten bisher unzählige Plagiate, die mal mehr und mal weniger überzeugen konnten. Ob bei lebendigen Leibe zersägt, schaufreudig gefoltert oder lukrativ gehäutet – kaum eine perfide und präzis-dokumentierte Todesart wurde hierbei ausgelassen, um auch ja der sensationsgeilen Erwartungshaltung angehender Hobby-Masochisten gerecht werden zu können. Nach dem (eigentlich) abschließenden siebenten Teil des bekannten SAW-Franchise wurde es verdächtig „handzahm“ und ruhig um die expliziten und (teilweise) menschenverachtenden Tortur-Reißer, sodass es vermutlich Liebhaber dieses zweifelhaften Sub-Genres erfreuen dürfte, dass nun im Zuge der langsam abebbenden Folter-Welle ein weiterer Indie-Kandidat ins Rennen geschickt wurde, um einmal mehr die stahlharten Nerven unterversorgter Horrorfilmfans auf die Probe zu stellen zu dürfen. Erstaunlicherweise reduzieren sich die bisher letzten Veröffentlichungen jener Art (TRUE OR DARE, VILE, THE HELPERS, SCHLARAFFENHAUS) nicht mehr allein nur auf das blutige Ausreizen perverser Gewaltakte, sondern verfrachten das derbe Zurschaustellen abartiger Grausamkeiten auf vordergründig psychischer Ebene, wie es bereits in den Werken der experimentierfreudigen 70er Jahre der Fall gewesen war. Der krude Horror-Folterporno von Heute scheint eine Kehrtwende eingeschlagen zu haben und sich zu seinen Wurzeln zurückbegeben zu wollen, wobei nach wie vor auch heute noch der fragwürdige Ideenreichtum emsiger Filmemacher keine Grenzen findet. Und so werden grafisch ansprechende Folterakte weitestgehend in ihrer Blutgeilheit reduziert und mehr das Martyrium des Hauptdarstellers in den Mittelpunkt der Geschehnisse verfrachtet (MARTYRS), wobei deren Überlebenskampf sich unweigerlich auf den Gemütszustand des Zuschauers überträgt. Waren es vor mehr als 30 Jahren hauptsächlich Frauen, die in derart Filmen genüsslich gedemütigt, missbraucht und gequält wurden, so findet im „aufgeklärten“ und „toleranten“ 21. Jahrhundert eine Art geschlechtliche Gleichberechtigung statt, was zur Folge hat, das aktuell sogar auch männliche Protagonisten um ihr Überleben winseln, jammern und betteln dürfen.
 
Auch der vorliegende WOULD YOU RATHER ist einer dieser sagenumwobenen „Meisterwerke“, welche sich virtuos in die Reihe der Zurschaustellung perverser Abartigkeiten einzureihen weiß und sich mit allerhand moralisch zweifelhaften Interaktionen und den verstörten Denkstrukturen seiner Protagonisten beschäftigt. Dabei, und das sollte man diesem Film positiv anrechnen, erinnert sich Autor und Regisseur DAVID GUY LEVY zurück an die Glanzzeiten des allseits beliebten Terrorkinos und verfrachtet seine Geschehnisse in eine ansprechend düstere Umgebungskulisse, die in ihrem dreckigen Look teilweise an den Beginn des allseits beliebten Tortur-Kinos erinnert, welches in Filmen wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAST HOUSE ON THE LEFT seinen Anfang fand. Unüblicherweise wartet WOULD YOU RATHER mit einem ansprechenden Staraufgebot aus. War Hauptdarstellerin BRITTANY SNOW zuletzt noch munter trällernd und vor allem ungeniert jugendfrei im Teenie-Komödchen PITCH PERFECT unterwegs, so scheint sie ihr facettenreiches Schauspiel mit dem Auftritt in diesem Schreckensszenario erweitern zu wollen. Löblicherweise recht ambitioniert, scheitert doch ihre Rolle nicht an jenen stereotypen Verhaltensmustern, mit welchen man so oft in ähnliche Produktionen dieser Art konfrontiert wird. Ihr Verhalten durchzieht sich relativ glaubwürdig durch die dünne Handlung, auch wenn ihr das Drehbuch hin und wieder suspekte Denkphrasen eintrichtern möchte, die so rein gar nicht zu ihrem Charakter passen möchten. Neben Ex-Porostar SASHA GRAY, welche eine äußerst unsympathische Leidensgenossin miemt, dürften vermutlich alle Fans der Horrorlegende JEFFREY COMBS überrascht sein, dass einer der ganz großen Gerne-Helden der 80er Jahre sich für derart Quark hat überreden lassen. Dennoch bieten gerade Combs kongenialen Auftritte den eigentlichen Schauwert dieses fragwürdigen Tortur-Filmchens. Der Mann beweist einmal mehr, dass er es auch nach Kultfilmen wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND immer noch drauf hat, selbst dem miesesten Film das gewisse Etwas zu verleihen. Seine schwarzhumorigen Wortfloskeln bereichern den eigentlich vollkommen unwichtigen WOULD YOU RATHER ungemein, sodass die plumpe Foltergeschichte einen halbwegs seh- und ertragbaren Unterhaltungswert erreicht. Die Rolle des kompromisslosen Sadisten scheint Combs einmal mehr wie auf den Leib geschneidert zu sein und als Zuschauer spürt man regelrecht mit welcher Inbrunst der Schauspieler selbige lebt. Mit seinem Auftritt fällt und steigt der Qualitätsgehalt der Handlung und heben den zynischen Folter-Nonsens weitestgehend über den Durchschnitt.
 
TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER (so die deutsche Titelkreation) ist einer dieser Filme, die ihre Wirkung trotz aller Vorhersehbarkeit keinesfalls verfehlen. Zwar geht es hier nicht maßgeblich blutig zugange, trotzdem wirken einige Szenen aufgrund ihrer schonungslosen Kompromisslosigkeit erheblich hart, sodass vermutlich einige zartbesaitete Zuschauer flink zur Fernbedienung ihres Heimkino-Abspielgerät greifen dürften, um die gewalttätigen „Show-Einlagen“ leichter ertragen zu können. Die Protagonisten werden hierbei mit allerlei physischen und psychischen Unannehmlichkeiten konfrontiert, wobei sich der Film immer wieder die Frage stellt, wie kostbar letztendlich ein Menschenleben ist und wie weit jeder Einzelne gehen würde, um aus seinem selbstsüchtigen Handeln das meiste Kapital zu schlagen. Statt Augenmerk auf altbekannte Mordwerkzeuge, wie Kettensägen, Macheten und Schusswaffen zu legen, rücken hier traditionelle Folterinstrumente in den Mittelpunkt der Gegebenheiten. Neben einem primitiv zusammengewerkelten Fass gefüllt mit klarem Leitungswasser, finden sogar Silvesterraketen und Reitgerten vollkommen neue Einsatzgebiete. Zwar beginnt das muntere Treiben mit erheblich leichten Aufgaben (Vegetarierin soll Fleisch essen), diese bilden jedoch nur den Auftakt eines perfiden Sammelsuriums an kranken Ideen. Auch wenn der moralische Background durchaus Diskussionsstoff bietet, so wirkt das widerliche Szenario durchaus selbstzweckhaft, sodass die brenzliche Kontroversität des Themas im Zuge breit ausgewalzter Foltereinlagen vollkommen untergeht. Die Beweggründe der Gastgeber bleiben weitestgehend ungeklärt, sodass der Zuschauer mit allerhand Fragen zurückbleibt und nur darüber spekulieren kann, aus welchem Beweggrund Lambert diese Veranstaltung organisiert hat.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WOULD YOU RATHER ist hartes Gewaltkino, das stahlharte Nerven voraussetzt. Ein moralisch fragwürdiges Filmchen, das aufgrund seiner kompromisslosen Darstellung ziemlich hart daherkommt. Zudem beweist JEFFREY COMBS einmal mehr, dass seine Auftritte selbst den miesesten Horrorfilm aufwerten können.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER hat Glück gehabt und den Segen der FSK erhalten. Die hat den Streifen ungeschnitten ab 18 Jahren (KJ-Freigabe) freigegeben. Eine etwas skurrile Entscheidung, fühlt sich die FSK bei derart Thematik nicht selten doch arg vor den Kopf gestoßen und verweigert die Freigabe sogar oftmals. Somit kann der Filmfreund bedenkenlos zugreifen und muss keinen Umweg übers Ausland in Kauf nehmen.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
tödliches-spiel-would-you-rather-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Would You Rather; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Bildergalerie, Outtakes, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 
Die hiesige FSK muss einen guten Tag gehabt haben, anders lässt sich wohl nicht erklären, dass der Folter-Schocker TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ungeschnitten durch die Zensurinstanz gekommen ist. Anbieter MARITIM PICTURES hat sich dem Horrorfilm angenommen und veröffentlicht ihn auf einer brauchbaren Blaustrahl-Scheibe. Nach dem Einlegen geht’s auch gleich los. Der Zuschauer wird in ein äußerst liebloses Hauptmenü gelotst, das aus einer Aneinanderreihung von Szenen des Hauptfilms besteht und mit einer arg nervigen und sich ständig wiederholenden Melodie unterlegt wurde. Größeres Ärgernis bietet jedoch die unglaublich miserable deutsche Synchronisation, bei der einmal mehr die ewig gleichen Sprecher zum Einsatz kamen, die sonst auch bei Indie-Streifen aus dem Hause MARITIM PICTURES ins Mikrophon quasseln. Das raubt den Film erheblich die Atmosphäre und ist kaum zu ertragen. Besonders unglimpflich wurde JEFFREY COMBS deutsche Stimme gewählt, die ihren Text derart gelangweilt und kraftlos vom Teleprompter abliest, dass COMBS-Fans das kalte Grausen bekommen. Immerhin ist das Bild solide, das eher in erdige und farblose Töne getaucht wurde und durchaus annehmbar ist. Unter dem Menüpunkt „Extras“ werden dem Filmfreund eine kleine Anzahl an Boni geboten. Den Anfang macht eine animierte Slideshow, die aus Plakaten des Films besteht (rund 1 Minute, HD). Weiter geht’s mit 15 (!) Sekunden Outtakes (HD) und dem englischsprachigen Trailer (rund 2 Minuten, HD). Angerundet wird das Minibonuspaket mit einem filmbezogenen (und teilweise schweigsamen) Audiokommentar, bei dem aber Untertitel schmerzlich vermisst werden. Die gibt es übrigens nicht einmal für den Hauptfilm. Wer harte und professionell gewerkelte Folterfilme mag kann dennoch bedenkenlos zugreifen, zumal TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ziemlich günstig zu haben ist und auch die Originaltonspur bereithält. Hier werden aber mangels deutscher Untertitelspur gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Wer übrigens immer noch nicht mit dem lästigen FSK-Sticker zurechtkommt, kann das Cover umdrehen, denn ein Wechselcover liegt anbei.
 
