Filmkritik: „Crash“ (1996)

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CRASH

Story

 
 
 

James Ballard (der damals noch attraktive James Spader) hat Stress mit seiner Gattin. Das anstrengende Modell der offenen Beziehung wird zelebriert, trotzdem ist alles doof. Nach einem Unfall gerät Ballard an den perversen Dr. Vaughan, dem die orthopädische Beinschiene des jungen Mannes auffallend gut gefällt. Über Vaughan geraten die Ballards in die Szene von Irren, die einen Fetisch für Unfallfotos hegen und sich auch selbst in Autounfälle verwickeln, schlichtweg weil es sie geil macht. Da ist der Tod bloß ein mehr oder weniger angenehmer Nebeneffekt. Was für ein Film!

 
 
 


 
 
 

CRASH – Kritik

 
 
 
Das Spiel heißt „Symphorophilie“. Man lernt hier auch als Autor nicht aus. Jene S. bezeichnet den sexuellen Lustgewinn durch das Betrachten von Tragödien oder Katastrophen. Grinsen beim Tippen. Erinnerung an den heimlichen Comedy-Roman des stinkeligen Marquis de S., „Die 120. Tage von Sodom“ natürlich, auf dessen kakophonischem Final-Spurt der wahnwitzige Satz „er entlud sich, während er das Gemälde eines Vulkanausbruchs betrachtete“ zur Erwähnung kommt. Schwindelerregend behämmert ist da der Lesespaß und bemitleidenswert simpel jene unserer Mitmenschlein, die in solchem Provokations-Mumpitz auch nur ein Körnchen Ernsthaftigkeit vermuten wollen. Die Protagonisten von „Crash“ sind Symphorophile mit einer wahrlich unappetitlichen Kante der Moderne obendrein dazu. Bestialische Autounfälle stellen den ganz speziellen Fick-Kick jener gelangweilten Bande von dekadenten Zivilisations-Opfern dar. Doch keine Gemälde von Naturkatastrophen sind’s hier, nein, zermatschte menschliche Leiber, auf perverse Art sexualisiert ineinander verschlungen mit den durch brutale Aufprall-Gewalt deformierten Bauteilen internationaler Autoingenieurs-Kunst.
 
 
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Da ist sie wieder: die Sache mit dem Body-Horror als Lehre von der Vernichtung des Menschen. Für einen Autor vom Kaliber J.G. Ballards muss schon jemand ran, den die filmhistorische Fachliteratur gewöhnlich als Schöpfer des so gern benutzten Begriffs oder Subgenres „Body Horror“ aufzuführen pflegt: Niemand anderes als David Cronenberg ist natürlich gemeint. Der kanadische Misanthrop sorgt seit den Siebzigern dafür, dass die Skalpelle der Körperzerstörung auch tödliche Schnitte in der unsterblichen Seele hinterlassen. Das gilt für die bedauernswerten Protagonisten seiner Filme genau wie für das Publikum seiner Kinofilme. In seiner dystopischen Science-Fiction-Parabel „Scanners“ lassen telekinetisch begabte Menschen die Köpfe ihrer Feinde zum Zerplatzen bringen. Bei „Die Unzertrennlichen“ und „Die Fliege“ geht es um eine außer Kontrolle geratene und sich zum Schöpfer-Gott aufgeschwungene Wissenschaft, die abseits moralischer und ethischer Normen vollends die Menschlichkeit verliert. Oder sein unumstößliches Frühachtziger-Meisterwerk „Videodrom“, in der in völliger Gottlosigkeit einer Gegenwart des Verfalls neue Menschen kreiert: „Long live the new flesh!“ heißt es dort in unglaublich Hinterhalts-faschistischer Wucht. „Crash“ ist einer seiner letzten Filme, die sich dem, was unter Körperhorror laufen dürfte, widmen. Das „Neue Fleisch“ bei „Crash“ ist eine sterbende Masse zerfetzter Menschen, verbunden mit Chrom und Stahl. Man denkt an Shinya Tsukamotos japanische Maschinenmenschen-Granate „Tetsuo – The Iron Man“ aus den kokain- und wahnsinnsgetriebenen achtziger Jahren. Nur eleganter, ruhiger und ohne comichafte Überzeichnungen gefilmt. Eher eine Meditation über die pure Perversion des Lustgewinns durch körperliche Zertrümmerung.
 
 
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Autor der Buchvorlage ist J.G. Ballard (1939 – 2009). Der arme Mann befindet gegenwärtig an unheimlichen Rand des öffentlichen Vergessenwerdens. Das war beileibe nicht immer so. Der in Shanghai geborene Brite gilt zeitweise als Fackelträger einer neuen Schule der Science-Fiction. Seine Romane mit postapokalytischen Settings zählen zu den Favoriten einer amphetamin-aufgeladenen Generation von Lesern. In der Tradition großer Autoren der Phantastik halten sie dem Leser einen Spiegel vor Augen, nutzen den Kunstgriff, Verhalten und Irrungen der Gegenwart in Zukunftsvisionen zu karikieren. Sozialkritisch auch sein Roman „High-Rise“, der erst 2015 vom großartigen Ben Wheatley verfilmt wird. „Crash“ entstammt Ballards Phase von Horror-Kurzgeschichten mit drastischen Gewaltszenarien und deftigen Verknüpfungen dieser Gewalt mit Sex-Fantasien im Mittelpunkt.
 
 
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CRASH – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Crash“ ist ein Film, dessen schlechtes Standing uns ratlos zurücklässt. Es muss wohl an der hiesigen Veröffentlichungspolitik liegen, aufgrund derer der Film nach seiner halbwegs erfolgreichen Kinoauswertung 1996 so untergegangen ist. Schon auf VHS war er nicht leicht zu bekommen, DVDs waren ebenfalls rar gesät. Anders können wir uns nicht erklären, wie die vergiftend dichte und harte Verfilmung einer Story von J.G. Ballard durch David Cronenberg nicht verbreiteter und bekannter ist. Die neue Scheibe gehört in den Schrank jedes Horrorfans, der sich auch mal in die feuchten Keller grausigster Psychosen wagt und nicht nur Gore oder Jump Scares als Merkmale des Genres einfordert.
 
 
 


 
 
 

CRASH – Zensur

 
 
 
„Crash“ erhielt für eine Kinoaufführung in den USA eine NC-17-Freigabe und wurde für ein R-Rating um einige Szenen entschärft. Hierzulande bekam die NC-17-Fassung in ungeschnittener Form eine FSK 18-Einstufung. Diese Fassung wurde 2012 erneut der FSK vorgelegt. Letztere attestierte „Keine Jugendfreigabe“. Demzufolge kann der Streifen nun nicht mehr indiziert werden. Diese Fassung ist nun auch auf der erhältlichen Blu-ray von TURBINE MEDIEN enthalten. Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

CRASH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Turbine Medien (limitiertes Mediabook Cover A – Blu-ray + DVD)

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(c) Turbine Medien (limitiertes Mediabook Cover B – Blu-ray + DVD)

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(c) Turbine Medien (limitiertes Mediabook – Blu-ray + UHD + DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crash; Kanada 1996

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Brandneue 4K-Abtastung vom original Kamera-Negativ unter der Aufsicht von David Cronenberg und DoP Peter Suschitzky, 40-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach & Stefan Jung, Neue Interviews in HD (ca. 140 Min.): Talk mit Viggo Mortensen & David Cronenberg (HD, ca. 52 Min.), Peter Suschitzky, Kameramann (HD, ca. 20 Min.), Jeremy Thomas, Produzent (HD, ca.17 Min.), Howard Shore, Komponist (HD, ca. 23. Min.), Deirdre Bowen, Casting Director (HD, ca. 27 Min.), Interviews zum Kinostart mit den Macherns & Stars (ca. 22 Min.), Hinter den Kulissen (ca. 11. Min.), Kurzfilme von David Cronenberg: The Nest (ca. 9 Min.), Camera (ca. 6 Min.), At the Suicide of the Last Jew in the World in the Last Cinema in the World (ca. 4 Min.), Hauptfilm auf DVD.

