Filmkritik: „You Are Not Alone“ (2014)

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YOU ARE NOT ALONE

Story

 
 
 

Eine selbstbewusste Studentin wird am Unabhängigkeitstag von einem flüchtenden Serienkiller besucht, der eine blutige Spur der Verwüstung hinterlässt.

 
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Kritik

 
 
 
Wenn ein idyllischer Sommertag zum Albtraum wird und auf dem Filmposter ein (maskierter) Bösewicht mit spitzen Mordwerkzeug zu sehen ist, kann das nur eines bedeuten: schon wieder ein Slasher. Diesmal handelt es sich um einen besonders günstig produzierten Horrorstreifen, der durch Crowdfunding finanziert wurde und mit gerade mal 20.000 Dollar auskommen musste – aber immerhin nach deutlich mehr aussieht. In YOU ARE NOT ALONE geht es um Studentin Natalie (im ganzen Film ungesehen: KRISTA DZIALOSZYNSKI). Die kehrt den Sommer über in ihre Heimatstadt zurück, um mit Freunden und Familie Zeit verbringen zu können. Es ist Unabhängigkeitstag und die Leute feiern auf den Straßen. Umso weniger ernst wird die Ausgangssperre genommen, die der örtliche Sheriff verhängt, weil ein Psychopath entwischen konnte. Der sucht im friedlich feiernden Städtchen Unterschlupft und klopft an der Haustür der taffen Natalie, die sich gerade zu Bett begeben wollte.
 
 
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Eigentlich ist YOU ARE NOT ALONE nicht der Rede wert. Was den Film aber aus der Masse an beliebigen Slasher-Filmen hervorstechen lässt, ist die ungewöhnliche Machart. YOU ARE NOT ALONE wurde in der First-Person-Ansicht gefilmt, was bedeutet, dass das Treiben aus der Ego-Perspektive von Filmheldin Natalie geschildert wird. Das mag sich erstmal interessant anhören; neu ist die Idee aber nicht. Weit vor YOU ARE NOT ALONE machten bereits Filme wie ALEXANDRE AJAS MANIAC oder HOTEL INFERNO von ähnlichem Inszenierungsstil Gebrauch. Auch dort schlüpfte der Zuschauer in die Rolle des Hauptdarstellers und bekam blutiges Intermezzo durch dessen Augen zu sehen. Was in genannten Horrorstreifen immerhin kurzweilig ans Publikum gebracht wurde, wird in YOU ARE NOT ALONE zur Geduldsprobe. Sitzfleisch wird vorausgesetzt, denn der Slasher vergeudet Zeit mit Nebensächlichkeiten. So musste die erste Filmhälfte mit Belanglosigkeiten gefüllt werden, damit sich YOU ARE NOT ALONE am Ende Spielfilm schimpfen darf.
 
 
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50 Minuten können lang sein – vor allem dann, wenn nichts passiert und in erster Linie improvisiert wird. YOU ARE NOT ALONE hat ein großes Problem und das nennt sich Langeweile. Zu mühsam entwickelt sich der Horror-Slasher, bis er endlich an Fahrt gewinnt. Das ist dahingegen fatal, weil Regisseur DEREK MUNGOR seine Zuschauer vergrault, noch bevor er den letzten Trumpf ausspielen kann. So konzentriert sich der Handlungshöhepunkt auf die letzte halbe Stunde. Darin wird Filmheldin Natalie von seltsamen Geräuschen aus dem Schlaf gerissen und muss sich wenig später vor einem Psychopathen in Sicherheit bringen, der die Studentin verfolgt und auf ihrer Flucht ahnungslose Menschen umbringt. Interessanterweise funktioniert die atmosphärische zweite Filmhälfte ohne die unwichtige erste. Letztgenannte hat nichts Wichtiges zu berichten. Darin lernt der Zuschauer Familienmitglieder kennen, trifft alte Freunde der Filmheldin und bekommt betrunkene Partybesucher vor die Linse, die im Alkoholrausch aggressiv streiten. Von Spannung oder Atmosphäre ist da keine Spur – Charakterentwicklung: Fehleranzeige. Vielmehr hat der überlange Prolog den Anschein, als musste Füllmaterial her, damit der Streifen Spielfilmlänge erreichen kann.
 
 
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Bleibt zu erwähnen, dass manchmal eben weniger oft mehr ist. YOU ARE NOT ALONE ist einer dieser Film, der wohl als Kurzfilm oder Segment in einer Anthologie besser funktioniert hätte. Die Filmidee ist erfrischend und die Flucht vor einem Killer aus der Sicht des Opfers zu erzählen, hat zugegebenermaßen Reiz. Dennoch tut sich der Film mit seiner überflüssigen und gehaltlosen Vorgeschichte keinen Gefallen. Umso mehr sollten jene zur Fernbedienung greifen und bis zur Halbzeit vorspulen, die sich trotz durchwachsenem Urteil nicht abschrecken lassen. Spätestens im Finale schlägt das Herz schneller. Wenn die Hauptdarstellerin panisch durch die Nacht hetzt und ein Killer einfach nicht ablassen kann, fühlt sich auch der Zuschauer gefordert. Der dürfte sich nicht nur einmal dabei ertappen, wie er der Leidtragenden ermutigend zuruft: versteck dich. Spätestens dann hat Macher DEREK MUNGOR das eigentliche Ziel erreicht. Der ließ sich mit seinem zweiten Spielfilm übrigens von Horror-Thrillern der späten 1970er und frühen 1980 inspirieren und huldigt damit – ganz klar – den Slasher-Streifen genannter Zeit. Er wollte genanntes und mittlerweile nicht mehr ganz so frisches Subgenre auf eine neue, interessante Weise an den Zuschauer bringen. Gelungen ist ihm das leider nur bedingt, auch wenn er sich atmosphärisch und akustisch vor jenem Altmeister verbeugt, der ihn dazu gebracht hat Filme zu machen: JOHN CARPENTER.
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine kleine Revolution im Slasher-Genre. Nicht uninteressantes Slasher-Experiment mit Anlaufschwierigkeiten. YOU ARE NOT ALONE nimmt innerhalb des Slasher-Genres eine Sonderstellung ein, was aber nicht gleichzeitig heißen soll, dass der Film zwingend sehenswert ist. Der Horrorfilm zeichnet sich dadurch aus, dass er in der First-Person-Perspektive erzählt wird. Demzufolge sieht der Zuschauer die Handlung aus den Augen der sogenannten Scream-Queen, die Hauptbestandteil von Slasher-Filmen ist. Leider braucht YOU ARE NOT ALONE lang bis er an Fahrt gewinnt. Erst in der zweiten Filmhälfte wird es spannend. Dank atmosphärischer Soundkulisse (die öfters mal an Werke eines gewissen JOHN CARPENTERS erinnert) und unbequemer Verfolgungsjagd, dürfte der Film spätestens dann die Aufmerksamkeit aller Slasher-Fans für sich beanspruchen können. Die werden dank Ego-Ansicht in die Geschehnisse einbezogen und fühlen sich schnell mittendrin statt nur dabei. Leider könnte es gut sein, dass die meisten Zuschauer das immerhin packend inszenierte Finale nicht zu sehen bekommen. Weil der Film knapp 50 Minuten Zeit mit Nebensächlichkeiten verschwendet, werden wohl viele Horrorfreunde bereits vorzeitig gelangweilt abgeschalten haben. weitaus interessanter als der Film ist dessen Entstehungsgeschichte. In Interviews verriet Regisseur DEREK MUNGOR, dass er 2008 selbst Student war und seine Familie besuchen wollte. Als er zu Hause ankam, fühlt er sich prompt selbst als Darsteller in einem Horrorfilm, denn im Heimatort war ein Killer auf freiem Fuß. So kam ihm die Idee zu YOU ARE NOT ALONE in den Sinn, nachdem er allein im elterlichen Haus saß und von einem Freund über die Polizeihatz nach dem entflohenen Verbrecher unterricht wurde. Creepy!
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher hält sich YOU ARE NOT ALONE sehr mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten zurück. Viel gibt es nicht zu sehen, zumal die meisten Gewaltakte im Off passieren. Ein Mann wird erschlagen und dessen Gesichtshaut abgezogen (eine Hommage an TEXAS CHAINSAW MASSACRE), die Filmheldin wird von einem Auto angefahren und am Ende wird der Killer im Munitionshagel in die ewigen Jagdgründe befördert. Übrigens war das eigentliche Filmende offen und der Mörder entkam. Letztendlich entschied man sich dann doch anders. Man darf von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei HI-FI Motion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
First Person Shooter (2014)

Hardcore (2015)

Enter the Void (2009)

Hotel Inferno (2013)

Alexandre Ajas Maniac (2012)

Filmkritik: „The Final Girls“ (2015)

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THE FINAL GIRLS

Story

 
 
 
Als in jenem Kino ein Feuer ausbricht, in dem anlässlich des Todes der Horrorfilm-Schauspielerin Amanda Cartwright ein Gedenk-Event stattfindet, finden sich Amandas Tochter Max und ihre Freunde plötzlich im berühmtestem Film der verstorbenen Schauspielerin wieder: „Camp Bloodbath“. Nun müssen sie selbst ums Überleben kämpfen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Kritik

 
 
 
Regisseur Todd Strauss-Schulson kann bei IMDb zwar schon auf 25 Regie-Einträge verweisen, allerdings ist „The Final Girls“ erst sein dritter Kinofilm (nach „Private High Musical“ von 2008 und „Harold & Kumar“ von 2011). Und Strauss-Schulson hat aus dem Drehbuch der Neulinge M.A. Fortin und Joshua John Miller wirklich das Bestmögliche herausgeholt. Leider bietet das Script nicht die bestmögliche Story, so dass „The Final Girls“ bedauerlicherweise nicht so gut ist, wie er definitiv hätte werden können. Denn wo findet der geneigte Horrorfan heute noch einen Film, der ordentlich budgetiert und mit fähigen Darstellern ausgestattet ist und darüber hinaus noch mit einer originellen Story-Idee punkten kann? Eben. Da ist es dann umso ärgerlicher, wenn der Film erkennen lässt, dass er hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. „The Final Girls“ hat fast alles richtig gemacht, allerdings hapert es an zwei grundlegenden Dingen, die diesen Film perfekt gemacht hätten: wesentlich mehr Gore und viel mehr Humor. So vergehen die 88 Minuten Laufzeit zwar auch recht kurzweilig, aber der Film ist leider viel zu unlustig. Zudem blendet Scott-Schulson bei fast jeder Slasher-Szene ab, so dass kaum Blut zu sehen ist. Das ist wirklich ärgerlich, weil „The Final Girls“ ansonsten über ein paar wirklich gute Ideen verfügt.
 
