Filmkritik: „Gelosia – Vendetta D’amore“ (2017)

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GELOSIA – VENDETTA D’AMORE

Story

 
 
 
Einem Ehemann kommt es teuer zu stehen, dass er seine Frau betrügt.

 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Kritik

 
 
Ab und zu kann man im deutschen Amateur-Underground schon ein paar Perlen entdecken. Was die Deutschen im höher budgierten Horror-Bereich oftmals vermasseln, können sie tatsächlich ganz gut, wenn nur wenig Geld hinter einem Projekt steckt. „Gelosia – Vendetta D’amore“ stellt Alberto Barones erste Gehversuche im Filmbusiness dar und ist dafür schon ziemlich ambitioniert gemacht, nebenbei aber leider auch sehr belanglos.
 
 
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Thomas ist Alkoholiker und sexsüchtig. Nach einem Autounfall, den er verursacht hat, findet er seine Frau nicht mehr attraktiv, denn ihr Gesicht ist verbrannt. Also müssen andere Frauen her, um den Trieb von Thomas zu befriedigen. Dies soll sich rächen. Gelosia ist das italienische Wort für Eifersucht und wie das Ganze ausgehen wird, lässt sich früh erahnen. Sicherlich muss ein Kurzfilm nicht mit einer total ausgefeilten Geschichte dienen, aber was uns hier geboten wird, ist doch arg dünn. Es gibt keine Pointe, keine echte Wendung.
 
 
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Dafür viel Sex. Der Einsatz von nackter Haut ist weniger plakativ geraten, als man vermuten hätte dürfen und wirkt in einer Szene sogar leicht erotisch. Wer auf Splatter setzt, wird hingegen enttäuscht. Es gibt am Ende nur eine brutale Szene, aber diese wurde nicht besonders toll getrickst und ist allgemein wenig originell. Es ist etwas schade, dass die nackte Haut klar dominiert, denn eine ausgewogenere Mischung hätte nicht geschadet.
 
 
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Tatsächlich wird „Gelosia – Vendetta D’amore“ ganz ordentlich gespielt. Mit Milton Welsh in der Hauptrolle ist da sogar ein ziemlich bekannter Darsteller mit dabei, der seine Sache gut macht. Weitere, nicht so unbekannte Gesichter dürften Manoush und Kristina Kostiv sein. Alle Schauspieler passen gut in ihre Rollen und hier kann man sich echt nicht beschweren. Dass es innerhalb der kurzen Laufzeit zu keiner echten Figurenzeichnung kommt, sollte jedem klar sein.
 
 
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Nach knapp 28 Minuten ist der Film nämlich schon wieder vorbei und wirklich langweilen, kann er somit nicht. Einen Mehrwert hat er einem innerhalb dieser Zeit jedoch ebenfalls nicht geboten. Barone macht seine Sache als Regisseur gar nicht so schlecht, wobei die ganzen Filter schon etwas so wirken, als hätte man sie am Privatrechner mit Gratis-Software hergestellt. Trotzdem ist die Optik in Ordnung und die Kamera-Arbeit solide. Nur lässt das eben (noch) keine eigene Handschrift erkennen. Der Score hört sich sehr passend und gut an.
 
 


 
 
 

GELOSIA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Freunde von Kurzfilmen und deutschen Amateur-Streifen können sich „Gelosia – Vendetta D’amore“ ruhig mal anschauen. Der Film ist schnell vorbei, bietet viel nackte Haut und ein wenig Gewalt, ansonsten jedoch nicht viel. Die Handlung ist zu simpel und es geschieht nichts, was man nicht schon besser gesehen hätte. Aus handwerklicher Sicht gibt es da noch deutliches Verbesserungspotenzial, aber sauber gemacht wurde das Werk schon. Außerdem sind die Darsteller überraschend bekannt und gut besetzt. So gesehen kein schlechter Einstieg in die Filmwelt, aber auch nichts, was man länger als fünf Minuten in Erinnerung behält!
 