Veröffentlichung: Mediabook: 22.05.2020

 
 

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CRASH – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei TURBINE MEDIEN)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Videodrome (1983)
 
Boxing Helena (1993)
 
Excision (2012)
 

Filmkritik: „Foxy Brown“ (1974)

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FOXY BROWN

Story

 
 
 
Foxy Brown, eine selbstbestimmte junge Frau, nimmt einen Job als hochklassige Prostituierte an, um sich an den Gangstern zu rächen, die ihren Freund ermordet haben.

 
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Kritik

 
 
„That’s my sister baby and she’s a whole lot of woman!“
 
Die längsten Reviews sind meist die, in denen man vom allgemeinen Konsens abweicht, eine Außenseitermeinung einnimmt und diese argumentativ belegen muss, um nicht als Troll abgestempelt zu werden – jeder weiß, dass gewisse Werke als großes Kulturgut und guter Film angesehen wird, also warum ellenlang ins immer gleiche Horn blasen? Loblieder über Jack Hills kultigen Blaxploitationklassiker „Foxy Brown“, Abhandlungen über seine Priorität im us-amerikanischen-Indiekino sowie den Gegenpol zur chauvinistisch-rassistischen Repräsentation schwarzer Frauen im Kino zur Zeit gibt es bereits zu Genüge, auch habe ich nicht viel an diesem Werk zu bemängeln – wir können uns also kurz halten.
 
„Baby, jail is where some of the finest people I know are these days.”
 
Vor Jahren bereits einmalig auf DVD gesehen und als nett, aber schwächer als „Coffy“ abgetan, war „Foxy Brown“ nun, auf Blu-ray, definitiv eine Neuentdeckung wert und genau die Art Film, die man sich vermutlich immer vorstellt. Im bunt leuchtenden Intro wird zu der wunderbar lebendigen, funkigen Score von Willie Hutch silhouettenhaft sowie erotisch getanzt, was folgt sind 88 Minuten reinrassige Rachekost, die Sozialkritik gerne direkt und unverblümt in griffigen Dialogen auf den Punkt bringt und abseits davon, gerade auf Blu-ray, mit einem wunderbaren Set- und Kostümdesign punktet, das den Zeitgeist nur so atmet. Pam Grier spielt die toughe badass mama charismatisch und wird immer wieder in bildhübschen Kleidern präsentiert, im Nebencast sind gerade die wunderbar gemeinen Antagonisten zu nennen, die natürlich zwischen korrupten Anzugträgern und sexuell aufgeladen devianten, pseudonoblen, stinkreichen Karikaturen schwanken.
 
„We’re gonna kill us a couple of niggas!“
 
O-Ton-Pflicht und Slang sind natürlich allgegenwärtig, Sid Haig im sportlichen 70s-Dress hat sichtlich Spaß daran, von Grier angeflirtet zu werden und in diesem so kleinen und unschuldigen und doch so stilprägendem Film Geschichte zu schreiben. „I don’t know, vigilante justice?“ – „It’s as American as apple pie!“ lautet die schlagkräftige Devise unserer Pistole im Afro versteckenden Heldin und wenn es nach einem recht gemütlichem Aufbau mal zu Action kommt, macht diese auch tatsächlich Spaß: Foxy verpügelt eine ganze Kneipe, kaum ist das überlebt kommt annährend blutige Action und bei allen exploitation-Wurzeln kommt der Film insgesamt überraschend zahm daher und driftet nie in eklig selbstzweckhafte Gefilde ab, ohne dass es negativ auffalle. So wird Pam Griers nackter Körper z.B. immer wieder geteast, unscharf oder im Hintergrund oder halb erhascht man ihre Brust, doch gieriges, ewiges Verweilen der Kamera, auffallend voyeuristische Perspektiven oder leere Sex/Gewaltszenen, die nur eben dafür existieren und den Flow des Films aufhalten, sucht man Gott sei Dank vergeblich. Geschmackvoll erotisch, selbstbewusst, frech, mutig, spaßig und kurzweilig als Gesamtpaket, hätte Foxy Brown imo als 80-Minüter doch besser geklappt, da sich szenenweise immer wieder leichte Längen einschleichen – auch das Schauspiel hapert natürlich hier und da, nicht jede Zeile passt perfekt – doch es stört nicht, denn für gelackte Perfektion schau ich diese Filme sicher nicht.
 
 
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Sozial ungerecht behandelte Underdogs in bunt leuchtenden Farben rächen sich zwischen fiesen Kapitalisten und leicht bekleideten Damen gegen den korrupten Staat, dazu Ohrwurm-Funk und Soul zum Mitsingen, so gelungen restauriert dass man jede Wimper zählen kann – was gibt es daran nicht zu mögen? Mehr noch, abseits des offensichtlichen Plots und der starken Protagonistin könnte man gar noch von einem feministischen Rape & Revenge-Film reden, da auch hier tatsächlich eine Vergewaltigung vorkommt, aber nie ausgebeutet oder gezeigt wird – die Konsequenzen bzw. Rache aber sehr wohl, in drastischen Bildern. Das Finale mag vielleicht etwas zu comichaft übertrieben sein, auch die Szene mit dem Richter ggf. etwas zu albern – aber genau diese Mischung macht den Film auch aus, er hat das Herz am rechten Fleck und sollte von jedem Filmfan mit –ploitation-Interesse mal gesehen werden.
 
 
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FOXY BROWN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Foxy Brown ist kein perfekter Film, einen Tacken zu lang und natürlich ein Stück weit vorhersehbar – aber gleichzeitig immer noch genau so cool, funky, kurzweilig, kick-ass, wichtig und sehenswert wie vor mittlerweile fast 50 Jahren. Knappe 8/10.
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Zensur

 
 
 
Alle Veröffentlichungen von „Foxy Brown“ waren bisher ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Das hat sich auch bei der HD-Auswertung des Titels nichts geändert. Die deutsche Blu-ray besitzt den roten FSK-Sticker und ist komplett.
 
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Jakob GmbH (Blu-ray im Mediabook auf 1000 Stück limitiert)

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(c) Studio Hamburg (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Foxy Brown; USA 1974

Genre: Thriller, Action, Krimis

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet, Hauptfilm zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 28.03.2020 | KeepCase: 24.04.2020

 

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FOXY BROWN – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Coffy – die Raubkatze (1973)
 
Superfly (2018)
 
Shaft (2019)
 
Ein Fall für Cleopatra Jones (1973)
 
Jackie Brown (1997)
 
Black Dynamite (2009)
 

Filmkritik: „Ein Schrei in der Dunkelheit“ (1988)

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EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT

(A CRY IN THE DARK | EVIL ANGELS)

Story

 
 
 

Tatsächlich – man mag es nicht glauben – wird hier eine wahre Geschichte verfilmt. Das Ehepaar Chamberlain, er ist der Pfarrer einer strammen evangelikalen Freikirche, steht vor Gericht. Dort soll herausgefunden werden, wie es zum Verschwinden der kleinen Tochter der beiden gekommen ist. Heftige Vorurteile gegen die so archaisch daherkommende Religion der Chamberlains und das strenge und emotionsarme Agieren gerade der Mutter vor Gericht führen zur Stimmungsmache gegen die Angeklagten und es scheint der Verteidigung beinahe unmöglich, gegen die wütende Vorverurteilung von Seiten der Öffentlichkeit zu bestehen.

