Filmkritik: „Presence – Es ist hier!“ (2015)

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PRESENCE – ES IST HIER!

(THE DEAD ROOM)

Story

 
 
 

Zwei Wissenschaftler und ein Medium gehen einem gar schaurigen Spuk auf den Grund. In einem alten Farmhaus irgendwo im Hinterland Neuseelands sollen sich unheimliche Dinge ereignet haben, die von den Forschern näher untersucht werden wollen. Leider kommt wie immer alles anders, denn eine bösartige Präsenz lehrt die Hobby-Geisterjäger das Fürchten.

 
 
 


 
 
 

PRESENCE – ES IST HIER! – Kritik

 
 
 
Was ließe sich nicht alles mit einer Million Euro anstellen? Eine Villa kaufen, einmal um die Welt segeln oder ganz unverfroren: Komplett auf den Kopf hauen. Für letztgenannte Option entschied sich Filmemacher JASON STUTTER. Er hatte das Glück mit großzügigem Budget haushalten zu dürfen. So großzügig, dass so mancher Regisseur unabhängiger Horrorfilme nur mit den Ohren schlackern kann. Dass aber mit egal wie ausreichend vorhandenem Geld nicht zwangläufig ein guter Film entstehen braucht, verdeutlicht PRESENCE – ES IST HIER, der im Original eigentlich THE DEAD ROOM heißt, schmerzhaft. Für den Gruselfilm zeichnet nämlich genau dieser neuseeländische Regisseur verantwortlich, der nach (völlig zu Recht) unbekannten Titeln wie DIAGNOSIS: DEATH erneut ziemlichen Schlamassel abgeliefert hat – der aber immerhin visuell sein Geld wert ist. PRESENCE wandelt auf den Pfaden so erfolgreicher Spuk- und Geisterfilme wie THE CONJURING oder THE AMITYVILLE HORROR, die sich marketinggerecht brüsten, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. So wurde PRESENCE ebenso von paranormalen Ereignissen inspiriert, die sich in einem Bauernhaus in Central Otago, Neuseeland zugetragen haben sollen. Irgendwann in den 1970ern haben dort zwei Wissenschaftler Spukerscheinungen untersucht und sind dabei auf ein Geheimnis gestoßen, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die gleiche Geschichte soll nun auch beim Zuschauer für Gänsehaut sorgen. Leider vergebens, denn statt Originalität steht in der filmischen Umsetzung fade Vorhersehbarkeit auf dem Plan, die in erster Linie langweilt und tüchtig Müdigkeit verursacht.
 
 
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PRESENCE – ES IST HIER rückt zwei Parapsychologen in den Mittelpunkt, die zusammen mit einem Medium eine klapprige Hütte erkunden, in der es spuken soll. Die Vorbesitzer haben das Haus Hals über Kopf verlassen, weil sie Erlebtes zu Tode geängstigt hat. Das ruft freilich das Interesse der Forscher auf den Plan, die jegliche schaurige Vorkommnisse mit modernstem Equipment analysieren wollen. Schnell sind Kameras, Laptops und Bewegungsmelder aufgestellt, um übernatürliche Aktivitäten auf Film zu bannen. Doch der unsichtbare Haustyrann lässt auf sich warten. Erst nach mehrmaligen Anläufen und reichlich Warterei tut sich was. Eine bösartige Präsenz ist über die unangemeldeten Schlafgäste gar nicht erfreut. So fängt sie bald fürchterlich zu toben an, schlägt Türen zu und wirft mit Gegenständen um sich. Doch die Wissenschaftler lassen nicht locker. Sie finden heraus, dass sich am Ende des Flures ein Raum befindet, den der Geist interessanterweise meidet. Doch was hat es mit dem leeren Zimmer auf sich?
 
