Filmkritik: „Look Away“ (2018)

look-away-2018-poster
 
 
 

LOOK AWAY

Story

 
 
 

Ein Mädchen mit Problemen, beginnt plötzlich mit dem Spiegelbild zu quasseln und baut mit dem gespiegelten Alter Ego eine emotionale Bindung auf.

 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Kritik

 
 
 
Wenn sich im Horror-Kino junge Außenseiter die Augen ausweinen, weil sie vom Umfeld gemobbt und schikaniert werden, dürfte jedem erfahrenen Horrorfilmkenner einleuchten, dass irgendwann die Sicherungen durchbrennen werden. Da werden schnell mal aus scheinbar unschuldigen Lämmchen unaufhaltsame Furien, die im plötzlichen Blut- und Rache-Rausch nicht mehr klar denken können. Im Film von ASSAF BERNSTEIN ist das nicht anders. Der bringt ein heikles Thema auf die Mattscheibe, das für psychologischen Thrill herhalten musste. Die Rede ist von Mobbing an Schulen und dem Problem vieler Jugendlicher, in Zeiten technischen Fortschritts keine echten sozialen Kontakte mehr schließen zu können. Haben Eltern dann auch noch zu hohe Karriere-Erwartungen an ihre Sprösslinge ist ein Blackout nicht weit. Demzufolge kommt nun nach CARRIE, ALENA und #HORROR der nächste „ein Außenseiter schwört Rache“-Film mit kritischer Note. Ob LOOK AWAY jedoch was kann oder nur ein weiterer überflüssiger Teen-Thriller ist, sagen wir Euch in unserer Filmvorstellung.
 
 
look-away-2018-bild-3
 
 
Spieglein, Spieglein an der Wand: Bin ich das da im Spiegelbild oder doch jemand anderes? Genau das muss sich auch die introvertierte Marie (INDIA EISLEY) fragen. Die ist zwar schön, aber für Vater und Schönheitschirurg Dan (JASON ISAACS) nicht schön genug. Der zweifelt am Selbstbewusstsein seiner pubertierenden Tochter und schenkt ihr zum Geburtstag erst einmal einige Schönheitskorrekturen. Keine große Hilfe für die Heranwachsende. Die ist ohnehin schon verunsichert, weil es im Leben nicht sonderlich gut läuft. Die Familie ist zerrüttet, in der Schule wird sie gemobbt und auch mit sozialen Kontakten hat Marie ihre Probleme. Da entdeckt sie plötzlich im Jugendzimmer Sonderbares. Dort, wo sie sich tagtäglich zum Weinen zurückzieht, ist plötzlich jemand zugegen, der die Teenagerin versteht. Es ist das Spiegelbild der attraktiven Schülerin, das tröstende Worte spendiert und Tipps gibt, wie man besser durchs Leben kommt. Eine gute Sache, die aber einen Haken hat: Das Spiegelbild mit dem Name Airam hat eine besondere Gabe und die nennt sich Manipulation. Es benutzt das Gegenüber, um aus dem Spiegelgefängnis zu entkommen. Leider kommt Marie erst zu spät zur Einsicht. Spiegelbilder sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
look-away-2018-bild-1
 
 
Außenseiterdrama über eine schizophrene Teenagerin, doppelbödiges Psychogram einer fehlgeleiteten Heranwachsenden oder knüppelharter Schocker in dem eine Schülerin mit ihrem Umfeld abrechnet? Genau das ist des Pudels Kern und Kernthema von LOOK AWAY. Der Film hält nämlich den Zuschauer auf Trab und offenbart nur schleichend seine wahren Intensionen. Weil wir den Streifen aber hier auf FILMCHECKER besprechen, wo düsteren Schocker Beachtung finden, dürfte schnell klar sein, in welche Schublade Regisseur ASSAF BERNSTEIN diesen Film stecken will. Der erzählt hier die Horror-Version von DAS DOPPELTE LOTTCHEN und ist darin gar nicht mal so ungeschickt. Heldin Marie tauscht nämlich mit ihrem Spiegelbild die Rollen. Während die wegen ihrer unsicheren Art im Leben so gar kein Glück hat und von allen nur verspottet wird, ergreift das gespiegelte und extrovertierte Alter Ego die Initiative. Schnell ist die falsche Marie im Gespräch und plötzlich kein Niemand mehr. Doch dabei soll es nicht bleiben. Das Spiegelbild, das sich selbst Airam nennt, hat einen Plan und der nennt sich Rache. Horrorfans werden da hellhörig.
 