 
 

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WOULD YOU RATHER – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „The Tall Man“ (2012)

The-Tall-Man-Plakat (2012) - Filmchecker Filmkritik
 
 
 

The Tall Man

Story

 
 
 
Julia ist Krankenschwester und lebt mit ihrem Sohn außerhalb der Kleinstadt „Castle Rock“, einem Ort der von Leid und Kummer gezeichnet ist. Regelmäßig verschwinden hier Kinder spurlos, vom Täter scheint weit und breit keine Spur. Die Stadtbewohner reagieren auf die Ereignisse verstört und machen einen unbekannten, großen Mann für die Taten verantwortlich. Einzig Julia ist skeptisch und verweist die Mutmaßungen in die Welt der Legenden und Märchen. Doch dann verschwindet ebenso ihr Sohn David spurlos …
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Kritik

 
 
 
Wenn in Fankreisen Gerüchte die Runde machen, dass in Frankreich fleißig an neuen Genre-Beiträgen gewerkelt wird, dann werden Horrorfilmfreunde weltweit überraschend hellhörig. Kaum ein anderes Land hat es innerhalb von nur wenigen Jahren geschafft, das merklich ausgedörrte Horrorfilme-Genre so kongenial erfrischend zu reanimieren und ihm zeitgleich vollkommen neue künstlerische Impulse zu verleihen, wie unser friedliebendes Nachbarland Frankreich. Die Garde talentierter französischer Nachwuchsregisseure überzeugte vor allem mit schonungsloser Kompromisslosigkeit, frischen Ideen und vor allem sadistischen Gewalteinlagen. Bereits 2003 legte „Alexandre Aja“ mit seinem „Haute Tension“ den Grundstein des neuen europäischen Extrem-Kinos das zu aller Erstaunen in kürzester Zeit zu einem weltweiten Horror-Boom avancierte („Saw“, „Hills haves Eyes“, „Hostel“). Auch der Franzose „Pascal Laugier“ reiht sich mit seinem kontrovers-diskutierten Folter-Tortur-Drama „Martyrs“ in jene Truppe hochmotivierter Jungregisseure aus Frankreich ein, schaffte er es doch 2008 mit einem Horrorfilm einmal mehr zu schockieren und gab dem gescholtenen Horrorfilm das zurück, was dieses Genre doch seit jeher am Besten kann: Angst verbreiten und zu verstören.
 