 
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Klischee an Klischee. PRESENCE – ES IST HIER vereint samt und sonders Elemente klassischer Spukstreifen, die schon in vielen ähnlich gestrickten Gruselfilmen der 1970ern und 1980er Programm waren. So schlagen regelmäßig Türen wie von Geisterhand zu und Gegenstände fliegen unvorbereitet durch Räume. Das mag vermutlich vor drei Jahrzehnten ziemlich gruselig gewesen sein; gefühlte tausend Geister-Heuler später ist das leider nicht mehr ganz so fesselnd wie damals. PRESENCE hat ein Problem und das nennt sich Einfallslosigkeit. Man muss kein Genie sein, um den Fortgang der Geschichte erraten zu können, denn der Film klappert relativ ermüdend alle Etappen gängiger Spukstreifen ab und hat zudem keinerlei Überraschungsmomente zu bieten. Die wichtigsten Szenen verrät – so ist das leider heute meistens – dabei übrigens der Trailer. Der fasst den Film in knapp zwei Minuten zusammen und lässt so mehr Zeit für die spannenden Dinge im Leben. Bleibt zu erwähnen, dass PRESENCE kein Film für mutige Geisterjäger ist. Der Schauertrip ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara. Er gibt sich nicht einmal die Mühe, das schreckerprobte Publikum irgendwie zu unterhalten. Unvorhersehbare Schockmomente sind Mangelware und unheimliche Spezialeffekte gibt es – trotz einiger Dollars mehr auf Seiten des Produktionsbudgets – auch nicht. So sind Kamera und Ausleuchtung zwar vehement darum bemüht so etwas wie Atmosphäre zu bewirken – doch dank eines Drehbuchs, das so ausgetreten ist wie Omas Pantoffeln, dürften die meisten Horrorfans schnell nach der Fernbedienung greifen, um dem faden Spuk ein gnädiges Ende zu setzen. Ein geistloser Zeiträuber.
 
 
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PRESENCE – ES IST HIER! – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
PRESENCE – ES IST HIER ist die neuseeländische Antwort auf PARANORMAL ACTIVITY. Schenkt man Regisseur JASON STUTTER Glauben, kam ihm die Idee zum Film während eines Besuches in einem heimischen Antiquitätengeschäft. Dort fand der Filmemacher ein altes Buch über Neuseelands Legenden und war schlichtweg so fasziniert von einer der dort verfassten Geschichten über eine Spukhütte, dass er daraus einen Film machen wollte. Er fand den Eigentümer des Gebäudes, lies sich durch das Haus führen und war fest davon entschlossen, den Film am Originalschauplatz zu drehen. Weil einige seltsame Dinge vorfielen, warf man aus Angst Pläne über Bord und baute die Hütte dann doch lieber im Studio originalgetreu nach. Das, verehrte Leser, ist Werbung. Im Interview lies Filmemacher JASON STUTTER stolz verlauten, dass er einen Film machen wollte, der ein unvergessliches Erlebnis für den Zuschauer werden sollte. Leider hat sich der Gute da etwas verzettelt – unvergesslich werden eher die quälend langen Sekunden sein, die das Publikum bis zum Anspann zahlen dürfte. PRESENCE – ES IST HIER ist kein nennenswertes Haunted-House-Movie, was nicht nur an mangelnder Originalität liegt. Vor allem der Schauplatz ist nicht gerade prädestiniert für Spukstreifen. Denkt man an Geisterfilme, hat man meist riesige Anwesen mit langen Fluren, dunklen Kellern und schaurigen Dachböden vor Augen. Die klapprige Hütte in PRESENCE – ES IST HIER sieht dagegen aus wie Kinderfasching. Enttäuschend von vorne bis hinten.
 
 
 


 
 
 

PRESENCE – ES IST HIER! – Zensur

 
 
 
In PRESENCE – ES IST HIER (Originaltitel: THE DEAD ROOM) spukt es gewaltig. Hier schlagen Türen von allein zu und Gegenstände fliegen durch den Raum. Tote gibt es nicht zu beklagen. Nur am Ende findet man einen verwesten Leichnam. Wegen der unheimlichen Atmosphäre und einige verstörenden Schocks hat der Film in Deutschland eine FSK16 erhalten. Natürlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PRESENCE – ES IST HIER! – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen + Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Poltergeist (2015)
 
Poltergeist (1982)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Amityville Horror (1979)
 
The Occupants – Sie wollen dein Leben (2014)
 
I am ZoZo (2012)
 
Ghost of Goodnight Lane (2014)
 

Kritik: „The Occupants – Sie wollen dein Leben“ (2014)