 
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Max (Taissa Farmiga aus „Mindscape„) hat ihre Mutter, die Horrorfilm-Ikone Amanda Cartwright (Malin Akerman), vor drei Jahren bei einem Autounfall verloren. Über diesen Verlust ist Max immer noch nicht hinweg. Als ein Bekannter sie bittet, an einem Gedenk-Event für Amanda teilzunehmen, an dem ein Double-Feature ihrer berühmtesten Filme „Camp Bloodbath 1+2“ gezeigt wird, lehnt Max deshalb zunächst ab. Schlussendlich taucht sie aber doch im Kino auf, in dem der Film gezeigt wird. Als dort plötzlich ein Feuer ausbricht, suchen Max und ihre Freunde einen Ausweg. Kurzerhand stürzen sie durch die Leinwand und landen dabei mitten im gezeigten Film aus den 1980er Jahren. Das Wiedersehen mit ihrer dort noch blutjungen Mutter macht Max schwer zu schaffen. Allerdings bleibt keine Zeit für langes Nachdenken, denn immer noch schleicht ein Killer durchs Camp und macht auch vor Max und ihren Freunden nicht halt. Wird es der sypmpathischen Hauptdarstellerin und ihren Freunden gelingen, dem Killer zu entwischen und vielleicht sogar die Mutter der Filmheldin zu retten. Oder werden sie auf ewig in dem billigen Schocker „Camp Bloodbath“ gefangen bleiben?
 
 
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Zunächst zum Positiven: „The Final Girls“ hat ein paar wirklich grandiose Ideen. Die Freunde bekommen wiederholt die Möglichkeit, ins Camp Bloodbath zu gelangen, als sie sich nach ihrer Flucht aus dem brennenden Kinosaal unverhofft im waldähnlichen Setting des Films wiederfinden. Denn nach genau 92 Minuten beginnt der Film immer wieder von vorn, so dass die anfänglich ausgeschlagene Mitfahrgelegenheit im dritten Anlauf endlich wahrgenommen wird. Auch zum Thema Rückblenden hat Scott-Schulson sich etwas einfallen lassen. Zum Beispiel kann man über die eingeblendete Schrift herübersteigen, die anzeigt, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Als die Freunde auf einmal ganz langsam sprechen und sich auch so bewegen, stellen sie erstaunt fest, dass sie sich in einer Slow-Motion-Sequenz befinden. Und als sich Hedlin Max nach ihrem letzten Kampf umdreht und zum Himmel blickt, wird dort der nun eingeblendete Abspann sichtbar. Diese kleinen Ideen sind wirklich lustig und machen Spaß. Der Film ist eine Hommage an „Freitag, der 13.“ und zeigt dies gern und deutlich durch schonungslosem Gebrauch von Slasher-Klischees. So taucht der Killer immer dann auf, wenn die Protagonisten gerade am Fummeln sind. Zudem wurde er als Kind in einem Ferienlager gehänselt, trägt eine alberne Maske und pflügt sich mit einer Machete durch seine Opfer. Darüber hinaus hat Scott-Schulson ein paar wunderbare Szenen in seinen Film gestreut, in denen 80er und Neuzeit aufeinanderstoßen. So treffen Walkmans auf Handys, was bei den Filmfiguren für Verwirrung sorgt.
 
 
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Scott-Schulson hat außerdem viel Wert auf ordentliche CGI und coole Bilder gelegt. Oft taucht er die Settings in satte, leuchtende Farben, die den Look des Films nennenswert unterstreichen. Auch die Darsteller geben ihr Bestes und spielen solide. Der 37jährigen Malin Akerman nimmt man das Teenager-Blondchen im Film-im-Film zwar nicht ganz ab, dennoch spielt sie ihre Rolle gut. Taissa Farmiga ist die 21jährige Schwester der doppelt so alten Vera Farmiga („Up in the Air“) und liefert als emotional völlig überforderte Filmheldin Max ebenfalls glaubwürdige Leistungen ab. Erwähnenswert wäre dann vielleicht noch Angela Trimbur als tumbe, aber sexy Tina, die wunderbar überzogen von ihr dargeboten wird. Guter Cast, guter Look, coole Ideen und stimmiger Soundtrack – bis hierhin hat Scott-Schulson alles richtig gemacht.
 
 
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Was seinem Film dann leider zumindest teilweise das Genick bricht, sind die zu spärlich vertretenen Komponenten Humor und Splatter. Da ist sogar das Vorbild von 1980 blutiger und zeigefreudiger als dieser Film. Scott-Schulson blendet fast jedes Mal ab, sobald die Machete geschwungen wird oder vermeintlich blutige Auseinandersetzungen stattfinden. Von grausig-absurden Morden oder bösen Verletzungen bekommt man hier also so gut wie nichts zu sehen, was wenig Sinn macht, wenn man einen Horror-Slasher dreht. Darüber hinaus fehlt es dem Film, abgesehen von ein paar humoristischen Wortspielchen, eindeutig an Witz. Der sich förmlich anbietende Running Gag um das Ableben einer der Protagonisten wird verschenkt. Coole One-Liner von Amanda und Vicki wie „Dann heb ich mich eben für George Michael auf“ und „Darauf würde ich mich lieber nicht verlassen“ bleiben die Ausnahme. Somit werden die 88 Minuten Laufzeit zum teils zähen Trauerspiel, eben weil man so gut erkennen kann, welches Potenzial der Film gehabt hätte.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kaum Witz und wenig Gewalt. Diese Mankos machen „The Final Girls“ leider zu einem durchschnittlichen Horrorfilme – etwas, was man diesem Film wirklich nicht gegönnt hätte. Dennoch kann man mit diesen Final Girls durchaus Spaß haben, denn trotz der erwähnten fehlenden Zutaten liegt der Film qualitativ weit über dem, was man normalerweise im Horrorgenre geboten bekommt. Vielleicht kommt es ja so, wie auch im Film „Camp Bloodbath“: ein zweiter Teil kündigt sich an. Bis dahin solide sechs von zehn blutigen Camps, um die man besser einen weiten Bogen macht.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Zensur

 
 
 
„The Final Girls“ hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Sonderlich blutig sind die Morde nicht, was die FSK16 durchaus gerechtfertigt. Slasher-Fans können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Final Girls; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Hindi, Italienisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar von Cast & Crew, Kommentar des Drehbuchautors, Entfallene, erweiterte und alternative Szenen mit optionalem Kommentar vom Regisseur, Entwicklung der visuellen Effekte Vorschau-Animation

Release-Termin: 12.11.2015

 

The Final Girls [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 

THE FINAL GIRLS – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You Can’t Kill Stephen King (2012)
 
Chuckys Baby (2004)
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Scream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Scream 4 (2011)
 

Filmkritik: „GirlHouse“ (2014)

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GIRLHOUSE

Story

 
 
 
Ein Killer mischt Big Brother auf. Die leicht bekleideten Mädchen einer Strip-Cam-Seite bekommen Besuch von einem wütenden Stalker, der mit den Damen garantiert keinen Kaffeeplausch veranstalten möchte.

 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Kritik

 
 
Wer im Horrorfilm dem Beischlaf frönt oder sich ausschließlich leicht bekleidet durch Genre-Streifen bewegt, darf auf jeden Fall davon ausgehen, dass ihm bald ein brutaler Schlächter das Lebenslicht ausknipsen wird. Seit jeher gehört jene goldene Regel zum Slasher, wie das Amen in die Kirche und findet auch drei Jahrzehnte nach HALLOWEEN und FREITAG DER 13. im Film immer noch gern Verwendung, um die blutgeile Fan-Meute glücklich machen zu können. Einer derer, der von dieser Erfolgsformel offensichtlich nicht genug bekommen kann ist Regisseur TREVOR MATTHEWS. Der hat 2007 bereits schon einmal von sich hören lassen und im Monster-Schmunzler JACK BROOKS: MONSTER SLAYER die Hauptrolle eines furchtlosen Monsterjägers übernommen. Der Streifen erntete auf Filmfestivals viel Lob und eröffnete MATTHEWS neue Möglichkeiten – so auch die zum Sicko-Slasher GIRLHOUSE, dessen Idee bereits 2007 geboren wurde. Mittlerweile sind mehr als sieben Jahre vergangen und aus einer anfänglich zu Papier gebrachten Geschichte ist ein richtiger Film geworden, den MATTHEWS auch gleich selbst gedreht hat. Darin warnt er vor dem leichtgläubigen Umgang mit dem Internet – einem Tummelplatz unberechenbarer Persönlichkeiten, die im Schutze der Anonymität abartige Phantasien ausleben. Sei vorsichtig, was Du im Internet von dir preisgibst und wie offen du im Chat fremden Usern gegenübertrittst, denn hinter einen sympathischen Gesprächspartner könnte vielleicht das personifizierte Böse lauern. Jene warnende Botschaft dient in GIRLHOUSE als Aufhänger, um mal wieder ein erbarmungsloses Blutbad zeigen zu können in dem es Slasher-typisch nicht gerade zimperlich zur Sache geht. Für den schlitzfreudigen Meucheltrip konnte Rapper SLAINE gewonnen werden. Der macht es Wrestler GLENN JACOBS (SEE NO EVIL 2) gleich und verkörpert im Film einen wortkargen Psycho, der zur wandelnden und nicht mehr kontrollierbaren Killermaschine mutiert.
 