 


 
 
 

GELOSIA – Zensur

 
 
 
Der italienische (S)Exploitation-Kurzfilm „Gelosia – Vendetta D’amore“ erschien 2018 in Deutschland ungeschnitten im Mediabook. Sammler und Fans von Underground-Filmen können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Endless Classics (DVD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gelosia – Vendetta D‘ Amore; Italien 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama, Erotik, Kurzfilme

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 28 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD + Blu-ray im Mediabook

Extras: Originaltrailer, Audiokommentar, Making Of, Interviews mit Cast & Crew, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 29.03.2018

 
 

Gelosia – Vendetta D’amore [Blu-ray und DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GELOSIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Endless Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rossa Venezia (2003)
 
Exitus Interruptus – Der Tod ist erst der Anfang (2006)
 

Filmkritik: „Skin Creepers“ (2018)

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SKIN CREEPERS

Story

 
 
 

Zwei Nachwuchsregisseure, ein besessenes Erotik-Model und ein chaotischer Exorzismus – das sind Gruselzutaten, die aus Deutschland kommen und unsere Lachmuskeln strapazieren wollen.

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Kritik

 
 
 
Dämonen-Horror und Teufelsaustreibung made in Germany. Das klingt nach einem eigenartigen Experiment bei dem man nicht zu Unrecht das Schlimmste erwartet. Deutschland hat sich in Sachen Horrorfilm nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viel Horror hat man hier nämlich nicht gedreht, was vermutlich auch daran liegt, dass diese Filme in der Regel nur selten von der deutschen Filmförderung unterstützt werden und daher aus minimalen Mitteln selbst gestemmt werden müssen. Ein schweres Unterfangen, das sich meist auch an der Qualität dieser Streifen bemerkbar macht. Wohl auch ein Grund, warum der deutsche Horrorfilm unter Zuschauern einen negativen Ruf genießt. Die meisten Filmjunkies bringen deutschen Horror nämlich gern mal mit amateurhaften Underground-Produktionen wie NEKROMANTIK oder Ittenbach-Splatter in Verbindung. Doch die Zeiten semiprofessioneller Splatter-Orgien und minderwertigen Amateur-Ware sind schon längst vorbei. Wer genauer hinschaut, hat unlängst erkannt, dass sich im deutschen Horror-Genre was tut. Kurze Lichtblicke, wie der Geisterstreifen ZIMMER 205, der Teen-Slasher ANATOMIE oder der Endzeitstreifen HELL haben eindringlich gezeigt, dass deutscher Horror funktioniert, wenn man nur will. Mit genau dieser Botschaft geht nun auch SKIN CREEPERS an den Start. Der wurde aus privaten Geldern finanziert und überrascht durch professionelle Machart. Hier riecht nichts nach Amateurfilmerei. Doch, ob der Streifen auch was kann? Wir haben uns die Horrorkomödie mal genauer angeschaut.
 
 
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Eigentlich wollten die beiden Brüder Ben und Daniel nur ihren ersten Horrorfilm drehen. Aber es kommt alles anders. Der amerikanische Erotik-Star Sasha Blue wird für die Hauptrolle engagiert und extra nach Deutschland geflogen. Eine kostspielige Angelegenheit, die beinahe das Aus für die Produktion bedeutet. Das Model hat nämlich hohe Ansprüche und verschlingt das Meiste an Budget. Grund genug für Nebenrollen günstige Darsteller aus zweifelhaften Kreisen zu besetzen, damit der Dreh fortgesetzt werden kann. Doch die Arbeiten enden anders als erwartet. Die Hauptdarstellerin verhält sich bald äußerst seltsam. Offenbar schlummert in ihr das Böse. Zeit einen Prediger zu rufen, der sich das Problem mal genauer anschauen soll. Wer Friedkins DER EXORZIST gesehen hat, dürfte in etwa erahnen, wohin die Reise gehen wird.
 
 
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Hinter SKIN CREEPERS steckt ein uns nicht Unbekannter. Vor einiger Zeit hatten wir Kontakt mit dem sympathischen Regisseur EZRA TSEGAYE. Der stellte uns im Jahr 2016 einen von ihm gedrehten Kurzfilm vor, welcher auf einschlägigen Filmveranstaltungen Preise erhielt. Auch wir hatten über CASTING DES TODES nur lobende Worte parat und waren umso neugieriger, als wir nun mit SKIN CREEPERS den ersten Langfilm des Regisseurs aus dem Briefkasten gefischt haben. Mit gerade einmal 50.000 Euro hat man hier einiges auf die Beine gestellt, das durchaus internationalen Produktionen die Stirn bieten kann. Gemeint sind damit die gut getricksten Spezialeffekte – mal handgemacht, mal am Computer erstellt – die in knapp elf Monaten Postproduktion entstanden sein sollen. Aber auch gute Hauptdarsteller, die mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben, runden das positive Gesamtbild ab. Bei soviel Qualitätsarbeit stellt sich dann doch die Frage, wo denn eigentlich der Haken ist? Es ist das Drehbuch, was SKIN CREEPERS ein wenig ins Stolpern bringt. So ist die Handlung mancherorts zäh und drosselt das Tempo, weil doch etwas zu viel gequasselt wird. Auch fehlen mehr zündende Pointen, die bei einer Horrorkomödie das Salz in der Suppe sind. Dennoch will man nicht zu hart ins Gericht gehen. Für ein Langfilmdebüt ist SKIN CREEPERS ganz solide. Anfängerkollegen aus Amerika liefern da regelmäßig weitaus schlechtere Videoware ab.
 
