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Filmkritik: „The Toybox“ (2018)

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THE TOYBOX

Story

 
 
 

Eine Familie muss während einer Reise durch Amerika feststellen, dass ihr Wohnwagen ein Eigenleben führt.

 
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Kritik

 
 
 
Mordende Fahrzeuge. Wer Horrorfilme für sein Leben gern schaut, dürfte dem Teufel auf vier Rädern bereits begegnet sein. Das Genre hat diesbezüglich einiges zu bieten – auch wenn die Zahl von Filmen immer noch überschaubar ist, in denen Autos über Straßen flitzen und ein Eigenleben führen. Ob HYBRID 3D, THE CAR oder RHEA M von Horrorautor Stephen King; es muss nicht immer ein Killer mit Machete sein. Auch hinter Blech und Schrauben kann sich das ultimativ Böse verstecken. Offenbar dachten das auch die Macher von THE TOYBOX. Die entführen den Zuschauer auf einen gemeinen Roadtrip durch’s amerikanische Hinterland und meinen es dabei nicht sonderlich gut mit ihren menschlichen Helden. Doch was macht das Wohnmobil in THE TOYBOX so wütend? Wir haben uns den Horror-Indie mal angeschaut und geschaut, ob der was kann.
 
 
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Eigentlich sollte es ein spannender Trip zum Grand Canyon werden. Dafür hat sich Großvater Charles extra einen Wohnwagen gekauft, der genug Platz für Enkelin und Söhne hat, die ihn auf der Reise begleiten. Die ersten Kilometer sind aufregend, denn unterwegs gabelt man zwei Reisende auf, die mit ihrem Auto eine Panne haben. Hätten die aber gewusst, in was für ein mörderisches Fahrzeug sie eingestiegen sind, wäre sie wohl zu Fuß in die nächste Werkstatt gelaufen. Schnell entpuppt sich nämlich das Wohnmobil als schaurige Höllenmaschine. Offenbar hat dieses Fahrzeug Mordlust entwickelt. Es tötet Menschen auf heimtückische Weise und hat dabei offenbar Spaß. Eine Einsicht zu der bald auch unsere Filmfamilie gelangt. Bis die aber des Pudels Kern ergründen kann, müssen erst einmal paar Protagonisten über die Klinge springen.
 
 
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Was sich hier liest, wie eine weitere Version des Stephen-King-Romans CHRISTINE ist weit weg von dem, was in den 1980ern von JOHN CARPENTER auf die Leinwand gebracht wurde. THE TOYBOX ist bei genauerer Betrachtung ein schnell und günstig gedrehter Mystery-Horror, der sich beim Erzählen seiner rudimentären Geschichte nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Angesichts der Leute nicht verwunderlich, die sich am Drehbuchschreiben ausprobiert haben. Schaut man sich nämlich mal an, was die in der Vergangenheit an Horror-Blödsinn verbrochen haben, dürfte alteingesessenen Horrorfilm-Kennern das kalte Grausen ereilen. So zeichnen JEFF DENTON, JEFF MILLER und TOM NAGEL für Story und Drehbuch verantwortlich. Die drei verbindet nicht nur THE TOYBOX. Im Jahr 2016 beteiligten sich die drei Herren am unterirdischen CLOWNTOWN. Wer den gesehen hat, dürfte sich in etwa vorstellen können, was ihn nun mit diesem Streifen erwarten wird. Ein guter Horrorfilm sieht zweifelsohne anders aus.
 
