Filmkritik: „You Are Not Alone“ (2014)

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YOU ARE NOT ALONE

Story

 
 
 

Eine selbstbewusste Studentin wird am Unabhängigkeitstag von einem flüchtenden Serienkiller besucht, der eine blutige Spur der Verwüstung hinterlässt.

 
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Kritik

 
 
 
Wenn ein idyllischer Sommertag zum Albtraum wird und auf dem Filmposter ein (maskierter) Bösewicht mit spitzen Mordwerkzeug zu sehen ist, kann das nur eines bedeuten: schon wieder ein Slasher. Diesmal handelt es sich um einen besonders günstig produzierten Horrorstreifen, der durch Crowdfunding finanziert wurde und mit gerade mal 20.000 Dollar auskommen musste – aber immerhin nach deutlich mehr aussieht. In YOU ARE NOT ALONE geht es um Studentin Natalie (im ganzen Film ungesehen: KRISTA DZIALOSZYNSKI). Die kehrt den Sommer über in ihre Heimatstadt zurück, um mit Freunden und Familie Zeit verbringen zu können. Es ist Unabhängigkeitstag und die Leute feiern auf den Straßen. Umso weniger ernst wird die Ausgangssperre genommen, die der örtliche Sheriff verhängt, weil ein Psychopath entwischen konnte. Der sucht im friedlich feiernden Städtchen Unterschlupft und klopft an der Haustür der taffen Natalie, die sich gerade zu Bett begeben wollte.
 
 
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Eigentlich ist YOU ARE NOT ALONE nicht der Rede wert. Was den Film aber aus der Masse an beliebigen Slasher-Filmen hervorstechen lässt, ist die ungewöhnliche Machart. YOU ARE NOT ALONE wurde in der First-Person-Ansicht gefilmt, was bedeutet, dass das Treiben aus der Ego-Perspektive von Filmheldin Natalie geschildert wird. Das mag sich erstmal interessant anhören; neu ist die Idee aber nicht. Weit vor YOU ARE NOT ALONE machten bereits Filme wie ALEXANDRE AJAS MANIAC oder HOTEL INFERNO von ähnlichem Inszenierungsstil Gebrauch. Auch dort schlüpfte der Zuschauer in die Rolle des Hauptdarstellers und bekam blutiges Intermezzo durch dessen Augen zu sehen. Was in genannten Horrorstreifen immerhin kurzweilig ans Publikum gebracht wurde, wird in YOU ARE NOT ALONE zur Geduldsprobe. Sitzfleisch wird vorausgesetzt, denn der Slasher vergeudet Zeit mit Nebensächlichkeiten. So musste die erste Filmhälfte mit Belanglosigkeiten gefüllt werden, damit sich YOU ARE NOT ALONE am Ende Spielfilm schimpfen darf.
 
 
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50 Minuten können lang sein – vor allem dann, wenn nichts passiert und in erster Linie improvisiert wird. YOU ARE NOT ALONE hat ein großes Problem und das nennt sich Langeweile. Zu mühsam entwickelt sich der Horror-Slasher, bis er endlich an Fahrt gewinnt. Das ist dahingegen fatal, weil Regisseur DEREK MUNGOR seine Zuschauer vergrault, noch bevor er den letzten Trumpf ausspielen kann. So konzentriert sich der Handlungshöhepunkt auf die letzte halbe Stunde. Darin wird Filmheldin Natalie von seltsamen Geräuschen aus dem Schlaf gerissen und muss sich wenig später vor einem Psychopathen in Sicherheit bringen, der die Studentin verfolgt und auf ihrer Flucht ahnungslose Menschen umbringt. Interessanterweise funktioniert die atmosphärische zweite Filmhälfte ohne die unwichtige erste. Letztgenannte hat nichts Wichtiges zu berichten. Darin lernt der Zuschauer Familienmitglieder kennen, trifft alte Freunde der Filmheldin und bekommt betrunkene Partybesucher vor die Linse, die im Alkoholrausch aggressiv streiten. Von Spannung oder Atmosphäre ist da keine Spur – Charakterentwicklung: Fehleranzeige. Vielmehr hat der überlange Prolog den Anschein, als musste Füllmaterial her, damit der Streifen Spielfilmlänge erreichen kann.
 
