Filmkritik: „Happy Times – Ein blutiges Fest“ (2019)

happy-times-2019-poster
 
 
 

HAPPY TIMES – EIN BLUTIGES FEST

(HAPPY TIMES)

Story

 
 
 
In „Happy Times“ wird ein eigentlich als freudiger Anlass geplantes Familienfest zu einem blutrünstigen Massaker, bei dem niemand so richtig unschuldig ist.

 
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Kritik

 
 
Dass Familienfeiern oftmals gnadenlos nach hinten losgehen und sich verschiedene Parteien an die Haare wollen, ist nicht nur ein Filmklischee, sondern kann auch in der Realität durchaus mal vorkommen. Dass es hinterher allerdings mit Leichen endet und jede menge Blut fließt, kommt im realen Leben wohl zum Glück seltener vor. „Happy Times“ zeigt ein solches Szenario und kommt dermaßen überzogen daher, dass er durchaus Spaß macht.
 
 
happy-times-2019-bild-3
 
 
Yossi und Sigal besitzen ein luxuriöses Haus in Hollywood und laden die Familie zu einem Festmahl ein. Darunter befindet sich z.B. der Cousin von Sigal, der mit dem israelischen Gehabe überhaupt nichts anfangen kann und eine Karriere als Schauspieler anstrebt. Er ist dann auch für so manch einen Streit am Essenstisch verantwortlich, doch nach für nach stellt sich heraus, dass hier eigentlich jeder mit jedem ein Hühnchen zu rupfen hat und als dann, mehr oder weniger, versehentlich jemand erschossen wird, ist dem Ansteigen der Leichen kein Einhalt mehr zu gebieten. Eine Familienfeier auf diese Art und Weise durfte man bestimmt noch nicht oft sehen und das Drehbuch kommt erfreulich abwechslungsreich daher. Alleine die politisch unkorrekten Gags und die Rassenwitze im ersten Drittel wirken schon mal erfrischend und könnten so auch direkt aus „South Park“ stammen. Allerdings bleibt es nicht bei diesem satirischen Unterton, sondern die Story macht dann mit Mord- und Totschlag weiter. Auch hier hat man sich kreativ ausgetobt, lässt manche durch einen Unfall, andere durch echte Morde sterben. Das Ganze ist niemals zu vorhersehbar, maßlos übertrieben und einfallsreich, weshalb man der Handlung stets gerne folgt.
 
 
happy-times-2019-bild-1
 
 
Dabei lässt sich „Happy Times“ eine gewisse Zeit, was jedoch positiv zu verstehen ist. Es geht zwar gleich mit reichlich Chaos und Streit los, aber mehr als ein Drittel der Laufzeit verläuft alles unblutig. Hier gibt man den Figuren erst mal genügend Stoff, weshalb sie hinterher auf sich losgehen dürfen. Ein Vorteil ist auf jeden Fall die Figurenzeichnung, denn diese kommt äußerst markant daher und ist höchst vielseitig ausgefallen. Jeder Charakter bekommt irgendwann seine Zeit, egal ob er früher oder später stirbt. Deshalb wirkt auch niemand belanglos oder austauschbar. Die vielen Darsteller nehmen das dankend an und erhalten alle irgendwann ihren Höhepunkt. Selbst wer zuvor noch unscheinbar war, darf seine fünf Minuten Ruhm kassieren. Das wird zwar teilweise maßlos übertrieben gespielt, aber das Overacting passt hier einfach und wirkt dadurch niemals nervig. Ein weiterer Punkt, der für Abwechslung sorgt, ist die Tatsache, dass keine Figur so einfach zu durchschauen wäre. Wie hier wer handeln mag, lässt sich zwar erahnen, aber manchmal wird man durchaus überrascht und so entfernt man sich angenehm von Klischee-Rollen.
 
 
happy-times-2019-bild-2
 
 
Bis das Ganze an Fahrt gewinnt, vergeht zwar einige Zeit, aber das ist nicht schlimm, weil hier schon für genügend Gags gesorgt wird. Sowieso hat man es bei „Happy Times“ am ehesten mit einer rabenschwarzen Komödie zu tun. Hinterher gesellen sich zwar noch ein paar Motive vom Horrorfilm und vom Thriller mit hinzu, aber das Treiben ist niemals ernst zu nehmen, schon nahezu grotesk und bietet stets bösen Humor. Manchmal übertreibt man es zwar auch etwas zu sehr, so z.B. im nochmals völlig überzogenen Finale, aber überwiegend macht diese Herangehensweise viel Spaß. Dass es nebenbei auch ganz gut blutig zur Sache geht, ist eine schöne Randnotiz. Das artet nie in Splatter-Gefilde aus, besitzt aber einige derbe Momente. Die Effekte sind gut gelungen und sowieso ist die gesamte handwerkliche Arbeit positiv zu vermerken. Das große Haus hat man als Schauplatz bestens genutzt und die Inszenierung gestaltet sich als clever. Nur Spannung kann dabei eigentlich keine aufkommen, denn dafür kann man das Geschehen einfach nicht ernst genug nehmen.

 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Happy Times“ ist eine sehr spaßige und richtig schön böse, schwarze Komödie geworden, die das Familienfest mal auf andere Art und Weise zelebriert. Der Humor wechselt von nahezu satirischen Spitzen hin zum fast schon slapstickartigem Blutvergießen und bietet so genügend Abwechslung. Zwar ist das manchmal schon zu viel Übertreibung und Geschmackssache stellt dieser Humor ganz sicher auch dar, aber meistens wird das treffsicher aufbereitet. Bis es zur Action kommt, vergeht einige Zeit, doch es ist immer etwas los und zu vorhersehbar ist das Szenario dabei niemals. Die handwerklich souveräne Arbeit und die guten Darsteller runden diesen blutigen Spaß ideal ab. Wenn’s mal wieder schwarzer Humor sein darf, dann ist „Happy Times“ absolut empfehlenswert!
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Happy Times – Ein blutiges Fest“ ist mit ihrer FSK16 vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
happy-times-2019-bluray

(c) Meteor Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Happy Times; Israel | Italien | USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, O-Ton DTS-HD MA 5.1 (O-Ton = Englisch / Hebräisch)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Entfallene Szenen, Outtakes, Alternative Szene, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 09.10.2020

 

Happy Times – Ein blutiges Fest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)
 
Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot (2019)
 
Secret Santa (2017)
 

Filmkritik: „After Midnight – Liebe ist ein Monster“ (2019)

after-midnight-2019-poster
 
 
 

AFTER MIDNIGHT – LIEBE IST EIN MONSTER

(AFTER MIDNIGHT)

Story

 
 
 
Hank und Abby sind Mitte 30, seit 10 Jahren kinderlos zusammen und wohnen in einer alten, ländlich gelegenen Villa im amerikanischen Grün. Als Abby eines Tages verschwindet und nur eine Notiz hinterlässt, sieht Frank sich mit sehnsüchtigen Erinnerungen und einer gröhlenden Kreatur konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Kritik

 
 
Wie kann man sich als Regisseur nur so sehr selber ins Bein schießen? Als Harmony Korine seinerzeit die Trailer und PR für Spring Breakers konzipiert bzw. zumindest abgesegnet hat, da ist dies sicherlich nicht ohne Kalkül geschehen, nicht ohne dass es eine bewusste Entscheidung war. Lasst die, von Disney-Stars geblendeten Teenies, die sich ins Kino schmuggeln zum Feiern und Rummachen, untergehen in ihrer eigenen reduktiven Weltsicht, lass sie ertrinken in der „liquid narrative“ deines Teenager-Alptraums, lass sie konsequent hypen und dann die Dekonstruktion der Generation „Projext X“ vornehmen, mit aller Radikalität. Aber wieso diese Fehlleitung bei „After Midnight“ nur, wieso diese konsequente Vermarktung als Horror, inklusive blutigem Herzen auf dem Cover und Monsterfratze?
 
 
after-midnight-2019-bild-8
 
 
Wer diese Seite ausschließlich für Horrorfilme besucht, für Splatter oder psychologisches Unbehagen, für Urängste oder blutige Konfrontationen, der kann jetzt direkt wieder gehen – „After Midnight“ hat sich seine FSK 16 zwar gerade so verdient, ist ein durchaus erwachsener und ernster Film ja, auch gibt es ein wahlweise metaphorisches oder reales Monster – der Film positioniert sich hier durchaus, ich will es nur nicht vorweg nehmen – aber all das ist weder die Substanz, noch das Hauptaugenmerk von Jeremy Gardner und Christian Stellas zweitem Film. Stattdessen ist der Film ein Beziehungsdrama, schlicht und ergreifend – klar, andere Genreversatzstücke werden benutzt, das Setting mutet genrelastig minimalistisch und ggf. klaustrophobisch an, auch gibt es Tropen wie den skeptischen Sheriff und Momente punktueller Spannung – doch zu 80% der Zeit, und das meine ich durchaus wörtlich, verbringen wir Zeit in Erinnerungen, in den Hoffnungen unseres gemarterten Hauptprotagonisten, alleine in der Wohnung mit ihm, seiner Schrotflinte und seinen Gedanken – und das wars.
 
 
after-midnight-2019-bild-3
 
 
Klingt spontan vielleicht wenig reizvoll oder niederschmetternd, aber die große Enttäuschung und demnach Verteufelung dieses angeblich ja totlangweiligen Films, in dem „nichts passiert“, überlasse ich dann mal lieber den endlosen empörten imdb-Kritikern, die nach Horror und Gewalt gesucht haben, und sich stattdessen wohl wirklich kurze 80 Minuten lang langweilen mussten. Nicht so aber ich, zum Glück, denn abseits von einer gedämpften Erwartungshaltung und dem Wissen über eine mögliche Genremixtur bin ich blind an dieses Werk heran getreten und war im Endeffekt doch sehr zufrieden mit dem, was ich bekommen habe. Die saublöde Tagline „Die Liebe ist ein Monster“ hat dabei allerdings nicht geholfen.
 
 
after-midnight-2019-bild-4
 
 
In einer weiten, einladenden Aufnahme läuft eine verängstigte, unsichere Frau im Blumenkleid durch ein Feld auf die Kamera zu, ein Gefühl unterschwelliger Bedrohung kommt durch Radiostörsignale sowie ein mehrschichtiges Rauschen und Dröhnen schnell auf, doch nach diesen wenigen Sekunden der opening signals entpuppt sich die Szenerie schnell als harmlos, da sich einfach nur unser Protagonist Hank (Jeremy Gardner) vor seiner Freundin Abby (Bea Grant) versteckt hat, während sie das malerisch im Grünen liegende, alte, prachtvolle Haus erkunden, in dem er für sie eine Überraschung bereit gestellt hat. Ätherische Synthesizer begleiten das junge Paar dabei und schnell fühlen wir mit für die beiden, da man hier ein hübsch inszeniertes, sympathisches, herumwitzelndes und realistisches Pärchen präsentiert bekommt, dessen Konflikte und Dialoge sehr natürlich wirken. Es gibt Killerwitze und es wird herumgealbert, trotz mehrerer Küsse und einer kleinen Konfrontation hält der Film es zudem nicht für nötig, mit einer Eskalation durch Streit oder Sex zu enden, was erfrischend unüblich ist und dem Realismus noch mehr in die Finger spielt.
 
