FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Mutation

Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

das-grauen-aus-der-tiefe-1980-poster
 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-1980-bild-2
 
 
Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-1980-bild-1
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-1980-digipack

(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-digipack-a
das-grauen-aus-der-tiefe-digipack-b
das-grauen-aus-der-tiefe-digipack-c
 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 

Advertisements

Filmkritik: „Bite“ (2015)

bite-2015-poster
 
 
 

BITE

Story

 
 
 
Nachdem einen Frau aus dem Kurzurlaub zurückkehrt, durchlebt sie eine seltsame Verwandlung. Der Biss eines eigenartigen Insekts ruft sonderbare Symptome hervor, was der Leidgeplagten zu schaffen macht und aggressive Laune verursacht.

 
 
 


 
 
 

BITE – Kritik

 
 
 
CHAD ARCHIBALD ist jemand, den man in Filmkreisen als Multitalent bezeichnet. Der schreibt nicht nur Drehbücher und produziert Horrorware (SEPTIC MAN), sondern übernimmt auch schon mal die Regie in Musikvideos, TV-Serien oder Horrorfilmen (THE DROWNSMAN). Doch das ist noch längst nicht alles. Archibald probiert sich gern aus. Demzufolge hat der sympathische Kanadier auch schon einige Male hinter der Kamera Platz genommen oder sogar davor als Schauspieler (ANTISOCIAL) agiert, wenn aus Budgetgründen gespart werden musste. Im Laufe der Jahre hat sich der Filmemacher so reichlich Wissen angeeignet, von dem nun der Body-Horror BITE profitiert. Auch hier hielt Archibald die wichtigsten Zügel in der Hand, damit er absolute Kontrolle über das Filmprojekt erhalten konnte. So zeichnete er neben Story und Regie auch als Produzent verantwortlich, um möglichst ekligen Body-Horror nach eigenen Vorstellungen zu kreieren, der nicht ungeschickt nach einem der ganz großen Körper-Schocker schielt: das Remake zu DIE FLIEGE.
 
 
bite-2015-bild-2
 
 
Ein eigenartiger Insektenbiss führt hier zu schwerwiegenden Folgen. Kurz vor der Hochzeit treibt es drei aufgedrehte Schönheiten nach Costa Rica, wo der Jungesellinnenabschied von Casey (ELMA BEGOVIC) gefeiert werden soll. Die verfällt dem Alkohol und landet im Bett mit einem attraktiven Unbekannten, was später noch für allerhand Probleme sorgen wird. Doch die Affäre wird zum kleineren Übel. Beim ausgiebigen Bad in einem versteckten See wird sie von einem Insekt gebissen und denkt sich nichts dabei. Die Retourkutsche folgt in den eigenen vier Wänden. Kaum zurück in der Heimat klagt die Gebissene über Übelkeit und Schwindelgefühl. Ein Schwangerschaftstest bestätigt schlimmste Befürchtungen. Die Verlobte ist schwanger, obwohl sie doch dem Liebsten (JORDAN GRAY) Keuschheit bis zur Hochzeitsnacht versprochen hatte. Der bekommt bald mit, dass hier etwas im Argen liegt, denn bald schon durchlebt die Freundin eine schaurige Verwandlung zum Insekt, die sich offenbar nicht aufhalten lässt.
 
 
bite-2015-bild-3
 
 
Ein Apartment wird zum Nest. BITE ist definitiv kein Film für jene, die es gern sauber und ordentlich in der Wohnung haben. Was hier an Schleim, Erbrochenem und eigenartigen Kokon-Resten auf Boden und Wände verteilt wurde, lässt selbst die pedantischsten Putzfrauen verzweifeln. Macher CHAD ARCHIBALD schwingt nicht die Splatter- oder Gorekeule, um zu schockieren. Vielmehr versucht er durch Ekel Eindruck zu hinterlassen – und das nicht gerade wenig. Wie einst schon DAVID CRONENBERG mit seiner Neuverfilmung zu DIE FLIEGE versucht man in diesem Streifen mittels Körperflüssigkeiten, Insekteneiern und grotesken Verwandlungen die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen. Das gelingt anfangs ganz gut. Weil aber die Ekelszenen ständig wiederholen werden, hat man sich schnell daran sattgesehen, so dass viele der wirklich unappetitlichen Filmmomente schnell an Reiz verlieren. So werden im Filme regelmäßig Bubble-Tea-Kügelchen zertreten oder verspeist, die dazu noch im Großformat von der Kamera eingefangen werden und die Insektenbrut darstellen sollen. Dazwischen wird erbrochen oder Eiter aus infizierten Wundmalen gedrückt. Etwas mehr Ekel-Abwechslung hätte nicht geschadet.
 
