Filmkritik: „Minutes to Midnight“ (2018)

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MINUTES TO MIDNIGHT

Story

 
 
 
In den Bergen ziehen drei irre Geschwister umher und wollen einer Gruppe Freunde an den Kragen, die dort in einem Ferienhaus Silvester feiern.

 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Kritik

 
 
In den vielen Jahren hat man ja schon einiges an Horrorfilmen gesehen. Da gab es neben wenigen guten Schockern auch jede Menge Unsinn, der die Haare hat zu Berge stehen lassen. Dass es hierbei aber immer noch schlimmer kommen kann, zeigen Streifen wie MINUTES TO MIDNIGHT. Hierbei handelt es sich nicht nur um Filmware, die eigentlich gar keinen Sinn ergibt. Genannte Produktion aus Amerika ist dazu auch noch ein hinterlistiger Zeiträuber, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert, ihm aber nichts zu bieten hat. Immerhin war das absehbar. Schaut man sich nämlich an, wer da verantwortlich zeichnet, rollen sich erfahrenen Filmfans die Zehennägel. CHRISOPHER RAY hat es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht und blickt auf eine umfangreiche Vita zurück, welche die Crème de la Crème qualitativer Gruselperlen umfasst. Darunter herausragende Filmjuwelen wie CIRCUS KANE, 2-HEADED SHARK ATTACK und MEGACONDA. Daher verwundert es wenig, dass MINUTES TO MIDNIGHT knapp zwei Jahre gebraucht hat, um den Weg von Amiland nach Deutschland zu finden. Ein hiesiges Indie-Label hatte Erbarmen und riskiert nun die Käuferschaft mit genanntem B-Movie in den Wahnsinn zu treiben. Da wird mit vielversprechendem Cover-Entwurf gelockt. Kaum die Blu-ray in den Player gelegt, offenbart sich das gesamte Grauen. Letzteres erhält hier eine ganz neue Bedeutung. Man muss es gesehen haben, um es glauben zu können.
 
 
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Ein paar Mittzwanziger, von denen einige in der gleichen Firma arbeiten, wollen das Neujahr auf ganz besondere Weise begrüßen. Die nisten sich im Ferienhaus ihres Arbeitgebers (Sexidol aus den 1990ern: WILLIAM BALDWIN) ein und ignorieren die Warnung des örtlichen Gesetzeshüters (Mädchenschwarm aus den 1990er: RICHARD GRIECO). Letzterer will die jungen Leute vor drohendem Unheil bewahren. Die Hütte befindet sich in den Bergen und ein Unwetter zieht auf. Doch das ist den Freunden egal. Demzufolge muss betraft werden. Drei irre Geschwister (darunter BILL MOSELEY, der sich vollkommen lächerlich macht) schleichen durch die Gegend und veranstalten kurzen Prozess. Die machen Jagd auf die Unbelehrbaren und machen so klar Schiff mit Erlebnissen aus der Vergangenheit. Als Kind wurden die drei Schurken nämlich gehänselt. Angestauter Frust, dem nun unsere Kumpels ausgesetzt sind. Ein klarer Fall von: Pech gehabt.
 
 
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Wenn drei Alt-Stars in einem Low-Budget-Horrorfilm mitspielen, der ohne großes Tohuwabohu in die Händlerregale gebracht wird, lässt das oft Schlimmes erahnen. Im Falle von MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt sich das ungute Bauchgefühl, denn was hier zugemutet wird, ist Genre-Bodensatz. Die Einführung der Charaktere ist rudimentär, ein Spannungsaufbau ist gar nicht zu erkennen und die für Horrorfilme prädestinierten Gewalteffekte bewegen sich auf dem Niveau eines jungen Olaf Ittenbachs. Gut, mag man meinen – Trash sollte mit einem gewissen Augenwinkern genossen werden. Das Problem: MINUTES TO MIDNIGHT gehört nicht zu Kategorie Trash. Der Film nimmt sich zu ernst, stibitzt fleißig bei Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und entpuppt sich trotz bekannter Gesichter als semiprofessioneller Schnellschuss, den sich selbst erfolglose Videothekeninhaber niemals freiwillig ins Regal stellen würden.
 
 
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Keine Spur von Unterhaltung, keine Spur von Spaß. Stattdessen hakt Regisseur CHRISOPHER RAY gelangweilt ausgelutschte Slasher-Klischees ab und unterstreicht Geschehnisse mit teils unpassender Musik. Zwischen unspektakulären Morden handeln Protagonisten dumm. Deren Verhalten wirkt mancherorts derart gekünstelt, dass man sich fragt, ob die Macher hinter dieser Produktion überhaupt daran interessiert gewesen waren, ihr Publikum für voll zu nehmen. Hier wird nichts parodiert oder bewusst auf die Schippe genommen. Alles läuft unter dem Banner Backwood-Slasher. Das macht MINUTES TO MIDNIGHT zum Geduldspiel und dürfte dafür sorgen, dass Zuschauer müde auf die Timer ihrer Abspielgeräte starren. Bis hier jedoch Abspann über die Mattscheibe läuft, vergeht viel Zeit. Zeit in der zwar viel, aber im Grunde auch nichts passiert.
 