 
 
 


 
 
 

EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT – Kritik

 
 
 
Eine echte Urban Legend ist jene doch sehr abenteuerliche Schote von dem Baby, das im unendlichen australischen Outback von einem Dingo, also dem ortstypischen Wildhund, verschleppt wird. Das eigentlich gar nicht so lustige aber hochbizarre Szenario dürfte es in manche Parodie geschafft haben und kam sogar schon bei den SIMPSONS und FAMILY GUY vor. Die Story hinter EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT allerdings ist the real deal. Im Land down under schon ganz kurz nach dem Prozess gegen das Pfarrersehepaar in Buch- und Film-Form veröffentlicht, ist die Geschichte eigentlich deutlich zu wahnsinnig um wahr zu sein und dürfte der medienpräsenteste Fall eines verschwundenen Kindes seit der des Lindbergh-Babys, viele Jahre zuvor, gewesen sein. Regisseur Fred Schepisi ist ein echter Exportschlager der australischen Kinoindustrie, der für zahlreiche große, weltweit kassenträchtige Hits verantwortlich zeichnet. Einige seiner Filme kennt wirklich jeder. Das Horror- oder Thriller-Genre touchiert er eher selten, wobei wir Euch sein 1978 entstandenes Frühwerk DIE BALLADE VON JIMMIE BLACKSMITH, einen sehr blutigen und bedrückenden Historienfilm über das elende Schicksal eines jungen Aborigine-Arbeiters, hier ausdrücklich empfehlen möchten.
 
 
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Machen wir uns nichts vor: EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT ist natürlich zu weiten Teilen ein Gerichtsfilm. Dieses kammerspielartige und betont dialogschwere Genre muss man mögen, wenn man an diesem äußerst gelungenen Film seine Freude haben möchte. Des Weiteren bietet er Kinofans mit einem Sinn für die Arbeiten der größten Leinwand-Könner die Möglichkeit, Meryl Streep im Rahmen einer echten One-Woman-Show zu erleben. Diese unglaubliche Schauspielerin gilt nicht umsonst als die wohl bedeutendste Vertreterin ihrer Zunft der letzten fünfzig Jahre.
 
 
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EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein wärmstens ans Herz gelegtes Thriller-Drama zwischen True-Crime- und Courtroom-Film. Das vom fähigen Fred Schepisi geführte Ensemble agiert auf höchstem Niveau und bietet der unvergleichlichen Meryl Streep in der Rolle der auf protestantische Selbstzucht bedachten Mutter eine Bühne, die sie mit Bravour zu der ihren macht. Solche Filme werden heute leider nicht mehr gedreht.
 
 
 


 
 
 

EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT – Zensur

 
 
 
Alle Fassung zu EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT waren bisher ungeschnitten frei ab 12 Jahren. Das traf auf die VHS ebenso wie diverse DVD-Auswertungen zu. Natürlich hat sich das auch im HD-Zeitalter nicht geändert. A CRY IN THE DARK (Originaltitel) ist hierzulande auf Blu-ray ungeschnitten und besitzt einen grünen FSK12-Sticker.
 
 
 


 
 
 

EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Cry in the Dark; USA | Australien 1988

Genre: Drama

Ton: Englisch DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 122 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Deutscher Trailer, Original Trailer | zusätzlich im Mediabook: 16 -seitiges Booklet von Mike Blankenburg und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 27.09.2019 | KeepCase: 28.02.2020

 
 
NSM hat 2019 drei limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Februar 2020 kann man EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT auch in Deutschland als Blu-ray im KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

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EIN SCHREI IN DER DUNKELHEIT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die Ballade von Jimmie Blacksmith (1978)
 
Die Jury (1996)
 
Das perfekte Verbrechen (2007)
 
A Fall From Grace (2020)
 

Filmkritik: „Gate – Die Unterirdischen“ (1987)

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GATE – DIE UNTERIRDISCHEN

(THE GATE)

Story

 
 
 

Der vierzehnjährige Glen entdeckt im Garten unter einem Baum eine Öffnung, die ziemlich tief herunterzuführen scheint. Dort findet er Kristalle, die er mit ins Haus nimmt. Was der kleine Metalhead nicht weiß: Er hat nicht weniger als das Tor zur Hölle geöffnet, deren dämonische, ungefähr igelgroße Bewohner sich jetzt auf den Weg durch den Garten machen. Die Welt an der Oberfläche wartet auf Eroberung.

 
 
 


 
 
 

GATE – Kritik

 
 
 
Und wie er das titelgebende Tor öffnet! Donnerknispel! Da wird zuerst eine Metal-LP rückwärts abgespielt – was damals eine ernsthaft in Talkshows und Gerichtsverhandlungen debattierte Angst der Erwachsenenwelt vor dem Abgleiten des Nachwuchses in den Satanismus darstellt – und dann auch noch ein Haustier verbuddelt. Das reicht seinerzeit als Erweckungsritual. Eine gruselige Vorstellung.
 
 
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Man muss es einfach so sagen: Tibor Takaczs ist irgendwo ein faszinierender Regisseur. Der gebürtige Ungar hat einige richtig wilde Trashfilme auf dem Kerbholz. Filme, die man sich zu Videothekenzeiten einfach gerne reingepfiffen hat. Betrunken. Nach Ausflügen ins seriöse Fach (Fernseh-Regie bei größeren Projekten) gibt er ab 2000 wieder alles und schenkt dem Genrepublikum Gurkenkeulen wie MOSQUITO MAN und ICE SPIDERS. Sein essentieller Eintrag ins große Lexikon des Horrorfilms bleibt aber GATE – DIE UNTERIRDISCHEN, seinerzeit erst die dritte Regiearbeit des Mannes.
 
 
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Das kanadische Kultfilmchen mit dem späteren Schönlings-Darsteller Stephen Dorff in der irgendwie doch mördercoolen Loser-Hauptrolle orientiert sich an wilden Effekt-Ballereien wie POLTERGEIST oder wirkt wie die Extended Version einer Episode der Serie UNGLAUBLICHE GESCHICHTEN von den gleichen Machern. Schlecht ist das gewiss nicht! In seiner Aufstellung des Kampfs von kindlichen Helden gegen die unbekannte Horrormacht ist GATE – DIE UNTERIRDISCHEN in wirklich allerbester Gesellschaft. Was in den Achtzigern neben GATE etwa die MONSTER SQUAD ist, feiert in der Gegenwart sein Comeback mit STRANGER THINGS oder Stephen Kings ES. Hier wie dort sind die jugendlichen Verteidiger der Welt eigentlich gar nicht so recht Material für schmackige Heroengesänge. Im Gegenteil – werden diese Kids doch grundsätzlich als vergleichsweise unattraktiv, unakzeptiert und insgesamt uncool portraitiert. Eben genau so, wie es bei ES und dem dort gezeigten „Club der Verlierer“ in Vollendung dargestellt wird. Das Publikum, also die jungen, nicht coolen Monster-Kids und Hard-Rock-Hörer, Star-Trek-Geeks und Rollenspieler, sollen sich verlässlich in den Charakteren auf der Leinwand wiedererkennen können. Viel Fantasie ist dann auch nicht mehr nötig, um in den Mächten, mit welchen es die jungen Protagonisten zu tun bekommen, auch die ständige Bedrohung durch die reale Welt derer zu erkennen, die sie nicht verstehen kann: Eltern, Lehrer, mobbende Sportler und Schul-Bullies.
 
 
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Wie in den Jahren der GREMLINS, CRITTERS, GHOULIES und anderer Kollegen von Ungetümen im Spielzeugfigurenformat en vogue, sind auch die Einwohner der unterirdischen Dämonenwelt von deutlich puppenhafter Statur. Eine Reihe originalgetreuer Merchandise-Monster lässt leider noch auf sich warten.
 
 
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GATE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Toller Eighties-Monsterfilm, der die noch heute funktionierende und gern gezeigte Schlacht jugendlicher Verlierer gegen finstere Mächte wunderbar zum Leben erweckt. Zukunfts-Schmierlappen Stephen Dorff ist mit 14 noch sympathisch und spielt zeitlos gut.
 
 
 


 
 
 

GATE – Zensur

 
 
 
Alle Fassung zu GATE – DIE UNTERIRDISCHEN waren bisher ungeschnitten frei ab 16 Jahren. Das traf auf die VHS ebenso wie diverse DVD-Auswertungen zu. Natürlich hat sich das auch im HD-Zeitalter nicht geändert. THE GATE (Originaltitel) ist hierzulande auf Blu-ray ungeschnitten und besitzt einen blauen FSK16-Sticker.
 
