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Filmkritik: „Dislike“ (2016)

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DISLIKE

(DIZLYKE | Дизлайк)

Story

 
 
 

Das Video-Blogger Massaker: Sieben Internet-Blogger werden in eine Villa gelockt und dort abgeschlachtet. Nur wer zeichnet für dieses Blutbad verantwortlich?

 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Kritik

 
 
 
Jede Generation hat ihre Stars. Während man in den 1980ern Actionhelden wie ARNOLD SCHWARZENEGGER oder SYLVESTER STALONE im Kino huldigte, hat sich mittlerweile das Blatt gewendet. Künstler aus Film und Fernsehen sind bei Teenagern von heute Schnee von gestern. Idole werden in der heutigen Zeit im Internet geboren. Da verwandeln sich plötzlich normale Menschen von nebenan in Superstars, weil sie in der Freizeit private Blogs oder Youtube-Kanäle pflegen auf denen sie mehr oder weniger brauchbare Informationen in die Jugendzimmer bringen. Dabei sind es vor allem Vlogger, die seit Jahren wie Pilze aus dem Boden wachsen. Darunter versteht man junge Menschen, die im Internet Videos verbreiten, in denen sie Produkte testen, über Lifestyle reden oder sich einfach nur selbst inszenieren. Genau jenen Leuten geht es im folgenden Film an den Kragen. Offenbar sind die so genannten Videoblogger dem Regisseur PAVE RUMINOV ein Dorn im Auge. Anders lässt sich nicht erklären, warum er diese Leute in DISLIKE beinahe zynisch über die Klinge springen lässt und sich am Ende auch noch kritisch über die Mechanismen sozialer Medien äußert. Da steht wohl jemand auf Kriegsfuss mit Facebook, Youtube und Co.
 
 
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Sieben großkotzige Videoblogger erleben in DISLIKE (im Original: DIZLAYK) nichts Gutes. Die sind im Internet gefeierte Stars und werden deshalb einen Tag vor Weihnachten in eine Villa geladen, um dort für einen Energy-Drink Promotion zu betreiben. Doch die Einladung ist nur Tarnung. Kaum dort angekommen kippt die zuvor heitere Stimmung um. Einem der Teilnehmer wurde eine Bombe um den Kopf geschnürt. Die zündet und sendet den Blogger in die ewigen Jagdgründe. Das kommt bei den Anwesenden gar nicht gut an. Die sind plötzlich nicht mehr so vorlaut und bekommen es mit der Angst zu tun. Eine mysteriöse Stimme schallt aus einem Lautsprecher und gibt Anweisungen. So sollen die Vlogger herausfinden wer hier Schindluder treibt. Wer sich sträubt und nicht mitspielen will, wird sofort getötet. Da werden Lebensinstinkte aktiviert. Leider zieht durch die Räume ein maskierter Killer, der das Raten zusätzlich erschwert. So kommt was kommen muss. Einer nach dem anderen stirbt – abwechslungsreich und blutig. Slasher-Fans kommen da natürlich auf ihre Kosten.
 
 
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Auch in Russland sind Opfer in Slasher-Filmen nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. In bester SCREAM- und SAW-Manier müssen die in DISLIKE Spiele spielen und während einer schwarzhumorigen Ratestunde abwechslungsreich ihr Leben lassen. DISLIKE wurde nach amerikanischem Vorbild gezimmert und erweckt – mal abgesehen von sprachlichen Barrieren – nicht den Anschein, dass der Streifen in Russland gedreht wurde. Regisseur PAVE RUMINOV präsentiert makellose Bilder in MTV-Clip-Ästhetik und macht es so vielen neueren Produktionen gleich, die mit viel Geld in Amerika für ein junges Kinopublikum fabriziert werden. Trotz hanebüchener Story und Figuren aus dem Horrorfilm-Baukasten kann der Slasher was. Das mag an der lückenlosen Inszenierung liegen, die straff durchorganisiert wurde. Der Film besitzt kaum Längen und konzentriert sich auf das Wesentliche. Im Falle von DISLIKE ist das das Ausradieren unsympathischer Jungdarsteller, die unter Einsatz schwarzen Humors das Zeitliche segnen. Da erklingt der Weihnachtsklassiker „Jingle Bells“ sobald Opfer um die Ecke gebracht wurden. Aber auch der Spielmoderator unterstreicht das Treiben mit boshaften Sprüchen, um das Publikum vor der heimischen Glotze zu erheitern. Nicht zum Lachen ist dagegen den Filmhelden selbst zumute. Die erleben den Terror ihres Lebens und werden durch diverse Filmwendungen gejagt, um die Identität des Killers möglichst lang hinauszögern zu können. Regisseur PAVE RUMINOV hat dabei seine Hausaufgaben mit nötiger Sorgfalt gemacht. Der Film zitiert gründlich und ausgiebig amerikanische Slasher-Klassiker und ist darin sogar richtig gut. Erfahrene Zuschauer werden Zitate und Anspielungen erkennen. Horrorfilmneulinge können sich dagegen auf kompromissloses Abschlachten dummer Teenager freuen. Ein zynischer Horrorspaß mit reichlich Blut. 7 Points goes to Russia.
 
 
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DISLIKE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht übel was da Putins Knechte fabriziert haben. Bitterböse Schlachtplatte aus Russland. Regisseur PAVE RUMINOV rechnet in DISLIKE (Originaltitel: DIZLAYK) mit Möchtegern-Stars aus dem Internet ab, die seit einigen Jahren Teenager zum Kreischen bringen und Erwachsene ratlos mit dem Kopf schütteln lassen. Der Filmemacher überrascht mit deftigem Blutbad und äußert aber auch subtile Kritik an der Generation Youtube, wo die Gier nach Klicks und Likes bei jungen Menschen gern mal den Verstand vernebelt. DISLIKE ist ein Horror-Slasher nach amerikanischem Vorbild. Der Streifen besitzt reichlich schwarzen Humor und geht mit seinen Opfern nicht zimperlich um. Die Todesarten sind abwechslungsreich und der Killer im Film kennt keine Gnade mit seinen dummen Opfern. Das dürfte hungrigen Horrorfans gefallen, die hier schnörkelloses Ausradieren zu sehen bekommen – ohne Längen und überflüssiges Brimborium. Für Slasher-Fans ein Fest.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Zensur

 
 
 
Ist das im Film Youtuberin SHIRIN DAVID? Man muss schon zweimal hinschauen, um erkennen zu können, dass die russische Schauspielerin MARIYA VEY der bekannten Vloggerin aus Deutschland wie aus dem Gesicht geschnitten ist. DISLIKE ist für einen Slasher recht blutig geraten. Es explodieren Köpfe, Kehlen werden durchgeschnitten und Messer oder Äxte bohren sich durch Fleisch, als wäre es Butter. Hierzulande gibt es für DISLIKE vermutlich eine Freigabe für Erwachsene mit rotem FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
#Horror (2015)
 
Who’s Next (2012)
 
The Den (2013)
 
Devil’s Domain (2016)
 
Unfriend (2016)
 


Filmkritik: „Killing Ground“ (2016)

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KILLING GROUND

Story

 
 
 

Von Soziopathen und Campern. In der australischen Wildnis lauert das Böse in Menschengestalt und meint es nicht gut mit jenen, die in friedlicher Natur nach Entspannung suchen.

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback weht ein rauer Wind. Die Erkenntnis ist nicht sonderlich neu. Vor allem Horrorfilmkenner wissen von den Gemeinheiten, die in abgeschieden Teilen Australiens auf ausländische Reisende lauern. Down Under überrascht neuerdings positiv ins Sachen Genrekino, wie Leser vermutlich mitbekommen haben, die regelmäßig Filmvorstellungen auf unserer Webseite lesen. Nahezu jeder Horrorschocker vom fünften Kontinent, den wir in den letzten Wochen hier vorgestellt haben, hat prägenden Eindruck hinterlassen und Bestnoten erhalten. Da macht auch der folgende Thriller keine Ausnahme, der mit Hochspannung fesselt und beweist, dass Kopfkino bei weitem fieser ist, als bluttriefende Gewaltexzesse mit der Schlachtkeule. KILLING GROUND schimpft sich der Geheimtipp aus Australien, der des Zuschauers Nerven strapazieren möchte. Der zeigt schonungslos offen, wie hinterlistig, respektlos und gemeingefährlich die Spezies Mensch mit den eigenen Artgenossen umgehend kann. Die scheint zu jeder Schandtat bereit und sei sie auch noch so bestialisch. Das macht KILLING GROUND so unberechenbar, der harmlos beginnt und sich bis zum Finale zu einem der anstrengendsten Überlebenstrips entwickelt, die man seit langem im Kino zu sehen bekommen hat. Wer diesen Thriller gesehen hat, wird wissen was wir damit meinen. Sogar der Begriff „Die Zigarette danach“ erhält nach Sichtung eine gänzlich neue Bedeutung.
 
