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Beiträge mit Schlagwort “mordende Clowns

Filmkritik: „Der Killerclown“ (2017)

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DER KILLERCLOWN

(CLOWNTERGEIST)

Story

 
 
 

Eine Studentin wird von einem heimtückischen Killer-Clown namens Ribcage terrorisiert. Doch die weiß sich zu wehren – was anderes hätte man von dieser Gattung Film auch nicht erwartet.

 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Kritik

 
 
 
Solche Heuler wie DER KILLERCLOWN (im Original: CLOWNTERGEIST) werden nicht einfach zufällig gedreht. Dahinter steckt Kalkül – vor allem dann, wenn Filme mit ähnlichem Thema Kinokassen klingeln lassen. Die Neuverfilmung des Stephen King-Klassikers ES dürfte ausschlaggebender Punkt gewesen sein, warum dieser Streifen überhaupt das Licht der Welt erblicken durfte. In Fachkreisen bezeichnet man daher solche Filme wie DER KILLERCLOWN als Mockbuster, die nur deshalb entstehen, um im Fahrwasser anderer erfolgreicher Machwerke schnelles Geld verdienen zu können. Keine unkluge Entscheidung von Regisseur AARON MIRTES. Der will mit der Angst vor gemein grinsenden Spaßmachern Kasse machen und springt auf dem Clown-Horror-Trend auf, der seit dem Herbst 2017 wieder in aller Munde ist. Trotz Marketingmasche ist interessant, wie es überhaupt zum Film kam. Die Idee wurde bereits 2012 geboren. Da war der Filmemacher noch in der High School und sollte für die Theaterklasse eine Geschichte vor Publikum erzählen, die ihn bereits das ganze Leben beunruhigt. So berichtete der phantasiebegabte Schüler von einer schaurigen Legende über eine mysteriöse Clown-Statue, die ihn seit Kindertagen keine Ruhe ließ. Die Geschichte kam gut an und man sprach Mirtes Mut zu, doch den Stoff als Film auf die Leinwand zu bringen. Gesagt getan. Im selben Jahr entstand unter dem Titel THE CLOWN STATUE ein Kurzfilm des Regisseurs. Weil der Fünfminüter Lob erhielt, griff der Filmemacher die Idee mehrere Jahre später erneut auf und machte daraus einen abendfüllenden Spielfilm, denn er pünktlich zum Kinostart des Stephen King-Horror ES unter dem Titel DER KILLERCLOWN in die Händlerregale brachte. Wenn das mal kein Zufall ist.
 
 
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Von Ballons, die den Tod voraussagen und Killer-Clowns, die ganz schön nerven können. In DER KILLERCLOWN wird die taffe Emma (BRITTANY BELLAND) mit Ängsten konfrontiert. Die leidet an Coulrophobie und hat eine panische Angst vor Clowns. Nicht unbegründet, wie der Film beweist, in dem sie die erste Geige spielt. Die Studentin wird nämlich in Träumen von einem bösartigen Killer verfolgt, der auch bald im richtigen Leben alle Regeln des Terrorisierens beherrscht. So entdeckt die Heldin Ballons auf denen ihr Todesdatum vermerkt ist. Zwei Tage hat sich nun Zeit ihrem tödlichen Schicksal zu entkommen, denn die fiese Kreatur aus ihren Träumen macht nun auch im richtigen Leben jagt auf die Studierende. Gut, dass sie einige Freunde hat, die sich um das Wohl der Verfolgten sorgen machen. Die lernen auch bald den bösartigen Verfolger kennen und müssen um ihr Leben bangen. Wie sich herausstellt ist der Killer von dämonischen Kräften besessen und hat große Ziele. Von denen erfährt der Zuschauer erst am Ende von DER KILLERCLOWN. Sonderlich erbaulich sind die aber nicht, denn die Geschichte dieses seltsamen Streifens macht nicht viel Sinn.  
 
