Filmkritik: „The Witch Next Door“ (2019)

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THE WITCH NEXT DOOR

(THE WRETCHED)

Story

 
 
 

Ein Teenager findet heraus, dass seine Nachbarn in den Fokus eines kinderfressenden Waldwesens geraten sind.

 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Kritik

 
 
 
Kleiner Indie-Grusler ganz groß – zumindest in Amerika. Dort hat es der folgende Horrorthriller geschafft, an die Spitze der Kinocharts zu klettern. Doch wie ist das in Zeiten von Corona, auferlegter Zwangspause und geschlossener Multiplexe überhaupt möglich? Ganz einfach. Indem man kreativ denkt und aktuelle Kinostreifen versucht, anderweitig ans interessierte Publikum zu bringen. So erleben Autokinos inmitten der Covid 19-Krise ein kleines Comeback. Weil die wichtiges Social Distancing ermöglichen, dürfen Drive-in-Kinos weiterhin öffnen und das hungrige Kinopublikum mit neuen Schockern versorgen. Genau diese Ausnahmeklausel machte sich das Label IFC FILMS in den Vereinigten Staaten zunutze. Das Filmunternehmen ließ THE WITCH NEXT DOOR über Autokinoleinwände flimmern und hatte damit finanziellen Erfolg. Die Folge: Die Symbiose aus Teen-Horror und Achtziger-Hommage war mehrere Wochen auf Platz eins der amerikanischen Kinocharts zu finden und konnte so zumindest einen Teil des Budgets wieder einspielen. Not macht eben erfinderisch.
 
 
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THE WITCH NEXT DOOR – der im Original eigentlich THE WRETCHED heißt – erzählt die Geschichte von Teenager Ben (JOHN-PAUL HOWARD). Der zieht zusammen mit dem Vater in ein nettes Häuschen irgendwo auf dem Land. Was man aber nicht weiß. In den 1980ern hat sich im Nachbarhaus Unheimliches abgespielt. Dort wurde die Babysitterin Zeuge schauriger Ereignisse. Das Mädchen musste mit ansehen, wie eine mysteriöse Waldkreatur vor ihren Augen ein kleines Kind verspeiste. Danach wurde das Kindermädchen nie wieder gesehen. Genau jene Ereignisse scheinen sich bald ein weiteres Mal abzuspielen. Im Haus gegenüber passieren plötzlich wieder seltsame Dinge. Erst verhalten sich die Eigentümer merkwürdig. Später flüchtet der Nachwuchs panisch in Bens Zimmer und bittet um Hilfe. Dass auch noch finstere Schatten in der Gegend ihr Unwesen treiben, macht die Sache nicht entspannter. Was hat das alles zu bedeuten? Wir verraten es an dieser Stelle nicht. Fakt ist jedoch: Der Mystery-Horror hält definitiv erschreckend gutes Gruselfutter für Angsthasen parat, die nach THE WITCH NEXT DOOR vermutlich Schlafprobleme bekommen könnten.
 
 
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Mit gutem PR zum Erfolg. So begründet man bei IFC FILMS den hervorragenden Zuspruch. Statt TV-Spots zu schalten, um möglichst viele Ticketkäufer erreichen zu können, setzte man eher auf eine ungewöhnliche Marketingkampagne. Die Werbung für THE WITCH NEXT DOOR bestand hauptsächlich aus Retro-Zeitungsanzeigen. Das sprach sich rum und machte neugierig. Aber auch fehlende Konkurrenz und mangelnde Neustarts dürften weitestgehend dazu beigetragen haben, dass der Mystery-Grusler zum finanziellen Hit avancieren konnte. Doch angesichts der besonderen Umstände stellt sich natürlich ebenso die Frage, ob der Trubel um THE WITCH NEXT DOOR überhaupt gerechtfertigt ist. Wir bestätigen das an dieser Stelle, denn dieses unheimliche Filmchen kann weitaus mehr, als es der plakative deutsche Titel vermuten lässt. Der verrät zu viel und verdirbt den Knobelspaß. Bis zur Halbzeit bleibt nämlich verborgen, was hier Böses über Leinwand und Mattscheibe huscht. Daher hätte der deutsche Anbieter KOCH FILMS manch Horrorfilmfan einen Gefallen getan, wenn man es beim Originaltitel belassen hätte.
 