 
after-midnight-2019-bild-5
 
 
Was sich alsbald als Erinnerung offenbart, wird zugleich durch einen trinkenden, barttragenden, ungewaschenen Hank im Hier und Jetzt kontrastiert, der sich im leeren, vor sich hin rottenden Haus gegen eine uns unbekannte Kreatur behaupten muss, die immer Nachts seine Tür attackiert.
Aus Wut schießt er auf ein vorbeifahrendes, zu nah an ihm vorbei rasendes Auto und trifft es fast, der Bruder seiner Freundin, die nur eine Notiz hinterlassen hat und gegangen ist, ist Cop und rät ihm dazu das Monster zu filmen, statt nur Löcher in die Tür zu schießen. Sowohl Dialog als auch Schauspiel sind hierbei passabel bis ziemlich gut und fühlen sich stimmig an, was man bei der Barszene, die einige idyllische Aufnahmen der Landschaft und Feldwege später folgt, leider nicht behaupten kann: Henry Zebrowski als Comic-Relief „Wade“ wird im Laufe des Films zwar noch zu einem richtigen „Charakter“, übertreibt es in dieser speziellen Szene dann aber doch etwas, wenn er den Schnaps aus der Spuckmatte der Theke trinkt und allgemein anstrengend albert – „Tastes like going blind.“.
 
 
after-midnight-2019-bild-6
 
 
Doch damit ist der Tiefpunkt des Films meiner Meinung nach auch schon relativ schnell nach seinem Beginn überstanden, da „daheim“ jetzt ein gelungener Post-Rock/Ambient-Soundtrack folgt, der sich mit anderen Indierockstücken abwechselt, das sehr hübsch eingefangene und professionell editierte Geschehen mit teils interessant genutzten Lichtquellen zu einem gelungenen Ganzen werden zu lassen und einzig die Frage kommt auf, warum Hank immer mit dem Rücken zur Eingangstür sitzt, wenn genau da doch immer das Monster attackiert. Wie dem auch sei, nach etwa 30 Minuten Spielzeit kann Wade als Charakter und Freund seine Rehabilitierung vollziehen und durchaus für ein paar Schmunzler/Lacher sorgen, auch brilliert das fortlaufende Spiel zwischen Erinnerung und Gegenwart durch einen schönen kleinen Kniff, da sich die laute Musik des Inserts für unseren einsamen Protagonisten anhört, als sei es nebenan – nicht jahrelang vorbei. Das zweite Hauptthema des Films ist dann die beliebte Gegenüberstellung von einem Opfer, das in Bedrängnis geraten ist und demnach an das übernatürliche Element glaubt, und der gesunden Skepsis derer, bei denen er Hilfe sucht. In diesem Fall ist der Sheriff, doch statt durch die unterschiedlichen Ansätze nicht weiter zu kommen oder sich in sinnlosen Dialogen zu verzetteln, geht unser Hauptprotagonist sehr gehalten um und nach polteriger, leicht experimenteller Musik in der Bar entdecken wir pünktlich zur Halbzeit des Films dann auch die offene Wohnung, in der scheinbar jemand oder etwas gewütet hat…
 
 
after-midnight-2019-bild-7
 
 
Dieser, sehr gelungene, Aufbau der ersten 40 Minuten gipfelt nun in einer tatsächlich sehr effektiven, spannenden und gruseligen Genreszene, in der wir uns nur durch Schrotflintenschüße als Lichtquelle orientieren und erstmalig einen Blick auf das auf dem Poster bereits gezeichnete Monster werfen dürfen – und es klappt. Es ist tatsächlich gruselig, eklig, bedrohlich, fleischig, kurz gezeigt, spannend aufgebaut und könnte, wäre dies ein üblicherer Film, als valider Antagonist herhalten. Doch Gardner ist nicht daran interessiet, eine x-beliebige Creature-Horror-Geschichte zu erzählen sondern nutzt diesen Backdrop einzig, um daran die Konflikte und Probleme seines Charakters zu offenbaren.
 
 
after-midnight-2019-bild-1
 
 
Was das filmisch heißt, ist, dem Zuschauer erst einmal einen rund 10-minütigen, statischen One-Take vor den Latz zu ballern in dem, so wie allgemein in der zweiten Hälfte des Films, „nur“ geredet wird. Dass diese Dialoge dabei sehr nahegehend und aufopferungsvoll am Stück performt wurden, dass die theaterhafte Inszenierung sicherlich bewusst ist, dass die übliche Dramaturgie subversiv unterwandert wird und der Film mehrere leise Symbole oder Ideen in seinen Dialogzeilen verpackt, das wird dabei scheinbar gerne übersehen. Desillusionierung trifft auf Optimismus und Depressionen, kaputte Träume werden thematisiert, Hintergrundinformationen geliefert, der Plot entfaltet sich.
 
 
after-midnight-2019-bild-2
 
 
Wie sich dann, inszenatorisch so wie inhaltlich, das Finale und die letzten 10-20 Minuten gestalten, das sollte man, wenn das bisher spannend oder interessant fand, definitiv selber herausfinden – denn „After Midnight“ hat mich spontan am ehesten an „The Demolisher“ erinnert, einem Film der auch im Kern ein Beziehungsdrama ist und zwar Genreelemente und gerade -stilismen zitiert und für seine Welt nutzt, den pochenden Synthiesoundtrack und die punktuellen Szenen eskalativer Gewalt braucht, aber Genrefans im Endeffekt doch nur hoffnungslos enttäuscht hat. „After Midnight“ ist immer wieder sehr ästhetisch und ansprechend gefilmt, immer wieder sehr stark gespielt und weiß genau, was er tun will und warum. Ich teile diese Vision nicht komplett, fand Pacing, vorallem den herausragenden Soundtrack, die Präsentation und generelle Stimme des Films aber stark genug, um mich weder zu langweilen, noch die Filmwahl zu bereuen. Indie-Film mit Herz am rechten Fleck, aber ein gottverdammtes, teils bitteres, teils wohlfühlendes Beziehungsdrama und definitiv kein Horror oder Splatter oder Creature-Feature oder was auch immer sonst das Posterdesign/Coverdesign spontan suggeriert.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Von einer falschen Erwartungshaltung vieler Zuschauer sowie punktuellem Overacting geplagter, minimalistischer Film mit starken Hauptperformances, gutem Soundtrack und einladend hübscher Cinematographie. Kein Genre-Film, aber ein durchaus einmalig sehenswerter Beitrag zum Spielen mit Form und Storybaustücken.
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „After Midnight“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
after-midnight-2019-mediabook

(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

after-midnight-2019-bluray

(c) Meteor Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: After Midnight; USA 2019

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Literaturwissenschaftler Thorsten Hanisch, Sammelkarten, Hinter den Kulissen, Outtakes, Bildergalerie, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.05.2020 | Mediabook: 29.05.2020

 

After Midnight [limitiertes Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

After Midnight [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

AFTER MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
These Final Hours (2013)
 
Spring (2014)
 

Filmkritik: „Shed of the Dead“ (2019)

shed-of-the-dead-poster
 
 
 

SHED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein fauler und unsympathischer Möchtegerngärtner verschläft beinahe eine Zombie-Invasion und wird am Ende als Held gefeiert. Sowas kann es eigentlich nur im Film geben.

 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Vor einiger Zeit hatten wir so etwas schon einmal auf dem Schirm. Da wollte man es dem Actionkracher THE EXPENDABLES gleich machen und möglichst viele bekannte Horrorfilmstars in einen Splatterstreifen pressen, um dem Genre-Fan feuchte Höschen bescheren zu können. Leider war DEATH HOUSE – trotz stattlicher Anzahl an bekannten Gesichtern – alles andere als gut. Kein Hals- und Beinbruch dachte sich Filmemacher DREW CULLINGHAM. Der wagt einen weiteren Versuch in eine ähnliche Richtung. Für den konnte er ebenso Ikonen des Horrorfilms gewinnen, die nun ein weiteres Mal vereint das Genre unsicher machen wollen. SHED OF THE DEAD nennt sich das Resultat, das trotz verheißungsvoller Sprüche auf dem DVD- und Blu-ray-Cover auch wieder nicht das geworden ist, das man von einem derartigen Vorhaben erwarten würde. Hier versuchen namhafte Schlitz- und Splattergrößen wie KANE HODDER, MICHAEL BERRYMAN und BILL MOSELEY einen miserablen Film zu tragen, der schon nach wenigen Minuten langweilt, weil er einfach nichts Neues zeigt und all das mit Füßen tritt, was gute Horrorkomödien auszeichnet. Keine sympathischen Figuren, keine zündenden Gags und eine Story, die das Dümmste ist, was man zuletzt im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Wenigstens hatten alle Beteiligten Spaß. Schade nur, dass sich Letzterer überhaupt nicht auf den Zuschauer übertragen will. Sowas nennt man normalerweise Bruchlandung. Setzen, 6!
 
 
shed-of-the-dead-bild-4
 
 
Der gefühlt tausendste Film über ein Zombie-Invsion, die aus heiterem Himmel ausbricht. Genau jenes Szenario muss auch Verlierer Trever durchleben, der aber davon kaum etwas mitbekommt, weil er mit sich selbst und seinem vermasselten Leben beschäftigt ist. Privat läuft es nämlich nicht so gut. Um der nervigen Ehegattin aus dem Weg zu gehen, hat sich der arbeitslose Trevor einen Schrebergarten gemietet, wo er heimlich Wodka aus gestohlenen Kartoffeln braut und mit Kumpel Graham Tabletop-Figuren bemalt. Eigentlich ein entspannter Rückzugsort vom Alltagsstress. Würde da nicht der spießige Gartenbesitzer Mr. Parsons Probleme bereiten. Der hat nämlich bereits Wind davon bekommen, dass Trevor ein fauler Schmarotzer ist. Deshalb will er ihn aus der Gartenidylle vertreiben. Er startet eine Petition und findet unter den übrigen Schrebergärtnern Verbündete, die ebenso den Abgang des Störenfrieds wünschen. Da kommt es zur Konfrontation und plötzlich ist Mr. Parsons tot. Was nun? Eine gute Frage, die unser Antiheld mit der Säge löst. Er zerteilt den Körper der Leiche in kleine Teile und staunt nicht schlecht, als der eigentlich tote Schrebergärtner plötzlich wieder von den Toten aufersteht. Willkommen zu einer weiteren Episode: Zombie gegen Menschen und umgekehrt.
 