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Übel, was mittlerweile alles unter dem Begriff Horror verkauft wird. Hier stimmt einfach gar nichts. DER KILLERCLOWN ist ein Schnarcher vor dem Herrn und hat weder roten Faden noch Spannung zu bieten. In diesem Fall haben einschlägige Filmportale recht. Liest man nämlich Bewertungen auf der internationalen Filmdatenbank IMDB zum Streifen, dürfte sich manch flaues Gefühl im Bauch bewahrheiten. Das Poster zu DER KILLERCLOWN wurde nämlich verdächtig reißerisch in Szene gesetzt. Erfahrene Horror-Gucker wissen, dass das in der Regel nichts Gutes verheißt, denn sehenswerte Horrorfilm müssen nicht mit plakativen Werbebildchen um die Gunst der Horrorgemeinde buhlen. DER KILLERCLOWN ist Horror im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht, weil der Film so unvorstellbar gruselig oder brutal ist. Vielmehr ist DER KILLERCLOWN Horror pur, weil er den Zuschauer vor Langeweile lähmt und sich damit auch noch unverschämt viel Zeit lässt. Der Streifen entpuppt sich als unstimmige Abfolge von Szenen, die so gar keine Spannung aufkommen lassen wollen. Immer wieder werden hier Menschen von einem dämonisch besessenen Clown terrorisiert, der im späteren Verlauf allmählich zu nerven beginnt. Die Kreatur taucht plötzlich in allen erdenklichen Situationen verschiedener Protagonisten auf und erschreckt mit roten Luftballons und komischen Visionen. Das mag sich beim Lesen vermutlich schaurig anhören, ist aber weder gruselig noch furchteinflößend. Stattdessen pendelt DER KILLERCLOWN unentschlossen zwischen Geister-Horror und Serienkiller-Genre und lässt den Zuschauer fordernd vor der Glotze zurück. Letzter verlangt nach Erklärungen, muss sich dazu aber bis zum Finale quälen in dem dann eine haarsträubende Auflösung über die Mattscheibe flimmert. Oh man, als Horrorfan muss man schon eine dicke Haut haben, um das ertragen zu können, was unerfahrene Filmemacher einem regelmäßig zumuten.
 
 
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DER KILLERCLOWN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 
DER KILLERCLOWN ist undurchdachtes Horrorkino, das man am liebsten wieder aus dem Gedächtnis streichen möchte. Dabei ist das Hauptproblem dieses Clown-Horrors die Geschichte selbst, der es zu keiner Minute gelingt das Interesse des Zuschauers für sich zu beanspruchen. Der Film plätschert behäbig vor sich hin und versucht Schrecken mit plakativen Schreckmomenten zu erzeugen. Leider scheitert das Vorhaben, weil der Film einfach nicht spannend werden will und das obwohl Regisseur AARON MIRTES vehement versucht Gruselstimmung mit Neonlichtern, Synthesizer-Klängen und gelegentlichem Nebeleinsatz zu bewirken. Unterm Strich werden ausgelutschte Horrorklischees und bald nicht mehr ertragbare Wiederholungen geboten. Trotz kurzer Laufzeit von gerade einmal 80 Minuten war man schon nach eine halben Stunde ratlos, wie man die Geschichte fortführen soll. Daher werden immer gleiche Szeneverläufe nacheinander abgespult, um auf Spielfilmlänge zu kommen. So gewinnt man den Zuschauer leider nicht für sich. Die haarsträubende Auflösung tut da ihr Übriges. Finger weg von diesem Unsinn.
 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Zensur

 
 
 
Nicht nur der Film ist ein Schnarcher; DER KILLERCLOWN (OT: CLOWNTERGEIST) ist auch hinsichtlich gezeigter Gewalt ein Gähner. Viel gibt es davon nicht zu sehen. Die härteste Szene reduziert sich auf einen Luftballon in dem die pürierten Überreste eines Hundes gefüllt wurden. Diese soll die Filmheldin unter Zwang essen. Parallelen zu einer Szene aus NIGHTMARE ON ELM STREET 5 sind da vermutlich nur rein zufällig. Hierzulande hat DER KILLERCLOWN ohne Probleme eine FSK16 erhalten. Wegen Bonusmaterial ist aber auf dem Cover der Blu-ray ein roter FSK-Flatschen zu sehen.
 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Clowntergeist; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial hat die BD: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 01.03.2018

 

Der Killerclown [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stitches – Böser Clown! ( 2012)
 
Killer Holiday (2013)
 
A Nightmare in Elm Street (1984)
 
ClownTown (2016)
 
Play: Tödliches Spiel (2014)
 
Traumdämon – Dream Demon (1988)
 
The Drownsman (2014)
 

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Filmkritik: „Circus Kane“ (2017)

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CIRCUS KANE

Story

 
 
 

Ein Spiel mit Todesfolge: Einige Social Media Stars werden in ein gruseliges Anwesen geladen, wo sie schnelles Geld verdienen können. Leider wird den Gästen schnell klar, dass man schon mal sprichwörtlich über Leichen steigen muss, wenn man 250.000 Dollar gewinnen will.