 
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Bleibt zu erwähnen, dass manchmal eben weniger oft mehr ist. YOU ARE NOT ALONE ist einer dieser Film, der wohl als Kurzfilm oder Segment in einer Anthologie besser funktioniert hätte. Die Filmidee ist erfrischend und die Flucht vor einem Killer aus der Sicht des Opfers zu erzählen, hat zugegebenermaßen Reiz. Dennoch tut sich der Film mit seiner überflüssigen und gehaltlosen Vorgeschichte keinen Gefallen. Umso mehr sollten jene zur Fernbedienung greifen und bis zur Halbzeit vorspulen, die sich trotz durchwachsenem Urteil nicht abschrecken lassen. Spätestens im Finale schlägt das Herz schneller. Wenn die Hauptdarstellerin panisch durch die Nacht hetzt und ein Killer einfach nicht ablassen kann, fühlt sich auch der Zuschauer gefordert. Der dürfte sich nicht nur einmal dabei ertappen, wie er der Leidtragenden ermutigend zuruft: versteck dich. Spätestens dann hat Macher DEREK MUNGOR das eigentliche Ziel erreicht. Der ließ sich mit seinem zweiten Spielfilm übrigens von Horror-Thrillern der späten 1970er und frühen 1980 inspirieren und huldigt damit – ganz klar – den Slasher-Streifen genannter Zeit. Er wollte genanntes und mittlerweile nicht mehr ganz so frisches Subgenre auf eine neue, interessante Weise an den Zuschauer bringen. Gelungen ist ihm das leider nur bedingt, auch wenn er sich atmosphärisch und akustisch vor jenem Altmeister verbeugt, der ihn dazu gebracht hat Filme zu machen: JOHN CARPENTER.
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine kleine Revolution im Slasher-Genre. Nicht uninteressantes Slasher-Experiment mit Anlaufschwierigkeiten. YOU ARE NOT ALONE nimmt innerhalb des Slasher-Genres eine Sonderstellung ein, was aber nicht gleichzeitig heißen soll, dass der Film zwingend sehenswert ist. Der Horrorfilm zeichnet sich dadurch aus, dass er in der First-Person-Perspektive erzählt wird. Demzufolge sieht der Zuschauer die Handlung aus den Augen der sogenannten Scream-Queen, die Hauptbestandteil von Slasher-Filmen ist. Leider braucht YOU ARE NOT ALONE lang bis er an Fahrt gewinnt. Erst in der zweiten Filmhälfte wird es spannend. Dank atmosphärischer Soundkulisse (die öfters mal an Werke eines gewissen JOHN CARPENTERS erinnert) und unbequemer Verfolgungsjagd, dürfte der Film spätestens dann die Aufmerksamkeit aller Slasher-Fans für sich beanspruchen können. Die werden dank Ego-Ansicht in die Geschehnisse einbezogen und fühlen sich schnell mittendrin statt nur dabei. Leider könnte es gut sein, dass die meisten Zuschauer das immerhin packend inszenierte Finale nicht zu sehen bekommen. Weil der Film knapp 50 Minuten Zeit mit Nebensächlichkeiten verschwendet, werden wohl viele Horrorfreunde bereits vorzeitig gelangweilt abgeschalten haben. weitaus interessanter als der Film ist dessen Entstehungsgeschichte. In Interviews verriet Regisseur DEREK MUNGOR, dass er 2008 selbst Student war und seine Familie besuchen wollte. Als er zu Hause ankam, fühlt er sich prompt selbst als Darsteller in einem Horrorfilm, denn im Heimatort war ein Killer auf freiem Fuß. So kam ihm die Idee zu YOU ARE NOT ALONE in den Sinn, nachdem er allein im elterlichen Haus saß und von einem Freund über die Polizeihatz nach dem entflohenen Verbrecher unterricht wurde. Creepy!
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher hält sich YOU ARE NOT ALONE sehr mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten zurück. Viel gibt es nicht zu sehen, zumal die meisten Gewaltakte im Off passieren. Ein Mann wird erschlagen und dessen Gesichtshaut abgezogen (eine Hommage an TEXAS CHAINSAW MASSACRE), die Filmheldin wird von einem Auto angefahren und am Ende wird der Killer im Munitionshagel in die ewigen Jagdgründe befördert. Übrigens war das eigentliche Filmende offen und der Mörder entkam. Letztendlich entschied man sich dann doch anders. Man darf von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei HI-FI Motion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
First Person Shooter (2014)

Hardcore (2015)

Enter the Void (2009)

Hotel Inferno (2013)

Alexandre Ajas Maniac (2012)

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Filmkritik: „Poker Night“ (2014)

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POKER NIGHT

Story

 
 
 
Polizist Jeter (Beau Mirchoff) erlebt im Keller eines Hauses das pure Grauen. Er wurde von einem Psychopathen entführt und muss nun allerhand Grausamkeiten über sich ergehen lassen. Wenige Stunden zuvor saß er noch zusammen mit einigen Arbeitskollegen an einem Kartentisch, die dem Neuling in geselliger Runde von den spektakulären Fällen ihrer Karriere erzählten.

