Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Monster-Horror

Filmkritik: „Primal Rage“ (2018)

primal-rage-2018-poster
 
 
 

PRIMAL RAGE

(PRIMAL RAGE: THE LEGEND OF OH-MAH)

Story

 
 
 

In PRIMAL RAGE muss sich ein Paar in den Wäldern mit einer mordlustigen Kreatur anlegen.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Kritik

 
 
 
Wenn mit einem riesigen Monstermaul auf dem Cover einer Heimkinoveröffentlichung geworben wird, dürften so einige Horrorfans nicht zu Unrecht skeptisch werden. Seit einigen Jahren werden nämlich solche plakativen und reißerischen Werbemaßnahmen für Trash-Horror aus dem Hause SYFY oder THE ASYLUM betrieben, wo gern mal CGI-Monster in schlecht produzierten Low-Budget-Gurken auf kreischende Teenager losgelassen werden. Da sollen verheißungsvolle Filmplakate von nicht vorhandenen Qualitäten ablenken und letztendlich zum Kauf animieren. Demzufolge ist die Vorsicht verständlich. In Zeiten des Horror-Überflusses, in denen man gute Horrorstreifen mittlerweile mit der Lupe suchen muss, ist es schwer geworden die Spreu vom Weizen zu trennen. Gut, dass es Filmseiten wie FILMCHECKER gibt, die das testen, was sonst keiner sehen will. Im Falle des hier folgenden PRIMAL RAGE können wir aber schon mal Entwarnung geben. Da geifert zwar auch ein Monster auf dem Cover; von unterirdischem Low-Budget-Schrott ist dieser Film aber weit entfernt. Da kann man als eingefleischter Genre-Liebhaber endlich mal aufatmen und sich auf einen unterhaltsamen Filmabend freuen. PRIMAL RAGE macht’s möglich.
 
 
primal-rage-2018-bild-4
 
 
In PRIMAL RAGE geht es um ein sich entfremdetes Pärchen, das wieder zu sich finden muss. Mark war über ein Jahr lang im Knast. Zeit, in der sich viel verändert hat – vor allem bei Frau Ashley. Die ist sich ihrer Liebe nicht mehr ganz so sicher, lässt es sich aber nicht nehmen den Gatten aus dem Knast abzuholen. Viel zu sagen hat sich das Pärchen demzufolge nicht, als man durch die kalifornischen Wälder zurück in die Zivilisation düst. Bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt. Ein nackter Mann kreuzt die Fahrbahn und wird von den jungen Leuten überfahren. Da sitzt der Schock tief, zumal Beifahrer Mark soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde und man nun eine neue Haftstrafe fürchtet. Doch viel Zeit bleibt nicht sich über Konsequenzen den Kopf zu zerbrechen. Beide werden von einem Fremden attackiert und flüchten in die Wälder. Was sie dort erleben, ist kein Zuckerschlecken. Hier müssen sie sich gegen eine böse Kreatur zur Wehr setzen, die mit allen Wassern gewaschen ist.
 
 
primal-rage-2018-bild-3
 
 
Oh nein, nicht schon wieder ein Film über Bigfoot. Zumindest mag man das meinen, wenn man sich den Trailer zu PRIMAL RAGE anschaut. Darin wird gleich zu Beginn von Legenden berichtet, die die sagenumwobene Kreatur in den Mittelpunkt rücken. Natürlich ist auch in diesem Streifen alles wie gehabt. Ein Schauspieler im Bigfoot-Kostüm hetzt ahnungslose Opfer durch Wälder, die von der Kreatur nacheinander in Stücke gerissen werden. Das hört sich nicht sonderlich einfallsreich an. Was PRIMAL RAGE aber dennoch hervorstechen lässt, ist der beinahe schon übertrieben zelebrierter Gewaltpegel, den man eigentlich sonst von dieser Art Filmen nicht unbedingt erwartet. Regisseur PATRICK MAGEE ist noch relativ unerfahren in Sachen Regieführung. Was der aber mit dem ersten Spielfilm auf die Beine gebracht hat, ist weit weg von schlecht. Mit einem erfahrenen Effekte-Team lässt der Gesichter zerreißen, Köpfe von Pfeilen durchbohren und Kehlen aufschlitzen. Die Kamera hält munter drauf, sodass man sich schon wundern muss, was die hiesige FSK dazu getrieben hat PRIMAL RAGE ungeschnitten freizugeben. Überhaupt sind die vielen recht harten und teils auch sehr lang ausgewalzten Splatter-Exzesse handwerklich über jeden Zweifel erhaben. Das mutet für einen Low-Budget-Streifen ungewöhnlich an. Der Grund ist in der Vita von Newcomer PATRICK MAGEE zu suchen. Der begann seine Karriere als Effektspezialist und gründete schnell seine eigene Effekt-Firma: MAGEE FX. Mit der war er für Hollywood-Blockbuster wie ALIEN VS. PREDATOR, MEN IN BLACK 3 oder Raimis SPIDER-MAN tätig. Weil die Geschäfte gut liefen, konnte er sich endlich einen langen Traum erfüllen. So sah Magee in Kindestagen den Horrorklassiker AMERICAN WEREWOLF IN LONDON. Seit jeher wuchs in ihm der Wunsch irgendwann selbst mal einen Monsterfilm zu drehen. Nun ist die Zeit gekommen. Mit PRIMAL RAGE werden Visionen wahr. Zu aller Überraschung ist das Resultat auch noch unerwartet unterhaltsam. Freunde blutiger Horrorfilme wird das freuen.
 
 
primal-rage-2018-bild-2
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Ist das etwa eine Videospielverfilmung des Spielklassikers PRIMAL RAGE? Die Frage ist berechtigt und dürfen wir mit „nein“ beantworten. Der hier vorgestellte PRIMAL RAGE ist ein blutiger Monster-Splatter aller erster Güte, der rein gar nichts mit der gleichnamigen Prügel-Reihe zu tun hat, die 1994 in den Arcade-Hallen und anschließend für Spielkonsolen veröffentlicht wurde. Regisseur PATRICK MAGEE vermischt in der ersten Regiearbeit Elemente aus der erfolgreichen PREDATOR-Reihe mit Bigfoot-Schauer und Hexen-Horror zu einem schwer unterhaltsamen Horrorstreifen, der obendrein auch noch ziemlich brutal ist. Trotz altbekannter Geschichte um ein Monster in den Wäldern ist PRIMAL RAGE ganz kurzweilig geraten – auch wenn die Filmkreatur dann doch etwas sehr früh in ganzer Pracht vor der Kamera gezeigt wird. Doch Mankos im Drehbuch werden mit hochwertigen Gore-Effekten wettgemacht. Die sind hier der eigentliche Star und dürften jeden Horrorfilmfan zum Schwärmen bringen. Weil der Film nach der Halbzeit auch noch einen plötzlichen Richtungswechsel wagt und mit einem Twist verblüfft, sprechen wir an dieser Stelle für PRIMAL RAGE eine Empfehlung aus. PRIMAL RAGE erfindet das Monster-Genre keineswegs neu. Dennoch gehört er Dank atmosphärischer Bilder, düsterer Stimmung und deftigen Gewaltmomenten zu den besseren Creature-Features, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Zensur

 
 
 
Es ist schon eine kleine Überraschung, dass PRIMAL RAGE ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Der Gewaltpegel ist ordentlich und einige Spezialeffekte sehen so realistisch aus, dass man sich nicht grundlos fragt, ob dass hier wirklich noch handgemachte Spezialeffekte sind. Es werden Köpfe zertreten und Schädel auseinandergerissen. Dennoch blieb der Film trotz roten FSK-Flatschen unzensiert. Splatterfans könne daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
primal-rage-2018-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Primal Rage; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Interviews, Audiokommentar, Fotogalerie

Release-Termin: 01.11.2018

 

Primal Rage [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Willow Creek (2013)
 

Advertisements

Filmkritik: „Stephanie – Das Böse in ihr“ (2017)

stephanie-das-boese-in-ihr-poster
 
 
 

STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR

(STEPHANIE)

Story

 
 
 
Ein kleines Mädchen muss sich im eigenen Heim mit bösen Mächten auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streifen aus der Hochglanz-Gruselschmiede von Produzent JASON BLUM. Der dürfte vermutlich nicht jedem Horrorfan ein Begriff sein. Weitaus bekannter sind aber die Filme, die in seiner Film- und Fernsehproduktionsfirma BLUMHOUSE PRODUCTIONS entstanden sind. Darunter viele namhafte Horror-Schocker, die vor allem an den Kinokassen satte Gewinne erzielen konnte. So bewies man bei der Filmauswahl schon in den Anfangsjahren ein goldenes Händchen und rief mit PARANORMAL ACTIVITY ein günstig produziertes Franchise ins Leben, das sich zu einem lukrativen Welterfolg mausern konnte. Was danach folgte, hat schon längst Genre-Geschichte geschrieben. BLUMHOUSE PRODUCTIONS lies Filme wie THE PURGE, GET OUT, INSIDIOUS oder SPLIT auf den Zuschauer los und verdiente sich mit konventionell gestrickter Hochglanzware ein goldenes Näschen. Ein Erfolgsmodell, das es ermöglicht auch ab und an Filme zu produzieren, die nicht unbedingt den Massengeschmack bedienen. Darunter fällt auch STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR, der sich dann doch etwas in der Machart von den üblichen Blumhouse-Filmen unterscheidet.
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bild-2
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR rückt das kleine Adoptivkind Stephanie in den Mittelpunkt, das eines Morgens aufwacht und allein durch das Zuhause schlendert. Mit dem Kuscheltier unter dem Arm bereitet sich Stephanie Mahlzeiten zu, schaut Fernsehen oder flüchtet in ihre kindliche Traumwelt. Doch wo sind Mutter und Vater? Offenbar stimmt da etwas nicht, zumal im Fernsehprogramm regelmäßig von seltsame Wesen und schlimmen Katastrophen berichtet wird, was auf drohendes Unheil schließen lässt. Auf das hat sich Stephanie aber vorbereitet, denn immer öfter bekommt das Mädchen Besuch von bösen Monstern, die ihr nichts Gutes wollen. Doch das Kind weiß damit umzugehen. Es verkriecht sich ganz einfach in kleinen Verstecken und wartet, bis sich das Böse wieder verzogen hat. Ein cleveres Mädchen – oder etwa nicht?
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bild-3
 