The Occupants 2014
 
 
 

THE OCCUPANTS – SIE WOLLEN DEIN LEBEN

Story

 
 
 
Das Leben hat es bisher mit Lucy und Wade gut gemeint. Die beiden sind ein glücklich verheiratetes Paar, haben ein erfülltes Berufsleben und sind stolze Eltern eines gesunden Babys. Leider währt die Freude am neuen Familienglück nicht lang, denn nach Bezug des kleinen Eigenheims passieren seltsame Dinge. Immer wieder wird Lucy von seltsamen Visionen heimgesucht, in denen sie einen Familienvater sieht, der Frau und Tochter um die Ecke bringt. Die junge Frau sucht sich Rat bei ihrer Babysitterin und einem Medium, die der verängstigten Mutter jedoch nicht helfen können. Schon bald scheint Lucy an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie geht den Geschehnissen auf den Grund und stellt fest, dass sie selbst in Verbindung mit den Vorkommnissen steht und plausible Erklärungen für den Spuk in ihrer Vergangenheit suchen muss …
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Kritik

 
 
 
Auch das Spukgenre unterliegt vordiktierten Regeln. Meist wird dort eine glückliche Familie mit merkwürdigen Vorfällen konfrontiert, die den Besuch eines Mediums zu Folge haben. Das wittert eigentlich fast immer die Anwesenheit rastloser Seelen, die den Lebenden mit stets gleichen Streichen zur Last fallen. Es schlagen Türen ins Schloss, Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand und Familienmitglieder werden von unsichtbaren Gegnern heimtückisch attackiert. Am Ende verliert sich fast jeder Geisterfilm im obligatorischen Effektgewitter, bei dem die Leidgeplagten mit vereinten Kräften versuchen die unwillkommenen Gäste zurück in ihre Welt zu drängen. Das gelingt zwar meist immer, hält die meisten Filmemacher aber nicht davon ab, sich ein Hintertürchen für eine mögliche Fortsetzung offen zu halten.
 
Mit THE OCCUPANTS meldet sich der nächste Streifen dieser Art zu Wort. Hier flimmert sogar vor Filmbeginn der Banner der vermutlich langlebigsten Horrorzeitschrift der Welt über den Bildschirm: FANGORIA. Seit nunmehr 30 Jahren gehört das Blatt zur Pflichtlektüre amerikanischer Horrorfans und produziert seit den frühen 90ern sogar eigene Filme. In letzter Zeit „präsentiert“ FANGORIA aber auch gern hin und wieder mal und verhilft dadurch manch wertlosem Horrorschund zu bescheidenem Ruhm. Einer dieser, für den Heimkinomarkt gedrehten Streifen ist THE OCCUPANTS, der vermutlich ohne die Unterstützung des Horrorheftchens kaum Aufmerksamkeit erhalten würde. Regisseur TODD ALCOTTS zeichnet verantwortlich und harkt ganz ungeniert die populäre Liste der bekannten Geisterklischees ab. Dass das bei der nahezu unfassbaren Menge an ähnlich gestrickten Werken so rein gar nicht mehr vom Hocker reißen will, dürfte auf der Hand liegen. Die Familie ist vorhanden, die Geister sind da und das Medium hat es auch in den Film geschafft, um den Heimgesuchten Beistand zu spenden. Bei derart Vorhersehbarkeit leidet die Spannung erheblich, denn aufgrund permanenter Einfallslosigkeit dürfte der Zuschauer an THE OCCUPANTS ganz schnell das Interesse verlieren.
 
