Filmkritik: „Under the Skin“ (2013)

under-the-skin-2013
 
 
 

UNDER THE SKIN

Story

 
 
 
Den Plot haben wir schnell erzählt: Eine ebenso namen- wie gefühllose Frau fährt durch ein mythisch-malerisch gefilmtes Schottland und sammelt Partner für den Geschlechtsverkehr auf. In der Wohnung der Frau werden die Probanden allerdings in eine unnatürliche Flüssigkeit gelockt, die sie von ihrer Heut trennt. Die Frau – Scarlett Johansson natürlich – ist eine Außerirdische, ihr Anlockverhalten der Sexpartner völlig losgelöst vom zielgebundenen Balzen der von ihr beobachteten Menschenspezies.

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Kritik

 
 
 
UNDER THE SKIN ist der dritte Films des Optikästheten und maßgeblich als Werbefilmer und Videoclipmacher in Erscheinung getretenen Londoners Jonathan Glazer. Mitte der Neunziger war er der Kopf hinter Videos für alles, was in dieser Zeit musikalisch zum Weglaufen furchtbar war (Massive Attack, Blur, Radiohead, um nur ein paar besonders widerliche Geräuschmacher aufzuzählen). Umso überraschender dann im Jahr 2000 sein Filmregiedebüt SEXY BEAST, bei der Kritik eingeschlagen wie eine Bombe und nicht nur ein durchgestylter und beinahe schon körperlich attackierender Brit-Gangsterfilm, verflucht weit weg von den coolen Unterwäschemodel-Verbrechern seines Landsmannes Guy Ritchie. SEXY BEAST kitzelte aus seinem Hauptdarsteller, dem ewigen Gandhi und Autoritätendarsteller Ben Kingsley eine Performance heraus, die der Oscarpreisträger unter seinen größten Auftritten führt und für deren Triggern es ein Ausnahmetalent auf dem Regiestuhl gebraucht hat. Immer weiter gut in Werbung und Musik arbeitend, brachte Glazer das enttäuschende Reinkarnationsdrama BIRTH (2004) in die Kinos, das trotz der seinerzeit hervorragend zu besetzenden Nicole Kidman besser unter dem Mantel des Schweigens bleiben sollte. Letztes Jahr, neun Jährchen nach seinem letzten Versuch, traute sich der Regisseur wieder auf das Schlachtfeld der Leinwände und setzte sich mit UNDER THE SKIN auch prompt zwischen die sehr unterschiedlichen Stühle seiner beiden ersten Streifen: Was Scarlett Johansson als Hauptdarstellerin aus sich rausholt, weder Scham noch persönliche Grenzen gelten lassend, spiegelt erneut die außergewöhnliche Hand wieder, über die Jon Glazer im Bereich der Schauspielerführung zu verfügen scheint; so ist etwa der Akt mit dem missgestalteten jungen Mann besonders aufwühlend, handelt es sich hier doch um keinen Spezialeffekt – er leidet wirklich unter diesem Defekt. Damit hätten wir auch schon die Zweischneidigkeit dieses Instant-Skandalfilms. Der Film ist die Scarlett-Show vor orchestrierten wie aufgedonnerten Landschaftspanoramen eines Regisseurs, der sich seiner studierten und erprobten Kenntnis des Schauwerts so sicher ist, dass ihm das nur folgerichtige Entgleiten der Erzählebene herzlich egal sein dürfte. UNDER THE SKIN wird dem durchschnittlichen Sci-Fi oder Genrefan wenig geben, ihm zu sehr wie überkandideltes Kunstkino erscheinen. Solche Gedanken wird man sich auch beim Kinoverleih gemacht haben, als man davon absah, den Film hierzulande auf die großen Screens zu bringen. Sicher, mit dem fünfzigsten, vom Niveau eigentlich an Achtjährige gerichteten Superheldenfilm, drückt man mehr Hinterteile in Plüschsessel.
Was bleibt ist eine filmhistorische Momentaufnahme, in der eine Hollywood-Figur der A-Klasse ihre Grenzen ignoriert und im Werk eines Künstlers, nicht unbedingt Filmemachers, glänzt.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bilderschwere und sich ihrer Wirkung beim entsprechenden Publikum fast schon zu sicher fühlende Arthouse-Science-Fiction-Breitseite. Lassen Sie Sich bloß nicht dabei erwischen, UNDER THE SKIN nicht gut zu finden. Man wird die Nicht-verstanden-Karte ziehen. Scarlett-Fans werden sich immerhin über diese One-Women-Show freuen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben. Der Film selbst ist jedoch FSK 12, denn viel Gewalt gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
under-the-skin-blu-ray