 
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In einem Interview mit EZRA TSEGAYE erhielten wir interessante Hintergründe zur Produktion. So verriet der Regisseur, dass SKIN CREEPERS bereits vor der Umsetzung des Kurzfilms CASTING DES TODES geplant gewesen war. Um das Geld für den Film zusammenzubekommen startete man ein Crowdfunding-Projekt, das aber wenig Erfolg verbuchen konnte. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als das Produktionsbudget aus der eigenen Tasche zu zahlen. Produzent SEBASTIAN WOLF ging dabei soweit, dass er dafür ein kleines Grundstück verkaufen musste, damit die Dreharbeiten gestartet werden konnten. Acht Wochen drehte man in einer leeren Lagerhalle, die man extra in Berlin Charlottenburg angemietet hatte, um dort 60 Prozent des Filmes fertigen zu können. Dafür wurde sogar Produzent SEBASTIAN WOLF zum Bühnenbauer und werkelte vier Wochen lang mit Freunden am Hotel-Set in dem sich ein großer Teil der Geschehnisse des Films ereignet. Nach vier Wochen Drehzeit war SKIN CREEPERS im Kasten und alle Beteiligten waren erleichtert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. SKIN CREEPERS schaut für eine deutsche Indie-Produktion Bombe aus und man sieht allen Anwesenden an, dass sie trotz großen Herausforderungen enormen Spaß bei der Arbeit hatten. Da ist man doch gespannt, was Regisseur EZRA TSEGAYE als nächstes aus dem Ärmel schütteln wird. Schenkt man seiner Aussage Glauben, soll eine Dokumentation über die besten Kampfsportler Deutschlands in Planung sein.
 
 
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SKIN CREEPERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ambitionierter Exorzismus-Spaß aus Deutschland, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken braucht. Regisseur EZRA TSEGAYE ist ein großer Fan von Filmemacher JOHN LANDIS, wobei ihm ganz besonders dessen Kulthit AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON am Herzen liegt. Was ihm daran gefiel? Die Mischung aus Komödie und extremen Horror. Genau jene Kombination kommt auch im ersten Spielfilm des Berliner Regisseurs zum Tragen. SKIN CREEPERS besitzt schrägen Humor und handwerklich gekonnt in Szene gesetzte Splattermomente. Dafür konnte man sogar bekannte B-Prominenz gewinnen. Keine geringere als Nackedei MICAELA SCHÄFER ist im Film zu sehen. Die macht das, was sie am besten kann: sich nackig machen. Auch wenn von ihr nicht sonderlich viel abverlangt wird, muss man sich auch als gestandener Antifan eingestehen, dass die Schäfer trotz kontroverser TV-Auftritte irgendwie sympathisch erscheint. Die war bereits in einem der Kurzfilme von Regisseur EZRA TSEGAYE zu sehen und ist natürlich auch in SKIN CREEPERS eine Augenweide. Leider hat SKIN CREEPERS so seine Schwächen beim Erzählen seiner Handlung. Mancherorts kommt die nämlich nicht in die Gänge und bremst den Spaßfaktor. Vielleicht wäre es hier gut gewesen, wenn man noch einmal gründlicher nachgearbeitet hätte. Ein paar mehr Schnitte hätten der oftmals sehr dialoglastigen Geschichte den letzten Schliff gegeben. So ist SKIN CREEPERS ein immerhin solider Vertreter der Gattung Exorzismus- und Dämonen-Horror mit kleinen Schwächen.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Zensur

 
 
 
SKIN CREEPERS ist eine Horrorkomödie, die wenig Gewalt zu bieten hat. Fließt dann doch etwas Lebenssaft sind die Splatterszenen reichlich überzogen. So explodieren – ähnliche wie in Cronenbergs SCANNERS – Köpfe und färben die Leinwand rot. Überraschenderweise hat SKIN CREEPERS von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die Heimkinofassung besitzt einen roten Freigabesticker – ist aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Skin Creepers; Deutschland 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: SFX Makeup, Visual Effects, Building a Set, Behind the Scenes, On Set with Mica, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 09.11.2018