 
look-away-2018-bild-4
 
 
In der Tat wird aus dem CARRIE-gleichen Einstieg plötzlich ein Horrorthriller mit düsterem Tenor. Die boshafte Airam hat nämlich Gründe, warum sie ihrem Spiegelgefängnis entkommen möchte und auf Rachefeldzug gehen will. Diese bleiben aber bis kurz vor Ende unbeantwortet und werden im Laufe des Streifens nur durch wirre Flashbacks angedeutet, damit der Zuschauer auch ja lang im Dunkeln tappt. Ein geschickter Schachzug, um LOOK AWAY nicht allzu plump aussehen zu lassen und die Handlung halbwegs spannend zu gestalten. Das hat der Film auch dringend nötig. Sieht man nämlich von der Spigelbild-Tausch-Thematik ab, ist dieser Thriller auch nur ein weiterer generischer Grusel-Mystery-Streifen, der für den Massenmarkt gefertigt wurde. Doch das muss nicht zwangsläufig schlechtes bedeuten. Trotz konventioneller Machart und stereotyper Figuren ist LOOK AWAY ganz kurzweilig geraten. Ein Großteil dessen ist auf die gut gewählten Darsteller zurückzuführen. Vor allem die attraktive INDIA EISLEY zeigt lobend, dass sie sich nicht nur auf ihre Optik reduzierend lassen will. Die spielt hier zwei Rollen, die gegensätzlicher nicht sein könnten – und das mit Bravour. Mal ängstlich-verunsichert, mal emanzipiert-wild. Manch andere makellose Jungdarstellerin wäre da überfordert gewesen und hätte es bei dem belassen, was sie wirklich kann: einfach nur schön sein. Aber LOOK AWAY hat nicht nur attraktive Menschen zu bieten. Weil hier in erster Linie Horrorfans angesprochen werden sollen, darf auch Gewalt nicht fehlen. Die findet vor allem im Endspurt Verwendung und macht aus LOOK AWAY eine runde Sache für einen Horrorabend bei Kerzenschein mit der Freundin auf der Couch. Unterm Strich: Leichte Gruselunterhaltung ohne Längen, die zwar nicht großartig nachwirkt, dafür aber solide unterhält. Genau das richtige für jene, die die meiste Zeit auf dem Streaming-Portal NETFLIX verbringen und nicht zu sehr gefordert werden wollen.
 
 
look-away-2018-bild-2
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Doppeldeutiges, kurzweiliges und spannendes Thriller-Kino. Zudem hat LOOK AWAY mit Hauptdarstellerin INDIA EISLEY auch noch einen regelrechten Hingucker in petto, der vor allem männliche Zuschauer feuchte Träume beschweren dürfte. LOOK AWAY ist nichts Großes und auch nichts für Feingeister. Aber das möchte der Film auch gar nicht sein. Der Streifen will den schnellen Thriller-Konsum befriedigen und bietet somit Gruselunterhaltung für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch. Handwerklich ist das solide gelöst. ASSAF BERNSTEIN baut langsam Spannung auf und lässt am Ende die Katze aus dem Sack, wobei die Erklärungsversuche nicht immer plausibel sind. Ist hier eine Teenagerin mit finsteren Mächten im Bunde, die plötzlich das Leben der Filmheldin übernehmen? Oder handelt LOOK AWAY von einer psychisch labilen Schülerin, die gern jemand anderes sein will und schizophrene Züge an den Tag legt? So wirklich eindeutig ist die Auflösung nicht, weil Macher ASSAF BERNSTEIN permanent zwischen Außenseiterdrama und Mystery-Thriller umherspringt. Fantasiebegabten Zuschauern dürfte das aber egal sein. Die werden sich schon ihre eigenen Erklärungsansätze zusammenreimen. Kann man sich durchaus mal anschauen.
 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Zensur