 
bite-2015-bild-1
 
 
Warum hilft kein Arzt? Wie meist nur im Horrorfilm üblich wird in BITE erst dann medizinischer Rat hinzugezogen, wenn es zu spät ist. Leider erscheint ein Arzt im Film nie, was dem Zuschauer aber recht sein dürfte. Der bekommen so einige ansprechend in Szene gesetzten Verwandlungsstadien zu sehen, die eine Frau langsam zum Insekt mutieren lassen. Weil BITE aber eine kleine Produktion ist, konnte nicht aus den Vollen geschöpft werden. So musste die Verwandlung auf (immerhin gute) Make-up-Effekte und wenige Prothesen reduziert werden. Eine vollständige Metamorphose zum Tier wäre wohl das I-Tüpfelchen gewesen. Leider ist in BITE der Ekel Selbstzweck, denn viel Substanz oder Tiefgang bietet der Streifen nicht. Sieht man von den vielen widerlichen Szenen ab, bleibt bis auf eine lapidare Geschichte über Vertrauensbruch und seine Folge nicht viel übrig, was Erwähnung finden könnte. Das sollte bewusst sein, wenn man sich auf den Film einlassen möchte. Zwar wird im Film Altmeister DAVID CRONENBERG dreist kopiert – die tiefgreifenden Qualitäten des sogenannten Body-Horror-Schöpfers erreicht BITE leider zu keiner Minute. Dafür ist der Streifen einfach nur darauf aus, möglichst vielen Zuschauern Übelkeit zu bescheren.
 
 
bite-2015-bild-4
 
 
 


 
 
 

BITE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ekel-Horror wie er im Buche steht. BITE ist kein Film für Horrorfans mit Reizmägen. Was als Found-Footage-Horror beginnt, bekommt Gott sei Dank schnell die Kurve. Nach zehn Minuten unentwegtem Kamerageschüttelt geht es in der herkömmlichen Filmansicht weiter und der Zuschauer bekommt Brechreiz erregenden Körper-Horror zu sehen, der ziemlich unverfroren bei der Neuauflage von DIE FLIEGE (1986!) stibitzt. Körperflüssigkeiten, Schleim und Verwandlungsstadien bilden in BITE das Fundament, das zwar simple zusammengestrickt wurde, aber immerhin die gewünschte Wirkung erzielt. BITE will ausschließlich Ekel hervorrufen und das gelingt dem Film ganz wunderbar. Eine Frau wird hier zum Insekt und legt im Akkord Insekteneier, die sie nach allen Regeln der Horrorkunst beschützen muss. Wer der Brut zu nahe kommt wird ausradiert. Effekttechnisch wird einiges geboten. Leider verdirbt – wie so oft in Indie-Produktionen – das begrenzte Budget den Spaß. Mangelndes Kapital sorgt dafür, dass viele der Ekelmomente wiederholt werden müssen. Schade – eine vollständige Metamorphose mit tadelloser Tricktechnik hätte BITE in eine Trash-Granate verwandelt. Auch wenn der Film hinter den Möglichkeiten zurückbleibt, kann man trotzdem einen Blick riskieren. So übel ist BODY nicht – auch wenn der Film nur auf den schnellen Ekel-Kick aus ist.
 
 
 


 
 
 

BITE – Zensur

 
 
 
Brutale Gewalt gibt es nicht zu sehen. Der Film lebt in erster Linie von den vielen Ekeleffekten, die eindrucksvoll unterstreichen, wie eine Frau zum Insekt mutiert. Im späteren Verlauf kann die Leidgeplagte Magensäure spuken und verätzt damit das Gesicht einer Protagonistin. Zudem tötet sie ihre Freundinnen mit eigenen Körpersäften oder sticht ihnen mit ihrem gewachsenen Stachel in den Hals. Hierzulande hat BITE in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten. Wegen Bonusmaterial hat die erhältliche DVD / Blu-ray einen roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

BITE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bite-bluray

(c) I-ON New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bite; Kanada 2015

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.10.2017

 