 

Skin Creeper [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle (2012)
 
Scary Movie 2 (2001)
 
Von allen Geistern besessen! (1990)
 

Filmkritik: „German Angst“ (2015)

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GERMAN ANGST

Story

 
 
 
Vor einem Jahrhundert, als die damals neue Kunstform Film langsam aber sicher Form annahm, gehörten deutsche Filmemacher zu den weltweiten Pionieren der bewegten Bilder. Die unbehaglich dystopischen Bilder eines „Metropolis“, Dr. Mabuse als erster großer Leinwandschurke, Murnaus „Nosferatu“ als Urvater der Filmvampire. Um die alten Vorbilder und das ehemalige Image von Deutschland als Genre-Spezialist zu ehren, wurde mit „German Angst“ ein Horror-Dreigestirn produziert, das an die verblichene Größe erinnern soll. Mit der reißerischen Tagline „Three german tales of love, sex and death in Berlin“ präsentieren Jörg Buttgereit, Michal Kosakowski und Andreas Marschall ihre drei Kapitel und widmen sich verschiedenen brutalen Visionen, vom alltäglichen Wahnsinn hinter den Türen Berliner Wohnungen bis hin zur Verlockung des sexuellen Deliriums.
 
 
 


 
 
 

GERMAN ANGST – Kritik

 
 
 
Für Jörg Buttgereit sind es nicht die Dämonen aus alten Volksmärchen oder Krisen der Weltpolitik, in denen er sein Grauen versteckt. Der Kult-Regisseur von kontroversen Klassikern wie „Nekromantik“ oder „Schramm“ zeigt uns einen viel moderneren Blick auf Ängste, Traumata und Gewalt. Das namenlose Mädchen, dessen Tagesroutine uns gezeigt wird, wirkt auf den ersten Blick wie eine typische, etwas zurückgezogene junge Frau. Nach und nach entblättert Buttgereit die Illusion des Friedens und legt frei, was unter der Oberfläche krabbelt. In dem besten Kapitel des Trios spielt Jörg Buttgereit geschickt mit dem Kontrast seiner harmlos wirkenden Protagonistin und den nötigen Gewaltspitzen und zeigt auf, was sich hinter einer bürgerlichen Fassade alles verstecken kann. Michal Kosakowski widmet sich dem Thema, das in einer Reihe deutscher Horror-Visionen so sicher ist, wie das Amen in der Kirche. Der Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Konsequenzen des Zweiten Weltkrieges. Hier in der zugegeben originellen Form eines halbfantastischen und blutigen Rachemärchens. Ein gehörloses Pärchen befindet sich auf einer augenscheinlichen Entdeckungsreise durch eine Berliner Ruine, als sie auf eine Gruppe von Neonazis treffen. Weniger vorhersehbar als der folgende Gewaltausbruch ist ein besonderer Trick, den die Angegriffenen aus dem Ärmel holen. Kosakowski versteckt seine Gedankenansätze über Täter, Opfer, Vergangenheit und Gegenwart unter einer großen Menge unnötig brutaler Nazi-Exploitation und der grenzenlosen, fast fahrlässigen Überzeichnung der Neonazi-Gruppe.
 
 
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Das zweite Kapitel des blutigen Sammelbandes verschenkt durch einen Mangel an Subtilität leider Punkte, rettet sich aber durch seine interessante wie schräge Prämisse. Das Schlusslicht bildet Andreas Marschalls Geschichte über den Fotografen Eden, der an eine Mitgliedschaft in einem ebenso geheimen wie heiklen Sexclubs gerät. Der neu entdeckte Rausch stößt an seine Grenzen, als Eden die unerwarteten Nebenwirkungen des lokalen Aphrodisiakums entdeckt. Marschall erzählt uns eine längst verjährte Geschichte über sexuelle Tabus und die Konsequenzen der ungezügelten Lust. Leider tut er dies ohne einen nennenswerten Bezug zum deutschen Themenrahmen von „German Angst“, was seinen Beitrag mitunter unpässlich wirken lässt. Weiter entfremdend ist außerdem die Tatsache, dass ein Großteil des Dialoges sich in der englischen Sprache abspielt. Ein Trend, der bereits im zweiten Kapitel von „German Angst“ unangenehm auffiel und zum Schluss zunehmend nervt. Es ist löblich, dass Michal Kosakowski und Andreas Marschall augenscheinlich die internationale Vermarktung im Auge behalten haben. Trotzdem wirkt es arg befremdlich, einen typisch deutschen Horrorfilm vorgesetzt zu bekommen und ohne guten Grund fast ausschließlich englischen Ton zu vernehmen.
 