(c) Universum Film GmbH / Senator Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Under the Skin; Großbritannien 2013

Genre: Drama, Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: Blu-ray: FSK16 / eigentlicher Film: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: The Making of „Under the Skin“, Featurettes: Scarlett Johansson, The Hidden Lense

Release-Termin: 10.10.2014

 

Under the Skin – Tödliche Verführung [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 

Filmkritik: „Mr. Jones“ (2013)

Mr.-Jones-2013
 
 
 

MR. JONES

Story

 
 
 
Filmemacher Scott (JON FOSTER) ist mit seiner Freundin Penny (SARAH JONES) in den örtlichen Wäldern unterwegs. Man arbeitet an einer Naturdokumentation und ist miserabler Stimmung, da Penny einen lukrativen Job an den Nagel gehängt hat, um ihrem arbeitsblockierten Lover bei den Dreharbeiten zur Seite zu stehen. Es macht das allgemeine Befinden nicht besser, als Scott mitten im Forst Opfer eines Diebes wird und man sich auf die Suche nach den entwendeten Dingen machen muss. Die Schnitzeljagd durch den unangenehmen Wald führt die beiden zu einer verlassenen Hütte, Eigentümer der Mister Jones des Titels, ein äußerst öffentlichkeitsscheuer Kunstschaffender, der hier unheimliche Figürchen und Gegenstände hortet, die er willkürlich an ihm fremde Menschen sendet. Scott ist begeistert von der Aussicht auf eine Dokumentation über den ominösen Künstler und macht sich auf die Suche nach Betroffenen oder zumindest Zeugen dessen Existenz. Doch niemand hält all zu viel vom Plan, den Mystery Man zum Sujet einer Zurschaustellung vor breitem Publikum zu machen. Im Gegenteil – Warnungen werden ausgesprochen.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Kritik

 
 
 
Regisseur KARL MUELLER unternimmt in seinem Langfilmdebüt ein interessantes Experiment. Er nimmt die Grundlagen des legendären Found-Footage-Ahnen THE BLAIR WITCH PROJECT, also die Urangst vor Dunkelheit und unbekannten Wäldern, angedeutete oder im Ansatz erklärte Lokalmythologie und kombiniert sie mit der surrealistischen Erzählweise eines DAVID LYNCH. Wie dieses große Vorbild bedient sich Mueller bei den Tempos und der Logik, wie sie der Zuschauer am ehesten im Horrorkino des eigenen Unterbewusstseins, gemeint ist der Alptraum, erfahren haben dürfte. Dazu kommen autobiographische Elemente wie Kindheitserinnerungen aus dem ländlichen Minnesota, einem Bundesstaat im amerikanischen Mittelwesten, der in seinen pastoralen Landschaften voller endloser Wälder und den namensgebenden „tausend“ Seen schon fast etwas nordeuropäisches hat. Das Bild der Waldhütte voller seltsamer Gegenstände und auch präparierter Tierkadaver konnte Mueller direkt von hier projizieren, war ihm doch ein Einsiedler bekannt, der in einem solchen Verschlag hauste. Realer Horror bietet noch immer noch den idealen Grundstock, ob für Mainstream-Reißer oder Independent-Kino. Dort vermutlich sogar noch stärker. Schauspielerisch macht MR. JONES eine Menge richtig. Die Besetzung übertreibt nicht, nimmt den Zuschauer so nahtlos mit in das Spannungsfeld zwischen Horror und Alptraum. Natürlich – aber das ist wohl klar – darf man sich auch diesen Film nicht auf Deutsch ansehen. Die Sychronfassung ist gewohnt grauenhaft. Die Interviewsegmente sind gelungen und stellenweise in ihrer nahe am bewunderten BLAIR WITCH PROJECT orientierten Stimmung authentischer als in vergleichbaren Genrebeiträgen. Den beliebten und doch weitestgehend überschätzten Psychiatrieschocker GRAVE ENCOUNTERS möchte ich hier zum Vergleich erwähnt haben. Was MR. JONES am eindeutigsten über das Gros der noch immer Beliebten Pseudorealitäts-Horrorfilme hebt, ist die erwähnte Beschäftigung mit der auf Bild gebannten Alptraumästhetik eines DAVID LYNCH.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bildschweres Independent-Genrekino aus den verhexten Wäldern Nordamerikas. Als wenn das Gehölz von DAVID LYNCH’S TWIN PEAKS noch mehr schwarze Hütten zu bieten gehabt hätte als die Black Lodge.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Zensur