 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Kritik

 
 
 
Jahre nach dem Boom der sogenannten Torture-Porn-Welle finden immer wieder überflüssige Nachzügler ihren Weg in die Heimkinos, die dem unbewanderten Filmfan da draußen zeigen wollen, dass es im Kino auch mal eine Zeit gab in der es im Film etwas härter zugange ging. Der Trend scheint nach dutzenden Found-Footage-Gähnern und Geister-Schnachern in Vergessenheit geraten zu sein, was aber eifrige Regisseure nicht davon abhält in bescheidener Regelmäßigkeit stets etwas Folterei auf die Mattscheibe zu bringen – wenn auch ausschließlich für den Videomarkt produziert.
 
POKER NIGHT ist so ein reichlich verspäteter Ableger der einst kassenträchtigen Folter-Welle und folgt dem noch grünschnäbeligen Polizisten Jeter (BEAU MIRCHOFF), der gerade seinen ersten größeren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm gelang die Festnahme eines gesuchten Psychopathen, was ihm nicht nur die Anerkennung seiner Kollegen einbrachte, sondern auch die Teilnahme zu einem dieser Pokerabende, an denen sich erfahrene Polizisten versammeln, um mit spektakulären Geschichten aus ihrem Berufsleben prahlen zu können. Leider hat das erste Poker-Duell für Jeter ein unerwartetes Ende zur Folge. Auf dem Heimweg wird er von einem Fremden überwältigt und in einen Keller verschleppt. Dort muss der Jungpolizist zusammen mit seiner Freundin schlimmste Quälerei erdulden und erinnert sich in Gefangenschaft an jene Weisheiten und Erzählungen zurück, von denen seine Cop-Kollegen noch wenige Stunden zuvor am Pokertisch berichtet hatten.
 
Nach Arbeiten an dutzenden TV-Produktionen tischt Drehbuchautor und Regisseur GREG FRANCIS mit POKER NIGHT sein Spielfilmdebüt auf und orientiert sich mit dem ansprechenden Filmlook seines Erstlings an die finstere Bildsprache eines JAMES WAN, der vor knapp zehn Jahren mit der beliebten Folter-Schnitzeljagd SAW (2004) internationale Erfolge verbuchen konnte. Der Zuschauer wird Zeuge dreckiger Bildkompositionen, die der Regisseur vermehrt in Grün- und Rottöne taucht und gar an Tortur-Heuler wie besagtem SAW und THE COLLECTOR (2009) erinnern. Neben reichlich Gewalt, Schussgefechten und makabren Folterideen (so wird Filmheld Jeter mit Hilfe von Spezialkleber an die Wand gekleistert) scheint zuletzt erwähnter Horror-Thriller vor allem beim Masken-Design Eindruck hinterlassen zu haben. Der Fiesling in POKER NIGHT trägt ähnliche Maskierung wie einst der legendäre Sammler im perfiden Katz-und-Maus-Spiel, dem man 2012 mit THE COLLECTION sogar eine Fortsetzung folgen lies.
 
Von den Qualitäten der genannten Splatter-Granaten ist POKER NIGHT jedoch um Längen entfernt. Viel zu oft wird der Zuschauer ungeschickt aus der Haupthandlung gerissen und gleichzeitig durch unnötige Rückblenden verwirrt, die zurück an den Kartentisch führen, wo der Spannungsbogen immer wieder durch schlecht platzierte Erzählungen anwesender Polizisten unterbrochen wird. Die blicken auf ihre Karriere zurück, brüsten sich mit den spektakulären Einsätzen ihrer bisherigen Polizistenlaufbahn und quasseln von hinterlistigen Serienmördern, die von einer krankhaften Sucht des Tötens getrieben werden. Für eine Anthologie durchaus interessanter Kurzgeschichtenstoff, weil POKER NIGHT Material für mindesten fünf weitere Filme bereithält. Im Falle von POKER NIGHT ein nerviges Übel, das dem Filmfreund schnell die Lust am Filmeschauen vermasselt, weil das Folgen der eigentlichen Handlung durch unzählige Flashbacks und Storyabzweigungen nahezu unmöglich gemacht wird.
 