 
 


 
 
 

GATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Gate; USA 1987

Genre: Horror, Klassiker, Grusel

Ton: Englisch DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Zwei Audiokommentare, deutscher Trailer, Originaltrailer, Teaser & Trailer, TV-Spots, Gate 2 Trailer, The Gate: Unlocked, Minion Maker, From Hell it came, The Workman speaks, Made in Canada, From Hell: The Creatures and Demons of The Gate, Gatekeepers, Making of, Storyboard Bildergalerie, Hinter den Kulissen Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 05.10.2018 | KeepCase: 27.03.2020

 
 
NSM hat 2018 drei limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit März 2020 kann man GATE – DIE UNTERIRDISCHEN auch in Deutschland als Blu-ray im KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

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Gate – Die Unterirdischen [Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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GATE – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Gate – Das Tör zur Hölle (1990)
 
Ghoulis (1985)
 
The Hole – Wovor hast Du Angst? (2009)
 
Gremlins – Kleine Monster (1984)
 

Filmkritik: „Cut and Run“ (1985)

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CUT AND RUN

(INFERNO IN DIRETTA)

Story

 
 
 
Im südamerikanischen Guyana, erst vor ein paar Jahren Ort des Massenselbstmordes von Jonestown, tobt ein schmutziger Krieg. Auf der einen Seite steht ein Drogenkartell, auf der anderen die Armee eines General Horne, der seine Soldaten führt wie eine Sekte und sie mit kannibalistischen Riten auf sich einschwört. In dieses Szenario psychotischer Alpträume verschlägt es eine junge Journalistin und ihren Kameramann.

 
 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Kritik

 
 
Hinter CUT AND RUN steckt kein Geringerer als Ruggero Deodato, Regisseur unter anderem des womöglich (zurecht) meistberüchtigten Kannibalen-Schockers der Bahnhofskino-Geschichte. Die Rede ist freilich von NACKT UND ZERFLEISCHT (CANNIBAL HOLOCAUST). Seine neuerliche Filmreise in die Grüne Hölle befasst sich ein weiteres Mal mit den Abenteuern von Journalisten in den beinahe surrealen Gegebenheiten der Dritten Welt. Allerdings findet das Ganze diesmal deutlich spielfilmartiger inszeniert statt als in seinem wahrlich entsetzlichen Found-Footage-Urwerk voller Splatter und echten Tiertötungen, auf dem sich der grausige Ruhm des Regisseurs bis in die Gegenwart begründet. So weist General Horne mit seiner ihn verehrenden Urwald-Miliz garantiert beabsichtigte Ähnlichkeiten zu Marlon Brandos Colonel Kurtz aus APOCALYPSE NOW auf – aber für solche, nun ja, Hommagen lieben wir das Sudelkino aus der Cinecittà ja auch.
 
 
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CUT AND RUN bewegt sich zwischen Bürgerkriegsfilm, Horror-Exploitation mit Kannibalen-Kante und trashig-großzügigem Bedienen beim eben schon erwähnten Finsternis-Trip APOCALYPSE NOW von Francis Ford Coppola. Auch auf Reverend Jim Jones und seine Suizid-Sekte des People’s Temple wird in der Figur des Generals angespielt. Dardano Sacchettis Drehbuch gibt sich große Mühe, den misanthropen Ideen seines Regisseurs Vorschub zu leisten und zeigt, dass weder die Drogenkartelle, noch die Streitmacht auf der Gegenseite und schon gar nicht die auf ihre Schlagzeilen geilen Journalisten im weitesten Sinne als Sympathieträger zu bezeichnen wären. Gesplattert wird auch hier immer wieder kräftig, jedoch ist das Handwerk der Effektkünstler nicht Mittelpunkt des Films.
 
 
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Deodatos Besetzung nimmt keine Gefangenen und liest sich wie ein perverses Who-Is-Who des italienischen Exploitation-Kinos der siebziger und achtziger Jahre. So begeistert LSD-Narbengesicht und Method Actor Richard Lynch als Kommandant der Wahnsinnigen-Armee und als Henkersknecht schwingt der einmalige Michael Berryman sogar auf dem Plakatmotiv die Machete. Aber auch klangvolle Namen wie John Steiner, Karen Black und Gabriele Tinti sind dem Kenner solcher Filmkost vertraut und lassen die Kinnlade gen Süden scheppern. In einer kleinen Rolle sehen wir Eriq LaSalle, den man besonders als Dr. Benton in EMERGENCY ROOM kennt. So ein Film konnte damals nur aus Italien kommen. Dabei sollte ursprünglich ausgerechnet Windbeutel Wes Craven Schauspieler wie Dirk Benedict durch den Film führen. Aus diesem MARIMBA betitelten Entwurf des Films wird ein paar Jahre später DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN, einer von Cravens besten Filmen. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
 
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CUT AND RUN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Man nehme eine in jenen Jahren zeittypische Story über allesamt moralisch versaute Teilnehmer eines undurchsichtigen Krieges in Südamerika, einen irren Regisseur und eine Allstar-Cast von Exploitation-Halbgöttern. Da kann nichts Schlechtes bei rauskommen und so ist’s dann auch geschehen. CUT AND RUN galt zu VHS-Zeiten noch als vergleichsweise schwacher Beitrag, hat aber in den letzten Jahren deutlich an Qualität gewinnen können.
 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Zensur

 
 
 
CUT AND RUN – der im Original INFERNO IN DIRETTA heißt – ist ein italienischer Exploitationfilm, der es wie viele Action- und Horrorfilme in den 1980ern bei der FSK nicht leicht hatte. Der Streifen erschien in Deutschland mehrfach auf VHS und wurde 1987 auf dem Index gesetzt. Erst 2012 wurde die Indizierung aufgehoben und der Film erschien in mehreren DVD-Auflagen in ungeschnittener Form. Nun hat sich der Anbieter CMV LASERVISION die Blu-ray-Auswertung vorgenommen. Während CUT AND RUN bereits 2019 vom Anbieter in zwei ungeprüften, limitierten Mediabooks veröffentlicht wurde, erscheint nun die neu von der FSK geprüfte Auflage für den Handel im Blu-ray-KeepCase. Auf dem Cover prankt ein roter FSK-Flatschen. Demnach ist die Veröffentlichung nur für volljährige Filmfans zugänglich. Dafür aber ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV Laservision (KeepCase)

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(c) CMV Laservision (Mediabook – Cover A – auf 666 Stück limitiert)

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(c) CMV Laservision (Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inferno in diretta; Italien 1985

Genre: Horror, Thriller, Action, Abenteuer

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: KeepCase: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: juristisch geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Original Trailer, Dokumentation „Uncut and Run“ mit Interviews (OmU), alternative Szenen, umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer, animierte interaktive Menüs | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 20-seitiges Booklet mit Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: KeepCase: 27.03.2020 | Mediabook: 22. März 2019

 

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CUT AND RUN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV Laservision)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mondo Cannibale 3 – Die blonde Göttin der Kannibalen (1980)
 
Amazonas – Gefangen in der Hölle des Dschungels (1985)
 
Lebendig gefressen (1980)
 
Die weiße Göttin der Kannibalen (1978)
 

Filmkritik: „Why don’t you just die!“ (2018)

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WHY DON’T YOU JUST DIE!

(PAPA, SDOKHNI)

Story

 
 
 
Andrei, seines Zeichens bulliger, glatzköpfiger Cop, kriegt eines Tages Besuch von Matvey, einem jungen Mann der sich als Freund seiner Tochter vorstellt. Alles läuft gut, bis Matvey seine Waffe auf den Boden fällt und sich das ganze Apartment langsam blutrot färbt.

