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Beiträge mit Schlagwort “Monster

Filmkritik: „Primal Rage“ (2018)

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PRIMAL RAGE

(PRIMAL RAGE: THE LEGEND OF OH-MAH)

Story

 
 
 

In PRIMAL RAGE muss sich ein Paar in den Wäldern mit einer mordlustigen Kreatur anlegen.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Kritik

 
 
 
Wenn mit einem riesigen Monstermaul auf dem Cover einer Heimkinoveröffentlichung geworben wird, dürften so einige Horrorfans nicht zu Unrecht skeptisch werden. Seit einigen Jahren werden nämlich solche plakativen und reißerischen Werbemaßnahmen für Trash-Horror aus dem Hause SYFY oder THE ASYLUM betrieben, wo gern mal CGI-Monster in schlecht produzierten Low-Budget-Gurken auf kreischende Teenager losgelassen werden. Da sollen verheißungsvolle Filmplakate von nicht vorhandenen Qualitäten ablenken und letztendlich zum Kauf animieren. Demzufolge ist die Vorsicht verständlich. In Zeiten des Horror-Überflusses, in denen man gute Horrorstreifen mittlerweile mit der Lupe suchen muss, ist es schwer geworden die Spreu vom Weizen zu trennen. Gut, dass es Filmseiten wie FILMCHECKER gibt, die das testen, was sonst keiner sehen will. Im Falle des hier folgenden PRIMAL RAGE können wir aber schon mal Entwarnung geben. Da geifert zwar auch ein Monster auf dem Cover; von unterirdischem Low-Budget-Schrott ist dieser Film aber weit entfernt. Da kann man als eingefleischter Genre-Liebhaber endlich mal aufatmen und sich auf einen unterhaltsamen Filmabend freuen. PRIMAL RAGE macht’s möglich.
 
 
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In PRIMAL RAGE geht es um ein sich entfremdetes Pärchen, das wieder zu sich finden muss. Mark war über ein Jahr lang im Knast. Zeit, in der sich viel verändert hat – vor allem bei Frau Ashley. Die ist sich ihrer Liebe nicht mehr ganz so sicher, lässt es sich aber nicht nehmen den Gatten aus dem Knast abzuholen. Viel zu sagen hat sich das Pärchen demzufolge nicht, als man durch die kalifornischen Wälder zurück in die Zivilisation düst. Bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt. Ein nackter Mann kreuzt die Fahrbahn und wird von den jungen Leuten überfahren. Da sitzt der Schock tief, zumal Beifahrer Mark soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde und man nun eine neue Haftstrafe fürchtet. Doch viel Zeit bleibt nicht sich über Konsequenzen den Kopf zu zerbrechen. Beide werden von einem Fremden attackiert und flüchten in die Wälder. Was sie dort erleben, ist kein Zuckerschlecken. Hier müssen sie sich gegen eine böse Kreatur zur Wehr setzen, die mit allen Wassern gewaschen ist.
 
 
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Oh nein, nicht schon wieder ein Film über Bigfoot. Zumindest mag man das meinen, wenn man sich den Trailer zu PRIMAL RAGE anschaut. Darin wird gleich zu Beginn von Legenden berichtet, die die sagenumwobene Kreatur in den Mittelpunkt rücken. Natürlich ist auch in diesem Streifen alles wie gehabt. Ein Schauspieler im Bigfoot-Kostüm hetzt ahnungslose Opfer durch Wälder, die von der Kreatur nacheinander in Stücke gerissen werden. Das hört sich nicht sonderlich einfallsreich an. Was PRIMAL RAGE aber dennoch hervorstechen lässt, ist der beinahe schon übertrieben zelebrierter Gewaltpegel, den man eigentlich sonst von dieser Art Filmen nicht unbedingt erwartet. Regisseur PATRICK MAGEE ist noch relativ unerfahren in Sachen Regieführung. Was der aber mit dem ersten Spielfilm auf die Beine gebracht hat, ist weit weg von schlecht. Mit einem erfahrenen Effekte-Team lässt der Gesichter zerreißen, Köpfe von Pfeilen durchbohren und Kehlen aufschlitzen. Die Kamera hält munter drauf, sodass man sich schon wundern muss, was die hiesige FSK dazu getrieben hat PRIMAL RAGE ungeschnitten freizugeben. Überhaupt sind die vielen recht harten und teils auch sehr lang ausgewalzten Splatter-Exzesse handwerklich über jeden Zweifel erhaben. Das mutet für einen Low-Budget-Streifen ungewöhnlich an. Der Grund ist in der Vita von Newcomer PATRICK MAGEE zu suchen. Der begann seine Karriere als Effektspezialist und gründete schnell seine eigene Effekt-Firma: MAGEE FX. Mit der war er für Hollywood-Blockbuster wie ALIEN VS. PREDATOR, MEN IN BLACK 3 oder Raimis SPIDER-MAN tätig. Weil die Geschäfte gut liefen, konnte er sich endlich einen langen Traum erfüllen. So sah Magee in Kindestagen den Horrorklassiker AMERICAN WEREWOLF IN LONDON. Seit jeher wuchs in ihm der Wunsch irgendwann selbst mal einen Monsterfilm zu drehen. Nun ist die Zeit gekommen. Mit PRIMAL RAGE werden Visionen wahr. Zu aller Überraschung ist das Resultat auch noch unerwartet unterhaltsam. Freunde blutiger Horrorfilme wird das freuen.
 
 
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PRIMAL RAGE – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Ist das etwa eine Videospielverfilmung des Spielklassikers PRIMAL RAGE? Die Frage ist berechtigt und dürfen wir mit „nein“ beantworten. Der hier vorgestellte PRIMAL RAGE ist ein blutiger Monster-Splatter aller erster Güte, der rein gar nichts mit der gleichnamigen Prügel-Reihe zu tun hat, die 1994 in den Arcade-Hallen und anschließend für Spielkonsolen veröffentlicht wurde. Regisseur PATRICK MAGEE vermischt in der ersten Regiearbeit Elemente aus der erfolgreichen PREDATOR-Reihe mit Bigfoot-Schauer und Hexen-Horror zu einem schwer unterhaltsamen Horrorstreifen, der obendrein auch noch ziemlich brutal ist. Trotz altbekannter Geschichte um ein Monster in den Wäldern ist PRIMAL RAGE ganz kurzweilig geraten – auch wenn die Filmkreatur dann doch etwas sehr früh in ganzer Pracht vor der Kamera gezeigt wird. Doch Mankos im Drehbuch werden mit hochwertigen Gore-Effekten wettgemacht. Die sind hier der eigentliche Star und dürften jeden Horrorfilmfan zum Schwärmen bringen. Weil der Film nach der Halbzeit auch noch einen plötzlichen Richtungswechsel wagt und mit einem Twist verblüfft, sprechen wir an dieser Stelle für PRIMAL RAGE eine Empfehlung aus. PRIMAL RAGE erfindet das Monster-Genre keineswegs neu. Dennoch gehört er Dank atmosphärischer Bilder, düsterer Stimmung und deftigen Gewaltmomenten zu den besseren Creature-Features, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Zensur

 
 
 
Es ist schon eine kleine Überraschung, dass PRIMAL RAGE ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Der Gewaltpegel ist ordentlich und einige Spezialeffekte sehen so realistisch aus, dass man sich nicht grundlos fragt, ob dass hier wirklich noch handgemachte Spezialeffekte sind. Es werden Köpfe zertreten und Schädel auseinandergerissen. Dennoch blieb der Film trotz roten FSK-Flatschen unzensiert. Splatterfans könne daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Primal Rage; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Interviews, Audiokommentar, Fotogalerie

Release-Termin: 01.11.2018

 

Primal Rage [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Willow Creek (2013)
 

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Filmkritik: „Stephanie – Das Böse in ihr“ (2017)

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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR

(STEPHANIE)

Story

 
 
 
Ein kleines Mädchen muss sich im eigenen Heim mit bösen Mächten auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streifen aus der Hochglanz-Gruselschmiede von Produzent JASON BLUM. Der dürfte vermutlich nicht jedem Horrorfan ein Begriff sein. Weitaus bekannter sind aber die Filme, die in seiner Film- und Fernsehproduktionsfirma BLUMHOUSE PRODUCTIONS entstanden sind. Darunter viele namhafte Horror-Schocker, die vor allem an den Kinokassen satte Gewinne erzielen konnte. So bewies man bei der Filmauswahl schon in den Anfangsjahren ein goldenes Händchen und rief mit PARANORMAL ACTIVITY ein günstig produziertes Franchise ins Leben, das sich zu einem lukrativen Welterfolg mausern konnte. Was danach folgte, hat schon längst Genre-Geschichte geschrieben. BLUMHOUSE PRODUCTIONS lies Filme wie THE PURGE, GET OUT, INSIDIOUS oder SPLIT auf den Zuschauer los und verdiente sich mit konventionell gestrickter Hochglanzware ein goldenes Näschen. Ein Erfolgsmodell, das es ermöglicht auch ab und an Filme zu produzieren, die nicht unbedingt den Massengeschmack bedienen. Darunter fällt auch STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR, der sich dann doch etwas in der Machart von den üblichen Blumhouse-Filmen unterscheidet.
 
 
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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR rückt das kleine Adoptivkind Stephanie in den Mittelpunkt, das eines Morgens aufwacht und allein durch das Zuhause schlendert. Mit dem Kuscheltier unter dem Arm bereitet sich Stephanie Mahlzeiten zu, schaut Fernsehen oder flüchtet in ihre kindliche Traumwelt. Doch wo sind Mutter und Vater? Offenbar stimmt da etwas nicht, zumal im Fernsehprogramm regelmäßig von seltsame Wesen und schlimmen Katastrophen berichtet wird, was auf drohendes Unheil schließen lässt. Auf das hat sich Stephanie aber vorbereitet, denn immer öfter bekommt das Mädchen Besuch von bösen Monstern, die ihr nichts Gutes wollen. Doch das Kind weiß damit umzugehen. Es verkriecht sich ganz einfach in kleinen Verstecken und wartet, bis sich das Böse wieder verzogen hat. Ein cleveres Mädchen – oder etwa nicht?
 