Eigentlich hätte alles so schön werden können, denn POKER NIGHT macht in Sachen Folter alles richtig. Macher GREG FRANCIS zeigt nicht viel, aber auch nicht zu wenig, lässt Opfer flüchten, um sie in darauffolgender Szene vom Killer erneut einfangen zu lassen. POKER NIGHT wächst vor allem während der Quälmomente zu eigentlicher Größe heran, weil es dem Film trotz trivialer Gewaltszenen und allerhand Vorhersehbarkeiten gelingt, immer noch genügend Nervenkitzel zu verursachen, so dass der Zuschauer gebannt in seinem Filmsessel verharrt. Viel Spaß an den wenigen Folterakten bleibt jedoch nicht, denn FRANCIS widmet sich ausgerechnet dann seinen unzähligen Nebenhandlungen, wenn es zur Sache geht und für Gewaltfans interessant wird. Dass der Überraschungstwist am Ende nicht fehlen darf, ist mal wieder so eine nervende Horror-Zutat, die seit einigen Jahren sichtlich in Mode gekommen ist. Hier werden die Ambitionen des Killers gelüftet, die reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt nachvollziehen zu können. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass GREG FRANCIS viel Potenzial verschenkt hat und etwas zu eifrig und unbeholfen namhaften Filmschaffenden wie DARREN LYNN BOUSMAN oder MARCUS DUNSTAN hinterhereifert, so dass er ganz nebenbei seine eigene Geschichte aus den Augen verliert. Die ist mit unnötigen Informationen überladen, undurchsichtig, reichlich sprunghaft und absolut unglaubwürdig, was POKER NIGHT zu einem zwar handwerklich soliden, aber nicht sonderlich sehenswerten Filmerlebnis macht.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchgestylter Folter-Thriller, der sich vor der legendären SAW-Serie verbeugt. Auch wenn auf dem Filmposter zum Thriller POKER NIGHT ein Angst einflößender Killer grinst, dessen Maske etwas zu offensichtlich an THE COLLECTOR erinnert, hat der Film natürlich nichts mit dem harten Horror-Kracher aus dem Jahre 2009 am Hut. Vielmehr scheint Macher GREG FRANCIS von harter Mainstream-Folterei der letzten Jahre derart fasziniert gewesen sein, dass er kurzum an seinem eigenen Tortur-Flick gewerkelt hat. Der kann sich in punkto Optik durchaus sehen lassen; inhaltlich ist das Machwerk jedoch derart unsinnig, dass dem Zuschauer die Freunde schnell vergehen wird. POKER NIGHT ist überladen, wirr, undurchsichtig und dazu auch noch vollkommen unglaubwürdig. Der Grund hierfür dürfte in der stattlichen Anzahl an verschiedenen Nebenplots zu suchen sein, die es dem Zuschauer ziemlich schwer machen, der eigentlichen Handlung folgen zu können. Zudem entpuppt sich Regisseur GREG FRANCIS als Spaßbremse. Immer wenn der Filmbösewicht zum Folterutensil greift und POKER NIGHT an Fahrt gewinnt, wird zu einer der unzähligen Nebenhandlungen übergewechselt. So macht man sich unter Fans härterer Filmware keine Freunde. Was im Übrigen HELLBOY-Star RON PERLMAN dazu getrieben hat, in einem so unausgereiften Horror-Thriller mitzuwirken, dürfte mal wieder eines dieser vielen Hollywood-Mysterien sein, deren Antwort wir nie erfahren werden.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Zensur

 
 
 
Ziemlich viel geschossen wird in POKER NIGHT, weil nicht lang gefakelt wird. Ein wenig Folterei gibt es ebenso zu sehen, obwohl sich der Streifen hinsichtlich der obligatorischen Grausamkeiten in Genrefilmen überraschend zurückhält. Daher kann man davon ausgehen, dass POKER NIGHT hierzulande mit rotem „keine Jugendfreigabe“-Sticker erscheinen wird. Natürlich vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Love of my Life (2013)
 
Pig (2010)
 
Hate Crime (2013)
 
Saaw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)
 

Filmkritik: „See No Evil 2“ (2014)

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SEE NO EVIL 2

Story

 
 
 
Killer Jacob Goodnight wird nach seinem Amoklauf in einem renovierungsbedürftigen Hotel in das örtliche Leichenschauhaus gebracht, wo er aber schnell wieder von den Toten aufersteht, um seine Mordlust befriedigen zu können …

 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Kritik

 
 