 
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Trügerische Naturidylle: Im Horrorfilm können sich schnell traumhafte Landschaften in bluttriefende Albträume verwandeln. Ebensolche Erkenntnis durchleben auch der erfolgreiche Arzt Ian Smith (IAN MEADOWS aus SCARE CAMPAIGN) und dessen Verlobte Samantha Shaw (HARRIET DYER). Die wollten im Australischen Outback eigentlich campen und in abgeschiedener Wildnis das neue Jahr begrüßen. Doch wie immer hat der Drehbuchschreiber andere Pläne mit seinen ahnungslosen Protagonisten. Das verliebte Paar stößt nämlich auf ein verlassenes Zelt und entwickelt ein mulmiges Gefühl. Doch leerstehende Camperbehausungen sind noch das kleinere Übel. Wenige Meter entfernt findet man ein hilfloses Kleinkind, das orientierungslos durch den Wald irrt. Seltsamerweise ist von dessen Eltern weit und breit keine Spur. Leider hat der eigene Wagen eine Panne, weshalb man nicht zurück in die Stadt fahren kann, um Hilfe anzufordern. Da ertönen Motorgeräusche und ein Einheimischer (AARON GLENANE) macht Halt. Der scheint offenbar zu wissen, was hier im Argen liegt und entpuppt sich als abgebrühter Menschenjäger, der zusammen mit seinem nicht minder kaltschnäuzigen Kumpanen (beängstigend: AARON PEDERSEN) Spaß am Töten von Campern besitzt. Kein guter Tag für die Liebenden. Die müssen im Outback den Kampf gegen böse Männer aufnehmen, die vor nichts und niemand Gnade kennen. Ein mörderisches Katz- und Mausspiel beginnt, das am Ende nur einen Sieger kennt.
 
 
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Die australische Horrorfilmindustrie hat den Bogen raus. KILLING GROUND reiht sich siegessicher in die Reihe von derbem Überlebens-Horror wie WOLF CREEK oder zuletzt BLOOD HUNT ein. Die wurden ebenso im Land der Kängurus gedreht, um Freunde der blutigen Bildsprache Adrenalinkicks zu bescheren. Letztere bleiben auch in KILLING GROUND nicht aus, der ungemütlichen Überlebenskampf in menschenleerer Wildnis zeigt und vom Publikum einiges abverlangt. Überraschenderweise bleibt bluttriefendes Gewaltspektakel aus. Regisseur und Newcomer DAMIEN POWER zeigt wenig und deutet nur an. Das mag sich harmlos anhören – ist es aber keineswegs. Die Bösewichte im Film spielen mit ihren wehrlosen Opfern und strapazieren so das Nervenkostüm des Zuschauers. Das verstört und lässt schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit entstehen, das bald in blanken Psycho-Horror umschlägt. Damit macht es KILLING GROUND dem Horrorthriller EDEN LAKE von 2008 gleich. Im direkten Vergleich spulen nämlich beide Filme die gleiche Geschichte ab und scheuen weder Kompromisse noch Auswege. So werden Opfer bis zur Erschöpfung terrorisiert bis ihnen am Ende die Lebenslichter ausgehen. Übrigens bedient sich Filmemacher DAMIEN POWER unkonventioneller Erzählmethoden. KILLING GROUND beginnt mit zwei unterschiedlichen Handlungssträngen, die in der Halbzeit ineinander laufen. Während der eine die romantische Silvesterfeier besagten Pärchens dokumentiert, welches später ums Überleben kämpfen muss, handelt der andere von einer Familie, die Stunden zuvor bereits von den skrupellosen Soziopathen um die Ecke gebracht wurde. Das stiftet anfangs für Verwirrung, tut der kaum auszuhaltenden Spannung aber keinen Abbruch. Trotz Kopf-Kino kein Film für Weicheier und Zartbesaitete. KILLING GROUND ist für Fans von Überlebensschockern Pflichtprogramm, da hier Spannungsschrauben minütlich fester gezogen werden und kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird. Angesichts der Tatsache, dass hier Debütware aufgetischt wird, eine bemerkenswert runde Sache, die unbedingt Erwähnung finden sollte.
 
 
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KILLING GROUND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Intensiv, kompromisslos und unerbittlich. Grausamer Campingausflug für Nervenstarke. Harter Survival-Schocker aus Australien, der eher auf psychischem Wege Horror entstehen lässt. Hier werden ahnungslose Camper von Menschenjägern durch Wälder gehetzt, die alles tun, um irgendwie zu überleben. KILLING GROUND baut schnell eine unbequeme Atmosphäre auf und setzt am Ende auf Tempo, das das Herz des Zuschauers schneller schlagen lässt. Wieder einmal hat sich ein Neuling in Sachen Regie ausprobiert und gleich einen Volltreffer gelandet. Tiefgründigkeit ist Nebensache. Dafür wird mal wieder die Bestie Mensch in all ihren Facetten in den Mittelpunkt gerückt. Regisseur DAMIEN POWER setzt da an, wo Filmemacher wie JOHN BOORMAN mit BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder zuletzt MICKEY KEATING mit CARNAGE PARK vorgelegt haben. In Sachen Kaltschnäuzigkeit ist KILLING GROUND genannten Werken ebenbürtig, denn an unmenschlicher Grausamkeit wird nicht gespart – auch wenn man sich mit Schauwerten stark zurückhält. Das ist im Falle von KILLING GROUND nicht weiter tragisch. Gebotenes ist dennoch hart anzusehen. Wer demnach eine Vorliebe für Survival-Horror hegt, ist hier an der richtigen Adresse. Da überlegt man sich doch glatt beim nächsten Urlaub in Australien ein Hotel in der Großstadt zu mieten. Naturausflüge sind dort offenbar nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in KILLING GROUND halten sich in Grenzen. Es wird in Köpfe und Körper geschossen. Zudem wird ein Kleinkind unsanft auf den Boden geworfen. Meist blendet die Kamera weg, wenn es zu heftig wird. Trotzdem oder vielleicht auch deswegen geht Gezeigtes durch Mark und Bein. Man darf mit einer Freigabe für Erwachsene rechnen: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei John Platt Photography)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Eden Lake (2008)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Timber Falls (2007)
 
Storm Warning (2007)
 
Manhunt – Backwood Massacre (2008)
 
King of the Hill (2007)
 
Preservation (2014)


Filmkritik: „Headshot“ (2016)

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HEADSHOT

Story

 
 
 
In einem indonesischen Krankenhaus wacht der Kopfschuss-Patient Abdi auf und kann sich nicht an sein bisheriges Leben erinnern. In der Stadt tobt ein Bandenkrieg zwischen den heimischen Gangstern und den Mordprofis des Chinesen Lee. Abdis Verbindung zu Lee wird ihm klar, als der ihm seine Killer in die Klinik schickt. Er ist eines der Kinder, die der Gangsterboss entführt und mit grausamen Methoden zur Tötungsmaschine umprogrammiert hat. Durch die Amnesie nach dem Kopfschuss weiß er jetzt, dass ein anderes Leben möglich ist. Der Kampf gegen den „Vater“ ist unvermeidlich.

 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Kritik

 
 
 
Hinter HEADSHOT stecken einige Mitglieder jener indonesischen Action-Schmiede, die das unvorbereitete Publikum schon mit den THE RAID Filmen völlig atemlos in den Sessel rammen konnte. Diese Polizei-Klopper waren vor nicht allzu langer Zeit das Next Big Thing im Gewaltfilm-Sektor, nachdem der thailändische Actionmeister Tony Jaa mit seinen bahnbrechenden Filmen ab ONG BAK zu sehr ins Esoterische abgedriftet war und die hart erkämpfte Zuschauergunst an den nächsten hungrigen Wolf weiterreichen musste. THE RAID war noch Martial-Arts-Action mit sehr harter Kante und Blick in die Genre-Zukunft. Eben die Weiterentwicklung der trockenen Knie-und-Ellbogen-Barbareien der Thailänder. Teil zwei gefiel sich schon besser im selbstverliebten Feiern von Kampfchoreographien mit überraschender Liebe zu echten Splatter-FX. Interessanterweise musste sich der Film schon nicht mehr mit Zensur-Attacken plagen, die dem im Vergleich softeren Vorgänger aufgedrückt worden waren. Was allerdings HEADSHOT, dessen Handlung – freundlich formuliert – nun nicht wirklich neu ist – an super-direkten Gewalttätigkeiten auffährt, das hätte früher nicht mal mehr eine FSK18-Freigabe bekommen. Da hätte direkt der Staatsanwalt geklingelt. In Zeiten von NETFLIX und Co. fehlen den Behörden schlicht die Handhabe und die Macht, dem Konsumenten nur noch Rumpffassungen grafisch harter Filme zu lassen.
 
 
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Immer wieder mal versteht die Filmberichterstattung, dass es einen gemeinsamen Nenner bezüglich Horror- und Actionkino gibt. Damit ist jetzt nicht die Reaktion der Studios gemeint, einen der Helden des beliebten Knochenbrecher-Kinos gegen einen okkultistisch aufgestellten Serienmörder oder tumbe Diener des Pferdefüßigen in die Schlacht zu schicken, wie es schon seit den Siebzigern immer wieder zur Aufführung gebracht wird. Nein, ein Film wie HEADSHOT nutzt die bequem ausgelatschten Mechanismen des Action- hier: des Kampfsportfilms um einen in seiner Direktheit und Exploitationhaftigkeit fast menschenverachtend technoiden Blick auf die Idee des Body Horror zu bieten: Der menschliche Körper, reduziert auf die Möglichkeiten seiner Beschädigung. Fleisch ist zum zerrissen werden da, Haut zum Bluten, Knochen zum offenen Brechen. Einschüsse sind überdimensional und triefend. Cronenberg goes asiatische Prügel-Orgie. Jede Schlägerei endet mit dem zermatschten und verstümmelten Leib des Verlierers und der ebenfalls in Blut getunkten Visage des Siegers. Wände sind knallrot. Umherliegenden Gegenständen geht es ähnlich. Kein Tischbein, kein Ast, keine Glasscherbe, die nicht im Handumdrehen zum Mordwerkzeug umfunktioniert werden können.
 