 
shed-of-the-dead-bild-3
 
 
SHED OF THE DEAD hat mal wieder die of the Dead-Kreation im Titel. Erfahrene Zuschauer wissen mittlerweile, dass eine an die Kult-Klassiker des verstorbenen GEORGE A. ROMERO angelehnte Titelbezeichnung in der Regel den regelmäßigen Zombie-Wahnsinn einleitet. Im Falle von SHED OF THE DEAD ist aber so langsam das Maß aller Dinge erreicht. Der Film will nämlich in die Fußstapfen des britischen Horrorspaßes SHAUN OF THE DEAD treten. Leider befindet sich die Produktion weit weg von den Qualitäten jener Horrorkomödie, die unter Fans des Genres seit Jahren Kult genießt. Dafür verantwortlich sind infantile Witze, Fäkal-Humor und Späße weit unter der Gürtellinie. Wirklich clever oder gar einfallsreich ist hier nichts. SHED OF THE DEAD ist plump, quält mit nervigen Hauptdarstellern und zieht ermüdend Zombie-Klischees durch den Kakao, bereits so oft persifliert wurden, dass man darüber schon lange nicht mehr lachen kann. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM füllt seine belanglose Geschichte mit pubertären Zoten, die wohl ein Teenager besser zu Papier gebracht hätte. Hinzukommt, dass der Zombie-Ulk zu keiner Minute witzig ist. Für eine Komödie fatal, die das Publikum eigentlich zum Lachen bringen möchte.
 
 
shed-of-the-dead-bild-2
 
 
SHED OF THE DEAD erweckt den Eindruck, als habe man das Budget falsch investiert. Offenbar floss das meiste Geld in die Auftritte der bekannten Schauspieler, um damit zugkräftige Verkaufsargumente für die Fanbase zu besitzen. Deshalb musste anderenorts gespart werden. So kommen die für Zombiefilme essenziellen Splatter-Szenen größtenteils aus dem Computer. Die wenigen Schauplätze zeichnen sich durch Minimalismus aus und über das fertige Drehbuch konnte man offenbar nicht noch einmal einen Profi lesen lassen, weil der wohl zu viel Kapital verschlungen hätte. Nein, SHED OF THE DEAD ist keine Sternstunde des Zombiefilms und dürfte wohl nur deshalb etwas Aufmerksamkeit erhalten, weil man drei bekannte Ikonen des modernen Horrorkinos engagieren konnte, denen offenbar mittlerweile vollkommen egal ist, für was man seinen bekannten Namen hergibt, solange es dafür Geld gibt. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes BAD TASTE geboten – wenngleich auch im negativen Sinne.
 
 
shed-of-the-dead-bild-1
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
BAD TASTE meets SHAUN OF THE DEAD. Auch wenn wir zwei ganz große Streifen des Horror-Genres in einem Atemzug nennen, um damit in etwa ausdrücken zu können, wohin die Reise in SHED OF THE DEAD gehen soll, hält man hier alles andere als nennenswerte Zombie-Unterhaltung in den Händen. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM klaut von überall etwas zusammen. Ob ein paar Ideen aus Jacksons Kult-Titel BRAINDEAD oder dem rabenschwarzen SHAUN OF THE DEAD – an Zitaten mangelt es freilich nicht. Die Huldigungen hätte man diesem Zombiefilm auch gerne gegönnt, wenn SHED OF THE DEAD nicht undankbar witzfrei wäre. Der Streifen entpuppt sich als Sammelsurium infantiler Späße, die wohl nicht mal pubertäre Teenager witzig finden werden. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, kommt auch die Geschichte nur selten in Schwung. Da kann man es vielen Horrorfilmfans nicht vergönnen, wenn die behaupten, dass das Zombie-Genre so langsam die besseren Tage hinter sich hat. Ein ideenloser Film wie SHED OF THE DEAD unterstreicht diese These geradewegs.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
SHED OF THE DEAD hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Das ist für eine Zombiekomödie etwas ungewöhnlich. Zwar fließt etwas Blut und ein paar Splatter-Momente gibt es auch zu sehen. Diese sind aber so überzogen, dass die Erwachsenenfreigabe verwundert. SHED OF THE DEAD wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
shed-of-the-dead-blu-ray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shed of the Dead; Großbritannien 2019

Genre: Horror, Splatter, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 / (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, B-Roll, Bildergalerie

Release-Termin: 31.05.2019

 

Shed of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stalled (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Braindead (1992)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
Cooties (2014)
 

Filmkritik: „Primal Rage“ (2018)

primal-rage-2018-poster
 
 
 

PRIMAL RAGE

(PRIMAL RAGE: THE LEGEND OF OH-MAH)

Story

 
 
 

In PRIMAL RAGE muss sich ein Paar in den Wäldern mit einer mordlustigen Kreatur anlegen.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Kritik

 
 
 
Wenn mit einem riesigen Monstermaul auf dem Cover einer Heimkinoveröffentlichung geworben wird, dürften so einige Horrorfans nicht zu Unrecht skeptisch werden. Seit einigen Jahren werden nämlich solche plakativen und reißerischen Werbemaßnahmen für Trash-Horror aus dem Hause SYFY oder THE ASYLUM betrieben, wo gern mal CGI-Monster in schlecht produzierten Low-Budget-Gurken auf kreischende Teenager losgelassen werden. Da sollen verheißungsvolle Filmplakate von nicht vorhandenen Qualitäten ablenken und letztendlich zum Kauf animieren. Demzufolge ist die Vorsicht verständlich. In Zeiten des Horror-Überflusses, in denen man gute Horrorstreifen mittlerweile mit der Lupe suchen muss, ist es schwer geworden die Spreu vom Weizen zu trennen. Gut, dass es Filmseiten wie FILMCHECKER gibt, die das testen, was sonst keiner sehen will. Im Falle des hier folgenden PRIMAL RAGE können wir aber schon mal Entwarnung geben. Da geifert zwar auch ein Monster auf dem Cover; von unterirdischem Low-Budget-Schrott ist dieser Film aber weit entfernt. Da kann man als eingefleischter Genre-Liebhaber endlich mal aufatmen und sich auf einen unterhaltsamen Filmabend freuen. PRIMAL RAGE macht’s möglich.
 
 
primal-rage-2018-bild-4
 
 
In PRIMAL RAGE geht es um ein sich entfremdetes Pärchen, das wieder zu sich finden muss. Mark war über ein Jahr lang im Knast. Zeit, in der sich viel verändert hat – vor allem bei Frau Ashley. Die ist sich ihrer Liebe nicht mehr ganz so sicher, lässt es sich aber nicht nehmen den Gatten aus dem Knast abzuholen. Viel zu sagen hat sich das Pärchen demzufolge nicht, als man durch die kalifornischen Wälder zurück in die Zivilisation düst. Bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt. Ein nackter Mann kreuzt die Fahrbahn und wird von den jungen Leuten überfahren. Da sitzt der Schock tief, zumal Beifahrer Mark soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde und man nun eine neue Haftstrafe fürchtet. Doch viel Zeit bleibt nicht sich über Konsequenzen den Kopf zu zerbrechen. Beide werden von einem Fremden attackiert und flüchten in die Wälder. Was sie dort erleben, ist kein Zuckerschlecken. Hier müssen sie sich gegen eine böse Kreatur zur Wehr setzen, die mit allen Wassern gewaschen ist.
 
 
primal-rage-2018-bild-3
 
 
Oh nein, nicht schon wieder ein Film über Bigfoot. Zumindest mag man das meinen, wenn man sich den Trailer zu PRIMAL RAGE anschaut. Darin wird gleich zu Beginn von Legenden berichtet, die die sagenumwobene Kreatur in den Mittelpunkt rücken. Natürlich ist auch in diesem Streifen alles wie gehabt. Ein Schauspieler im Bigfoot-Kostüm hetzt ahnungslose Opfer durch Wälder, die von der Kreatur nacheinander in Stücke gerissen werden. Das hört sich nicht sonderlich einfallsreich an. Was PRIMAL RAGE aber dennoch hervorstechen lässt, ist der beinahe schon übertrieben zelebrierter Gewaltpegel, den man eigentlich sonst von dieser Art Filmen nicht unbedingt erwartet. Regisseur PATRICK MAGEE ist noch relativ unerfahren in Sachen Regieführung. Was der aber mit dem ersten Spielfilm auf die Beine gebracht hat, ist weit weg von schlecht. Mit einem erfahrenen Effekte-Team lässt der Gesichter zerreißen, Köpfe von Pfeilen durchbohren und Kehlen aufschlitzen. Die Kamera hält munter drauf, sodass man sich schon wundern muss, was die hiesige FSK dazu getrieben hat PRIMAL RAGE ungeschnitten freizugeben. Überhaupt sind die vielen recht harten und teils auch sehr lang ausgewalzten Splatter-Exzesse handwerklich über jeden Zweifel erhaben. Das mutet für einen Low-Budget-Streifen ungewöhnlich an. Der Grund ist in der Vita von Newcomer PATRICK MAGEE zu suchen. Der begann seine Karriere als Effektspezialist und gründete schnell seine eigene Effekt-Firma: MAGEE FX. Mit der war er für Hollywood-Blockbuster wie ALIEN VS. PREDATOR, MEN IN BLACK 3 oder Raimis SPIDER-MAN tätig. Weil die Geschäfte gut liefen, konnte er sich endlich einen langen Traum erfüllen. So sah Magee in Kindestagen den Horrorklassiker AMERICAN WEREWOLF IN LONDON. Seit jeher wuchs in ihm der Wunsch irgendwann selbst mal einen Monsterfilm zu drehen. Nun ist die Zeit gekommen. Mit PRIMAL RAGE werden Visionen wahr. Zu aller Überraschung ist das Resultat auch noch unerwartet unterhaltsam. Freunde blutiger Horrorfilme wird das freuen.
 
 
primal-rage-2018-bild-2
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Ist das etwa eine Videospielverfilmung des Spielklassikers PRIMAL RAGE? Die Frage ist berechtigt und dürfen wir mit „nein“ beantworten. Der hier vorgestellte PRIMAL RAGE ist ein blutiger Monster-Splatter aller erster Güte, der rein gar nichts mit der gleichnamigen Prügel-Reihe zu tun hat, die 1994 in den Arcade-Hallen und anschließend für Spielkonsolen veröffentlicht wurde. Regisseur PATRICK MAGEE vermischt in der ersten Regiearbeit Elemente aus der erfolgreichen PREDATOR-Reihe mit Bigfoot-Schauer und Hexen-Horror zu einem schwer unterhaltsamen Horrorstreifen, der obendrein auch noch ziemlich brutal ist. Trotz altbekannter Geschichte um ein Monster in den Wäldern ist PRIMAL RAGE ganz kurzweilig geraten – auch wenn die Filmkreatur dann doch etwas sehr früh in ganzer Pracht vor der Kamera gezeigt wird. Doch Mankos im Drehbuch werden mit hochwertigen Gore-Effekten wettgemacht. Die sind hier der eigentliche Star und dürften jeden Horrorfilmfan zum Schwärmen bringen. Weil der Film nach der Halbzeit auch noch einen plötzlichen Richtungswechsel wagt und mit einem Twist verblüfft, sprechen wir an dieser Stelle für PRIMAL RAGE eine Empfehlung aus. PRIMAL RAGE erfindet das Monster-Genre keineswegs neu. Dennoch gehört er Dank atmosphärischer Bilder, düsterer Stimmung und deftigen Gewaltmomenten zu den besseren Creature-Features, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Zensur