 
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Was diesen Film hervorstechen lässt, sind nicht unbedingt nur Atmosphäre und Geschichte. Vielmehr sind es die Figuren, die das Schauermärchen über weite Strecken auf ihren Schultern tragen. Allen voran die charismatischen Identifikationsfiguren und natürlich das Böse selbst. Die Regisseure und Brüder BRETT und DREW T. PIERCE gehen den klassischen Weg und erzählen hier eine gradlinige Gruselgeschichte alter Schule, die mit Rätseln und natürlich reichlich Schreckmomenten verfeinert wurde. So muss langsam ergründet werden, was da im Haus gegenüber im Argen ist. Schnell kommt Filmheld Ben auf den Trichter, dass hier etwas aus dem Wald in die Welt der Menschen will und die Gabe der Manipulation beherrscht. Klingt nach vertrauten Abläufen, denn bei genauerer Betrachtung ruft das Gruselmärchen Filme wie DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, FRIGHT NIGHT, THE HOLE IN THE GROUND aber auch BABA YAGA in Erinnerung.
 
 
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Aber keine Angst hier wird nicht nur kopiert. THE WITCH NEXT DOOR ist trotz vieler Versatzstücke anderer Genre-Filme ganz kurzweilig und fesselnd geraten, was daran liegt, dass die Brüder BRETT und DREW T. PIERCE akribisch am Spannungsaufbau arbeiten. Hier seltsame Schatten, dort mysteriöse Ereignisse. Nie wird zu viel verraten. Der Zuschauer soll schließlich auf Trab gehalten werden. Erst nach und nach ergeben die Ereignisse Sinn, wobei sich aber die Macher bewusst dafür entscheiden nicht zu viel über ihr unheimliches Filmmonster zu verraten. Das nennt man Kopfkino und hält so immerhin noch etwas Stoff für die obligatorische Fortsetzung parat. Ob die kommt, wird die Zukunft zeigen. Zumindest wäre das nicht der erste Kassenhit, welcher in Serie geht.
 
 
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THE WITCH NEXT DOOR – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Sehenswertes Gruselmärchen mit dem wohl schaurigsten Filmmonster des Kinojahres 2020. An dieser Stelle großes Lob an die Effekte-Macher. Das knochige Wesen in THE WITCH NEXT DOOR kann problemlos mit so Bösewichten aus Filmen wie DER FLUCH VON DARKNESS FALLS, LIGHT OUT oder THE HOLE IN THE GROUND mithalten. Hier wird ansprechend getrickst und spannend ist der konventionelle Grusler obendrein auch noch. Die Regisseure und Brüder BRETT und DREW T. PIERCE gehen diesmal andere Wege. Während man zuvor mit DEADHEADS flotten Zombie-Spaß auf Zelluloid bannen ließ, schlagen die Macher mit THE WITCH NEXT DOOR ernste Töne an. Für diesen Gruselfilm diente nicht nur die Geschichte aus dem Kinderbuch THE WITCHES von ROALD DAHL als Vorlage. Die Geschwister stellten für ihre Regiearbeit zudem umfangreiche Recherchen über Hexen und hexenähnliche Wesen in der Folklore verschiedener Länder an. Das Ergebnis ist ein Fest für Gruselfans. THE WITCH NEXT DOOR besitzt Schreckmomente, die aus dem Filmsessel springen lassen, gute Darsteller und einen bedachten Spannungsbogen. Das Filmmonster ist die sprichwortliche Kirsche auf der Sahnetorte. Demnach sind wir uns sicher, dass schlaflose Nächte bei zartbesaiteten Zuschauern vorprogrammiert sein werden. Wir wünschen dennoch angenehmes Bibbern!