 
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HEADSHOT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich brutale Action, die selbst einem geschulten Gorehound mit krasser Realitätsnähe und der fast manischen Missachtung menschlichen Lebens die Spucke zum Eintrocknen bringen dürfte. Es muss nicht immer Geisterhorror oder Torture-Porn sein. HEADSHOT geht stellenweise wirklich an die Substanz.
 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Zensur

 
 
 
HEADSHOT ist harter Tobak. Das sah auch die FSK ähnlich, die den Film wegen seiner brutalen Action-Szenen nicht ungeschnitten passieren lies und eine Freigabe in ungeschnittener Form verweigerte. Doch Anbieter KOCH MEDIA wollte nicht schneiden und reichte HEADSHOT bei den Juristen der SPIO ein. Das Urteil der SPIO/JK fiel erstaunlich milde aus. Dort erhielt der Actioner in ungeschnittener Form die Kennzeichnung: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung. Fans deftiger Gewalteinlagen können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im limitierten Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Headshot; Indonesien 2016

Genre: Action, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Behind the Scenes (ca. 18 Min.), Kinotrailer

Release-Termin: 08.06.2017

 

Headshot – Steelbook [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Headshot – KeepCase [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HEADSHOT – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Raid: Redemption (2011)
 
The Raid 2 (2014)
 
Killers (2014)
 
Tyubeu (2003)
 
John Rambo (2008)
 
Dredd (2012)
 


Filmkritik: „Lake Alice“ (2017)

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LAKE ALICE

(LAKE TOMAHAWK)

Story

 
 
 

Leise rieselt der Schnee, still und starr liegt die Leiche: Eine Familie erlebt ein etwas anderes, tödliches Weihnachtsfest.

 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Kritik

 
 
 
Schneebedeckte Berge, abgelegene Holzhütten, verschneite Wälder und melancholische Winterpracht. Horror muss sich nicht immer nur in dunklen Irrenanstalten, unheimliche Herrenhäusern oder auf alten Friedhöfen abspielen. Auch traumhafte Schneelandschaften sind seit der King-Verfilmung SHINING ein Garant für markerschütterndes Grauen und wohldosierte Gruselschauer, schließlich lassen sich Geister, Waldkreaturen und Serienkiller nicht von Frost, Eis oder Kälte abschrecken. Letztere haben das moderne Horrorkino berüchtigt gemacht und meucheln sich seither kreativ durch Fleisch und Knochen. Leider trifft das nicht für alle Bösewichte zu, denn offenbar gibt es mittlerweile Serienmörder im Horrorkino denen das Abschlachten gar keine Freude mehr bereiten möchte. So ähnlich geschehen im folgenden Heuler, der dem Begriff Slasher nicht mal ansatzweise Ehre machen möchte. Newcomer BEN MILLIKEN – der übrigens 10 Jahre Amateur-Boxer war – vermischt im Debüt SCREAM und THE STRANGERS erfolglos miteinander und würzt mit dem norwegischen COLD PREY nach. Leider hat er aber den für Slasher-Streifen beliebten Gewaltpegel vernachlässigt, der immerhin dafür sorgt, dass die ständig wiederholenden Handlungen halbwegs ertragbar bleiben. Als wäre das nicht schon fatal genug, wurde von ihm auch noch Spannung aus dem Drehbuch gestrichen. Damit gewinnt man als Regie-Neuling bei Horrorfans nicht mal einen Blumentopf. Anerkennung muss man sich erstmal erarbeiten.
 
 
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Weihnachten in Familie. Mutter und Vater Thomas wollen zusammen mit der erwachsenden Tochter Sarah (CAROLINE TUDOR) die Festtage in einer Hütte im Wald verbringen. Letztere hat den Liebsten (BRAD SCHMIDT) mit im Schlepptau, der ihr auch gleich in verschneiter Naturidylle einen Heiratsantrag macht. Zwar sind die Eltern vorerst über die Verlobung alles andere als erfreut, nehmen aber den zukünftigen Schwiegersohn trotzdem herzlich auf. Leider kommen die angehenden Pläne der Liebenden nicht bei allen gut an. So klingeln bald ungebetene Gäste an der Haustür. Weil es mitten in der Nacht ist, sind die Eltern über den späten Besuch logischerweise nicht sonderlich erfreut. Doch das ist den maskierten Besuchern egal. Die frönen hauptberuflich dem Killerhandwerk und gehen auch gleich zur Tagesordnung über. Für die Opfer bedeutet das: Weg von der Festtafel hinein in den Überlebensmodus. Ein besinnliches Weihnachtsfest sieht definitiv anders aus.
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. LAKE ALICE – der in England übrigens für den Videomarkt in LAKE TOMAHAWK umbenannt wurde – bekleckert sich in Sachen Originalität nicht gerade mit Ruhm. Der Film vermischt Slasher-Klischees mit Elementen bekannter Home-Invasion-Schocker und versucht mit überraschenden Wendungen auf falsche Fährten zu locken. Das hört sich erstmal vielversprechend an, ist aber unterm Strich kaum der Rede wert. Das Problem: LAKE ALICE kommt knapp 30 Jahre zu spät, denn was der Zuschauer hier zu sehen bekommt, wurde in nahezu jedem Slasher und Home-Invasion-Streifen der letzten drei Jahrzehnte mal mehr, mal weniger spannend abgehandelt. Dementsprechend langweilig ist LAKE ALICE dann auch. Die falschen Fährten sind vorhersehbar und die Handlung will erst gar nicht fesseln – wohl auch, weil sie keine Risiken eingeht und neue Wege scheut. Somit verläuft alles nach bekanntem Muster. Ein Killer terrorisiert eine kleine Familie, die wenig später versucht dem Tod zu entkommen und sich wenig klug zur Wehr zu setzen weiß. Leider werden die Familienmitglieder nach dem „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip ins Jenseits befördert. Nur die fast schon zwanghaft auf sympathisch getrimmte Filmtochter wird überleben und findet heraus, dass nicht grundlos gemordet wird. Die Psychopathen wollen ein Hühnchen rupfen, werden aber in die Schranken gewiesen, weil ein plötzlich totgeglaubtes Opfer wieder von den Toten aufersteht und dem Trauerspiel ein Ende bereitet. Das ist sprichwörtlich Schnee von gestern, denn um zu fesseln oder gar Angst einzujagen, bedarf es weit mehr, als Slasher-Klassiker frech zu zitieren und Home-Invasion-Zutaten lustlos zu kopieren. Wegen des austauschbaren und wenig raffinierten Drehbuchs ist LAKE ALICE daher nur denen zu empfehlen, die entweder noch nie einen Horror-Slasher gesehen haben oder nicht genug von dieser Art von Filmen bekommen können – und sind sie auch noch so einfallslos. Nur dann kann man wohl etwas von diesem 08/15-Schocker abgewinnen.
 
 
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LAKE ALICE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SCREAM trifft auf THE STRANGERS. Was hier aufgetischt wird, ist ermüdend, altbacken und unblutig noch dazu. Eigentlich schade, denn LAKE ALICE hat im Grunde genommen alles, was ein Horrorfilm neueren Datums mitbringen sollte. Die schneebedeckte Kulisse erinnert an ähnlich gestrickte Slasher-Ware wie COLD PREY und dessen Fortsetzungen. Zudem lässt das skrupellose Killer-Duo im Film Streifen wie THE STRANGERS oder auch BASTARD Revue passieren. Was aber bitter aufstößt ist die wenig originelle Handlung. Die hat man in ihrem behäbigen Ablauf schon so oft gesehen, dass allein schon die Inhaltsangabe zum Film den Spaß verdirbt. Das ist dahingehend ärgerlich, weil der Film gute Schauspieler besitzt und auch handwerklich überzeugen kann. Leider besitzt LAKE ALICE kaum neue Einfälle und lässt sich auch noch viel Zeit, bis überhaupt endlich mal etwas passiert. Da macht sich schnell Müdigkeit breit und gestaltet diesen Horror-Beitrag so austauschbar, wie schmutzige Unterwäsche. Vor 30 Jahren wäre LAKE ALICE ein Hit geworden. Heute lockt man mit so ausgelutschtem Horrorstoff keinen Fan mehr vorm Ofen hervor. Um die Aufmerksamkeit des Publikums für Horrorfilme gewinnen zu können, muss man sich in Zeiten wie diesen und aufgrund der Menge an Genre-Futter schon mächtig ins Zeug legen. Offenbar hat das Regisseur BEN MILLIKEN nicht bedacht.
 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat LAKE ALICE nicht zu bieten. Der Killer rammt sein Messer mehrmals in ein Opfer hinein, ein Autounfall ist zu sehen und ein Protagonist stirbt an den Folgen eines Pistolenschusses in den Hals. Das ist für Slasher-Verhältnisse enttäuschend und dürfte in Deutschland mit einer FSK16 belohnt werden.
 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cold Prey – Eiskalter Tod (2006)
 
Cold Prey 2 Resurrection – Kälter als der Tod (2008)
 
Silent Night – Leise Rieselt das Blut (2012)
 
Blood Runs Cold (2011)
 
Hayride 2 (2015)
 
Berkshire County (2014)
 


Filmkritik: „Wolves at the Door“ (2016)

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WOLVES AT THE DOOR

Story

 
 
 

Der „Sommer der Liebe“ von 1969 entwickelt sich für eine Gruppe junger Leute zum Albtraum. Die wollten eigentlich nur etwas feiern, werden aber von unheimlichen Gestalten terrorisiert, die offenbar den Tod ihrer Opfer fordern. Leider ergeben sich diese ihrem Schicksal ohne Gegenwehr. Das macht das Auslöschen dieser unschuldigen Leute für die Täter leichter.