 
Stephanie allein zu Haus. Was sich hier liest, wie eine Horror-Version der Kultkomödie KEVIN ALLEIN ZU HAUS ist alles andere als das. Der Film schlägt ein weitaus ernsteres Kaliber an und verstrickt sich dabei tief im Horror-Genre. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur AKIVA GOLDSMAN weiß, wie man den Zuschauer heimtückisch an der Nase herumführt. So entpuppt sich STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR als taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das erst in der Halbzeit seine wahren Intensionen lüftet. Während man dem Zuschauer zu Beginn noch ein dystopisches Endzeitszenario vorgaukelt, wendet sich ab Filmmitte das Blatt. Da tauchen plötzlich die Eltern der kleinen Filmheldin auf und meinen es alles andere als gut mit der eigenen Tochter. Warum das so ist, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, obwohl man hierbei auch einmal mit dem Rechteinhaber UNIVERSAL PICTURES kritisch ins Gericht gehen muss. Das Label versaubeutelt mit unnötigem Titel-Anhang den eigentlichen Überraschungseffekt dieses kleinen Gruselfilms. Spoiler-Gegner werden da berechtigterweise verärgert über das Vorgehen des Unternehmens sein, denn mit voreiligen Filmauflösungen macht man sich keine Freunde.
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bild-1
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR ist ein kleiner Geheimtipp, welcher von JASON BLUM produziert wurde, der bekanntermaßen ein gutes Gespür für lukrative Horrorstoffe besitzt. Überraschenderweise geht der Film aber andere, unkonventionelle Wege wie die meisten Schocker aus der Produzenten-Mache genannten Geldgebers und verblüfft mit einem unerwarteten Twist, den man so vermutlich nicht kommen sehen wird. Offenbar einer der Gründe warum STEPHANIE (so der Originaltitel) hierzulande ohne Kino-Umwege direkt für den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Die Handlung ist nämlich anfangs ziemlich verworren, um den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken. Ein geschickter Schachzug und die eigentliche Quintessenz dieses Gruselfilms, der übrigens von einer talentierten Jungdarstellerin getragen wird. Mit ihren gerade einmal 13 Jahren führt die 2005 geborene SHREE CROOKS den Zuschauer teils allein durch den gesamten Film. Das gelingt oft nicht einmal alteingesessenen Schauspielern. Das muss man an dieser Stelle lobend erwähnen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Zensur

 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN DIR ist nicht sehr brutal. Einige Protagonisten werden durch die Luft gewirbelt und deren Knochen durch geheimnisvolle Kräfte gebrochen. Weiterhin tritt die kleine Hauptdarstellerin in eine Glasscherbe und ein Rücken wird auf schmerzhafte Weise aufgeschnitten. Der Film hat hierzulande eine FSK16 erhalten. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bluray

(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stephanie; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 23.08.2018

 

Stephanie – Das Böse in ihr [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STEPHANIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „Redwood“ (2017)

redwood-2017-poster
 
 
 

REDWOOD

Story

 
 
 

Der Rückzug in die Natur entwickelt sich für ein Paar zum Horrortrip. Sie kommen vom Weg ab und machen Bekanntschaft mit boshaften Kreaturen.

 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Kritik

 
 
 
Mensch, warum machen Protagonisten in Horrorfilmen immer nur Dummheiten? Ein Ausflug in die Natur wird hier meist zum Albtraum. Der Grund ist oft in der Naivität aller Beteiligten zu suchen. So kommt es nicht selten vor, dass sich Figuren unlogisch verhalten und plötzlich Waldwege entlang schlendern, die sie eigentlich gar nicht betreten sollen. Auch im Indie-Horror REDWOOD wird Unbelehrbarkeit für zwei Wanderer zum Verhängnis. So macht sich ein Paar auf in die amerikanischen Redwood-Wälder, um dort die Natur genießen zu können. Musiker Josh hat vor einiger Zeit die Diagnose Leukämie erhalten. Das hat ihn aus der Bahn geworfen. Dennoch hat er den Lebensmut nicht verloren und möchte nun möglichst viel von der Welt sehen. Ein Grund mehr mit Freundin Beth auf Reisen zu gehen. Die kommt mit dem Schicksal des Partners nicht sonderlich gut klar. Steht ihm aber bei. Doch der Wanderausflug stellt die Beziehung der jungen Leute auf eine harte Probe. Immer wieder wird die Krankheit Thema, sodass Erholung unmöglich gemacht wird. Wer jetzt aber denkt, dass in REDWOOD nur Beziehungsprobleme dominieren, irrt gewaltig. Natürlich gibt es im Film auch einen Horrorpart zu bestaunen. So entfernen sich unsere Helden trotz Warnungen vom rechten Weg und verirren sich in das Jagdgebiet seltsamer Kreaturen, die den Wesen aus dem Horrorthriller THE DESCENT nicht unähnlich sind. Nur, was wollen die Kreaturen? Nach viel Lauferei und reichlich Geschrei ist man schlauer.
 
 
redwood-2017-bild-1
 
 
Nee, so bekommt man den Zuschauer nicht. REDWOOD ist einer dieser Filme, der mit einem mysteriösen Prolog neugierig macht. Darin sieht man, wie sich zwei Protagonisten mit letzter Kraft vor einen seltsamen Altar schleifen. Was beide dort wollen, ist vorerst unklar. Doch dabei bleibt es nicht. So wird der eine vom anderen ermordet. Danach widmet sich der Streifen seinem eigentlichen Handlungsstrang. Der löchrige Beginn wirft Fragen auf, die aber erst in den letzten Minuten beantwortet werden. Bis dahin wird es ein sprichwörtlicher Marsch, denn REDWOOD nimmt sich viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Das ist dahingehend problematisch, weil sich Regisseur TOM PATON zu detailliert mit den Problemen seiner Filmhelden auseinandersetzt. Die laufen durch Wälder und klären dabei zwischenmenschliche Konflikte, welche die Beziehung belasten. Ungeduldige Zuschauer fragen sich da zu Recht, wann der Film endlich zum Horror übertritt. Im Falle von REDWOOD wird Sitzfleisch und Geduld vorausgesetzt. Erst nach knapp 45 Minuten geht der Streifen in die nächste Runde. Dann nämlich werden unsere Helden von mysteriösen Kreaturen terrorisiert, die die verschreckten Wanderer durch die Dunkelheit hetzen. Spätestens hier erlebt REDWOOD seinen Höhepunkt. Wenn man eine Sache lobend hervorheben sollte, dann ist es das geschickte Spiel mit der Angst vor dem Unbekannten. Regisseur TOM PATON lässt immer nur einen kurzen Blick auf seine unheimlichen Verfolger zu. Da ein Schatten, dort eine Hand und jede Menge grauenerregendes Gegeifer. Da springt sofort das Kopfkino an, Gruselstimmung ist somit garantiert.
 
 
redwood-2017-bild-2
 
 
Unterm Strich ist REDWOOD in technischer Hinsicht ganz brauchbar. Klammert man die Startschwierigkeiten aus, gelingt Regisseur TOM PATON passable Gruselunterhaltung, die vor allem wegen seiner ausweglosen Stimmung in der zweiten Hälfte für Spannung sorgt. Hinzukommt, dass ein Twist im Finale kalt erwischt. Filmemacher TOM PATON – der sich übrigens selbst als Autodidakt bezeichnet – ist recht neu im Horrorgeschäft. Mit REDWOOD liefert der seine zweite Regie-Arbeit ab. Das Resultat geht in Ordnung. Da hat man schon weitaus Schlechteres vorgesetzt bekommen. Übrigens gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Für REDWOOD konnte Paton als eingefleischter BUFFY-Fan niemand geringeren als NICHOLAS BRENDON für eine Nebenrolle im Film gewinnen. Das dürfte all jene freuen, die in den 1990ern mit dem Teenie-Horror-Serienformat BUFFY – IM BANN DER DÄMONEN aufgewachsen sind. Es mutet seltsam an, wo man verschollen gemeinte Schauspieler plötzlich wieder trifft.
 
 
redwood-2017-bild-3
 
 


 
 
 

REDWOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Kreaturen-Horror mit grimmigen Ende. REDWOOD ist nichts Großes. Der Film braucht lange, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Hat er dann die richtige Richtung angesteuert, ist die Gruselhatz durch dunkle Wälder ganz brauchbar. Quintessenz dieses Horrorstreifens sind seine mysteriösen Bösewichte. Die bekommt man leider nur selten vor die Linse, was aber nur den Gruselfaktor erhöht. Regisseur TOM PATON hat verstanden, dass Kopfkino weitaus effektiver ist, als das Böse in voller Pracht vor der Linse zu zeigen. Hier ein Schatten, dort Gegeifer – zugegeben, ab und an entsteht da Gänsehaut. Wohl auch deshalb, weil man die Kreaturen in erste Linie hört, statt sie zu sehen. Da werden Urängste aktiviert, schließlich ist nichts unbequemer als vor dem Unbekannten in der Dunkelheit ausgeliefert zu sein. REDWOOD entpuppt sich – zumindest in den letzten dreißig Minuten – als solide Regie-Arbeit mit einigen gut platzierten Schocks. Viel erwarten sollte man dennoch nicht. Für den kurzen Horror-Snack zwischendurch aber allemal brauchbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Zensur

 
 
 
In REDWOOD gibt es kaum Gewalt zu sehen. Der Film setzt in erster Linie auf Terror und Gänsehaut. Es gibt zwei Kehlenschnitte zu sehen, die aber nicht detailliert gezeigt werden. Dafür ist eine ungeschnittene FSK-Freigabe denkbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Wistech Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Temple (2016)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
Arbor Demon (2016)
 
Beacon Point (2016)
 


Filmkritik: „The Monster Project“ (2017)

the-monster-project-2017-poster
 
 
 

THE MONSTER PROJECT

Story

 
 
 

Und Monster gibt es doch: Vier Freunden wollen mit ungewöhnlichen Videos Geld auf YouTube verdienen. Sie kommen auf die Idee auf die Suche nach echten Monstern zu gehen. Da wir hier fast nur Horrorfilme besprechen, darf man davon ausgehen, dass dieses Vorhaben im Desaster enden wird.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Kritik