THE OCCUPANTS ist schnell und billig gedrehter Horror-Trash, wie man ihn eigentlich fast nur noch auf der Mattscheibe erlebt. Der Rohrkrepierer erinnert vornehmlich an TV-Massenware und lässt kaum Atmosphäre aufkommen. Wie soll die sich auch entwickeln, wenn man gänzlich auf die für das Subgenre essentiellen optischen und akustischen Raffinessen verzichtet. Die Geräuschkulisse ist platt; unheimliche Momente, die durch virtuoses Zusammenspiel von Licht und Schatten bewirkt werden, existieren nicht. Zudem fehlt auch der Behausung der gespenstige Feinschliff. ALCOTTS lässt seine Protagonisten in stilvoller Moderne ums Überleben kämpfen. Die gruselig-gotische Spukvilla sucht man vergebens; vermutlich hätte man für derart Kulisse auch gar kein Budget gehabt. Immerhin geben die beiden Hauptdarsteller ihr Bestes. CRISTIN MILIOTI (könnte als kleine Schwester von JENNIFER LOVE HEWITT durchgehen) ist stets konzentriert bei der Sache, vergisst aber immer mal wieder, dass sie hier nicht auf der Theaterbühne steht, sondern für einem beliebigen Horrorfilm vor der Kamera. Etwas euphorisches Overacting kann ja manchmal ganz erheiternd sein, geht aber schnell auf den Zünder, wenn der Schauspieler vergisst, dass die Macher des Films eigentlich ernste Absichten hegen und kein Spoof-Filmchen drehen wollen. MICHAEL RADY als Ehegatte Wade fällt da schon angenehmer auf, ist aber in THE OCCUPANTS ohnehin nur Nebendarsteller, dreht sich die Geschichte vornehmlich um Mutter Lucy (CRISTIN MILIOTTI), die im Verlauf der Handlung eine psychische Verwandlung durchlebt. Die betreut anfangs misshandelte und verängstigte Frauen und wird am Ende selbst zur traumatisierten Irren deklariert, weil sie von längst verdrängten Kindheitserinnerungen eingeholt wird. Apropos psychisches Durcheinander: TOBY HUSS (BAD MILO und TEUFLISCH) spielt hier einen wütenden Geist, der sich Zutritt in das Haus der kleinen Familie verschafft und Lucy ausgefuchst beginnt zu terrorisieren. Skurrilerweise sind Parallelen zu SHINING zu erkennen, denn scheinbar handelt es sich bei Filminitiator TODD ALCOTTS um einen eingeschworenen Stephen King-Fan. Geisterdarsteller HUSS trägt nämlich nicht nur gleiche Mode, wie einst NICHOLSONS Charakter im King’schen Kultfilm; er verhält sich auch noch ebenso diabolisch und äußerst verhaltensauffällig. Leider wird THE OCCUPANTS durch diesen kleinen Insider auch nicht besser, kränkelt der Film doch an vorhersehbaren Wendungen, der unwichtigen Story und einer billigen Inszenierung, bei der dem Zuschauer die Lust am Sehen ganz schnell vergehen dürfte. Wir können nur hoffen, dass der nächste Geisterfilm besser wird, denn auf so planlos und kostengünstig dahin geschluderte Videoware hat die Welt nun wahrlich nicht gerade gewartet.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fatal, wenn ein Geisterfilm nicht gruselig ist: THE OCCUPANTS ist ein unspannender Mystery-Horror-Mix, der kaum Atmosphäre besitzt und dazu auch noch ziemlich billige Optik bietet. Der Streifen erinnert eher an einen TV-Film, ist zugedröhnt mit ganz üblen Klischees und ist so überflüssig wie der Pimmel am Papst. Daher besser den zwar thematisch ähnlichen aber weitaus besseren DARK CIRCLES schauen, der die Bezeichnung Gruselfilm auch wirklich verdient hat. Was FANGORIA übrigens vertraglich aushandeln konnte, um THE OCCUPANTS zumindest in Amerika „präsentieren“ zu können, werden wir hier in Deutschland vermutlich nie erfahren. Ist wahrscheinlich auch besser so.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Zensur

 
 
 
An THE OCCUPANTS wurde gespart wo es nur ging – auch an Gewalt. Die ist nahezu nicht vorhanden und hat demnach die FSK dazu bewegt THE OCCUPANTS hierzulande ungeschnitten für bereits 16-jährige freizugeben.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Occupants; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer in dt. Sprache, Trailershow

Release-Termin: 05.06.2014

 
 
 

The Occupants – Sie wollen dein Leben [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
Last Summer (2013)
 
I am ZoZo (2012)
 
Two Moons (2012)
 

Filmreview: „Anomalie – Visionen des Bösen“ (2013)

Aberration 2013
 
 
 