 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Kritik

 
 
 
Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen gehen immer. Vor allem jene, denen brutale Morde zugrunde liegen und deshalb zu trauriger Berühmtheit kommen. Auf genau dieser Schiene fährt der Horrorthriller WOLVES AT THE DOOR, der mit reißerischer Handlung um die Gunst des Zuschauers buhlen will. Abermals ist Hollywood dreist und versucht mit einem der grausamsten Kapitel in der amerikanischen Geschichte Geld zu machen. Es sind die schrecklichen Verbrechen der sogenannten Manson Familie, die im Jahre 1969 ganz Amerika in Schockstarre versetzten. Kein Geringerer als der Kriminelle CHARLES MANSON zeichnete damals verantwortlich. Der war in den 1960ern Anführer einer sektenähnlich strukturierten Hippie-Kommune in Südkalifornien und stiftete seine Anhänger zum Mord an. Die machten sich auf in die Hollywood Hills, um dort ein Massaker anzurichten. Sie töteten mehrere Menschen auf grausame Weise – darunter die hochschwangere Gattin von Kultregisseur ROMAN POLANSKI. Weil der spektakuläre Mordfall um die ganze Welt ging und knapp 50 Jahre später immer noch für Gesprächsstoff sorgt, mussten die Geschehnisse noch einmal glattpoliert fürs Kino aufbereitet werden damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Dabei entstanden ist effekthascherischer Unfug, der sich einen Deut um Wahrheitsgehalt schert und nicht grundlos an Kinokassen scheiterte. Statt Ereignisse historisch korrekt aufzuarbeiten, hat man aus den schrecklichen Taten einen Horrorfilm für die jüngere Zielgruppe gemacht, der oberflächlich abhakt, was man in jedem Horror-Slasher neueren Datums zu sehen bekommt. Das dürfte selbst Sektenguru CHARLES MANSON bitter aufgestoßen haben.
 
 
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Beliebiger Home-Invasion-Horror statt spannendem Tatsachenbericht im Dokumentarstil. WOLVES AT THE DOOR ist so überflüssig, wie eine Grippe im Sommer. Regisseur JOHN R. LEONETTI meint es gut und überfrachtet seinen Überlebenstrip mit Schockmomenten und Horror-Elementen. Leider will nur selten Spannung aufkommen, weil frische Ideen fehlen und die wenigen, eigenen Einfälle aus besseren Horrorfilmen stibitzt wurden. Generell hat WOLVES AT THE DOOR ein großes Problem und das nennt sich THE STRANGERS. Der Überlebensthriller von 2008 schien hier als Vorbild gedient zu haben. Schaut man nämlich genauer hin und lässt den wahren Hintergrund außer Acht, könnte WOLVES AT THE DOOR auch als weitere Fortsetzung genannten Terrorstreifens durchgehen. Die Abläufe gleichen sich und auch die Identität der Bösewichte bleibt weitestgehend unerforscht. Nur Texttafeln am Ende des Films klären historische Zusammenhänge auf. Nach ANNABELLE und THE BUTTERFLY EFFECT 2 hat Regisseur JOHN R. LEONETTI abermals kein Glück bei der Wahl des Filmstoffs. Der stand für so einige Horrorstreifen als Kameramann hinter der Kamera und wollte irgendwann auch mal selbst Regie führen. Was er da bisher fabriziert hat, konnte Kritiker und Horrorfans nicht überzeugen. Vielleicht wäre es zur Abwechslung demnach förderlich endlich mal Regie bei einem Film zu übernehmen, der sich weder Spin-Off, Fortsetzung oder Plagiat schimpft. Eventuell gibt es dann auch positive Resonanz.
 
 
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WOLVES AT THE DOOR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Missglücktes Katz- und Mausspiel, das sich einen historischen Kriminalfall zu Eigen macht. Dabei beginnt eigentlich alles ganz passabel. Regisseur JOHN R. LEONETTI schöpft aus den Erfahrungen als Kameramann und zeigt dunkle Silhouetten, bedrohliche Geräusche und atmosphärische Kamerafahrten. Leider reichen irgendwann versierte Kameraspielereien allein nicht mehr aus, um das Publikum mit einem künstlich aufgebauten Spannungsbogen bei Laune zu halten. WOLVES AT THE DOOR ist trotz wahrem Background eine Enttäuschung. Die Figuren stammen vom Reißbrett und der Fortgang der Geschichte ist überraschungsarm. Zudem wird WOLVES AT THE DOOR spätestens ab Filmmitte zum fiktiv ersponnenen Überlebenskampf, bei dem es nur noch darum geht, dass Figuren reißerisch abgeschlachtet werden. Überraschenderweise blendet man weg, wenn es zur Sache geht. Das dürfte selbst ungeübte Zuschauer enttäuschen, die von einem Horrorfilm über die Manson-Morde zumindest etwas Blut erwartet haben. Übrig bleibt Geschrei, Gewinsel und die Flucht. Letztere wirkt wegen eigenartiger Entscheidung der Protagonisten schon irgendwie komisch.
 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Zensur

 
 
 
Trotz Home-Invasion-Horror ist WOLVES AT THE DOOR hinsichtlich der Gewalt sehr zurückhaltend. Die meisten Taten passieren im Off oder werden nur angedeutet. Ein Kopf wird mit einem riesigen Hammer eingeschlagen. Außerdem sind Stick- und Schusswunden zu sehen. Der Film lief bereits ganz still und heimlich im März 2017 ungeschnitten in deutschen Kinos mit FSK16. Gleiche Freigabe dürfte auch die kommende Heimkinofassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Warner Bros. Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Helter Skelter – Nacht der langen Messer (1976)
 
Helter Skelter (2004)
 
The Manson Family (1997)
 
Manson Family Movies (1984)
 
The Manson Family (2003)
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 


Filmkritik: „The Devil’s Candy“ (2015)

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THE DEVIL’S CANDY

Story

 
 
 

Eine kleine Familie zieht auf’s Land. Doch im neuen Heim geht es bald nicht mit rechten Dingen zu, denn Vater Jesse beginnt plötzlich mysteriöse Stimmen zu hören.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Kritik

 
 
 
Rockmusiker und Metalheads sind ungepflegt, aggressiv und ständig betrunken. Ein Vorurteil mit dem schon so einige Filme in der letzten Zeit aufgeräumt haben. Dass Liebhaber und Macher lauter Gitarrenklänge eigentlich nur selten den Klischees entsprechen – wie sie zum Beispiel Regisseur ROB ZOMBIE in seinen Horrorwerken beinahe übertrieben zelebriert – hat sich auch unter Filmfans rumgesprochen. So dürften zuletzt Streifen wie METALHEAD und DEATHGASM in Erinnerung geblieben sein, die gezeigt haben, dass Anhänger jener Musikgattung im Grunde genommen anständige Leute sind. Selbiges ist natürlich auch im Okkult-Schocker THE DEVIL’S CANDY der Fall, der sich mit Figuren auseinandersetzt, die eine Leidenschaft für Heavy Metal hegen. Auch hier wird dem Zuschauer die Voreingenommenheit genommen, denn Regisseur SEAN BYRNE hält Abstand von Vorurteilen und zeigt tugendhafte Charaktere, die eben ab und an mal Metallica hören. Knapp sechs Jahre hat sich der ambitionierte Filmemacher für den nächsten Ausflug ins Horror-Genre Zeit gelassen. Das lange Warten verwundert, hat doch SEAN BYRNE mit dem Debütwerk THE LOVED ONES vor Jahren bitterböse Horror-Unterhaltung abgeliefert, die vor allem wegen ihres rabenschwarzen Humors von Kritikern und Fans gelobt wurde. Offenbar wollte der Regisseur keine Eintagsfliege abliefern und hat sich Zeit für Qualitätsarbeit gelassen. Eine im Grunde genommen hervorragende Einstellung. Dennoch ist THE DEVIL’S CANDY nicht das geworden, was man nach dem gefeierten Erstling erwartet hat. Dazu fehlt es dem Streifen an Neuerungen, Ideen und Tiefe. Trotzdem ist THE DEVIL’S CANDY weit weg von schlecht, denn dank düsterer Aufmachung und guter Darsteller wird kurzweiliges Horror-Futter geboten, das kaum Längen besitzt.
 