Aufgrund des überraschenden Erfolges von „Martyrs“, war es nur eine Frage der Zeit bis auch Hollywood auf den talentierten Filmemacher aufmerksam wurde und ihn dazu beauftragte die filmische Neuadaption zum Kultmovie „Hellraiser“ zu realisieren. Da es jedoch unüberbrückbare Differenzen zwischen „Laugier“ und dem Produktionsstudio „Dimension“ gab, verließ der Franzose schnell wieder das Projekt und widmete sich mit „The Tall Man“ (2012) seiner ersten amerikanischen Großproduktion für die er sogar Jessica Biel als Hauptdarstellerin und Produzentin gewinnen konnte.
 
Vorab sollten sich Liebhaber von verstörendem Indie-Horror und bluttriefenden Extrem-Schockern im Klaren sein, dass es sich bei „Laugiers“ aktuellem Werk um keinen zweiten „Frontiers“, „Haute Tension“ oder gar „Martyrs“ handelt. „Pascal Laugier“ geht mit seinem dritten abendfüllenden Beitrag gänzlich andere Wege. „The Tall Man“ hat, bis auf einige düsteren Elemente zu Beginn des Films, mit Horror rein gar nichts mehr am Hut, handelt es sich doch bei diesem Werk vielmehr ein vollkommen schock- und blutleeres Drama, das einmal mehr mit einem vollkommen reißerischen Filmplakat wirbt und den Zuschauer auf gänzlich falsche Fährten lockt. So wirklich löblich ist das wahrlich vom Filmvertrieb nicht, assoziiert doch der Zuschauer mit derart gruseligen Poster und plakativen Titel ein gänzlich anderen Zusammenhang. Der eigentliche Produktionstitel „The Secret“ scheint demnach zutreffender und passender für diesen Film, dürften die Erwartungen all derer umso mehr gen Keller sinken, die gerade aufgrund des Bekanntheitsgrades des Regisseurs und dem horrorlastigen Marketings einen manteltragenden Geist erwarten, der für das Verschwinden der Kinder von Castle Rock verantwortlich gemacht wird.
 
„The Tall Man“ lebt von seinen von Kummer zerfressenden Charakteren (Jessica Biel liefert eine Top-Leistung ab – so kennt man sie gar nicht) und der arg seltsamen und recht unkonventionellen Erzählstruktur, die dem Zuschauer vollkommene Aufmerksamkeit abverlangt. Was sich anfänglich düster, hektisch und actionreich entlädt wird spätestens ab Filmmitte zu einem arg zermürbenden Drama, dessen ernsthafte Thematik einmal mehr zum Nachdenken einlädt. Die letztendliche plausible Erklärung der Gegebenheiten ist in ihrer inhaltlichen Botschaft mehr als erschreckend und von seiner moralischen Relevanz aktueller denn je. Auch wenn das Drehbuch gerade gegen Ende hin an Glaubwürdigkeit missen lässt und sich dadurch die letzten Filmminuten in befremdlich surrealen Bildern äußern, so dürfte der Schlusstwist für einige offene Münder sorgen und ein wahrlich hilfloses und depressives Gefühl beim Zuschauer hinterlassen.
 