THE WITCH NEXT DOOR startet am 12. August 2020 bundesweit in den deutschen Kinos.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Zensur

 
 
 
THE WITCH NEXT DOOR ist eher ein Gruselfilm. Gewaltmomente sind sehr rar gesät. Deshalb hat der Film in Deutschland eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hole in the Ground (2019)
 
Lights Out (2016)
 
Baba Yaga (2020)
 
Mama (2013)
 

Filmkritik: „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ (2019)

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VIVARIUM – DAS HAUS IHRER (ALP)TRÄUME

(VIVARIUM)

Story

 
 
 
Ein junges Pärchen veliert sich bei einer Wohnungsbesichtigung in einem alptraumhaft leeren Neubaugebiet.

 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Kritik

 
 
Als die Blu-ray des laut imdb scheinbar recht polarisierenden Mysteryfilms „Vivarium“ ins Haus geflattert kam, da war ich mir eigentlich sicher, als Einstieg in diese Kritik einen der folgenden zu wählen: Jesse Eisenberg und seine bisherige Karriere, die sich auch öfter und öfter in Indieproduktionen oder gar Anti-Typecasts wiederfindet, Imogen Poots, die mir vor Jahren schon in dem motivierten Indiefilm „Chatroom“ aufgefallen ist, den meisten Leuten aber wohl aus dem beinharten „Green Room“ in Erinnerung bleiben dürfte, oder aber das zugrunde liegende Thema der trügerisch ruhigen oder gar perfekten Nachbarschaft, das spätestens seit „American Beauty“ und „Donnie Darko“ immer wieder als Leitmotiv amerikanisierter Mainstream-Unterhaltung aufgefallen ist. Doch ein Blick auf die imdb und es stellt sich heraus, dass „Vivarium“ gar nicht mein erster Kontakt mit dem Schaffen des 41-jährigen Iren Lorcan Finnegan ist – denn auch wenn ich sein Langfilmdebüt, den Mysterythriller „Without Name“ nicht gesehen habe, so bin ich dafür aber vor einigen Monaten auf seinen Kurzfilm „Foxes“ gestoßen, den ich als „Düster-dystopische Reihenhausvision mit super Sounddesign und Pacing“ vermerkt und mit 8 Punkten bewertet habe. Und in der Tat – zurückblickend hat Finnegan bewiesen, wie er mit dem Bild der leeren, sich endlos gen Horizont erstreckenden Reihenhäuser innerhalb weniger Minuten eine düstere Atmosphäre und Anspannung aufbauen kann, die sich dann auch noch ungewöhnlich und pointiert entlädt – doch was als Kurzfilm klappt, braucht als fast 100-Minüter dann doch etwas mehr Fleisch an den Knochen.
 
 
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Der von Screen Ireland mitproduzierte und in Belgien gedrehte „Vivarium“ leitet den Zuschauer direkt mit einem hellen, trügerischen minimalistisch-ästhetischem Menü ein, das eine kindliche Melodie zum Besten gibt, im Intro des Films selber wird man dann direkt mit sich fütternden und aus dem Nest verdrängenden Vogelküken konfrontiert, die in Nahaufnahme nach ihrer Mutter schreien, dazu Zeitlupenaufnahmen und ein nicht gerade typische opening signals gebender Soundtrack – haben wir es hier etwa mit einem ungewöhnlichen Überraschungshit zu tun? Übersättigte Sommerfarben unterstützen dann das grelle „Gute-Laune-Postkarten-Welt“-Gefühl mit Poots als junger Grundschullehrerin, die allzu lächerlich idyllisch mit der ganzen Klasse im Wind bewegende Bäume nachahmt, bevor Jesse Eisenberg es innerhalb weniger Minuten schafft, ätzend unsympathisch zu wirken. Doch bevor man noch zu viel Zeit mit einer Romanze oder unserem Pärchen an sich verbringt, geht es auch schon zum Makler, und hier packt der Film dann direkt die wohl gruseligsten, besten Twilight Zone/David Lynch-Vibes aus, da die beworbende Neubausiedlung ‚YONDER‘ ein utopisch klingender, beängstigender Traum ist, der von Jonathan Aris nur allzugut aalglatt und zu höflich angepriesen wird.
 