 
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Regisseur CHRISOPHER RAY hat sichtlich Freude daran, sein Publikum zu Tode zu langweilen. Die Protagonisten nehmen sich Zeit mit Sterben und führen den Genre-Fan durch einen überraschungsarmen Schnarcher, der vor allem wegen billigem Digitallook Augenkrebs verursacht. Da fragt man sich doch glatt, wie man so bekannte Namen wie BILL MOSELEY, WILLIAM BALDWIN oder RICHARD GRIECO gewinnen konnte. Okay, okay – genannte Schauspieler sind durch die Bank weg erschreckend gealtert und dürften wohl froh über jedes Stellenangebot sein. Dennoch hätte man den drei Darstellern etwas mehr Würde gewünscht. Was das Drehbuch von denen abverlangt, ist weit weg von respektabel. So geht man nicht mit älteren Herrschaften um.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Teils schon peinlicher Mix aus Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAID TO REST, der vor allem durch eines auffällig wird: Semiprofessionalität. Billig lautet das Credo von MINUTES TO MIDNIGHT. Das beginnt beim Filmlook und endet bei den Spezialeffekten. Aber das war nicht anders zu erwarten. Im Intro ist ein Banner von UNCORK’D ENTERTAINMENT zu sehen. Das ist ein amerikanisches Filmunternehmen, das ganz üble Horrorfilmverbrechen vertreibt und mit weniger als wenig Kapital maximalen Reibach erwirtschaften will. Daher Vorsicht bei Filmen, die im Trailer das Logo des Unternehmens zeigen. Meist steckt dahinter unbrauchbarer Unsinn. MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt diese Theorie, an dem übrigens zwei (!) Drehbuchautoren beteiligt gewesen waren. Was die jedoch am Schreibtisch wirklich getrieben haben, werden wir wohl nie erfahren.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
MINUTES TO MIDNIGHT hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten. Die Gewaltmomente sind schnell geschnitten und nicht immer professionell in Szene gesetzt. Im Finale kommt immerhin etwas Backwood-Slasher-Feeling auf und es wird in Richtung Folter geschielt. Ob die hohe Freigabe wrklich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Für Horrorfilmfans interessant: Die deutsche Fassung von MINUTES TO MIDNIGHT ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Minutes to Midnight; USA 2018

Genre: Horror, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 19.06.2020

 

Minutes to Midnight [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Hayride – Das Massaker (2012)
 

Filmkritik: „Fright Fest“ (2018)

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FRIGHT FEST

(AMERICAN FRIGHT FEST)

Story

 
 
 

Zwei entlaufende Psychopathen machen sich auf zu einer verlassenen Psychiatrie, die soeben in eine Halloween-Attraktion umfunktioniert wird. Was die dort wollen, kann man sich ausmalen.

 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Horror-Produktion, die meint, dass die zugrunde liegende Idee zum Film neu und innovativ sei. FRIGHT FEST gehört zu dieser Art Streifen, die wir in letzter Zeit so ziemlich oft hier auf FILMCHECKER besprochen haben. In diesen Filmen werden meist Häuser, Scheunen und verlassenen Krankenhäuser in Spukattraktionen umfunktioniert, die mutige Besucher an Halloween das Fürchten lehren sollen. Doch der Spaß ist nicht von langer Dauer. In der Regel mischt sich unbemerkt ein Killer unter die Gäste und richtet ein Blutbad an. Weil innerhalb der Spukhäuser geschrien und gerannt wird, bemerkt niemand, dass einige Leichen nicht aus Latex, sondern echt sind. Das sorgt für manch spaßigen Moment – vor allem auch deshalb, weil Gäste über blutige Gewaltspäße applaudieren, ohne zu ahnen, dass vor ihren Augen soeben ein Mensch abgeschlachtet wird. Ein Running Gag, der im Falle von FRIGHT FEST etwas zu häufig eingesetzt wird. Irgendwann ist’s nicht mehr lustig – interessiert aber Regisseur ANTE NOVAKOVIC wenig. Der zieht sein Ding durch, kümmert sich nicht um die Belange seines Publikums und liefert DEN Horror-Schnarcher des Jahres 2018 ab. So etwas muss man erst mal schaffen.
 