Mit „The Tall Man“ hat der Franzose „Pascal Laugier“ einmal mehr einen recht deftigen Film abgeliefert, der für Zündstoff sorgen dürfte. Anders wie zuletzt in seinem Beitrag „Martyrs“ steht hier nicht das „optische“ Extrem im Vordergrund, sondern die eigentlich Botschaft des Filmes, die vor allem Eltern derb in der Magengegend treffen dürfte. Gore, Splatter und Terror sucht man in „The Tall Man“ vergebens, denn sein aktuelles Werk hat rein gar nichts mehr mit Horror am Hut. Sein „Tall Man“ lebt von den vortrefflich gewählten Schauspielern und den debilen Charakteren, die vom schmerzlichen Verlust ihrer Kinder gezeichnet sind und in ihrer Ausweglosigkeit und ihrem Schmerz ein arg befremdliches Verhalten an den Tag legen, dass dennoch vollends verständlich scheint. Hollywood-untypisch geben sich auch die Schauspieler, allen voran „Jessica Biel“, die für ihre Rolle wohl möglich gänzlich ungeschminkt daherkommt. In der ersten Filmhälfte dürftig physisch geschunden, schaut sie gegen Ende nicht mehr gänzlich so adrett aus, wie man sie eigentlich aus ihren bisherigen Werken kennt. Ihr psychischer Verfall ist gekonnt in Szene gesetzt und zeigt einmal mehr, dass auch in Hollywood-Jungstars, die bisher vorwiegend in Mainstream-Hochglanzproduktionen zu sehen waren, ernstzunehmende Charakterdarsteller schlummern können.
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Freunde von Horrorfilmen werden dumm aus der Wäsche schauen. „The Tall Man“ ist eine kleine Mogelpackung und dürfte die Fanbase, ebenso wie zuletzt sein „Martyrs“, polarisieren. Horror, Thrill oder Splatter sucht man hier vergebens, machen aber vielleicht gerade deswegen „The Tall Man“ erfrischend sehenswert!
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinofassung ist ungeschnitten ab 16 jahren freigegeben. Somit trägt die deutsche Blu-ray/DVD den blauen FSK-Flatschen!
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The Tall Man Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Tall Man; Frankreich 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews mit Cast & Crew, Trailer

 
 
 
Die Scheibe aus dem Hause UNIVERSUM FILM gestaltet sich zwar technisch als top; Filmfreunde, die sich jedoch nach der Sichtung über den Film informieren wollen, schauen dumm aus der Wäsche. Gerade einmal 24 Minuten Interviews haben es in den Bonus-Sektor geschafft. Diese wurden aber, vermutlich aus Kostengründen und der unbedeutenden Relevanz des Titels, nicht deutsch untertitelt, sodass diese Extras gerade all denen nur wenig nutzen werden, die mit der englischen Sprache nicht vertraut sind. Weiterhin gibt es den Trailer in Deutsch zu begutachten und weitere fünf Werbefilmchen kommender Filmtitel aus dem Hause UNIERSUM FILM. Zudem bietet die Ausstattung auch einen BD-LIVE-Zugang; ein Internetanschluss ist hier jedoch essenziell. Technisch lässt sich über die hier veröffentlichte Scheibe zum Film TALL MAN nix beanstanden. Wie üblich von Filmen des Publishers UNIERSUM FILM hat man sich auch beim Release von TALL MAN gehörig Mühe gegeben und trumpft einmal mehr mit einer tadellosen Technik. Zudem erfreut das animierte, stimmige Menü, dass mit Musik untermalt wurde und Szenen aus dem Film präsentiert. Wer sich über das unschöne FSK-Symbol ärgert, kann das Cover wenden.
 
 

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The Tall Man – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Lovely Molly (2011)


Filmreview: „Rogue River“ (2012)

"Rogue River" (2012) Filmplakat und Filmreview auf Filmcheck

 

Die junge Mara macht sich mit der Asche des verstorbenen Vaters auf dem Weg zum Rogue River, um dem geliebten Vater die letzte Ehre zu erweisen.

Kaum dort angekommen wird sie von einem einheimischen Mann angesprochen, der ihr auf den ersten Blick einen sehr sympathischen Eindruck vermittelt.

Nach einem kurzen, recht erfrischenden Gespräch muss sie jedoch plötzlich feststellen, dass vermutlich ihr Auto, dass sie am Straßenrand abgestellt hatte, gestohlen wurde.

Der Fremde beruhigt die total verwirrte junge Frau und bietet ihr an, zumindest für diese Nacht, bei ihm und seiner Frau zu nächtigen, sodass sie am nächsten Morgen frisch erholt die Suche nach dem vermissten Wagen fortsetzen kann.

Nach enthaltsamen Zögern willigt Mara letztendlich ein – ein fataler Fehler, denn mit dem vermeintlich gastfreundlichen Paar scheint irgendetwas nicht zu stimmen.

