Filmkritik: „Die Todeskandidaten 2“ (2015)

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DIE TODESKANDIDATEN 2

(THE CONDEMNED 2)

Story

 
 
 
Will Tanner (WWE-Wrestling-Lumpenhund Randy Orton) ist Teil eines desaströsen Einsatzes gegen die Veranstalter eines perversen Menschenjagd-Games, das seinen kriminellen Machern im Netz dicke Dollars macht. Er kehrt zurück in die karge Kulisse seiner ländlichen US-Heimat und leckt sich die Wunden. Als plötzlich Anschläge auf Tanners Leben stattfinden, muss der Kämpfer feststellen, dass die Zielpersonen ganz genau wissen, wer es auf sie abgesehen hatte und jetzt den nächsten Schritt unternehmen.

 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Kritik

 
 
Als die Welt noch nicht ganz am Arsch war, ist man für solche Filme in die Videothek seines Vertrauens eingekehrt und durfte auf der heimischen Couch des Schicksals Stunden stumpfsinniger Herren-Zufriedenheit verleben. Schauspielende Kampfsport-Bestien zeigen gegen Armeen gesichts- und charakterloser Bösewichter, was der Mann vom Fach mit Fäusten, Tritten und einem vernünftigen Waffenarsenal anrichten kann und sind sich im besten Falle darüber im Klaren, auch diese Saison nicht im Rennen um den Oscar anzutreten.
 
 
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Menschenjagd-, und Einer-gegen-alle-Filme wie DIE TODESKANDIDATEN 2 sind – jetzt lassen wir mal den Filmwissenschaftler raushängen – seit 1932 eine der Säulen des Actionkinos. Da hetzt nämlich bereits der übergeschnappte Aristokrat Zaroff seine Opfer über die Sets des Original-KING-KONG-Films. Ach ja, der Film heißt natürlich GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN, Original: THE MOST DANGEROUS GAME und ist grob geschätzt 300 mal neu verfilmt worden. Meistens inoffiziell, mal offiziell (jetzt gerade auf Amazon Prime, liebe Kinder).
 
 
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Hier ist’s Kopfgeldjäger Will Tanner, der eigentlich einer mafiösen Gang von Mordshow-Veranstaltern das Geschäft versauen will. Der Einsatz verunglückt und zurück in der Redneck-Idylle seiner amerikanischen Heimat wird der Jäger, wie man so schön sagt, selbst zum Gejagten. Routiniert reißt er dem prämiengeilen Gesindel die Ärsche auf bis zum Nacken und hält sich nicht mit Kinkerlitzchen wie charakterlicher Tiefe und ausziseliertem Minenspiel auf. Weil er es auch nicht muss, verdammt noch eins! Irrwitzige Buddy-Movie-Einsprengsel gibt’s als Bonus, wenn Tanners Vater, gegeben von der mittlerweile One-Man-Exploitation-Show Eric Roberts, anrückt und seinem Junior das Leben schwer macht. Er meint es ja nur gut.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN 2 als Sequel des gleichnamigen Reißers von 2007 zu sehen, kann nur nach hinten losgehen. Wenn im Erstling „Stone Cold“ Steve Austin als verdeckter Ermittler die übelsten Mörder des Planeten eigenhändig zur Schlachtbank führt, findet das dermaßen knüppelhart und in den Actionszenen fast schon so cartoonhaft brutal statt, wie man es von einem „so nebenbei“ erschienenen Actionfilm mit Wrestling-Connection absolut nicht erwarten konnte. Ja, THE CONDEMNED dürfte der beste Film sein, den die Film-Tochter vom World Wrestling Entertainment bis dato hinbekommen hat.
 