 
 
 
LOOK AWAY ist keine Schlachtplatte. Eine Protagonistin stößt unsanft mit dem Kopf gegen eine Wand und stirbt, ein anderer Protagonist erhält einen Schlag auf den Kopf und verliert so sein Leben. Weiterhin wird eine Figur mit einem Seziermesser um die Ecke gebracht. Das alles hat für eine sichere FSK16 ausgereicht.
 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
look-away-bluray

(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Look Away; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 22.02.2019

 

Look Away [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Oculus (2013)
 
Der Fluch der Hexe – Queen of Spades (2015)
 
Alena (2015)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 
Some Kind of Hate (2015)
 

Filmreview: „Perfect Sisters“ (2014)

perfect-sisters-2014-2
 
 
 

PERFECT SISTERS

Story

 
 
 
Ein Film der auf wahren Begebenheiten beruht: Die beiden Schwestern Beth und Sandra planen den Mord an ihrer Mutter, weil sie die ständigen Alkoholexzesse der Mutter nicht mehr ertragen können …
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Kritik

 
 
 
Die kleine Miss Sunshine ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, HAUNTER) hat es wieder getan und in einem Film mitgespielt, der bei Freunden düsterer Filmkunst auf Interesse stoßen dürfte. Der einst gefeierte Kinderstar scheint das Saubermannimage ablegen zu wollen und ist in letzter Zeit ziemlich oft in glatt polierten Actionfilmen (ENDER’S GAME) und hektischen Hochspannungs-Thrillern (THE CALL-THE LEG NICHT AUF) zu sehen. Auch BRESLINS neuster Streich hat mit sonntäglicher Familienunterhaltung nur wenig am Hut. Regisseur STANLEY M. BROOKS hat sich hier das Buch THE CLASS PROJECT: HOW TO KILL A MOTHER von BOB MITCHELL vorgenommen und daraus den Film PERFECT SISTERS gemacht. Der kontroverse Roman wurde bereits 2008 veröffentlicht, beruht auf wahren Begebenheiten und schildert den gerissenen Mord an LINDA ANDERSEN, die im Jahr 2003 von ihren pubertierenden Töchtern Sandra and Beth im kanadischen Bramton ermordet wurde. Die Töchter waren es leid, dass die alleinerziehende Mutter das hart verdiente Geld für Alkohol verschwendete anstatt dem Nachwuchs einen adäquaten Lebensstandart zu bereiten. Nötigen Input für das Verbrechen holten sich die Kinder aus dem Internet und ertränkten wenig später die zuvor mit Alkohol abgefüllte Mutter in der Badewanne. Leider verhielten sich die Kids nach der Tat arg leichtfertig. Ein Jahr nach dem Vorfall erzählte die alkoholisierte Sandra einem Freund vom Mord. Der rief umgehend die Polizei und die Geschwister wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.
 
Anders als die damals 15-jährigen Gören des tatsächlichen Mordfalls, verhalten sich die Mädchen Sandra (ABIGAIL BRESLIN) und Beth (GEORGIE HENLEY) in BROOKS Verfilmung deutlich bedachter und reifer. Die sind aus dem Gröbsten heraus und erziehen sich und den kleinen Bruder selbst, weil Mutter Linda (MIRA SORVINO) dazu nicht mehr in der Lage ist. Die jämmerliche Kreatur ertränkt Depressionen im Suff, scheint kaum noch Herr ihrer selbst zu sein und hat die Hoffnung von einem besseren Leben ohnehin schon längst begraben. Umso vertrauter sind sich die Mädchen, die seit der Alkoholsucht der Mutter auf sich allein gestellt sind. Sie verfügen über eine Geheimsprache, können die Gedanken des jeweils anderen lesen und stehen sich näher, als die Mutter es je sein wird. Damit die Tat für den Zuschauer zugänglicher erscheint und die Figuren nicht zu kaltblütige Muttermörderinnen deklariert werden, haben BROOKS Mädchen ein einglaubhaftes Motiv für ihr Handeln. JAMES ROSSO tritt in PERFECT SISTERS als gewissenloser Psychopath in Erscheinung, der sich als neuer Freund der Mutter nicht nur an selbiger vergeht, sondern auch die jüngere der beiden Schwestern sexuell belästigt. Als die Mädchen sehen, wie sehr die Mutter unter den Gewaltausbrüchen des Partners zu leiden hat und sie sich in ihrem Freiheitsgefühl eingeschränkt sehen, weil sie in das Haus des aggressiven Freundes einziehen sollen, planen sie den Mord um alle Beteiligten von der qualvollen Last zu erlösen.
 