 
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Die Rechnung und Studiengebühren häufen sich und nach dem plötzlichen Tod des geliebten Vaters scheint Kylie (ALI CORBIN) ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen zu müssen. Um der am Rande des Existenzminimums lebenden Mutter nicht länger auf der Tasche zu liegen, nimmt sie ein Angebot als Webcam-Girl wahr und wird Teil der Internetplattform GIRLHOUSE. Die hier arbeitenden Mädchen leben in einer großzügig eingerichteten Villa, werden 24 Stunden am Tag von Kameras gefilmt und streifen sich gegen Geld die Wäsche vom Körper. Doch nicht jeder Zuschauer gibt sich nur mit einem erotischen Strip zufrieden. Der zahlende Zuschauer „LoverBoy“ verliebt sich auf Anhieb in die strippende WG-Mitbewohnerin Kylie, hat aber seit einem Kindheitstrauma so seine Probleme mit Frauen. Als sich die Cam-Girls über ihm lustig machen, brennen in „LoverBoy“ die Sicherungen durch. Als Computerexperte und Profihacker macht er die Villa ausfindig und startet einen blutigen Rachefeldzug, wie er grausamer nicht sein könnte.
 
 
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Sei vorsichtig mit wem du chattest, es könnte ein Psychopath sein: GIRLHOUSE ist eine Horror-Version des nicht mehr ganz so frischen BIG BROTHER-Konzepts, in dem eingesperrte Menschen rund um die Uhr von Kameras gefilmt und von Zuschauern beobachtet werden können. Bereits 2008 hat man die Idee so ähnlich für Horrorware verwendet. In der Mini-Serie DEAD SET wurden Teilnehmer einer Fernsehshow in einen Wohncontainer gesperrt und bekamen leider reichlich spät davon Wind, dass außerhalb der Containerwände eine Zombie-Epidemie wütete. Nicht anders geht es in GIRLHOUSE zu. Hier wissen einige textilfreie Mädchen nicht, dass sich soeben ein wütender Killer durch die Stockwerke ihrer Villa arbeitet, der mit den einfältigen Damen kurzen Prozess veranstalten möchte. Stets dabei ist ein gut gefüllter Werkzeugkoffer, in dem der Rächende allerhand Mordutensilien verstaut hat, um die Schaulust des Zuschauers befriedigen zu können. Von stumpfen Schlagwerkzeugen, über scharfe Sägen bis hin zu zweckentfremdeten Dildos bietet GIRLHOUSE eine umfangreiches Arsenal abwechslungsreicher Tötungsinstrumente und lässt Kollegen wie MICHAEL MEYERS oder JASON VOORHEES blass zurück, die in ihren Streifen noch mit Schlachtmesser und Machete Zuschauer unterhalten mussten.
 
 
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Apropos Unterhaltung: Regisseur TREVOR MATTHEWS gelingt das Kunststück, die Spannungsschraube minutiös fester zu drehen. Für einen Slasher eine beachtliche Leistung, geht es doch hier vorwiegend ums Töten und getötet werden – ein Prämisse, die nicht selten Spannung missen lässt. Dass die Handlung trotz bekannter Klischees nicht langweilig wird, dürfte an der etwas anderen Herangehensweise liegen. Macher MATTHEWS lüftet bereits in den ersten Filmminuten die Identität seines Killers und lässt ihn erst reichlich spät in ein Frauenkostüm schlüpfen, um in den letzten 30 Minuten hektisches Gewalteinerlei zeigen zu können. Bis dahin erlebt Killer „LoverBoy“ (SLAINE) so etwas wie eine Charakterentwicklung und verwandelt sich vom stillen Außenseiter hin zur aggressiven Furie, die am Ende nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Rapper SLAINE passt perfekt in die Rolle des wortkargen und doch unberechenbaren Stalkers. Allein mit passender Mimik verkörpert er eine bemitleidenswerte und verletzliche Kreatur, die letztendlich nur eines will: akzeptiert und gemocht werden.
 
 
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Letztendlich darf sich der männliche Filmfreund auf einen ansprechenden Cocktail aus Gewalt und Erotik freuen, der das Slasher-Genre zwar nicht revolutioniert, aber immerhin bereichert. GIRLHOUSE hat all das, was man von einem zeitgemäßen Slasher erwartet. Neben sexy Mädels, brutalem Mörder und abwechslungsreichen Kills, haben es einige nette Einfälle in den Film geschafft, die für reichlich Adrenalin sorgen. Dass Stalker „LoverBoy“ am Ende das Zeitliche segnen muss, dürfte angesichts der vordiktierten Slasher-Regeln verschmerzbar sein, schließlich weiß jeder Horrorfan mittlerweile: egal wie oft sie sterben, sie kommen ohnehin immer wieder. To be continued!
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die Klassiker HALLOWEEN und der Kultfilm FREITAG DER 13. bekommen starke Konkurrenz. GIRLHOUSE ist ein beinharter und nicht zimperlicher Slasher, von dem sich zartbesaitete Gemüter besser fern halten sollten. Dieser Streifen belehrt den Zuschauer einmal mehr, dass das personifizierte Grauen im Internet lauert. Denn dort nutzen viele kranke Persönlichkeiten die Anonymität des Webs als Vorwand, um perfiden Gelüsten nachgehen zu können. GIRLHOUSE treibt die These auf die Spitze und lässt den voyeuristisch veranlagten Nutzer einer Webcam-Seite Amok laufen. Der fühlt sich verletzt, weil er von fünf leicht bekleideten Hühnern schikaniert wurde. Schnell gerät der bemitleidenswerte Stalker-Thriller aus dem Ruder und mutiert zum brutalen Metzelfeuerwerk, in dem mal wieder das kreative Töten auf der Tagesordnung steht. Anders als sonst ist das Morden nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip überraschend kurzweilig geraten, weil Macher TREVOR MATTHEWS Wert auf Charakteraufbau und Spannungskurve legt. Die Gefahr baut sich langsam auf und das Böse schlägt am Ende mit gnadenloser Härte zu. Slasher-Fans werden vor Freunde im Dreieck, schließlich gibt es hier nackte Mädels und Gore en masse zu sehen. Auch wir von FILMCHECKER haben uns gut unterhalten gefühlt und das, obwohl wir eigentlich einen gewissen Anspruch von Horrorfilmen erwarten – wenn das kein gutes Omen ist.
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Zensur

 
 
 
Selbstzweckhafte Gewalt gibt es im Film jede Menge zu sehen, von der nicht gerade wenig Gebrauch gemacht wird. Es gibt zermatschte Schädel zu sehen, abgeschlagene Finger und zersägte Körper. Doch das ist nur ein kleiner Teil von dem, was letztendlich in GIRLHOUSE gezeigt wird. Hierzulande hat das für eine ungeschnittene KJ-Freigabe gereicht, denn im Gegensatz zu Filmen wie WOLF CREEK 2 sind die diversen Matschmomente nur sehr kurz zu sehen und werden nicht sonderlich sadistisch zelebriert.
 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Girlhouse; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Englisch DTS HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 11.06.2015

 

Girlhouse – Töte, was Du nicht kriegen kannst [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Reche aller für die Kritik verwendeten Bilder liegen bei CONCORDE HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
See No Evil 2 (2014)

Warte, bis es dunkel wird (2014)

Devil May Call (2013)

Blood Widow (2014)

Halloween (1978)

Rob Zombie’s Halloween (2007)

Laid to Rest (2009)

Hatchet (2006)

Hatchet 2 (2010)

Hatchet 3 (2013)

Filmkritik: „Poker Night“ (2014)

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POKER NIGHT

Story

 
 
 
Polizist Jeter (Beau Mirchoff) erlebt im Keller eines Hauses das pure Grauen. Er wurde von einem Psychopathen entführt und muss nun allerhand Grausamkeiten über sich ergehen lassen. Wenige Stunden zuvor saß er noch zusammen mit einigen Arbeitskollegen an einem Kartentisch, die dem Neuling in geselliger Runde von den spektakulären Fällen ihrer Karriere erzählten.

 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Kritik

 
 
 
Jahre nach dem Boom der sogenannten Torture-Porn-Welle finden immer wieder überflüssige Nachzügler ihren Weg in die Heimkinos, die dem unbewanderten Filmfan da draußen zeigen wollen, dass es im Kino auch mal eine Zeit gab in der es im Film etwas härter zugange ging. Der Trend scheint nach dutzenden Found-Footage-Gähnern und Geister-Schnachern in Vergessenheit geraten zu sein, was aber eifrige Regisseure nicht davon abhält in bescheidener Regelmäßigkeit stets etwas Folterei auf die Mattscheibe zu bringen – wenn auch ausschließlich für den Videomarkt produziert.
 
POKER NIGHT ist so ein reichlich verspäteter Ableger der einst kassenträchtigen Folter-Welle und folgt dem noch grünschnäbeligen Polizisten Jeter (BEAU MIRCHOFF), der gerade seinen ersten größeren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm gelang die Festnahme eines gesuchten Psychopathen, was ihm nicht nur die Anerkennung seiner Kollegen einbrachte, sondern auch die Teilnahme zu einem dieser Pokerabende, an denen sich erfahrene Polizisten versammeln, um mit spektakulären Geschichten aus ihrem Berufsleben prahlen zu können. Leider hat das erste Poker-Duell für Jeter ein unerwartetes Ende zur Folge. Auf dem Heimweg wird er von einem Fremden überwältigt und in einen Keller verschleppt. Dort muss der Jungpolizist zusammen mit seiner Freundin schlimmste Quälerei erdulden und erinnert sich in Gefangenschaft an jene Weisheiten und Erzählungen zurück, von denen seine Cop-Kollegen noch wenige Stunden zuvor am Pokertisch berichtet hatten.
 