Bite [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BITE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei I-ON New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Contracted (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Starry Eyes (2014)
 
Chemical Peel (2014)
 
Thanatomorphose (2012)
 


Filmkritik: „The Hybrid“ (2014)

scintilla-the-hybrid-2014
 
 
 

THE HYBRID

Story

 
 
 
Söldner Jim Powell (JOHN LYNCH) kommt unerwartet aus dem Gefängnis frei und muss als Gegenleistung einen ganz besonderen Auftrag ausführen. Mit einem sechsköpfigen Team soll er in die ehemalige Sowjetunion reisen und in einen stark bewachten Forschungsbunker eindringen, um dort eine Wissenschaftlerin samt Arbeiten zu bergen. Doch der Einsatz ist nicht ungefährlich, denn hier unten haust eine von Menschenhand geschaffene Bedrohung, die sich bald nicht mehr bändigen lässt.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Kritik

 
 
 
Eine unterirdische Forschungsbasis irgendwo im russischen Hinterland. Darin eine strebsame Wissenschaftlerin, die geheimnisvolle Experimente mit menschlicher DNA durchführt und damit für Chaos sorgt, weil die Testobjekte nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen. THE HYBRID liefert Horrorstoff aus dem Albträume sind und das sogar fernab jeglicher Todesbakterien oder Killerviren, die nicht selten für apokalyptische Zombieszenarien verantwortlich gemacht werden, wenn Experimente mal wieder aus dem Ruder laufen. Überraschend aufgeräumt und geradlinig geht es im britischen THE HYBRID zu, der zwar eine knappe Geschichte erzählt, aber nicht minder unterhaltsam ist. Der Brite BILLY O’BRIAN hat diesen kurzweiligen Science-Fiction-Horror gedreht. Für ihn sind missglückte Forschungen kein Neuland.
 
 
scintilla-the-hybrid-bild3
 
 
Bereits 2005 beschäftigte er sich mit gescheiterten Experimenten und nahm für den Indie-Grusler ISOLATION das erste Mal auf dem Regiestuhl Platz. Seither ist es verdächtig ruhig um den talentierten Newcomer geworden, der wohl jetzt einen neuen Versuch wagt, um im Genre ernstgenommen zu werden. Ziemlich viele Autoren haben an Drehbuch zu THE HYBRID gepinselt, der anfangs eigentlich SCINTILLA bzw. THE SCINTILLA PROJECT heißen sollte. In den meisten Fallen kein gutes Omen, schließlich bewahrheitet sich immer öfter das Sprichwort vom verdorbenen Brei, an dem zu viele Köche gearbeitet haben. THE HYBRID tanzt aus da aus der Reihe und fällt positiv auf. Grund hierfür: die minimalistische Inszenierung, die sich nur auf das Wesentliche konzentriert, nicht viel Zeit mit Nebensächlichkeiten vergeudet und dennoch stets packend bleibt. Die eigentliche Handlung kommt zügig auf den Punkt und führt ein sechsköpfiges Team um Söldner Jim Powell (John Lynch) zu einer gut bewachten Rebellenbasis, in der abgeschottet von der Außenwelt mit außerirdischem Material gearbeitet wird.
 
 
scintilla-the-hybrid-bild2
 
 
Mehr von der ohnehin überschaubaren Geschichte zu erzählen wäre fatal, spielt doch THE HYBRID mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, der hier mal wieder davon ausgeht, dass im Inneren der Forschungsräume deformierte Kreaturen ihr Unwesen treiben und grausam Schlachten. Natürlich ist die Verahnung nicht unbegründet, denn die Bedrohung kommt auf leisen Sohlen und getötet wird hier selbstverständlich auch. Dennoch ist die Auflösung reichlich unspektakulärer als vermutet, was aber nicht negativ gewertet werden sollte. Regisseur BILLY O’BRIAN hat ein Händchen für die Platzierung tiefsitzender Schocks, weil er langsam aufbaut und ganz unvorbereitet zuschlägt. Dank solider aber passender Spezialeffekte lässt er am Ende die Katze aus dem Sack und überzeugt mit böser Wendung. Dass da auch ein wenig gesplattert werden darf ist zeitgemäß und freut den Horrorfan. Wir raten trotzdem von der Sichtung des Trailers ab, gehört THE HYBRID zu jener Art von Filmen, über die man im Vorfeld so wenig wie möglich wissen sollte, um sich nicht die Spannung nehmen zu lassen. Endlich mal wieder ein sehenswerter Beitrag, auf den man sich freuen kann. Wir wünschen gute Unterhaltung!
 