 
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Das größte Problem an THE TOYBOX sind seine mehr als oberflächlichen und stereotypen Figuren. Die verhalten sich seltsam und unplausibel. Beispiel gefällig? Nachdem der Wohnwagen aus unerklärlichen Umständen nicht bremsen kann und die Insassen im Inneren unsanft durchgeschüttelt werden, schlägt einer der Mitfahrer mit dem Kopf gegen einen Schrank und stirbt an seinen Verletzungen. Die Trauer über den tragischen Verlust hält nicht lang an. Wenige Minuten später sind wieder alle froher Dinge. In einer anderen Szene sehen wir, wie Großvater Charles am Motor seines Fahrzeugs schraubt, um den Wohnwagen wieder zum Laufen zu bringen. Natürlich springt just dann der Motor an, wenn die Filmfigur nicht hinschaut. Das Resultat: ein schwer verletzter Arm, der schnell mit Jod und Binden verarztet wird. Doch wer glaubt, dass die Anwesenden nun unter Schock stehen irrt. Die Protagonisten schlafen erst einmal eine Nacht darüber, bevor man am nächsten Morgen wieder zur Tagesordnung übergeht. Spätestens jetzt verliert THE TOYBOX seine Ernsthaftigkeit. Drehbücher sollten eben auch nur von Leuten geschrieben werden, die ihr Handwerk beherrschen.
 
 
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Unterm Strich ist THE TOYBOX kein Film für Feingeister und die, die von Filmen einen gewissen Anspruch erwarten. Angesichts der Auflösung kein Wunder. Für die sollte man unbedingt das Hirn abschalten. Die schauspielerischen Leistungen sind bescheiden und die Umsetzung auf B-Movie-Niveau. Zudem hätte dem Film etwas mehr Gewalt gut gestanden, um zumindest bei der Fan-Fraktion Interesse zu wecken. Was man zu sehen bekommt, ist Slasher-Standard und teils steif und unbeholfen in der Inszenierung. Demzufolge ist THE TOYBOX nichts, was in Erinnerung bleibt und auf das Regisseur TOM NAGEL stolz sein kann. Letzterer erklärte in Interviews, dass er sich für seinen Mystery-Slasher-Geister-Mix von tatsächlichen Vorfällen hat inspirieren lassen. So stand „Toy-Box Killer“ DAVID PARKER RAY Pate für den Horrorstreifen, welcher im Jahr 1999 wegen Entführung, Folter und Vergewaltigung von mindestens zwei Frauen zu 223 Jahren Haft verurteilt wurde. Der Serienmörder kaufte sich einen Wohnwagen und baute ihn zu einem schalldichten Folterkeller um. Zusammen mit einem bizarren Komplizinnengespann tötete er darin mindestens 60 Frauen, deren Leichen aber nie gefunden wurden.
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Etwas steifer Mix aus Geisterthriller und Roadmovie, dessen Story auf den ersten Blick zwar interessant erscheint. Hat man aber die erste halbe Stunde gesehen, dürfte dem Zuschauer aber das seltsame Verhalten der Protagonisten gegen den Strich gehen. Klar, mag man meinen, im Horrorfilm geht es nicht immer plausibel und logisch zu. THE TOYBOX übertreibt es da etwas, weil sich die Figuren derart unglaubwürdig verhalten, dass man sich fragt, wer sich so einen Käse ausgedacht hat. Die Antwort: ein paar Jungs, die zuvor schon an reichlich B-Movie-Trash und Amateur-Quatsch gearbeitet haben. Was anfangs ein weiteres THE HILLS HAVE EYES-Plagiat vermuten lässt, verwandelt sich nach einer halben Stunde in FINAL DESTINATION und entpuppt sich am Ende als dummer Geisterthriller, der immerhin dann ein paar nette Gewaltmomente zu bieten hat. Statt den Streifen mit unerwarteten Wendungen zu überladen, hätte ein anständiges Drehbuch Not getan. Wenn sich der Zuschauer mit den Helden und deren Handlungen nicht identifizieren kann, verliert der berechtigterweise schnell das Interesse am Film. Genau jene Vorhersage trifft auch bei THE TOYBOX ein, der solide und ansprechend beginnt, aber mit fortschreitender Laufzeit haarsträubend und dämlich wird. THE TOYBOX ist typisches Futter für den Videomarkt. Muss man definitiv nicht gesehen haben, auch wenn die Thematik über ein besessenes Wohnmobil noch relativ unverbraucht ist.
 