 
 
 


 
 
 

CIRCUS KANE – Kritik

 
 
 
Das Filmjahr 2017 dürfte zweifelsohne in die Annalen des Horror-Genres eingehen. Horrorfilmkenner wissen auch wieso, denn jenes Jahr ist das Jahr fies grinsender Clown-Fratzen, die nicht lustig sein wollen, sondern töten möchten. Ganz weit vorn: die Neuverfilmung des Stephen King-Bestsellers ES. Die brach bereits vor dem offiziellen Kinostart diverse Rekorde und bescherte Rechteinhaber WARNER ein goldenes Näschen. Der Trailer wurde am Erstveröffentlichungstag so oft angeklickt, wie kein anderer Trailer bei Erscheinen zuvor. Doch dazu nicht genug. Die ES-Neuverfilmung entwickelte sich zum regelrechten Vorverkaufsrenner und wurde auf so mancher Kinoplattform zum Streifen mit den meisten vor dem Kinostart verkauften Eintrittskarten. Dass im Zuge des wiederauflebenden Clown-Hypes natürlich auch andere mitverdienen wollen, dürfte auf der Hand liegen. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Doch man sollte sich nicht vor lauter Clown-Euphorie in die Irre führen lassen. Nicht überall wo schelmisch grinsende Spaßmacher aufs Cover gedruckt wurden, ist Horror im Stile eines ES enthalten. Wer sich zu leichtfertig blenden lässt gerät nämlich an Film wie CIRCUS KANE – ungenießbarer Billigmüll, den man nicht mal Menschen schenkt, die man nicht mag.
 
 
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Eine leicht abgeänderte Version des HOUSE ON HAUNTED HILL-Themas. In diesem unverschämt schlechten C-Movie geraten austauschbare Protagonisten (darunter ein nerviger TED MONTE, der Schauspieler Robert Downey Jr. wie aus dem Gesicht geschnitten ist) in die Fänge eines hinterlistigen Herren. Der tarnt sich als Clown und lädt seine Opfer in ein Haus des Schreckens ein. Dort können die naiven Social Media Stars eine Menge Geld verdienen – insofern sie die Nacht heil überstehen. 250.000 Dollar werden dem versprochen, der die nächsten Stunden furchtlos bleibt. Doch was sich anfangs als leichte Aufgabe herausstellt, wird bald zum Kraftakt. Im Gruselhaus wurden nämlich gefährliche Fallen platziert, die den Tod der Teilnehmer verursachen sollen. Doch die Todesfallen sind noch das kleinere Übel. Weitaus mehr Sorgen verursachen Mörder im Clown-Kostüm. Die schleichen leise durchs Gemäuer und tauchen just in Momenten auf, in denen die ahnungslosen Spielteilnehmer es nicht erwartet hätten und töten. So muss einer nach dem anderen sein Leben lassen, bis der letzte am Ende übrig bleibt – nur um dem Zuschauer den Sinn dieses blutigen Theaters zu erklären. Klingt irgendwie beliebig. Ist es auch.
 