 
Seit den Anfängen des berüchtigten Slashers in den 70ern hat sich einiges getan, was sich vor allem am Gewaltpegel erkennen lässt, der im Laufe der Jahrzehnte erheblich rabiater geworden ist. Der Slasher des 21. Jahrhundert ist nicht ganz ohne. Make-up-Spezialisten und Spezialeffekte-Macher lassen sich immer wieder neue Filmmorde einfallen, damit diese dann genüsslich vor der Kamera zelebriert werden können. Es gilt den Erwartungen der Horrorfans gerecht zu werden, die von austauschbaren Schlitzerstreifen das Maximum an Gewalt erwarten, um auf dem Pausenhof oder in Filmforen damit prahlen zu können, welch hartes Horrorwerk man doch ungeschnitten auf dem Bildschirm hatte. In den letzten Jahren haben neue Horror-Reihen bei Slasher-Fans Eindruck hinterlassen, die den alteingesessenen Kultikonen des modernen Horrorfilms mittlerweile den Rang ablaufen. Filmfiguren wie JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) oder MICHAEL MEYERS (HALLOWEEN) scheinen gegen neue Meuchelmörder wie VICTOR CROWLEY (HATCHET) oder CHROMESKULL (LAID TO REST) fast schon wie Serienkiller aus eine längst vergessenen Zeit anmuten, was womöglich auch der Grund sein dürfte, warum die Produktion neuer HALLOWEEN- und FREITAG-Sequels im Gegensatz zu den fortsetzungsfreudigen 80ern nur sehr schleppend vorangeht. Zu einem dieser neuen, harten Slasher-Streifen gehört zweifelsohne SEE NO EVIL, der im Jahr 2006 veröffentlicht wurde. Hierzulande brachte er es unter Fans härterer Horrorfilme zu Bekanntheit, weil sich hiesige Jugendschützer an einem eher harmlosen Handymord störten, der vom Verleih letztendlich aus der deutschen Filmfassung entfernt werden musste.
 
 
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Nun ganze acht Jahre später geht das SEE NO EVIL-Franchise in die nächste Runde für die einige bekannte Namen aus der Horrorwelt zusammengetrommelt werden konnte. Horror-Sternchen DANIELLE HARRIS (SHIVER und HATCHET 3) hat sich wie so oft in Schauerwerken gleich mal die Hauptrolle ergattert und schreit sich neben Genre-Kollegin KATHARINE ISABELLE (GINGER SNAPS) um Kopf und Kragen. Letztere scheint ein gutes Verhältnis zu den SOSKA SCHWESTERN zu pflegen. Die haben für SEE NO EVIL 2 auf dem Regiestuhl Platz genommen und werden seit AMERICAN MARY in Horror-Kreisen als Geheimtipp gehandelt. Weil KATHARINE ISABELLE im Körperkult-Schocker gut ankam, hat sie im neusten SOSKA-Streifen auch gleich eine weitere Rolle erhalten. Sie mimt hier ein leichtes Mädchen, dessen teils unfreiwillig komisches Overacting vollkommen deplatziert wirkt und dafür Gott sei Dank recht früh mit dem Filmtod bestraft wird. Das lässt nicht nur Horrorfans stutzig werden, sondern ernüchtert aufgrund der Tatsache, dass der fabrizierte SEE NO EVIL 2 alles andere als ein potenzieller Hit-Kandidat ist. Das Schwestern-Duo hat mit diesem reichlich verspäteten Sequel eine Fortsetzung geschaffen, die nicht nur arg klischeebeladen, geistlos und überraschungsarm inszeniert wurde; sie kann zudem nicht einmal dem grobschlächtigen Vorgänger in puncto Gewalt das Wasser reichen.
 
 
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Die Geschehnisse von SEE NO EVIL knüpfen nahtlos an den ersten Teil an: Der tote Körper von Killermaschine Jacob Goodnight (LENN JACOBS) wird ins örtliche Leichenschauhaus gebracht, wo Amy (DANIELLE HARRIS) soeben von ihren Freunden überrascht wird, die mit der adretten Mittdreißigerin zum Geburtstag anstoßen möchten. Natürlich verläuft die Feier nicht so wie geplant, denn Massenmörder Jacob erwacht von den Toten, nimmt sich eine Machete und streift sich eine Maske übers Gesicht. Was folgt ist 08/15-Slasher-Quatsch von der Stange: Der Killer schlendert durch sterile Flure und schneidet sich überraschend züchtig durch die Körper seiner Opfer.
 