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Zensur

 
 
 
THE TOYBOX ist kein blutiger Horrorfilm. Ein Arm wird von einem Auto verletzt. Ein Kind und ein Mann werden überfahren. Zudem schießt sich ein Protagonist in den Kopf. Als wäre das nicht schon genug, wird auch noch eine Frau mit einem Seil erdrosselt. Hierzulande lief der Streifen schon ungeschnitten im Pay-TV in deutscher Sprache. Ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

THE TOYBOX – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSAL TV)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Christine (1983)
 
Super Hybrid (2010)
 
Duell (1971)
 
Der Teufel auf Rädern (1977)
 

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Filmkritik: „L.A. Slasher“ (2015)

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L.A. SLASHER – DER PROMI-RIPPER VON HOLLYWOOD

Story

 
 
 
Ein maskierter Killer treibt in Los Angeles sein Unwesen und will die Stadt von Medien-Abschaum säubern. Die Opfer seiner Todesliste sind Menschen aus dem amerikanischen Fernsehen, die alles dafür tun, um irgendwie berühmt zu werden – und sei es durch Auftritte im Reality-TV.

 
 
 


 
 
 

L.A. SLASHER – Kritik

 
 
 
Das Fernsehen von heute ist von Dummen, mit Dummen für Dumme. Glaubt man Produzent, Schauspieler und Regisseur MARK OWEN ist diese These nicht unbegründet. Der bringt nämlich Zündstoff in Umlauf und will drüber aufklären, was dem Fernsehpublikum tagtäglich im TV zugemutet wird. L.A. SLASHER ist eine bissige Satire, die hart mit substanzlosen TV-Formaten ins Gericht geht, welche sich seit Jahren immer größerer Popularität erfreuen. Reality-TV schimpft sich die Plage, die sich wie ein Virus durch die Fernsehlandschaft frisst und talentfreie Menschen über Nacht in Celebrities verwandelt, ohne dass die Herausragendes geleistet haben. MARK OWEN – Initiator der hitzigen Debatte – klärt in seinem Filmdebüt über die Unsinnigkeit solcher Formate auf und ergreift für jene Partei, die oft jahrelang an Karrieren arbeiten müssen bis sie von den Medien überhaupt wahrgenommen werden. Seine Kritik ist nicht ungerechtfertigt. Sieht man sich in der Medienwelt um, fällt erschreckende Entwicklung auf. Die Anzahl sogenannter Z-Promis wächst rapide. Ob Casting-Shows, Doku-Soaps oder Reality-Spielesendungen – nach ernstzunehmende Künstlern muss man mittlerweile gründlicher suchen, denn Reality-TV rückt immer häufiger jene zweifelhaften Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die ohne etwas zu können auf Biegen und Brechen berühmt werden wollen.
 
 
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Mit all jenen ruhmgierigen Personen wird in L.A. SLASHER abgerechnet und zwar in Form eines Horrorfilms, der sich nicht immer bierernst nimmt. Darin macht sich ein von den Nachrichtensendern als L.A.-Schlächter betitelter Mörder an die Arbeit, um das Fernsehen von menschlichem Abschaum zu reinigen. Die Opfer des Killers sind bekannte Größen beliebter Reality-Fernsehformate, die nun für ihre TV-Schandtaten büßen sollen. Er entführt die Teilnehmer dieser Sendungen und beginnt die Pseudoprominenz vor den Augen der Internet-Community zu quälen. Dafür hat er extra eine Webseite eingerichtet und überträgt die Misshandlungen live. Mit seiner etwas anderen Reality-Show möchte er den Menschen die Augen öffnen. Die verstehen schnell und sind dem maskierten Rächer für die Aufklärung dankbar. So setzt der Killer sein Treiben fort und wird von der Gesellschaft als Erlöser gefeiert.
 