 
 
 
Es gab mal eine Zeit, da hat man im Horror-Bereich Trends gesetzt. Einer derer nannte sich Found-Footage und war plötzlich so chic, dass beinahe jeder neue Horrorfilm davon Gebrauch machen musste. Das Resultat waren Horrorfilmen, die entweder im Dokumentarstil über Leinwände flimmerten oder aussahen, als habe man die mit der Videokamera selbstgedreht. THE MONSTER PROJECT ist ein später Nachzügler genau jener lukrativen Found-Footage-Welle, die angekurbelt durch den Erfolg von THE BLAIR WITCH PROJECT seit 1999 relativ lange durch die Filmwelt wütete. Offenbar hat sich aber mittlerweile ein Sättigungsgefühl eingestellt. Seit die Horror-Fortsetzungen BLAIR WITCH und PARANORMAL ACTIVITY: THE GHOST DIMENSION an den Kinokassen floppten, haben Studios das Interesse an Filmen im Found-Footage-Stil verloren. Ganz unbegründet ist der abebbende Hype aber nicht. Das Konzept auf authentisch und echt gebürstete Filme zu produzieren wurde so oft wiederholt, dass man sich sprichwörtlich daran satt gesehen hat. Leider ist das wohl noch nicht bis zu Regisseur VICTOR MATHIEU vorgedrungen. Der scheut nämlich mit THE MONSTER PROJECT neue Wege und setzt eher auf Altbewährtes, das aber niemand mehr sehen will. Entstanden ist typisches Found-Footage-Gewackel für das man unbedingt Fanboy sein muss, um es ertragen zu können. Irgendwann muss eben auch mal Schluss sein.
 
 
the-monster-project-2017-bild-3
 
 
Einmal mehr ist das Internet Schuld. Vier Freunde wittern nämlich dort die schnelle Kohle. Mit selbstgedrehten Videos will man auf einer Videoplattform Geld verdienen. Doch wie das Bankkonto füllen? Es müssen Videos von echten Monstern sein, die die Zuschauer um den Schlaf bringen sollen. Deshalb stellt man eine Anzeige ins Netz und bittet um Mithilfe. Es werden Kreaturen gesucht, die man nicht täglich zu Gesicht bekommt. Und wie es der Zufall so will melden sich wirklich drei Personen, die von sich selbst behaupten nicht menschlich zu sein. Ein gefundenes Fressen für unsere Kumpels. Diese laden die drei selbsternannten Monster für ein Interview in eine morsche Hütte ein. Ein fataler Fehler, denn wer schon einige Horrorfilme gesehen hat weiß, dass Geschöpfe der Hölle niemals friedliebend sind.
 
 
the-monster-project-2017-bild-4
 
 
Hilfe, es wackelt wieder. THE MONSTER PROJEKT ist ein lupenreines Found-Footage-Movies wie man es seit THE BLAIR WITCH PROJEKT so ziemlich oft gesehen hat. Wieder mal werden Geschehnisse aus der Ego-Perspektive gezeigt. Diesmal tragen mehrere Freunde Kameras bei sich, mit denen sie kleine Dokus für den eigenen YouTube-Kanal drehen wollen. Demzufolge sieht man das Treiben quasi aus deren Augen, weil die Protagonisten das filmen, was ihnen vor die Linse kommt. So wird das Gefühl vermittelt, dass der Zuschauer Teil der Gruppe ist. Ein erfinderischer Trick, um Geschehnisse authentischer wirken zu lassen. Leider bringt dieser Erzählstil die gleichen Probleme mit sich, mit denen nahezu alle Found-Footage-Filme zu kämpfen haben. So ist die Kamera nie konstant, sondern gerät permanent aus dem Ruder. Die Folge ist permanentes Gewackel, was vor allem dann anstrengend wird, wenn die Filmfiguren in Panik geraten und unkoordiniert durch die Szenerie flitzen. Das ist ab Filmmitte der Fall. Dann nämlich werden die vier Freunde von ihren Interview-Partnern durch ein Haus gehetzt, aus dem es offenbar kein Entkommen gibt. Die geben sich tatsächlich als Kreaturen der Schattenwelt zu erkennen und jagen ihre Opfer durch Räume, Flure und Finsternis. Weil die Monster immer wieder unerwartet vor die Linse springen, während die Filmhelden einen Ausgang suchen, verwandelt sich THE MONSTER PROJECT zu einem filmgewordenen Ego-Shooter. Da werden Erinnerungen an so ähnlich gestrickte Streifen wie HOTEL INFERNO oder FIRST PERSON SHOOTER wach. Auch dort versuchte man Horror im Baller-Game-Stil und aus der Ego-Ansicht ins Wohnzimmer zu bringen. Leider verlor die ungewöhnliche Machart schnell seinen Reiz und verursachte Kopfschmerzen. Manche Ideen nutzen sich eben schnell ab.
 
 
the-monster-project-2017-bild-2
 
 
Nicht anders sieht es da bei THE MONSTER PROJECT aus, für den man einen gesunden Magen mitbringen sollte. Nicht, dass der Found-Footage-Horror sonderlich blutig wäre. Ganz im Gegenteil. Hier bekommt man wegen nicht konstanter Kamera und planlosem Gewackel schnell Schwindelgefühle. THE MONSTER PROJECT ist ab der zweiten Filmhälfte schwer zu ertragen, denn dann setzt man auf Hektik und vor allem auf die Möglichkeiten digitaler Tricktechnik. Wie in GRAVE ENTCOUNTERS werden plötzlich menschliche Gesichter in befremdliche Fratzen umfunktioniert, die für kurze Adrenalinkicks sorgen sollen. Aber die Schockwirkung nutzt sich schnell ab, weil Handlungsverläufe zu oft wiederholt werden mit denen man den Zuschauer aus der Reserve locken will. Da schluchzen immer mal wieder Protagonisten in der Ecke, die dann nach ihrem Befinden gefragt werden. Kommt man ihnen zu nahe, drehen sie sich um und entlarven ihr wahres Gesicht. Spätestens nach der zigsten Wiederholung fragt man sich, ob die Helden von THE MONSTER PROJECT nichts dazulernen wollen. Kluge Horror-Unterhaltung sieht anders aus.
 
 
the-monster-project-2017-bild-1
 
 
THE BLAIR WITCH PROJECT ist Schnee von gestern. Jetzt kommt THE MONSTER PROJECT. In Interviews erklärte Regisseur VICTOR MATHIEU, dass die Grundlage zum Film bereits in frühen Jahren geebnet wurde. Als Kind verschlang der Filmemacher die GÄNSEHAUT-Bücher von R.L. STINE und auch das Videospiel zur Buch-Reihe mit dem Titel ESCAPE FROM HORRORLAND hinterließ bleibenden Eindruck. Als der Filmemacher dann auch noch den Vampir-Horror THE HAMILTONS zu sehen bekam, in dem eine Vampirfamilie auf Beutefang ging, formte sich die erste Idee zu einem eigenen Film mit Vampiren. Doch bei Blutsaugern sollte es nicht bleiben. Weil Mathieu ein großer Verfechter klassischer Monster-Movies ist, mussten auch noch andere Gestalten her, die das Grusel-Universum hergibt. So entstand nach und nach THE MONSTER PROJECT in denen diverse Horror-Kreaturen vereint werden konnten. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant, schockintensiv und adrenalinreich! Eine effektreiche Horror-Achterbahn, die kaum Zeit zum Verschnaufen bietet. Man kann THE MONSTER PROJECT nicht vorwerfen langweilig zu sein. Der Film verfügt über einen hektischen Inszenierungsstil, der seine Figuren durch die sprichwörtliche Hölle jagt. Die kommen nicht zur Ruhe, weil sie in einem Haus rastlos von Monstern attaktiert werden. So weit so gut. Wie man aber das Katz- und Mausspiel auf Film gebannt hat, ist weniger schön. THE MONSTER PROJECT ist nämlich ein Found-Footage-Film und macht sich jedes Klischee zu Eigen, mit denen erwähntes Subgenre seit Jahren polarisiert. Zu sehen gibt es kaum konstante Kamerabilder, furchtbares Gewackel, Bildausfälle und Störsignale. Es wird dem Zuschauer also nicht gerade leicht gemacht der minimalistischen Handlung zu folgen, die sich in wenigen Worten erklären lässt. Weil man oftmals nur erahnen kann, was da vor der Linse passiert, wird THE MONSTER PROJEKT schnell zum Geduldsakt. Somit ist auch dieser Found-Footage-Heuler auch nur etwas für jene, die mit dieser Gattung Film etwas anfangen können. Wer daher schon immer ein Problem mit Wackelcam-Streifen hatte, wird auch hier schnell abgeschalten haben. Dazu folgt THE MONSTER PROJECT schlichtweg zu engstirnig den Regeln, die dieses Subgenre zu berüchtigt gemacht haben.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Zensur

 
 
 
THE MONSTER PROJECT hat zwar einige Schauwerte zu bieten, aber hier ist alles so schnell und hektisch geschnitten, dass man davon kaum etwas zu sehen bekommt. Neben Verwandlungsszenen in denen sich Menschen plötzlich in garstige Gestalten verwandeln, sieht man auch noch einige nett getrickste Splatterszenen in denen die Monster getötet werden und ihre Körper zerfließen oder in Sekunden vertrocknen. Hierzulande hat das Label PIERROT LE FOU eine FSK16 für THE MONSTER PROJECT erhalten. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-monster-project-bluray-keepcase

(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

the-monster-project-mediabook

(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Monster Project; USA 2017

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3000 Stück limitiert

Extras: Making-of, Deleted Scenes, Audiokommentar des Regisseurs und Produzenten, Trailer | Zusätzlich im Mediabook: Booklet und Plakat

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 27.04.2018

 

The Monster Project [Mediabook mit DVD+Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