 
 
 
MR. JONES ist ein subtiler Found-Footage-Streifen gänzlich ohne Blut und Gewalt. Die hiesige Filmfassung wurde daher von der FSK bereits Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Mr.-Jones-Blu-ray

(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mr. Jones; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.08.2014

 

Mr. Jones [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Possession of Michael King (2014)
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
Afflicted (2013)
 
Absence (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 

Filmreview: „The Last Will and Testament of Rosalind Leigh“ (2012)

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH
 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH

Story

 
 
 
Leon (Aaron Poole) erbt nach dem tragischen Selbstmord seiner Mutter das Haus, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Doch direkt nach Ankunft geschehen seltsame Dinge. Es scheint, als ob Mutter Rosalind (Vanessa Redgrave) Kontakt mit ihrem Sohn aufnehmen möchte, um ihm etwas wichtiges mitzuteilen. Während Leon damit beginnt seine Vergangenheit aufzuarbeiten, zieht eine bedrohliche Gestalt ihre Runden um das Anwesen …
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Kritik

 
 
 
Im Zuge möglichst effekthascherischen Mainstreamkinos und absurd blutrünstiger Dutzendware, hat mancher Horrorfilmfan das subtile Grausen bereits aus seinem Gedächtnis gestrichen. Die Zeiten klassischer Gruselfilme scheinen unlängst vorbei zu sein, denn mit leichtem Bibbern lässt sich heute kaum noch lukrativ wirtschaften. Umso erfreulicher, dass immer wieder Nachwuchsregisseure versuchen, gegen den Strom zu schwimmen und sich den Trends entgegenstellen. RODRIGO GUDIÑO ist so ein Fall. Mit seinem Schauderstück THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH liefert er ein Paradebeispiel dafür, was man allein mit einer ausgeprägten, unheilvollen Atmosphäre bewirken kann. Ganz unbewandert im Genre scheint der Filmemacher nicht zu sein, zeichnet der talentierte Debütant für das erfolgreiche, kanadische Horrormagazin RUE MORGUE verantwortlich, das Filmbegeisterte weltweit in Sachen Horror stets auf dem Laufenden hält und 1997 von GUDIÑO ins Leben gerufen wurde. Nachdem er mit drei Kurzfilmen viel Lob auf einschlägigen Festivals ernten konnte, schien der nächste Schritt unumgänglich: der erste Langfilm. Überraschenderweise hat sich GUDIÑO für den internationalen Startschuss ein gänzlich unkommerzielles Werk ausgesucht, das er nicht nur selbst inszeniert hat, sondern für das er auch das Drehbuch schrieb. Sein THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH unterscheidet sich dabei grundsätzlich von dem, was sonst auf dem Heimkinomarkt geboten wird. Der Gruseltrip besinnt sich der Wurzeln des Horrors. Das heißt, klassische Stilmittel treten in den Vordergrund und der Einsatz aktuell so beliebter Terror- und Gewalteskapaden wird gänzlich vermieden.
 