 
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Interessantes Konzept mit Potenzial, aber unausgegorener Inszenierung. L.A. SLASHER ist trotz technisch tadelloser Umsetzung und gutem Ansatz kein sonderlich gelungener Horrorstreifen. Die Satire besitzt nämlich keinen Spannungsaufbau, den man eigentlich von einem Horrorfilm erwarten würde. Vielmehr werden Szenen aus dem mehr oder weniger aufregendem Leben unsympathischer und stereotyper Z-Prominenz aneinandergereiht, die dann im Verlauf des Streifens für ihre einfältige Ruhmsucht blutig betraft wird. Weil dem Publikum eine zugängliche Identifikationsfigur vorenthalten wird, berührt Gezeigtes nur selten. Vielmehr bewegt sich der Streifen unbeholfen zwischen Comedy und Horror ohne den Mut aufzubringen, sich mit Ursachen von TV-Selbstinszenierung auseinanderzusetzen oder ergründen zu wollen, warum es amerikanischen TV-Zuschauern nach immer mehr solcher trivialen Formaten dürstet. So kritisiert Owen zwar viel, aber denkt nicht zu Ende. Daher ist und bleibt L.A. SLASHER am Ende doch nur ein weiterer austauschbarer Horror-Slasher mit eindimensionalen Figuren und fadem Drehbuch in dem sich gewollte Gesellschafts- und Medienkritik so ziemlich schnell in Luft auflöst.
 
 
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L.A. SLASHER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein kontroverser, selbstironischer und dennoch bitterböser Slasher-Trip durch die schillernde Welt Hollywoods. L.A. SLASHER entspuppt sich als bissige Horror-Satire über die Faszination Reality-TV und die vielen Möchtegern-Berühmtheiten, die durch diese Sendungen meist ungerechtfertigt Ruhm schnuppern dürfen. Leider trifft die Bezeichnung Film auf L.A. SLASHER nur bedingt zu, denn eine richtige Handlung oder eine Spannungskurve sucht man vergebens. Vielmehr kommt in diesem zwar selbstironischen aber dennoch halbherzigen Horrorwerk mal wieder nur das Bestrafungsprinzip zum Einsatz, damit Slasher-Fans was zu sehen bekommen. Da im Film dann doch ziemlich unblutig bestraft wird, dürften sich auch Gewaltfans mit L.A. SLASHER schwertun. So bleibt unterm Strich ein kontroverser Streifen über, der bis auf seine brisante Thematik kaum etwas besitzt, was unbedingt Erwähnung finden sollte. Immerhin gibt es ein Wiedersehen mit B-Movie-Ikone DANNY TREJO (aus MACHETE und VANISH). Der verkörpert im Film einen Drogendealer und beweist mal wieder komödiantisches Talent.
 
 
 


 
 
 

L.A. SLASHER – Zensur

 
 
 
Auch wenn es im Film – wie der Titel es schon andeutet – geschlitzt und gemordet wird, dürften Slasher-Fans reichlich enttäuscht werden. Die meisten Morde und Misshandlungen an rumgeilen Pseudoprominenten passieren im Off oder werden nur angedeutet. Demzufolge hat L.A. SLASHER – DER PROMI-RIPPER VON HOLLYWOOD eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

L.A. SLASHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Kinokater | Lighthouse Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: L.A. Slasher; USA 2015

Genre: Fantasy, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 18.03.2016

 

L.A. Slasher – Der Promi-Ripper von Hollywood (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

L.A. SLASHER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Packshot liegen bei Kinokater und Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Discopath (2013)


Filmreview: „Apartment 1303 3D“ (2012)

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APARTMENT 1303 3D – WOHNST DU NOCH ODER STIRBST DU SCHON?