The Monster Project [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Mediabook

the-monster-project-mediabook-bild-1a
the-monster-project-mediabook-bild-2a
the-monster-project-mediabook-bild-4a
the-monster-project-mediabook-bild-3
the-monster-project-mediabook-bild-5a
the-monster-project-mediabook-bild-6
the-monster-project-mediabook-bild-7
the-monster-project-mediabook-bild-8
the-monster-project-mediabook-bild-10
the-monster-project-mediabook-bild-9
the-monster-project-mediabook-bild-11

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
FPS: First Person Shooter (2014)
 
Hardcore Henry (2016)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Frankenstein´s Army (2013)
 


Filmkritik: „The Dark Below“ (2016)

the-dark-below-poster
 
 
 

THE DARK BELOW

(THE CREATURE BELOW)

Story

 
 
 

Eine Meeresbiologin macht Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus dem Meer, das sie im heimischen Keller großzieht. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Kritik

 
 
 
Nicht alles was günstig ist, muss zwangsläufig auch gleich schlecht sein. Low-Budget-Horror eilt in der Regel seinem Ruf voraus, was aber oftmals ungerechtfertigt ist, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass man auch mit überschaubarem Budget sehenswerte Grusler inszenieren kann. THE DARK BELOW (Originaltitel: THE CREATURE BELOW) ist so ein Kandidat, der auf den ersten Blick einen unnötigen Zeiträuber vermuten lässt. Der Trailer zeigt schlechte Computereffekte, die man sonst eigentlich in Produktionen der Trash-Schmieden THE ASYLUM zelebriert und auch das reißerische Plakat zum Film erinnert eher an grauenhaften B-Movie-Trash aus dem Hause SYFY. Doch wer nicht voreingenommen ist, könnte positiv überrascht werden, denn THE DARK BELOW verblüfft mit stimmungsvoller Kreaturen-Gruselei, wie man sie gern mal in den 1980ern zu sehen bekommen hat. Zudem hagelt es auch noch Umweltbotschaft – wenngleich eher subtil. Mut soll belohnt werden und den hat dieser britische Horror-Indie zweifelsohne. Der gruselt mit Old-School-Horror und ist darin gar nicht mal so untalentiert. Da schaut man doch gern über kleine Schwächen hinweg, die eben auf Budgetmangel zurückzuführen sind.
 
 
the-creature-below-bild-2
 
 
Meeresbiologin Olive Crown (ANNA DAWSON) hat offenbar keinen guten Tag. Bei einem Tauchgang in den Tiefen des Atlantischen Ozeans macht die Forscherin Bekanntschaft mit einer mysteriösen Wasserkreatur, die ihr Leben verändern wird. Doch kaum gesehen, verliert die Frau das Bewusstsein und muss von der Crew an Bord geholt werden. Weil jegliches Tauchequipment nun auf dem Meeresboden sein Dasein fristet und Olive keinen blassen Schimmer hat, was ihr da im Wasser zugestoßen ist, verliert sie ihren Job und wird nach Hause geschickt. Doch die Wissenschaftlerin findet im Taucherhelm ein seltsames Ei, was sie heimlich aus dem Labor schleust und im Keller der eigenen vier Wände ausbrütet. Was da schlüpft, überrascht nicht. Ein krakenähnliches Wesen macht es sich einem Aquarium bequem und will gefüttert werden. Doch mit Plankton oder Meeresgetier will sich die Kreatur nicht zufriedengeben. Es ist menschliches Blut, was dem Meeresbewohner offenbar zu schmecken scheint, weshalb sich die Biologin überlegen muss, wie sie an den Lebenssaft kommt. Doch je mehr sich Olive mit dem Wesen beschädigt, umso stärker werden die Muttergefühle. Dass da die Katastrophe nicht weit ist, dürfte wohl jeder Leser rasch erahnen.
 
 
the-creature-below-bild-3
 
 
Handgemachter Glibber und Krakenmonster aus Gummi. Die Effekte in THE DARK BELOW sind simpel, dafür aber wirkungsvoll. Regisseur STEWART SPARKE bewirkt mit schlecht ausgeleuchteter Kulisse und dreckig-farblosem Look schnell eine Aura der Bedrohlichkeit, die ein merklich ungutes Magengefühl entstehen lässt. Doch das minimalistisch ausgeleuchtete Szenario hat noch andere Vorteile zu bieten. Wegen Mangel an Licht schaut die Filmkreatur weitaus furchterregender aus, als sie letztendlich ist. Da bekommt der Zuschauer mal ein Krakenbein zu Gesicht oder die Kamera zoomt so stark heran, dass nur ein Monsterauge zu sehen ist. Weil es dem Set an Licht mangelt, fällt so schnell gar nicht auf, dass die Filmkreatur mit einfachsten Mitteln gebaut wurde. Ein raffinierter Taschenspielertrick, der gern in Low-Budget-Produktionen Verwendung findet, um Illusionen vorzugaukeln. Im Falle von THE DARK BELOW eine gut funktionierende Prämisse, die den Film nach deutlich mehr aussehen lässt, als er letztendlich gekostet hat. Demzufolge sollte man sich nicht von den missratenen Computereffekten zu Beginn des Streifens blenden lassen. Horrorfan und Filmemacher STEWART SPARKE hat hier eine Lovecraft’sche Symbiose aus BASKET CASE und HELLRAISER mit zynischem Ausgang geschaffen, die – gerade wegen ihrer boshaften Art – an die Folgen der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie erinnert. Wer eine Vorliebe für handgemachtes Monsterkino besitzt sollte diesem kleinen Creature-Feature daher unbedingt eine Chance geben. Die hat dieser kleinen Grusel-Indie nämlich definitiv verdient.
 
 
the-creature-below-bild-4
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein düsterer Grusel-Mix aus BASKET CASE und HELLRAISER mit einer Prise H.P.LOVECRAFT. THE DARK BELOW (im Original: THE CREATURE BELOW) stand zwar nicht viel Budget zu Verfügung. Dafür wurde trotzdem genug Herzblut investiert, weshalb der Streifen weit mehr taugt, als die meisten B-Movies neueren Datums. Das Creature-Feature sticht mit ungeschliffenem Indie-Look hervor und zitiert gut und gerne. Darunter Altmeister wie FRANK HENENLOTTER oder JOHN CARPENTER. Letzterer stand hier wohl für den Soundtrack Pate, denn THE DARK BELOW erinnert mit seinem monotonen Bass-Grummeln an die Werke des erwähnten Kult-Regisseurs. In Interviews mit der Presse erklärte THE DARK BELOW-Filmemacher STEWART SPARKE, dass er eine Leidenschaft für Horrorfilme besitzt, die von starken Frauen getragen werden. So zählte er Filme wie THE SHALLOWS, YOU’RE NEXT, THE BABADOOK und UNDER THE SKIN auf, in denen Frauen nicht von Männern gerettet werden mussten, sondern sich selbst zu helfen wussten. Demzufolge verwundert es nicht, dass die Vorliebe für Frauenpower auch im ersten Langfilm Verwendung findet. So macht es THE DARK BELOW genannten Filmen gleich und lässt eine selbstbewusste ANNA DAWSON zur aggressiven Furie mutieren, die im unfreiwilligen Mutter-Wahn den Verstand verliert. Übrigens outete sich Regisseur STEWART SPARKE – wen wundert’s – als großer Fan des Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Mit dessen Büchern kam er zwar erst vor einigen Jahren in Berührung. Diese hatten ihn aber derart fasziniert, dass er die Werke nach eigener Aussage regelrecht verschlungen hat. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich THE DARK BELOW anfühlt, als würde man ins Lovecraft’sche Albtraum-Universum eintauchen. Wer es ungeschliffen mag, sollte unbedingt einen Blick wagen. Puristen, Erbsenzähler und Fans makelloser Hollywood-Blockbuster werden mit diesem Low-Budget-Horror dagegen wohl gar nichts anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Zensur

 
 
 
Gewalt hat THE DARK BELOW (Originaltitel: THE CREATURE BELOW) kaum zu bieten. Einige Protagonisten werden an das Wesen verfüttert. Aber die Kamera blendet weg, wenn das Monster zuschlägt. Das Creature-Feature hat hierzulande eine FSK16 erhalten wird – in ungeschnittener Fassung.
 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-dark-below-bluray(1)

(c) Mad Dimension (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Creature Below; Großbritanien 2016

Genre: Horror, Science Fiction, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.06.2016 (BD KeepCase)

 

The Dark Below [Blu-Ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei MAD DIMENSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1994)
 
Dagon (2001)
 
Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)
 


Filmkritik: „Feed the Gods“ (2014)

feed-the-gods-2014
 
 
 

FEED THE GODS

Story

 
 
 
Zwei Brüder reisen in das idyllische Städtchen Tendale, um dort nach den leiblichen Eltern zu suchen, stoßen dabei jedoch auf ein Geheimnis, das besser hätte im Verborgenen bleiben sollen …

 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Kritik

 
 
 
Was ist nur mit dem kanadischen Regisseur BRADEN CROFT passiert? Mit seinem sehenswerten und intelligenten Psychotrip HEMMORRHAGE wandelte er 2012 noch auf unkonventionellen Pfaden und erhielt für sein Ausnahme-Debüt viel Lob von Kritikern und Filmfans. Sein Zweitwerk mit dem Titel FEED THE GODS ist da schon aus einem ganz anderen Holz geschnitzt und überrascht mit weitaus kommerzieller Machart – vermutlich, um damit ein größeres Horror-Publikum zu erreichen und auch etwas Geld verdienen zu können. Leider lässt der neue Streifen die durchdachte und tiefgründige Inszenierung seines Vorgängers missen, was FEED THE GODS zu einer zwiespältigen Angelegenheit macht, da sich der Streifen an den aktuellen Horror-Mainstream orientiert und so weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die HEMMORRHAGE zuvor aufgebaut hatte.
 