Nach Arbeiten an dutzenden TV-Produktionen tischt Drehbuchautor und Regisseur GREG FRANCIS mit POKER NIGHT sein Spielfilmdebüt auf und orientiert sich mit dem ansprechenden Filmlook seines Erstlings an die finstere Bildsprache eines JAMES WAN, der vor knapp zehn Jahren mit der beliebten Folter-Schnitzeljagd SAW (2004) internationale Erfolge verbuchen konnte. Der Zuschauer wird Zeuge dreckiger Bildkompositionen, die der Regisseur vermehrt in Grün- und Rottöne taucht und gar an Tortur-Heuler wie besagtem SAW und THE COLLECTOR (2009) erinnern. Neben reichlich Gewalt, Schussgefechten und makabren Folterideen (so wird Filmheld Jeter mit Hilfe von Spezialkleber an die Wand gekleistert) scheint zuletzt erwähnter Horror-Thriller vor allem beim Masken-Design Eindruck hinterlassen zu haben. Der Fiesling in POKER NIGHT trägt ähnliche Maskierung wie einst der legendäre Sammler im perfiden Katz-und-Maus-Spiel, dem man 2012 mit THE COLLECTION sogar eine Fortsetzung folgen lies.
 
Von den Qualitäten der genannten Splatter-Granaten ist POKER NIGHT jedoch um Längen entfernt. Viel zu oft wird der Zuschauer ungeschickt aus der Haupthandlung gerissen und gleichzeitig durch unnötige Rückblenden verwirrt, die zurück an den Kartentisch führen, wo der Spannungsbogen immer wieder durch schlecht platzierte Erzählungen anwesender Polizisten unterbrochen wird. Die blicken auf ihre Karriere zurück, brüsten sich mit den spektakulären Einsätzen ihrer bisherigen Polizistenlaufbahn und quasseln von hinterlistigen Serienmördern, die von einer krankhaften Sucht des Tötens getrieben werden. Für eine Anthologie durchaus interessanter Kurzgeschichtenstoff, weil POKER NIGHT Material für mindesten fünf weitere Filme bereithält. Im Falle von POKER NIGHT ein nerviges Übel, das dem Filmfreund schnell die Lust am Filmeschauen vermasselt, weil das Folgen der eigentlichen Handlung durch unzählige Flashbacks und Storyabzweigungen nahezu unmöglich gemacht wird.
 
Eigentlich hätte alles so schön werden können, denn POKER NIGHT macht in Sachen Folter alles richtig. Macher GREG FRANCIS zeigt nicht viel, aber auch nicht zu wenig, lässt Opfer flüchten, um sie in darauffolgender Szene vom Killer erneut einfangen zu lassen. POKER NIGHT wächst vor allem während der Quälmomente zu eigentlicher Größe heran, weil es dem Film trotz trivialer Gewaltszenen und allerhand Vorhersehbarkeiten gelingt, immer noch genügend Nervenkitzel zu verursachen, so dass der Zuschauer gebannt in seinem Filmsessel verharrt. Viel Spaß an den wenigen Folterakten bleibt jedoch nicht, denn FRANCIS widmet sich ausgerechnet dann seinen unzähligen Nebenhandlungen, wenn es zur Sache geht und für Gewaltfans interessant wird. Dass der Überraschungstwist am Ende nicht fehlen darf, ist mal wieder so eine nervende Horror-Zutat, die seit einigen Jahren sichtlich in Mode gekommen ist. Hier werden die Ambitionen des Killers gelüftet, die reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt nachvollziehen zu können. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass GREG FRANCIS viel Potenzial verschenkt hat und etwas zu eifrig und unbeholfen namhaften Filmschaffenden wie DARREN LYNN BOUSMAN oder MARCUS DUNSTAN hinterhereifert, so dass er ganz nebenbei seine eigene Geschichte aus den Augen verliert. Die ist mit unnötigen Informationen überladen, undurchsichtig, reichlich sprunghaft und absolut unglaubwürdig, was POKER NIGHT zu einem zwar handwerklich soliden, aber nicht sonderlich sehenswerten Filmerlebnis macht.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchgestylter Folter-Thriller, der sich vor der legendären SAW-Serie verbeugt. Auch wenn auf dem Filmposter zum Thriller POKER NIGHT ein Angst einflößender Killer grinst, dessen Maske etwas zu offensichtlich an THE COLLECTOR erinnert, hat der Film natürlich nichts mit dem harten Horror-Kracher aus dem Jahre 2009 am Hut. Vielmehr scheint Macher GREG FRANCIS von harter Mainstream-Folterei der letzten Jahre derart fasziniert gewesen sein, dass er kurzum an seinem eigenen Tortur-Flick gewerkelt hat. Der kann sich in punkto Optik durchaus sehen lassen; inhaltlich ist das Machwerk jedoch derart unsinnig, dass dem Zuschauer die Freunde schnell vergehen wird. POKER NIGHT ist überladen, wirr, undurchsichtig und dazu auch noch vollkommen unglaubwürdig. Der Grund hierfür dürfte in der stattlichen Anzahl an verschiedenen Nebenplots zu suchen sein, die es dem Zuschauer ziemlich schwer machen, der eigentlichen Handlung folgen zu können. Zudem entpuppt sich Regisseur GREG FRANCIS als Spaßbremse. Immer wenn der Filmbösewicht zum Folterutensil greift und POKER NIGHT an Fahrt gewinnt, wird zu einer der unzähligen Nebenhandlungen übergewechselt. So macht man sich unter Fans härterer Filmware keine Freunde. Was im Übrigen HELLBOY-Star RON PERLMAN dazu getrieben hat, in einem so unausgereiften Horror-Thriller mitzuwirken, dürfte mal wieder eines dieser vielen Hollywood-Mysterien sein, deren Antwort wir nie erfahren werden.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Zensur

 
 
 
Ziemlich viel geschossen wird in POKER NIGHT, weil nicht lang gefakelt wird. Ein wenig Folterei gibt es ebenso zu sehen, obwohl sich der Streifen hinsichtlich der obligatorischen Grausamkeiten in Genrefilmen überraschend zurückhält. Daher kann man davon ausgehen, dass POKER NIGHT hierzulande mit rotem „keine Jugendfreigabe“-Sticker erscheinen wird. Natürlich vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Love of my Life (2013)
 
Pig (2010)
 
Hate Crime (2013)
 
Saaw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)
 

Filmreview: „In Fear“ (2013)

in-fear-2013
 
 
 

IN FEAR

Story

 
 
 
Tom und Lucy daten sich seit einiger Zeit und sind bis über beide Ohren ineinander verschossen. Leider erleitet die zuckersüße Turtelei einen herben Niederschlag, als sich die beiden in der ländlichen Einöde Irlands verfahren und anfangen zu streiten. Als dann das Paar auch noch von einem maskierten Irren verfolgt wird, steht die frische Beziehung vor einer harten Bewährungsprobe …
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Kritik

 
 
 
Auch wenn die neuste Elektronik das Leben oft erheblich erleichtert, ist es manchmal besser sich nicht allzu sehr auf den hochmodernen Kram zu verlassen. Im Horrorfilm zum Beispiel passiert es nämlich ständig, dass just in Momenten der Gefahr Telefon und Internet versagen und das Opfer dumm aus der Wäsche schaut, weil es keine Hilfe anfordern kann. Unsere beiden Protagonisten im Gruselfilm IN FEAR haben mit dem ganzen Hightech-Schnickschnack ebenso wenig Glück. Die hatten gerade in einem Pub mit ein paar Einheimischen Ärger und befinden sich nun auf dem Weg zu einem irländischen Musikfestival, wo sie sich mit guten Freunden treffen wollen. Lucy (ALICE ENGLERT) ist schon ganz aufgeregt, aber Freund Tom (IAIN DE CAESTECKER) hat vorerst andere Pläne, schließlich gilt es das zweiwöchige (!) Bestehen der noch frischen Beziehung zu feiern. Ein kuscheliges Zimmer in einem Hotel fernab der Straße soll das Ereignis besonders machen. Doch der Weg dahin will sich einfach nicht finden lassen. Eine Karte hat man nicht eingepackt und das Navigationssystem fällt in der trostlosen Einöde ganz unerwartet aus. Schon bald stellen die Frischverliebten fest, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Fahrt hat kein Ziel, weil man immer nur im Kreis düst und ein maskierter Mann scheint Gefallen daran gefunden zu haben, ahnungslose Städter zu Tode zu ängstigen. Als dann auch noch das Benzin knapp wird, ist guter Rat teuer.
 