 
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Stephanie allein zu Haus. Was sich hier liest, wie eine Horror-Version der Kultkomödie KEVIN ALLEIN ZU HAUS ist alles andere als das. Der Film schlägt ein weitaus ernsteres Kaliber an und verstrickt sich dabei tief im Horror-Genre. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur AKIVA GOLDSMAN weiß, wie man den Zuschauer heimtückisch an der Nase herumführt. So entpuppt sich STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR als taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das erst in der Halbzeit seine wahren Intensionen lüftet. Während man dem Zuschauer zu Beginn noch ein dystopisches Endzeitszenario vorgaukelt, wendet sich ab Filmmitte das Blatt. Da tauchen plötzlich die Eltern der kleinen Filmheldin auf und meinen es alles andere als gut mit der eigenen Tochter. Warum das so ist, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, obwohl man hierbei auch einmal mit dem Rechteinhaber UNIVERSAL PICTURES kritisch ins Gericht gehen muss. Das Label versaubeutelt mit unnötigem Titel-Anhang den eigentlichen Überraschungseffekt dieses kleinen Gruselfilms. Spoiler-Gegner werden da berechtigterweise verärgert über das Vorgehen des Unternehmens sein, denn mit voreiligen Filmauflösungen macht man sich keine Freunde.
 
 
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STEPHANIE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR ist ein kleiner Geheimtipp, welcher von JASON BLUM produziert wurde, der bekanntermaßen ein gutes Gespür für lukrative Horrorstoffe besitzt. Überraschenderweise geht der Film aber andere, unkonventionelle Wege wie die meisten Schocker aus der Produzenten-Mache genannten Geldgebers und verblüfft mit einem unerwarteten Twist, den man so vermutlich nicht kommen sehen wird. Offenbar einer der Gründe warum STEPHANIE (so der Originaltitel) hierzulande ohne Kino-Umwege direkt für den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Die Handlung ist nämlich anfangs ziemlich verworren, um den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken. Ein geschickter Schachzug und die eigentliche Quintessenz dieses Gruselfilms, der übrigens von einer talentierten Jungdarstellerin getragen wird. Mit ihren gerade einmal 13 Jahren führt die 2005 geborene SHREE CROOKS den Zuschauer teils allein durch den gesamten Film. Das gelingt oft nicht einmal alteingesessenen Schauspielern. Das muss man an dieser Stelle lobend erwähnen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Zensur

 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN DIR ist nicht sehr brutal. Einige Protagonisten werden durch die Luft gewirbelt und deren Knochen durch geheimnisvolle Kräfte gebrochen. Weiterhin tritt die kleine Hauptdarstellerin in eine Glasscherbe und ein Rücken wird auf schmerzhafte Weise aufgeschnitten. Der Film hat hierzulande eine FSK16 erhalten. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stephanie; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 23.08.2018

 

Stephanie – Das Böse in ihr [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STEPHANIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „Feral“ (2017)

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FERAL

Story

 
 
 

In einer Waldhütte geht das Böse um. Nein, FERAL ist kein weiteres Plagiat des beliebten Horrorklassikers EVIL DEAD. In diesem Horrorfilm stecken sich junge Menschen mit einem aggressiven Virus an, der diese in Monster verwandelt.

 
 
 


 
 
 

FERAL – Kritik

 
 
 
Eigentlich sollte es nur ein kleiner Campingausflug mit Freunden werden. Drei Pärchen machen sich auf in die Wälder, um die Natur genießen zu können. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein seltsames menschenartiges Wesen überfällt einen der Kumpels und reißt ihm die Innereien aus dem Körper. Das verursacht Panik bei den übrigen Freunden, die nacheinander ebenfalls vom Bösen attackiert werden und sich dabei mit einem ominösen Virus infizieren, der Menschen in Bestien verwandelt. Gott sei Dank kommt Unterstützung. Ein Fremder eilt den Freunden zu Hilfe und verschafft ihnen Unterschlupf im eigenen Heim. Doch offenbar ist man in dieser Hütte nicht sonderlich sicher. Ach hier ist man von den Attacken der Infizierten nicht sicher. Die versuchen alles, um weitere Menschen mit der furchtbaren Seuche anzustecken. Demzufolge ist der Fortgang von FERAL nicht sonderlich einfallsreich. Einer nach dem anderen wird angesteckt und verwandelt sich anschließend in eine ebenso aggressive Bestie, die nur ein Ziel kennt: die noch nicht infizierten Freunde ebenfalls in den Abgrund zu reißen.
 
 
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Wenn es ein Virus mal wieder nicht gut mit der Menschheit meint. Das klingt wie etwas, was man schon tausende Male gesehen hat. FERAL ist ein später Nachzügler der lukrativen Zombie-Welle, die vor einigen Jahren noch einmal erfolgreich aufkam. Dort wurden meist Menschen nach einem Virusausbruch in aggressive Kreaturen umfunktioniert, die geifernd durch Szenarien liefen, um den Virus möglichst schnell weiterzugeben. Mittlerweile ist es im Zombie-Genre verdächtig still geworden, was wohl daran liegt, dass sich allmählich ein Sättigungsgefühl beim Publikum eingestellt hat. Regisseur MARK YOUNG scheint das aber wohl egal zu sein. Der begibt sich noch einmal auf bekannte Zombie-Pfade und liefert solide Horrorunterhaltung ab, die sich irgendwo zwischen CABIN FEVER und THE DESCENT bewegt. Alles ist demzufolge wie gehabt: Protagonisten unterschätzen die Gefahr, handeln unklug und werden nacheinander mit dem Virus infiziert, der sie zu mutierten Kreaturen mit niederen Instinkten macht. Neu dagegen ist, dass eine taffe Heldin das Steuer übernimmt, die nicht unbedingt den gängigen Horror-Abziehbildern entspricht. Filmemacher MARK YOUNG hat für die Heldenrolle eine problembehaftete Kämpferin gewählt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung private Niederlagen durchlebt. So liebt Heldin Alice (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus GHOST HOUSE) keinen Mann, sondern hat die Reise mit der Liebsten (OLIVIA LUCCARDI aus IT FOLLOWS) angetreten, welche im Überlebenskampf stets zur Seite steht. Eine ungewöhnliche Prämisse, mit der sich FERAL zumindest etwas vom Zombie-Virus-Einheitsbrei abheben will. Doch das Abweichen von gängigen Heldenklischees funktioniert nur bedingt. Homosexualität wird in FERAL nur zum Randthema gemacht. Stattdessen liegt der Hauptfokus des Films auf das Infizieren und Auslöschen seiner Protagonisten. Sonderlich einfallsreich ist das nicht.
 
 
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Immerhin kann man Regisseur und Drehbuchautor MARK YOUNG nicht vorwerfen, dass der handwerklich nichts kann. Der Filmemacher hat in der Vergangenheit bereits einige Low-Budget-Streifen mit bekannten Gesichtern gedreht, wobei er es 2007 mit dem Horrorfilm TOOTH AND NAIL auch auf das beliebte AFTER DARK HORRORFEST geschafft hatte. FERAL besitzt gute Kameraarbeit, eine anständige Charakterentwicklung und auch Schauspieler, die ihre Rollen glaubhaft verkörpern. Zudem hat man sich auch hinsichtlich Gewaltszenen und Kreaturen-Design Mühe gegeben. Haben sich die Protagonisten des Streifens erst einmal mit dem seltsamen Virus angesteckt, verwandeln die sich schleichend in Gestalten, die an Monster von so Streifen wie THE DESCENT oder 30 DAYS A NIGHT erinnern. Damit lässt sich zwar keinen Blumentopf gewinnen – wer aber unbedingt atmosphärischen Horror-Naschub mit einigen Schocks benötigt, kann bedenkenlos zugreifen. Viel erwarten sollte man aber nicht.
 
 
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FERAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein grimmiger Mix aus CABIN FEVER, THE DESCENT und 28 DAYS LATER mit für Horrorfilme ungewöhnlicher Heldenkonstellation. FERAL ist kein Horror-Highlight. Der Horror-Indie ist ein solider Genre-Beitrag, der wegen seiner Vorhersehbarkeit und allzu bekannter Formeln schnell wieder vergessen sein wird. Lobenswerterweise hat man auf Charakterentwicklung geachtet und an gute Schauspieler gedacht. Die machen die gradlinige Handlung halbwegs ertragbar, die einzig darin besteht, Menschen mit einem Virus zu infizieren, die anschließend umgebracht werden müssen, weil sie sich in unaufhaltbare Killermaschinen verwandeln. FERAL ist ein typischer Vertreter der Gattung: Einmal gesehen und abgehackt. Etwas mehr Kreativität und Einfallsreichtum täten dem Horror-Genre gut. Mittlerweile scheinen Filmstudios und Macher nur noch auf die schnelle Mark aus zu sein. Die Folge: Man bekommt Geschichten vor die Linse, die im Grunde genommen – minimal abgeändert – die immer gleiche Handlung abspulen. Öde!
 
 
 


 
 
 

FERAL – Zensur

 
 
 
Sehr brutal ist FERAL nicht. Hälse werden aufgeschlitzt, ein Brustkorb aufgerissen und ein Messer wird ebenso in einen Rücken gerammt. Außerdem entledigt man sich dem Bösen mit einem Schrotgewehr. Sollte FERAL hierzulande veröffentlicht werden, ist eine FSK16 durchaus denkbar.
 
 
 


 
 
 

FERAL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Redwood (2017)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Cabin Fever (2016)
 


Filmkritik: „The Cleanse“ (2016)

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THE CLEANSE

(THE MASTER CLEANSE)

Story

 
 
 

Neustart mit Hindernissen: Ein seltsames Programm soll Menschen von ihren Sorgen befreien und ein neues, besseres Leben ermöglichen. Doch dieser Kurs hat auch seine Tücken, wie der desorientierte Mittdreißiger Paul herausfinden muss.