Durchgestylt und temporeich geht es in FEED THE GODS zu. CROFT eifert HOLLYWOOD nach und hat die Hauptrollen seines neusten Horrorwerks mit makellosen Gesichtern besetzt, die aber immerhin reichlich sympathisch agieren und sogar Humor besitzen. SHAWN ROBERTS (A LITTLE BIT ZOMBIE) und TYLER JOHNSTON (aus der TV-Serie SUPERNATURAL) verkörpern hier zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber gleiches Schicksal verbindet. Sie wurden von einer Pflegemutter großgezogen und kennen die leiblichen Eltern nicht. Als die Adoptivmutter stirbt und den Brüdern eine Kiste mit mysteriösen Gegenständen hinterlässt, beginnt für Kris und den älteren Will ein riskantes Abenteuer voller Gefahren. Unter den Hinterlassenschaften befindet sich ein altes Videoband, das die leiblichen Eltern zeigt und die Brüder samt Freundin auf die Idee bringt, den Spuren der verschollenen geglaubten Eltern zu folgen. Die führen in das kleine Städtchen Tendale, wo man über die Ankunft der Geschwister wenig erfreut ist. Glaubt man den Erzählungen der Einheimischen ranken Legenden über den Ort, die von einem Bigfoot-ähnlichen Wesen berichten, das in den Wäldern sein Unwesen treibt und von den Bewohnern gefüttert wird, damit es besänftigt werden kann. Schauergeschichten, die sich bald in bittere Realität verwandeln, denn in diesem Städtchen haben die Menschen einen Pakt mit dem Bösen geschlossen.
 
Rituale, Opfergaben, Götter und Pakte – Regisseur BRADEN CROFT hat so seine Probleme alles unter einem Hut zu bekommen, denn vor lauter Hektik vergisst er dem Zuschauer schlüssige Antworten zu liefern. Die Einwohner von Tendale verfüttern Neuankömmlinge an ein mysteriöses Waldwesen, um den Ort als Gegenleistung verlassen zu können. Warum sie jedoch die Morde ausgerechnet auf Videoband festhalten müssen und niemand dem Verschwinden dutzender Touristen nachgehen möchte, bleibt eines der vielen Mysterien, die FEED THE GODS nicht beantworten möchte. Ob der Regisseur hier etwas weniger Liebe zum Detail hat walten lassen oder schlichtweg Stoff für eine mögliche Fortsetzung benötigte wird wohl nie geklärt werden können. Fakt ist, dass viele Gegebenheit in diesem Monster-Horror schlichtweg keinen Sinn ergeben und den Zuschauer nach dem Abspann mit einem unbefriedigenden Gefühl vor der Glotze zurücklassen. FEED THE GODS wirkt unfertig und löchrig und das obwohl CROFT eigentlich fast alles richtig macht. Er kümmert sich um seine Helden, räumt ihnen eine ansprechende Charakterisierung ein und sorgt sich um Atmosphäre und Gruselfeeling – zumindest bis die unheimlichen Geschehnisse des Films entschlüsselt werden. Danach überschlagen sich die Ereignisse und zwischen Bigfoot-Trubel und Opfer-Riten scheint der Regisseur des Öfteren den roten Faden seiner selbst geschriebenen Geschichte aus den Augen zu verlieren, weil er im konfusen Monster-Treiben offensichtlich selbst gemerkt hat, dass vor Drehbeginn vielleicht doch noch mal jemand über das Drehbuch hätte lesen sollen.
 
Letztendlich ist FEED THE GODS trotzdem immer noch ein schwer unterhaltsamer Horrorfilm, dessen sympathische Hauptdarsteller mit reichlich Charme und Wortwitz manch Fehler in der Geschichte vergessen lassen. In diesem Film ist nicht das Monster der Star (das im Übrigen nur kurz vor Ende zu sehen ist), sondern seine Helden, die länger im Gedächtnis bleiben, als die haarsträubende Geschichte. Immerhin schafft CROFT das Kunststück, das unterversorgte Bigfoot-Genre endlich mal um einen halbwegs spannenden Beitrag zu bereichern. Er sieht vom Einsatz nervendem Found-Footage-Gewackel ab mit dem Waldmensch-Grusler wie EXISTS und WILLOW CREEK im Jahr 2014 um die Gunst der Zuschauerschar gebuhlt haben. Trotz Logiklücken hat er ganz nebenbei trotzdem einen der besseren Bigfoot-Horrorfilme neueren Datums inszeniert, der knapp 90 Minuten kurzweiligen Mystery-Horror verspricht, insofern man nach dem grandiosen Erstling HEMMORRHAGE die Erwartung herabschraubt. Da kann man nur hoffen, dass sich der kanadische Regisseur bei seiner nächsten Regie-Arbeit wieder dem unkonventionellen widmet oder im Falle kommerziellen Geschichten sorgfältiger am Drehbuch feilt. Denn dann dürfte uns mitunter ein neuer Geheimtipp ins Haus stehen – genügend Ideeninput bringt CROFT auf jeden Fall mit.
 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein schwer unterhaltsamer Bigfoot-Grusler, der den Zuschauer lang im Dunkeln tappen lässt und erst im letzten Akt verrät, worauf das Schauerabenteuer letztendlich hinauslaufen möchte. FEED THE GODS ist rätselhafter Bigfoot-Horror mit sympathischen Helden und reichlich Mystery, aber auch ziemlich vielen Logiklöchern, die mehr Fragen aufwerfen, als Antworten zu liefern. Trotz allem ist FEED THE GODS technisch souverän inszeniert und so straff durchgeplant, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt, sich während der Sichtung Gedanken über Plotungereimtheiten zu machen. Die Suche nach Antworten beginnt erst weit nach Abspann, wenn sich der Herzschlag nach 90 Minuten Dauerhektik normalisiert hat und sich der Filmfan fragt, ob die vielen Mysterien der Handlung vielleicht bewusst nicht aufgelöst wurden, um eine mögliche Fortsetzung rechtfertigen zu können. Man wird sehen was die Zukunft bringen wird.
 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Zensur

 
 
 
FEED THE GODS ist nicht sonderlich brutal. Es gibt ein paar Einschüsse zu sehen – das wars. Deshalb darf man davon ausgehen, dass der Streifen hierzulande unbeschadet die FSK passieren wird – mit einer Freigabe ab 16 Jahren versteht sich.
 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Willow Creek (2013)
 
Exists (2014)
 
Night of the Bigfoot (1980)
 
Bigfoot – Die Legende lebt! (2012)
 
Abominable (2006)
 


Filmkritik: „Wolves“ (2014)

wolves-2014
 
 
 

WOLVES

Story

 
 
 
Highschool-Schönling Cayden Richards (Lucas Till) wird zum Tier. Er findet heraus, dass durch seine Adern Werwolfblut fließt und der Grund hierfür im Städtchen Lupine Ridge zu suchen ist …

 
 
 


 
 
 

WOLVES – Kritik

 
 
 
Attraktive Frauen, muskelbepackte Schönlinge und auf Hochglanz polierte Filmaufnahmen – das muss ein Film für die breite Masse sein. In der Tat, WOLVES ist so ein kommerzieller Horror-Heuler in dem schöne Menschen mittels viel Make-up bewusst verunstaltet werden, aber letztendlich immer noch viel zu gut aussehen, um furchterregend zu wirken. Sichtlich vom Erfolg der beliebten Horror-Serien BEING HUMAN und BITTEN inspiriert, hat Regisseur DAVID HAYTER mit WOLVES seinen ersten Spielfilm fabriziert, in dem gute Werewölfe gegen böse Werewölfe kämpfen müssen.
 
Wie bereits auf dem Filmplakat beworben ist HAYTER kein Unbekannter im Fantasy-Genre. Vor über einem Jahrzehnt hat er mit am Drehbuch des Mutanten-Hits X-MEN (2000) sowie an dessen Fortsetzung (2003) geschrieben und sogar im ersten Teil des Blockbusters eine kurze Nebenrolle ergattert. Seither sind viele Jahre vergangen in denen sich der Nachwuchsregisseur vor allem als Sprecher in bekannten Videospielen einen Namen machen konnte. Nun hat er sich zurück an den Schreibtisch gewagt und seine Drehbuchkünste erneut unter Beweis stellen können. Dabei entstanden ist eine düstere Spielfilm-Variante der erfolgreichen Teen-Serie TEEN WOLF, die aber nicht mehr viel mit so legendären Filmklassikern wie THE HOWLING (1981) oder AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON (1981) am Hut hat. Stattdessen hat Macher DAVID HAYTER den Werwolf-Mythos für ein jüngeres und unerfahrenes Horrorpublikum aufbereitet, denen scheinbar noch nicht klar gemacht wurde, dass die Kombination aus hanebüchenen Werwolf-Klischees und schnulzigem Seifenoper-Konzept Hirne aufweichen lässt.
 
TWLIGHT nur mit Werwölfen: In diesem simpel gestrickten Horror-Murks entdeckt Mädchenschwarm Cayden (LUCAS TILL aus KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN und CRUSH – GEFÄHRLICHES VERLANGEN) seine animalische Seite. Eines Tages stellt er seltsame Veränderungen an seinem Körper fest und entwickelt Bärenkräfte. Als er eines Morgens aufwacht, findet er die Eltern zerfetzt in der Wohnung vor und flüchtet vor der Polizei in den abgelegenen Ort Lupine Ridge, wo er ziemlich schnell Anschluss findet. Das überraschend herzliche Willkommen der hier wohnenden Menschen hat einen Grund, denn in dem verschlafenen Kaff haust ein ganzes Rudel Werwölfe, das dem unwissenden Cayden erst einmal erklären muss, aus welchem Holz der Teenager geschnitzt ist. Der attraktive Neuankömmling ist der Nachkomme des letzten reinrassigen Werwolfs und über seine neu entdeckten Verwandtschaftsverhältnisse alles andere als erfreut. Warum, erfährt der Zuschauer im späteren Verlauf, denn in Lupine Ridge geht die Angst um. Caydens leiblicher Vater Connor (JASON MOMOA) will seine Blutlinie aufrechterhalten und hat sich ausgerechnet jene Frau als zukünftige Mutter seiner Kinder gekrallt, in die sich auch der Sohnemann verschossen hat. Dass demnach Ärger vorprogrammiert ist, dürfte nur logisch sein.
 