 
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Genug über Inhalt und Spaßbremsen gesprochen – kommen wir zum eigentlichen Kern dieses günstig zusammengeschusterten Clown-Horrors. Anders als im Film verursacht der Streifen beim Zuschauer leider keine Gänsehaut. Vielmehr liegt der Fokus auf dem Zelebrieren blutiger Gewaltmomente, die in CIRCUS KANE jedenfalls so ziemlich oft zu sehen sind. Da wird ein Held während einer Zaubervorstellung – wie in WIZARD OF GORE – zersägt und erliegt seinen Verletzungen. Andere Protagonisten verfangen sich in Stacheldraht und sterben einen grausamen Tod – Argentos SUSPIRIA lässt grüßen. Überhaupt zitiert und kopiert dieser Film überraschend freizügig namhafte Horrorstreifen und ist darin nicht einmal gut. Ob trashige Splatter-Szenarien des kongenialen HERSCHELL GORDON LEWIS oder hinterhältige Folterfallen, die an den von JAMES WAN inszenierten SAW erinnern – CIRCUS KANE ist ein dreistes Hommage-Flickwerk, das sich lieber mit fremden Federn schmückt, statt Neuerungen zu bieten. Doch dreister Ideenklau ist nicht das einzige Problem dieses schnell für den Videomarkt gedrehten Horror-Blödsinns. Weitaus schlimmer wiegt da der Look von CIRCUS KANE, der sein überschaubares Budget nicht verbergen kann. Der Film schaut billig aus und lässt dabei jeglichen Hauch von Atmosphäre missen. Weil Darsteller kaum was können und hier mehr unbeholfen statt talentiert in Panik geraten entwickelt sich CIRCUS KANE schnell zur unfreiwilligen Parodie, die selbst Streifen aus den legendären ASYLUM STUDIOS wie intellektuelle Filmkunst aussehen lassen. Apropos THE ASYLUM: Regisseur CHRISTOPHER RAY kennt sich mit Zelluloidabfall aus. Der hat nämlich schon reichlich Stoff für genannte Filmschmiede verbrochen. Darunter Trash-Sternstunden wie 2-HEADED SHARK ATTACK oder BLOOD LAKE. Allein jene Tatsache dürfte für viele Horrorfans bereits Warnung genug sein, denn CIRCUS KANE bekleckert sich beim Unterhalten nicht gerade mit Ruhm.
 
 
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CIRCUS KANE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 

Uncharmantes C-Horror-Movie, das permanent Déjà-vu-Gefühle auslöst. Man muss schon eine große Leidenschaft für Trash und schlechte Filme besitzen, um CIRCUS KANE ertragen zu können. Klar gibt es hier viel Splatter zu sehen. Aber was nützen blutige Gewaltakte, wenn das Drumherum nicht stimmt. Der Clown-Horror schaut billig aus, ist spannungsarm und kann seine Videoherkunft nicht verbergen. Aber auch nervige Laiendarsteller und ein geistloses Drehbuch lassen Nackenhaare zu Berge stehen. Letzteres entpuppt sich als spannungsarmes Flickwerk, das die besten Ideen aus anderen Horrorfilmen stibitzt hat. Ist das Horror oder kann das weg? In diesem Falle gehört der genannte Zeiträuber eindeutig in die Tonne, denn das Leben ist einfach zu kurz für ungenießbare Filme.
 
 
 


 
 
 

CIRCUS KANE – Zensur

 
 
 
CIRCUS KANE ist billiger Videomüll, der schon sehr trashig in Szene gesetzt wurde. Zimperlich geht es hier nicht zu. Blut fließt reichlich – Gezeigtes wirkt aber zu keiner Zeit übertrieben hart, weil man der unprofessionellen Produktion das mangelnde Budget anzieht. Hierzulande dürfte der Clown-Horror eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form erhalten.

 
 
 


 
 
 

CIRCUS KANE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Saw (2004)
 
Stitches – Böser Clown! ( 2012)
 
Killer Holiday (2013)
 
House on Haunted Hill (1999)
 
ClownTown (2016)
 
Play: Tödliches Spiel (2014)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 


Filmkritik: „ClownTown“ (2016)

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CLOWNTOWN

Story

 
 
 

Einige wortlos agierende Psychopathen haben sich als Clowns verkleidet und terrorisieren Ortsfremde, die sich in einer anscheinend menschenleeren Geisterstadt verirrt haben.