Story

 
 
 
Nach einem heftigen Familienstreit beschließt Janet das elterliche Heim zu verlassen, um auf eigenen Beinen zu stehen. Wohnung Nummer 1303 eines Wohnblocks in Detroits Innenstadt hat es ihr angetan. Kaum hat Janet jedoch das Apartment bezogen, beginnt sich Mysteriöses darin abzuspielen. Laut Erzählungen der neunjährigen Nachbarstochter soll sich einst Schlimmes in jener Wohnung zugetragen haben. Doch für Janet kommen jegliche Warnungen zu spät. Ein verärgerter Geist treibt das verängstigte Mädchen des Nachts nicht nur in den Wahnsinn, sondern stößt die fragile Janet wenig später sogar aus dem Fenster des 13. Stocks. Grund genug für Lana, dem vermeintlichen Suizid ihrer geliebten Schwester auf den Grund zu gehen. Mit schwerwiegenden Folgen …
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, deren Daseinsberechtigung manchem Filmfreund vollends verborgen bleibt. Da entstehen in Hollywood regelmäßig uninspirierte Neuauflagen bekannter Kultklassiker (THE FOG, FREITAG DER 13.), deren Qualitätsgehalt nicht selten arg zu wünschen übrig lässt. Zudem scheinen die Amerikaner Gefallen daran gefunden zu haben, international anerkannte Filmstoffe massentauglich wiederzuverwerten (SO FINSTER DIE NACHT), um den eigenen Landsleuten ausländische Filmware in Form typisch amerikanischer Remakes leichtverdaulich zu servieren. Jetzt allerdings haben die Macher eine gänzliche neue Masche für sich entdeckt. Das bloße Ausschlachten gewinnversprechender Erfolgsgaranten allein reicht schon lange nicht mehr aus, um die Profitgier geldgeiler Produzenten befriedigen zu können. Jetzt wagt sich Hollywood an das Rebooting vollends belangloser Horrortitel aus Fernost, wobei diese Entscheidung nur wenig verwundert, wurde bereits jedem halbwegs bekannten Genre-Werk der letzten 50 Jahre eine glattpolierte Frischzellenkur spendiert. Nur was neu verfilmen, wenn bereits jeder erdenkliche Horrorklassiker dem Zwangsremake unterzogen wurde?
 
Die Neuauflage des japanischen Grusel-Thrillers APARTMENT 1303 (2007) ist ein Paradebeispiel für die Ideenlosigkeit der amerikanischen Filmmaschinerie. Dem Zuschauer dürfte die Begründung der Realisierung dieser Gurke vollends unlogisch erscheinen, besitzt bereits die japanische Originalversion nichts, was man nicht schon in zig Geisterfilmen zuvor gesehen hätte. Hierzulande sah man das vermutlich ähnlich, so dass sich bisher noch kein deutscher Verleih dazu entschließen konnte, den japanischen Gruselbeitrag in Deutschland zu veröffentlichen. Doch welchen Mehrwert besitzt nun die Neuauflage eigentlich gegenüber dem Original? Genau gesagt: KEINEN. Auch wenn das verstörende Filmplakat so Einiges an subtilem Grauen suggeriert; APARTMENT 1303 ist eines jener Werke, dass man ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen möchte. Keine Ahnung welche gemeine Laus Regie-Neuling MICHAEL TAVERNA über die Leber gesaust sein muss, als er diesem Nonsens sein Autogramm gab. Vermutlich erhoffte er in der Umsetzung des Remakes den Sprung nach ganz Oben, wobei die Realisierung der Neuauflage eigentlich dem Schweden DANIEL FRIDELL zugesichert wurde, der aber kurz vor Drehbeginn absprang. Aus gutem Grund.
 