ANOMALIE – VISIONEN DES BÖSEN

Story

 
 
 
Christy (Gwendolyn Garver) ist Schülerin an einer High School und erhält in ihren Träumen Besuch von einem gruseligem Gör, das dem strebsamen Mädchen hin und wieder einen ganz schön gemeinen Schrecken einjagt. Komischerweise sieht sie in den Träumen einige ihrer Mitschüler sterben, die kurz darauf auch wirklich das Zeitliche segnen. Bei ihren Nachforschungen findet sie heraus, dass sie von ihrem verstorbenen Vater mediale Kräfte vererbt bekommen hat, die es ihr ermöglichen, in Kontakt mit der Welt der Toten zu treten. Bald schon sterben weitere Schüler unter unerklärlichen Umständen, wobei Christy mit Verehrer und Hockeyspieler Kyle Walker im Schlepptau stets den Ermittlungen der Polizei voraus ist und dadurch selbst ins Visier der Ermittler gerät. Bald schon überschlagen sich die Ereignisse und das ominöse Geisterkind scheint dem sensiblen Medium etwas mitteilen zu wollen. Kann Christy das Rätsel rund um den mysteriösen Geisterjungen und die bluttriefenden Morde lösen? …
 
 
 


 
 
 

ANOMALIE – Kritik

 
 
 
Wenn bleiche Geisterkinder mit dunklen Augen von DVD-Covern blinzeln, schwant alteingesessenen Horrorfreunden inzwischen nur noch selten Gutes. Nach unzähligen RING-Duplikaten hat man sich an derartigen Filmen leider schon pappsatt gesehen. Eine ausgemergelte Gruselgestalt auf dem Einleger animiert nicht mehr unweigerlich zum Kauf. Der Mysteryfilm ANOMALIE – VISIONEN DES BÖSEN (im Original: ABERRATION) ist mal wieder ein perfektes Beispiel dafür, wie man mit dreistem Ideenklau ganz schnelle Kasse machen wollte. Sichtlich von populären Gruselstreifen aus Fernost inspiriert, wird einem hier eine fade Mischung aus der japanischen Gruselmär DARK WATER (2002) und dem amerikanischen Quotenhit GHOST WHISPERER untergejubelt, die an Langeweile kaum zu übertreffen ist. Hinter dem behäbigen Schwachsinn steckt DOUGLAS ELFORD-ARGENT der bereits im Jahre 2010 „qualitativ hochwertige“ Filmkunst in Form eines NICTOPHOBIA – FOLTER IN DER DUNKELHEIT (2010) auf die Menschheit losgelassen und der Folterfraktion mit diesem unterirdischen Abfuck einige feuchte Schlüpfer beschert hat. Dass der Filmemacher ein goldenes Händchen bei der Auswahl beachtlich anspruchsloser Filmarbeiten besitzt, beweist auch seine Mitarbeit an Glanzstunden amerikanischer TV-Unterhaltung. In grandiosen Fernsehsehserien wie MILLION DOLLAR CLOSETS oder EXTREME ANIMAL OBSESSION konnte er sein Talent als Kameramann unter Beweis stellen, um zumindest halbwegs seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, wenn man mit eigenen Filmen schon kaum Erfolg erzielt. Bereits 2006 wurde der nun vorliegende ANOMALIE – VISIONEN DES BÖSEN unter dem Titel AFTERTHOUGHT fertiggestellt, kam aber erst kürzlich in die Gunst eines offiziellen US-Heimkinostarts. Vermutlich wollte ELFORD-ARGENT im Fahrwasser der einst populären RINGU/RING-Reihe noch schnell auf den lukrativen Geisterzug aufspringen, scheint aber irgendwie verdrängt zu haben, dass der 2006 bereits längst abgefahren war. Aufgrund der immer beliebter werdenden Folterthematik schien er damals keinen Abnehmer für seinen unspektakulären „Geister-Shice“ gefunden zuhaben, so dass die Tatsache weitaus erschreckender ist, dass sich sieben Jahre später doch noch ein Publisher erbarmen konnte, diese Schlafpille in den Handel zu bringen.
 