 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Kritik

 
 
 
Nicht erst seit der Fernsehfilm-Adaption des Stephen-King-Romans ES scheinen Clowns in Horrorfilmen unweigerlich Albträume beim Publikum hervorzurufen. Die geschminkten Spaßmacher sind zwar bereits seit Jahrhunderten zum Wohle der Lachmuskeln im Einsatz, verursachen aber nicht bei Jedermann Freude. So hat eine Studie der englischen University of Sheffield offen gelegt, dass Kinder zwischen 4 und 16 Jahren über die Grimassen jener lustigen Gesellen überhaupt nicht lachen können. Denen bereiten die Kreaturen mit ihrer unwirklichen Gestik und übertriebenen Mimik in erster Linie Angst – etwas, was sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen kann und in Fachkreisen auch als Coulrophobie betitelt wird. Die Furcht vor dem Unbekannten hinter der Maskerade findet auch im folgenden Horrorfilm Verwendung. CLOWNTOWN nennt sich der günstig gedrehte Horrorfilm aus der Mache von TOM NAGEL, der bisher eher als Schauspieler in B-Movies zu sehen war und nun auch mal einen eigenen Low-Budget-Film machen wollte. Sein Debüt erinnert in seiner billigen Machart an die vielen günstig verbrochenen Streifen aus längst vergessenen Videothekenzeiten, wo nahezu regelmäßig mies synchronisierter und bis zum Erbrechen zensierter Horror-Trash ins Regal gestellt wurde, um möglichst viel Leihgebühren vom Filmfan einkassieren zu können. Eigentlich kaum der Rede wert, würde da im Vorspann nicht kurz der Name ROBERT KURTZMAN auftauchen und das Interesse alteingesessener Horrorfans wecken.
 
 
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Kurtzman fungierte in CLOWNTOWN als Co-Producer und dürfte Horror-Kennern noch als talentierter Make-up und Effekt-Künstler in Erinnerung geblieben sein. Auf die Kappe des Mitbegründers der KNB EFX GROUP gehen Splatter-Orgien in Filmen wie FROM DUSK TILL DAWN oder WISHMASTER, für die er Masken- und Ekeleffekte beigesteuert hat. Aber auch in Produktionen neueren Datums hatte Kurtzman oft die Hände im Spiel. So ließ es sich der Effekte-Macher nicht nehmen, seine Matschereien auch in aktuellen Genrestreifen wie TUSK, THE FUNHOUSE MASSACRE oder ALL CHEERLEADERS DIE für die Ewigkeit sichtbar zu machen. Gute Voraussetzungen für CLOWNTOWN also, der mit Kurtzman als beteiligtem Produzenten eigentlich nur gewinnen kann. Doch wie es meist immer ist, kommt die Ernüchterung früh, denn von ausgeklügelten Kills und kreativen Matschmomenten ist weit und breit kaum etwas zu verzeichnen. Dafür flimmert immerhin etwas Terror über die Mattscheibe – Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE lässt grüßen.
 
 
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CLOWNTOWN erzählt mal wieder die ewig gleiche Leier von jungen naiven Menschen, die sich mit menschlichen Abgründen konfrontiert sehen. Diesmal sind es psychisch gestörte Persönlichkeiten, die sich wie Clowns geschminkt haben und eine amerikanische Kleinstadt terrorisieren. Die Menschen haben Angst und trauen sich nicht mehr aus dem Haus. Demzufolge bekommen die Bewohner kaum noch davon mit, was vor der eigenen Haustüre passiert. Dumm gelaufen für einige Durchreisende, die auf ihrer Fahrt durchs amerikanische Hinterland eine Autopanne erleiden und auf Hilfe angewiesen sind. Weil die Telefone keinen Empfang haben, macht man sich zu Fuß auf in die nächste Stadt, wo man ein verlorenes Telefon abholen möchte. Doch der vermeintliche Finder lockt die Gruppe in eine Falle. Am verabredeten Ort ist keine Menschenseele anzutreffen. Stattdessen bekommen es die Freunde mit einer Horde Psychopathen zu tun, die ihnen ans Leder wollen. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt, der natürlich einige Leichen zu verzeichnen hat.
 