(Er)Schrecken am laufendem Band: Filmfans, die ohnehin schon ihre Problemchen mit der Pumpe besitzen, sollten den vorliegenden IN FEAR möglichst meiden, denn in diesem finsteren Horrortrip werden die Helden nahezu minutiös von unerwarteten Überraschungen aus dem Dunkel der Nacht heimgesucht. Wie der Titel bereits verrät, hat sich der TV-erprobte JEREMY LOVERING der Angst verschrieben. Die Inspiration zum Film kam dem Regisseur bei Dreharbeiten zu einer Dokumentation in Sligo (nördliches Irland), wo er von den Einheimischen an der Nase herumgeführt wurde. Die hatten die Beschilderung des Ortes verändert, so dass LOVERING immer wieder zu einem nahe liegenden Pub gelotst wurde und kurz davor war den Verstand zu verlieren. Geschwind kam ihm die Idee von der Urangst-Problematik in den Sinn – der Angst vor Dunkelheit und der damit verbundenen Orientierungslosigkeit. Die erleben IAIN DE CAESTECKER und ALICE ENGLERT auf ziemlich authentische Weise, denn den Schauspielern wurde bei den Dreharbeiten so einiges abverlangt. Ein Drehbuch gab es für die beiden nicht. Sie erhielten lediglich Anweisungen am Tag des Drehs. Das bescherte maximales Adrenalin und authentische Angstschreie, da die Schauspieler nie wussten, was ihnen am aktuellen Drehtag blühen wird. Schaut man im Film etwas genauer hin, wird das mehr als einmal deutlich. Viele der gut platzierten Schocks kommen ganz unerhofft und zerren am Nervengerüst – nicht nur beim Zuschauer. Leider findet die anfänglich gute Vorangehensweise mal wieder eine unerwartete Wendung. Wie es im Horrorfilm nämlich üblich ist, muss ein obligatorischer Twist her. Aus unheimlichem Mystery wird bedrückendes Terrorkino, das sich vorwiegend in der zunehmend klaustrophobischen Enge von Toms Auto abspielt. Das verliebte Paar gabelt einen verletzten Fremden auf einer kaum befahrbaren Landstraße auf, der sich selbstverständlich wenig später als kranker Psychopath entpuppt und es nur auf das möglichst hinterlistige Ermorden der ahnungslosen Durchreisenden abgesehen hat. LOVERING selbst gibt zu zuvor Streifen wie FUNNY GAMES, THE HITCHER und BURIED studiert zu haben, um seinen Erstling möglichst intensiv angsteinflößend und unangenehm klaustrophobisch in Szene setzen zu können. Der Ideenklau hat gut funktioniert, denn den spielerischen Umgang mit den Konventionen des modernen Horrorfilms beherrscht der Filmemacher ziemlich souverän. Das Spielfilmdebüt glänzt mit anhaltend bedrohlicher Atmosphäre und ziemlich gemeinen Schocks, die den Genrefan einmal mehr spüren lassen, warum sich der Horrorfilm immer noch großer Beliebtheit erfreut. Zwar ist IN FEAR nicht sonderlich brutal; ertönt dann jedoch erst einmal der aggressiv-pumpende Bass während die Protagonisten in Panik durch den Wald flitzen, ist das weitaus verstörender als literweise Filmblut und Kunstgedärm.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
BLAIR WITCH PROJECT meets THE HITCHER. Schlichter, aber hochgradig verstörender Schocker, der dem Zuschauer mal wieder vor Augen hält, dass Genre-Werke nicht immer zwangsläufig nur in Blut ersoffen werden müssen. Loverings IN FEAR führt den Filmfreund zu den Wurzeln des Horrorfilms zurück. Seit nämlich ultra-harte Gewaltgurken unentwegt in den Heimkinos rotieren, ist das eigentlich Ziel von Horrorfilmen in Vergessenheit geraten. Regisseur JEREMY LOVERING holt die angestaubten Tugenden des Horrorfilms zurück auf die Leinwand und versucht es mal wieder mit der altmodischen Art: Dem Angst einjagen. Er macht die menschlichen Urängste zum Thema seines Streifens und ist dabei sogar noch recht gut darin. Zwar gibt’s trotzdem den obligatorischen Twist kurz vor Ende, bis dahin dreht LOVERING ziemlich geschickt an der Schock- und Spannungsschraube – ganz so wie einst die Altmeister des modernen Genrefilms. Gut gemacht!
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Zensur

 
 
 
IN FEAR setzt vermehrt auf Angst und Schocks, hält sich aber mit Gewalt weitestgehend zurück. Das hat dem Horrorfilm hierzulande eine ungeschnittene FSK 16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
in-fear-blu-ray

(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: In Fear; Großbritannien (2013)

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 21.08.2014

 
 
 

In Fear [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZOn kaufen

 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hitcher (1986)
 
Blair Witch Project (1999)
 
Funny Games (1997)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Jeepers Creepers (2001)
 

Filmreview: „The Night before Halloween“ (2013)

mischief_night 2013
 
 
 

MISCHIEF NIGHT – THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die blinde Emily ist allein zu Hause und erhält ungebetenen Besuch von einem maskierten Fremden, der statt leckerem Kuchen allerhand spitzes Mordwerkzeug mitgebracht hat …
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Wenn am 31. Oktober Halloween gefeiert wird, schlüpfen nicht nur freche Kinder und jung gebliebenen Erwachsene in möglichst schauerhafte Kostüme; auch bösartige Serienkiller und maskierte Psychopathen beginnen im Horrorfilm ihre grausamen Feldzüge mit Axt, Kettensäge und Machete. Das wohl bekannteste Exemplar wurde zweifelsohne 1979 von JOHN CARPENTER gedreht und hat mittlerweile sieben Fortsetzungen und zwei Neuverfilmungen nach sich gezogen. Der von CARPENTER geschaffene Kultschlitzer MICHAEL MEYERS hat der legendären HALLOWEEN-Reihe zu beachtlichem Ruhm verholfen und gehört neben Hockeymaskenträger JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) zu einer der ganz großen Ikonen des modernen Horrorfilms. Doch nicht nur das beliebte Halloween-Fest bietet sich immer wieder als Ausgangspunkt für bluttriefende Gruselstreifen an. In Amerika, Kanada und einigen Teilen Großbritanniens gehört die MISCHIEF NIGHT zu einer der beliebtesten Bräuche vorm Herbstfest der Druiden. An diesem Tag erhält ein jeder Bürger uneingeschränkte Narrenfreiheit und darf seinem Nachbarn einmal böse Streiche spielen, ohne dabei Konsequenzen tragen zu müssen. Die Tradition geht bis ins Jahr 1790 zurück und ist vor allem bei Teenagern und Kindern äußerst beliebt. Die hüllen nicht selten die Bäume der Nachbarn in Lagen von Toilettenpapier, sondern haben auch außerordentlich Spaß daran, die Fensterscheiben unliebsamer Mitmenschen mit Eiern zu bewerfen. Drehbuchschreiber und Regisseur RICHARD SCHENKMAN hat als Kind vermutlich so viel Freude an diesem unbändigen Treiben gehabt, dass er jene Tradition in der Nacht vor Halloween zum Mittelpunkt seines Filmes gemacht hat. SCHENKMAN dürfte eingefleischten Horrorzuschauern kein Unbekannter sein. Vor seinem aktuellen Home-Invasion-Thriller THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (im Original: MISCHIEF NIGHT) hat er sich mit ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES (2012) mit der Thematik Horrorfilm vertraut gemacht und sogleich Gefallen am „bösen“ Genre gefunden. Eine gute Entscheidung, konnte er sich doch bisher nie wirklich zwischen herzergreifendem Dramen-Kitsch und kruden Action-Thrillern entscheiden. Nach seichtem Comedymist fürs amerikanische Fernsehen und der überdrehten Zombiegurke aus den zweifelhaften ASYLUM-Trashstudios, dürfte SCHENKMAN mit THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN in Genrekreisen weitaus ernster genommen werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Sein neuster Streich ist nämlich bedeutend fieser, als das was er bisher gedreht hat und schlägt ernstere Töne an. In seiner Machart lässt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN mit dem bereits 2008 entstandenen Thriller THE STRANGERS vergleichen, in dem sich Darstellerin LIV TAYLOR zusammen mit Schauspielpartner SCOTT SPEEDMAN gegen eine Gruppe maskierter Irrer zur Wehr setzen muss, die Freude daran haben, unwissende Menschen zu terrorisieren um sich anschließend kaltblütig abzuschlachten.
 
In THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN ist das so ähnlich und Heldin Emily Walton (NOELL COET) wird zu Haus von einem maskierten Bösewicht überrascht, der sich in einen gelben Regenmantel gekleidet hat und nun an MISCHIEF NIGHT so seine ganz eigene Methode besitzt, der nichts ahnenden Teenagerin gemeine und todbringende Streiche zu spielen. Damit das abgedroschene Thema vom boshaften Killer und dem unterlegenen Opfer nicht ganz überraschungsarm abgehandelt wird, hat SCHENKMAN seiner Protagonistin ein Handicap gegeben. Neun Jahre zuvor hat die in Folge eines Autounfalls nicht nur die Mutter, sondern auch ihr Augenlicht verloren und quält sich seither mit schwerem Asthma, Schuldgefühlen und Erinnerungslücken durchs Leben. Immerhin findet die Jugendliche Trost bei Vater David (DANIEL HUGH KELLY) und Schwarm Jimmy (IAN BAMBERG), der lieber durchs Fenster steigt um Emily zu besuchen, als wie jeder andere auch an der Haustür zu klingeln. Für Vater David steht die erste weibliche Verabredung seit Jahren bevor und das sorgsame Familienoberhaupt lässt die kesse Emily mit mulmigem Gefühl daheim zurück. Ganz so Unrecht hat er mit seiner Vorahnung nicht, denn kaum ist der Vater aus dem Haus, schleicht sich ein unwillkommener Eindringling in das riesige Anwesen und verfolgt die blinde Tochter auf Schritt und Tritt. Deren übrige Sinne schlagen bald Alarm und sie beginnt, sich gegen den bewaffnete Killer zur Wehr zu setzen.
 