 

„I know what you guys are thinking: ‚Suburbia!‘ – But there’s more to ‚Yonder‘ then what you see in these images!“

 
 
Der Soundtrack dreht mit dem thematisch passenden „Rudy, A message to you“ angenehm auf, auch begeistert das Set von ‚Yonder‘ selbst durch beängstigend steriles Design, futuristisch endlose Straßen und nachvollziehbare Verwirrung beim jungen Pärchen, doch wenn dann nach 13 Minuten Makler samt Auto verschwindet, heißt es leider erst einmal „Horrorstandardliste abhaken“, da jetzt der leer laufende Tank, fehlende Empfang und die allgemeine, altbekannte Ohnmacht gegenüber unlogischer, da streng genommen übernatürlicher, Ereignisse beim Genrefan eher für gepflegtes Augenrollen sorgen. Das obligatorische Konstruieren der Situation selber überstanden, punktet Vivarium nun noch mit hübschen Einstellungen und drückender Hitze, die auch durch die schwebenden bis schweren Synthesizer in der Score ausgedrückt wird. Logik bzw. nachvollziehbares Verhalten werden nur leider dann das erste Mal gefährdet, wenn sich unsere Protagonisten dazu entschließen, vor einem lichterloh brennendem Haus einzuschlafen, heißt also mitten in der Mischung aus Hitze, Asche und Rauch. Wenn das jetzt klingt, als würde dieser anfangs so einladend, mysteriös und gelungen wirkende Film nach etwa 25 recht vergnüglichen Minuten anfangen, zu schwächeln, dann klingt das leider ganz richtig – und der nächste Plotpoint sorgt jetzt dafür, dass das auch so bleibt. Denn erinnert ihr noch das Intro mit dem Vogelbaby das so prägnant gezeigt wurde, und den Dialog darüber, dass Kuckucks ja fremde Nester nutzen würden für ihre Kinder? Ja? Gut, dann könnt ihr euch als Zuschauer also 25 Minuten lang an ein metaphorisches Bild erinnern – das war es dann leider auch schon.
 
 
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Wer nämlich eine weitere Storystruktur, Rückbesinnung auf andere Charaktereigenschaften, Infos über das Mysterium der Wohnsiedlung oder weiter ausgearbeitete Genreelement erhofft, der wird nun erst einmal fast eine Stunde lang genervt auf die Uhr schauen, da „Vivarium“ sich EIN sehr simples und so auch schon europäisch und besser inszeniertes Bild herausgesucht hat, um dieses dann mit aller Anstrengung und Bemühung in den Fokus seiner Geschichte zu legen. Was das akut heißt, ist, dass unser junges Pärchen natürlich ein Baby findet, das natürlich etwas Sinistres an sich hat, das natürlich – seufz – für Konfrontationen über Verantwortung, Muttergefühle und Humanismus sorgt und das nur ganz, ganz selten schafft von der nervigen Geduldsprobe zum akut gruseligen oder spannenden Charakter so werden – so zum Beispiel beim Stimmen nachmachen oder „Fernsehen“ gucken, was heißt dass der Junge Endlosanimationen mit synthetischem Knistern schaut, oder in seinem Alter unerreichbare Tonhöhen imitiert.
 
 
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Die Beobachtung, dass in dieser synthetischen Fake-Welt von ‚Yonder‘ alle Wolken amorph und formlos bleiben und einfach nur wie „Wolken“ aussehen, da jede Inspiration oder Kreativität untergeht, ist eine schöne Beobachtung – und auch der marginale Horror-Einschlag seines Charakters, den ich aber nicht spoilen will, wussten zu gefallen. Aber für einen gesamten Hauptteil, zweiten Akt und mit wichtigsten Plotpoint in einem knapp 100-minütigen Mysteryfilm, ist das dann leider doch recht mager, zumal jegliches Konfliktpotential von der ersten Szene an offensichtlich ist, denn wie soll die Grundschullehrerin wohl schon auf einen einsamen Jungen reagieren, egal wie gruselig er wird? Und all das ist unfassbar schade, denn nicht nur ist dieser Film wie gesagt technisch höchst kompetent und optisch ansprechend und hat ziemlich gelungene erste 20 Minuten, nein, gerade nach dem Durchhänger im Mittelteil geht „Vivarium“ noch einmal richtig in die Vollen und präsentiert ein schnelles, wildes, buntes, argento-inspiriertes, überraschendes Farbenfeuerwerk mit Alptraumoptik und trippigen, ineinander überlappenden Umgebungen. Nach über 70 Minuten Film noch eine überlange Beziehungsaufarbeitung einzuschieben halte ich zwar für etwas gewagt bzw. pacingtechnisch schwach, aber abseits davon wird es nun überraschend stringent, bösartig, konsequent und hollywood-untypisch, was das eine oder andere Klischee vielleicht ausgleicht.
 