 
 
 
Es ist schon eine kleine Überraschung, dass PRIMAL RAGE ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Der Gewaltpegel ist ordentlich und einige Spezialeffekte sehen so realistisch aus, dass man sich nicht grundlos fragt, ob dass hier wirklich noch handgemachte Spezialeffekte sind. Es werden Köpfe zertreten und Schädel auseinandergerissen. Dennoch blieb der Film trotz roten FSK-Flatschen unzensiert. Splatterfans könne daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
primal-rage-2018-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Primal Rage; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Interviews, Audiokommentar, Fotogalerie

Release-Termin: 01.11.2018

 

Primal Rage [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Willow Creek (2013)
 

Filmkritik: „Boar“ (2018)

boar-2018-poster
 
 
 

BOAR

Story

 
 
 

Ein wild gewordener Keiler treibt in einer australischen Kleinstadt sein Unwesen und hat gern Menschenfleisch auf der Speisekarte.

 
 
 


 
 
 

BOAR – Kritik

 
 
 
Was haben wir nicht schon alles gesehen. Es gab mordende Riesenzecken, prähistorische Killer-Piranhas, fliegende Killerhaie und boshafte Psychofrösche, die sich am liebsten am Fleisch menschlicher Opfer gelabt haben. Das Tier-Horror-Genre ist so vielfältig wie kurios zugleich, vor allem auch deshalb, weil es mittlerweile wohl keine Tiergattung mehr geben dürfte, die nicht für einen Horrorfilm herhalten musste. War der Tier-Horrorfilm bis weit in die 1980er noch halbwegs ernsthafter Natur gewesen, sind Horrorfilme mit Tieren in Zeiten von THE ASYLUM & Co zu einer regelrechten Lachnummer verkommen. Da tummeln sich plötzlich dreiköpfige Riesenhaie oder nimmersatte Piranhacondas auf der Mattscheibe. Trash und Spaß, statt Ernst und Grauen. Sonderlich furchteinflößend ist das natürlich nicht. Doch der australische Regisseur CHRIS SUN will das ändern. Der kramt die Idee von einem Riesenwildschwein aus der Schublade, mit der vor über 30 Jahren auch Filmemacher RUSSELL MULCAHY Erfolge verbuchen konnte. RAZORBACK nennt sich der spannende Tier-Schocker, der mittlerweile unter Horrorfans Kultstatus genießt. Dementsprechend hoch dürfte auch die Erwartungshaltung an BOAR sein, der nicht unwesentlich an genannten Kultfilm erinnert und mit JOHN JARRATT auch noch ein bekanntes Gesicht in petto hat, das vor allem Liebhaber für grobe Gewaltunterhaltung freuen dürfte. Der Schauspieler konnte sich als boshafter Killer in der legendären Filmreihe WOLF CREEK einen Namen machen. Letztere schaffte es sogar als Serie ins TV. Das sind gute Voraussetzungen.
 
 
boar-2018-bild-1
 
 
Ein riesiges Wildschwein, das vor nichts und niemandem Halt macht. Genau ein solches Exemplar sorgt im australischen Hinterland für Angst und Schrecken, wo es sich offenbar zum Ziel gesetzt hat, die Bewohner eines kleinen Provinzkaffs zu terrorisieren. Keine guten Aussichten für eine Familie, die just zu jener Zeit die Gegend besucht, in der das blutrünstige Schwein auf Beutefang geht. Die Durchreisenden wollten eigentlich im Ort nur einen Verwandten besuchen. Aber die gemütliche Familienzusammenführung entwickelt sich schnell zu einer Jagd auf Leben und Tod. Der Unterschied: Hier jagen nicht Menschen das Wild, sondern das Wild die Menschen. Weil mit CHRIS SUN jemand am Steuer sitzt, der zuvor schon einige Horrorfilme gedreht hat, darf man auf blutige Hausmannskost hoffen. Die wird definitiv geboten, denn sonderlich zimperlich geht der Regisseur in BOAR nicht unbedingt vor. Splatterfans wird’s freuen.
 
 
boar-2018-bild-2
 
 
Ein wild gewordener Keiler im australischen Hinterland. Kling, wie nach einem Remake von RAZORBACK. Genau damit rechneten auch besorgte Fans des Tier-Horrorklassikers von 1984. Die stellten Regisseur CHRIS SUN zur Rede und der erklärte sich auf Facebook. Dort gab Sun zu verstehen, dass er es nie wagen würde mit einem der kultigsten australischen Horrorfilme aller Zeiten in Konkurrenz zu treten. Zwar ist auch in seinem BOAR ein riesiges Wildschwein zu sehen, dennoch hätten beide Filme unterschiedliche Figuren und Handlungsstränge. Weiterhin ließ der Regisseur verlauten, dass BOAR kein Remake ist und RAZORBACK auch keinerlei Inspirationen zum Film lieferte. Stattdessen holte sich Macher CHRIS SUN kreativen Input von so Horror-Hits wie DER WEISSE HAI und auch AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON – wer’s glaubt. Nimmt man nämlich seinen BOAR genauer unter die Lupe sind Parallelen zum australischen Tier-Horrorklassiker unverkennbar. Offenbar war hier ein Fanboy bei der Arbeit, der nicht zugeben möchte, dass er kopiert ist. Das ist aber nicht weiter tragisch. Horrorfilmkenner haben’s bereits bei der Sichtung des Filmtrailers durchschaut.
 
 

 
 
Doch was kann der Zuschauer denn nun von BOAR erwarten? Wir meinen nicht sonderlich viel. Auch wenn BOAR im Grunde genommen auch RAZORBACK 2 heißen könnte, schafft es Filmemacher CHRIS SUN nicht einmal ansatzweise dem kultigen Horrorklassiker das Wasser zu reichen. Qualitativ trennen beide Filme Welten. Dabei fällt besonders schwer ins Gewicht, dass BOAR keinerlei Figur besitzt, die den Zuschauer an die Hand nimmt und durch den Film führt. Identifikationsmöglichkeiten sind somit ausgeschlossen, was für einen Horrorfilm vergleichbar mit einem Todesurteil ist. Wer ist denn nun der Held der Geschichte? Die Frage danach wird unnötig erschwert, denn Sun führt immer wieder Charaktere ein, die dann vom Keiler getötet werden. Eine verwirrende Angelegenheit, vor allem auch deshalb, weil sich der Zuschauer orientierungslos mit einer austauschbaren Handlung konfrontiert sieht, die sich ausschließlich von Mord zu Mord hangelt. Spannung kommt da freilich nur selten auf. Erst am Ende steuert BOAR den richtigen Weg an. Dann nämlich muss unsere Familie aus der Inhaltsangabe dem Tier die Stirn bieten. Der hat Macher CHRIS SUN bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Dennoch wird ihr nun das Schicksal zuteil, einen unfairen Endkampf gegen Mutter Natur auszutragen. Überraschenderweise wird da für wenigen Minuten Adrenalin versprüht. Ob das aber ausreicht, um BOAR ein „sehenswert“ zu attestieren, sollte jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Wir meinen: keineswegs. Auch wenn die Spezialeffekte – bis auf einige Einstellungen im Finale – ganz annehmbar sind.
 
 


 
 
 

BOAR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Sieht aus wie ein Remake zu RAZORBACK, ist aber angeblich keins. Hier wurden knapp drei Millionen US-Dollar in den Sand gesetzt. BOAR ist trotz gutem Willen eine Enttäuschung. Das liegt aber nicht daran, dass einige Spezialeffekte am Ende etwas unfertig aussehen, weil es an Budget gemangelt hat. Vielmehr hat der Streifen ein Problem mit seiner Handlung und den vielen Figuren. Letztere wirken zu keiner Zeit nahbar oder sympathisch. Zudem gibt es im Film keine Identifikationsmöglichkeiten oder Charaktere, die den Zuschauer an die Hand nehmen und an die sich das Publikum klammern kann, wenn es doch einmal unangenehm wird. Stattdessen besteht BOAR aus einer Aneinanderreihung von Szenen, in denen der eigentliche Star des Streifens – also ein riesiger Keiler mal Puppe, mal animiert – Menschen auf verschiedene Weise um die Ecke bringt. Spätestens hier wird klar, in welchem Genre Regisseur CHRIS SUN zuhause ist. Der probierte sich zuletzt mit Filmen wie CHARLIE’S FARM oder DADDY’S LITTLE GIRL im Horror-Bereich aus. Blutig ging es in diesem Filmen allemal zu. Das wird auch in BOAR beibehalten. Der Film ist für einen Tier-Horrorfilm relativ blutig geraten, wobei die Gewaltszenen auch noch genüsslich zelebriert werden. Wer es blutig mag, wird demzufolge seinen Spaß haben. Feingeister und Zuschauer, die einen qualitativen Horrorfilm sehen wollen, von dem sie ein Mindestmaß an Handlung voraussetzen, dürften dumm aus der Wäsche schauen. Viel Handlung – wenn man das überhaupt Handlung nennen kann – besitzt BOAR leider nicht.
 
 
 


 
 
 

BOAR – Zensur

 
 
 
BOAR ist für einen Tier-Horrorfilm ziemlich blutig ausgefallen. Zudem werden die Morde sehr lang zelebriert und die Kamera hält darauf. Ende 2018 erschien BOAR das erste Mal über das deutschsprachige Ausland im Mediabook ungeschnitten in mehreren Cover-Auflagen. Ein halbes Jahr später lies man den Film von der FSK prüfen und erhielt eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form. Die Kaufhausfassung mit dem roten Freigabe-Sticker ist komplett.
 