PERFECT SISTERS ist ein weiterer Beitrag aus der Reihe: Kriminalfälle, die Geschichte schrieben. Seit jeher lassen sich nämlich solche Leinwand-Tatsachenberichte richtig gut verkaufen, schließlich sind viele Filmfans geradezu fasziniert vom Bösen, dem man nachts lieber nicht allein im Dunkeln begegnen möchte. Macher STANLEY M.BROOKS hat aus der Grundlage einen recht spezielles Filmexperiment geschaffen, das sich in keine Schublade stecken lässt. Der Film ist ein Mix diverser Genres, der aufgrund der ernsten Thematik nicht jedermanns Sache sein dürfte. Während PERFECT SISTERS zu Beginn eine freche Coming-of-Age-Komödie vermuten lässt, kippt die Stimmung spätestens ab Filmmitte. Dann nämlich wird der Streifen zu einem schwer verdaulichen Drama, das mit erschreckender Intensität die unkontrollierten Gewalteskapaden des Freundes der Mutter bebildert. Damit sich der Zuschauer von der teils unangenehmen aber intensiv gespielten Wütausbrüchen ROSSOS erholen kann, zeigt Regisseur STANLEY M.BROOKS seinen Sinn fürs Makabere. Die Mädchen debattieren auf gar schwarzhumorige Weise, wie sie dem Leben der Mutter möglichst spektakulär ein Ende bereiten können. Wenig später wird die Tat fast schon suspenselastig auf der Mattscheibe zelebriert, damit der Film anschließend in einer Art Gerichtsdrama enden kann. PERFECT SISTERS versucht nicht zu moralisieren oder jemandem die Schuld für das Verbrechen zuzuweisen. Dem Zuschauer bleibt eine endgültige Aussage verwehrt, wobei die Entscheidung der Schwestern im Gegensatz zum tatsächlichen Mordfall durchaus schlüssig bleibt. Vor der Tat wenden sich die Geschwister mit ihrem Hilferuf an die örtlichen Behörden, werden aber mangels Beweise nicht ernst genommen. Ebenfalls verweigert auch der getrennt lebende Vater jeglicher Unterstützung, der mittlerweile eine eigene Familie besitzt und mit dem alten Leben nichts mehr zu tun haben möchte.
 