 
scintilla-the-hybrid-bild1
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer, schnörkelfreier Sci-Fi-Horror mit überraschend bluttriefenden Momenten. THE HYBRID oder SCINTILLA – so wie er anfangs heißen sollte – ist kein tiefgründiger Science-Fiction-Schocker mit intelligenter Story. Vermutlich will er das auch gar nicht sein. Vielmehr wollte der britische Regisseur BILLY O’BRIAN (ISOLATION) kurzweilig unterhalten und das tut er mit seinem kleinen Streifen definitiv. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, die Geschichte strotzt nicht gerade vor Innovation und dennoch gelingt es dem Filmemacher einen knackig inszenierten Film an den Mann zu bringen, bei dem der Zuschauer durch die Etappen des Filmes getrieben wird – bis zum wendungsreichen Finale. Dass dort sogar auch etwas Gewalt zelebriert wird erweist sich als I-Tüpfelchen und macht aus THE HYBRID packende Genre-Unterhaltung, die bis zum Ende spannend bleibt, weil man sich ausschließlich auf das Wesentliche konzentriert. Wer übrigens diverse Fragen beantwortet haben möchte, schaut dumm aus der Wäsche. THE HYBRID liefert die nur zum Teil und kurbelt stattdessen die Phantasie des Zuschauers an. Wer daher jede Fragen bis ins Detail geklärt haben möchte, sollte lieber auf die Fortsetzung warten. Schenkt man dem offenen Ende glauben, könnte die wirklich fies werden.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Zensur

 
 
 
Am Ende gibt es einiges zu sehen. Es explodieren Köpfe, Knochen werden gebrochen und ein Protagonist wird mit einer Machete in zwei Teile geschnitten. Sollte THE HYBRID hierzulande veröffentlicht werden (was nicht unwahrscheinlich ist) kommt er mit rotem „Keine Jugendfreigabe“-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Species (1995)
 
Species II (1998)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)
 


Filmkritik: „Septic Man“ (2013)

Septic-Man-2013
 
 
 

SEPTIC MAN

Story

 
 
 
Abwasserarbeiter Jack soll nach einer verheerenden Wasserverschmutzung in seiner Heimatstadt nach dem Rechten sehen. Leider fällt er bei seinen Arbeiten in einen Abwassertank und kommt nicht mehr heraus – nun ist guter Rat teuer …
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Kritik

 
 
 
Lang ist es her, seit LLOYD KAUFMAN und MICHAEL HERZ eine der bedeutendsten Independent-Filmproduktionsfirmen ins Leben gerufen haben, die in Zeiten des Videokassetten-Booms ordentlich Asche machen konnte, weil sie billige Trash-Perlen voller Gewalt und derben Humor in die Videotheken brachte und damit genau den Nerv der Filmfans traf. Zwar ist es seit den großen Erfolgen in den 80ern erstaunlich ruhig um TROMA geworden, trotzdem genießen hervorgebrachte Werke wie THE TOXIC AVENGER, CLASS OF NUKE’EM HIGH oder COMBAT SHOCK selbst 30 Jahre nach Entstehung Kultstatus unter Liebhabern der blutigen Filmkunst. Leider ist es in Zeiten permanenter Einfallslosigkeit im (Heim)Kino mittlerweile zum unvermeidbaren Übel geworden, dass man sich kreativen Input bei jenen Filmen holt, die schon einmal Erfolge verbuchen konnten.
 
Auch wenn Regisseur JESSE THOMAS COOK (MONSTER BRAWL) in Interviews immer wieder beteuert, dass er anfänglich eigentlich ein klaustrophobisches Kammerspiel drehen wollte, das von einem Mann erzählen sollte, der von zwei Serienmördern in einem Brunnen gefangen gehalten wird, so bleibt unübersehbar wo man sich für SEPTIC MAN Inspiration geholt hat. Es ist der wichtigste Film TROMAS und gleichzeitig Aushängeschild der weltbekannten B-Movie-Schmiede, der hier Pate stehen musste, um 90 haarsträubende Filmminuten füllen zu können, für die man jedoch jeglichen Hang zur Logik ausklammern sollte. Wie in TROMAS bitterbösen Satire vom THE TOXIC AVANGER wird auch in SEPTIC MAN ein Protagonist mit kontaminierten Abfällen überschüttet und beginnt allmählich zu mutieren. Wo jedoch Superheld Toxi in TOXIC AVENGER neben skurrilen Fäkalhumor und viel Gematsche noch Mordsgaudi verbreiten konnte, zieht COOK die Spaßbremse und protokolliert alles todernst.
 