Auch in ANOMALIE hat der leidlich überzeugende B-Movie-Regisseur Ehefrau GWENDOLYN GARVER einbeziehen können. Die hat nicht nur bereits in NICTOPHOBIA mitgespielt, sondern auch gleich mal das miese Drehbuch zu ANOMALIE geschrieben und die Hauptrolle des Films ergattert. Wirklich voran bringt das den Film mit Sicherheit nicht, zumal die Beteiligten durch die Bank weg das 30. Lebensjahr erreicht haben, im Film jedoch minderjährige High School-Schüler mimen. Das weckt zwar Erinnerungen an Teen-Slasher der 80er, erreicht aber nicht einmal annähernd den naiven Charme des Teenager-in-Angst-Kinos. Immerhin traut sich Regisseur ELFORD-ARGENT mit seinem ANOMALIE einen der ganz großen Klassiker des modernen Horrorfilms zu zitieren. So schläft Heldin Christy im Unterricht ein und schlendert in ihrem Traum mit Lila-gestreiften Rollpulli unachtsam durch die Flure der Schule. Was folgt ist die Begegnung mit einem mysteriösen Geisterjungen, die den ahnungslosen Teenager schreiend aus dem Tiefschlaf reißt. Parallelen zu A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) sind unverkennbar, wobei sich der Film mit seiner Traum-Realitäts-Thematik nicht nur einmal frech bei WES CRAVENS kultiger Horror-Vorlage bedient. Zusammen mit den nett gewerkelten Introcredits sind das auch schon die einzigen Highlights des gesamten Films gewesen. Weitere lassen sich in ANOMALIE mit der Lupe suchen, denn Spannungsfreiheit steht ganz oben auf ELFORD-ARGENTS Umsetzungsliste. Wie bereits in NICTOPHOBIA passiert in seinem Mysteryaufguss eigentlich so rein gar nichts. Protagonisten Christy ist mit ihrem heimlichen Verehrer Kyle vehement darum bemüht, von Schauplatz zu Schauplatz zu hetzen, um das Geheimnis um den Geisterjungen lösen zu können und dabei den Zuschauer mit unwichtigen Dialogen in den Tiefschlaf zu quasseln. Die schauspielerische Darbietung ist als jenseits von Gut und Böse zu betiteln und ruft unweigerlich Schul-Laientheater aus der Kindheit ins Gedächtnis. Immerhin weicht ANOMALIE in den letzten Filmminuten von der vorhersehbaren Geradlinigkeit der grottigen Inszenierung ab und endet mal wieder in einem Plottwist. Der Kracher ist die Auflösung auch nicht und schaufreudige Gewaltakte bekommt der Zuschauer hier auch nicht zu Gesicht, so dass ANOMALIE mit großer Sicherheit ganz schnell in der Bedeutungslosigkeit unüberschaubarer Videoware verschwinden dürfte. Wer trotzdem einen Blick riskieren möchte, sollte nach Pfennigartikeln auf den Wühltischen in den Elektronikfachgeschäften Ausschau halten. Es dürfte nicht lange dauern bis auch ANOMALIE dort seine Rente fristen wird.
 
 
 


 
 
 

ANOMALIE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Mein lieber Scholli, ist das langweiliger Dreck. Wer zu viel Geld über hat, sollte aus den Scheinen lieber kleine Schiffchen basteln und damit seine Wohnung dekorieren, statt seine hart verdienten Euronen in derart miesen Quark zu investieren.
 
 
 


 
 
 

ANOMALIE – Zensur

 
 
 
ANOMALIE – VISIONEN DES BÖSEN (OT: ABERRATION) ist weder gruselig, noch blutig oder spannend. Die billige Schlafpille ist hierzulande ungeschnitten bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Aufgrund einiger Trailer besitzt die erhältliche Scheibe jedoch den roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

ANOMALIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
anomalie-visionen-des-boesen-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: AfterThought; USA 2007

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Film: FSK16 | Blu-ray wegen Bonus: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 26.06.2015

 

Anomalie – Visionen des Bösen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ANOMALIE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Souls (2012)

5 Souls (2011)

Devoured (2012)

A Nightmare on Elm Street (1984)

Ju-on: The Grudge (2003)

Ghost Whisperer

Dark Water (2002)