Braucht man eigentlich Filme wie WOLVES? Die Frage ist ganz einfach mit Nein zu beantworten, denn Regisseur DAVID HAYTER hat hier unnötigen Werwolf-Kitsch gedreht, der den finsteren Werwolf-Mythos seines Schreckens beraubt. Vorbei die Zeiten in denen sich scheinbar friedliebende Bürger an Vollmondnächten in kaltblütige Bestien verwandeln, um im Dunkel der Nacht ahnungslose Opfer in Stücke zu zerreißen. HAYTER wirft die gängigen Regeln jenes Subgenres über Bord und stattet seine Kreaturen mit ungeahnten, neuen Fähigkeiten aus. So können Protagonisten jetzt ihr Werwolf-Dasein steuern, um auch mal tagsüber als zotteliger Schoßhund am Baum schnüffeln zu können. Zudem existieren neuerdings Unterarten jener Kreaturen, die entweder durch Bisswunden zu Geschöpfen der Nacht oder bereits als Werwolf geboren werden. HAYTERS Werwolf-Stoff ist mit all den aufgehübschten Schauspielern zweifelsohne zu modern geraten, was vermutlich auch daran liegen dürfte, dass man mit WOLVES weniger die alteingesessene Horrorfreunde ansprechen wollte. Stattdessen wurde wohl das Augenmerk auf ein jugendliches Publikum gerichtet, das sich an der auf Spielfilmlänge aufgeblasenen TV-Episode durchaus kurzweilig unterhalten fühlen dürfte. Auch wenn man atmosphärische Momente mit der Lupe suchen muss und die Geschichte rund um Filmheld Cayden Richards kaum etwas zu erzählen hat, entschädigt zumindest das actionreiche Finale Horrorfans wie Normalzuschauer gleichermaßen. Wenn sich Vater und Sohn am Ende gegenüberstehen und sich wegen einer Frau die Köpfe einschlagen, wächst WOLVES zu eigentlicher Größe heran. Da spitzt schon mal etwas Rot in die Kamera und die kreativen Bastler aus der Spezial- sowie Make-up-Effekt-Schmiede durften sich mal so richtig austoben. Trotz überzeugender Transformationssequenzen und dem zu erwartendem Storytwist (ja, im Horrorfilm gehört der mittlerweile dazu) ist WOLVES dennoch nur beliebiger Horror-Quatsch auf TV-Niveau. Dass HAYTERS übrigens mal an X-MEN-Kinofilmen geschrieben hat, wird ausgerechnet in seinem ersten Langfilm mehr als deutlich. Die hier agierenden Filmmonster haben Superhelden-Qualitäten und hätten auch aus Marvels Mutanten-Universum entspringen können. Dennoch; trotz Bärenkräfte und Wolfkostüm bleibt der tatsächliche Horror bei so viel Revier- und Balzverhalten auf der Strecke. Freunde traditioneller Werwolf-Grusler wird das natürlich gar nicht schmecken. Die dürften wehmütig an die raffiniert getricksten Werwolf-Reißer der 80er zurückdenken und sich zu fragen, was aus dem ruppigen Werwolf-Genre von einst nur geworden ist.
 
 
 


 
 
 

WOLVES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Werwolf-Horror auf TV-Niveau. Willkommen bei: Gute Wölfe, Böse Wölfe – die neue Werwolf-Telenovela. Regisseur DAVID HAYTER dürfte mit seinem Regiedebüt bei alteingesessenen Horrorfans auf Unverständnis stoßen. Statt behaarte Kreaturen in Vollmondnächten durch dunkle Wälder hetzen und sich an wehrlosen Opfern vergehen zu lassen, wirft er altbekannte Mannwolf-Regeln über Bord und beschäftigt sich in seinem WOLVES mit dem Revier- und Paarungsverhalten von Werwölfen. Seine sehr freie und äußerst moderne Interpretation vom Lykantroph hat sich unverkennbar an der erfolgreichen TWILIGHT-Reihe bedient und richtet sich demzufolge auch an ein eher jugendliches Filmpublikum. Wir sehen schöne und charismatische Menschen, die selbst nach einer durchzechten Nacht makellos schön anzusehen sind – ganz so, wie in den unzähligen Seifenopern im Vorabendprogramm der TV-Sender. Von Horror ist da nichts zu verzeichnen, denn WOLVES macht aus dem Mythos vom Wolfsmenschen weichgespülte Teenagerunterhaltung. Gruselig oder unheimlich ist hier nichts. Dafür verstehen die Effektmacher ihr Handwerk, denn im Finale verwandelt sich die anfänglich lahme Coming-of-Age-Geschichte zu actionlastigem Popkornkino mit nennenswertem Monsterdesign. Besser wird WOLVES deshalb noch lange nicht, dazu ist die Geschichte eines Teenagers, der sich auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt schlichtweg zu banal geraten.
 
 
 


 
 
 

WOLVES – Zensur

 
 
 
WOLVES ist nicht sehr zeigefreudig und orientiert sich in Bezug auf Grausamkeiten am Härtegrade aktueller TV-Horror-Kost. Viel Blut gibt es nicht zu sehen, wobei die meisten Schauwerte ohnehin im Finale abgehakt werden. Aufgrund des eher zurückhaltenden Gewaltpegels wurde WOLVES in Deutschland bereits mit FSK16 in den Handel gebracht. Hierbei handelt es sich aber um die R-Rated-Fassung (entspricht der ungeschnittenen US-Kinofassung). In Amerika wurde zudem eine längere Unrated-Version veröffentlicht, die es leider nicht nach Deutschland geschafft hat.
 
 
 


 
 
 

WOLVES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
wolves-bluray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wolves; Frankreich, Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes

Release-Termin: 20.02.2015

 

Wolves [Blu-ray / Rated R-Fassung] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WOLVES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wer (2013)
 
Das Tier (1981)
 
American Werewolf (1981)
 
American Werewolf in Paris (1997)
 


Filmkritik: „Septic Man“ (2013)

Septic-Man-2013
 
 
 

SEPTIC MAN

Story

 
 
 
Abwasserarbeiter Jack soll nach einer verheerenden Wasserverschmutzung in seiner Heimatstadt nach dem Rechten sehen. Leider fällt er bei seinen Arbeiten in einen Abwassertank und kommt nicht mehr heraus – nun ist guter Rat teuer …
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Kritik

 
 
 
Lang ist es her, seit LLOYD KAUFMAN und MICHAEL HERZ eine der bedeutendsten Independent-Filmproduktionsfirmen ins Leben gerufen haben, die in Zeiten des Videokassetten-Booms ordentlich Asche machen konnte, weil sie billige Trash-Perlen voller Gewalt und derben Humor in die Videotheken brachte und damit genau den Nerv der Filmfans traf. Zwar ist es seit den großen Erfolgen in den 80ern erstaunlich ruhig um TROMA geworden, trotzdem genießen hervorgebrachte Werke wie THE TOXIC AVENGER, CLASS OF NUKE’EM HIGH oder COMBAT SHOCK selbst 30 Jahre nach Entstehung Kultstatus unter Liebhabern der blutigen Filmkunst. Leider ist es in Zeiten permanenter Einfallslosigkeit im (Heim)Kino mittlerweile zum unvermeidbaren Übel geworden, dass man sich kreativen Input bei jenen Filmen holt, die schon einmal Erfolge verbuchen konnten.
 
Auch wenn Regisseur JESSE THOMAS COOK (MONSTER BRAWL) in Interviews immer wieder beteuert, dass er anfänglich eigentlich ein klaustrophobisches Kammerspiel drehen wollte, das von einem Mann erzählen sollte, der von zwei Serienmördern in einem Brunnen gefangen gehalten wird, so bleibt unübersehbar wo man sich für SEPTIC MAN Inspiration geholt hat. Es ist der wichtigste Film TROMAS und gleichzeitig Aushängeschild der weltbekannten B-Movie-Schmiede, der hier Pate stehen musste, um 90 haarsträubende Filmminuten füllen zu können, für die man jedoch jeglichen Hang zur Logik ausklammern sollte. Wie in TROMAS bitterbösen Satire vom THE TOXIC AVANGER wird auch in SEPTIC MAN ein Protagonist mit kontaminierten Abfällen überschüttet und beginnt allmählich zu mutieren. Wo jedoch Superheld Toxi in TOXIC AVENGER neben skurrilen Fäkalhumor und viel Gematsche noch Mordsgaudi verbreiten konnte, zieht COOK die Spaßbremse und protokolliert alles todernst.
 
In SEPTIC MAN wird dem Abwasserarbeiter Jack (JASON DAVID BROWN) von einem mysteriösen Mann namens Phil Prosser viel Geld angeboten, damit er nach Gründen für die Wasserverschmutzung seiner Heimatstadt sucht, die das Trinkwasser ungenießbar und die Einwohner krank gemacht hat. Der Bürgermeister von Collingwood hat eine Zwangsevakuierung verordnet, weil bereits 16 Menschen an den Folgen von kontaminiertem Wasser ihr Leben lassen mussten. Für Jack Grund genug die schwangere Frau zurückzulassen und in der stadteigenen Kläranlage nach Ursachen zu suchen. In einem unterirdischen Abwassertank meint er den Ursprung der Verunreinigung zu finden. Er klettert hinein und verliert die Luke des Tanks aus den Augen. Die schließt sich versehentlich hinter Jack und der „SEPTIC MAN“ sitzt in der Falle. Leider entpuppt sich das stinkende Gefängnis als kleineres Übel. Zwei mordgeile Brüder hausen in den Gängen der Kläranlage und haben einen Spaß daran ungebetene Gäste um die Ecke zu bringen und sie anschließend im Tank zu beseitigen. Für Jack kein guter Arbeitstag, denn verseuchtes Wasser lässt die Haut des Gefangenen mutieren.
 