 
 


 
 
 

BOAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
boar-cover-a-mediabook

Cover A – auf 555 Stück limitiert (c) METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

boar-cover-b-mediabook

Cover B – auf 444 Stück limitiert (c) METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

boar-cover-c-mediabook

Cover C – auf 333 Stück limitiert (c) METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

boar-cover-d-mediabook

Cover D – auf 222 Stück limitiert (c) METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

boar-bluray

Kaufhausfassung im KeepCase (c) METEOR FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Boar; Australien 2017

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: nicht geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook in vier verschiedenen Ausführungen | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich nur im Mediabook: Bonusdisc mit Blick hinter die Kulissen, Interviews + 12-seitigem Booklet mit einem Interview mit Chris Sun und vielen Setfotos

Release-Termin: Mediabook: 30.11.2018 | KeepCase: 26.04.2019

 

Boar – Mediabook Cover A [Blu-ray + 2DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Boar – Mediabook Cover B [Blu-ray + 2DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Boar – Mediabook Cover C [Blu-ray + 2DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Boar – Mediabook Cover D [Blu-ray + 2DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Boar [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BOAR – Mediabook

 
 
boar-mediabook-bild-1
boar-mediabook-bild-2
boar-mediabook-bild-3
boar-mediabook-bild-4
boar-mediabook-bild-5
boar-mediabook-bild-6
boar-mediabook-bild-7
boar-mediabook-bild-8
boar-mediabook-bild-9
 
 


 
 

BOAR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Alle Rechte für Grafiken + Abbildungen liegen bei METEOR FILM | ILLUSIONS UNLIMITED)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Razorback (1984)
 
Keiler – Der Menschenfresser (2009)
 
Prey – Vom Jäger zur Beute (2010)
 

Filmkritik: „Art of Revenge“ (2017)

art-of-revenge-poster
 
 
 

ART OF REVENGE – MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR

(M.F.A.)

Story

 
 
 

Eine schüchterne Studentin wird Opfer sexueller Gewalt auf dem Campus und sieht plötzlich rot.

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Kritik

 
 
 
Rape-and-Revenge-Filme haben keinen guten Ruf. Seit mit DIE JUNGFRAUENQUELLE einer der ersten Filme dieser Art über Leinwände flimmerte, sind diese Streifen vor allem Zensurbehörden ein Dorn im Auge. Ganz unbegründet ist das strenge Vorgehen gegen diese Filme nicht. Meist wollen die nämlich mit expliziten Inhalten niedere Instinkte befriedigen und setzen in erster Linie auf menschenverachtende Gewalt, die sich nicht selten an der Grenze des Ertragbaren bewegt. Die Folge: Beschlagnahmungen, Indizierungen oder Verstümmelungen. Doch nicht immer müssen sich solche Machwerke zwingend im Blut oder grafischen Gemeinheiten suhlen. THE ART OF REVENGE (im Original M.F.A.) beweist, dass Rape’n’Revenge auch zahmer funktioniert. Regisseurin NATALIA LEITE nimmt sich hier einer Thematik an, wie sie aktueller nicht sein könnte. So häufen sich an amerikanischen Colleges die Fälle sexueller Gewalt. Meist sind die Opfer mit ihren Problemen allein, denn immer mehr Bildungseinrichtungen versuchen die Vorfälle zu vertuschen. Grund darüber zu sprechen. Leider nutzt ART OF REVANGE die brisante Thematik nicht für ernstzunehmende Kritik. Stattdessen übernimmt sie nur Alibifunktion, um Mord und Totschlag zelebrieren zu können. Bedauerlich!
 
 
art-of-revenge-bild-1
 
 
Die Kunststudentin Noelle hat es nicht leicht an der Uni. Ihr Professor und die Studenten in ihrem Kurs halten so gar nichts von ihren Kunstarbeiten, was die schüchterne Studierende in Selbstzweifel flüchten lässt. Doch Uni und das Pauken werden bald zum kleineren Übel. Ein Kommilitone lädt die zurückhaltende Studentin zu einer Party ein, wo Grausames passiert. Sie wird vergewaltigt und mit ihrem Problem alleingelassen. Das lässt Noelle in ein tiefes Loch fallen. Dennoch will sie den Peiniger zu Rede stellen. Beim Streit kommt es zu einem folgenschweren Unfall, der die traumatisierte Studentin wachrüttelt. Offenbar gibt es keinen anderen Ausweg bösen Jungs die Augen zu öffnen, als diese mit Mord zu bestrafen. Da kommt es ihr gerade recht, als sie davon erfährt, dass Vergewaltigungen am Campus offenbar keine Seltenheit sind. Sie schmiedet einen Plan und wird zum Rächer all jener, denen es ähnlich ergangen ist wie ihr.
 
 
art-of-revenge-bild-3
 
 
Löst Mord Probleme und bringt Töten Genugtuung? ART OF REVENGE ist keiner dieser brutalen Rachefilme, die sich seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE offenbar immer noch großer Beleibtheit erfreuen. Gewalt wird hier zurückgefahren. Dennoch ist das Prinzip des Films ein Ähnliches – auch wenn sich ART OF REVENGE vehement dagegen wehrt in die gleiche Schublade gesteckt zu werden, wie die meisten Rape-and-Revenge-Schocker neueren Datums. Hier wird ebenfalls vergewaltigt und anschließend gerächt – wenngleich auf einem höheren Anspruch, als so Brutalowerke wie SAVAGED oder LAST HOUSE ON THE LEFT. Leider versucht Regisseurin NATALIA LEITE aber erst gar nicht die kontroverse Thematik ihres Thriller-Dramas ernsthaft zu analysieren. Essenzielle Fragen und Probleme der Opfer werden nur angerissen. Stattdessen liegt der Fokus ausschließlich auf Vergeltung, die natürlich – wer hätte es geahnt – irgendwann Konsequenzen fordert. Das ist bedauerlich, weil der Film ein brisantes Thema anreißt, das Zündstoff bietet über den es lohnt gesprochen zu werden. Zudem hat man mit der Tochter von CLINT EASTWOOD auch noch eine talentierte Schauspielerin an Bord, die zweifelsohne zu höherem berufen ist, als mordend durch Filme zu sausen. Zwar verleiht die ihrer Rolle Tiefe und durchlebt im Verlauf eine glaubhafte Metamorphose vom Mauerblümchen zur Femme fatale. Dennoch liegt ihre Hauptaufgabe darin zum unberechenbaren und sogar hinterlistigen Todesengel zu werden, der weder Gnade noch Erbarmen kennt. So ist ART OF REVENGE ein zweischneidiges Schwert und dürfte es schwer haben ein Publikum zu finden. Für Feingeister wird das Thema „Vergewaltigung“ nämlich zu simpel, löchrig und oberflächlich behandelt. Fans dieser Filmgattung fehlen Schauwerte und die Kaltschnäuzigkeit mit denen sich Rape-and-Revenge-Thriller einen zweifelhaften Ruhm erarbeiten konnten.
 
 
art-of-revenge-bild-2
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Kein tiefgründiges Meisterwerk, das wachrüttelt, sondern ein souverän inszenierter Selbstjustizthriller mit einer grandiosen FRANCESCA EASTWOOD, die weitaus bessere Filme verdient hat. Papa CLINT EASTWOOD dreht seit Jahren bemerkenswerte Kinohits, die sogar Oscars abstauben. Da tritt der Nachwuchs ein großes Erbe an. Leider ist ART OF REVANGE weit weg von dem, was sich vermutlich der Vater für seine Kinder gewünscht hätte. Der Streifen reißt zwar brisante Thematik an, über die unbedingt gesprochen und aufgeklärt werden muss. Was hier aber gezeigt wird, hat mit einer ernsthaften Auseinandersetzung über die Vergewaltigungsprobleme an amerikanischen Bildungseinrichtungen nur wenig am Hut. Der Film suggeriert dem Zuschauer, dass man sexuelle Gewalt an Frauen nur mit Gewalt oder Mord vergelten kann. Das ist leider der falsche Weg für einen Streifen, der sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, auf gleiche Ebene mit so derben Vergeltungsschockern wie I SPIT ON YOUR GRAVE gestellt zu werden.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Zensur

 
 
 
ART OF REVENGE ist für diese Art von Filmen sehr zurückhaltend. Die Gewaltszenen werden nur kurz angedeutet. Ein Mann fällt von einem Geländer auf den Boden, ein weiteres Opfer wird mit einem Hammer bearbeitet und ein Peiniger wird mit Drogen um die Ecke gebracht. Hierzulande gab es für den etwas anderen Rachefilm eine FSK16 in ungeschnittener Fassung.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
art-of-revenge-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: M.F.A.; USA 2017

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.02.2018

 

Art of Revenge – Mein Körper gehört mir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Girls against Boys (2012)
 
Rache – Bound to Vengeance (2015)
 
Autumn Blood (2013)
 

Filmkritik: „The Windmill Massacre“ (2016)

the-windmill-massacre-poster
 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE

(THE WINDMILL)

Story

 
 
 
Tod allen Sündern. Einige Touristen bekommen es in THE WINDMILL MASSACRE mit einem übermenschlichen Killer zu tun. Der hat kein Erbarmen mit seinen selbstsüchtigen Opfern und bestraft sie für ihre Vergehen.

 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Kritik

 
 
 
Komm, wie fahren nach Amsterdam: Aus dem Land der Tulpen, Coffeeshops und Windmühlen kommt mal wieder ein Horrorfilm, der wegen seines ansprechend zusammengeschnittenen Trailers zuletzt im Internet für Aufsehen gesorgt hat. Das ist dahingehen lobenswert, weil die Mehrheit aller Horrorproduktionen immer noch in den Vereinigten Staaten entstehen, wo man schon lange nicht mehr darüber nachdenkt, was Horrorfans eigentlich wollen. Dort werden nahezu im Akkord anspruchslose Horrorfilme gedreht, die die stets gleichen Geschichten nur mit ausgetauschter Besetzung erzählen – Hauptsache der Umsatz stimmt. Umso schöner zu sehen, dass sich auch andere Länder am Drehen von Horrorfilmen beteiligen. So hat vor allem Europa in den letzten Jahren mächtig Gas gegeben und einiges an Horrormaterial drehen lassen, das sich durchaus gegen die graue Masse aus Übersee behaupten konnte. Ob das auch für den niederländischen THE WINDMILL MASSCRE gilt, bei dem es sich nach DE POEL und SNEAKWEEK schon um den dritten Horrorfilm aus Holland handelt, den wir im Jahr 2016 auf FILMCHECKER vorstellen?
 
 
the-windmill-massacre-bild-1
 
 
Diese Windmühlen malen kein Korn, sondern die Knochen der Sünder. THE WINDMILL MASSACRE folgt der traumatisierten Jenny. Die ist wegen eines Schicksalsschlags von Amerika nach Amsterdam geflüchtet und schlägt sich nun als Au-pair und Kindermädchen bei einer gutbetuchten Familie durch. Leider ist bald Schluss mit lustig, denn der Vater ihrer Gastfamilie konfrontiert das Mädchen mit zwei Pässen und unterschiedlichen Identitäten. Aus Angst vor Konsequenzen und der Polizei sucht Jenny das Weite. In einem Reisebus mit Touristen wähnt sie sich in Sicherheit. Der klappert das niederländische Hinterland ab und fährt ländliche Sehenswürdigkeiten an, damit sich die Gäste von den Wahrzeichen des Landes ein Bild machen können. Was die Teilnehmer dieser Tourismusattraktion aber noch nicht wissen ist, dass bald ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Weil der Bus eine Panne hat und nicht weiterfahren kann, sucht man Zuflucht in einer nahe gelegenen Windmühle. Leider bietet das morsche Gemäuer keinen Schutz, sondern bringt den Tod, denn hier treibt der geheimnisvolle Miller sein Unwesen – eine Kreatur, um die sich schaurigen Legenden ranken.
 