Im Mittelpunkt dieser unheimlichen Geschichte steht der Antiquitätenhändler Leon (AARON POOLE), der nach dem Selbstmord der Mutter (VANESSA REDGRAVE) in sein Elternhaus zurückkehrt. Das entpuppt sich nicht nur als kleines Museum mit allerhand alten Relikten, sondern ist auch ein beliebter Wallfahrtsort für einen mysteriösen Engelskult, dem Mutter Rosalind zu Lebzeiten angehört hat. Früh hat der Glaube der Mutter das Leben des Sohnes nachteilig geprägt, so dass dieser sich dazu entschloss, das Elternhaus bei Zeiten zu verlassen. Zurück blieb Rosalind, die sich in ihrer Einsamkeit Schutz durch die religiöse Engelgemeinschaft versprach. Während Leon zwischen all den Artefakten und Antiquitäten beginnt, sich mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinander zu setzen, geschehen im Haus seltsame Dinge. Es scheint, als ob die tote Mutter mit ihrem entfremdeten Sohn Kontakt aufnehmen möchte und ihm eine wichtige Botschaft übermitteln will. Währenddessen schleicht eine unheimliche Kreatur im Garten umher.
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH wird der Vorteil des langsamen Erzählens wiederentdeckt. Hier wird sich gänzlich von aktuellen Sehgewohnheiten gelöst und sich zu den Wurzeln des subtilen Schauerns begeben. Langsame Fahrten und elegante Kameraarbeit schaffen dem Zuschauer ausreichend Möglichkeiten, sich selbst im Gebäude umzuschauen. Das ist vollgestopft mit allerhand schrulligen und nicht selten kitschig wirkenden Gegenständen, die durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten erstaunlich unheilverkündend und angsteinflößend wirken. Wie bei Subgenre-Klassikern á la BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) oder THE SHINING (1980) ist in THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH das Haus der heimliche Star, denn Regisseur RODRIGO GUDIÑO schafft es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, dass das Erkunden des Gebäudes weitaus spannender wirkt, als die eigentliche Geschichte des Films. Mutter Rosalind hat vor ihrem Tod einige Hinweise im Haus verteilt, um in irgendeiner Form mit dem entfremdeten Sohn in Kontakt treten zu können. Was folgt ist eine gemächliche erzählte Schnitzeljagd durch das elterliche Heim, die Leon in die entlegensten Winkel des Hauses führt und es ihm so ermöglichen, dass er diverse Geheimnisse über das Gebäude aufdecken und seine Vergangenheit aufarbeiten kann. Mutter Rosalind tritt dabei als Kommentatorin in Erscheinung, die die Erkundung des Hauses mit mitleiderregender Stimme aus dem Off dokumentiert und stets den Verlust des eigenen Sohns bedauert.
 
THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Märchen über Kummer, Verlust und Verzweiflung. Eine Geschichte des verlorenen Glaubens und seiner Natur. RODRIGO GUDIÑO ist mit seinem Debütwerk ein Glückswurf gelungen. Einen Großteil der Lobpreisungen dürfte er Kameramann SAMY INAYEH zu verdanken haben. Der schafft das Glanzstück, eine einerseits schwermütige und dennoch bedrohliche Atmosphäre zu kreieren, andererseits jedoch düstere Bilder voller Schönheit auf Zelluloid zu bannen. Bei derart kreativem Können kann man nur staunen. Auch wenn THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH für das geschundene Horrorkino eine erfrischende Bereicherung darstellt, so sollte jedem klar sein, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Spukfilm handelt. GUDIÑOS Erstwerk ist vermutlich eines der wenigen Geisterfilmchen, in denen der Zuschauer keinen einzigen Geist zu Gesicht bekommt. Stattdessen punktet der Film mit ausreichend dramalastiger Mystery und wunderbar altmodischer Gruselatmosphäre. Wer Filme mit schlüssigem Ende bevorzugt, dürfte übrigens bei diesem Werk dumm aus der Wäsche schauen. Denn die Erklärungsansätze des Films lassen diverse Interpretationsmöglichkeiten zu.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Frischer Wind im Grusel-Genre. THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Schauermärchen, das selbstbewusst gegen den Mainstream rudert.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Zensur

 
 
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH fließt weder Blut, noch wird Gewalt zelebriert. Von daher wurde der Film aufgrund seiner unheimlichen Atmosphäre von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben. Wegen des Bonusmaterials der Heimkinoscheibe ist dieser jedoch erst für Volljährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Last-Will-and-Testament-of-Rosalind-Leigh-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Will and Testament of Rosalind Leigh; Kanada 2012