 
 
 


 
 
 

WHY DON’T YOU JUST DIE! – Kritik

 
 
Das Langfilmdebüt des russischen Regisseurs Kirill Sokolov beginnt mit dem passenden Zitat „Er erlebte nicht mehr, wer als Sieger hervorging“, wirft einen danach direkt ins Geschehen – etwa sechs Charaktere sollen wir vorgestellt bekommen in den folgenden fast 100 Minuten und drei davon stehen bzw. sitzen sich nach kurzer Zeit bereits gegenüber, mit Hammer in der Hinterhand, intensivierenden Zooms, komödiantischen Brüchen durch „Wuusch“- Geräusche bei eben jenen Einstellungen, Anspannung liegt in der Luft bevor man überhaupt weiß was genau los ist, immer wieder klingt ein fast schon irritierend moderner, aber bestens funktionierender Trap-Beat an, der sich langsam aufbaut, einsetzt, aufhört…wieder einsetzt – und dann in die Vollen geht. Ebenso nun auch der Film, der nämlich erst 13 Minuten lang die Ausgangssituation, comichaft-rabiate Tonalität des Films und die Charaktere vorführt, bevor die blutrote Titlecard ins Bild geknallt kommt und man reichlich aufgeregt, grinsend, gespannt in die restlichen 80 Minuten startet – bis dahin gab es nämlich bereits schmerzhaft gebrochene Knochen, realistisch anmutende Blutspritzer und reichlich Rätselspannung bezüglich des Plots.
 
 
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Der Einstieg macht es einem also wirklich leicht, dieses Werk zu mögen, allein schon weil nach dem Intro dauerhaft die Frage über dem Vergnügen schwebt, wie eine solch deftige Konfrontation wohl wirken muss, wenn man später richtig investiert in die Charaktere ist, mitfiebert, dem Protagonisten das Beste wünscht. Bevor sich diese Frage beantworten lässt, kommt nun aber die erwartete Backstory, Entschleunigung und Erklärung der Charaktermotivationen – und auch hier, im ersten Kapitel , „Matvei“ das den jungen Hammerträger und Protagonisten unserer Odyssee als erstes in den Fokus rückt, fallen schicke mehrfarbig beleuchtete Sets, optisch ansprechende Winkel und gut gerahmte Einstellungen auf, die zusammen mit einer wunderbar zwischen epischer Orchesterscore, Westernsoundtrack und Trapbeat tänzelnder Untermalung, einen ziemlich professionellen Eindruck hinterlassen, in ihrer Ironisierung (und Anzahl nackter Füße!) an Tarantino anmahnen und gerade mit dem Budget von umgerechnet 600.000€ im Hinterkopf durchaus beeindrucken.
 
 
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Doch der Film weiß um seine Fokussetzung und auch, dass das eigentliche Spektakel im hier und jetzt und nicht im Flashback versteckt sein sollte, weshalb wir nie zu lange in der Vergangenheit verweilen, sondern zügig und kurzweilig zur nächsten erbarmungslosen Situation gezerrt werden, die sich diesmal gewalttechnisch noch weniger zurückhält, auf wunderbar widerliche Ekel-Comedy setzt, ohne zum Selbstzweck zu verkommen oder die Spannung zu vergessen und immer wieder mit kreativen Inserts, albernen Soundeffekten und einem schmissigen Soundtrack versehen ist. Meine Assoziationen reichten hierbei vom Indie-Hit „Motivational Growth“ bis hin zum frechen Humor von „Hardcore Henry“, doch dann kommt auch schon das launige Synthesizer-Intro für Kapitel 2 und ein Kollege des zu ermordenden Familienvaters und Polizisten wird vorgestellt, die Story um eine weitere Facette bzw. Perspektive zu erweitern…
 
 
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Wer durch überschwänglich hypende Kritiken diverser Festivalhits in der Vergangenheit ähnlich sensibilisiert wurde wie ich, dürfte gerade bei Produktionen mit weniger Budget erst einmal vorsichtig sein, was Erwartungshaltungen angeht, denn der brutalsten russische Film seit 20 Jahren, wie laut Interview mit dem Regisseur wohl eine Pressestimme meinte, ist der Streifen allein aufgrund von „Hardcore Henry“ mitnichten, auch würd ich genretechnisch keinesfalls von einem Actionfilm reden, als reiner Splatterfan wäre ich vermutlich auch enttäuscht.
 
 
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Doch es liegt an der kreativen Inszenierung, an der Stärke der tief schwarzhumorigen bis dramatischen, gallig-realistischen, dann wieder total comichaft-überzogenen Tonalität der Geschichte und ja, tatsächlich auch an der herausragenden Besetzung von Vitaliy Khaev als glatzköpfigen, grobschlächtigen Alptraum-Stiefvater und Wrestling-Endgegner, dass dieser Wohnzimmer-Western, der im späteren Verlauf allerdings noch mit weiteren gelungen eingerichteten Sets außerhalb der Wohnung beeindrucken kann, nicht nur funktioniert und seine 93 Minuten Laufzeit überlebt, sondern gar aktiv motiviert und Spaß macht. Zugegeben, der Film hätte etwas kürzer sein können, eine Spur unberechenbarer vielleicht noch, grindhousiger wenn man eh schon die Splatstick-Route mit sehr ernsten Thematiken vermischt, noch etwas actionlastiger und brutaler – doch wir reden hier von den Ansprüchen an eine 10/10-Partyknaller-Kanone, ein sehr guter Film mit Herzblut, erfrischend arschtretender Energie und vielen witzigen Szenen ist auf jeden Fall rausgekommen, ein derber Film mit beinharten Sprüchen, ohne Rücksicht auf Verluste und unverschämt gut aussehend noch dazu. Dicke Empfehlung!
 
 


 
 
 

WHY DON’T YOU JUST DIE! – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Why don’t you just die“ geht öfter vom Gaspedal runter als man vielleicht denkt und liefert keine Splattermassaker, doch wer kurzweilige, rabiate, freche, brutale, schwarze Comedy mit einigen blutigen, witzig choreographierten Auseinandersetzungen und federleicht editierter, trotzdem schmerzender Eskalation sehen will, sollte unbedingt zugreifen!
 
 


 
 
 

WHY DON’T YOU JUST DIE! – Zensur

 
 
 
„Why don’t you just die“ hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Auf der erhältlichen Heimkinoauswertung befindet sich ein roter FSK-Flatschen. Der ist wegen der vielen blutigen Schauwerte auch gerechtfertigt. Wichtig für Horrorfilmfans: die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

WHY DON’T YOU JUST DIE! – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (KeepCase)

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(c) Pierrot Le Fou (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Papa, sdokhni; Russland 2018

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödie, Splatter

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Russisch DTS HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35.1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Kurzfilme von Kirill Sokolov, Q&A-Talk mit Kirill Sokolov, Trailer | Zusätzlich im Mediabook: Booklet inkl. russischem Schimpfwörterbuch, Plakat

Release-Termin: KeepCase | Mediabook: 27.03.2020

 

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WHY DON’T YOU JUST DIE! – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Guest House Paradiso (1999)
 
Botched – Voll verkackt! (2007)
 
Fresh Meat (2012)
 
Come to Daddy (2019)
 

Filmkritik: „Die Todeskandidaten“ (2007)

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DIE TODESKANDIDATEN

(THE CONDEMNED)

Story

 
 
 
Ein unappetitlicher Geldmensch übt sich mal wieder in Profitmaximierung, indem er einen im Internet übertragenen Wettkampf organisiert. Er setzt einige der brutalsten Einzelkämpfer auf einer Pazifikinsel ab und lässt sie aufeinander los. Unter den professionellen Schlagetoten befinden sich international verdammte Zuchthaushyänen, Söldnerabschaum und andere Waffenfetischisten aus aller Welt und auch ein undercover ermittelnder Militärgeheimdienstler, mit dem wir, die Zuseher, sympathisieren sollen/dürfen.

 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Kritik

 
 
DIE TODEKANDIDATEN ist ein Unterhaltungswerk nach dem guten, alten Filmprinzip der Menschenjagd, beliebt seit GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN Anfang der Dreißiger, über die brutal-hysterischen BATTLE-ROYALE-Filme aus Japan und deren peinlichen Mainstream/Kinderfilm-Kopien HUNGER GAMES, zu edlem Old-School-Brutalo-Trash wie eben DIE TODESKANDIDATEN hier.
 