 
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Diesen Elefanten aus dem Raum gescheucht, kann man DIE TODESKANDIDATEN 2 als den soliden Teller Action-Hausmannskost nach alter Väter Sitte genießen, der er ist. Ring-Sauhund Randy „The Viper“ Orton in der Hauptrolle hat definitiv Film-Potential, wäre aber in einer Rolle als Bad Guy deutlich besser aufgehoben. Der Kerl strahlt auch als Held einfach eine spezielle, vollendete Arschlochhaftigkeit aus, die er – so konnte ich als Nicht-Kenner modernen Wrestlings eruieren – in seiner Haupt-Karriere seinem Publikum auch seit Jahren meisterlich vor den Latz knallt.
Da sind die Baddies, denen Orton hier im Film die Leviten liest, beinahe farblose Bodycount-Kandidaten. Bis auf die beiden Chefs natürlich! Wes Studi, amerikanischer Indianer (ja, das sagt man eigentlich nicht mehr), ist seit Jahrzehnten auf der Leinwand zu sehen und liefert auch hier Qualität ab. Der Big Boss des Todesspiel-Programms ist Baccaro. Der wird gespielt von Steven Michael Quezada, den man hauptsächlich als Drogencop Steve in der Über-Serie BREAKING BAD kennt. Sein Turn zum skrupellosen Business-Psycho in DIE TODESKANDIDATEN 2 weist ihn als fähigen Schauspieler aus. Macht Spaß.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Vielleicht ist das eine angenehme Nebenerscheinung des gegenwärtig atemlos geschlagenen Kampfs um die Erhältlichkeit eines jeden Filmes zu jeder Zeit, wenn sich unter dem Radar millionenteurer Großproduktionen und aufwändig ausgestatteter Neu-Editionen großer Titel ein neues, verlässliches B-Action-Spielfeld entwickelt! DIE TODESKANDIDATEN 2 ist ein unterhaltsames, saftiges Männerfilm-Steak alter Schule und tut, was getan werden muss: Unterhalten!
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Die Todeskandidaten 2“ erscheint sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal synchronisiert in Deutschland über NSM RECORDS. Der Film ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Anders als sein Vorgänger blieb ihm die Indizierung erspart. Actionfilmfans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Condemned 2; USA 2015

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dominik Starck, Hinter den Kulissen: Drones, Hinter den Kulissen: Fight, deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet von Nando Rohner, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 27.08.2021 | Mediabook: 26.02.2021

 

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DIE TODESKANDIDATEN 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
Running Man (1987)
 
The Hunt (2020)
 

Filmkritik: „Frank“ (2014)

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FRANK

Story

 
 
 
Der Hobbymusiker Jon (Domhnall Gleeson) stößt zufällig zur experimentellen Band Soronprfbs samt Frontmann Frank (Michael Fassbender) und gelangt inmitten des Bandgefüges an seine künstlerischen und zwischenmenschlichen Grenzen. Darüber hinaus beschäftigt ihn die Frage, warum Frank tagein, tagaus einen Pappmaché-Kopf trägt, so dass ihn selbst seine langjährigen Bandmitglieder noch nie ohne gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

FRANK – Kritik

 
 
 
Der Ire Lenny Abrahamson hat sich für seinen vierten Langfilm das Leben des britischen Komikers und Musikers Chris Sievey (1955 – 2010) vorgenommen. Dieser schuf Anfang der 80er Jahre die Figur Frank Sidebottom, zu der ein überdimensionierter Pappmaché-Kopf gehörte. Als Sidebottom trat Sievey als Komiker und auch Sänger mit seiner Band auf und wurde damit sehr populär. Regisseur Abrahamson konzentriert sich in seinem Film jedoch ausschließlich auf Franks musikalisches Talent und verlegt die Handlung von den 80er Jahren in die Gegenwart.
Der junge Hobbymusiker Jon wird eines Tages Zeuge, wie ein Mann bei winterlichen Temperaturen ins nahegelegene Meer watet und sich offensichtlich umzubringen versucht. Wie sich herausstellt, ist es der Keyborder der Band Soronprfbs. Dieser Vorfall soll sich für Jon als Glücksfall erweisen, bekommt er doch so zufällig die Chance, als Ersatz für den suizidalen Musiker einzuspringen. Frontmann Frank, der stets einen riesigen Pappmaché-Kopf trägt, ist sogar so angetan von Jon, dass er ihn zum Bandmitglied macht und auch gleich mit zu den Proben des neuen Albums in einer abgelegenen Hütte irgendwo in Irland einlädt. Frank hat sehr eigenwillige Vorstellungen von der Musik, die er machen möchte. Diese setzt sich aus verschiedensten Alltagsgeräuschen und merkwürdigen Texten zusammen. Jon möchte die Musik der Band (u. a. Maggie Gyllenhaal) etwas massentauglicher machen und postet heimlich Ausschnitte der Proben im Internet. Dadurch erhält die Band so große Aufmerksamkeit, dass sie sogar auf einem Festival in Amerika auftreten soll. Doch der vermeintliche Erfolg treibt die Band immer weiter auseinander und stürzt Frank in eine große Krise.
 