 
the-windmill-massacre-bild-2
 
 
Das ist nicht die Hölle, das ist Holland. Hinter dem holländischen Genrebeitrag steckt zumindest jemand, der schon Erfahrungen mit Horrorfilmen hat. Regisseur NICK JONGERIUS fungierte bereits als Produzent für den Found-Footage-Horror FRANKENSTEIN’S ARMY und den Gruselausflug HAUS DER TOTEN SEELEN. Nach Regiearbeiten fürs niederländische Fernsehen und einigen Kurzfilmen probiert der sich nun auch im Regieführen von Horrorfilmen aus. Entstanden ist durchaus atmsphärische Horrorware, die wegen der düsteren Kulisse ab und an Gänsehaut entstehen lässt. Trotz netter Optik, blutigen Spezialeffekten und ansprechend geschminktem Bösewicht verbirgt sich hinter THE WINDMILL MASSCRE aber nichts Großes. Der Film spult ab, was man in nahezu jedem Slasher-Film zu sehen bekommt. Ein (diesmal nichtmenschlicher) Killer macht Jagd auf Touristen und tötet sie nacheinander auf unterschiedliche Weise. Warum er das macht, wird vor jedem Mord erläutert. Die Opfer haben Dreck am Stecken und einige Leichen im Keller. Für ihre Sünden müssen sie daher bestraft werden – blutig und abwechslungsreich. Demzufolge steht das Ausradieren von Sündern im Fokus. Sonderlich geistreich ist das nicht – dafür aber immerhin kurzweilig.
 
 
the-windmill-massacre-bild-3
 
 
Nicht überall wo mit einem Massaker geworben wird, gibt’s auch wirklich ein Massaker zu sehen. THE WINDMILL MASSACRE tischt groß auf, wird aber den Versprechungen keinesfalls gerecht. So lassen im Film Protagonisten zwar ihr Leben; hierbei jedoch von einem Massaker zu sprechen, wirkt reichlich übertrieben. Vielmehr weckt der reißerisch gewählte Titel den Anschein, als ob man Verkäufe ankurbeln wollte. Mit THE WINDMILL (so wie der Streifen anfangs heißen sollte) hätte man da wohl kaum Interesse beim Horrorfan geweckt. Ein Massaker im Titel macht da schon neugieriger. Trotz irreführendem Filmtitel und fehlender Schlachtorgie ist THE WINDMILL MASSACRE nicht unbedingt schlecht. Der Film erinnert in seiner Machart und Ausstattung an diverse Eigenproduktionen des amerikanischen TV-Senders SYFY – freilich ohne die schlechte Effekte, welche man zwangsläufig mit den SYFY-Filmen in Verbindung bringt. Hier wäre unter anderem der SYFY-Horrorfilm SCARECROW zu nennen, der dieser holländischen Gruselproduktion nicht unähnlich ist und ebenso kurzweilige Schauer mit einem nett animierten Filmmonster bot. Wer sich dessen bewusst ist und Erwartungen herunterschraubt, könnte auch mit THE WINDMILL MASSACRE seinen Spaß haben. Demzufolge ist dieser Streifen für Slasher-Fans durchaus einen Blick wert. Wer jedoch seinen Kopf gebrauchen möchte, sollte besser nach anderen europäischen Horrorfilmen Ausschau halten. THE WINDMILL MASSACRE kopiert zu engstirnig diverse Slasher-Vorbilder, von denen viele leider dann doch aus den USA kommen. Intelligentes Horrorfutter sieht anders aus.
 
 
the-windmill-massacre-bild-4
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Für Fans der HATCHET-Reihe durchaus einen Blick wert, auch wenn THE WINDMILL MASSACRE nicht das Massaker zelebriert, das im Titel versprochen wird. Der niederländische Horrorbeitrag gefällt durch düstere Kulisse und geheimnisvollen Filmbösewicht, der kaum Worte verschwendet und schnell zur Tat schreitet. Leider ist THE WINDMILL MASSACRE letztlich aber auch nur ein weiterer Slasher-Streifen von der Stange, in dem es eigentlich nur ums Ausradieren von Filmfiguren geht. Mehr Witz, Hirn und Abwechslung hätten THE WINDMILL MASSACRE sichtlich gut getan. Stattdessen wandelt der Horrorfilm mal wieder auf bekannten Slasher-Pfaden und quält mit Klischees, Vorahnungen und Stereotypen. Trotzdem will man mit THE WINDMILL MASSACRE nicht zu hart ins Gericht gehen. Der blutige Gruseltrip ist ins sich stimmig und hat durchaus seine Momente. Zudem unterhält der Streifen trotz der bekannten Slasher-Rezeptur kurzweilig. Das ist etwas, das vielen Meuchelschockern neueren Datums nicht unbedingt gelingen möchte. Fortsetzung wir hören dich tapsen.
 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Zensur

 
 
 
Trotz angedeutetem Massaker im Titel ist THE WINDMILL MASSACRE keine Splatter-Orgie. Ein paar kurze Gewaltmomente gibt es dennoch zu sehen. So werden mit einer Sense Füße abgetrennt, Köpfe eingetreten und abgeschlagen. Außerdem wird ein Gesicht mit einem Messer verunstaltet und sogar in einen Brustkorb gerammt. Klingt hart, ist es aber nur bedingt. Trotzdem hat der Film, hierzulande eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnitter Form erhalten. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-windmill-massacre-bluray

(c) METEOR FILM (Blu-ray im KeepCase)

the-windmill-massacre-mediabook

(c) METEOR FILM (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Windmill Massacre; Niederlande 2016

Genre: Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover und im Schuber

Extras: Audiokommentar, Making of, B-Roll, Deutscher Trailer, Originaltrailer | im Mediabook zusätzlich: Booklet und die DVD zum Film

Release-Termin: Mediabook: 28.02.2017 | KeepCase: 06.04.2017

 

The Windmill Massacre [limitiertes Mediabook mit BD & DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

The Windmill Massacre [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Mediabook

 
 
the-windmill-massacre-mediabook-a
the-windmill-massacre-mediabook-b
the-windmill-massacre-mediabook-c
the-windmill-massacre-mediabook-d
the-windmill-massacre-mediabook-e
the-windmill-massacre-mediabook-f
 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Packshots liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Scarecrow – Das Grauen stirbt nie (2013)
 
The Devil’s Nightmare (1971)
 

Filmkritik: „Tell Me How I Die“ (2016)

tell-me-how-i-die-2016-poster1
 
 
 

TELL ME HOW I DIE

Story

 
 
 
Ein Medikamententest wird für die attraktive Anna (VIRGINIA GARDNER) zum Albtraum. Kaum ist der Wirkstoff im Blut sieht sie die übrigen Probanten sterben. Das ist kein gutes Omen.

 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man könne den nahenden Tod vorausahnen und dementsprechend eingreifen. Interessanter Filmstoff, der ziemlich oft von der beliebten FINAL DESTINATION-Reihe aufgegriffen und spannend ins Kino gebracht wurde. Fünf Filme entstanden aus der frischen Idee, in denen Protagonisten hellseherische Fähigkeiten entwickelten und dem Tod versuchten von der Schippe zu springen. Dass das gut ankam, haben in erster Linie die guten Einspielergebnisse bewiesen. Bis heute gehört die FINAL DESTINATION-Serie zu den finanziell erfolgreichsten Horrorfilm-Reihen, die man im Multiplex zu sehen bekommen hat. Da wundert es vermutlich niemanden, dass man nach dem eigentlich abschließenden Teil FINAL DESTINATION 5 schon wieder an einem weiteren Ableger tüftelt. Visionen über zu frühes Ableben sind auch in TELL ME HOW I DIE Programm. Hier lässt bereits der Titel erahnen, dass jemand einen guten Draht ins Reich der Toten besitzt. So sind Parallelen zum angesprochenen FINAL DESTINATION-Franchise nicht von der Hand zu weisen – auch wenn das Sterben hier nicht von Gevatter Tod inszeniert wird, sondern durch Menschenhand geschieht.
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-3
 
 
Im Film von D.J. VIOLA nehmen einige Studenten an einem Medikamenten-Test teil. In einer Forschungsstation soll ein Mittel getestet werden, das angeblich die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Auch die attraktive Anna wagt sich mit mulmigen Magen in die Höhle des Löwen, weil sie mit permanentem Geldmangel zu kämpfen hat. Doch ihr Bauchgefühl ist berechtigt, denn das gespritzte Medikament verfügt über mysteriöse Nebenwirkungen. So werden die Probanten von seltsamen Visionen gequält in denen die Testpatienten sehen, wie sie auf unbequeme Art das Zeitliche segnen. Leider ist die Freude über die neu erworbene Fähigkeit nicht sonderlich groß. Die Todesvisionen verunsichern und sorgen für Angst. Die sollten die Teilnehmer auch haben, denn bald schon beginnt das Sterben. Einer nach dem anderen lässt auf genau jene Weise sein Leben, wie man es vorausgesehen hat. Doch die Bedrohung ist greifbar. Ein Killer hat sich Zugang zur Forschungseinrichtung verschafft und richtet ein Blutbad an. Da stellt sich die Frage, wer von den verängstigten Studenten diesen kompromisslosen Amoklauf überstehen wird?
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-2
 
 
FINAL DESTINATION trifft auf HALLOWEEN. So in etwa lässt sich TELL ME HOW I DIE in wenigen Worten beschreiben, der sich in erster Linie an die Generation Smartphone richtet, die sich gern mal im Kino erschrecken lassen möchte. Makellose Jungdarsteller aus der Modelkartei müssen mal wieder ums Überleben bangen und stellen sich dabei – wie hätte es auch anders sein sollen – nicht sonderlich clever an. Das ist dahingehend bedauerlich, weil der Plot zum Film nicht unbedingt schlecht ist. Regisseur D.J. VIOLA spielt hier mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und führt das Publikum auf falsche Fährten. So sind es anfangs verstörende Zukunftsvisionen, die Fragen aufwerfen. Warum können Probanten plötzlich in die Zukunft schauen? Was bewirkt die gespritzte Flüssigkeit im Hirn? Handelt es sich hier wirklich um ein Mittel gegen Alzheimer? Der Macher hält sich dezent mit Antworten zurück und macht den Psychotrip so zur packenden Angelegenheit. Leider kann die aufgebaut Spannung nicht lang gehalten werden, denn die erfrischen Richtung und das Prinzip der vorhersehenden Tode muss zugunsten eines Richtungswechsels weichen. So wird aus dem gut gemeinten FINAL DESTINATION-Plagiat ein beliebiger Slasher in dem es nur um eines geht: dem Töten.
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-1
 