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Blu-ray: Keine Jugendfreigabe – Der Film selbst: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.08.2014

 

The Last Will and Testament of Rosalind Leigh [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Haunting of Helena (2012)

Barricade (2012)

The Pact (2012)

The Awakening (2011)

The Woman in Black (2012)

The Devils Backbone (2001)

Filmreview: „Sanitarium – Anstalt des Grauens“ (2013)

sanitarium2013
 
 
 

SANITARIUM

ANSTALT DES GRAUENS

Story

 
 
 
Eine psychiatrische Klinik erhält drei neue Insassen. Für Dr. Stenson (Malcolm McDowell) Grund genug, sich einen ersten Eindruck von den Patienten zu verschaffen und ihre Schicksale zu beleuchten …
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Kritik

 
 
 
Nach den beachtlichen Erfolge von Filmen wie V/H/S und THE ABCS OF DEATH war es nur eine Frage der Zeit, bis ein nächster dieser aktuell mal wieder so beliebten Kurzgeschichtensammlungen das Licht der Filmwelt erblicken sollte. In Expertenkreisen auch als Anthologien betitelt, finden derartige Episodenfilme vor allem unter Horrorfilmfans immer ihre Befürworter. Verwunderlich ist das natürlich nicht, genießen nicht wenige dieser Filme heute Kultstatus (CREEPSHOW, TALES FROM THE CRYPT, NECRONOMICON) und sind aus dem Genre nicht mehr wegzudenken. Grund genug mit SANITARIUM einen weiteren dieser Filme ins Rennen zu schicken, auf dass dieser Beitrag gleichen Erfolg verbuchen wird, wie die vielen beliebten Horror-Episodenfilme der 70er und 80er Jahre zuvor. Wie bereits im Beitrag ASYLUM (1972), verschlägt es den Zuschauer in eine Psychiatrie, wo ihm die Schicksale jüngst eingelieferter Patienten geschildert werden. Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht Dr. Stenson (MALCOLM MCDOWELL) Oberarzt der Klinik, der auch die Neuzugänge der Klinik überwacht. Als Erzähler agierend, erklärt er dem Zuschauer nun, wie die drei neuen Patienten ihren Weg in die Heilanstalt gefunden haben und verbindet so die einzelnen Segmente stimmig miteinander.
 
Künstler Gustav (vollkommen durchgeknallt: JOHN CLOVER) hat nicht nur die Haare schön, sondern verhält sich auch durchweg verhaltensauffällig. Er soll seine in tadelloser Handarbeit modellierten Puppen für ein stattliches Sümmchen verkaufen. Doch Gustav scheint es nicht über das Herz zu bringen, sein Lebenswerk zu veräußern. Fortan sprechen die Puppen mit ihm und zwingen ihm zu einen teuflischen Plan. Während der Überraschungsauftritt von Legende ROBERT ENGLUND im Segment mit dem Titel PATIENT 46 ein erschreckend frühes Ende nimmt, gefällt hier die liebenswerte Hommage an die berüchtigte PUPPET MASTERS-Reihe. Eine kleine Stop-Motion-Szene alter Schule erinnert an das grandioses-melancholische Animationskino eines TIM BURTON.
 
Die zweite Episode, PATIENT 26, berichtet vom traurigen Leben des Grundschülers Steven (DAVID MAZOUZ), der nicht nur vom eigenen Vater missbraucht, sondern auch von einem augenlosen Wesen mit spitzen Zähnen und gruseliger Kutte verfolgt wird. Klassenlehrerin Ms. Lorne (LACEY CHABERTZ) ahnt Schlimmes und will dem verschüchterten Jungen helfen; ist aber zur falschen Zeit am falschen Ort. PATIENT 26 ist mehrschichtiges Mystery-Kino, dass jedoch mehr Drama sein will als waschechter Horror. Auch wenn der Zuschauer hier Zitate aus berüchtigten Schockern entdecken wird (Schulszene aus HALLOWEEN) so ist diese Episode vollgestopft mit psychologischen Deutungen und Sinnbildern, die durchaus Diskussionsgrundlage bieten dürften.
 