Die körperlichen Beeinträchtigungen seiner Protagonisten haben schon so manchem Horrorfilm aus der Patsche geholfen, denn mit so einem gemeinen Handicap lassen sich allerhand lustige Dinge veranstalten. Dank der blinden Emily wird aus dem austauschbaren Home-Invasion-Slasher ein spannendes Überlebensfilmchen, dass nicht nur unterhaltsam mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, sondern auch ganz hinterlistig mit der Sehbehinderung seiner Heldin spielt. Das fängt bereit mit der Bedienung des Handys an. Emily will den Notruf mittels Sprachwahl wählen, scheitert aber am Akkustand ihres mobilen Telefons, den sie nicht sehen kann. In einer weiteren Szene fällt der Protagonistin Geschirr auf den Küchenboden. Anfänglich kann sie den Scherbenhaufen glimpflich umgehen, während sie in einer hektischen Fluchtszene später direkt in das spitze Glas tritt. Der Killer bewegt sich geisterhaft durchs gesamte Haus und ist für den Zuschauer immer ersichtlich. Emily besitzt den Vorteil nicht und schleicht sich von Zimmer zu Zimmer ohne zu wissen, dass sie von der maskierten Gestalt auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet wird. Am Ende flüchtet die erblindete Heldin aus dem abgelegenen Elternhaus orientierungslos in die Dunkelheit der Nacht und stolpert ganz ungewiss über die hinterlistige Blutspur und die erdolchten Opfer des unbekannten Killers. Mit makabren Schockmomenten wird in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nicht gegeizt und das nicht minder fiese Treiben wertet den eigentlich belanglosen Slasher ganz nebenbei positiv auf. Zudem hebt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nennenswert von üblicher Videoware ab. Der Film wurde professionell gedreht und entwickelt sogar ab und an so etwas wie richtiges Gruselfeeling mit Spannung. Vor allem den gut und sympathisch agierenden Darstellern ist es zu verdanken, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN sehbar und erträglich bleibt. Emily wird zugänglich von NOELL COET verkörpert, die sich am Ende als mutige Rache-Queen entpuppt und das kurzweilige Katz-und-Mausspiel Dank motorisierten Gartengeräts in die tiefrote Körperflüssigkeit taucht. Einen Gastauftritt gibt es übrigens auch zu sehen. Schauspiellegende RICHARD RIEHLE gibt sich die Ehre mal kurz als ahnungsloser Helfender über die Landstraße zu düsen, um wenig später dem Killer in die Arme zu laufen. Der Amerikaner hat nämlich zuletzt gern mal in Horrorfilmen vorbeigeschaut. Nach HALLOWEEN 2 (2009), CHILLERAMA (2011) und TEXAS CHAINSAW 3D (2013) folgt nun ein Cameo in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – den Horrorfan freut’s.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS meets THE PURGE – DIE SÄUBERUNG. Kleiner, aber feiner Psycho-Thriller mit gut platzierten Schock-und Gruseleffekten und überraschend hinterlistigen Wendungen. Nach eher bescheidenem Schaffen hat ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES-Regisseur RICHARD SCHENKMAN seinen ersten richtig guten Horrorfilm gedreht. Trotz altbekannter Story vom Mädchen, das zu Haus von einem Killer durch die Räumlichkeiten gejagt wird, schafft SCHENKMAN das Kunststück, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (oder MISCHIEF NIGHT, so der Originaltitel) niemals langweilig ist oder Leerlauf erhält. Wer das Home-Invasion-Genre mag, kann bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Anfänglich dürfte es den Horrorfan wundern, warum THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN erstaunlich handzahm abgehandelt wird. Für einen Slasher gibt es erstaunlich wenige Opfer und auch die Meuchelszenen lassen lang auf sich warten. Am Ende jedoch erwacht THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN aus seinem Dornröschenschlaf, damit auch der Gorehound auf seine Kosten kommt. Viel gibt es zwar nicht zu sehen; für eine ungeschnittene FSK16 hat es dennoch gereicht. Trotz Jugendfreigabe besitzt das Heimkinomedium jedoch einen roten KJ-Flatschen. Die Ursache ist ein Trailer, der von der FSK nur für Erwachsene freigegeben wurde und sich auf die DVD/ Blu-ray befindet.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Night-Before-Halloween-blu-ray

(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mischief Night; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes-Feature, Originaltrailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

The Night Before Halloween (Uncut) [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Crawl – Home Killing Home (2011)

Home Sweet Home (2013)

You´re Next (2011)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Filmreview: „Home Sweet Home“ (2013)

home-sweet-home-2013
 
 
 

HOME SWEET HOME

Story

 
 
 
Frank und Sarah sind ein glückliches Paar. Nach einer durchzechten Partynacht zieht es die beiden zurück in die heimischen vier Wände, wo sie jedoch bald feststellen müssen, dass dort irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Die Erklärung offenbart sich schnell. Ein Killer hat sich Zugang zur Wohnung verschafft und beginnt nun ein erbarmungsloses Spiel mit dem jungen Paar zu spielen. Jegliche Fluchtwege sind verbarrikadiert, ein Entkommen scheint unmöglich …
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus Frankreich sind inzwischen häufig Garanten für deftigen Schlachthaus-Stil. Nach Beispielen wie HIGH TENSION, MARTYRS, INSIDE und FRONTIER(S) steht Gekröse aus dem benachbarten Ausland nach wie vor für astrein-derbes Splatter-Vergnügen, auch wenn der Erfolg solch „böser“ Produktionen in den letzten Jahren merklich abnehmen musste. Auch Regisseur DAVID MORLET ist einer derer, der sich zu jener jungen Garde mutiger Filmemacher zählen darf, der es eindrucksvoll gelang, den unlängst vergessenen europäischen Horrorfilm zurück in die Lichtspielhäuser der Welt zu transferieren. Sein düsteres Weltuntergangszenario MUTANTS aus dem Jahre 2009 dürfte dem interessierten Horrorfilmfan noch merklich in Erinnerung sein und gehört zu einem der wenigen noch sehenswerten französischen Beiträge. Nun wandelt der Regieneuling auf internationalen Pfaden, was kaum verwundert, wenn man sich die steilen Karrieren seiner ebenso erfolgreichen Landsgenossen betrachtet. Ob ALEXANDRE AJA, XAVIER GENS oder PASCAL LAUGIER; für sie alle bot der moderne, französische Horrorfilm das Sprungbrett ins lukrative Hollywood, wo ihnen die Möglichkeit geboten wurde, ihr cineastisches Talent mittels hoch budgetierten Hochglanzstreifen breitem Publikum zugänglich zu machen.
 
HOME SWEET HOME von DAVID MORLET betritt die just besprochenen internationalen Pfade. Der Home-Invasion-Thriller ist sein englischsprachiger Einstand. Vom klassischen Heim-Terrorfilm Marke FUNNY GAMES (MICHAEL HANEKE), und KIDNAPPED (MIGUEL ANGEL VIVAS) inspiriert, verbrennt er hier ein durchaus beängstigendes Slasher-Feuerwerk, dass zwar bei Weitem nicht die brutale Intensität eines INSIDE (ALEXANDRE BUSTILLO, JULIEN MAURY) erreicht, aber doch für 80 Minuten schweißtreibende Schocker-Unterhaltung sorgt. Die Umschreibung „Schocker“ kommt HOME SWEET HOME dabei ganz gelegen, denn nach all den ultra-brutalen Folterwerken der Vergangenheit holt Regisseur MORLET die traditionellen Zutaten des einst so berüchtigten Horrorkinos zurück auf die große Leinwand. Schreckhaften Gemütern sei mit dieser Kritik an Herz gelegt, dass HOME SWEET HOME in Bezug auf treffsichere Schocks ein ganz schön fieses Filmchen ist, das den Horrorfilmfreund nicht nur einmal ziemlich gemein zusammenzucken lässt. Auch wenn einige dieser Momente erheblich vorhersehbar erscheinen, verfehlen sie ihre Wirkung nur sehr selten. Anders als in klassischen Home-Invasion-Thrillern beginnt HOME SWEET HOME nicht damit, die potenziellen Opfer ausführlich zu charakterisieren. Die ersten 15 Minuten sind gänzlich dem identitätslosen Psychopathen gewidmet, der sich Zutritt zu einem ihm unbekannten Haus verschafft, die Räumlichkeiten studiert und mögliche Fluchtwege versperrt. Danach bereitet er sich auf sein Verbrechen vor, kleidet sich in seine „Arbeitsuniform“ und versteckt sein Gesicht hinter einer perfiden Maskierung. Erst nachdem er seine Vorbereitungen getroffen und sich ein Versteck im Anwesen gesichert hat, werden die potenziellen Opfer eingeführt, die bald realisieren müssen, dass es kein Entkommen aus dem vermeintlich sicheren Heim gibt.
 
HOME SWEET HOME ist ein Paradebeispiel, wie finsterer, gemeiner Horror auszuschauen hat. Auch wenn die Geschichte im Grunde genommen kaum Neues zu bieten hat, durchlebt der Zuschauer zusammen mit den beiden Opfern ein wahres Martyrium, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ungewöhnlicherweise hält sich MORLET gesittet mit dem Abhandeln obligatorischer Schauwerte zurück, was ein wenig verwundert, wenn man sich den Horror-Mainstream vor Augen führt, der aktuell erfolgreich über die internationalen Leinwände flimmert. Die Taten des unbekannten Killers werden zwar angedeutet, jedoch im Off zelebriert, so dass der Zuschauer oftmals nur das Ergebnis der kranken Handlungen zu Gesicht bekommt. Dem vorliegenden HOME SWEET HOME schadet diese Prämisse jedoch keineswegs, wirkt der Film gerade aufgrund seiner durchweg wortkargen und sachlich protokollierten Inszenierung erstaunlich hart und lässt natürlich gegen Ende noch soviel Lebenssaft fließen, dass zumindest der Gorehound zufriedengestellt werden kann. Leider trüben einige altbackene Klischees wie so oft den durchweg positiven Gesamteindruck. So mag man als Zuschauer schon wieder rein gar nicht verstehen wollen, warum der Handyempfang ausgerechnet in solchen Situationen wie diesen auszufallen beginnt und die Protagonisten teilweise vollkommen unüberlegt handeln. Zudem wirkt die letztendliche Auflösung des gesamten Spuks etwas arg reißerisch und ziemlich makaber, was aber dennoch kein Grund sein sollte, HOME SWEET HOME zu verschmähen.
 
DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist erstaunlich kompromissloser Erwachsenen-Horror, der souverän inszeniert wurde und teilweise schon deutlich professioneller und polierter daherkommt, als sein Erstlingswerk MUTANTS. Der Genre-Freund darf sich überraschen lassen, was MORLET als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Dass er ein sicheres Händchen in der Umsetzung spannender Schocker besitzt, beweist er mit HOME SWEET HOME eindrucksvoll. Der Film ist zwar kein Meisterwerk, hebt sich im Vergleich zu all den austauschbaren Filmchen der letzten Zeit aber allemal positiv ab.
 