Dank lobenswerter Leistungen von ABIGAIL BRESLIN und GEORGIE HENLEY, die die Schwestern zugänglich, natürlich und sympathisch verkörpern muss sich der Zuschauer am Ende selbst mit der Frage nach Recht und Unrecht auseinandersetzen. PERFECT SISTERS übernimmt keinerlei Stellung, ob es sich bei den Mädchen nun um Opfer oder Täter handelt. Ein kluger Schachzug, der PERFECT SISTERS von den bisher verfilmten Kriminalgeschichten positiv abhebt. Trotz bekannter Kinogesichter ist dieser außergewöhnliche Film nicht für den Massenmarkt gestrickt. Der bisher serienerprobte STANLEY M. BROOKS hat hier seinen ersten Langfilm gedreht, der eigentlich als TV-Film konzipiert war. BROOKS wollte aber die Geschichte unkonventionell und düster umsetzen, was dazu führte, dass das Drehbuch umgeschrieben werden musste und letztendlich ein richtiger Film draus wurde. Auch wenn der teils etwas unbeholfene TV-Look auf kleines Budget zurückzuführen ist, gehört PERFECT SISTERS zu einem der bisher besten Indies im Filmjahr 2014.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers, dramatisch und dennoch nie geizig mit frechenen Sprüchen: PERFECT SISTERS ist ein zwar sonderbares aber dennoch durchaus sehenswertes Filmexperiment mit hervorragenden Schauspielern und durchdachter Inszenierung. Auch wenn sich Regisseur STANLEY M. BROOKS nie so recht entscheiden kann in welche Genre-Schublade er seinen Debütfilm stecken will, funktioniert die Mischung aus schwarzhumoriger Komödie, düsterem Thriller und ergreifendem Coming-of-Age-Drama nahezu perfekt. Wer sehenswerte Filme fernab des Massenmarktes bevorzugt sollte PERFECT SISTERS unbedingt auf seine Filmliste setzen, denn dieser Indie zeigt konventionell gestrickten Machwerken ganz souverän den Mittelfinger.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Zensur

 
 
 
PERFECT SISTERS ist keiner dieser schaufreudigen Horrorstreifen, die tatsächlich vorgefallene Kriminalfälle auf möglichst ekelhafte und reißerische Weise darstellen müssen. Das Werk ist mehr Drama als Horror. Gewalt wird eher angedeutet und spielt sich im Kopf des Zuschauers ab. Der Muttermord selbst wird zudem kurz und schmerzlos abgehandelt. Dennoch meinen wird, dass PERFECT SISTERS aufgrund des etwas fragwürdigen Inhalts erst für 16-jährige freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lizzie Borden Took an Ax (2014)
 
Dahmer (2002)
 
Ed Gein – The Wisconsin Serial Killer (2000)
 
Gacy (2003)
 

Filmreview: „The Presence – Besessen von Dir“

thepresence_2010
 
 
 

THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR

Story

 
 
 
Ein junges Paar wird in einer Hütte im Wald von einer unheimlichen Präsenz bedroht, die nur ein Ziel kennt: das Glück der beiden auseinander zu treiben …
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Kritik

 
 
 
Wenn’s um gutgemachte Geisterfilme geht, denken die Meisten vermutlich ausschließlich an glatt polierten Mainstream á la INSIDIOUS (2010) oder THE CONJURING (2013). Das Genre hat aber auch schon einiges an Streifen hervorgebracht, die still und leise für den Videomarkt veröffentlicht wurden, von denen vermutlich noch nie jemand gehört hat. Dabei ist nicht zwangsläufig garantiert, dass sich darunter ausschließlich substanzloser Mist befindet, für den man ungern kostbare Lebenszeit verschwenden möchte. Hin und wieder schaffen es sogar wirklich sehenswerte Gruselfilme in die deutschen Händlerregale, die vollkommen zu Unrecht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil dem zuständigem Rechteinhaber zumeist einfach die finanziellen Mittel fehlen, um den Titel gerecht zu bewerben. Beim vorliegenden THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR mag es vermutlich eher an der eher bescheiden Qualität des Werkes gelegen haben, die MARITIM PICTURES dazu bewegt hat, das Gruselstück ohne großen Wind in die Heimkinos zu bringen. Der Streifen wurde bereits 2010 fertiggestellt und kommt nun fast vier Jahre später in die Gunst der Heimkinoveröffentlichung. Das lässt nicht gerade auf Hochwertigkeit schließen, ist doch der Gehalt bei derart verspäteten Veröffentlichungen meist eher bescheiden. Immerhin wird mit einem ganz großen Genre-Klassiker auf dem Cover geworben. Dort wird offenkundig angepriesen, dass THE PRESENCE von den Produzenten des Found-Footage-Krachers THE BLAIR WITCH PROJECT ins Leben gerufen wurde. Eine Tatsache, die vermutlich gruselerprobte Horrorfans hellhörig werden lässt, gehört der Wackelcamschocker aus den 1990ern nicht umsonst zu den erfolgreichsten Horrortiteln. Umso ernüchtender die Tatsache, dass THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR nicht einmal ansatzweise die Klasse des Indie-Gruseltrips erreicht. Den zähen Spukaufguss hat TOM PROVOST inszeniert, der hier seinen ersten Langfilm gedreht hat. Erste Erfahrungen hat er als Schauspieler in TV-Serien machen können, wobei die Arbeit in STEVEN SPIELBERGS SEAQUEST DSV zu den wohl wichtigsten Rollenangeboten zählen dürfte. Doch Schauspielerei allein war dem Amerikaner wohl nicht genug. So schrieb er flugs das Drehbuch zu THE PRESENCE und nahm auch gleich auf dem Regiestuhl Platz. Für die Hauptrolle des Films konnte er sogar MIRA SORVINO (MIMIC) gewinnen, die 1995 einen Oscar für Woody Allens GELIEBTE APHRODITE einheimsen konnte. Große Aufmerksamkeit erregt haben dürfte die erfolgreiche Schauspielerin mit THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR aber nicht gerade, glänzt der Film nicht wirklich durch einen ausgeklügelten Storyverlauf.
 