 
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Und so wäre ich schlußendlich also vielleicht sogar bei einer 6,5 oder 7/10, denn Finale und Ende haben definitiv noch etwas heraus gerissen, ich mag die trostlose Botschaft und dass nicht alles ausbuchstabiert wird, auch hat Eisenberg sich nach seinen furchtbaren ersten Eindrücken später durchaus beweisen können, doch wie bereits erwähnt gibt es eine sehr ähnliche Geschichte einfach bereits als europäischen Film und das auch noch deutlich spannender, mysteriöser, böser, realistischer und konsequenter: Borgman. Wer also unbedingt die eher blass bleibende Starbesetzung braucht oder den amerikanischen Vorstadtflair, wer seine Mysteriefilme gerne eindeutig übernatürlich mag und etwas Zeit zu töten hat, der kann die überlangen 97 Minuten von „Vivarium“ sicherlich mal gucken, und auch genießen. Aber 80 Minuten hätten es auch getan und die deutlich niveauvollere, ausgereiftere und Jahre früher entstandene Version dieses Konzepts ist einfach der niederländisch-belgische Genremix „Borgman“, über den man möglichst wenig wissen sollte.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Behäbig gepacete, unausgereifte, simple Metapher mit Erwartungen aufbauenden ersten 20 Minuten, hübschen Bildern und einem sehr starken Finale und Ende, die nur leider im Mittelteil massiv durchhängt. „Foxes“ vom gleichen Regisseur ist kostenlos, kürzer, ähnlich und besser, „Borgman“ eine sehr ähnliche Idee in ausgereifter.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten.
 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Vivarium; Belgien | Dänemark | Irland 2019

Genre: Horror, Mystery, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Behind the Scenes (ca. 7 Minuten), Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 12.06.2020

 

Vivarium [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

VIVARIUM – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Concorde Home Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Borgman (2013)
 
Beautiful (2009)
 

Filmkritik: „Countdown“ (2019)

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COUNTDOWN

Story

 
 
 

Seichter Horror für Anfänger. Eine mysteriöse App sagt seinem Nutzer den Tod voraus. Eigentlich eine witzige Sache – stände das eigene Ableben nicht schon in wenigen Stunden bevor.

 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Kritik

 
 
 
Manche Dinge sollte man besser höheren Mächten überlassen – vor allem wenn es um das eigene Ableben geht. Viele Horrorfilme haben gezeigt, dass sich der Tod nicht austricksen lässt. Steht man erst mal auf der Liste, gibt es kein Entkommen mehr. Eine Tatsache, die die US-amerikanische Filmproduktionsfirma STX ENTERTAINMENT noch einmal in Form von Horrorware bekräftigen möchte. Die hatte in der Vergangenheit ein glückliches Händchen bei der Auswahl von Genre-Filmen. So entstand mit Geld aus genanntem Unternehmen Gruselzeugs wie THE GIFT, THE BYE BYE MAN oder THE BOY, das an den Kinokassen passable Umsätze erzielen konnte. Genau das gelang auch dem neusten Horror-Streich, den STX ENTERTAINMENT diesmal nicht selbst produziert – dafür aber vertrieben hat. Der nennt sich COUNTDOWN, kann eigentlich nichts – war aber trotzdem kein Verlustgeschäft. Dem Film gelang es – trotz negativer Kritiken – mehr als das siebenfache des Produktionsbudgets an den Kinokassen einzuspielen. Sachen gibt es, die gibt es gar nicht.
 