 

 

Es ist oftmals recht erstaunlich, was Regieneulinge mit ihrer unbändigen Kreativität und ihren Ideenreichtum so alles auf Zelluloid bannen können und wollen. Okay, die Idee hinter „Rogue River“ ist jetzt weder bahnbrechend neu, noch detailliert künstlerisch wertvoll.

Vielmehr ist „Rogue River“ einer dieser kleinen, wirklich fiesen Horrorfilme geworden, die dem Genreliebhaber aufgrund der recht ausgefeilten und glaubhaften Inszenierung positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.

Dabei kommt der kleine böse Thriller recht schnell auf den Punkt und zelebriert das muntere „Familientreiben“ recht zügig, spannend und souverän bis zum erlösenden Finale.

Regisseur und Drehbuchautor „Jourdan McClure“ setzt bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm auf einen merklich geradlinigen Spannungsaufbau und lässt den Charakteren und dem Zuschauer kaum Spielraum und Zeit für Nebensächlichkeiten, ausufernde Dialoge und Erklärungen.

Ich muss gestehen, das funktioniert fabelhaft und kommt dem Spannungsaufbau erheblich zu Gute.

Die filmische Umsetzung von „Rogue River“ ist als Top zu betiteln, zumal es sich bei dieser Produktion um ein eher kleines Filmchen handelt, dem vermutlich nur ein arg begrenztes Budget zu Grunde lag.

McClure erweist enorm viel Talent und Geschick in der Umsetzung und Realisierung von unangenehmen und trostlosen Bildern, was ersichtlich der unangenehmen Aura des makabren Geschehens zu Gute kommt.

Sein Debütfilm lässt an keiner Stelle im Film seine Herkunft vermuten, und schaut definitiv nicht nach billig heruntergekurbeltes B-Movie aus, sondern zeigt solide, dass da wohl jemand am werkeln war, der die diversen Horrorfilmklassiker und alle aktuellen Horrorfilm-Remakes ausführlichst studiert haben muss.

Natürlich bedient sich McClure auch den genrebedingten Zutaten und Klischees. Diese werden natürlich gekonnt dezent in das Geschehen gestreut, was anderes wäre ihm womöglich auch nicht übrig geblieben, da die Ausgangsituation seines Thriller gerade dazu prädestiniert ist, einen Terrorfilm der Extraklasse zu zelebrieren. Nun gut, eine Schlachterplatte ist „Rogue River“ nun nicht geworden und unglaublich viel Terror a lá Martyrs verstreut sein kleiner Schocker nun nicht gerade, dennoch der Härtegrad ist ausreichend genug um den tristen und auswegslosen Grundton des Geschehens zu unterstreichen.

Leider schafft es McClures Erstlingswerk nicht bis zum konsequenten Ende zu überzeugen.

Mara erleidet ab Mitte des Filmes ein fürchterliches Trauma, was sich den Rest des Filmes über in Jammern und Winseln bemerkbar macht, was zumindest mir auf die Dauer etwas „to much Drama“ gewesen ist. Scheinbar ist demnach Mara nicht mehr vollends Herr ihrer eigenen Sinne, sodass sie sich kurz vor Ende irgendwie unlogisch verhält.

Nun denn, McClure sei es verziehen. Ich zumindest wurde 90 Minuten packend unterhalten, auch wenn man diverse Handlungsstränge bereits aus unzählig ähnlich-gestrickten Horrorfilmen her kennt, muss man „Rogue River“ zu Gute kommen lassen, dass dieser kleine Film trotz minimaler Kritikpunkte, seine Sache recht solide und souverän meistert.

Rogue River“ ist ein kurzweiliger, spannender und böser Thriller – was will der Horrorfilmfan denn mehr?

Hinweis: wer sich die Stimmung ungern durch aufdringliches „spoilern“ vermasseln lassen möchte, sollte sich die Sichtung des Trailers sparen.

 

 

 

Fazit 6,5/10

 

Kleine böser Debüt-Horrorthriller, dessen Umsetzung gar nicht mal zu übel ist.

Genrefans, mit Gefallen an „Terrorfilmen“ sei dieser kleine Rohdiamant ans Herz gelegt.

Regisseur „Jourdan McClure“ sollte man definitiv im Auge behalten.