 
 
 


 
 
 

THE CLEANSE – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder überraschend, wen man so alles in Indie-Horrorfilmen wiedertrifft. Nicht selten geben sich nämlich namhafte Schauspieler die Ehre und tauchen in Filmen auf, die sich eher auf einen kleinen, nischigen Publikumskreis konzentrieren. Zuletzt geschehen in der Romanverfilmung I AM NOT A SERIAL KILLER. Darin gab es ein Wiedersehen mit Zurück-in-die-Zukunft-Star CHRISTOPHER LLOYD, der sich offenbar nicht zu schade war, auch mal in einem Horrorfilm mitzuwirken, welcher nicht unbedingt für den Massenmarkt gemacht wurde. Gleiches trifft nun auch auf den vorliegenden THE CLEANSE (Arbeitstitel: THE MASTER CLEANSE) zu. Dabei handelt es sich ebenfalls um unabhängig produzierte Genre-Ware, die gleich zwei bekannte Gesichter zu bieten hat. Zum einen wäre da JOHNNY GALECKI, der sich vor allem durch Rollen in Erfolgsserien wie ROSEANNE und THE BIG BANG THEORY in die Hirne der Zuschauer brennen konnte. Zum anderen lässt sich Oscar-Preisträgerin ANJELICA HUSTON blicken. Die war während der 1990er und 2000er in einigen sehr erfolgreichen Kinostreifen zu sehen. So verwandelte sie in HEXEN HEXEN als Oberhexe Kinder in Mäuse und übernahm in der Kinoadaption zur beliebten TV-Serie ADDAMS FAMILY die Rolle der Morticia Addams. Auch in THE CLEANSE hinterlässt sie einen nicht minder prägnanten Eindruck. Hier spielt sie die Leiterin eines ominösen Programms, das Menschen wieder zurück auf die rechte Bahn bringen soll. Kleiner Film – große Stars. Da kann eigentlich nichts schiefgehen. Oder etwa doch?
 
 
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Ein ungewöhnlicher Neubeginn. Der Mittdreißiger Paul weiß nicht mehr weiter. Offenbar hat er einen Punkt in seinem Leben erreicht, an dem er nicht mehr weiterkommt. Er hat den Job verloren und auch das Beziehungsleben sieht alles andere als rosig aus. Da kommt ihm eine Werbung geradezu recht, die im Nachtprogramm über den TV-Bildschirm flimmert. Ein kostenloser Kurs verspricht den Start in eines neues Leben durch Befreiung innerer Dämonen. Eine Chance, die der desorientierte Paul nutzen will. Er trägt sich für das vielversprechende Programm ein und wird zusammen mit drei anderen Teilnehmern in ein mysteriöses Camp gebracht. Dort müssen die Probanden seltsame Flüssigkeiten konsumieren, um sich von innen selbst zu reinigen. Leider nimmt der Reinigungsprozess bald seltsame Ausmaße an. Nach mehreren Gläsern Reinigungsgebräu erbrechen die Anwesenden seltsame Kreaturen, die quasi den fleischgewordenen Ballast symbolisieren sollen, den die Leidtragenden seit Jahren mit sich tragen. Doch so putzig die Wesen auf den ersten Blick auch sind, THE CLEANSE ist immer noch im Horror-Genre beheimatet und wartet mit einer Wendung auf, die den Film dann doch erst für Erwachsene interessant macht.
 
 
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Vertraue niemals großen Kulleraugen im Horrorfilm, denn dahinter verbirgt sich gern mal das Böse. Niedlichkeit im Gruselgenre ist trügerisch. So lehrte uns die Gruselkomödie GREMLINS – KLEINE MONSTER, dass kleine Knuddelgnome nicht unbedingt nett sein müssen. Regisseur JACOB VAUGHAN bestätigte jene These in BAD MILO. Dort machte ein knuffiger Dämon einem Mann das Leben zur Hölle, der sich im Hintern seines Opfers eingenistet hatte. Das Spiel mit dem trügerischen Kindchenschema ist auch im Horrorspaß THE CLEANSE Programm. Auch hier blinzeln herzallerliebste Kreaturen in die Kamera, die von ahnungslosen Menschen erbrochen werden und danach im Eiltempo zu wachsen beginnen. Was sich aber liest wie ein vielversprechendes Creature-Feature mit hohem Fun-Faktor, ist trotz bekannter Gesichter dann doch eine enttäuschende Angelegenheit. Das Problem: dem Film fehlt ein Wendung, das Treiben gestaltet sich als relativ „brav“ und auf ein richtiges Finale hat man gleich ganz verzichtet. Filmemacher BOBBY MILLER fokussiert sich zu verkrampft auf seine Helden. Die begeben sich in die Obhut einer ominösen Organisation und müssen sich anschließend mit ihrem seelischen Ballast auseinandersetzen, der als fleischgewordener Minidämon durchs Bild saust. Wer jetzt aber meint, dass die Kreaturen noch etwas anderes können, als niedlich zu sein, wird enttäuscht werden. Wo in GREMLINS plötzlich alles aus dem Ruder läuft, weil man die Gefährlichkeit der Kobolde unterschätzt, plätschert das Treiben in THE CLEANSE relativ familienfreundlich über die Leinwand. Kein Kobold-Schabernack, keine Kills. Stattdessen entwickeln die Charaktere emotionale Beziehungen zu ihren Dämonen und können sich am Ende nur schwer von ihrem fleischgewordenen Ballast lösen. Fans gut getrickster Monster-Filme werden da zu Recht dumm aus der Wäsche schauen, denn THE CLEANSE verschenkt Potenzial in allen Belangen.
 
 
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THE CLEANSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Dieses Dämonen-Movie ist mehr kuschelig als schrecklich. THE CLEANSE ist für einen Horrorfilm schlichtweg zu brav inszeniert, um ernst genommen zu werden. Für Kinder ist das Treiben zu düster ausgefallen, allen erwachsenen Genre-Fans mutet Gebotenes zu lapidar und belanglos an. Da fragt man sich doch glatt, für welches Publikum Regisseur BOBBY MILLER seine Horrorkomödie gemacht hat. Der hat namhafte Schauspieler für THE CLEANSE gewonnen, die den Streifen nach mehr aussehen lassen, als er wohl gekostet hat. Die Dämonen-Kreaturen, welche hier von Menschen erbrochen werden, sind handgemacht und Situationskomik zündet in der ersten Filmhälfte. Leider geht es danach bergab, denn offenbar schien Regisseur BOBBY MILLER beim Schreiben des Drehbuchs nicht klar zu sein, in welche Richtung er seinen Monster-Spaß lenken sollte. So gipfeln die Geschehnisse in einem zwar konsequenten Ende, das aber die Frage in den Raum wirft, was denn das alles hier soll. Die Monster verhalten sich weitestgehend friedlich und bis auf einige Entwicklungsstadien der Kreaturen hat man gänzlich auf Höhepunkte verzichtet. Demzufolge sollte man THE CLEANSE mit Vorsicht genießen.
 
 
 


 
 
 

THE CLEANSE – Zensur

 
 
 
THE CLEANSE ist relativ harmlos. Der Fokus liegt auf Humor. Ein Mann wird von einem Monster ermordet. Der Zuschauer bekommt nur das Ergebnis zu sehen. Weiterhin stirbt eine Protagonistin. Man sieht nur ihren toten Körper. Sollte THE CLEANSE hierzulande ausgewertet werden, gibt es eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE CLEANSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gremlins – Kleine Monster (1984)
 
Gremlins II – Die Rückkehr der kleinen Monster (1990)
 
Bad Milo (2013)
 
Spookies – Die Killermonster (1986)
 
Ghoulies (1985)


Filmkritik: „Apartment 212“ (2017)

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APARTMENT 212

(GNAW)

Story

 
 
 

Eine traumatisierte Mieterin erlebt in der neuen Wohnung den ultimativen Horror.

 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man bezieht eine neue Wohnung und plötzlich geht es darin nicht mit rechten Dingen zu. Eigentlich ein Grund wieder auszuziehen. So nicht in den meisten Horrorfilmen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen ergeben sich Protagonisten ihrem Schicksal und versuchen lieber das Böse zu bekämpfen, statt nach einer neuen Bleibe zu suchen. Im Horrorthriller APARTMENT 212 ist das nicht anderes. Auch hier passieren in einer Wohnung seltsame Ereignisse, aber niemand nimmt die Situation ernst. Was des einen Leid, ist des Zuschauers Freud. Der bekommt hier kurzweiligen Horror-Spaß geboten, der vor allem durch seine skurrile Auflösung im Gedächtnis bleibt. Die drängt APARTMENT 212 ein wenig in die Trash-Ecke, macht ihn aber vor allem gerade deswegen irgendwie sympathisch. Für Regisseur HAYLAR GARCIA ein Glücksgriff. Von dem hatte man eigentlich nichts Gescheites mehr erwartet. Zuletzt langweilte dieser mit seinem kruden Gewalt-Quatsch AN AMERICAN TERROR, wo er noch kurz auf den langsam abfahrenden Folter-Zug aufsprang und beliebigen Videoblödsinn fabrizierte, der zu Recht in der Versenkung verschwand. Umso mehr überrascht das Zweitwerk. Beinahe möge man meinen hier zwei Filme von unterschiedlichen Filmemachern zu sehen. Aber in der Tat wurden die von ein und demselben Regisseur inszeniert. Da sage noch einer, untalentierte Filmemacher sind unbelehrbar. Manchmal geschehen doch noch Wunder.
 