 
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Viel Substanz besitzt das Drehbuch von CLOWNTOWN leider nicht. Das ist auch kein Wunder, denn Drehbuchautor JEFF MILLER war bereits vor CLOWNTOWN nicht sonderlich darum bemüht, den Zuschauer mit frischen Geschichten zu verwöhnen. So verraten die ebenfalls von ihm zu Papier gebrachten Filme AXE GIANT oder HELLBLOCK 13 ganz passend, was dem Horrorfan mit CLOWNTOWN blüht. Billiger Fast-Food-Horror wird geboten, der sich am gängigen Horrorstandard orientiert. Auf dass der Zuschauer nicht zu sehr überfordert wird! Das Morden und Überleben steht im Fokus. Opfer werden gejagt und nacheinander ausradiert. Den Innovationspreis gewinnt man damit freilich nicht – vor allem auch deshalb, weil sich die Figuren zu keiner Minute nachvollziehbar oder logisch verhalten. Weil nahezu jeder Terror- und Slasher-Film der letzten 20 Jahre nach gleichem Schema abgelaufen ist und sich Regisseur TOM NAGEL schwer mit dem Spannungsaufbau tut, wird CLOWNTOWN selbst für Liebhaber solcher Streifen zu Bewährungsprobe. Hinzu kommt, dass sich die Schauspieler teils äußerst hölzern und unerfahren vor der Kamera bewegen, was CLOWNTOWN mit Sicherheit einen baldigen Platz auf den Wühltischen hiesiger Fachhändler bescheren dürfte. Letztendlich verspricht das Plakat mal wieder mehr, als der Film bieten kann. CLOWNTOWN ist kein großer Wurf und dürfte bald wieder vergessen sein. Blutige Momente bilden die Ausnahme und die immerhin gelungenen Clownsmasken verlieren aufgrund der beliebigen Machart und der austauschbaren Handlung ziemlich rasch an Reiz. Horrorstimmung will da nur selten aufkommen. Schade ums Zelluloid – oder den digitalen Träger.
 
 
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CLOWNTOWN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Pennywise‘ kleinen Geschwister. Diese Clowns sind gar nicht lustig, diese Clowns wollen töten – und langweilen. Nicht überall wo bekannte Namen draufstehen, wartet sehenswerte Horrorunterhaltung aufs hungrige Publikum. CLOWNTOWN ist schnell heruntergekurbeltes Videomaterial, dass zwar ab und an so etwas wie Light-Terror versprüht, aber die meiste Zeit langweilt, weil die Handlungsverläufe nicht neu sind. Demzufolge gibt es die ewig gleiche Leier von dummen Opfern und vermeintlich überschlauen Mördern zu sehen, die vom rechten Weg abgekommen sind und schlachten müssen. Auch wenn Effektmaestro ROBERT KURTZMAN als Produzent beteiligt gewesen ist, gehört CLOWNTOWN nicht in die Genre-Königsklasse. Überraschenderweise sind die Morde nämlich recht unblutig und unspektakulär ausgefallen – und das, obwohl mit Kurtzman ein Meister seines Fachs als Geldgeber fungierte. Unterm Strich ist CLOWNTOWN kein Horror-Hit. Der Film ist ein Mix aus Slasher und Terrorfilm, bei dem es an allem mangelt. Das Schauspiel ist mager, die Inszenierung klischeeüberladen und atmosphärische Momente bilden die Ausnahme. Da kann man nur hoffen, dass man nicht über eine Fortsetzung nachdenkt. Die braucht niemand. Besser andere Clown-Schocker in den Player legen, denn da gab es in der Vergangenheit besseres. Neben PLAY – TÖDLICHES SPIEL, STITCHES und CLOWN wäre da natürlich noch die Mutter aller Clown-Horrorstreifen: STEPHEN KINGS ES.
 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Zensur

 
 
 
Trotz Mitwirken von Effektmeister ROBERT KURTZMAN ist CLOWNTOWN hinsichtlich der gezeigten Grausamkeiten eine Enttäuschung. Die Morde sind sehr kurz und werden oftmals nur angedeutet. Zudem wurden die Kills auch nicht sonderlich raffiniert umgesetzt und schauen teils sehr billig aus. Im Vergleich zu anderen Slasher- und Terrorfilmen ist der Härtegrad sehr niedrig angesetzt, was CLOWNTOWN hierzulande „nur“ eine rote FSK-Plakette eingebracht hat: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: ClownTown; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer Deutsch

Veröffentlichung: 05.10.2017

 
 
 

Clowntown [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Steel House Productions | ITN Distribution | Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Clownhouse (1989)
 
Killjoy (2000)
 
Camp Blood (1999)