 
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Im App-Store lauert der Tod. Dort wird ein mysteriöses Programm zum Download angeboten, das sich mutige Nutzer auf ihr Handy laden können. Mit dieser Applikation kann sich der genaue Todestag errechnen lassen. Eine Funktion, die auch die frischgebackene Krankenschwester Quinn (ELIZABETH LAIL aus der NETFLIX-Serie YOU) nutzen möchte. Die installiert sich die Erweiterung und staunt nicht schlechte, als ihr mitgeteilt wird, dass sie nur noch wenige Stunden zu leben hat. Ist das ein makabrer Scherz? Offenbar nicht wirklich. Um der attraktiven Pflegerin sterben plötzlich die Jugendlichen wie Fliegen. Eins vereint die mysteriösen Tode. Die Plötzlichverschiedenen haben ebenfalls die App installiert. Da wird der taffen Quinn plötzlich ganz komisch und sie beginnt Nachforschungen über den Entwickler des Programms anzustellen. Was die Dame dabei jedoch herausfindet, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren.
 
 

 
 
Ist das eine Neuauflage des beliebten Mystery-Horrors FINAL DESTINATION? Zumindest könnte man das vermuten, wenn man die Inhaltsangabe zum Film liest. Inhaltliche Parallelen zum 2000 von JAMES WONG inszenierten Horrorthrillers sind nicht von der Hand zu weisen. Dennoch: COUNTDOWN hat nichts mit genannten Horror-Franchise am Hut. Vielmehr verbirgt sich hinter diesem Slasher dreister Ideenklau, der versucht mit bekannten Einfällen noch einmal schnell beim jüngeren Publikum Taschengeld zu stibitzen. Letzteres ist leichte Beute. Seit der letzten Fortsetzung des Sensenmann-Gruslers sind nämlich schon wieder knapp zehn Jahre verstrichen. Vielen neuen, unerfahrenen Genre-Fans zwischen 16 und 20 dürfte FINAL DESTINATION daher wohl kaum ein Begriff sein. Genau die Zuschauer stehen im Fokus. Denen wird recycelter Horror-Einheitsbrei vorgesetzt, der vorheuchelt innovativ zu sein. Das ist irgendwie frech.
 
 

 
 
COUNTDOWN ist ein Paradebeispiel für konventionellen Mainstream-Horror. Nach einem verheißungsvollen Intro-Mord hält sich der Streifen an den Regeln kassenträchtiger Horrorfilme. Das bedeutet: keine Überraschungen, bekannte Abläufe, adrette Jungdarsteller und laute Schockeffekte. So laden sich Teenager besagte App auf ihr Handy und sterben nacheinander. Eine mutige Betroffene will sich ihrem Schicksal nicht beugen. Sie versucht die Drahtzieher des Todes-Orakels ausfindig zu machen, um das eigene Ableben zu verhindern. Genannten Handlungsabläufe sieht man bereits nach wenigen Minuten kommen. Sonderlich geistreich ist das nicht.
 
 

 
 
Immerhin kann man COUNTDOWN nicht vorwerfen, langweilig zu sein. Der Film legt ein beachtliches Tempo an den Tag, lässt regelmäßig Protagonisten über die Klinge springen, deren Lebenszeit abgelaufen ist. Als wäre das nicht alles schon bitterböse genug, lässt Regisseur JUSTIN DEC dazu noch dämonische Kreaturen durch das Bild sausen, um bei sensiblen Gemütern das Herz schneller schlagen zu lassen. Das sind für erfahrene Filmkenner nur miese Taschenspielertricks, um Spielfilmlaufzeit erreichen und COUNTDOWN fortsetzen zu können. Bei genauerer Betrachtung ist COUNTDOWN aber nichts, das man unbedingt in Serie sehen will. Die Idee von einer dämonischen App verliert bereits nach wenigen Todesvorfällen ihren Reiz, weil Abläufe zu oft wiederholt werden. Aber: Trotz Klischees und Oberflächlichkeiten ist eine subtile Kritik unverkennbar. Das hätte man nicht unbedingt gedacht.
 