 
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In der Kleinstadt Sommerton, Pennsylvania versucht ein Bürgermeister verzweifelt einen Weg zu finden, Stimmen für die Wiederwahl zu gewinnen. Da kommt er auf eine ganz besondere Idee. Er macht aus einer verlassenen Irrenanstalt eine aufwendige Halloween-Attraktion in der man sich mal wieder so richtig erschrecken lassen kann. Hierbei soll ein ehemaliger Regisseur schauriger Horrorfilme die Leitung übernehmen. Doch Spencer Crowe (DYLAN WALSH) ist schon lange aus der Übung und hatte seit vier Jahren keinen bezahlten Auftritt mehr. Nicht ohne Grund. Alkohol nennt sich der neue beste Freund, der den einst gefeierten Filmemacher in so manch prekäre Situation gebracht hat. Die lässt auch in FRIGHT FEST nicht lang auf sich warten. Im Suff streift Crowe einen Transporter, baut einen Unfall und begeht Fahrerflucht. Doch die Strafe folgt auf dem Fuß. Bei den Insassen des gerammten Transporters handelt es sich um gefährliche Häftlinge, die aus dem Unfallwagen entkommen können und sich nun den Weg in die Freiheit bahnen. Ihr Ziel: genau jene Anstalt, die soeben als Geisterbahn umfunktioniert wurde, um darin zahlungswillige Gäste zu erschrecken. Da wird aus hausgemachtem Horror plötzlich blutiger Ernst. Einer der flüchtenden Kriminellen ist nämlich besonders krank im Kopf. Der liebt das Mordhandwerk und funktioniert die angesagte Gruselattraktion in ein Schlachthaus um.
 
 
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Indie-Slasher ohne Überraschung, dem das Glanzstück gelingt knapp 90 Minuten ohne Spannung auszukommen. FRIGHT FEST – der im Original übrigens AMERICAN FRIGHT FEST heißt – hat natürlich nichts mit dem gleichnamigen Filmfest zu tun, das alljährlich in Großbritannien veranstaltet wird, damit sich Fans des düsteren Genres ultraneues Horror-Material anschauen können. Vielmehr tritt der Streifen in die Fußstapfen von so Meuchelware wie HALLOWEEN HAUNT, HELL FEST, THE FUNHOUSE MASSACRE oder BLOOD FEST – um nur einige zu nennen. Die sind aus gleichem Holz geschnitzt und lassen Killer auf Menschen los, die einfach an Halloween etwas Spaß haben wollten. Nicht alle genannten Filme waren sehenswert. Dennoch bewegen sich die erwähnten qualitativ immer noch in Sphären, die FRIGHT FEST zu keiner Minute erreicht. Dabei ist das große Problem dieses Slashers die Tatsache, dass er im Grunde genommen all das falsch macht, was bisher so viele Regisseure beim Inszenieren von Schlitzer-Filmen falschgemacht haben. Dazu gehört vor allem die permanente Einfallslosigkeit mit der FRIGHT FEST den Zuschauer quält.
 
 
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So laufen die Geschehnisse nach bekanntem Schema ab. Ein Killer bringt diverse Menschen um die Ecke, bis dem Bösewicht Konter gegeben wird. Im Falle von FRIGHT FEST problematisch, weil es keine Identifikationsfiguren gibt. Stattdessen sollen stereotype Charaktere das Publikum durch den Film führen. Der Zuschauer dürfte den Figuren aber nicht folgen wollen. Die verhalten sich nicht nur dämlich, sondern wirken auch noch oberflächlich, nervend und unsympathisch. Somit bleibt deren Ableben – wie der Ausgang der Geschichte – im Grunde egal. Der Todesstoß für einen Horrorfilm und ein Armutszeugnis für jeden Regisseur. Letzterer schimpft sich ANTE NOVAKOVIC und ist vielseitig in der Filmbranche unterwegs. Der verdient sich sein Lohn und Brot als Schauspieler, Produzent und Drehbuchschreiber. Haupteinnahmequelle waren bis vor einigen Jahren aber noch diverse Assistenten-Tätigkeiten in sogar hochkarätigen Hollywood-Blockbustern. Darunter: MIAMI VICE, KILL THE BOSS oder EYES WIDE SHUT. Vielleicht hätte er es beim Assistieren belassen sollen. So wären uns weitere miserable Horrorfilme erspart geblieben.
 
 
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FRIGHT FEST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FRIGHT FEST ist ein beliebiger Geisterbahn-Slasher, der mit das Langweiligste ist, was es aktuell an Meuchelfilmen zu kaufen gibt. Die Dialoge sind unterirdisch, der Look ist billig, die Figuren nerven und auf Spannung hat man gleich ganz verzichtet. Somit bleibt nur der Blutzoll über, der FRIGHT FEST Daseinsberechtigung attestieren könnte. Leider ist selbst der kaum der Rede wert und geht im Zuge harter Slasher wie LAID TO REST oder WRONG TURN vollkommen unter. Daher können wir keine Empfehlung aussprechen. Selbst alteingesessene Fans dieses Subgenres dürften mit FRIGHT FEST so gar keinen Spaß haben. Für die gibt es aktuell bessere Alternativen.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Zensur

 
 
 
FRIGHT FEST hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Form erhalten. Wegen ein paar Werbefilmchen auf der Heimkinoveröffentlichung befindet sich auf dieser aber ein roter FSK-Flatschen. Sonderlich blutig ist der Slasher nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertig.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: American Fright Fest; USA 2018

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray FSK18

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, weitere Trailer

Release-Termin: 31.01.2020

 

Fright Fest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bates Haunting – Das Morden geht weiter (2011)
 
Hell Fest (2018)
 
Lost After Dark (2014)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Blood Fest (2018)
 
Halloween Haunt (2019)