 
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Star dieser Produktion aus dem Filmstudio des WORLD WRESTLING ENTERTAINMENT Konzerns ist Stone Cold Steve Austin, einer der größten Publikumslieblinge der Wrestling-Geschichte und zu diesem Zeitpunkt leider bereits Sportinvalide. Der kahlköpfige Texaner dreht bis heute fleißig B-Actioner für den Heimkinomarkt. DIE TODESKANDIDATEN ist sein wohl bester Film und gleichzeitig ein Beweis für die Risikobereitschaft der WWE in ihren frühen Filmproduzententagen. Wie zum Beispiel auch der co-produzierte Slasher SEE NO EVIL nimmt auch das grobe Filmchen hier keine Gefangenen. Sind ja auch Todeskandidaten, höhöhö. Selbstredend ist hier der erste der beiden Schlitzerfilme mit WWE-Monstrum Kane gemeint. Nicht jene grottenschlecht-lahmarschige Unverschämtheit von Fortsetzung aus den Stümperhänden der gnadenlos überschätzten und aufgrund ihres Geschlechts von Kritik nicht angreifbaren Schwestern Soska.
 
 
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Austin und seine Tanzpartner nutzen jede erdenkliche Grausamkeit mit scharfen Klingen oder fliegendem Blei, bis nur noch einer übrig und das moralisch vollkommen verrohte Publikum, beziehungsweise dessen Blutdurst, gesättigt ist. Ja, hier liegt, wie bei jedem dieser Filme, das Milligramm Sozialkritik. Die schwülstige Frage, ob ohne Zuschauer eine solche Barbarei überhaupt auf Sendung gehen würde. Eine Frage, die spätestens seit BIG BROTHER im Raume steht, bei wirklichen Formaten psychischer Zerstörung (hallo, Heidi Klum) aber geflissentlich totgeschwiegen wird. Aus dieser Riege der Mordbestien im Dschungel stechen Nathan Jones (Ex-Knacki, war auch kurz mal Wrestler, dann unter anderem MAD MAX: FURY ROAD), Manu Bennett, bekannt als Crixus aus der derben SPARTACUS-Serie und der walisische Fußball-Körperverletzer Vinnie Jones hervor. Letzterer dann aber auch in seiner mit Abstand sadistischsten und grausigsten Rolle ever.
 
 
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Der Film stand mehr oder weniger ab Erscheinen in Deutschland auf dem Index. Hat er sich auch verdient, der Gute. Nicht nur aufgrund des Nickelback-Songs im Abspann. Tatsächlich sucht die Brutalität dieses Kampfarena-Films 2007 ihresgleichen. Aus dem Computer kommende Ultra-Gorebomben wie der oben erwähnte Serienhit SPARTACUS, die eine BRAINDEAD-meets-CGI-Ästhetik in wöchentlicher Fernsehserien-Abfolge normalisieren würde, kommen erst ab 2010 auf den Zuschauer zu. Von den in jeder zweiten Netflix/Amazon Prime/etc. völlig selbstverständlich präsentierten Brutalitäten unserer Gegenwart ganz zu schweigen. Nicht, dass wir uns beschweren würden. Wenn etwas einen Actionfilm eine Klasse höherstuft, dann schweinische Härte.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DIE TODESKANDIDATEN ist eine der brutalsten und das Gehirn verrohendsten Menschenjagd/Arenafilm-Actionknüppel seit Erfindung des mit Käse überbackenen Käserands bei Pizza. Genau diese solltest Du, Freund und Leser jetzt direkt mit dem Kauf der BluRay hier kombinieren. Dazu Bier. Dankesschreiben bitte unter dieses Review posten, Geld- und Sachgeschenke nach Absprache.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Zensur

 
 
 
DIE TODESKANDIDATEN lief im Kino noch ungekürzt mit „keine Jugendfreigabe“. Später auf DVD sah das aber anders aus. Dort erhielt der Film keine Freigabe von der FSK, sodass sich der Rechteinhaber SONY dazu entschloss zur SPIO/JK zu gehen. Das SPIO/JK-Gremium vergab „keine schwere Jugendgefährdung“. Leider wurde der Actionfilm zeitnah indiziert. Die Indizierung auf Liste A wurde am 28.10. 2019 aufgehoben. Mittlerweile hat man den Streifen von der FSK neu prüfen lassen. Die Freigabebehörde vergab diesmal „keine Jugendfreigabe“ in ungeschnittener Form. Die Kaufhausfassung im KeepCase mit dem roten FSK-Flatschen ist daher ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabooks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Condemned; USA 2007

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 114 Min.

FSK: KeepCase: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft – FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Deleted & Extended Scenes, Filmdokumentationen: Making of, Capital Carnage 1998, Stone Cold im Movie World Australien, Storyboard-Vergleiche, Trailer, Audiokommentar mit Stone Cold Steve Austin und Regisseur Scott Wiper | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

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DIE TODESKANDIDATEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Harte Ziele (1993)
 
Surviving the Game – Tötet ihn! (1994)
 
The Tournament (2009)
 

Filmkritik: „Blinde Wut“ (1989)

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BLINDE WUT

(BLIND FURY)

Story

 
 
 
Nick Parker (Rutger Hauer) verliert im Vietnamkrieg sein Augenlicht und bereist seitdem ziellos die USA. Als er in Nevada seinen Armeekameraden Frank besuchen will, ist dieser verschwunden, seine Frau wird von Gangstern ermordet und bittet Nick, ihren Sohn mit seinem Vater zusammenzuführen. Was die immer wieder im Auftrag von Franks Boss attackierenden Killer nicht wissen: Nick hat bei einem asiatischen Kampfkunst-Sensei gelernt, auch ohne Sehvermögen jeden außer Gefecht zu setzen, der ihm auf die Pelle rückt.

 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Kritik

 
 
Juli 2019. Der niederländische Schauspieler Rutger Hauer ist noch keine Stunde tot, da überschlägt sich die deutsche Presse mit Nachrufen, deren standesdünkelhafter Schwachsinns-Tenor den Verstorbenen zu einer Art intellektueller Arthouse-Kino-Ikone verklärt. Von Holland nach Hollywood auf einem Kunstfilm-Schiffchen quasi. Selbst seine tolle Darstellung des traurigen Replikanten in BLADE RUNNER wird dem Sektor des Unterhaltungskinos entrissen. Hierbei wird unterschlagen, dass Hauer eben nicht auf die fast brotlose Kunst des Daseins als Kunstfilm-Liebling beschränkt war. Als wäre eine Karriere als Filmstar etwas Verwerfliches. Sein gutes, rau-wiedererkennbares Äußeres, eine typisch holländische Mehrsprachigkeit und klassisch geschulte Schauspielkunst sind nicht gerade hinderlich. Seine Rollen umfassen folglich ausländische Bösewichter genauso wie kernige Actionhelden, wenn auch mit einem Hauch der Nachdenklichkeit und auch Verletzlichkeit. So ist auch die Darstellung des Nick Parker in BLINDE WUT angelegt. Auch die restliche Besetzung macht Spaß. Terry O’Quinn, als Frank mal kein Drecksack, überzeugt so, wie er es auch als STEPFATHER und viele Jahre später John Locke in LOST tut. Meg Foster ist immer gut, Kinderstar Brandon Call aus BAYWATCH spielt den Sohn und auf der Seite der Bad Guys spart BLINDE WUT auch nicht an Qualität, kommen hier doch tatsächlich das menschliche Warzenschwein Randall „Tex“ Cobb und der japanische Ninja-König Sho Kosugi zum Einsatz.
 