 
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Wenn das neue Leben zum Albtraum wird. Eigentlich wollte sich die attraktive Jennifer Conrad (PENELOPE MITCHELL aus DER FLUCH VON DOWNERS GROVE) nur aus den Ketten ihrer quälenden Beziehung befreien. Deren Ex-Freund regelte nämlich Probleme innerhalb der Beziehung gern mal mit Prügel. Grund genug zu flüchten, ein eigenes Apartment zu mieten und auf das Beste zu hoffen. Doch die Hoffnung auf Besserung schlägt bald in Horror um, denn Jennifer kommt nicht mehr zum Schlafen, weil die Nachbarin ganze Nächte durchweint. Leider weiß niemand Rat. Bis sich die verzweifelte Mieterin den Kopf wegschießt und die übrigen Bewohner mit Fragen zurücklässt. Was hat zu dieser Katastrophe geführt? Genau das will auch unsere Filmheldin wissen, die bald mit seltsamen Wundmalen zu kämpfen hat, die ihr das Leben zur Hölle machen. Schnell sind Schlüsse zur Nachbarin gezogen, die offenbar mit ähnlichem Leiden zu kämpfen hatte. Hat hier etwa Ungeziefer in den Wahnsinn getrieben? Erste Theorien führen ins Leere, denn weder Kammerjäger noch Hausarzt können Insektenbefall bestätigen. Nun ist guter Rat teuer, denn der Gesundheitszustand der von Wundmalen übersäten Jennifer verschlechtert sich beinahe täglich. Ein Grund mehr dem Übel auf die Spur zu gehen. Was man aber entdeckt, lässt das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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Kennst Du noch die TV-Horror-Serie TALES FROM THE CRYPT? Die lief von 1989 bis 1996 im amerikanischen TV und zeichnete sich durch makabre Kurzgeschichten aus, die es mit bitterbösem Abschluss oft nicht gut mit Ihren Helden meinte. Nimmt man APARTMENT 212 genauer unter die Lupe, hätte dieser Low-Budget-Horror auch genauso innerhalb dieser Kult-Reihe laufen können. APARTMENT 212 fühlt sich nämlich an, wie die Spielfilmversion einer dieser Episoden genannter Fernsehserie. Hier wird eine kleine Geschichte ins Absurdum getrieben, die ganz harmlos beginnt und am Ende vollkommen aus dem Ruder gerät. Dabei ist natürlich die Auflösung mysteriöser Wundmale des Pudels Kern, die der einfältig geschnittene Filmtrailer ganz unverfroren verrät. Dort nimmt man es mit Geheimniskrämerei nicht ganz so genau. Statt den Zuschauer neugierig zu machen, fällt man gleich mit der Tür ins Haus und nimmt dem charmant trashig wirkenden APARTMENT 212 die Spannung. Wer sich daher den Spaß nicht verderben lassen möchte, sollte möglichst wenig wie möglich über den Film lesen. Der glänzt mit charmanten Figuren, simplen Spezialeffekten und erinnert in seiner beinahe schon naiven Machart an die vielen für den Videomarkt produzierten B-Movies der 1980er und 1990er, wo Handgemachtes bevorzugt Verwendung fand, um Budget einsparen zu können. Wer demnach Fan frecher Low-Budget-Horrorfilme ohne Schnörkel ist, sollte unbedingt einen Blick wagen. APARTMENT 212 macht nämlich zweifelsohne Spaß und Lust auf mehr Horrorfilme, deren Macher noch die Kunst des Geschichtenerzählens fernab einfältiger Computereffekte, plakativer Schocks und hektischer Schnitte beherrschen.
 
 
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APARTMENT 212 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen zu einer Zeit in der man den Zuschauer noch mit einfachen Ideen und trashigen Effekten Freudentränen bescheren konnte. Nein, wir meinen damit nicht die Schundfilme aus dem zweifelhaften THE ASYLUM-Studio, das seit Jahren mit so pseudowitzigem Müll wie SHARKNADO um Zuschauer buhlt. APARTMENT 212 – der anfangs übrigens noch als GNAW betitelt wurde – ist zwar auch irgendwie trashig, aber intellektuell weit weg von dem, was genannte Abfallproduktionsstätte regelmäßig fabriziert. Der Film erinnert an das, was man oft von so Produzenten wie CHARLES BAND in den 80ern und 90ern serviert bekommen hat. Das bedeutet: netter Zeitvertreib, trashige Ideen, handgemachte Effekte inklusive. Im Falle von APARTMENT 212 können zur Abwechslung auch noch die Schauspieler was. Die Besetzung ist für Low-Budget-Horror geradezu als professionell zu betiteln und lassen den Streifen nach mehr aussehen, als er wohl letztendlich gekostet hat. Zudem gibt es ein actiongeladenes Finale und ein im wahrsten Sinnes des Wortes bissigen Schlussgag. Wer demnach gern in den guten alten Videozeiten schwelgen möchte, sollte APARTMENT 212 nicht verpassen. Dieser Film ist ein Indie-Geheimtipp für Horror-Fans, die die Videoära noch miterlebt haben! Witzig und einfallsreich.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Zensur

 
 
 
APARTMENT 212 – der zu Beginn noch GNAW hieß – hat grundsätzlich keine Gewaltszenen zu bieten. Es gibt nur eine Szene, in der eine Nachbarin aus einem Fenster fällt, weil sie sich selbst erschossen hat. Das wars. Ansonsten bekommt man noch einige Wunden auf dem Körper der Heldin zu sehen. Hierzulande reicht das alles für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deep Dark (2015)
 
Curtain (2015)
 
Bats – Fliegende Teufel (1999)
 


Filmkritik: „Jeepers Creepers 3“ (2017)

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JEEPERS CREEPERS 3

(JEEPERS CREEPERS 3: CATHEDRAL)

Story

 
 
 

Eine jahrhundertealte Kreatur hat es auf die Bewohner einer amerikanischen Kleinstadt abgesehen. Die setzen sich zur Wehr und versuchen dem boshaften Fremden Paroli zu bieten.

 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Kritik

 
 
 
2001 war ein gutes Jahr für Regisseur VICTOR SALVA. Der hatte es zuvor nicht leicht und wurde immer wieder mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert, für die er sich rechtfertigen musste. Doch Anfang der 2000er folgte ein Lichtblick. Mit dem düsteren Monster-Grusler JEEPERS CREEPERS gelang ihm der Durchbruch. Über Nacht mauserte sich der Horror-Trip zum Überraschungserfolg und konnte bei einem Budget von knapp zehn Millionen US-Dollar über das sechsfache an den Kinokassen wieder einspielen. Dass bei einem derartigen Erfolg ein Nachzügler gedreht werden musste, war abzusehen. Zwei Jahre später folgte JEEPERS CREEPERS 2, der aber wegen seiner flachen Handlung von Kritikern und Publikum nicht mehr so gut angenommen wurde, weil sich der Film vom subtilen Schauer abwandte und mehr in Richtung Splatter-Slasher abdriftete. Dennoch wurde auch die Fortsetzung ein finanzieller Erfolg und konnte sich im Heimkino behaupten. Leider wurde es danach ruhig. Eigentlich wollte Salva ein weiteres Sequel nachschieben, doch es scheiterte an der Suche nach einem Filmstudio, das die Fortsetzung produzieren sollte. Angesichts der kontroversen Vergangenheit des Filmemachers nicht unbegründet. So hatte VICTOR SALVA bereits in seinen Anfangsjahren als Regisseur Schlagzeilen gemacht, weil er sich während der Dreharbeiten zum Regiedebüt CLOWNHOUSE an einen Kinderdarsteller verging und die Handlungen auf Video aufgezeichnete. Dafür wurde er verurteilt und musste ins Gefängnis. Jahre später scheint Salva die Vergangenheit immer wieder einzuholen, was die Produktionen zu Wunschprojekten verzögert. Immerhin hatte man Erbarmen mit Filmfans. Aufgrund großer Resonanz wurde man dennoch fündig und ließ JEEPERS CREEPERS 3 folgen. Der lange Planungs- und Entstehungsprozess hat dem dritten Film aber nicht gutgetan. Sonderlich gelungen ist der nämlich nicht. Was lange währt, wird nicht unbedingt gut.
 
 
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Die Handlung von JEEPERS CREEPERS 3 siedelt sich irgendwo zwischen dem ersten und dem zweiten Teil an. So macht sich alle 23 Jahre ein Monster (JONATHAN BRECK aus MASKERADE) für wenige Wochen auf, um seinen unstillbaren Hunger zu stillen. Doch das Wesen, welches sich in einem alten Truck von Ort zu Ort bewegt, hat nicht etwa eine Leidenschaft für Huhn, Schwein oder Rind. Der „Creeper“ bevorzugt Menschenfleisch auf der Speisekarte, weshalb er durch die Landschaft streift, um ahnungslose Kleinstadtbewohner zu fressen. Auch die Einwohner eines nicht näher erwähnten Ortes im amerikanischen Hinterland sehen die Ankunft des Bösen kommen. Man findet besagten Truck, der jede Menge Leichen beherbergt. Da klingeln bei Sheriff Dan Tashtego (STAN SHAW) die Alarmglocken. Der hat so seine Ahnung und weiß mit welchem Gegner er es hier zu tun hat. Er scharrt eine Einsatz-Truppe um sich, damit dem Übeltäter das Handwerk gelegt werden kann. Doch der „Creeper“ lässt sich davon nicht beirren. Dieser streift durchs Land und sammelt Körper ein, an denen er später knabbern kann. Darunter soll auch der von Teenagerin Addison Brando (GABRIELLE HAUGH aus THE MIDNIGHT MAN) gehören. Die ist unsterblich in Händlersohn Buddy verschossen, traut sich aber nicht es ihm zu sagen. Leider müssen Liebesbotschaften warten. Das Mädchen muss es nämlich erstmal mit jener Kreatur aufnehmen, die ihr nach dem Leben trachtet.
 