 

(FSK: Keine Jugendfreigabe – leicht geschnitten / Deutschland-Start: Mitte Februar 2012)

 

Hellraiser80


Filmreview: „Territories“ (2010)

 

Nach einem feierreichen Hochzeitsfest begeben sich 5 Freunde mit dem Auto auf dem Weg nach Hause.
Nachdem Sie die kanadische Grenze überquert haben und sich wieder im heimischen Amerika befinden werden sie von 2 recht unfreundlichen Polizisten angehalten und gebeten aus dem Auto zu steigen. Als die vermeintlichen Polizisten mit ihren Untersuchungen immer dreister und diskriminierender werden, gerät die Situation außer Kontrolle.
Nachdem einer der Freunde sich weigert weiterhin den Polizisten Folge zu leisten wird er erschossen. Völlig verunsichert und hilflos werden die restlichen Mitglieder der Clique weg von der Strasse gezerrt und irgendwo mitten im Wald in Tier-Käfige gesperrt …

 

 

Oh ja, welch äußerst kontroverses Werk zu einem extrem kontroversen Thema.
„Territories“ bringt mit seiner Kompromisslosigkeit wieder extrem frischen Wind in das so schon arg gebeutelte Horror-Filmgenre und dürfte für ordentlich Diskussionsstoff sorgen. Sicherlich sind diverse stilistische Mittel im Film bereits aus vielen anderen Werken bekannt. Doch der frische Mix und die neue Kombination dieser bekannten Fragmente machen den Film wirklich sehenswert und spannend.
Dabei gilt vor allem großes Lob an Regisseur Olivier Abbou´s, der hier nicht selbstzweckhaft nur auf „Splatter“ und „Gewalt“ setzt, wie es in Filmen dieser Art eigentlich sonst üblich ist, sondern eher mit der Psyche der Zuschauer spielt, diesbezüglich dürfte „Territories“ im ähnlichen Fahrtwasser schwimmen, wie zuletzt der französische Terrorstreifen „Martyrs“.
„Territories“ hält sich gekonnt dezent mit grafischen Ekeleffekten. Es steht hier ausschließlich das Martyrium der Protagonisten im Mittelpunkt, welches die 4 Freunde bis zum wahrlich bitteren und hoffnungslosen Ende durchleiden müssen.
Noch bevor die Freunde erkennen in welcher brenzlichen Lage sie sich befinden werden sie in orangene Overalls gesteckt, angekettet und dürfen allerlei skurrile Aktionen vollziehen und sich diversen unerbittlichen Verhören stellen, in welchen sie sich über ihre terroristischen Aktivitäten in den USA rechtfertigen sollen.
Der aufgeklärte Horrorfilmfan dürfte demnach schnell erkennen, dass sich diverse Anspielungen im Film auf die jüngsten Geschehnisse im Gefangenenlager Guantanamo beziehen, in welchem amerikanische Militärsoldaten Kriegsgefangene bis vor einigen Jahren (teils unschuldig) festhielten, diskriminierten und verhörten.
Nachdem der Fall öffentlich wurde und festgestellt wurde, dass die Verhörmethoden gegen jegliche Menschenrechte verstoßen, forderte man die Schließung des Lagers. 2009 wurde es letztendlich geschlossen.

Ab Filmmitte geht der Film dann einen zweiten Weg und erzählt die Geschichte eines drogenabhängigen Privatdetektivs.
Das Schicksal der Jugendlichen rückt in den Hintergrund und Regisseur Olivier Abbou´s konzentriert sich auf den seelischen Verfall des Privatdetektivs, der scheinbar durch den tragischen Tod seiner Tochter den Glauben an sich und die Welt verloren hat und sich im regelmäßigen Drogenrausch sicher wiegt.
Dieser ist dann in der 2. Hälfte damit beschäftigt das Verschwinden der Clique zu untersuchen und gerät bei seiner Recherche ebenso an das Polizisten- Hinterwäldler-Duo.

Leider ist diese Parallelhandlung zwar recht stimmig geraten und man erfährt auch etwas über die 2 Psychopaten und deren Beweggründe, bremst aber den Fortlauf der eigentlichen Handlung enorm und wirkt irgendwie fehl am Platz.

Dennoch, mit „Territories“ ist Olivier Abbou´s ein wirklich packender Film gelungen.
Seine Kritik an die damaligen Vorgehensweisen der Amerikaner und deren Menschenrechtsverletzung in Guantanamo sind unübersehbar und dürften hoffentlich den ein oder anderen (Nicht-)Amerikaner zum Grübeln anregen.
Das wirklich unhübsche Ende ist dann für ALLE Filminteressierte ein heftiger Tritt in die Magengegend.