 
Sobald der Killer die Bühne betritt, geht es mit TELL ME HOW I DIE bergab. Die verschreckten Studenten müssen ums Überleben bangen und handeln dabei fast ausschließlich nach den für Slasher-Filme vordiktierten Regeln. Demzufolge wird gerannt, versteckt und gewimmert bevor die jungen Stereotypen endlich dahinter kommen, mit wem sie es hier eigentlich zu tun haben. Sonderlich überraschend ist die Auflösung nicht – zumal Regisseur D.J. VIOLA die Identität der unberechenbaren Killermaschine ziemlich früh verrät. Die bringt die Teilnehmer auf gleiche Weise um, wie in ihren Visionen. Gott sei Dank steht er bald der tapferen Heldin gegenübersteht. Die versucht den Bösewicht zu überlisten und ist dabei selbstverständlich erfolgreich. Was anderes hätte man wohl auch nicht erwartet. Bleibt zu erwähnen, dass aus TELL ME HOW I DIE vermutlich ein ganz ordentlicher Horrorthriller geworden wäre, wenn man das mit dem Killer weggelassen hätte. Dessen Erscheinen wirkt konstruiert und die Erklärungsansätze haarsträubend. Zudem fehlt es im letzten Drittel an Tempo. Das ist angesichts der packenden ersten Filmhälfte äußerst bedauerlich.
 
 
tell-me-how-i-die-2016-bild-4
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein ungewöhnlicher Mix aus FINAL DESTINATION und HALLOWEEN, der leider nur ein Problem hat: das mit dem HALLOWEEN. TELL ME HOW I DIE beginnt stark und spannend, baut aber nach der Halbzeit rapide ab. So verwandelt sich ein Psychothriller über die Nebenwirkungen eines mysteriösen Medikaments in 08/15-Slasher-Kino, das lustlos abklappert, wie sich Protagonisten in Todesvisionen haben zuvor sterben sehen. Dennoch will man mit diesem glattgebügelten Indie-Horror nicht zu stark ins Gericht gehen. Der Film wurde in erster Linie für ein junges Publikum gemacht, das nicht unbedingt ausgeklügeltes Horrorfutter erwartet. Schraubt man Erwartungen herab und klammert Logik aus, wird immerhin so viel Kurzweil geboten, dass man an einem verregneten Herbstsonntag unterhalten wird. Demzufolge Chipstüte zur Hand und Dosenbier geöffnet. Lasst das Schreien beginnen.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Zensur

 
 
 
Brutal ist TELL ME HOW I DIE – trotz Slasher – keineswegs. Zu einem der deftigsten Morde gehört der Fall mit dem Gesicht in eine Bärenfalle. Wer aber jetzt glaubt, dass das reißerisch zelebriert wird, der irrt. Die Kamera blendet in den meisten Fällen schnell weg oder es wird nur angedeutet. Demzufolge hat der Streifen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
tell-me-how-i-die-bluray

(c) METEOR FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tell Me How I Die ; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershowr

Release-Termin: 30.06.2017

 

Tell Me How I Die [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
Final Destination 4 (2009)
 
Final Destination 5 (2011)
 
Déjà-vu (2006)
 
The Jacket (2005)
 
Wayward Pines (2015)

Kritik: „The Ones Below – Das Böse unter uns“ (2015)

the-ones-below-2015-poster
 
 
 

THE ONES BELOW – DAS BÖSE UNTER UNS

Story

 
 
 
Die Geburt des neuen Sohnes wird für Kate und Jack (CLÉMENCE POÉSY und STEPHEN CAMPBELL MOORE) zum Albtraum, als in der Wohnung im Erdgeschoss neue Nachbarn (LAURA BIRN und DAVID MORRISSEY) einziehen, die sich äußerst merkwürdig verhalten.

 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Kritik

 
 
 
Von werdenden Eltern und bösen Nachbarn. In THE ONES BELOW erwarten Kate und Jack ihr erstes Kind. Umso erfreulicher für das junge Paar, dass in der Wohnung unter ihnen ebenso glückliche Leute einziehen, die ebenfalls auf Nachwuchs warten. Schnell sind die Gesprächthemen gefunden und man freundet sich an. Doch die frisch geschlossene Freundschaft steht unter keinem guten Stern. Die neuen Nachbarn haben nämlich einige Marotten, die nicht sonderlich gut ankommen. Erst ist es der penetrante Zwang nach Ordnung, der bei Kate und Jack für Verwirrung sorgt. Später verursacht die überfreundliche Art der neuen Hausbewohner Gänsehaut, wirkt die doch trotz aller Bemühungen nicht sonderlich vertrauenserweckend. Doch das alles ist nichts im Gegensatz zu dem, was noch kommen wird. Während eines gemeinsamen Abendessens kommt es zu einem folgenschweren Vorfall, der die wahren Intentionen der neuen Nachbarn ans Tageslicht bringt. ALFRED HITCHCOCK und ROMAN POLANSKI lassen grüßen.
 
 
the-ones-below-2015-bild-3
 
 
MIT THE ONES BELOW gibt’s Nachschub für all jene, die eine Abreibung fürs Nervenkostüm brauchen. Morbider Psycho-Horror wird geboten, der sich einmal mehr einer Thematik widmet, die sich im Genre neuerdings wieder großer Beliebtheit erfreut. Albtraum Schwangerschaft – das ist Stoff, der bereits in den 1960ern durch ROMAN POLANSKI furchteinflößend für die Leinwand aufbereitet wurde. Viele Jahrzehnte später lässt sich aus bekannter Formel immer noch makabrer Horrorstoff drehen, der vor allem werdenden Mütter an die Substanz gehen dürfte. Hinter dem kleinen Indie-Thriller steckt kein Mann vom Fach. Trotzdem weiß Nachwuchsregisseur DAVID FARR ziemlich genau, wie er Spannungsschrauben fester drehen muss, damit es dem Zuschauer unbequem wird. Der britische Newcomer bewegt sich in seinem Filmdebüt weg vom Holzhammer-Horror und geht über zum Daumenschrauben-Kino, in dem sich die Spannung bis zum makabren Finale steigert, damit am Ende die Katze aus dem Sack gelassen werden kann. Das gelingt ganz ohne Blut- und Schockmomente – verursacht aber gerade deswegen ein unangenehmes Bauchgefühl, weil Macher DAVID FARR das Grauen auf subtile Weise heraufbeschwört und den Horror im Kopf des Zuschauers entstehen lässt. So etwas nennt man Horror mit Hirn, der mittlerweile im Genre ziemlich selten geworden ist, weil Horror vor allem beim jungen Publikum in erster Linie mit Mord und Totschlag in Verbindung gebracht wird. Brachiale Kills und ausufernde Gewalt sucht man hier aber vergebens. THE ONES BELOW setzt auf Charakteraufbau und Dialoge – klappt scheinbar auch heute immer noch so gut wie vor 30 Jahren.
 
 
the-ones-below-2015-bild-1
 
 
In THE ONES BELOW bahnt sich das Grauen langsam seinen Weg durch den Film. Immer wieder geraten die Sympathieträger in verzwickte Situationen, die den Zuschauer mit flauem Magengefühl vor der Flimmerkiste zurücklassen. Man ahnt schnell, dass mit den neuen Nachbarn nicht gut Kirschen essen ist. So lauert hinter der Fassade gesitteter Bürger mal wieder das Böse. Eine Erkenntnis mit welcher der Film in die Fußstapfen vieler Genrefilme der 1980er und 1990er tritt, die unter so berüchtigten Titeln wie THE STEPFATHER, DAS KINDERMÄDCHEN oder FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT bei Fans des Genres ein Begriff sein dürften. THE ONE BELOW ist nach dem gleichen Muster gestrickt und strapaziert mit knisternder Spannung die Nerven des Publikums. Demzufolge sollte man diesen kleinen Psychothriller eine Chance geben – insofern man was mit langsam erzählten Psycho-Kicks anfangen kann, die sich viel Zeit für das Wesentliche im sogenannten Angstkino lassen.
 
 
the-ones-below-2015-bild-2
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hätte ALFRED HITCHCOCK den Okkult-Schocker ROSEMARIES BABY verfilmt, wäre vermutlich so etwas wie THE ONES BELOW dabei herausgekommen. Der auf dem Fantasy Filmfest ausgestrahlte und vielgelobte Psychothriller ist nichts für Fans hektisch geschnittener Gewaltepen. Das minimalistische Psychodrama hat was von einem Kammerspiel und konzentriert sich auf Charakterentwicklung und Spannungsaufbau. Statt die Augen des Horrorfans mit Blut und Gewalt zu blenden, kümmert sich Regieneuling DAVID FARR um die Hirne seines Publikums und vernebelt die mit astreinem Psycho-Terror. Dafür musste mal wieder das Thema Schwangerschaft herhalten mit dem (Found-Footage) Filmemacher in letzter Zeit reichlich Schabernack getrieben haben. Mit THE ONES BELOW wird aber wieder alles besser, denn DAVID FARR lässt das Böse nicht im Bauch der Mutter heranwachsen, sondern funktioniert freundliche Nachbarn zu ultimativen Psychopathen um. Für knisternde Spannung und unangenehmes Bauchgefühl ist somit gesorgt, denn der britische Regisseur scheint viele Altmeister des Thrillerfachs genau studiert zu haben. Er beherrscht die subtile Angstmacherei erstaunlich gut, was THE ONES BELOW zu einem echten Indie-Psycho-Geheimtipp macht.
 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Zensur

 
 
 
Wer Gewalt sucht, ist hier falsch. Davon gibt es im Film nichts zu sehen. Eigentlich könnte man THE ONES BELOW bereits ab 12 Jahren freigeben. Wegen dem kompromisslosen Ende, einiger Schimpfwörter und bedrohlicher Stimmung hat es THE ONES BELOW aber mit einer FSK16 in die Händlerregale geschafft.
 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-ones-below-bluray

(c) METEOR FILM (Blu-ray KeepCase-Version)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Ones Below; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.11.2016

 

The Ones Below – Das Böse unter uns [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
The Roommate (2011)
 
The Harvest (2013)
 
One Hour Photo (2002)

Filmkritik: „Holidays – Surviving Them Is Hell“ (2016)

HOLIDAYS-2016-poster
 
 
 

HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL

(HOLIDAYS)

Story

 
 
 

Neun Regisseure berichten in acht boshaften Kurzgeschichten von ahnungslosen Menschen denen an geläufigen Feiertagen schlimme Dinge zustoßen.