 
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Qualitativer Rückschritt. Während sich der erste Teil noch als origineller Road-Movie-Horror-Mix entpuppte, der ein spannendes Mysterium um seinen Filmbösewicht webte, entstand mit JEEPERS CREEPERS 2 beliebiger Teenie-Horror, der sich in erster Linie auf das Ausradieren von Jugendlichen konzentrierte. Die rudimentäre Handlung ist auch im dritten Ausflug Programm, der es nur noch in wenige amerikanische Lichtspielhäuser schaffte. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. JEEPERS CREEPERS 3 wurde nicht nur 14 Jahren zu spät gedreht, weshalb wohl Horrorfilmfans jüngeren Semesters wohl kaum etwas mit der Reihe anfangen können. Das Sequel ist zudem auch handlungstechnisch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Der Film setzt das fort, mit dem sich sein Vorgänger bereits über die Runden schlagen musste. Das bedeutet, dass hier vorwiegend Bewohner einer Kleinstadt von einer jahrhundertealten Kreatur gejagt und mit allerhand ominösen Tötungswerkzeugen in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Da macht sich natürlich schnell Müdigkeit breit, was vermutlich auch Regisseur VICTOR SALVA aufgefallen sein muss, der in letzter Instanz die Notbremse zieht. Um Abwechslung in die dünne Geschichte bringen zu können, versucht man den Zuschauer mit Neuerungen zu überraschen. So rückt schnell das mysteriöse Gefährt des Monsters in den Mittelpunkt, das bald mehr Aufmerksamkeit erhält, als der Filmbösewicht selbst. Der unkaputtbare Truck des Creepers ist nämlich mit Fallen bestückt, die es in sich haben. Ein geschickter Schachzug um Abwechslung in die Geschehnisse zu bringen. Leider hat JEEPERS CREEPERS 3 das Problem, dass er sich zu sehr auf seinen boshaften Antihelden und dessen Eigenarten konzentriert. Das hat zur Folge, dass dem Bösen schnell der Schrecken genommen wird. Beinahe jedes Mysterium wird ergründet, was die Frage in den Raum wirft, mit was sich mögliche Fortsetzungen beschäftigen sollen. Zudem wirkt hier alles durcheinander. Filmemacher und Drehbuchautor VICTOR SALVA nimmt zu viele Handlungsstränge auf, bei denen sich nicht mal mehr klare Kurven erkennen lassen. Das macht den dritten Ableger konfus, weil sich ein roter Faden schwer finden lässt. Anders als der Erstling ist JEEPERS CREEPERS 3 weder gruselig noch spannend, was es schwer macht das Interesse des Publikums für weitere Filme der Reihe zu gewinnen. Vermutlich wird das aber weder Schöpfer VICTOR SALVA noch profitgeile Studiobosse interessieren. Die deuten kurz vor dem Abspann eine Fortführung der Geschehnisse sowie die Rückkehr von Heldin Trish Jenner (GINA PHILIPS) aus dem ersten Teil an. Vermutlich wird’s ne Serie, laut Salva soll die nämlich nach dem dritten Film kommen und die Ursprünge der Kreatur in 13 Folgen beleuchten. Es wäre nicht das erste Mal, wenn Horrorfilm-Reihen auf Streaming-Plattformen fortgesetzt werden. Lieber Filmgott, habe erbarmen mit uns.
 
 
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JEEPERS CREEPERS 3 – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
JEEPERS CREEPERS 3 siedelt sich qualitativ weit hinter seinen Vorgängern an. Die unheimliche und zugleich mysteriöse Atmosphäre des Originalfilms wird nicht einmal annähernd erreicht. Stattdessen werden viele Handlungsstränge aufgenommen, die den Film wirr erscheinen lassen. Beinahe will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe Regisseur VICTOR SALVA auf Krampf einen dritten Ableger drehen müssen, für den er nicht viel Zeit hatte, um ein durchdachtes Drehbuch verfassen zu können. So verliert der Filmemacher schnell seine von ihm erschaffene Filmkreatur aus den Augen, die hier zum neuen JASON VOORHEES mutiert und ausschließlich zum Töten deklariert wird. Deren unheimliche Aura wird zugunsten einer Menschenjagd geopfert. Spätestens ab dem dritten Film verliert die JEEPERS CREEPERS-Reihe somit ihren Reiz. Spannung und Atmosphäre? Fehlanzeige. Stattdessen wir getötet und geschrien. So kann man eine gute Grundidee auch zu Grabe tragen.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Zensur

 
 
 
Die Gewalt in JEEPERS CREEPERS 3 ist nicht so dolle. Alles geht recht schnell und ist auch nicht sehr zeigefreudig. Eine Axt wird in einen Schädel geschlagen. Weiterhin bohren sich Wurfspeere durch Körper. Außerdem wird eine Stange durch einen Kopf gejagt. Hierzulande hat der dritte Teil eine FSK16 in ungeschnittener Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jeepers Creepers 3; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Interview mit dem Creeper

Release-Termin: 23.03.2018

 

Jeepers Creepers 3 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jeepers Creepers (2001)
 
Jeepers Creepers (2003)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet II (2010)
 
Hatchet III (2013)
 


Filmkritik: „Hellraiser: Judgment“ (2018)

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HELLRAISER: JUDGMENT

(HELLRAISER 10)

Story

 
 
 

Drei Police Officer kommen einem grausamen Killer auf die Spur. Doch je weiter die Ermittlungen voranschreiten, umso gefährlicher wird es für die gründlichen Gesetzeshüter.

 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Kritik

 
 
 
Manche Filmmonster sind einfach nicht totzukriegen. Die kommen wieder und wieder, weil es die Horrorfilmfans wollen. Es gibt aber auch Filmbösewichte, die kommen wieder und wieder, weil es Studiobosse möchten. Letzteres dürfte wohl auf die Filme mit Kultfigur Pinhead zutreffen, die neben den Killerkollegen Chucky, Michael Myers und Freddy Krueger zu den wichtigsten Kreaturen gehört, die das Horror-Genre hervorgebracht hat. Doch leider tritt man seit Jahren das Höllenmonster mit Füßen. Was 1987 mit Raffinesse, Kreativität und Herzblut ins Leben gerufen wurde, ist längst nicht mehr das was es mal war. Das Hellraiser-Franchise wurde skrupellos ausgebeutet und seinem Schrecken beraubt. Grund hierfür sind schlechte Fortsetzungen, die oft kaum noch etwas mit dem eigentlichen Konzept der Filmreihe zu tun haben. Und so kam, was kommen musste. Statt die Geschichten rund um die Kreaturen der Hölle im Kino weiterzuspinnen, verbannt man die Zenobiten auf den Videomarkt, wo die von CLIVE BARKER ins Leben gerufenen Horror-Monster mittlerweile Dauergast sind.
 
 
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Der groß als Comeback bezeichnete zehnte Film mit dem Titel HELLRAISER: JUDGMENT stellt da freilich keine Ausnahme dar. Der erscheint nun sieben Jahre nachdem man mit HELLRAISER: REVELATIONS den bis dato schlechtesten Teil der gesamten Reihe veröffentlicht hatte. Fans sei aber versichert: Film Nr. 10 ist besser – aber auch nicht besonders gut. Wieder einmal tritt man in altbewährte Fußstapfen. Statt was Hochwertiges fürs Kino zu drehen, produzierte man direkt für den Videomarkt. Somit folgte man gleicher Vermarktungsstrategie, die offenbar schon bei den letzten fünf Fortsetzungen funktioniert hat. Die wurden mit schmalem Budget fürs Heimkino gedreht, was man den meisten dieser Filme auch ansah. Geändert hat sich seither nichts. Kleines Kapital stand nämlich auch für den mittlerweile zehnten Film der Hellraiser-Saga zur Verfügung. Mit gerade einmal 500.000 US-Dollar musste man haushalten, was angesichts der komplexen Bilderwucht eine Lachnummer ist, mit der zumindest die ersten beiden Filme im Kino noch beeindrucken konnten. Dass bei so wenigen Dollar Enttäuschungen vorprogrammiert sein dürften, liegt auf der Hand. Und in der Tat: Enttäuschungen bleiben nicht aus, ist doch HELLRAISER: JUDGMENT weit weg von dem, was sich Fans seit Jahren wünschen. Schnell abgedreht und ins Wohnzimmer gebracht. Da klingelt höchstens das Bankkonto raffgieriger Studiobosse.
 
 
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Die Story zu HELLRAISER: JUDGMENT ist überschaubar und hält erst zum Ende hin Überraschungen parat. Im Grunde genommen geht es um drei Police Officer, die es mit mysteriösen Morden zu tun bekommen. Diese scheinen einen religiösen Hintergrund zu besitzen, stehen doch die grausamen Verstümmelungen mit Versen aus der Bibel in Zusammenhang. Doch die Suche nach dem Täter führt zu keinem Erfolg. Bis man Bekanntschaft mit Zenobiten macht – jene Kreaturen der Hölle, die in nahezu jedem Hellraiser-Film das Highlight sind. Horrorfilmkenner wissen, dass diese Zeitgenossen weder Spaß noch Erbarmen kennen. Einmal in deren Fängen gelandet, gibt es kein Entkommen mehr. Auch die Polizisten schauen dumm aus der Wäsche, als sie plötzlich mit einem seltsamen Spielwürfel hantieren und so das Tor zur Hölle öffnen. Ihnen droht ein blutiger Denkzettel.
 
 
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Eigentlich sollte HELLRAISER: JUDGMENT bereits 2017 veröffentlicht werden, da die Hellraiser-Reihe in jenem Jahr ihren 30. Geburtstag feierte. Offenbar wurde man nicht rechtzeitig fertig und verschob das Sequel um wenige Monate. Die kleine Schonfrist hat dem zehnten Film nicht sonderlich gut getan, denn HELLRAISER: JUDGMENT bleibt weit hinter den Möglichkeiten. Lieblos wurde gedreht, was angesichts der Produktionsgeschichte kein Wunder ist. Böse Zungen behaupten nämlich, dass HELLRAISER: JUDGMENT gefertigt werden musste, damit das Produktionsstudio DIMENSION FILM die Rechte am Franchise behalten kann. Ganz abwegig sind die Gerüchte nicht, denn der hier besprochene Film wirkt hastig und eher zweckmäßig zusammengeschustert. Die Kulisse ist minimalistisch, die Splatter-Szenen überschaubar und der günstige Videolook tut sein Übriges. Wirklich Spaß macht HELLRAISER: JUDGMENT wenig, denn sonderlich viel Spannung will nicht aufkommen. Das liegt vor allem auch daran, weil der Verlauf der Geschichte – zumindest für Kenner der Filmreihe – vorhersehbar ist. So stoßen die ermittelnden Polizisten am Ende auf Kreaturen des Hellraiser-Universums und müssen um ihr Leben bangen. Hier liegt die eigentliche Stärke. Offenbar floss das ganze Produktionsbudget in das Design der Kreaturen. Da hat man viel Herzblut walten lassen, um die grotesken Masken möglich detailverliebt in Szene zu setzen. Doch die können HELLRAISER: JUDGMENT nicht vor dem Untergang retten, denn immer wieder stellt sich die Frage, was das wirre Aneinanderfügen von Versatzstücken aus Filmen wie RESURRECTION, SAW und auch SIEBEN überhaupt noch mit ursprünglichen HELLRAISER zu tun hat? Der Schöpfer dieser Welten dürfte da vermutlich ebenso ratlos sein, wie die meisten seiner Fans. Autor CLIVE BARKER schuf mit HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE einen der wichtigsten Vertreter modernen Horrorkinos, der wegen ekligen Spezialeffekten und sonderbaren Filmmonstern Kinogeschichte schrieb. Im Gegensatz zum Kultfilm ist der zehnte Teil ein laues Lüftchen. Vollkommen überflüssig.
 