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Ein sehr unangenehmer aber wichtiger Film. Eine packendes, glaubhaftes und erschütterndes Mahnmal.
Filmfans ohne genügend Nerven wie Drahtseile sollten einen ordentlichen Bogen um „Territories“ machen.

FSK-Prognose: ungeschnitten – Keine Jugendfreigabe
 
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Hellraiser80


Filmreview: „Caged“ (2010)

 

Das deutsche „Fantasy Filmfest“ präsentiert alljährlich diverse aktuelle Genreproduktionen, oftmals sogar als Welturaufführung, oder Deutschlandpremiere.

Darunter oftmals absolute Raritäten, die man nach dortiger Ausstrahlung nie wieder zu Gesicht bekommt.

Aber neben vielen drittklassigen Produktionen, bietet das Filmfest auch jedes Jahr einige überraschend gute Nischenproduktionen. Darunter fiel 2010 der französische Beitrag „Caged“, der sich passend in die Riege aktueller französischen Hochglanzschocker einreihte.

 

 

Nachdem die Ärzte Carole und Samir als Freiwillige Helfer in Jugoslawien zurück nach Frankreich kehren wollen nehmen sie aufgrund einer Straßenblockade einen Umweg in kauf und werden daraufhin von Unbekannten überfallen.

Nach einem missglückten Fluchtversuch werden beide in Zellen gesperrt und realisieren erst nach einigen Tagen, aus welchem Grund sie festgehalten werden.

 

 

Eins vorweg, „Caged“ ist kein ultrabrutaler Splatter-Schocker a lá „High Tension“ oder „Inside“ geworden. Auch erreicht er nie die psychische Belastbarkeit eines „Martyrs“.

Vielmehr pendelt sich Yann Gozlans Spielfilm-Debüt irgendwo zwischen „Turistas“, „Hostel“ und „Train“ ein und bietet grundsolide und hochspannende Thrillerunterhaltung.

Wie bei seinen großen Vorbildern macht „Caged“ dabei auch in visueller Hinsicht eine gute Figur. Der dreckige Grundton des Films wirkt in der Kombination von perfekt ausgeleuchteten und edel gefilmten Kamerafahrten und dem recht glaubhaft agierenden Protagonisten gleich doppelt so beklemmend. Hollywood sollte sich an dieser aktuellen französischen Produktion ein Beispiel nehmen. Nicht immer müssen „aufgehübschte“ Teenies auf dem Operationstisch um ihr Leben betteln – „Caged“ zeigt, dass auch Enddreißiger sich geschickt mit Axt, Messer und Schusswaffen zur Wehr setzen können.

Allen Gorehounds sei an dieser Stelle gesagt, dass natürlich „Caged“ auch das ein oder andere Gekrösel bietet. Der Thriller hält sich zwar in körperlicher Gewalt recht züchtig und bedeckt, dreht aber wenn dann richtig auf. Hierbei sei zu nennen, dass das „Ausweidungsresultat“ eines der Protagonisten im Verlauf der Geschichte schon sehr optisch professionell und widerlich aussah und gerade zartbesaiteten Gemütern die ein oder andere schlaflose Nacht bereiten dürfte.

Neben den wenigen, aber deftigen Splattereffekten lebt der Thriller vorwiegend von seiner sehr unangenehmen psychischen Gewalt, die sich vorwiegend in den Köpfen der Zuschauer abspielt. Dabei tut es „Caged“ recht gut, dass die Spannungsschraube in der 2. Hälfte des Films auf Maximum gedreht wird.

Bisher hat sich Koch Media mit der Veröffentlichung recht schwer getan.

„Caged“ dürfte jedoch im Herbst ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“ auf Blu-ray und DVD erscheinen. Erscheinungstermin: 30.September 2011.

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Höllisch guter Thriller aus Frankreich. Der gewalttechnisch NICHT seinen großen Geschwistern „Martyrs“ und „High Tension“ das Wasser reichen kann. „Caged“ geht eigene Wege und orientiert sich dabei vorwiegend an amerikanischen Hochglanzproduktionen wie „Hostel“ und „Turistas“ und macht dabei eine wahrlich blendende Figur.

Hellrasier80