 
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„Frank“ ist ein seltsamer Film, zu dem wohl nur die Wenigsten Zugang finden dürften. Die 95 Minuten Filmdauer ziehen sich wie Kaugummi, was zum einen an der befremdlichen Story liegt und zum anderen an den unzugänglichen Charakteren, deren Handlungen nur selten nachvollziehbar sind. Drehbuchschreiber Jon Ronson (der vor Jahrzehnten selbst einige Zeit in Chris Sieveys Band am Keyboard spielte) hat aus seinen Erfahrungen ein Drehbuch gemacht, für dessen Hauptrolle er beim Schreiben eigentlich Johnny Depp als Frank im Hinterkopf hatte. Dennoch hat man sich schlussendlich für den Deutsch-Iren Michael Fassbender entschieden, von dem aber über 90% der gesamten Laufzeit nur der Körper zu sehen ist. Demzufolge musste sich Fassbender voll und ganz auf seine Gestik und Stimme konzentrieren, um Frank glaubhaft darstellen zu können.
 
 
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Worum es aber genau geht oder warum Abrahamson dies für cineastisch wertvoll hielt, wird nicht wirklich klar. „Frank“ besteht aus einer willkürlich wirkenden Abfolge von Bandauftritten, Übungssessions, wirren Gesprächen, künstlich wirkender Dramatik und einer allgegenwärtigen Ziellosigkeit. Die Musik der Band – wenn man das seltsame Geschrammel denn so bezeichnen möchte – wäre bestenfalls experimentell zu nennen, realistischer wäre wohl aber unmelodisch bis nervtötend. Die Texte sind völliger Irrsinn und die Melodien, die teils auch mit einem Theremin (Big Bang Theory-Fans werden wissen, was das ist) erzeugt werden, klingen einfach nur grauenhaft.
 
 
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Lauscht man nicht gerade den atonalen Musikeinlagen mit hochgradig verquasten Songtexten, kann man sich das seltsame Gebaren der Bandmitglieder anschauen. Man läuft hierhin und dorthin, streitet sich, probt die merkwürdige Musik, versucht sich an normalen Gesprächen (und scheitert) oder starrt gedankenverloren in der Szenerie umher. Der Spannungsbogen, den Regisseur Abrahamson hier eventuell straffzuziehen versucht, hängt schlapp und lustlos am Boden und findet nicht zu seiner eigentlichen Form zurück. Nach endlosen Proben in der Abgeschiedenheit von Irlands Wäldern geht es zurück in die Zivilisation, wo das fragile Bandgefüge endgültig auseinanderbricht. Nun ist auch Jon mit seinem Latein am Ende. Er treibt Titelfigur Frank an den Rand des Nervenzusammenbruchs, woraufhin dieser buchstäblich seinen Kopf verliert und verschwindet. Was folgt ist musikalisches Geklimper sowie verwirrte und verirrte Dialoge. Danach ist „Frank“ – muss man leider sagen – Gott sei Dank vorbei.
 
 


 
 
 

FRANK – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Frank“ ist ein Film, dessen Aussage sich nicht erschließt und der keinerlei Sinnhaftigkeit erkennen lässt, warum dieser Film überhaupt gedreht wurde. Selbst Liebhaber seltsamer Filme, die sich gerne abseits jeglicher Mainstreampfade bewegen, dürften mit „Frank“ kaum etwas anfangen können. Man weiß einfach nicht, was das Ganze überhaupt soll. Darüber hinaus ist der Film so sperrig und schräg inszeniert, dass man selbst bei aller experimentellen Gleichmut kaum einen Zugang zu den Gedankenwelten des Regisseurs oder der Protagonisten findet. Somit lohnt sich hier auch nicht die Mehrausgabe für die Blu-ray. An Bild und Ton ist nichts auszusetzen, qualitativ sind hier aber auch keine optischen oder akustischen Höhenflüge zu verzeichnen. Vielmehr stellt man sich die grundlegende Frage, warum man sich einen Film wie „Frank“ überhaupt ansehen sollte. Die Antwort darauf bleibt der Film schuldig. Viel gewagt, aber leider wenig gewonnen. So werden es leider nicht mehr als zwei von zehn Pappmaché-Köpfen, die nur das Tüpfelchen auf dem I der Skurrilität sind.
 
 


 
 
 

FRANK – Zensur

 
 
 
„Frank“ hat von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten. Die erhältliche Heimkinofassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FRANK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Frank; Großbritannien | Irland 2014

Genre: Drama, Komödien, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Interviews mit Cast & Crew, Behind the Scenes

Release-Termin: 30.10.2015

 

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FRANK – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frank Sidebottom’s Fantastic Shed Show (1992)