In SEPTIC MAN wird dem Abwasserarbeiter Jack (JASON DAVID BROWN) von einem mysteriösen Mann namens Phil Prosser viel Geld angeboten, damit er nach Gründen für die Wasserverschmutzung seiner Heimatstadt sucht, die das Trinkwasser ungenießbar und die Einwohner krank gemacht hat. Der Bürgermeister von Collingwood hat eine Zwangsevakuierung verordnet, weil bereits 16 Menschen an den Folgen von kontaminiertem Wasser ihr Leben lassen mussten. Für Jack Grund genug die schwangere Frau zurückzulassen und in der stadteigenen Kläranlage nach Ursachen zu suchen. In einem unterirdischen Abwassertank meint er den Ursprung der Verunreinigung zu finden. Er klettert hinein und verliert die Luke des Tanks aus den Augen. Die schließt sich versehentlich hinter Jack und der „SEPTIC MAN“ sitzt in der Falle. Leider entpuppt sich das stinkende Gefängnis als kleineres Übel. Zwei mordgeile Brüder hausen in den Gängen der Kläranlage und haben einen Spaß daran ungebetene Gäste um die Ecke zu bringen und sie anschließend im Tank zu beseitigen. Für Jack kein guter Arbeitstag, denn verseuchtes Wasser lässt die Haut des Gefangenen mutieren.
 
Die Idee zu SEPTIC MAN kamen Regisseur JESSE THOMAS COOK und Drehbuchautor TONY BURGESS als eine verstopfte Toilette unüberwindbare Herausforderungen nach sich zog. Prompt kamen den beiden Machern Flausen von einem eingesperrten Kerl in den Kopf, der in einer Klärgrube ums Überleben kämpfen sollte. In Anbetracht dessen, was Drehbuchautor TONY BURGESS vor SEPTIC MAN an gutem Horrorstoff ablieferte, kann man es schon als kleine Enttäuschung bezeichnen, was er mit diesem klaustrophobischen Mutanten-Nonsens verbrochen hat. Zwischen seinem grandios geschriebenen Horror-Szenario PONTYPOOL (2008) und dem vorliegenden Trivial-Quatsch SEPTIC MAN liegen nämlich Welten, was nicht ausschließlich daran liegt, dass hier beherzt gefurzt, gekackt und erbrochen wird. SEPTIC MAN hat mit storybedingten Schwächen zu kämpfen, denn nicht nur einmal will man während der Sichtung das Gefühl nicht loswerden wollen, dass ganze Handlungsstränge am Schnittpult abhanden gekommen sein müssen. Viele Szenen machen keinen Sinn, wirken unlogisch und erzwungen. Manchmal scheint es sogar so, als ob Autor TONY BURGESS selbst nicht wusste, wohin die Reise gehen sollte, denn die meisten Szenenverläufe hinterlassen einen arg konstruierten Eindruck. Viel passiert demnach in SEPTIC MAN nicht, bis auf dass sich in diesem Horror-Trash ein Mann knapp anderthalb Stunden in kontaminiertem Gewässer suhlt und regelmäßig Besuch von zwei sich entfremdeten Brüdern erhält, die ab und an durch die Öffnung des Abwassertank lugen, um tote Körper hineinwerfen zu können. Immerhin wird in puncto Spezialeffekte einiges geboten. Die wurden für Indie-Verhältnisse beachtlich souverän in Szene gesetzt. Da werden Rattenkörper ausgesaugt, Körper mit einer Kettensäge halbiert und verweste Leichen aus verstopften Abwasserrohren gezerrt. Das FX-Team hat ganze Arbeit geleistet, damit zumindest Horrorfans auf Ihre Kosten kommen und Defizite im Drehbuch wettgemacht werden können. Überhaupt legt der Streifen in technischer Hinsicht ein beachtliches Niveau an den Tag, das meist nur wenige, unabhängig produzierte Horrorfilme erreichen, weil nicht selten viel zu wenig Budget zur Verfügung steht, um auch alle kreativen Ideen in die Tat umsetzen zu können.
 