 
 


 
 
 

Home Sweet Home – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schockintensiver Home-Invasion-Thriller für nervenstarke Filmfreunde. DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist ein ziemlich schmerzhafter Horrorfilm geworden, der den Vergleich zu ähnlich gestrickter Terrorware nicht scheuen braucht.
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Zensur

 
 
 
Zwar sind die hier bebilderten Gewaltszenen durchaus hart anzuschauen. Dennoch schwenkt die Kamera wohlwollend in den entscheidenden Momenten weg, so dass dem Zuschauer allzu grausame Szenen erspart bleiben, was aber nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass der Film dadurch weniger schroff wirkt. Es gibt immer noch genügend Gewaltakte, was begründet, warum der Film in seiner ungeschnittenen Fassung seitens der FSK mit der KJ-Kennzeichnung eingestuft wurde.
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Home-Sweet-Home-2013-Blu-ray-Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Home Sweet Home; Frankreich/Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Detscher Trailer, Trailershow mit zehn Trailern aus dem Katalog des Anbieters (alle in dt. Sprache)

 
 
 
Anbieter MAD DIMENSION erweitert die Reihe an Horrorveröffentlichungen um HOME SWEET HOME, wobei für den Filmfreund erfreulich sein dürfte, dass es der Film ungeschnitten durch die FSK geschafft hat. Die optische Präsentation des Einlegers orientiert sich an der Gestaltung der übrigen Titel des Hauses und macht sich zusammen mit dem edlen, schwarzen Keep Case hervorragend im Sammlerregal. Nach dem Einlegen der Blu-ray geht es direkt in ein Hauptmenü. Das ist zwar nicht wirklich schön, erfüllt aber seinen Zweck. Neben einer deutschen Tonspur hat der Zuschauer die Möglichkeit den Streifen auch in Englisch zu sehen. Bei der deutschen Synchronisation wird man jedoch schnell feststellen, dass hier etwas wenig Herzblut investiert wurde, denn die Übersetzung ist etwas unglücklich ausgefallen. Zwar sind hier keine Laien am Werk, trotzdem mag man partout nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die Sychronstimmen irgendwie nicht wirklich zu den Darstellern passen möchten. Da im Film ohnehin kaum gesprochen wird und die Sprecher ihre Arbeit dennoch gut meistern, ist dieses kleine Manko aber zu verschmerzen. Tonal gibt es an der DTS-HD MA 5.1-Abmischung nichts zu meckern und auch beim Bild wird dem Horrorfan ein hochwertiger Transfer geboten. Das Bild überzeugt durch gute Schärfe und die vorwiegend erdigen und farblos-düsteren Bilder unterstreichen die arg unangenehme Atmosphäre des grausigen Geschehens optimal. Bei den Extras ist jedoch mal wieder Flaute. Mangelnde Extras gehören vermutlich bei Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION zum Standard, denn auch die bisherigen Blu-rays des Anbieters besaßen bisher kaum Bonusmaterial. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und eine Trailershow mit zehn Werbefilmchen weiterer Streifen von MAD DIMENSION hat es nichts Nennenswertes auf die Scheibe geschafft. Im Falle von HOME SWEET HOME ist das etwas schade, da es sich schließlich hier um einen Streifen der neuen, jungen französischen Horrorgarde handelt, die mit HIGH TENSION, MARTYRS und MUTANTS den etwas deftigeren Horror zurück in die europäischen Lichtspielhäuser gebracht hat. Auch wenn es noch nicht einmal optionale Untertitel für gehörlose Zuschauer (und die, die sich gern Filme im Original anschauen) gibt, mildert immerhin ein Wechselcover ohne FSK-Flatschen den Ärger des Filmfreundes.
 
 
 

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HOME SWEET HOME – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Filmreview: „Bloody Bloody Bible Camp“ (2012)

Bloody Bloody Bible Camp
 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP

Story

 
 
 
Es ist 1977 und eine Gruppe bibeltreuer (*hust*) Teenager begibt sich für einige Tage in das fromme „Happy-Day-Bibel-Camp“, dass sich inmitten eines dicht bewachsenen Waldgebietes befindet. Doch an Beten und Beichten ist hier nicht zu denken, denn die gelüstge Rasselbande hat Anderes im Sinn. Schnell sind einige Joints gedreht und Alkohol gekauft, als auch schon eine vermummte Gestalt durchs Geäst schleicht und die Jugendlichen für ihr unchristliches Verhalten mit dem Tode bestraft. Sieben Jahre später, die Morde der sadistischen Nonne Mary Chopper (TIM SULLIVAN) gehören bereits unlängst der Vergangenheit an, wagen sich erneut einige Teens in das sagenumwobene Feriencamp. Trotz ausdrücklicher Warnungen der Einheimischen, lässt sich Pfarrer Richard Cummings (REGGIE BANNISTER) nicht von seinem Vorhaben abbringen, zusammen mit seiner kleinen Herde unerzogener Gören einige nette und erlebnisreiche Tage in dem geheimnisvollen Feriencamp zu verbringen. Unbeirrt richten sich die Jugendlichen häuslich ein, als auch schon der erste unsittliche Teen spurlos verschwindet …
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Kritik

 
 
 
Als 1971 der erste moderne Teen-Slasher mit dem Titel IM BLUTRAUSCH DES SATANS über die weltweiten Kinoleinwände flimmerte, hatte vermutlich kaum ein ernstzunehmender Filmkritiker mit derart Langlebigkeit dieses Horror-Subgenres gerechnet. Wurde die Popularität des Slasherfilms mit HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS und FREITAG DER 13. maßgeblich gefestigt, so löste der finanziell äußerst lukrative Teen-Slasher in den 80er Jahren einen wahren Horror-Boom aus. Vor allem unter Jugendlichen genossen die teilweise arg derben und billig heruntergekurbelten Filmchen Kultstatus und brachten eine regelrechte Lawine von thematisch ähnlichen Filmen ins rollen. Ob SLEEPAWAY CAMP, THE BURNING oder A NIGHTMARE ON ELM STREET – kaum ein Filmstudio existierte, das nicht auch einige Dollars aus dem bereits totgetrampelten Genre herausschlagen wollte und mehr oder wenige sinnvolle Beiträge ins Kino brachte oder direkt auf VHS veröffentlichte.
 
 
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Der vorliegende Horrorfilm BLOODY BLOODY BIBLE CAMP ist einer dieser Film, der vermutlich perfekt in jene Zeit gepasst hätte und der heute vermutlich nur eingefleischten Nostalgie-Horrorfans ein enthusiastisches Lächeln entlocken dürfte. BLOODY BLOODY BIBLE CAMP gehört zu der Art von Filmen, die sich ehrfürchtig vor den ganz großen Slasher-Klassiker der 70er und 80er verbeugen und versuchen wollen, den naiven aber dennoch liebenswerten Charme der diversen Teenager-in-Angst-Filmchen in das aktuelle Jahrtausend zu transferieren. Anstatt jedoch die bekannten Klischees dieser Filmchen uninspiriert abzuhandeln, versuchte Regisseur VITO TRABUCCO seine Geschichte mit einem gehörigen Augenzwinkern zu versehen, denn BLOODY BLOODY BIBLE CAMP ist kein Film, den man Ernst nehmen sollte. Die Richtung dieser Teenager-Farce ist schnell ergründet und so erweist sich „Das blutige Bibel-Camp“ als eine groteske Mischung aus bekanntem FREITAG DER 13.-Franchise sowie diversen TROMA-Werken der frühen 80er Jahre, ohne jedoch nur annähernd deren Genialität zu erreichen. Dabei stellt sich schnell heraus, dass Trabucco die zugrundeliegenden Klassiker erstaunlich genau studiert haben muss, denn BLOODY BLOODY BIBLE CAMP bietet ein wahrhaftig umfangreiches Sammelsurium bekannter Metapher und Klischees der wegweisendsten Teen-Slasher, die im Schlagabtausch mit Unmengen pubertärer Fäkalwitzchen um die Gunst der Zuschauergunst buhlen wollen. Anfänglich gelingt dem Film das erstaunlich gut. Trotz aller Political Incorrectness und der immensen Anzahl haarsträubender Geschmacklosigkeiten weiß das blutige Bibel Camp mit einer unverbrauchten Frische und erheblichen Kurzweil zu überzeugen. Hierbei gestaltet sich das offensichtlich schlechte Schauspiel der (von mindestens 30jährigen Schauspielern gespielten) überdrehten Teens als unglaublich komisch. Die Absurditäten-Schau wird zudem mit einer reichlichen Priese Slapstick angereichert, welcher nicht selten für einige Schenkelklopfer sorgt. Dass selbst die wenigen Schauspieler am Set einen gehörigen Gaudi gehabt haben müssen fällt direkt ins Gewicht, denn selbst Filmlegende REGGIE BANNISTER (PHANTASM) versprüht einen erfrischenden Ehrgeiz, der sich direkt auf den Zuschauer überträgt.
 
 
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Leider schafft es BLOODY BLOODY BIBLE CAMP nicht, das anfänglich arg ansprechende Tempo konsequent über die ganze Filmlaufzeit zu halten. Nach den ersten Morden dauert es eine geschlagene Stunde, bis Schwester Mary Chopper (übrigens gespielt von TIM SULLIVAN, der sich zuletzt als Regisseur für die Filme CHILLERAMA, 2001 MANIACS verantwortlich zeichnete) ihr blutgieriges Treiben fortsetzen darf. Der enorme Leerlauf und die mangelnde Gag-Rate im Mittelteil des Films stellen hierbei das größtes Manko dieser Horrorparodie dar. Auch wenn einige nackte Tatsachen vor allem männliche Zuschauer vortrefflich munden dürften, so kann BLOODY BLOODY BIBLE CAMP nicht verbergen, dass hier einiges an Potenzial mangels unausgegorenen Drehbuch verschenkt wurde.
 