 
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Irgendwas ist in SEE NO EVIL 2 schief gelaufen, denn obwohl die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können, haben die Macher das Sequel gegen die Wand gefahren. Im Drehbuch wurmt es gewaltig, denn hier findet sich ein Sammelsurium an ausgelutschten Slasher-Klischees, die man weit über 30 Jahren nach HALLOWEEN und FREITAG DER 13. irgendwie nicht mehr sehen möchte. So müssen natürlich verängstigte Protagonisten auf ihrer Flucht vor dem Bösen zu Boden stürzen, rütteln an offensichtlich verschlossenen Türen und stellen fest, dass immer just dann die Stromversorgung versagt, wenn sie am dringendsten benötigt wird. SEE NO EVIL 2 entwickelt sich nicht weiter und macht stattdessen zwei Schritte zurück in die falsche Richtung. Die düstere und dreckige Atmosphäre des Erstlings wird zugunsten steriler Klinikkulissen ausgetauscht – eine Weiterentwicklung der ohnehin schon arg dünnen Geschichte gibt es nicht. In kurzen Rückblenden werden noch einmal die deftigen Morde des Vorgängers ins Gedächtnis gebracht, die zeigen welchen Ton SEE NO EVIL 2 hätte einschlagen sollen. Stattdessen vergeuden die SOSKA ZWILLINGE unnötig viel Zeit damit die wenigen Charaktere durch lange Flure flitzen und dabei panisch kreischen zu lassen. Auch Killer Jacob Goodnight scheint ein wenig übermüdet zu sein, denn seine Mordgier wird reichlich unkreativ zelebriert. Ein kleiner Kehlenschnitt hier, eine zerquetschter Schädel da – viel Splatterei bietet der lahme und vor allem unnötige Aufguss leider nicht, so dass Horrorfans schnell nach dem Grund dieser Fortsetzung suchen werden, der vermutlich einzig im vollen Geldbeutel gieriger Produzenten zu finden sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein blutiges Slasher-Spektakel für Fans der härteren Filmgattung. Leider wird der Gewaltpegel des Erstlings nicht ansatzweise erreicht, was Fans von SEE NO EVIL enttäuscht vor der Glotze zurücklassen dürfte. Die meisten Morde werden im Off zelebriert oder der Zuschauer bekommt nur das Resultat eines ermüdenden Amoklaufs zu sehen. Kommt Killer Jacob Goodnight dann doch einmal in Fahrt, wird mit drastischen Gräueltaten gegeizt, so dass SEE NO EVIL 2 eindeutig keinen Spaß macht. Aber auch inhaltlich wird auf Sparflamme geköchelt. Die Regiearbeit der SOSKA SCHWESTERN wirkt teilweise ziemlich unbeholfen, weil man vermutlich überfordert damit gewesen ist, das Müh einer Geschichte auf Spielfilmlänge zu bringen. Was bleibt ist ein konventioneller 08/15-Slasher von der Stange, in dem sogar bekannte Schauspieler kaum etwas zu tun haben, außer zu rennen, zu schreien und zu sterben. SEE NO EVIL 2 ist in allen Belangen eine der enttäuschendsten Horror-Fortsetzungen der letzten Jahre, der mit Sicherheit noch einige unnötige Ableger folgen werden.
 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Zensur

 
 
 
Enttäuschte Gesichter bei Horrorfans: SEE NO EVIL 2 ist nicht die Gewaltorgie geworden, die man vermutlich erwartet hätte. Wo Fortsetzungen sonst mit „größer, härter, blutiger“ beworben werden, schraubt SEE NO EVIL 2 den Härtegrad konsequent zurück. Es gibt einen recht grafischen Kehlenschnitt zu sehen und einige Macheten-Schnitzer – das war’s dann aber auch schon. Die übrigen Morde werden nur angedeutet oder passieren im Off. In Deutschland hat das auf jeden Fall für eine ungeschnittene „Keine Jugendfreigabe“ gereicht. Ob das jedoch Horrorfreunden schmecken wird?
 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: See No Evil 2; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Futurepack mit 3D Lenticular | Mediabook

Extras: Featurette: Twisted Twins (Soska Sisters) (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Featurette: Autopsy: Dessecting The Kills (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Featurette: Kane’s Goodnight: An Icon Reborn (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Bildergalerie, Filmographien, Deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet

Veröffentlichung: KeepCase: 30.11.2018 | Mediabook: 14.07.2017 | Futurepack: 30.11.2018

 
 

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SEE NO EVIL 2 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)
 
Laid to Rest (2009)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)