Leider sind die überschaubaren Effekte auch das einzige, was SEPTIC MAN erträglich gestaltet. Schreiber BURGESS konzentriert sich zu versteift über weite Strecken auf eine kaum vorhandene Geschichte, die fast nichts zu erzählen hat. Das schien er vermutlich schnell selbst bemerkt zu haben, so dass er seinen SEPTIC MAN um einen überflüssigen und vollkommen unglaubwürdigen Nebenplot ergänzte, der von zwei geistig umnebelten Brüdern handelt, die in den entscheidenden Momenten irrationale Dinge veranstalten. Mit SEPTIC MAN ist BURGESS und COOK kein großer Wurf gelungen. Statt dem Zuschauer ekelhafte Transformationseffekte zu präsentieren, die er bei einem Film wie SEPTIC MAN vermutlich erwartet hätte, verlaufen sich die beiden Macher in Nebensächlichkeiten, die eigentlich niemanden interessieren. Bei so einfältiger Filmware packt den Filmfreund am Ende das Grausen: Jack kriecht am Ende wutentbrannt aus den Rohren der Abwasserschächte, um unter monströsem Gebrüll die Fortsetzung einläuten zu können. Die kann gut und gerne noch 30 Jahre warten. Denn: Keiner macht so atomarisch gute Filme, wie TROMA. Alles andere ist Kindergarten.
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ekelhaft, widerlich und Brechreiz erregend – TROMA bekommt mit diesem deftigen Ekel-Exzess Konkurrenz. Regisseur JESSE THOMAS COOK und Drehbuchautor TONY BURGESS lassen erneut die guten, alten TROMAVILLE-Zeiten aufleben und hantieren mit kontaminiertem Wasser, um ein paar widerliche Mutationsmomente zurück auf die Mattscheibe bringen zu können. Was während der TROMA-Ära in den 80ern in ATOMIC HERO noch mit viel bitterbösem Humor garniert wurde, erhält im Falle von SEPTIC MAN einen ernsten Unterton und verbreitet keine Laune. Die erhofften Transformationsmomente machen sich rar, stattdessen flimmert ein ereignisloses Kammerspiel über den TV-Apparat, das um konstruiert wirkende Handlungsstränge bereichert wurde, damit der Streifen mit seinen hart erkämpften 90 Minuten als Spielfilm bezeichnet werden konnte. Trotz grafischem Ausscheiden von Körperflüssigkeiten und gewöhnungsbnedürftigem Körper-Horror ist der Fun-Faktor gering. Stattdessen gibt es einen Film zu sehen, der trotz Umweltproblematik keinen tieferen Sinn vermitteln will und sich zieht wie Kaugummi. So etwas braucht die Filmwelt nicht. Nur schade um die guten Spezialeffekte.
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Zensur

 
 
 
Die wohl grafischste Szene ist die, in der einer der Brüder mit einer Kettensäge zerteilt wird. Ansonsten gibt es einige Mutationseffekte sowie eine Ratten-Fressszene zu begutachten. Ein ultra-brutales Splatterfest ist SEPTIC MAN erstaunlicherweise nicht geworden. Der rote KJ-Flatschen auf dem Cover dürfte deshalb ausreichen.
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

 
The Toxic Avenger (1984)
 
Body Melt (1993)
 
Street Trash (1987)
 


Filmreview: „The Thing“ (2011)

 

Bei seinen Forschungen entdeckt ein norwegisches Forscherteam in der Antarktis eine, im Eis begrabene, seltsame Lebensform.

Erfreut über den Spektakulären Fund wird alsbald das Wesen untersucht.

Unglücklicherweise gelingt des dem, eigentlich für tot geglaubten „Ding“, zu fliehen und während seiner Flucht einige Forscher des Teams auf grausame Weise zu töten. Doch was will das Wesen und woher kommt es?

 

 

Vor fast 30 Jahren entstand unter der Regie von John Carpenter einer der ganz großen Science Fiction Klassiker unserer Zeit: „Das Ding aus einer anderen Zeit„.

Im Jahre 1982 als jämmerlicher Sommer-Kinoflop im Kino gestartet mauserte sich der unterschätzte Schocker im Laufe der Jahre zu einem wahren Geheimtipp unter Filmfans und erhielt erst Jahre später die Aufmerksamkeit und die Lobpreisungen, die er eigentlich bereits schon bei seinem Erscheinen verdient hätte.