 
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Schönes Landleben und mehr Inspiration. Um kreativer arbeiten zu können, zieht der Künstler und Heavy Metal begeisterte Jesse Hellman (ETHAN EMBRY aus LATE PHASES) zusammen mit Frau und Tochter in ein abgelegenes Landhaus, das günstig zu haben war. Die Gründe für den niedrigen Kaufpreis lassen der Familie die Haare zu Berge stehen. Darin soll der psychisch kranke Ray Smilie (PRUITT TAYLOR VINCE aus 13 SINS) die eigenen Eltern ermordert haben, weil es ihm Satan höchstpersönlich befohlen hat. Doch die neuen Eigentümer lassen sich nicht die Freude am Heim durch gruseligen Geschichten nehmen. Familienvater Jesse zieht sich in den Schuppen zurück, um Geld mit gemalten Bildern zu verdienen, während sich Tochter Zooney an der neuen Schule mehr schlecht als recht durchschlagen muss. Leider wird aus Glück bald Angst. Der neue Hausherr hört plötzlich Stimmen und malt in Trance Werke, die einen kalten Schauer einjagen. Darauf sind schreckliche Visionen zu sehen, die nichts Gutes erahnen lassen. Doch verstörende Gemälde sind bald das kleinere Übel. Der verwirrte Elternmörder steht nämlich bald wieder vor der Tür und hat keine Blumen dabei. Der hat seine Pflicht zu erfüllen und will Satan zufriedenstellen. Leider hat der labile Eigenbrötler nicht mit dem engen Zusammenhalt der Familie Hellman gerechnet. Mit vereinten Kräften nimmt man den Kampf gegen das Böse in Menschengestalt auf. Blut ist eben immer noch dicker als Wasser.
 
 
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Behutsamer Aufbau von unheimlicher Atmosphäre nach altmodischer Machart. Trotz lauter Gitarren-Sounds und ein wenig Hardrock ist THE DEVIL’S CANDY kein hektisch und reißerisch erzählter Horrorstreifen, der im Blut watet. Davon gibt es nämlich so gut wie gar keins im Film zu sehen, denn Regisseur SEAN BYRNE verzichtet auf Holzhammermethoden und versucht Unbehagen durch gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Dementsprechend dunkel ist das Szenario auch, das anfangs einen weiteren Spukhaus-Grusler vermuten lässt, sich später aber zum dichten Serienkiller-Thriller entwickelt. Das Böse manifestiert sich diesmal nicht – wie man wohl meinen würde – als spukender Geist, sondern ist als unbeholfener Fettsack unterwegs, der von der Stimme des Teufels zu schrecklichen Taten angestiftet wird. Dabei macht SEAN BYRNE von interessanten Interpretationsansätzen Gebrauch. Statt den Teufel am Ende höchstpersönlich als fiese Kreatur durchs Bild sausen zu lassen, verzichtet der Filmemacher auf schauriges Kreaturen-Design. So erklärt ein TV-Pfarrer im Film, dass Satan keiner Gestalt bedarf. Der Teufel schlummert in jedem von uns und wird einzig durch grauenhafte, hasserfüllte Taten am Leben erhalten. Das macht THE DEVIL’S CANDY weitaus beängstigender, weil hier ein unscheinbarer Außenseiter plötzlich grausame Verbrechen an Kindern ausübt, die gerade wegen ihrer zurückhaltenden Zeigefreudigkeit das Kopfkino des Zuschauers in Gang setzen. Dennoch: Trotz guter Besetzung, verstörender Atmosphäre und stetig ansteigendem Spannungsbogen verrennt sich auch dieser Satanismus-Grusler zunehmend in Klischees und Ungereimtheiten, die man leider zu oft in Horrorfilmen zu sehen bekommt. Da handeln Protagonisten im Finale unverständlich und können trotz schwerer Verletzungen plötzlich Treppen und Leitern hinaufzusteigen, wie junge Hüpfer. Zudem ertappte man sich nicht nur einmal im Schlusskampf dabei, wie man den Figuren zurufen möchte, dass sie doch weglaufen sollen. Auch wenn am Ende mal wieder Antworten ausbleiben und man sich fragt, was der Bezug zu Heavy Metal eigentlich soll, wird mit THE DEVIL’S CANDY immerhin souverän inszenierte Genre-Unterhaltung geboten, die besser ist, als der übliche Indie-Horror-Blödsinn der letzten Jahre. Kein Horror-Hit – dafür aber spannend und verstörend. Für einen verregneten Sonntag reicht’s.
 
 
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THE DEVIL’S CANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spannender und technisch souverän gedrehter Satanismus-Grusel mit düsterer Stimmung und hervorragenden Darstellern. Leider hat auch dieser geradlinig erzählte Okkultismus-Serienkiller-Streifen kaum Neuerungen zu bieten. Trotzdem schafft es Regisseur SEAN BYRNE eine permanent bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, die letztendlich die Quintessenz dieses Okkult-Horrors ist. Zieht man den bitterbösen und rabenschwarzen THE LOVED ONES des Filmemachers zum Vergleich heran, liegen dazwischen Welten. THE DEVIL’S CANDY ist bierernst und hat keine makaberen Einfälle zu bieten. Zudem hält sich der Regisseur diesmal mit detaillierten Gewalttaten im Großformat zurück. Statt Gewalt zu zeigen, wird Kopfkino zelebriert. Wer meint, dass THE DEVIL’S CANDY deshalb harmlos ist, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Film ist hochgradig verstörend, was in erster Linie am finsteren Look und den guten Leistungen von PRUITT TAYLOR VINCE liegt. Der spielt im Film derart glaubwürdig einen psychisch verwirrten Killer, der gerade wegen seiner unsicheren Art hochgradig beängstigend wirkt. THE DEVIL’S CANDY ist zwar kein Meilenstein des Horrorkinos, dafür aber schwer unterhaltsam und packend inszeniert.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Zensur

 
 
 
Ein Film vom Fantasy Filmfest 2016, der dort mit viel Lob aufgenommen wurde. THE DEVIL’S CANDY ist – auch wenn darin Metal-Klänge ertönen und Metalheads um ihr Leben kämpfen – keineswegs blutig. Ein Killer hat es auf kleinen Kinder abgesehen, die er dem Teufel opfert. Die Taten passieren im Off. Trotzdem hat der Streifen kurioserweise hierzulande eine Erwachsenenfreigabe (keine Jugendfreigabe) erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Devil’s Candy; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow,

Release-Termin: 26.05.2017

 

Devil’s Candy [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Lords of Salem (2012)
 
Die Prophezeiung (2000)
 
Here Comes the Devil (2012)


Filmkritik: „Bad Kids of Crestview Academy“ (2017)

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BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY

(BAD KIDS GO 2 HELL)

Story

 
 
 

Einige unartige Schüler müssen übers Wochenende nachsitzen. Leider passieren bald seltsame Unfälle. Alles nur Zufall oder schleicht durch die Flure der Schule ein Killer

 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Kritik

 
 
 
Teenager in Schuluniformen, die sich mit Mordwerkzeuge zu Wehr setzen müssen, um überleben zu können. Wenn man sich den Trailer zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY anschaut könnte man meinen, dass sich amerikanische Filmproduzenten mal wieder im Remake-Wahn befinden. Diesmal stecken aber andere Absichten dahinter, denn erwähnter Horrorfilm ist keine amerikanische Neuverfilmung des japanischen Kult-Actioners BATTLE ROYALE – wie es auf den ersten Blick scheint. Verfilmungen populärer Comics erleben derzeit Hochkonjunktur. Weil man aber die beliebtesten Bildergeschichten bereits auf die Leinwand gebracht hat, wird sich nun an weniger bekannten Comics vergangen. Zu einem derer gehört BAD KIDS GO TO HELL. Die Comic-Mini-Reihe für Erwachsene aus dem Jahr 2009 wurde bereits 2012 still und heimlich verfilmt. Leider blieb der Kinoerfolg aus, weshalb verwundert, warum man nun auch das Folgeband mit dem Titel BAD KIDS GO 2 HELL fürs Kino adaptiert hat. Um Verwechslungen zu vermeiden nahm man eine Titeländerung vor. Aus BAD KIDS GO 2 HELL wurde BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY, der – anders als der Vorgänger – mehr Budget verbraten durfte. Knapp fünf Millionen Dollar standen zu Verfügung, um abermals reiche Stadtgören für ihr ignorantes Verhalten blutig bestrafen zu können. Entstanden ist solider Teen-Horror mit zynischer Note, der zwar nicht perfekt ist, aber immerhin den zähen Vorgänger in den Schatten stellt. Trotzdem sollte man die Comic-Bücher den Verfilmungen vorzuziehen.
 
 
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Eine Schule des Grauens. Über der Privatschule im Ort Crestview scheint ein furchtbarer Fluch zu liegen. Vor vier Jahren (also im Vorgängerfilm) wurden hier einige Schüler von einem Killer in die ewigen Jagdgründe befördert. Jetzt scheint sich ähnliche Tragödie erneut abzuspielen. Im Mittelpunkt stehen einige Kids, die sich auf einer Party nicht ehrenhaft benommen und offenbar den Selbstmord einer Mitschülerin provoziert haben sollen. Die ist aus unerklärbaren Gründen vom Balkon eines Hochhauses gefallen und auf der Motorhaube des Autos von Schuldirektor Nash (SEAN AUSTIN) gelandet. Der findet die Aktion gar nicht lustig und bestraft die Schüler zu Wochenend-Arrest. Doch die Bestrafung führt ins Desaster. Kaum haben sich die verzogenen Gören in den Klassenräumen eingefunden, um die Strafe anzutreten, verschließen sich die Eingänge der Schule und ein tödliches Katz- und Mausspiel beginnt. Offenbar schleicht ein Killer durch die Flure und will unartigen Grünschnäbeln die Leviten lesen. Doch Siouxsie (SAMMI HANRATTY) weiß sich zu wehren. Die ist die Schwester der verunglückten Schülerin und mit allen Wassern gewachsen. Die Teenagerin nimmt zusammen mit dem arroganten Rest den Kampf gegen das personifizierte Böse auf, um das Wochenende heil überstehen zu können. Bis sich jedoch die Pforten wieder öffnen, springen einige der Gören über die Klinge.
 