 
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Was für eine Überleitung. Japan: Als Inspiration für den Film gilt die japanische Figur des Zatoichi – Star von beinahe 30 Spielfilmen seit Anfang der Sechziger und einer langegesendeten Fernsehserie. Dieser „blinde Ichi“ ist ein Masseur und heimlicher Schwertkampf-Meister, der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das feudalistische Japan wandert und immer wieder an Kriminelle gerät. Natürlich denken die Fieslinge jedes Mal, der Sehbehinderte kann keine große Bedrohung für ihre Untaten sein und beißen verlässlich zum Finale bildgewaltig ins Gras, beziehungsweise den Bambus. Gespielt wird der Blinde von Shintaro Katsu, dem Bruder von Tomisaburo Wakayama. Den kennt der geneigte Gewaltfilm-Fan als Hauptdarsteller der legendären SHOGUN ASSASSIN/LONE WOLF AND CUB Filmreihe. Katsus stählerne Aufräumarbeiten in der Unterwelt begeistern Mitte der Achtziger den Schauspieler Tim Matheson so sehr, dass der die amerikanischen Adaptionsrechte für der 17. ZATOICHI-Film, sinngemäßer deutscher Titel ZATOICHIS HERAUSFORDERUNG, erwirbt und drei Jahre später BLINDE WUT produziert.
 
 
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Der amerikanische Film ist schneller und actionreicher als alle Zatoichis zusammen, ergeht sich aber trotzdem nicht in unendlichen Materialschlachten, wie sie das Adrenalinkino in Hollywood mittlerweile gnaden- und hirnlos zelebriert. CGI gab’s in dieser Form glücklicherweise noch nicht. Regisseur Philip Noyce allerdings, das sei hier noch angemerkt, dreht 2010 mit dem Angelina-Jolie-Vehikel SALT tatsächlich einen Big-Budget-Actioner, der trotz erwähnter CGI-Exzesse gut ist.
 
 
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BLINDE WUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BLINDE WUT, die amerikanische Weiterführung einer Filmepisode der ZATOICHI-Reihe aus Japan, ist ein Action-Cheeseburger der alten Schule. Erfreulicherweise stimmt bei diesem Herrenfilm eigentlich alles. Grobe Martial-Arts-Kloppe trifft auf machohafte Arschloch-Komik, die Besetzung ist ein Fest und der große Rutger Hauer mochte den Film und seine Darstellung des Vietnamveteranen-Zatoichi auch. Wie könnten wir ihm widersprechen?
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Zensur

 
 
 
BLINDE WUT wurden in Deutschland ungeschnitten in den Kinos gezeigt und kam anschließend ebenso ungekürzt auf VHS heraus. Leider wurde der Film 1990 indiziert. Diese Indizierung wurde erst 2015 aufgehoben. Während der Indizierung wurde der Streifen 2006 ungeschnitten auf DVD veröffentlicht. Mittlerweile ist BLINDE WUT auch im HD-Zeitalter angekommen. Der Streifen feierte seine deutsche Blu-ray-Premiere 2019 im Mediabook aus dem Hause NAMELESS MEDIA. Dieses war ungeprüft. Rechteinhaber SONY hat den Action-Klassiker aber nun von der FSK neu prüfen lassen und erhielt für die ungeschnittene Filmfassung eine FSK16. Daher kann der Film nun ohne Probleme im Kaufhaus erworben werden. Die dort ausliegende KeepCase-Blu-ray ist trotz FSK16-Sticker komplett.
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabook A (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook B (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook C (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook D (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook E (limitiert auf 444 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blind Fury; USA 1989

Genre: Action, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @29,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft – FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 18.10.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

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Blinde Wut [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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Blinde Wut [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blinde Wut [Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gesucht: Tot oder lebendig (1987)
 
Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)
 
Zatoichi – The Blind Swordsman (1989)
 

Filmkritik: „Uninvited“ (1987)

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UNINVITED

Story

 
 
 
Aus einem Tierversuchslabor der US-Army befreit sich eine brutalst mutierte Killerkatze. Nachdem sie das Personal im Gebäude dezimiert hat, kommt sie – Katzen können das – unter Vortäuschung von Harmlosigkeit ins Reisegepäck eines doofen Bikinimädchens. Die Dame gehört zum Partypersonal eines kriminellen Geldmenschen, der mit seiner Yacht und ein paar anderen Unsympathen Kohle auf die Cayman Islands schippern will. Quasi als Strafe Gottes für kapitalistische Widerlichkeit (könnte man interpretieren, muss man aber nicht), meuchelt Gevatter Samtpfote jeden, der nicht schnell genug vorgreifend Selbstmord begehen kann.

 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Kritik

 
 
 
Ach, das ist doch geil, wenn des Deutschen zweitliebstes Haustier im Horrorfilm für Ordnung sorgt! Zwar ist’s hier nicht mehr der ordinäre Hauskater, dessen artgemäß auch schon mit großem Nerv-Potential versehener Zorn die Schnösel auf der Urlaubsyacht terrorisiert, sondern ein mutiertes Fellmonstrum aber der Miau-Horror ist trotzdem in trockenen Tüchern. Das Vieh gibt aber auch alles. Beißt eine Achillessehne durch oder entfernt einem bumsenden Pärchen überflüssige Finger, als wäre es ein puritanischer Jason Vorhees im Pelz. Der hat ja auch mindestens neun Leben. Da passt’s wieder. Gebissene Opfer gehen übrigens nach und nach sowieso über den Jordan, da an den Hauern des Untiers Giftdrüsen auf ihren Einsatz warten. Mit denen kontaminiert der ungebetene Gast sogar den auf der Yacht verstauten Proviant und gibt seinen Opfern auf diesem Weg den Rest. Effektives Biest aber auch. Vielleicht wäre ein Bio-Kampfstoff, der Katzen zu solchen Kampfkackern macht noch effektiver als der gegebenenfalls ebenfalls aus einem Militärverbrecher-Labor entfleuchte Corona-Virus. Aber dessen Höhepunkt erleben wir ja noch. Oder eben nicht mehr. Auf die Zivilisation! Hoch die Tassen!
 
 
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Die Opfer sind ein raues Husihusi übler Neben- und Trashrollen-Kunst. George Kennedy kennt jeder, Alex Cord und Clu Gulager zumindest aus vielen, vielen bitteren Filmen und in einer kleineren Rolle gibt es ein Wiedersehen mit Austin Stoker. Wer sich zum Jahreswechsel das sehenswerte Netflix-Biopic DOLEMITE IS MY NAME angeschaut hat, kann sich vielleicht an die Nebenfigur des Kameramann-Hippies Nicholas von Sternberg erinnern. Den gibt’s wirklich – und bei UNINVITED ist er im wahrsten Sinne des Wortes mit an Bord.
 
 
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Wenn Greydon Clark – und der Mann ist nu immerhin doch schon Ende siebzig – eines unschönen Tages mal die Augen zumacht, wird die internationale Geheimgesellschaft der Irrsinnsfilm-Kenner, nennen wir sie mal visionär und gecopyrighted „Weird Watchers“, erst merken, was für ein amerikanischer Nationalschatz da von uns gegangen ist. Die Filmographie des Regisseurs aus Detroit ist schlicht nicht weniger als die Motivation für eine mit so richtig Schmackes in Richtung Süden donnernde Kinnlade. Da findet man halb-pornographische Gaga-Blaxploitation wie BLACK SHAMPOO (schmierige Mafiosi gegen schwarzen und immer potenten Damenfrisör mit Kettensäge), mehrere infernalische Bikerfilme, den Neonazi-Exploitationer SKINHEADS, die erstaunlich funktionierende Horrorkomödie WACKO, den Spielhallen-Reißer JOYSTICKS (bei uns: DIE VIDIOTEN, aua!), sogar Gott im Himmel LAMBADA: DER VERBOTENE TANZ und natürlich Horror-Burner wie WITHOUT WARNING (dessen deutsche DVD-Ausgabe ich dem dankbaren Herrn Clark einst habe zukommen lassen) oder den hier vorliegenden UNINVITED. Als man noch ohne cinephile Schimpfe Trash-Film sagen durfte, war Greydon Clark einer der verlässlichsten Lieferanten eben solcher.
 