Die Idee zu SEPTIC MAN kamen Regisseur JESSE THOMAS COOK und Drehbuchautor TONY BURGESS als eine verstopfte Toilette unüberwindbare Herausforderungen nach sich zog. Prompt kamen den beiden Machern Flausen von einem eingesperrten Kerl in den Kopf, der in einer Klärgrube ums Überleben kämpfen sollte. In Anbetracht dessen, was Drehbuchautor TONY BURGESS vor SEPTIC MAN an gutem Horrorstoff ablieferte, kann man es schon als kleine Enttäuschung bezeichnen, was er mit diesem klaustrophobischen Mutanten-Nonsens verbrochen hat. Zwischen seinem grandios geschriebenen Horror-Szenario PONTYPOOL (2008) und dem vorliegenden Trivial-Quatsch SEPTIC MAN liegen nämlich Welten, was nicht ausschließlich daran liegt, dass hier beherzt gefurzt, gekackt und erbrochen wird. SEPTIC MAN hat mit storybedingten Schwächen zu kämpfen, denn nicht nur einmal will man während der Sichtung das Gefühl nicht loswerden wollen, dass ganze Handlungsstränge am Schnittpult abhanden gekommen sein müssen. Viele Szenen machen keinen Sinn, wirken unlogisch und erzwungen. Manchmal scheint es sogar so, als ob Autor TONY BURGESS selbst nicht wusste, wohin die Reise gehen sollte, denn die meisten Szenenverläufe hinterlassen einen arg konstruierten Eindruck. Viel passiert demnach in SEPTIC MAN nicht, bis auf dass sich in diesem Horror-Trash ein Mann knapp anderthalb Stunden in kontaminiertem Gewässer suhlt und regelmäßig Besuch von zwei sich entfremdeten Brüdern erhält, die ab und an durch die Öffnung des Abwassertank lugen, um tote Körper hineinwerfen zu können. Immerhin wird in puncto Spezialeffekte einiges geboten. Die wurden für Indie-Verhältnisse beachtlich souverän in Szene gesetzt. Da werden Rattenkörper ausgesaugt, Körper mit einer Kettensäge halbiert und verweste Leichen aus verstopften Abwasserrohren gezerrt. Das FX-Team hat ganze Arbeit geleistet, damit zumindest Horrorfans auf Ihre Kosten kommen und Defizite im Drehbuch wettgemacht werden können. Überhaupt legt der Streifen in technischer Hinsicht ein beachtliches Niveau an den Tag, das meist nur wenige, unabhängig produzierte Horrorfilme erreichen, weil nicht selten viel zu wenig Budget zur Verfügung steht, um auch alle kreativen Ideen in die Tat umsetzen zu können.
 
Leider sind die überschaubaren Effekte auch das einzige, was SEPTIC MAN erträglich gestaltet. Schreiber BURGESS konzentriert sich zu versteift über weite Strecken auf eine kaum vorhandene Geschichte, die fast nichts zu erzählen hat. Das schien er vermutlich schnell selbst bemerkt zu haben, so dass er seinen SEPTIC MAN um einen überflüssigen und vollkommen unglaubwürdigen Nebenplot ergänzte, der von zwei geistig umnebelten Brüdern handelt, die in den entscheidenden Momenten irrationale Dinge veranstalten. Mit SEPTIC MAN ist BURGESS und COOK kein großer Wurf gelungen. Statt dem Zuschauer ekelhafte Transformationseffekte zu präsentieren, die er bei einem Film wie SEPTIC MAN vermutlich erwartet hätte, verlaufen sich die beiden Macher in Nebensächlichkeiten, die eigentlich niemanden interessieren. Bei so einfältiger Filmware packt den Filmfreund am Ende das Grausen: Jack kriecht am Ende wutentbrannt aus den Rohren der Abwasserschächte, um unter monströsem Gebrüll die Fortsetzung einläuten zu können. Die kann gut und gerne noch 30 Jahre warten. Denn: Keiner macht so atomarisch gute Filme, wie TROMA. Alles andere ist Kindergarten.
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ekelhaft, widerlich und Brechreiz erregend – TROMA bekommt mit diesem deftigen Ekel-Exzess Konkurrenz. Regisseur JESSE THOMAS COOK und Drehbuchautor TONY BURGESS lassen erneut die guten, alten TROMAVILLE-Zeiten aufleben und hantieren mit kontaminiertem Wasser, um ein paar widerliche Mutationsmomente zurück auf die Mattscheibe bringen zu können. Was während der TROMA-Ära in den 80ern in ATOMIC HERO noch mit viel bitterbösem Humor garniert wurde, erhält im Falle von SEPTIC MAN einen ernsten Unterton und verbreitet keine Laune. Die erhofften Transformationsmomente machen sich rar, stattdessen flimmert ein ereignisloses Kammerspiel über den TV-Apparat, das um konstruiert wirkende Handlungsstränge bereichert wurde, damit der Streifen mit seinen hart erkämpften 90 Minuten als Spielfilm bezeichnet werden konnte. Trotz grafischem Ausscheiden von Körperflüssigkeiten und gewöhnungsbnedürftigem Körper-Horror ist der Fun-Faktor gering. Stattdessen gibt es einen Film zu sehen, der trotz Umweltproblematik keinen tieferen Sinn vermitteln will und sich zieht wie Kaugummi. So etwas braucht die Filmwelt nicht. Nur schade um die guten Spezialeffekte.
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Zensur

 
 
 
Die wohl grafischste Szene ist die, in der einer der Brüder mit einer Kettensäge zerteilt wird. Ansonsten gibt es einige Mutationseffekte sowie eine Ratten-Fressszene zu begutachten. Ein ultra-brutales Splatterfest ist SEPTIC MAN erstaunlicherweise nicht geworden. Der rote KJ-Flatschen auf dem Cover dürfte deshalb ausreichen.
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

 
The Toxic Avenger (1984)
 
Body Melt (1993)
 
Street Trash (1987)
 


Kritik: „Blood Lake: Attack of the Killer Lampreys“ (2014)

Blood Lake (2014)
 
 
 

BLOOD LAKE –

ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS

Story

 
 
 
Eine amerikanische Kleinstadt wird von hungrigen Neunaugen terrorisiert, die ihren natürlichen Lebensraum verlassen müssen, weil sie nichts mehr zu fressen finden …
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Kritik

 
 
 
THE ASYLUM ist wieder da und versucht sein Glück erneut auf dem Fischmarkt. Nach dem Überraschung-Hit SHARKNADO, über dessen Erfolg sich noch immer die Geister scheiden, ist es verdächtig ruhig um die Trash-Werkstatt geworden, obwohl das Studio rastlos damit beschäftigt ist, neue billig produzierte Mockbuster in Läden und Fernsehen zu bringen. Scheinbar haben trashige Ableger erfolgreicher Blockbuster, wie ANDROID COP (die B-Movie-Version des ROBOCOP-Remakes) oder APOCALYPSE POMPEII (ASYLUMS Billig-Antwort auf Andersons Effekteschlacht POMPEII) nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten, die man sich nach den fliegenden Haifischen erhofft hatte. Kurzum wurde die SHARKNADO-Erfolgsformel noch einmal aus der Schublade gekramt und leidlich unterhaltsam aufgewärmt. Seltsamerweise hat ASYLUM den Arbeitgeber gewechselt. Statt wie bisher minderwertige Filme für den amerikanischen Science-Fiction-Sender SYFY zu produzieren, arbeitet man jetzt auch für den Tierkanal ANIMAL PLANET, der eigentlich für seine eher familienfreundlichen Tierdokumentationen bekannt ist. Was dort jedoch ein Film wie BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS zu suchen hat dürften vermutlich allein die Programmdirektoren zu beantworten wissen, die wohl enach einem kräftigen Zugpferd gesucht haben, mit dem sich die Einschaltquoten nach oben treiben lassen.
 
Abfallbeseitigungsanlage THE ASYLUM holt längst verschollen geglaubte Seriendarsteller der 90er zurück aus der Versenkung. Nachdem Ex-Beverly-Hills-90210-Darsteller IAN ZIERING in SHARKNADO den Kampf gegen menschenfressende Haie mit Bravour bestanden hat, sieht sich Ex-Serienkollegin SHANNEN DOHERTY ebenfalls mit blutgeilem Getier aus dem Meer konfrontiert. Sexhungrige Neunaugen vermehren sich in BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS wie die Fliegen und haben einen eigenwilligen Appetit auf warmes Menschenblut entwickelt, der selbstverständlich im Desaster enden muss. Eine Kleinstadt am Michigan Lake wird Ziel einer blutigen Invasion aalartiger Fische, die sich mit ihrem spitzen Rundmäulern an all das festsaugen, was ihnen vor den zahnreichen Zungenkopf kommt. Doch ASYLUM wäre nicht ASYLUM, würde der ohnehin kaum Sinn ergebende Nonsens nicht noch auf die Spitze getrieben werden. Die Fische entwickeln Intelligenz, verlassen ihren natürlichen Lebensraum, erklettern Stauseemauern und gelangen durch die Trinkwasserversorgung in die Haushalte der Menschen. SHANNEN DOHERTY ist mit Sack und Pack in Gefahr und schlägt am Ende, wie hätte es auch anders sein können, die gefrässige Brut in die Flucht. Die hat ganz unbemerkt die nächste Evolutionsstufe erklommen, anders lässt sich nämlich auch nicht erklären, warum Fische neuerdings schreien können.
 