 
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Wenn Filmtrailer falsche Erwartungen schüren. Was der Werbefilm zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY zeigt ist schon irreführend. Der suggeriert abgebrühten Überlebenskampf – hektisch und schnell inszeniert. Was da aber letztendlich über die Mattscheibe flimmert ist alles andere als das. Temporeich wird es erst in den letzten 15 Minuten, wenn klar ist wer da eigentlich mordgeil durch Klassenzimmer schleicht. Bis dahin muss man sich durch eine mühsam und leicht konfus erzählte Geschichte quälen, die immer wieder holprig zwischen Zeitebenen springt und von eingeblendeten Comic-Szenen Gebrauch macht. Während die Kids in einer verschlossenen Schule nacheinander ausradiert werden, wird in eingestreuten Rückblenden aufgedeckt, was auf jene Party tatsächlich geschehen ist. Als würde man es ahnen, sind die bestraften Jugendlichen am Tod der Mitschülerin nicht ganz unschuldig. Weil man jegliche Sympathien aus dem Drehbuch gestrichen hat, berührt deren Ableben aber zu keinem Zeitpunkt. Nur Heldin Siouxsie bleibt im Gedächtnis. Die verwandelt sich im Verlauf der Geschichte von der arroganten Zicke in die taffe Rächerin, nimmt einen Hochleistungsbrenner und wackelt ab, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Leider stolpert der Comic-Slasher wegen seiner abstrusen Handlungsverläufe des Öfteren über die eigenen Beine. Das macht das Folgen für jene schwer, die nicht die Comics gelesen oder den Vorgängerfilm gesehen haben. Weil in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY immer wieder Verweise zum ersten Teil zu finden sind, dürften viele Szenen unplausibel und blödinnig erscheinen. Deshalb sollten jene besser noch einmal BAD KIDS GO TO HELL schauen, um Antworten auf viele Fragen zu erhalten. Anderenfalls macht Vieles in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY keinen Sinn.
 
 
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BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SCREAM trifft auf BREAKFAST CLUB. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist ein zynischer Horror-Slasher, der auf dem Erwachsenen-Comic BAD KIDS GO 2 HELL basiert und den bitterbösen Ton der Vorlage beibehält. Als wäre das nicht schon genug, handelt es sich bei diesem Streifen auch noch um ein Sequel. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist die Fortsetzung des Films BAD KIDS GO TO HELL von 2012 an den man sich zu Recht kaum noch erinnern kann. Gleiches Schicksal dürfte auch diesem Comic-Slasher ereilen, der sich recht schwerfällig zum Ziel quält und sich mit seiner verwirrenden Erzählweise keine Freunde macht. Weiterhin fatal: BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY nimmt keine Rücksicht auf Zuschauer, die den Vorgänger nicht gesehen oder die Bücher gelesen haben. Demzufolge kommen viele Fragen auf, was auch nicht verwundert, weil eben die „2“ im Filmtitel fehlt. Nichtsdestotrotz ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY besser als die Verfilmung zum ersten Teil. Der Blutzoll ist höher, die Morde werden grotesk zelebriert und höheres Budget ließ mehr Möglichkeiten zu. Trotzdem schaut auch dieser Streifen mehr nach schnell heruntergekurbelter TV-Ware aus und hat in (amerikanischen) Kinos nichts zu suchen. Demzufolge ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY auch nur etwas für Harcore-Slasher-Fans, die auch jeden Meuchel-Blödsinn gesehen haben müssen. Herausragende Horrorunterhaltung sieht eben nun mal anders aus. Dann doch besser noch einmal die Mini-Comics aus der Feder von MATTHEW SPRADLIN und BARRY WERNICK lesen. Die sind bedeutend spannender und unterhaltsamer als die zugehörigen Verfilmungen. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die Bildergeschichten im Gegensatz zu den Kinoadaptionen nach wie vor gut verkaufen und selbst eingefleischte Fans der Comics nicht einmal wissen, dass es diese Filme gibt. Nicht jeder erfolgreiche Comic funktioniert ebenso gut im Kino.
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Zensur

 
 
 
BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY hat einige Schauwerte zu bieten. Die werden aber derart überzogen dargestellt, dass sie nicht sonderlich hart anzuschauen sind. Zudem versucht sich der Film nicht immer ernst zu nehmen, was viele der Gewalttaten milder erscheinen lässt. Es werden Chemikalien statt Koks konsumiert und ein Bohrer dringt in den Körper einer Filmheldin ein. Weiterhin wird eine Lehrerin enthauptet und lebende Fackeln gibt es auch zu sehen. Blutiger Höhepunkt ist eine Skalpierung. Hierzulande dürfte es wohl eine Freigabe ab 16 Jahre geben. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Class of Nuke ‚Em High (1986)
 
Class of Nuke ‚Em High 2 (1991)
 
Die Klasse von 1984
 
Die Klasse von 1999 (1990)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
Der Fluch von Downers Grove (2014)
 
Sex oder Stirb (2000)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmkritik: „Havenhurst“ (2016)

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HAVENHURST

Story

 
 
 

Ein alter Apartmentkomplex mitten in New York. Darin geht es nicht mit rechten Dingen zu, wie die neue Mieterin Jackie (JULIE BENZ – diesmal mit dunklen Haaren) bald herausfinden wird.

 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Kritik

 
 
 
Ein nostalgisches Mietshaus zwischen modernen Wolkenkratzern irgendwo in New York. Das lässt nicht unbegründet Horrorklassiker wie ROSEMARIES BABY oder HEXENSABBAT Revue passieren, in den sich das Grauen subtil seinen Weg durchs Drehbuch gebahnt hat. Von subtiler Angstmacherei oder gar altem Gruselhandwerk ist im folgenden Film aber kaum etwas zu verzeichnen. Der feierte seine Deutschlandpremiere bereits 2016 auf dem beliebten FANTASY FILMFEST, wo er eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Filmkritiker und Publikum bemängelten die schwache Regie, den löchrigen Plot und konstruiert wirkende Handlungsverläufe mit denen sich Regisseur ANDREW C. ERIN mehr schlecht als recht über Wasser hält. Ganz unbegründet ist die teils negative Kritik jedoch nicht. In der Tat bekleckert sich HAVENHURST nicht sonderlich mit Ruhm. Der stielt dreist bei Filmen wie HOUSEBOUND, THE COLLECTION oder TOOLBOX MURDERS und nimmt sich dabei auch noch bierernst. Eigene Ideen sucht man vergebens und mehr Sorgfalt im Drehbuch hätten Wunder bewirken können. Stattdessen quält HAVENHURST mit Klischees, Lustlosigkeit und Logiklücken und braucht dazu auch noch lang, bis er endlich mal an Fahrt gewinnt. Mit nennenswerter Gruselunterhaltung hat das freilich nichts zu tun.
 
 
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Eigentlich sollte sich für Jackie (JULIE BENZ aus der TV-Serie DEXTER) nun alles zum Guten wenden. Die junge Mutter war alkoholabhängig und hat durch ihre Trinksucht den Tod der kleinen Tochter zu verantworten. Nach langer Trauer und einigen Therapien soll nun ein neues Leben beginnen. Doch der Start ist schwerer als gedacht. Mit der neuen Wohnung im alten Apartmentkomplex „Havenhurst“ liegt etwas im Argen. So kann Freundin Danielle (DANIELLE HARRIS) nicht gefunden werden. Die hat hier ebenfalls ein Apartment gemietet und scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Selbstverständlich bewahrheiten sich die Vorahnungen bald. Offenbar geht in diesem Haus etwas nicht mit rechten Dingen zu, denn immer wieder verschwinden Mieter spurlos. Das weckt die Neugierde der ehemaligen Alkoholikerin. Jackie beginnt Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf ein furchtbares Geheimnis, das von der aristokratisch Hausleiterin Eleanor (FIONNULA FLANAGAN) bisher gut gehütet wurde. Hinter den Wänden lebt nämlich das Böse. Das sieht es gar nicht gern, wenn Mieter unsittliche Dinge in ihren Wohnungen veranstalten. So muss einer nach dem anderen sterben, der sich nicht an die Hausordnung hält. Ob die vom Leben gezeichnete Mittdreißigerin diesem Albtraum ein Ende bereiten wird?
 