 
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UNINVITED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Herrlich. Von echtem Sudelfilm-Adel gedrehtes Knallbonbon von Tierhorror-Slasher. Die Segelyacht spart teure Drehorte, das Katzenmonster nimmt keine Gefangenen und man freut sich einfach, eine Lücke im Heimkino-Regalfach von Greydon Clark, der Tierhorror-Abteilung oder wie auch immer sonst Eure Sortierung schnackelt, schließen zu können. Das Poster ist ebenfalls eine Suche auf eBay wert. Heil Physical Media!
 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Zensur

 
 
 
Wie viele andere Horrorfilme musste auch UNINVITED in den 1980ern Federn lassen. Für die Videoveröffentlichung wurde der Film geschnitten. Diese gekürzte VHS-Fassung wurde im Jahr 1989 indiziert. Die Indizierung wurde 2014 aufgehoben. Ein Anlass, den das Label CMV LASERVISION nutzte und UNINVITED erstmals ungeschnitten mit dem Segen der Juristenkommission SPIO auf DVD veröffentlichte. Mittlerweile ist das alles Schnee von gestern. Nachdem der Tier-Horror 2019 in zwei Blu-ray-Mediabooks herausgebracht wurde, lies CMV den Streifen neu von der FSK prüfen. Diese attestierte dem Filme eine Freigabe ab 18 Jahren in ungeschnittener Form. Die nun erhältliche Fassung auf Blu-ray im KeepCase ist komplett.
 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv A (limitiert auf 500 Stück)

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(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv B (limitiert auf 333 Stück)

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(c) CMV LASERVISION – Blu-ray KeepCase (ungeschnitten)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Uninvited; USA 1987

Genre: Horror, Science Fiction, Trash, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1920 x 1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Audiokommentar, Original Trailer, Alternatives Ende, Bonusszenen, Umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 26.07.2019 | KeepCase: 21.02.2020

 

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UNINVITED – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zombiber (2014)
 
Black Sheep (2006)
 
The Boneyard – Labyrinth des Grauens (1991)
 

Filmkritik: „Romeo Is Bleeding“ (1993)

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ROMEO IS BLEEDING

Story

 
 
 

Verzwickte Sache. ROMEO IS BLEEDING ist ein klassischer Fall von Film, dessen allzu ausführliche Inhaltsangabe dem neuen Zuschauer den Spaß komplett verderben würde. Also dann in knapp: Gary Oldman spielt den in alle Richtungen korrupten Polizisten Jack Grimaldi, der sich mit der falschen Mafia-Killerin einlässt. Diese tödliche Dame ist nicht nur im Umgang mit Schusswaffen gefährlich, sondern versteht sich auch im Verwenden von Informationen, mit denen sie dem moralisch wackelig dastehenden Gesetzeshüter das Leben völlig zerstören kann.

 
 
 


 
 
 

ROMEO IS BLEEDING – Kritik

 
 
 
Seinerzeit kann ROMEO IS BLEEDING so gut wie gar nicht einsortiert werden. In der Konsequenz sind die Zuschauerzahlen in den Kinos fürchterlich niedrig – erst in der nachfolgenden Videotheken-Verwertung sieht die Sache besser aus. Wohlwollend gestimmte Kritiker zumindest sehen in Peter Medaks Film einen Wegweiser in Richtung verschiedener ultra-brutaler und sich der vorausgegangenen Filmgeschichte bewusster Thriller, wie sie kurz darauf, in der Nachfolge von PULP FICTION zum Rückgrat der Filmindustrie werden sollten. Genauestens beobachtete, am Film Noir geschulte Handlungsfäden, die sehenden Auges in die Vernichtung der Charaktere führen, münden in exzessiven Gewaltausbrüchen. Eine graphisch präsentierte Brutalität, die das Publikum 1993 schlicht so kalt erwischt, dass der nach einem Song des unbesiegbaren und damals noch nicht unbedingt gehypten Tom Waits benannte Film regelrecht unter negativer Mundpropaganda zu leiden hat. Es ist eine Schande, findet hier doch bereits die Verbindung zwischen wasserdicht gescripteten Noir-Strukturen und sadistischen Austickern statt, die 1995 mit dem Fifties-Remake KISS OF DEATH zu Aufmerksamkeit und 1997 mit L.A. CONFIDENTIAL gar zu Oscar-Ehren kommen wird. Vom Elefanten im Raum, Quentin Tarantinos PULP FICTION nämlich, ganz zu schweigen.
 
 
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Gary Oldman, heute natürlich anerkannt als einer der größten lebenden Charakterdarsteller des Kinobetriebs, stellt sich in jenen Tagen, erste Hälfte der Neunziger, ein Portfolio von Rollen zusammen, auf denen sich sein späterer Ruhm begründen wird. Da wäre unstrittig seine Interpretation des Grafen DRACULA – in allen Mutationen, die er in Coppolas Film durchläuft, der grausam-psychotische Dreadlock-Zuhälter Drexel in TRUE ROMANCE oder der noch irrere Junkie-Bulle in LEON – DER PROFI. Sein Officer Grimaldi hier weist in seiner Hilflosigkeit und schließlich fatalen Zerrissenheit schon auf seine ruhiger angelegten Rollen der Zukunft hin und demonstriert die schauspielerische Tiefe und Vielseitigkeit des Iren.
Peter Medak, der in Ungarn geborene Regisseur am Werke, ist eigentlich in so gut wie jedem Genre zuhause. Ein echter Routinier kann man sagen. Sein größter Treffer im Horror-Genre ist 1980 THE CHANGELING, ein bei uns als DAS GRAUEN vermarkteter Geisterfilm mit dem großen George C. Scott, der nicht zu Unrecht als einer der gruseligsten seiner Zunft gilt.
 
 
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ROMEO IS BLEEDING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Peter Medaks schweinisch harter Versuch, den Film Noir in die 90er zu übertragen, sieht nach fast dreißig Jahren besser aus denn je. Damals stellt er sein Publikum vor ein Rätsel. Heute – dreihundert echte und gefälschte Tarantino-Filme später – dürfte die historische Rolle des Thrillers unbestreitbar sein: So gut wie jeder moderne Gangster- oder Polizeifilm, der sich drastischer Gewaltsequenzen bedient, trägt Spuren von ROMEO IS BLEEDING in seiner DNS.
 
 
 


 
 
 

ROMEO IS BLEEDING – Zensur

 
 
 
ROMEO IS BLEEDING erhielt für eine Kinoaufführung im Jahre 1994 eine Erwachsenenfreigabe (FSK18). Diese war ungeschnitten. Später folgte eine ebenso ungeschnittene Fassung auf VHS. Neben dieser lies man auch eine um fünf Minuten gekürzte Version anfertigen, für welche man eine FSK16 erhielt. Diese fand man ziemlich oft in den Videoregalen der Kaufhäuser. Eine noch stärker geschnittene TV-Fassung lief sogar im Fernsehen. Bei dieser fehlten geschlagene zehn Minuten an Filmmaterial. Mit dem Siegeszug der DVD erschien ROMEO IS BLEEDING im Jahr 2000 über EUROVIDEO wahlweise in einer gekürzten FSK16- oder eine ungeschnittenen FSK18-Version auf DVD. Nun hat es der Thriller auch ins HD-Zeitalter geschafft. Erst brachte NSM RECORDS den Streifen ungeprüft im Jahr 2019 im Blu-ray/DVD-Mediabook. Danach ließ das Label den Film neu prüfen und bekam von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in ungeschnittener Form. Diese Filmfassung befindet sich im praktischen Blu-ray-Steelbook, das man nun im deutschen Handel kaufen kann.
 
 
 


 
 
 

ROMEO IS BLEEDING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray Steelbook)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 444 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Romeo Is Bleeding; Großbritannien | USA 1993

Genre: Thriller, Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook | Mediabook

Extras: Deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16 seitiges Booklet mit Text von Daniel Wagner und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabooks: 30.04.2019 | Steelbook: 31.01.2020

 
 
NSM hat vier limitierte und von der FSK ungeprüfte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht. Seit Januar 2020 kann man ROMEO IS BLEEDING auch in Deutschland als Blu-ray im Steelbook im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten und ist frei ab 16 Jahren.
 
 

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Romeo is Bleeding [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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ROMEO IS BLEEDING – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Kiss of Death (1995)
 
L.A. Confidential (1997)