Zwei bis Fünf Millionen US-Dollar soll APARTMENT 1303 (der übrigens in kassenträchtigem 3D umgesetzt wurde) gekostet haben, wobei sich der Zuschauer während der Sichtung vermutlich mehrmals fragen dürfte, wohin diese stattliche Summe denn nun eigentlich geflossen sein soll. Die Geschichte spielt sich an gerade einmal drei Schauplätzen ab. Ausufernde Effektszenen sind auch Mangelware und die Schauspieler wurden derart unglücklich gewählt, dass der eigentlich ernst inszenierte APARTMENT 1303 ofte wie eine Persiflage auf die Vielzahl japanischer RING-Duplikate wirkt. Hier sticht vor allem REBECCA DE MORNAY als selbstsüchtige Mutter ins Gewicht, die ihre Rolle zu euphorisch und zu überzogen mimt, als das sie glaubhaft in Erscheinung treten möchte. Ihr zickiges Geifern wirkt eher unfreiwillig komisch und enttäuscht auf ganzer Linie. Bedauerlich, wenn man bedenkt, dass sie Filmen wie DIE HAND AN DER WIEGE und MUTTERTAG (das Remake natürlich) durch ihr diabolisches und psychotisches Spiel den letzten Schliff verliehen hat. Zur leidlichen Liga der Unmotivierten zählt zudem JULIANNE MICHELLE, die für die Rolle der heimgesuchten Janet eigentlich mit der Goldenen Himbeere ausgezeichnet werden müsste. Selten hat man eine schlechtere Schauspielleistung in einem Mainstreamfilm erleben dürfen oder eher müssen. So künstlich aufgespritzt ihre Lippen wirken, so künstlich erscheint auch die Darbietung ihrer Emotionen. Da wird auf Kommando geweint und fast schon grotesk-hölzern in nutzlosen Monologen mit sich selbst gequasselt. Das ist nicht nur unsagbar schlecht, sondern treibt dem Zuschauer fast schon die Fremdscham ins Gesicht.
 
APARTMENT 1303 ist vermutlich der ungruseligste Geisterfilm, den man bis dato überhaupt gesehen hat. Da spukt ein nervendes (das ist nocht leicht untertrieben!) Geistermädchen durch Bad und Wohnzimmer und möchte den Bewohnern der Räumlichkeiten Böses. Hierbei werden alle erdenklich dummen Register beliebigen Gruselkost gezogen, frische Ideen und spannende Wendungen sucht man dafür vergebens. Stattdessen gibt es einmal mehr Grusel von der Stange. Der erfahrene Genrefan dürfte bereits nach nur wenigen Minuten das Ende erahnen, wobei die bekannten Geisterfilm-Klischees derart aufdringlich abgehandelt werden, dass man aufgrund der Vorhersehbarkeit der Ereignisse schnell den Spaß an der Sichtung verlieren dürfte. Was bleibt sind ein paar dreidimensionale Effekte, die in der 2D-Fassung aufgrund des aufdringlichen Einsatzes der BlueScreen-Technik absolut amateurhaft wirken. Etwas wirklich Gutes an APARTMENT 1303 zu finden ist schwierig, denn der Film ist ein ganz übles Stück Zelluloid, dass sich nur Hardcore-Geisterfans zu Gemüte führen sollten, die keinen und sei es noch so miesen Spukfilm verpassen möchten.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Düsteres Geister-Drama für Freunde subtiler Spukfilme. Leider ist die morbide Kulisse das einzig Sehenswerte an diesem Käse. Welcher nachvollziehbare Sinn hinter der Realisierung dieses Remakes steckt, wird wohl nie ergründet werden können.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Zensur

 
 
 
Gewalt gibts hier bis auf ein paar hölzernde „Fenstersprünge“ nicht zu sehen. Daher ist das Ding frei ab 16 Jahren im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Apartment 1303; Kanada / USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, 3D-Fassung

Release-Termin: 25.04.2014

 
 
 

Apartment 1303 (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
House Hunting (2013)

Apartment 143 (2011)

The Pact (2012)

Zimmer 1408 (2007)

Apartment 1303 (2007)

Haunted Hill (1999)