 
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Von alten Gemäuern mit dunklen Geheimnissen. In der Regel bedeutet das: Spuk und Geister. Diesmal kommt aber alles etwas anders, denn auch wenn HAVENHURST mit schlecht ausgeleuchteten Fluren und gotischer Gruseloptik Gänsehaut verursachen möchte, ist dieser Streifen nicht im Geistergenre beheimatet. Das Böse ist hier menschlicher Natur und das ist auch schon das größte Problem dieses Horrorthrillers, denn in Sachen Glaubwürdigkeit spielt der Streifen in einer anderen Liga. Offenbar interessiert es in HAVENHURST nicht einmal die Polizei, wenn in einem riesigen Wohnkomplex plötzlich Mieter aus heiterem Himmel verschwinden. Trotz eindeutiger Hinweise und mysteriösen Hausplänen unternimmt niemand etwas. Währenddessen sterben im Keller Menschen. Mit Logik oder Glaubwürdigkeit hat das nichts zu tun. Nichtsdestotrotz will man nicht so hart ins Gericht gehen. Horrorfilme sind nicht dazu da, um logische Handlungen abzuspielen. Sie sollen das Fürchten lehren und das Herz schneller schlagen lassen. Letzteres gelingt Regisseur ANDREW C. ERIN in den letzten 30 Minuten – naja, zumindest ein wenig. Wenn das Mysterium des Films entschlüsselt wird und HAVENDURST einen deutlich raueren Ton einschlägt, überschlagen sich Ereignisse und der Gruselkrimi gewinnt an Fahrt. So wird aus seichter und atmosphärischer Gruselei ein dreckiger Überlebenskampf gegen das personifizierte Böse, der die Heldin durch Luftschächte krabbeln und in Fallen stolpern lässt. Trotz kurzem Adrenalinkick wirkt das Ende aufgesetzt. Offensichtlich wollte man sich da eine Hintertür für die obligatorische Fortsetzung offen halten. Anders lässt sich nicht erklären, warum man die krampfhaft auf sympathisch getrimmte Filmheldin kurz und schmerzlos über den Jordan springen lässt, damit das Böse triumphieren darf. Den meisten Zuschauern dürfte man mit diesem hinterlistigen Finale wohl vor den Kopf stoßen. Immerhin besitzt HAVENHURST einen Lichtblick. Horror-Ikone DANIELLE HARRIS spielt nämlich auch im Film mit. Leider ist die beliebte Genre-Schauspielerin nur in einer kurzen Rolle zu sehen, wobei am Rande erwähnt werden sollte, dass ihr Gastauftritt kaum der Rede wert ist. Die Harris stirbt nämlich bereits im Prolog den Leinwandtod. Irgendwie schade.
 
 
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HAVENHURST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Horrortrip mit fiesem Finale. Letzteres ist in seiner Boshaftigkeit aber leider sehr enttäuschend. Nicht nur weil es mit seinem unerfreulichem Ausgang vollkommen unbefriedigend ist. Es wirkt zudem erzwungen und flimmert vollkommen abrupt über die Mattscheibe. Ist den Verantwortlichen etwa das Budget ausgegangen oder hatte man vielleicht keine Lust mehr HAVENHURST um ein ansprechendes Ende zu bereichern? Letztendlich sind die Beweggründe irrelevant, denn dieser Horrorthriller ist nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Die Schauspieler machen zwar ihre Sache gut und auch die Atmosphäre stimmt. Was einen faden Beigeschmack hinterlässt ist der dümmliche Plot. Da wollte wohl jemand ganz raffiniert sein und hat unbeholfen bei Filmen wie TOOLBOX MURDERS und HOUSEBOUND stibitzt. Herausgekommen ist unglaubwürdiger und einfältiger Blödsinn, der erfahrener Zuschauer kopfschüttelnd auf der Couch zurücklassen dürfte. Da kann die reißerische Plotauflösung auch nichts mehr reißen.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es in HAVENHURST nicht zu sehen. Trotzdem gibt es eine Szene in der einem Pärchen schreckliche Dinge angetan werden und die Kamera hält drauf. Wie die beiden Protagonisten „bearbeitet“ werden ist nicht ganz ohne. Trotzdem darf man von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CMG | Protocol Entertainment | Twisted Pictures )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Toolbox Murders (2004)
 
Toolbox Murders (1978)
 
13 Gantry Row (1998)
 
Within (2016)
 
Housebound (2014)
 


Filmkritik: „All I Need“ (2016)

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ALL I NEED

Story

 
 
 

Ein solider aber trotzdem spannender Psychothriller mit interessantem Erzählmechanismus: Die attraktive Chloe wacht gefesselt und geknebelt in einem Zimmer voller Frauenleichen auf. Doch die toten Körper sind noch das kleinere Übel. Weitaus rätselhafter ist, wer die Frauen umgebracht hat und was die verängstigte Chloe in dieses Zimmer gekommen ist.

 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Kritik

 
 
 
Was tun, wenn man im Bett eines dunklen Zimmers aufwacht neben dem sich ein Berg von Leichen stapelt? Genau diese Frage versucht der folgende Horrorthriller zu beantworten, der mal wieder von einem Regieneuling inszeniert wurde. DYLAN K. NARANG nennt sich der ambitionierte Newcomer, welcher zuvor mit dem Drehen von Kurzfilmen beschäftigt gewesen war und sich im Falle des Kreaturen-Gruslers DARK WAS THE NIGHT sogar auch schon als Produzent ausprobieren konnte. Mit Horror scheint sich der gute Mann demzufolge schon auszukennen, wie der erste Langfilm unter seiner Regie beweist. ALL I NEED nennt sich das Horrorstück, ist im Serienkiller-Genre beheimatet und macht von einem Zutatencocktail Gebrauch, der schon so machen Horrorfilm zum Erfolg verholfen hat. Spannung durch Klaustrophobie, Panik und Ausweglosigkeit lautet die Erfolgsformel, die auch ALL I NEED geschickt über Wasser hält. Geboten wird zwar nicht viel. Was aber zu sehen ist reicht trotzdem, um kurzweilig zu unterhalten. Demzufolge darf man an dieser Stelle auch mal applaudieren, denn dieser Film ist für ein Erstlingswerk durchaus brauchbar.
 
 
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Zwei Geschichten in einem Film: Chloe (CAITLIN STASY aus FEAR, INC. und EVIDENCE) erlebt den Albtraum ihres Lebens. Sie wacht ganz unerwartet in einem heruntergekommenen Zimmer auf und sucht nach Antworten. Hatte sie etwa einen Filmriss oder wurde sie vielleicht entführt? Letzter Verdacht verhärtet sich so ziemlich schnell, denn im gesamten Zimmer liegen Frauenkörper verteilt – einigen von ihnen leben, andere wiederum sind tot. Leider scheint eine Flucht unmöglich zu sein, denn vor der Tür dreht das Böse seine Runden. Ein vermummter Killer hat Lust zu töten. Der betritt regelmäßig das Zimmer und sucht sich Opfer aus, die er dann hinterlistig tötet. Währenddessen versucht Andrew (MARKUS TAYLOR) seiner Tochter ein besseres Leben zu bereiten. Er erhält einen mysteriösen Anruf von einem geheimnisvollen Fremden, der einen lukrativen Job anzubieten hat. Andrew soll Lieferungen an ausgewählten Adressen überbringen und nimmt das Angebot an. Eine verhängnisvolle Entscheidung, die das Leben des treu sorgenden Familienvaters verändern wird. Doch wohin führen beiden Geschichten? Die Auflösung folgt erst am Ende dieses Horrorthrillers.
 
 
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Wenn eine Geschichte knappe 80 Minuten füllen muss, die eigentlich auf einen Bierdeckel passt. In der Regel entstehen so cineastische Katastrophen. Überraschenderweise funktioniert genanntes Prinzip in ALL I NEED trotzdem ganz gut, weil Regisseur DYLAN K. NARANG das Glanzstück schafft, sein wortkarges Langfilmdebüt irgendwie spannend zu gestalten. Der Grund ist in der Erzählweise zu suchen. In diesem Thriller erhält man nur häppchenweise Informationen. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, wird lieber ein Mysterium um Ereignisse gewebt. Was liegt hier im Argen, warum stapelt ein Killer Frauenleichen und welche Lieferungen muss ein unschuldig dreinblickendes Familienoberhaupt an ominöse Kunden verteilen? Die Zusammenhänge ergeben erst am Ende plausiblen Sinn, denn erst dann münden zwei Parallelhandlungen in den obligatorischen Überraschungstwist, der aber nicht sonderlich schwer zu durchschauen ist. Auch wenn die Handlung von ALL I NEED rudimentär gehalten wurde, kann der Film überzeugen. Dafür sorgt die Serienkillerhandlung, die den Hauptteil von ALL I NEED einnimmt und eine ahnungslose Frau durch ein schlecht ausgeleuchtetes Szenario jagt, in dem es gilt zu überleben. Ein pumpender Beat sorgt zusätzlich für Adrenalin. Immer dann, wenn der Killer vor der Linse auftaucht und sich die Heldin in unterschiedliche Verstecke verkriecht wird es hektisch und das Nervenkostüm des Zuschauers strapaziert. Doch die Eingesperrte ist zäh und gibt nicht auf. Die zeigt dem Peiniger mit Cleverness die Stirn. Dank guter Ideen wird der Überlebenskampf so fairer. Wer’s aber von beiden lebend bis zum Abspann schafft, sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Mit makabren Einfällen geizt man keineswegs.
 