Im Mittelpunkt steht eine nicht näher beschriebene junge Dame (MIRA SORVINO), die in ihrer Kindheit einige Problemchen mit ihrem Vater gehabt hat, welche ihr auch heute noch schwer zu schaffen machen. Um bei Ihrer Arbeit voranzukommen und etwas Abstand zu gewinnen, reist sie zu einer Waldhütte ihrer Kindheit. Dort geht es drunter und drüber, denn die Anreisende scheint nicht sonderlich willkommen zu sein. Vögel donnern ans Plumsklo und Zimmertüren schließen sich wie von Geisterhand. Auch als der Partner anreist und ihr einen Antrag macht, wollen die seltsamen Vorkommnisse keine Besserung finden. Die Stimmung schlägt um und das Paar beginnt sich zu streiten. Was die beiden nicht wissen: im Haus wandelt ein rastloser Geist umher, der von einer unheimliche Präsenz dazu beauftragt wurde, das Paar auseinander zu treiben.
 
Gruselfilme punkten seit jeher durch Atmosphäre, Spannung und gänsehautverursachende Schockeffekte. Zutaten, die THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR leider nicht zu bieten hat. Bereits die ersten 15 Minuten verdeutlichen auf ernüchternde Weise, was den Zuschauer im Verlauf des Streifens erwarten wird. Wir erleben, wie ein bleicher Geist allgegenwärtig ist und der Hauptprotagonistin wortkarg in jeder erdenklichen Alltagssituationen mit starrem Blick beiwohnt. Gesprochen wird kaum, gehandelt ebenso. Hin und wieder schaut die junge Dame verdutzt aus der Wäsche, weil sich Türen wie von allein schließen. Das ändert sich auch nicht, als der besorgte Freund erscheint. Es werden künstliche Konflikte geschnürt, die die Beziehung des Paares ins Wanken bringen. Erste Zweifel am Vertrauen zueinander entstehen und THE PRESENCE driftet geradezu in ein unwichtiges Beziehungsdrama. Von Gruselfeeling ist dabei kaum eine Spur; wirklich unterhaltsam und spannend ist das ebenso wenig. In THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR ist die Langsamkeit allgegenwärtig. Die Geschehnisse entwickeln sich behäbig und mit minimalen Mitteln wird versucht, so etwas wie unheilvolle Stimmung zu schaffen. Hin und wieder gelingt PROVOST das Kunststück sogar. So greift die leicht entnervte Heimgesuchte zur Gaslampe und erleuchtet einen finsteren Raum, in dessen Schein auch unerwartet die Silhouette des starr dreinschauenden Geistes erhellt wird. Zudem gibt es einige subtile Schreckmomente, die den Zuschauer kurz aufschrecken lassen, sofern dieser aufgrund des bedächtigen Erzähltempos nicht bereits ohnehin sanft entschlummert ist. Die wirklich stimmigen und effektiven Momente sucht man in diesem Mysterygrusler vergebens, so dass auch der überraschende Plot und die logische Aufklärung keineswegs vom Hocker reißen werden. Unterm Strich bekommt der Filmfreund mit diesem Geisterfilm keinen Kracher geboten. Die Umsetzung des Regisseurs mag zwar etwas eigensinnig scheinen und die Idee hinter THE PRESENCE gar nicht mal so übel; aber was nützt ein langweiliger Film, der den Zuschauer nur kostbare Lebenszeit raubt, anstatt ihn zu unterhalten?!
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Dieses Debüt-Gruselstück war leider nix. Bei Langatmigkeit wie in THE PRESENCE wäre es wohl bedeutend effektiver, Gras beim Wachsen zuzusehen. Auch wenn auf dem Cover mal wieder irgendwas von BLAIR WITCH PROJECT gefaselt wird; dieser Grusler ist meilenweit entfernt von den Qualitäten des Indie-Hits, auch wenn die Idee hinter THE PRESENCE eigentlich gar nicht mal so übel ist, wie die Umsetzung suggeriert. In diesem Film gilt einmal mehr die Devise: ein langweiliger Film ist leider kein guter Film!
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Zensur