 
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BLOODY BLOODY BIBLE CAMP ist einer der wenigen Vertreter des Slasherfilms, der gar nicht vertuschen möchte, dass er eigentlich vollkommen hirnrissig ist. Hier werden bekannte Teenager-in-Angst-Klischees aus bekannten Klassikern, wie FREITAG DER 13. und HALLOWEN auf die Schippe genommen und mit reichlich pubertierenden Fäkalhumor gewürzt. Der hirnlose Muskelprotz ist die gesamte Filmlaufzeit über damit beschäftigt, die naive Top-Model-Barbie in die Kiste zu bekommen. Hinzukommt, dass sich der einzelgängerische Außenseiter mit einem reichlich naiven Fettwanst das Zimmer teilen muss und Pfarrer Cummings weniger am Wohl seiner Schützlinge interessiert ist, statt vielmehr unter Drogenkonsum in seinen schwulen Männermagazinen zu blättern. Die bewusst miese Charakterzeichnung birgt einige haarsträubende Stereotypen, die den Film jedoch erfrischend bereichern. Leider reduzieren sich die positiven Ansätze der vollkommen überdrehten Freakshow vorwiegend auf den Anfang des Films. Auch wenn einige Ideen an die goldene Ära des TROMA-Studios erinnern, so schafft es BLOODY BLOODY BIBLE CAMP in leider nur wenigen Momenten die grandiose Kreativität und den gesellschaftskritischen Zynismus der 80er Jahre Kultfilm-Schmiede zu erreichen. Trotzdem, gerade Horrorfilmfans, die eine Vorliebe für vollkommen sinnentleerten Trash besitzen, dürften an dem vorliegenden Nonsens vermutlich ihre helle Freude haben. Zum unübersehbaren Overacting der Protagonisten gesellen sich vollkommen superbe (handgemachte!) Splatterszenen, die trotz aller Liebe zum Detail eher ein lauthalses Lachen entlocken können, als markerschütternde Abscheu!
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Herrlich trashige und bewusst überzogen inszenierte Persiflage der gesamten Slasher-Werke der 80er Jahre, die bei weitem besser ist, als einige ernste und aktuelle Vertreter der Teenager in Angst-Filme.
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Zensur

 
 
 
Aufgrund vollkommen übertriebener Splatterszenen, hat BLOODY BLOODY BIBLE CAMP hierzulande eine Freigabe mit rotem FSK-Flatschen erhalten. Diese ist ungeschnitten – aber erst für Volljährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloody Bloody Bible Camp; USA 2012

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Featurette, Making of, Slide Show

Release-Termin: 23.03.2018

 

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BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Trailer

 
 
 


 

Hellraiser80

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
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Filmreview: „Smiley“ (2012)

Smiley (2012)
 
 

SMILEY

Story

 
 
 
Die unbeholfene und zurückhaltende Ashley ist neu an der Uni und findet Halt bei ihrer Kommilitonin, Mitbewohnerin und Freundin Proxi, die ihr Unterschlupf in ihrer Villa bietet. Bei einer trinkfreudigen Party erfahren die beiden von der urbanen Legende des SMILEY. Einem ominösen Serienkiller, der durch das World Wide Web spukt und seinen Opfern in diversen Cam-Chat-Räumen auflauert. Glaubt man den mysteriösen Erzählungen, so meuchelt die ominöse Gestalt den ahnungslosen Chatpartner kaltblütig nieder, sobald man virtuell drei mal nach ihr ruft. Zuvor noch als Hirngespinst belächelt, beginnt die seltsame Legende das Interesse der beiden Freundinnen zu wecken. Schnell durchstöbern die beiden die unzähligen Chaträume des Internets um nach einem potenziellen Probanden für ihr makabres Experiment zu suchen. Der lässt nicht lange auf sich warten und so staunen die beiden Mädchen nicht schlecht, als das Gegenüber von SMILEY höchstpersönlich ins Jenseits befördert wird, nachdem die Freundinnen drei Mal den Satz „I did it for the lulz“ in das Dialogfeld ihres Laptops hämmern. Anfänglich noch für einen schlechten Scherz gehalten, ist es Ashley die nach und nach von Schuldgefühlen geplagt wird und scheinbar den Verstand zu verlieren scheint, weil sie glaubt von SMILEY verfolgt und tyrannisiert zu werden.
 
Ist der Killer wirklich real, oder entspringt er allein nur der Vorstellungskraft der labilen Ashley?
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Kritik

 
 
 
Wer kennt sich nicht, die urbane Legende der Bloody Mary, die auch heute noch Stoff für immer wieder neue Horrorfilm-Produktionen bietet. Unzählige Unwissende haben in den bisher diversen Genre-Filmen mit ihrem Leben gepokert, nachdem sie drei mal erwartungsvoll nach dem Geist der jungen Damen gerufen haben. Und auch der aktuelle Horrorbeitrag SMILEY macht keinen Hehl daraus, sich dreist dieser altbekannten Geschichte zu bedienen, um sie ins 21.Jahrhundert zu transferieren und die Erzählung rundum erneuert ins Internet zu verlegen, damit sie unweigerlich zum aktuellen Zeitgeschehen passt. Eigentlich keine schlechte Idee, wäre da nicht das unglaublich miese, unwichtige und vollkommen hirnrissige Drehbuch, dass dem Film regelrecht das Genick bricht. Denn SMILEY ist einer dieser kleinen Horrorproduktionen, die Dank eines hübsch-ansprechenden Trailers mehr versprechen, als der Film selbst überhaupt zu bieten hat. So wirklich einordnen lässt sich MICHAEL J. GALLAGHERS aktuelle Regiearbeit nämlich nicht. Denn gänzlich der Erwartungen der Fan-Base handelt es sich bei SMILEY um keinen traditionellen Teenie-Slasher, wie man es vermutlich nach Sichtung des Trailers erwarten dürfte. Vielmehr beschäftigt sich Gallagher mit dem Phänomen „Internet“, dessen Verbreitungs- und Manipulationsmöglichkeiten und dem Tabuthema des „Cyber-Mobbings“, dessen Auswirkungen meist katastrophale Auswirkungen für die Betroffenen zur Folge hat. Hierbei jongliert der Nachwuchsregisseur derart engstirnig mit der kontroversen Thematik, dass er gänzlich den Bezug zum eigenen Film zu verlieren scheint und vollkommen vergisst, dass er eigentlich einen Horrorfilm erzählen möchte. Warum er letztendlich ein derart brisantes Thema überhaupt mit einem Genre-Film verbindet vermag Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER vermutlich selbst nur allein zu beantworten wissen, denn SMILEY kocht derart Erklärungs- und Interpretationsansätze auf Sparflamme. Filmfreunde, die hier einen bluttriefenden Slasher-Flick erwarten, dürften bedingungslos enttäuscht werden, denn von derben Morden ist (abgesehen zu Beginn und kurz gegen Ende) weit und breit keine Spur. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte einzig und allein auf die labile Ashley, die in regelmäßigen Abständen das mysteriösen Internet-Phantom zu Gesicht bekommt, davon läuft und allmählich den Versand zu verlieren scheint, zumal ihr niemand Glauben schenken und ihr bei dem Kampf gegen den Killer beistehen möchte.
 
Dabei beginnt dieser Horror-Schnell-Schluss eigentlich recht vielversprechend. Die Einführungssequenz beweist Talent sowie handwerkliches Geschick und der obligatorische Intro-Mord sitzt mit all seinen vorhersehbaren Schocks deftig. Auch der ominöse Killer, der in seiner Darstellung eher Übernatürliches vermuten lässt, weiß mit seiner grotesken Maske zu überzeugen. Doch statt auf konventionellen Wege altbekannte Regeln und Klischees abzuhaken verliert sich SMILEY in purer Langeweile. Der gesamte Film hat damit zu kämpfen, überhaupt irgendeine halbwegs vernünftige Geschichte zu erzählen. Dabei darf der Zuschauer der jungen Ashley beiwohnen, wie sie verwirrt und planlos von einem Setting zum nächsten irrt. Die junge Protagonistin kämpft sich durch das stressigen Uni-Leben, vergnügt sich mit einem seltsamen Außenseiter und sitzt verzweifelt auf der Polizeiwache, um die Beamten von der Existenz eines Internet-Killers zu überzeugen. Wirklich spannend wird es zu keiner Zeit, ganz Geschweige davon, dass der maskierte Mörder überhaupt erwartungsgemäß zur Tat schreitet.
 
Bis kurz vor Ende bleibt ungewiss, ob der Killer real oder fiktiv ist, wobei der unerwartete Story-Twist einmal mehr beweist, wie armselig so mancher Drehbuchschreiber um sein Überleben pinseln muss, um seine unlogischen Drehbücher an den Mann bringen zu können. Die letztendliche Auflösung der Geschichte gestaltet sich derart hanebüchen und aufdringlich konstruiert, dass man sich als hungriger Horrorfilmfreund schon irgendwie hintergangen fühlt und am liebsten das Geld für das Kinoticket zurück erstreiten möchte. Mit seinen gerade einmal 24 Jahren hat Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER einen wahrhaft souverän gedrehten Film abgeliefert – zumindest was technische Belange betrifft. Inhaltlich ist SMILEY null die Bohne wert, denn selten hat man einen Film gesehen, der soviel Potenzial verschenkt hat. Der Killer ist Bombe, dessen Maske wahrlich unheimliche und die Tatsache, dass er aus dem Internet heraus auf unnatürlichem (?) Wege seinen Blutdurst stillt, eigentlich überaus spannend. Das Endergebnis ist eine einzige Enttäuschung. Keiner der guten Ansätze wurde überhaupt genutzt und so bleibt ein überaus unwichtiger und gehaltloser Film, der absolut unspannend vor sich her plätschert und dessen durchaus konstruiert wirkendes Ende diesen bedeutungslosen Film auch nicht mehr über den Durchschnitt rettet.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Selten hat man einen Film gesehen, der trotz guter Voraussetzungen sein gesamtes Potenzial verschenkt hat. SMILEY ist trotz gutem Killer-Design ein arg öder Gruselstreifen, der des reißerischen Covers/Trailers wegen vollkommen falsche Erwartungen weckt.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Zensur

 
 
 
Aufgrund kaum vorhandener Morde ist die deutsche Fassung ungeschnitten mit FSK16 durch die Prüfstelle gekommen. Demnach kann der Horrorfan beruhigt zugreifen. Für eine Freigabe musste nämlich an SMILEY nicht geschnippelt werden.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
SMILEY Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Smiley; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Deleted Scenes, Gag Reel, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 

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Smiley – Trailer

 
 
 


 
 
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