 
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ALL I NEED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wortkarger Überlebenskampf auf engstem Raum. ALL I NEED ist so simpel gestrickt, dass man hier eigentlich einen Rohrkrepierer erwartet. Viel Handlung oder gar Dialog hat der Film nicht zu bieten. Trotzdem gelingt es Regie-Newcomer DYLAN K. NARANG eine permanente Stimmung des Unbehagens heraufzubeschwören. Wie er das schafft, ist nicht sonderlich clever, aber durchaus effektiv. Er hebt sich Antworten und Erklärungsversuche bis zum Schluss auf. Weil der Zuschauer wissen möchte, warum hier eine ahnungslose Frau von einem Killer terrorisiert wird, verhaart man bis zum Abspann vor der Glotze. Dank klaustrophobischer Stimmung, Dialogarmut und undurchsichtigem Katz- und Mausspiel bleibt Gezeigtes spannend und quält mit kaum Längen. Auch wenn ALL I NEED nichts sonderlich Neues zeigt, können Fans gemeiner Serienkiller-Streifen durchaus einen Blick riskieren. Dennoch warnen wir vor: Wer auf ultraharte Schauwerte wartet, ist hier an der falschen Adresse. Was geboten wird, ist eher gemeine Psychoware, statt knüppelharter Horrorstoff.
 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Zensur

 
 
 
ALL I NEED ist nicht sonderlich blutig. Unschuldige Frauen werden im Off ermordet. Der einzige brutale Moment reduziert sich auf eine Heugabelszene. Mit der sticht der Killer mehrmals in einen Lüftungsschacht, wo sich eine Protagonistin versteckt. Weiterhin wird eine Filmfigur erdrosselt. Hierzulande dürfte ALL I NEED FSK16-tauglich sein.
 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Girls and Corpses | Foggy Bottom Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
See No Evil (2006)
 
See No Evil 2 (2014)
 


Filmkritik: „Scathing“ (2016)

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SCATHING

Story

 
 
 
Zwei Frischverliebte geraten in die Fänge eines skrupellosen Kannibalen.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Kritik

 
 
 
Wie sich Zeiten ändern. Vor zwanzig Jahren noch haben leidenschaftliche Filmliebhaber mit Videokamera und Freunden in der Garage ihre eigenen Horrorfilme gedreht. In den meisten Fällen war der hervorgebrachte Blödsinn wegen mangelnder Professionalität, fehlendem Budget und unzureichendem Equipment kaum zu ertragen. Dank Wegbereiter modernen Amateur-Horrors wie JÖRG BUTTGEREIT oder OLAF ITTENBACH konnte sich dennoch ein kleiner Nischenmarkt etablieren, der auch heute noch im Untergrund lauert und durchaus seine Fans hat. Mittlerweile hat sich das Blatt aber gewendet. Amateur-Horror lässt sich in einer hochmodernen Zeit wie der heutigen nicht mehr so einfach als solcher identifizieren. Dazu hat vor allem die allgegenwärtige Digitalisierung beigetragen, die ästhetische Videoschnipsel auf heimische TV-Geräte manövriert, die man zuvor mit dem Handy oder Urlaubskamera aufgenommen hat. Jeder kann Horrorfilme drehen. Ein Smartphone und zugehörige Handyprogramme reichen aus, um HD-Schocker zu inszenieren. Schnittsoftware und Farbfilter gibt’s im Internet als Downloads zuhauf. So kann man den Horrorfilm Marke Eigenbau mit individueller Handschrift versehen. Ein Grund mehr, warum Amateur-Schocker von heute so aussehen, wie Hollywood-Filme von vor 30 Jahren. Eine beunruhigende Entwicklung, die schon so einigen Horrorfilmfans Lebenszeit geraubt hat, weil sich hinter hochauflösender Grusel-Ästhetik nicht selten grauenhafte Amateur-Drehbücher und untalentierte Laiendarsteller versteckt haben.
 
 
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Auch für den Horrorfilm SCATHING trifft das zu. Der Film wurde mit 4K-Kameras gedreht und schaut dementsprechend auch fabelhaft aus. Leider dürfte schnell die Freude am visuellen Gaumenschmaus vergehen, wenn man genauer unter die Lupe nimmt, was überhaupt geboten wird. Viel ist das leider nicht, denn die Handlung ist erschreckend rudimentär und orientiert sich beim Aufbau am Slasher-Einerlei der letzten gefühlt 100 Jahre. Im Langfilmdebüt von Regisseur JOSEPH MAZZAFERRO will Teenager Amanda (ALLIE SPARKS) nicht auf die Eltern hören. Die darf nicht außer Haus, springt aber trotzdem ins Auto von Boyfriend Adam (MICHAEL FRASCINO), der Lust auf Fummeln und Anfassen hat. Der Flitzer wird auf menschenleerem Gelände geparkt, damit man ungestört knutschen kann. Doch Ungehorsam muss bestraft werden. So springt am nächsten Morgen der Motor nicht an. Freunde eilen zur Hilfe und geraten ins Visier eines gewissenlosen Kannibalen, der in seiner Hütte Menschen zerlegt und verspeist. Keine guten Voraussetzungen für Amanda und Adam. Die können sich noch rechtzeitig im Auto verschanzen, während die Freunde auf grausame Weise ihr Leben lassen müssen. Was folgt, hat man schon so oft gesehen. Der Killer spielt mit seinen Opfern perfide Spiele und sorgt damit für unerträgliches Opfergeschrei. Immerhin spritzt dabei reichlich Blut, sodass zumindest Gorehounds zufriedengestellt werden können. Alle übrigen Zuschauer dürften wegen stümperhafter Schnitte, schlechter Ausleuchtung und fiesem Schauspiel schon nach wenigen Minuten das Weite suchen.
 
 
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Willkommen zur Slasher-Version des King’schen Roman-Albtraums CUJO. So zumindest lässt sich am besten beschreiben, was dem Zuschauer in SCATHING zugemutet wird. Hier flüchten zwei nicht sonderlich kluge Teenager in ein Auto, das wenig später von einem langhaarigen Psychopathen belagert wird. Letzterer trägt aus nicht näher erläuterten Gründen einen Schweißerhelm und erinnert wegen seiner hünenhaften Erscheinung an Killer in Filmen wie BIKINI GIRLS ON ICE und HAZARD JACK. Weil der Filmbösewicht nicht gerade zimperlich zur Sache geht und gern mal an Menschenherzen oder Babys knabbert, wird ein gesunder Magen vorausgesetzt. Der ist vor allem deshalb wichtig, weil einige der billigen Effekte wegen ihrer schmuddeligen Inszenierung dann doch recht hart anzusehen sind. Da werden Opfer ausgeweidet und zerstückelt. Ganz zur Freude der Splatter-Fraktion, die an den kruden Ekelmomenten ihre Freude haben wird. Leider ist der technisch solide in Szene gesetzte Amateur-Backwood-Slasher trotzdem kein Hit. Die Gewaltmomente sind nämlich das einzige, was in Erinnerung bleibt. Der Rest ist unzumutbar, wobei vor allem das unerträgliche Schauspiel zu nennen wäre. Hier hat man wohl Leute von der Straße aufgelesen, die sich für eine Packung Chips vor der Kamera zum Apfel machen wollten. Gott sei Dank mussten die untalentierten Jungdarsteller nur wenig Text lernen, denn außer Schreien, Winseln und schließlich Sterben wird den Leutchen nicht viel abverlangt. Umso verwunderlicher, was Regisseur JOSEPH MAZZAFERRO in der Kickstarter-Kampagne zu SCATHING schrieb. Leicht selbstüberschätzt erklärte er spendablen Fans dort, was er sich vom ersten Langfilm erhofft: I aim to make the critics say this is the best horror film of it’s kind since Friday the 13th.
 
 
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SCATHING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
BIKINI GIRLS ON ICE meets HAZARD JACK. SCATHING ist ein Amateur-Slasher der neuen Generation, der dank 4K-Kameras ziemlich gut ausschaut und zumindest visuell gesehen vielen Meuchelfilmen aus den 1980ern um Längen voraus ist. Inhaltlich wird hier aber auf Sparflamme geköchelt. Zwei Teenager werden von einem Psychopathen tyrannisiert, der Lust auf Katz- und Mausspiele hat. Die Atmosphäre mit ihrer dreckigen Optik und der Ablauf der Handlung erinnert an das TEXAS CHAINSAW MASSACRE aus der Mache des MICHAEL BAY. Trotzdem sollte man erst gar nicht versuchen, irgendwelche Vergleiche zu ziehen. SCATHING ist eine ganz andere Hausnummer und wurde vermutlich mit einem Minimum an Dollars umgesetzt. Das wird vor allem beim rudimentären Drehbuch und an den mehr als schlechten Schauspielern deutlich. Zumindest gewalttechnisch tischt SCATHING groß auf. Wer sich damit zufrieden gibt und sich dessen bewusst ist, dass es sich hier immer noch um Amateurware handelt, kann gern mal einen Blick wagen – sollte aber nicht zuviel erwarten.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Zensur

 
 
 
In SCATHING geht es nicht gerade zimperlich zu. Von Ausweidungen über Zerstückelung von Menschen gibt es einiges zu sehen. Zudem knabbert der Filmkiller gern mal an menschlichen Herzen oder brät sich ein Baby. Wegen des schlecht ausgeleuchteten Amateurlooks sehen die simpel getricksten Spezialeffekte doch recht heftig aus. Weil es in der Vergangenheit schon ähnliche Filme gegeben hat (u.a. SLASHER IN THE WOODS) dürfte SCATHING wohl nur geschnitten in Deutschland erscheinen – insofern der Film hier überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Midnight Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Girlhouse – Töte, was du nicht kriegen kannst (2014)
 
Hazard Jack (2014)