 
 
 
In THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR wird rein gar keine Gewalt zelebriert. Eigentlich hätte der Film demzufolge problemlos auch ab 12 Jahren freigegeben werden können. Aufgrund einiger unheimlicher Sequenzen schien der FSK aber eine FSK16 angebrachter zu sein.
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the presence blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Presence; USA 2010

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer

 
 
 
Dass es sich bei THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR um kein Oscarverdächtiges Meisterwerk handelt, sah vermutlich auch der hiesige Anbieter so. Demzufolge kommt der Streifen in einer eher bescheidenen Ausführung in den Handel. Das Bild und der Ton sind auf eher mittelmäßigem Niveau und sind eher mit dem einer DVD zu vergleichen. Schärfe ist hier Mangelware und der englische Ton ist im Gegensatz zur deutschen Tonspur arg leise abgeschmischt worden. Hinzukommt die etwas lieblose Synchronisation, die zwar bei Weitem immer noch besser ist, als die bei so manch miesen Billigstreifen der letzten Zeit; trotzdem ist die Synchronstimme von MIRA SORVINO gerade in Szenen des Streits mit ihrem Partner kaum zu ertragen. Ansonsten gibt’s im stimmig animierten Hauptmenü nix zu entdecken, was nach Sichtung von Interesse wäre. Extras haben es, bis auf den Originaltrailer, nämlich nicht auf die Scheibe geschafft. Ob das in Anbetracht des eher unwichtigen THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR zu bedauern ist, sollte jeder selber entscheiden. Bevor man jedoch den Kauf wagt, wäre ein vorheriges Leihen aus der Videothek empfehlenswert. Immerhin kommt die Blu-ray für günstiges Geld in den Handel, so dass ein enttäuschender Blindkauf nicht allzu sehr auf das Gemüt schlagen dürfte. Außerdem gibt es für Flatschengegner einmal mehr das alternative Wendecover.
 
 
 

The Presence – Besessen von Dir! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
Vom-Teufel-besessen-The-ultimate-Devils-Collection

(c) Maritim Pictures GmbH im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH

 
 
Neben der erhältlichen Film-DVD und Blu-ray wurde THE PRESENCE auch zusammen mit drei weiteren Horrorfilme in der „Vom Teufel besessen – The ultimate Devils Collection“ veröffentlicht. Auf zwei DVDs sind neben besagtem THE PRESENCE auch folgende drei Streifen enthalten: WAY OF THE WICKED, THE CLOTH und HOLY GHOST PEOPLE. Alle Filme dieser Zusammenstellung sind selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

Vom Teufel besessen – The ultimate Devils Collection (2DVDs) auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Apartment 1303 (2012)

Aberration (2013)