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Kritik

 
 
 
Feiertage haben so an sich, manchmal in Stress auszuarten. Die ungeliebten Verwandten kommen zu Besuch, Stau sorgt für Chaos auf den Straßen und der Feststagsschmaus verkohlt ungewollt im Backofen. Festtage können also zum blanken Horror werden, was seit Jahrzehnten das Interesse von Filmemachern auf den Plan ruft, die besondere Anlässe in filmgewordene Albträume umformen. So hat das moderne Horror-Genre gezeigt, dass Feiertage nicht nur der Inbegriff von Besinnlichkeit, Nächstenliebe und Familienzusammenführung sein müssen. Im Horrorfilm sind es immer mal wieder gern diese Entschleunigungs-Tage, an denen die schlimmsten Tragödien passieren und das meiste Blut vergossen wird. Ob Valentinstag, Halloween oder Muttertag – nahezu jedes dieser Feste hat über die Jahre seinen eigenen Film-Schocker spendiert bekommen, was einmal mehr bekräftigt, dass die fleißigen Handlanger der Hölle einfach keinen Ruhetag kennen. Sie meucheln, fressen und foltern sich bevorzugt an freien Tagen durch das Fleisch ahnungsloser Menschen und stoßen damit auf Zustimmung beim Publikum, dem es trotz Festzeit gar nicht blutig und hart genug auf der Kinoleinwand zugehen kann.
 
 
holidays-2016-bil-1
 
 
Obskure Kreaturen und gestörte Serienkiller wüten selbstverständlich auch im vorliegenden Streifen durch Kino und Wohnzimmer. Der buhlt unter dem Titel HOLIDAY (deutscher Titel: HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL) um die Gunst der Horrorfans und hat acht knackige Episoden zu bieten, die schockieren, erheitern und unterhalten wollen. Eine Handvoll im Horror-Bereich erfahrener Regisseure hat sich zusammengetan, um mit einem bitterbösen Festtagsprogramm beim Publikum Eindruck zu hinterlassen. Darunter auch Comic-Nerd KEVIN SMITH, der sich zuletzt mit Filmen wie TUSK und mit RED STATE sogar im Horror- und Thrillergenre ausprobiert hat. Auch dort mit ordentlich schwarzen Humor, der einem das Lachen im Halse stecken bleiben lassen konnte. Gleiche Humorschiene wird in HOLIDAYS beibehalten, der definitiv nichts für jene ist, die mit Galgenhumor auf Kriegsfuss stehen. Die Horror-Anthologie ist vollgestopft mit bitterbösen Späßen, die viele Episoden der bekannten Serie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT in Erinnerung rufen. Dort endete jede der halbstündigen Geschichten mit einem möglichst makabren Höhepunkt und machte die Serie über Nacht zum Pflichtprogramm unter Horrorfans. So ähnlich wird das auch in der folgenden Anthologie gehandhabt. Fiese aber dennoch schwer unterhaltsame Kurzgeschichten gibt es nämlich auch in HOLIDAYS zu sehen. Die werden nacheinander erzählt und müssen diesmal leider ohne Rahmenhandlung auskommen, welche die einzelnen Segmente in den meisten Filmen dieser Art miteinander verknüpft. Jede Geschichte trägt die (visuelle) Handschrift des jeweiligen Filmemachers und gipfelt in einem Überraschungstwist. Das bringt Abwechslung in die Horrorsammlung und macht die Angelegenheit kurzweilig.
 
 
holidays-2016-bild-2
 
 
Ein starker Auftakt wird mit der ersten Geschichte VALENTINE’S DAY geboten. Darin hat sich ein weibliches Mobbing-Opfer unsterblich in den Schulsportlehrer verliebt und zeigt ihm ihre Zuneigung auf gar blutige Weise. Okkultismus-Horror wird in ST. PATRICK’S DAY an den Zuschauer gebracht. Hier wird eine Grundschullehrerin aus heiterem Himmel schwanger und erlebt eine Geburt des Grauens – ROSEMARIES BABY lässt grüßen. Die dritte und schwächste Episode handelt von einem kleinen Mädchen, das sich Gedanken über die Ursprünge des Osterfestes gemacht hat. Des Nachts bekommt das Kind Besuch von einer grotesken Kreatur – halb Osterhase, halb Jesus – die von dem Mädchen Furchtbares fordert. In MOTHER’S DAY gerät eine verzweifelt Frau in die Fänge einer ominösen Gruppe, die seltsame Fruchtbarkeitszeremonien in der Wüste betreibt, während in der darauffolgenden Kurzgeschichte eine schaurige Schnitzeljagd Gänsehaut bereitet. Die nennt sich FATHER’S DAY und ist sogleich eines der unheimlichen Highlights von HOLIDAYS. Das Segment berichtet von einer Mittzwanzigerin, die vom verstorbenen Vater mittels Kassettenaufzeichnung zu einem geheimnisvollen Ort navigiert wird, an dem sich beide endlich wieder in die Arme schließen können. Schonungslos emanzipiert geht es in HALLOWEEN weiter. Die von KEVIN SMITH inszenierte Folter-Episode rückt drei Camgirls in den Mittelpunkt, die die Launen und Demütigungen ihres Bosses satt haben. Sie überwältigen ihren kriminellen Arbeitgeber und erteilen dem frauenverachtenden Macho eine blutige Lektion. Weitaus unblutiger geht es in CHRISTMAS zugange. Ein Weihnachtsgeschenk bringt darin die dunklen Geheimnisse einer Familie ans Tageslicht, mit denen selbst der Zuschauer nicht gerechnet haben dürfte. Wer Splatter und Gematsche bevorzugt, muss zwar lange warten, wird aber am Ende mit NEW YEARS EVE entschädigt. Hier verabredet sich ein Frauenmörder über ein Chatportal mit einer Unbekannten. Leider verläuft das Date anders als erhofft, was – zur Freude der Gewaltfraktion – haarsträubend grotesk und blutrot endet. Ein bitterböser Abschluss für eine gelungene Kurzfilmsammlung.
 
 
holidays-2016-bild-3
 
 
Es ist erstaunlich, was für eine hohe Beliebtheit Horror-Anthologien seit den überraschenden Erfolgen von V/H/S und THE ABCs OF DEATH in Fankreisen genießen. Die beiden Filmreihen waren quasi maßgeblich dafür verantwortlich, dass dem längst vergessenen Kurzfilm-Horror neues Leben eingehaucht werden konnte. Seither sind viele weitere Episoden-Filme (hervorragend: SOUTHBOUND) entstanden, die von der Frischzellenkur profitiert haben. Leider ist es wie so oft bei Filmtrends: jeder will mitverdienen. Da wird kopiert und nachgeeifert, als gebe es keinen Morgen mehr, was nicht immer auf Zuspruch stößt. Schnell und lieblos abgedrehte Horror-Anthologien (zuletzt: TOM HOLLAND’S TWISTED TALES) verheißen nämlich schon lange nichts Gutes mehr, denn oftmals muss aufgrund mangelnden Budgets auf Qualität verzichtet werden. Das trifft im Fall von HOLIDAYS aber nicht zu. Hier wird Liebe zum Detail geboten, schließlich waren hier Filmemacher am Werk, die bereits sehenswerte Horrorfilme gedreht haben und ihr Handwerk verstehen. Alle Regisseure (u.a. SCOTT STEWART – DARK SKIES und NICHOLAS MCCARTHY – AT THE DEVIL’S DOOR) waren für die Umsetzung der eigenen Episode verantwortlich und durften sogar selbst die Drehbücher ihrer bitterbösen Geschichten verfassen. Die Entscheidungsgewalt über eigene Projekte hat Kreativität gefördert, denn selten wurden Feiertage derart makaber und grotesk in Szene gesetzt, dass man nach dem Abspann unbedingt noch mehr von diesem grimmigen Horrorspaß sehen möchte. Eine Fortführung der Idee wäre wünschenswert. Nur schade, dass der Kalender nicht so viele verschiedene Festtage hergibt.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Zynisch, makaber und rabenschwarz. HOLIDAYS ist die wohl schwarzhumorigste Horror-Antologie, die man bisher zu sehen bekommen hat! Vergesst demnach CREEPSHOW und V/H/S. Der neue Kurzgeschichten-Horror-Hit heißt HOLIDAYS und macht Lust auf mehr. HOLIDAYS hat definitiv Suchtpotenzial, was in erster Linie an den makabren Episoden liegt. Darin werden amerikanische Feiertage durch den Horrorfilter gesehen, die für die Hauptdarsteller der jeweiligen Segmente keinen guten Ausgang haben. Jede Kurzgeschichte in dieser schaurigen Anthologie ist konzipiert, möglichst bitterböse zu enden. Wer mit Galgenhumor nichts anfangen kann, ist hier keineswegs gut aufgehoben, denn krude Scherze im Stil eines TALES FROM THE CRYPT lassen einem definitiv das Lachen im Halse stecken. Qualitativ ist HOLIDAYS Königsliga und abwechslungsreich. Von subtil bis blutig ist alles vertreten. Neun (horrorerprobte) Regisseure waren am Ball und haben albtraumhafte Visionen des Grauens filmisch verarbeitet, die sich durch gemeine Ideen und reichlich Herzblut ins Gedächtnis brennen. Bis auf die unfertig und gehaltlos wirkende Oster-Episode sind alle Kurzgeschichten durch die Bank weg als gelungen zu betiteln und so abgedreht, dass HOLIDAYS zweifelsohne Anthologie-Pflichtprogramm ist. Wir empfehlen die Sammlung ungeliebten Verwandten zu einem Fest Eurer Wahl zu schenken. Damit hinterlässt man garantiert prägenden Eindruck und hat zum nächsten Festtag mit Sicherheit einige Gäste weniger. Da bleibt dann mehr Zeit, um sich viele schaurige Gruselfilme anschauen zu können.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Zensur

 
 
 
HOLIDAYS, der in Deutschland unter dem Titel HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL veröffentlicht wurde, hält sich mit Gewalt zurück. Die meisten Gewalttaten werden nur angedeutet oder die Kamera blendet weg. Demzufolge hat HOLIDAYS von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Das ist etwas merkwürdig, weil in der letzten Episode dann doch etwas zeigefreudig Beil und Metzgermesser geschwungen wird. Vor einigen Jahren wäre eine FSK16 dafür undenkbar gewesen. Die deutsche Veröffentlichung von HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS- Deutsche Blu-ray

 
 
 
Holidays - Surviving them is hell-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

Holidays - Surviving them is hell-Mediabook

(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Holidays; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover

Extras: Holiday-Clips, Deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich nur im Mediabook: Booklet und Film in DVD-Version

Release-Termin: 15.07.2016

 

Holidays – Surviving them is hell – [limitiertes Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Holidays – Surviving them is hell (Uncut) [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)