Jetzt, fast 30 Jahre später, pünktlich zum 30.jährigen Jubiläum erscheint mit „The Thing“ die eigentliche Vorgeschichte des 80er Jahre Kultfilms.

Dabei lässt sich der aktuelle Reboot, weniger als Vorgeschichte betrachten, sondern schwimmt vielmehr auf der, aktuell so beliebten, „Remake“-Welle wohlvergnügt mit und bietet leider nur ungenügend eigene, neue Ideen.

Trotz aller Kritik kann man bei „The Thing“ dennoch sagen, dass es sich um einen sehr rasant und flott erzählten Sci-Fi-Horrorschocker handelt und das der Reboot definitiv (insofern man die eigenen Erwartung hinsichtlich der Vorlage zurück schraubt) sehenswert ist.

Das, was der Fan des Originals erwartet, bietet die Neuinterpretation in leicht abgeschwächter Form: ekelhafte Metamorphosen, klaustrophobische Grundstimmung und ausgewalztes „Wer hat das Ding in sich“-Raten.

Im Vergleich zum Original zieht das Prequel dennoch in allen belangen den Kürzeren. Waren Carpenters Spezialeffekte in der 1982er Version noch spektakulär, handgemacht und wegweisend, so sind die Monstereffekte zwar in der aktuellen Version immer noch schön widerlich anzuschauen. Die Tatsache jedoch, das der „The Thing“-Reboot vordergründig ausschliesslich von seinen ekelhaften Effekten lebt und das diese leider in einigen Sequenzen sehr künstlich nach aufdringlichen CGI-Effekten ausschauen, hinterlässt einen sehr faden Beigeschmack. Gerade in Zeiten ausgereifter Spezialeffekt-Technik dürften derartige Patzer nicht mehr passieren, bedenkt man was dem Reboot für ein ausgiebiges Budget zu Grunde lag und was eigentlich dabei herauszuholen gewesen wäre, dann ist das was man letztendlich aus dem Effekte-Sektor sieht mehr als ernüchternd.

Vergleicht man Carpenters Effektszenen im Original, die aufgrund des überschaubaren Budget rar, aber wenn dann beeindruckend in Szene gesetzt wurden, so ist das Effektszenario in der 30 Jahre späteren Version von „The Thing“ schon eine gehörig enttäuschende Lachnummer.

Auch in der Charakterzeichnung- und Entwicklung gibt’s es in aktueller Version richtig fiesen „Leerlauf“, denn der Großteil der Protagonisten sind einzig nur dafür in die Szenerie eingebaut worden, um schnellstmöglich auf unangenehme Weise über den Jordan gejagt zu werden. Und das ist leider das größte Ärgernis dieser Neuinterpretation.

Außer diversen Monsterekeleffekten, einem sehr an das Original angelehnten Soundtrack und recht flotten Actionsequenzen bietet der Film leider nix nennenswertes. Irgendwie haben es die Drehbuchschreiberlinge scheinbar verpasst, neben Action und Monster satt, wichtige Dialogsequenzen mit in das Geschehen einzubinden, um überhaupt irgendein Mitgefühl für die Leittragenden und vom „Ding“ befallenen Protagonisten zu entwickeln. Somit dürfe es dem Zuschauer letztendlich auch egal sein, wenn einer nach dem anderen, der gesichtlosen Charaktere das Zeitliche segnet.

Trotzdem, wer seine Erwartungen gänzlich zurückschraubt, Carpenters Version für satte 90 Minuten außer Acht lässt und sich auf sinnfreie und actionorientierte Monsterhatz einstellt, der dürfte dennoch sauber unterhalten werden. Die Verknüpfung des Prequels zum Original-„The Thing“ und die Erklärungsversuche um die Herkunft des „Dings“ geben zwar Logische Schlüsse, sind aber leider Gottes recht unkreativ und unspektakulär „ersponnen“ worden.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Action und Ekeleffekte satt. Popcorn-Kino in seiner Reinform.

Vergleiche zum Original sind hier überflüssig. Vergessen wir einfach mal für 90 Minuten, dass es eine deutliche „bessere“ Vorlage dieses Sci-Fi-Schockers gibt.

 

Hellraiser80