 
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HELLRAISER: JUDGMENT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hellraiser auf Sparflamme! Ein Mix aus RESURRECTION, SAW und SIEBEN, dem es aber an kreativen Albtraum-Szenarien mangelt, die einst CLIVE BARKER mit HELLRAISER auf die Leinwand gebracht hatte. Was in HELLRAISER: JUDGMENT gezeigt wird, ist äußerst dürftig. Viel Substanz hat der Streifen leider nicht zu bieten. Ein paar Monster hier, eine konstruiert wirkende Serienkiller-Story da und am Ende ein paar Blutmomente – mit mehr darf sich die neuste Hellraiser-Fortsetzung nicht zufriedengeben. Man merkt dem Film an, dass er schnell notdürftig und zügig abgedreht werden musste. Viel Zeit und vor allem Budget stand nicht zu Verfügung. Ein Schelm wer da denkt, dass hier aus irgendeinem Grund irgendwas gedreht werden musste. Einzig die gut entworfenen Filmmonster bleiben in Erinnerung. Da fragt man sich doch glatt, was das Low-Budget-Theater soll. Warum kein Remake mit mehr Budget für die große Leinwand, um einen Neuanfang zu starten? Seit Jahren fristet die bekannte Horror-Reihe ein jämmerliches Video-Markt-Dasein und hat dem beliebten Franchise mit billigen Fortsetzungen die Ernsthaftigkeit geraubt. HELLRAISER: JUDGMENT tritt da in die gleichen Fußstapfen. Da bekommen Fans das kalte Grausen. Übrigens ist diesmal DOUG BRADLEY nicht in seiner Paraderolle des „Nagelkopfes“ zu sehen. Der verkörperte in acht Filmen den kultigen „Pinhead“, wurde danach aber kein weiteres Mal verpflichtet. Der zehnte Film der langlebigen Filmserie muss auch ohne Bradley auskommen. Allein dessen schon ist HELLRAISER: JUDGMENT eine Enttäuschung – auch wenn Schauspieler PAUL T. TAYLOR in der Rolle des Filmmonsters Herrn Bradley zum Verwechseln ähnlich sieht. Nur Original ist legal!
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Zensur

 
 
 
HELLRAISER: JUDGMENT ist keine Splatter-Granate. Es geht überraschend zurückhaltend zu. Demzufolge steigt der zehnte Teil in die gleichen Fußstapfen, wie alle bisherigen Video-Fortsetzungen der Reihe. Es gibt einige kurze Gewaltmomente zu bestaunen, die aber hauptsächlich im Finale zelebriert werden. Hier gibt es auch eine Hommage an den ersten Hellraiser-Film zu sehen. Einer Filmfigur wird das Gesicht mit Ketten auseinandergerissen. Ansonsten reduziert sich HELLRAISER: JUDGMENT auf einige surreale Filmsequenzen in denen dem Treiben der Zenobiten beigewohnt wird. Weiterhin sieht man verstümmelte Leichen, die von den Höllenkreaturen übel zugerichtet wurden. Mit etwas Glück dürfte der hier besprochene Streifen mit einer FSK16 passieren. Wer’s deftig mag, wird daher enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Home Entertainment | Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellraiser V: Inferno (2000)
 
Sieben (1995)
 
Resurrection – Die Auferstehung (1999)
 
Der Knochenjäger (1995)
 
Tattoo (2002)
 
8mm – Acht Millimeter (1999)
 


Filmkritik: „The Monster Project“ (2017)

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THE MONSTER PROJECT

Story

 
 
 

Und Monster gibt es doch: Vier Freunden wollen mit ungewöhnlichen Videos Geld auf YouTube verdienen. Sie kommen auf die Idee auf die Suche nach echten Monstern zu gehen. Da wir hier fast nur Horrorfilme besprechen, darf man davon ausgehen, dass dieses Vorhaben im Desaster enden wird.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Kritik

 
 
 
Es gab mal eine Zeit, da hat man im Horror-Bereich Trends gesetzt. Einer derer nannte sich Found-Footage und war plötzlich so chic, dass beinahe jeder neue Horrorfilm davon Gebrauch machen musste. Das Resultat waren Horrorfilmen, die entweder im Dokumentarstil über Leinwände flimmerten oder aussahen, als habe man die mit der Videokamera selbstgedreht. THE MONSTER PROJECT ist ein später Nachzügler genau jener lukrativen Found-Footage-Welle, die angekurbelt durch den Erfolg von THE BLAIR WITCH PROJECT seit 1999 relativ lange durch die Filmwelt wütete. Offenbar hat sich aber mittlerweile ein Sättigungsgefühl eingestellt. Seit die Horror-Fortsetzungen BLAIR WITCH und PARANORMAL ACTIVITY: THE GHOST DIMENSION an den Kinokassen floppten, haben Studios das Interesse an Filmen im Found-Footage-Stil verloren. Ganz unbegründet ist der abebbende Hype aber nicht. Das Konzept auf authentisch und echt gebürstete Filme zu produzieren wurde so oft wiederholt, dass man sich sprichwörtlich daran satt gesehen hat. Leider ist das wohl noch nicht bis zu Regisseur VICTOR MATHIEU vorgedrungen. Der scheut nämlich mit THE MONSTER PROJECT neue Wege und setzt eher auf Altbewährtes, das aber niemand mehr sehen will. Entstanden ist typisches Found-Footage-Gewackel für das man unbedingt Fanboy sein muss, um es ertragen zu können. Irgendwann muss eben auch mal Schluss sein.
 
 
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Einmal mehr ist das Internet Schuld. Vier Freunde wittern nämlich dort die schnelle Kohle. Mit selbstgedrehten Videos will man auf einer Videoplattform Geld verdienen. Doch wie das Bankkonto füllen? Es müssen Videos von echten Monstern sein, die die Zuschauer um den Schlaf bringen sollen. Deshalb stellt man eine Anzeige ins Netz und bittet um Mithilfe. Es werden Kreaturen gesucht, die man nicht täglich zu Gesicht bekommt. Und wie es der Zufall so will melden sich wirklich drei Personen, die von sich selbst behaupten nicht menschlich zu sein. Ein gefundenes Fressen für unsere Kumpels. Diese laden die drei selbsternannten Monster für ein Interview in eine morsche Hütte ein. Ein fataler Fehler, denn wer schon einige Horrorfilme gesehen hat weiß, dass Geschöpfe der Hölle niemals friedliebend sind.
 
 
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Hilfe, es wackelt wieder. THE MONSTER PROJEKT ist ein lupenreines Found-Footage-Movies wie man es seit THE BLAIR WITCH PROJEKT so ziemlich oft gesehen hat. Wieder mal werden Geschehnisse aus der Ego-Perspektive gezeigt. Diesmal tragen mehrere Freunde Kameras bei sich, mit denen sie kleine Dokus für den eigenen YouTube-Kanal drehen wollen. Demzufolge sieht man das Treiben quasi aus deren Augen, weil die Protagonisten das filmen, was ihnen vor die Linse kommt. So wird das Gefühl vermittelt, dass der Zuschauer Teil der Gruppe ist. Ein erfinderischer Trick, um Geschehnisse authentischer wirken zu lassen. Leider bringt dieser Erzählstil die gleichen Probleme mit sich, mit denen nahezu alle Found-Footage-Filme zu kämpfen haben. So ist die Kamera nie konstant, sondern gerät permanent aus dem Ruder. Die Folge ist permanentes Gewackel, was vor allem dann anstrengend wird, wenn die Filmfiguren in Panik geraten und unkoordiniert durch die Szenerie flitzen. Das ist ab Filmmitte der Fall. Dann nämlich werden die vier Freunde von ihren Interview-Partnern durch ein Haus gehetzt, aus dem es offenbar kein Entkommen gibt. Die geben sich tatsächlich als Kreaturen der Schattenwelt zu erkennen und jagen ihre Opfer durch Räume, Flure und Finsternis. Weil die Monster immer wieder unerwartet vor die Linse springen, während die Filmhelden einen Ausgang suchen, verwandelt sich THE MONSTER PROJECT zu einem filmgewordenen Ego-Shooter. Da werden Erinnerungen an so ähnlich gestrickte Streifen wie HOTEL INFERNO oder FIRST PERSON SHOOTER wach. Auch dort versuchte man Horror im Baller-Game-Stil und aus der Ego-Ansicht ins Wohnzimmer zu bringen. Leider verlor die ungewöhnliche Machart schnell seinen Reiz und verursachte Kopfschmerzen. Manche Ideen nutzen sich eben schnell ab.
 
 
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Nicht anders sieht es da bei THE MONSTER PROJECT aus, für den man einen gesunden Magen mitbringen sollte. Nicht, dass der Found-Footage-Horror sonderlich blutig wäre. Ganz im Gegenteil. Hier bekommt man wegen nicht konstanter Kamera und planlosem Gewackel schnell Schwindelgefühle. THE MONSTER PROJECT ist ab der zweiten Filmhälfte schwer zu ertragen, denn dann setzt man auf Hektik und vor allem auf die Möglichkeiten digitaler Tricktechnik. Wie in GRAVE ENTCOUNTERS werden plötzlich menschliche Gesichter in befremdliche Fratzen umfunktioniert, die für kurze Adrenalinkicks sorgen sollen. Aber die Schockwirkung nutzt sich schnell ab, weil Handlungsverläufe zu oft wiederholt werden mit denen man den Zuschauer aus der Reserve locken will. Da schluchzen immer mal wieder Protagonisten in der Ecke, die dann nach ihrem Befinden gefragt werden. Kommt man ihnen zu nahe, drehen sie sich um und entlarven ihr wahres Gesicht. Spätestens nach der zigsten Wiederholung fragt man sich, ob die Helden von THE MONSTER PROJECT nichts dazulernen wollen. Kluge Horror-Unterhaltung sieht anders aus.
 