Auch nach der Sichtung von BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS konnten wir nicht in Erfahrung bringen, welch sonderbaren Stoff ASYLUMS Drehbuchautoren (u.a. DELONDRA WILLIAMS, die bereits am unsäglichen schlechten ZOMBIE NIGHT mitgetüftelt hat) konsumiert haben müssen, um derart peinlichen Schwachsinn zu Papier bringen zu können. Der Zuschauer bekommt hier erneut unterirdischen Tier-Trash geboten, der jedoch im Gegensatz zu Asylums SHARKNADO uninspiriert und ironiefrei heruntergekurbelt wurde. Auch wenn die unzähligen CGI-Effekte ganz brauchbar umgesetzt wurden mangelt es BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREY eindeutig an Spannung, denn die Geschichte wird nach dem für Tier-Horrorfilme bekanntem Schema abgespult. So müssen erst unschuldige Bewohner der Zeitliche segnen, weil der skrupellose Bürgermeister nicht handeln will. Der wird hier von einem überraschend ernsten CHRISTOPHER LLOYD (ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT, PIRANHA 2) verkörpert, der am Ende den Folgen eines Fischeinlaufes erliegt. Aufregend, gruselig oder gar unterhaltsam ist das mitnichten, denn BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS ist eines jene Werke, das seine billige TV-Herkunft nicht verleugnen kann. Dann doch lieber noch einmal SKARKNADO in den Player werfen. Denn wenn es schon sinnbefreiter Trash sein soll, dann so und nicht anders.
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Teils nicht unblutiger Splatter-Trash vom Regisseur des kontroveren Folter-Machwerks HATE CRIME. Wenn Ex-Beverly-Hills-90210-Sternchen SHANNEN DOHERTY auf Abfallpresse THE ASYLUM trifft kann eigentlich nichts Gutes bei herumkommen. Nachdem das Trash-Studio schon jede erdenkliche Tierart für lächerlichen Schwachsinn missbraucht hat, werden nun vom Aussterben bedrohte Wasserbewohner auf ahnungslose Menschen losgelassen. Leider hat die fürs TV produzierte Invasion der Killer-Neunaugen unter einem nahezu nichtvorhandenen Spannungsbogen zu leiden, was BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS zu einer schläfrigen Angelegenheit macht. Der Streifen folgt der bekannten ASYLUM-Formel und kombiniert eine hanebüchene Geschichte mit „wegweisenden“ CGI-Effekten, die ausnahmsweise nicht ganz so grottig umgesetzt wurden, wie man es eigentlich von THE ASYLUM gewohnt ist. Neuerdings scheint die C-Movie-Kreativschmiede ein Herz für gescheiterte Serienstars zu besitzen. Nach IAN ZIERING ist die DOHERTY bereits die zweite Ex-Serien-Ikone der 90er die versucht mit unterirdischen TV-Trash zurück ins Rampenlicht zu kriechen. Wie es jedoch THE ASYLUM immer wieder gelingt namhafte Schauspieler (in diesem Fall CHRISTOPHER LLOYD) für deren hirnfreien Produktionen zu gewinnen, bleibt wohl ein gutgehütetes Geheimnis. Fazit: ASYLUM macht auch mit BLOOD LAKE – ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS das, was es am besten kann. Nämlich haarsträubenden Zelluloid-Müll, der einem nur kostbare Lebenszeit raubt. Da reichen selbst die wenigen Splatter-Momente nicht aus (ein Rasentrimmer wird hier zweckentfremdet), um BLOOD LAKE überhaupt irgendwie schönreden zu können.
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Zensur

 
 
 
BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS ist ein typischer Vertretung der Gattung Tier-Horror. Wirklich grausam wird es nicht. Immerhin darf am Ende auch mal etwas gesplattert werden. Mit Hilfe eines Rasentrimmers werden Neunaugen vor der Kamera zermatscht. Der Film ist mit dem roten „Keine Jugendfreigabe“-Flatschen in den Handel gekommen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-lake-blu-ray

(c) Great Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Lake: Attack of the Killer Lampreys; USA 2014

Genre: Horror, Thriller, Trash

Ton: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras: HD-Bonusfilm, Original Trailer, Gag Reel, Making of, Trailershow, 3D-Version des Streifens

Release-Termin: 10.10.2014

 

Blood Lake – Killerfische greifen an [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Animal (2014)
 
Benath (2013)
 
Bait 3D (2012)
 
Sharkado (2013)
 
Big Ass Spider (2013)
 


Filmreview: „The Underneath“ (2013)

The_Underneath_2013
 
 
 

THE UNDERNEATH

Story

 
 
 
Wayne (Holt Boggs) und Jessi (Natalie Wilemon) sind frisch verheiratet und wollen ihre Flitterwochen mit einer Wanderung durch die unberührte Natur ausklingen lassen. Leider findet der erholsame Trip ein frühes Ende, denn das Paar landet auf der Speisekarte grotesker Höhlenwesen, die in Tunneln unter einem idyllischen See hausen …
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Kritik

 
 
 
Hurra, die Kreaturen aus THE DESCENT sind zurück. Okay, so in ähnlich, denn THE UNDERNEATH ist quasi die Billigversion des britischen Gruselhits aus dem Jahre 2005. Regisseur BRIAN T. JAYNES muss wohl ein großer Fan jener Höhlenkletterei gewesen sein, denn sein Schnellschuss gleicht in allen Belangen der durchaus sehenswerten Vorlage aus Großbritannien. Hier haben wir es mit Gestalten zu tun, die unter der Erde in Gängen hausen und ab und an mal Hunde und Menschen von der Erdoberfläche krallen, um sie dann genüsslich zu verspeisen. Taktisch klug scheint das traute Heim auch gewählt zu sein, denn das befindet sich nahe eines idyllischen Badesees, zu dem sich nicht selten ahnungslose Touristen verirren. Was würde die Welt nicht ohne jene Filmschaffende tun, die sich mit einer unbändigen Leidenschaft der Herstellung von Trash widmen. BRAIN T. JAYNES hat nämlich ein goldenes Händchen für Filme, die eigentlich keiner freiwillig sehen möchte. Er dreht, schreibt, schneidet und produziert fleißig eine Gurke nach der nächsten und scheint darin auch noch erfolgreich zu sein. Angefangen hat es anno 2010 mit einem Glanzstück sinnbefreiter Videounterhaltung. Der Monsterschund BOOGEY CREEK lies sich scheinbar gut ins Ausland verkaufen (sogar nach Deutschland), so dass der amerikanische Filmemacher gleich an zig weiteren Katastrophen werkeln und darunter auch mit dem erschreckend unterirdischen Zombieabfall HUMANS VERSUS ZOMBIES (2011) quälen konnte. Ganz so unterirdisch wie seine letzten Werke ist THE UNDERNEATH seltsamerweise nicht geworden, denn auch wenn hier mal wieder rigoros kopiert wurde und sogar die Story von Unterirdischen handelt, überzeugt das Creature-Feature mit solider Spannung.
 
Im Mittelpunkt steht ein verheiratetes, sympathisches Pärchen, das die Flitterwochen via Camping unvergesslich machen möchte. Natürlich treibt es die Verliebten an genau jenen Baggersee, unter dem hungrige Kreaturen hausen, die sich noch vom letzten Opfer die gefüllten Mägen streicheln. Fluchs rutschen die beiden in ein Erdloch und landen in einem riesigen Höhlenkomplex unter dem Gewässer. Gatte Wayne (HOLT BOGGS) prellt sich gleich mal die Haxen, so dass die Erkundungstour erschwert wird. Gut, dass Frau (NATALIE WILEMON) immer ihr Handy dabei hat. Das hat selbstverständlich drei Meter unter der Erdoberfläche keinen Empfang, lässt sich aber hervorragend als Taschenlampe verwenden. Es wird durch unterirdische Gewässer getaucht und sich durch enge Gänge gezwängt, bis man auf eine Scharr seltsam deformierte Menschen trifft, die scheinbar seit Ewigkeiten in den unterirdischen Höhlen leben.
 
Was man aus Pappe nicht alle machen kann. JAYNES hat aus dem Wunderstoff nicht nur die ganze Kulisse zaubern lassen; auch die Masken sehen verdammt nach Bastelbedarf aus. Zwar lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit zu den Wesen aus NEIL MARSHALLS Höhlenschocker erkennen; viel Liebe zum Detail wurde hier aber nicht betrieben. Nichtsdestotrotz passt die Stimmung. Die ist trotz Gips und Styropor reichlich klaustrophobisch und sorgt vereinzelt sogar für ganz dezentes Herzklopfen. Wie es in THE DESCENT der Fall ist, krabbeln auch die Monster in THE UNDERNEATH kopfüber an der Höhlendecke entlang. Wie das mit bloßen Händen logisch zu bewerkstelligen ist, bleibt unbeantwortet, schließlich handelt es sich hier ja auch um einen Horrorfilm. Ebenso unklar bleibt, wie die Kreaturen unter die Erde gekommen sind und warum sie bisher unentdeckt blieben. Immerhin gibt es auch Monstersex zu sehen. Das lockert die bierernste Handlung auf und scheint den Wesen auch sichtlich Vergnügen zu bereiten, denn so ein Leben in permanenter Blind- und Dunkelheit dürfte auf Dauer arg aufs Gemüt schlagen. THE UNDERNEATH ist Low Budget Standard, so wie man ihn kennt. Die rudimentäre Handlung wird geradlinig nach Schema F abgedaddelt und ab und an gibt es Found Footage in Form eines Handytagebuchs zu sehen, denn Wackelcam liegt Jahre nach PARANORMAL ACTIVITY unverständlicherweise immer noch im Trend. Ansonsten bröselt es mal kurz von der Decke, damit das Tempo der überraschungsarmen Geschichte vorangetrieben wird. Light-Splatter gibt es in Form von Fressszenen und Kadavern übrigens auch zu sehen. Das erfreut das Splatterherz und hält natürlich bei Laune.
 
THE UNDERNEATH ist nix Großes. JAYNES hat hier einen kleinen, soliden Horrorausflug gedreht, den man sich gut und gerne als Appetizer gönnen kann. Sättigend ist das magere Horrorhäppchen natürlich nicht im Geringsten, bereitet aber für knapp eine Stunde unterhaltsame Kurzweil. Mit gerade einmal 65 Minuten Nettolaufzeit, ist THE UNDERNEATH jedoch ganz schön kurz geraten, was zwar angesichts der nahezu nicht vorhandenen Geschichte optimal gelöst wurde, aber für einen abendfüllenden Spielfilm eindeutig zu wenig ist. Hier hätte man sich mehr Konfrontationen mit den Höhlenbewohnern gewünscht, denn die treten recht überschaubar und fast schon zurückhaltend in Aktion.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Klein, fein und praktisch: THE UNDERNEATH kann quasi als weitere, natürlich inoffizielle Fortsetzung zu THE DESCENT bezeichnet werden. Der Low Budget Grusler ist knackig, spannend und bietet Splatter light für all jene, die von einem Horrorfilm auch eine Prise Gewalt erwarten. Die bleibt aber im Rahmen und orientiert sich dabei selbstverständlich an das klaustrophobische Original aus dem Jahre 2005. Ansonst hat Regisseur BRIAN T. JAYNES erstaunlich gut kopiert, denn ein Rohrkrepierer ist THE UNDERNEATH trotz kaum vorhandenem Budget löblicherweise nicht geworden. Anschauen, unterhalten lassen, abhaken.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Zensur

 
 
 
THE UNDERNEATH ist nicht sonderlich brutal. Wer THE DESCENT gesehen hat, dürfte demnach auch wissen in welchem Gewaltpegel sich THE UNDERNEATH einpendelnd wird. Wir gehen von einer ungeschnittenen FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent (2005)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
The Cave (2005)
 
The Hills Have Eyes 2 (2007)