Die letzte Geschichte handelt von Professor James Silo (beachtlich paranoid verkörpert von LOU DIAMOND PHILLIPS), der den Untergang der Welt kommen sieht und einen Luftschutzbunker für sich und seinen Familie im Garten bauen lässt. Letztendlich kommt jedoch alles anders als erwartet und der Zuschauer erlebt eine erschütterndes Story, die in einem unglaublich depressiven Ende gipfelt.
 
SANITARIUM ist einer jener Filme, der die Horrorfilmwelt in zwei Lager spalten dürfte und nicht bei jedem Zuschauer auf Zustimmung stoßen wird. Schuld daran dürfte vor allem das reißerisch gestaltete Filmplakat sein, dass eine gänzliche falsche Erwartungshaltung schürt. Horror wird hier nur vage zum Thema gemacht. Stattdessen wird der Filmfreund mit drei ziemlich erschütternden Tragödien konfrontiert, die in ihrer Gesamtheit schon arg aufs Gemüt schlagen. Hier werden drei Schicksale vermeintlich geistig gesunder Menschen geschildert, die am Ende unfreiwilligerweise in der Psychiatrie landen. In SANITARIUM wird die Langsamkeit neu entdeckt. Die drei Regisseure BRYAN ORTIZ, BRYAN RAMIREZ und KERRY VALDERRAMA lassen sich viel Zeit mit dem Erzählen ihrer Geschichten. Ekelhaftes Gemetzel und plakativen Schrecken sucht man hier vergebens. Stattdessen haben die Protagonisten ausreichend Zeit, sich zu entwickeln, was sich vor allem beim typischen Genre-Publikum in gähnender Langeweile äußern dürfte. Wer SANITARIUM jedoch mit einer ganz anderen Erwartungshaltung goutiert, erlebt einen der vermutlich besten Anthologie-Streifen der letzten Zeit. Vor allem der außerordentlichen Schauspielleistung von JOHN CLOVER und LOU DIAMOND PHILLIPS ist es zu verdanken, dass sich der Film vom typischen Einheitsbrei abzuheben weiß und letztendlich durch Mark und Bein geht. Selten hat man einen so depressiven Genre-Beitrag gesehen, der wegen und auch trotz seiner dramalastigen Inszenierung ein Gefühl des Unbehagens auslöst. Wer eine Schwäche für psychologischen Horror besitzt und mit der teilweise gemächlichen Inszenierung leben kann, sollte sich ausreichend Zeit nehmen, das vorliegende SANATARIUM zu besuchen. Mit fast zwei Stunden Spielzeit ist diese Kurzgeschichtensammlung nicht gerade kurz. Auch wenn der vorliegende Psychotrip so ziemlich speziell ist, verdient er es definitiv, von jedem offenen Horrorfilmfan gesehen werden.
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Düster, makaber und doch so wunderschön! Eine sonderbare und vollkommen unkommerzielle Anthologie, die mit ähnlichen Filmen rein gar nicht vergleichbar ist. Ein herrlich melancholischer, stellenweise fast schon depressiver Psychotrip, der jedem offenen Horrorfilmfan zu empfehlen ist. SANITARIUM ist vermutlich kein Meisterwerk, weiß sich aber erfrischend vom üblichen Horror-Einerlei abzuheben.
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Zensur

 
 
 
SANITARIUM ist eher Drama als Horror. Blut oder Gewalt gibt es hier nur selten zu sehen. Von daher dürfte der Film in Deutschland keine Probleme in seiner ungeschnittenen Form erhalten und bereits für Jugendliche geeignet sein. Die hiesige Heimkinoauswertung von SANITARIUM wurde mit dem blauen FSK16-Flatschen von der Zensurbehörde freigegeben. Aufgrund der Trailer im Bonusmaterial ist die Scheibe jedoch erst für Volljährige zu haben: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sanitarium-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sanitarium; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) – BD aufgrund Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 24.03.2015

 
 

Sanitarium – Anstalt des Grauens [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Asylum (1972)

Insanitarium (2008)

Creepshow – Die unheimlich verrückte Geisterstunde (1982)

The Ward (2010)

Psych:9 (2010)

The ABC´s of Death (2012)

Chillerama (2011)