 
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THE BLAIR WITCH PROJECT ist Schnee von gestern. Jetzt kommt THE MONSTER PROJECT. In Interviews erklärte Regisseur VICTOR MATHIEU, dass die Grundlage zum Film bereits in frühen Jahren geebnet wurde. Als Kind verschlang der Filmemacher die GÄNSEHAUT-Bücher von R.L. STINE und auch das Videospiel zur Buch-Reihe mit dem Titel ESCAPE FROM HORRORLAND hinterließ bleibenden Eindruck. Als der Filmemacher dann auch noch den Vampir-Horror THE HAMILTONS zu sehen bekam, in dem eine Vampirfamilie auf Beutefang ging, formte sich die erste Idee zu einem eigenen Film mit Vampiren. Doch bei Blutsaugern sollte es nicht bleiben. Weil Mathieu ein großer Verfechter klassischer Monster-Movies ist, mussten auch noch andere Gestalten her, die das Grusel-Universum hergibt. So entstand nach und nach THE MONSTER PROJECT in denen diverse Horror-Kreaturen vereint werden konnten. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant, schockintensiv und adrenalinreich! Eine effektreiche Horror-Achterbahn, die kaum Zeit zum Verschnaufen bietet. Man kann THE MONSTER PROJECT nicht vorwerfen langweilig zu sein. Der Film verfügt über einen hektischen Inszenierungsstil, der seine Figuren durch die sprichwörtliche Hölle jagt. Die kommen nicht zur Ruhe, weil sie in einem Haus rastlos von Monstern attaktiert werden. So weit so gut. Wie man aber das Katz- und Mausspiel auf Film gebannt hat, ist weniger schön. THE MONSTER PROJECT ist nämlich ein Found-Footage-Film und macht sich jedes Klischee zu Eigen, mit denen erwähntes Subgenre seit Jahren polarisiert. Zu sehen gibt es kaum konstante Kamerabilder, furchtbares Gewackel, Bildausfälle und Störsignale. Es wird dem Zuschauer also nicht gerade leicht gemacht der minimalistischen Handlung zu folgen, die sich in wenigen Worten erklären lässt. Weil man oftmals nur erahnen kann, was da vor der Linse passiert, wird THE MONSTER PROJEKT schnell zum Geduldsakt. Somit ist auch dieser Found-Footage-Heuler auch nur etwas für jene, die mit dieser Gattung Film etwas anfangen können. Wer daher schon immer ein Problem mit Wackelcam-Streifen hatte, wird auch hier schnell abgeschalten haben. Dazu folgt THE MONSTER PROJECT schlichtweg zu engstirnig den Regeln, die dieses Subgenre zu berüchtigt gemacht haben.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Zensur

 
 
 
THE MONSTER PROJECT hat zwar einige Schauwerte zu bieten, aber hier ist alles so schnell und hektisch geschnitten, dass man davon kaum etwas zu sehen bekommt. Neben Verwandlungsszenen in denen sich Menschen plötzlich in garstige Gestalten verwandeln, sieht man auch noch einige nett getrickste Splatterszenen in denen die Monster getötet werden und ihre Körper zerfließen oder in Sekunden vertrocknen. Hierzulande hat das Label PIERROT LE FOU eine FSK16 für THE MONSTER PROJECT erhalten. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Monster Project; USA 2017

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3000 Stück limitiert

Extras: Making-of, Deleted Scenes, Audiokommentar des Regisseurs und Produzenten, Trailer | Zusätzlich im Mediabook: Booklet und Plakat

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 27.04.2018

 

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THE MONSTER PROJECT – Mediabook

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THE MONSTER PROJECT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
FPS: First Person Shooter (2014)
 
Hardcore Henry (2016)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Frankenstein´s Army (2013)
 


Filmkritik: „The Midnight Man“ (2016)

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THE MIDNIGHT MAN

Story

 
 
 
Ist da eine Erwachsenenversion des Kultfilms JUMANJI? Eine junge Frau öffnet die Büchse der Pandora. Auf dem Dachboden der Oma findet sich beim Stöbern ein altes Spiel. Kaum zu spielen begonnen, öffnet sich das Tor zu Hölle. Bevor falsche Erwartungen geweckt werden: Nein, das hier ist kein weiterer Abstecher in das beliebte HELLRAISER-Universum.

 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm Spiele gespielt werden, denkt man vermutlich an die Horror-Serie SAW. Dort wurden bitterböse Spiele gespielt bei denen Teilnehmer nur dann gewinnen konnten, wenn sie dazu bereit waren an körperliche Grenzen zu gehen. Unterm Strich eine blutrote Sache, denn die meisten der dort zelebrierten Spielereien endeten für die unfreiwilligen Überlebenskämpfer mit dem Tod. Ganz anders geht es da im folgenden Horrorfilm weiter. Statt die Splatter-Keule zu schwingen, will man in THE MIDNIGHT MAN den Horror auf klassische Weise heraufbeschwören. Das bedeutet: Weniger Gewalt – dafür zurück zum alten Handwerk. Löbliche Ziele also, die Regisseur TRAVIS ZARIWNY verfolgt. Der Filmemacher hatte vor einigen Jahren bereits von sich hören lassen. Mit dem Remake zu CABIN FEVER bot er Zündstoff und lieferte Horror ab, der sich nicht gerade durch Kreativität auszeichnete. Das Resultat war enttäuschend. Seine Neuinterpretation über einen Menschenfleisch fressenden Virus fiel bei Fans und Kritikern durch und verschwand schnell in der Versenkung. Nicht unbegründet, sah zwar die Neuauflage zu CABIN FEVER verdammt gut aus. Dennoch klammert sich die Neuverfilmung zu sehr am bekannten Stoff und machte das Remake überflüssig. THE MIDNIGHT MAN ist da aus ähnlichem Holz geschnitzt. Auch hier bringt es folgende Floskel auf den Punkt: Außen hui – innen pfui. Manche Filmemacher haben eben kein glückliches Händchen bei der Auftragsauswahl oder einfach nur ein falsches Verständnis für Horror, der das Blut in en Adern gefrieren lassen soll.
 
 
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Bevor man Spiele spielt, sollte man auch deren Anleitung studieren. Leider kommt der Ratschlag für die attraktive Alex zu spät. Die macht sich Sorgen um die an Alzheimer erkrankte Großmutter und zieht daher in das Haus der alten Dame, um sich um das verwirrte Familienmitglied zu kümmern. Doch in der schlecht beleuchteten Hütte geht bald der Horror los. Die Enkelin findet nämlich auf dem Dachboden eine Kiste und darin ein seltsames Spiel. Natürlich ist da die Neugierde groß. Und so kommt was kommen muss. Let’s play a Game: Alex ruft beim ersten Spielzug den boshaften MIDNIGHT MAN herbei, der ebenfalls Lust auf eine Runde Monopoly hat. Doch die Gestalt ist nicht an fairen Spielrunden interessiert. Stattdessen ist ihr Ziel der Tod aller Mitspieler – und sei es mit Lug und Betrug. Weil es Alex bald mit der Angst zu tun bekommt, weiht sie den Liebsten und eine Freundin ein. Ein fataler Fehler, denn somit stehen auch die auf der Todesliste des MIDNIGHT MAN. Was folgt, hätte man besser machen können. Die verängstigten Spielteilnehmer müssen es mit einem nichtmenschlichen Gegner aufnehmen, der alles daran tut, um seine Opfer mit deren Ängsten zu konfrontieren. Leider verhält sich der „Mitternachtsmann“ nicht annähernd so fies, wie anfangs gedacht. Etwas mehr Raffinesse beim Schummeln hätte man schon von einer Gestalt aus der Welt des Übernatürlichen erwartet. Der Drehbuchautor war eben nicht der Ausgeschlafenste
 
 
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Immer wieder kommen uns Filme auf die Mattscheibe, die zwar atmosphärisch inszeniert wurden und Dank ansprechender Optik Eindruck hinterlassen. Blickt man aber hinter die „schöne“ Fassade, bekommen erfahrene Horrorkenner gern mal das kalte Grausen. THE MIDNIGHT MAN ist so ein Kandidat. Hier hat man sich fürs Visuelle so richtig ins Zeug gelegt. Zu sehen gibt es stimmungsvolle Kamerafahrten und eine unheimliche Bilderflut, die gerade wegen minimalistischer Beleuchtung angenehme Schaueratmosphäre bewirkt. Leider hat man sich am gruseligen Bilder-Mix schnell stattgesehen. Deshalb muss Plan B her. Dumm nur, dass auf den verzichtet wurde. THE MIDNIGHT MAN hat außer Optik nur wenig zu bieten. Die Substanz fehlt, denn bei genauerer Betrachtung spult der Streifen eine Geschichte ab, die auf einen Bierdeckel passt und zu oft von Drehbuchschreibern zu Papier gebracht wurde, das sie schnell langweilt. Was woanders im Zuge einer Anthologie Verwendung gefunden hätte oder als Kurzfilm auf Festivals aufgeführt worden wäre, hat man im Falle genannten Gruselstreifens auf Spielfilmlänge geblasen, damit das Resultat auf Blu-ray gepresst werden kann. Ein Schelm, wer da Geldgier vermutet. Dabei ist Gebotenes weit weg von originell. THE MIDNIGHT MAN erinnert nämlich in seiner Machart an so Gruselfilme wie THE BYE BYE MAN oder DER FLUCH DER HEXE. Das sind Filme in denen das Böse versehentlich gerufen wurde und danach einen möglichst heimtückischen Tod für jenen fordert, der es aus dem Schönheitsschlaf gerissen hat. Weil es mittlerweile zu viele dieser Streifen gibt, sind Abläufe relativ vorhersehbar. Die Opfer müssen Wege finden, um der herbeigerufenen Gefahr entkommen zu können. Leider müssen einige von ihnen das Zeitliche segnen, denn ohne Todesopfer verkaufen sich Horrorfilme nur schleppend. Gleiches Erfolgsrezept verfolgt auch THE MIDNIGHT MAN, der mit leichtem Inhalt sein kommerzverwöhntes Publikum nicht überfordern möchte. Der gradlinige Film spult belanglos ab, was ohnehin jeder kennt. Demzufolge bleiben Überraschungen aus. Der einfache Weg ist eben nicht immer der beste.
 