 
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GERMAN ANGST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Wie so viele andere Wundertüten des Horror-Genres („VHS“, „ABCs of Death“) ist auch „German Angst“ ein gemischter Teller. Die drei Regisseure liefern ein Trio aus grundverschiedenen Episoden, die sich in Stil, visuellem Niveau und leider auch Qualität stark unterscheiden. Obwohl einzelne Elemente an der Relevanz des „German Angst“-Themas vorbeischrammen, fügt sich die Gesamtheit der Episoden zu einem kurzweiligen, unterhaltsamen Horror-Triptychon zusammen, das zwar meilenweit hinter den deutschen Genreklassikern hinterherhinkt, aber den zeitgenössischen Produktionen durchaus das Wasser reichen kann.
 
 
 


 
 
 

GERMAN ANGST – Zensur

 
 
 
Im zweiten Anlauf hat die FSK „German Angst“ eine KJ gewährt, die den Film ungeschnitten auf deutschen Regalen erscheinen lässt. Die Freigabe ab 18 ist der Härte des Films angemessen.
 
 
 


 
 
 

GERMAN ANGST – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene Fassung im KeepCase)

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: German Angst; Deutschland 2015

Genre: Action, Fantasy, Horror, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: 118 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Mediabook (limitiert auf 4000 Stück)

Extras: Behind the Scenes – Zusätzlich fürs Mediabook wurde ein Booklet mit 24-seitigem Buchteil (Text: Marcus Stiglegger und Deadline) erstellt. Zudem enthält die Sammlerauflage ein Filmposter, einen Audiokommentar mit den drei Regisseuren, diverse Trailer und ein Making of

Release-Termin: 15.05.2015

 
 
 


 
 
 

GERMAN ANGST – Mediabook

 
 
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Seit geraumer Zeit hat es sich das Label PIERROT LE FOU zur Aufgabe gemacht, Fans der etwas härteren Filmart mit herausragenden Horrorstreifen zu beglücken. Das Label hat ein goldenes Händchen für Geheimtipps. So sicherte man sich die Rechte an internationalen Horrorstreifen (u.a. HERE COMES THE DEVIL), um sie auch in Deutschland einem interessierten Publikum zugänglich machen zu können. Bei PIERROT LE FOU entscheiden die Käufer mit – zumindest wenn es um die Gestaltung der Heimkinomedien geht. So dürfen die nämlich bei der Coverauswahl für die hauseigene Mediabook-Reihe mitentscheiden, um die Sammlerobjekte nach ihren Wünschen vom Label gestalten zu lassen.
 
GERMAN ANGST ziert die Nummer 5 der begehrten „Uncut“-Mediabooks und setzt jene Serie fort, die bereits mit den Filmen DADDY’S LITTLE GIRL, RAZE, SILENT NIGHT und LET US PREY begonnen wurde. Die Aufmachung bleibt wie gehabt. Erneut liegt der Sammlerauflage eine DVD und Blu-ray bei, auf denen der Streifen selbstverständlich in ungeschnittener Fassung enthalten ist. Um sich nach dem Filmgenuss informieren zu können, wurde ein umfangreiches Extrapaket geschnürt, das in vollem Umfang nur in der Sonderverpackung zu finden ist. Dazu gehören Audiokommentare der drei Regisseure, ein Making of, kurzes Hinter-den-Kulissen-Material und diverse Trailer. Zudem enthält das Mediabook einen informativen Buchteil geschrieben von Marcus Stiglegger und der Zeitschrift Deadline. Mit einem ansprechenden Filmposter wird die schöne Veröffentlichung abgerundet, die übrigens zu einem deutlich günstigeren Kurs angeboten wird, als die obligatorischen 30 Euro, die im deutschsprachigen Ausland für Buchverpackungen aus dem Hause XT oder NSM bezahlt werden müssen. Bleibt zu erwähnen, dass das GERMAN ANGST-Mediabook auf 4000 Stück limitiert ist und sich hervorragend in die bisherige Sammelserie einreiht. Wir raten: zugreifen, so lange das noch möglich ist!
 
Übrigens: Mediabook Nummer 6 aus der Sammelreihe ist der sehenswerte Überlebens-Horror PRESERVATION.

 
 

German Angst (Blu-ray im KeepCase) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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GERMAN ANGST – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
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