 
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THE MIDNIGHT MAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärische Geisterbahn mit erschreckend dünner Story. Mehr als düstere Bilder voller Unbehagen besitzt THE MIDNIGHT MAN leider nicht. Da macht sich schnell Langeweile breit, zumal sich der Streifen auch noch ziemlich viel Zeit nimmt seine ohnehin schon überschaubare Geschichte zu erzählen. Statt originell und überraschungsreich setzt man auf Altbewährtes. Das bedeutet, dass man eher den konventionellen Weg einschlägt und Horror aus der Klischee-Kiste serviert. Da fragt man sich doch glatt, wie sich zwei Horrorikonen im Film verlaufen haben. Keine Geringeren als ROBERT ENGLUND und LIN SHAYE sind zu sehen. Letztere ist im Horrorgenre Dauergast und tritt in gefühlt jeder zweiten Horror-Produktion auf. Offenbar gab’s im Falle von THE MIDNIGHT MAN anständige Gage. Anders lassen sich die Cameos genannter Horror-Altstars nicht erklären. Besser wird der Film trotz Kurzauftritte leider nicht. Dazu fehlt es THE MIDNIGHT MAN eindeutig an Ideen und Neuerungen. Standard-Gruselware ohne Überraschungen. Irgendwie überflüssig!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Zensur

 
 
 
Der Hauptfokus in THE MIDNIGHT MAN liegt auf subtilen Horror. Viel Gewalt wird nicht gezeigt. Zu Beginn werden einige Kinder von einer unsichtbaren Macht getötet. Danach ist hinsichtlich Gewalt Funkstille. Erst im Finale gibt’s noch kurze Schauwerte zu sehen. Das hat THE MIDNIGHT MAN eine FSK16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Midnight Man; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Featurette: Behind the Scenes

Release-Termin: 09.03.2018

 

The Midnight Man [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bye Bye Man (2017)
 
The Midnight Game (2013)
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Boogeyman 3 (2008)
 


Filmkritik: „The Sandman“ (2017)

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THE SANDMAN

Story

 
 
 

Ein kleines Mädchen hat die Fähigkeit eine böse Kreatur heraufzubeschwören, die jeden tötet, der dem Kind zu nahe kommt.

 
 
 


 
 
 

THE SANDMAN – Kritik

 
 
 
Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen. So hätte man es wohl nie für möglich gehalten, dass Superhelden-Schöpfer STAN LEE irgendwann mal mit dem eher für schlechte Eigenproduktionen bekannten TV-Sender SYFY gemeinsame Sache machen würde. Der berühmte Comicautor schuf für Marvel Comics eine Reihe von klassischen Superhelden. Darunter Figuren wie SPIDER-MAN, HULK oder auch den SANDMAN. Letzterer taucht – um Comicfans zu beruhigen – nicht in der folgenden SYFY-Produktion auf. Lee hat zwar diesen Film mitproduziert, dürfte aber gleich gewittert haben, dass man Superheldenfilme besser nicht von so Buden wie SYFY produzieren lässt. In der Regel folgt nämlich da die Katastrophe auf dem Fuß. Demzufolge hat der hier vorgestellte THE SANDMAN nichts mit dem gleichnamigen Comic-Helden am Hut, der als WILLIAM BAKER in den SPIDER-MAN-Comics sein Unwesen treibt. Stattdessen wir eine eigenständige Geschichte über ein kleines Mädchen erzählt, die in gewisser Weise auch über Superkräfte verfügt – damit aber offenbar nicht umzugehen weiß. Damit gehört sie eigentlich in die aus X-MEN bekannte Schule für Mutanten.
 
 
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In THE SANDMAN werden Albträume wahr und das auch noch im wahrsten Sinn des Wortes. Die kleine Madison (SHAE SMOLIK aus THE HATRED) befindet sich mit dem Vater auf der Flucht. Das hat auch seinen Grund, denn egal wo sich die kleine Familie aufhält – dort sterben die Menschen. Offenbar ist das Mädchen verflucht. Die wird von einem Monster verfolgt, welches sie aus einem Buch kennt, das ihr der Vater vor langer Zeit geschenkt hat. Leider segnet auch der bald das Zeitliche, weshalb sich die verstörte Madison in die Obhut von Tante Claire (sympathisch und glaubhaft: HAYLIE DUFF) begeben muss, die fortan auf ihre Nichte achtgeben soll. Das scheint aber gar nicht so einfach zu sein, wie anfangs gedacht. Die Kleine wird nämlich auch im neuen Heim zur tödlichen Bedrohung. Auch hier ist man vor der bösen Kreatur nicht sicher, die aus nicht erklärbaren Gründen mit dem Kind in Verbindung stehen muss. Doch bald weiß man mehr. Nach mehrmaligen Bitten taut Madison endlich auf und beginnt sich Tante Claire zu öffnen. Die erfährt vom mordlüsternen Sandmann, der immer dann erscheint, wenn die Nichte wütend wird und es mit der Angst zu tun bekommt. Da stellt sich die Frage, wie man einen solchen Bodyguard wieder losbekommt? Eine komplizierte Angelegenheit für die man ins Unterbewusstsein der kleinen Filmheldin eindringen muss.
 
 
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Nicht schon wieder ein SYFY ORIGINAL FILM. Wer fleißig die Kritiken auf FILMCHECKER liest, wird mittlerweile erkannt haben, dass wir keine Fans von SYFY-Eigenproduktionen sind. Die rühmen sich nämlich nicht gerade mit Einfallsreichtum, quälen die Netzhaut mit schlechten Spezialeffekten und sind immer nach gleichen, simplen Muster gestrickt. Zu aller Überraschung gilt die ermüdende SYFY-Rezeptur nicht unbedingt für den Kreaturen-Streifen THE SANDMAN, der – vermutlich wegen STAN LEE im Schlepptau – passabler ausgefallen ist, als man es von einer SYFY-Produktion erwartet hätte. THE SANDMAN schafft es über einige Strecken richtig spannend zu werden und besitzt sogar Unterhaltungswert. So versucht Regisseur und Drehbuchautor PETER SULLIVAN das Geheimnis der ominösen Filmkreatur möglichst lang zu bewahren, um den Zuschauer so vor der Glotze halten zu können. Erst am Ende wird die Katze aus dem Sack gelassen und die Geschichte erhält den nötigen Feinschliff. Da werden Erklärungen gegeben und Fragen beantwortet. Das obligatorische Finale inklusive einem für Horrorfilme wichtigen Schlusskampf fehlt natürlich auch nicht. Horrorfans kommen da auf Ihre Kosten – vor allem auch deshalb, weil TOBIN BELL (aus den SAW-Film) in einer Nebenrolle zu sehen ist, diesmal aber keine Spiele spielen will.
 
 
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Dass THE SANDMAN nicht unbedingt für die große Leinwand gemacht wurde, ist unverkennbar. Der Streifen schaut nämlich sehr nach TV-Produktion aus und dürfte vermutlich auch nur dort sein Dasein fristen. Die TV-Optik kommt aber nicht von ungefähr. Filmemacher PETER SULLIVAN ist ein echtes Arbeitstier und dreht unaufhaltsam Trivial-Unterhaltung fürs Fernsehen. Da ist er beim SYFY-Channel an der richtigen Adresse. Dort betreibt man nämlich ähnlichen Sport und lässt Filme am Fließband von TV-erfahrenen Regisseuren drehen, damit eigene Sendeplätze gefüllt werden können. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen katastrophal und nicht mal für Trash-Liebhaber zumutbar. Da fällt ein Film wie THE SANDMAN aus der Reihe. Bis auf einige Sandeffekte, die etwas ungeschickt mit Hilfe des Computers erzeugt wurden, kann diese SYFY-Produktion mehr als gedacht. Zwar wird auch hier das Rad nicht neu erfunden. Kurzweilige Unterhaltung ist aber garantiert. Manchmal geschehen doch noch Wunder.
 
 
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THE SANDMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein schwer unterhaltsames Creature-Feature und die wohl bisher beste Eigenproduktion des SYFY-Channels. THE SANDMAN hat alles, was man von einem Monsterfilm erwartet. Ein boshaftes Wesen ist am Start, sympathische Filmhelden lassen mitfiebern und auch der Actiongrad lässt kaum Wünsche offen. Leider sieht man THE SANDMAN an, dass er fürs amerikanische Fernsehen gedreht wurde. Viel Budget war wohl nicht vorhanden gewesen, was den Streifen leider etwas günstig ausschauen lässt. Im Unterschied zu den meisten hauseigenen SYFY-Produktionen werden hier nicht ausschließlich Statisten durch Szenarien getrieben, die dann nacheinander das Leben lassen müssen. THE SANDMAN erzählt zu aller Überraschung auch mal eine Geschichte und schielt dabei sogar kurz gen Superhelden-Genre. So verfügt eine der Filmfiguren über geheimnisvolle Kräfte und muss damit lernen umzugehen. Der Superhelden-Einschlag verwundert aber nicht. Mit Comic-Ikone STAN LEE als Produzent ist nämlich jemand mit Superhelden-Erfahrung an Bord. THE SANDMAN ist ein kurzweiliges, unterhaltsames und ab und an sogar spannendes B-Movie. Kann man ohne Bedenken mal hineinschauen.
 
 
 


 
 
 

THE SANDMAN – Zensur

 
 
 
THE SANDMAN ist nicht sonderlich brutal. Was das Monster mit seinen Opfern macht, wird nicht explizit gezeigt. Am Ende kommt es erst so richtig in Fahrt und findet Gefallen am Töten von Menschen. Das Töten geht sehr schnell. Sonderlich viele Schauwerte gibt es demnach nicht zu sehen. THE SANDMAN dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

THE SANDMAN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Syfy | Lionsgate)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scarecrow – Das Grauen stirbt nie (2013)
 
Husk (2011)
 
Neverknock (2017)
 
Red Clover (2012)