 

 
 
Hinter austauschbarem Stumpfsinn, verbirgt sich eine Warnung. COUNTDOWN versucht eine kritische Botschaft zu vermitteln. Alle Beteiligten akzeptieren leichtfertig Nutzungsbedingungen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was das für Konsequenzen haben kann. Parallelen zu aktuellen Datenkraken wie Google, Facebook & Konsorten sind nicht von der Hand zu weisen. So gehört es mittlerweile zum guten Ton, möglichst angesagte Apps auf das Smartphone zu installieren. Was die im Hintergrund mit den sensiblen Daten des Nutzers anstellen, interessiert nur die wenigsten. Eine große Gefahr, die den meisten Verwendern dieser Programme nicht bewusst ist. Diese machen sich transparent und bekommen nur selten davon Wind, wie schnell persönliche Daten, Bilder oder Nachrichten auf fremden Servern gespeichert werden, auf die man letztendlich keinen Zugriff mehr hat. Da wissen plötzlich Dritte mehr über den Nutzer, als selbiger über sich selbst. Als wäre das nicht schon erschreckend genug, werden dessen Daten auch noch durch Weiterverkauf zu Profit gemacht. Ein erschreckender Kreislauf, der aber verhindert werden kann. So sollten App-Nutzer einfach vor dem Installieren jener Programme die allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen. Darin wird aufgeführt, welche Daten für was verwendet werden. Ein Tipp, der so manchen Ärger erspart. Wir wünschen viel Spaß mit der Erkenntnis.
 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Ein nicht unbedingt gelungenes Plagiat von FINAL DESTINATION. Der einfach gestrickte COUNTDOWN ist schnell abgedrehter Horror-Murks nach simplen Schema. Eine mysteriöse App sagt ihren Nutzern den Tod voraus. Letztere halten das für Spaß und schauen dumm aus der Wäsche, als dann plötzlich doch das große Sterben eintritt. Hinter COUNTDOWN steckt JUSTIN DEC, der nicht nur Regie übernommen hat, sondern auch das zu gradlinige Drehbuch zusammengeschrieben hat. Das ist simpel und fordert zu keiner Minute. Die Geschehnisse sind vorhersehbar und riskieren weder Überraschungen noch Neuerungen. Immerhin war COUNTDOWN in Amiland ein Überraschungserfolg. Der Film kostete gerade einmal 6,5 Millionen US-Dollar und spielte weltweit über 40 Millionen US-Dollar wieder ein. Das nennt man Erfolg und dürfte dazu beitragen, dass die Fortsetzung bereits in der Mache ist. Die wird – wie es sich für mittlerweile jeden Horrorfilm gehört – am Ende angedeutet. Ob die jedoch jemand unbedingt braucht, bleibt fraglich. Weitaus witziger als der Film selbst, ist übrigens die Boshaftigkeit mancher Programmierer. So brachte man zeitgleich zum Kinostart eine App auf den Markt, die ebenfalls ein fiktives Todesdatum ermittelte. Das war vielen Eltern zu viel. Die protestierten und sorgten dafür, dass die Todesapp aus dem Iphone-App-Store genommen werden musste. Mittlerweile ist die App zurück und fast schon so beliebt wie WhatsApp. Manche Trends sind wirklich nicht jedermanns Sache.
 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Zensur

 
 
 
COUNTDOWN hat kaum Gewalt zu bieten. Ein paar kurze Todesmomente gibt es zu sehen. Diese werden aber nicht sonderlich blutig in Szene gesetzt. Hierzulande erhielt der Streifen für eine Kinofreigabe den blauen FSK-Flatschen in ungeschnittener Form. Nicht anders dürfte das bei der kommenden Heimkinoveröffentlichung sein. Man darf mit einer FSk16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Leonine (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Countdown; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: 91 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 05.06.2020

 
 

Countdown [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von LEONINE | UNIVERSUM FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Killer App (2017)
 
Bedeviled – Das Böse geht online (2016)
 
The Call (2003)
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 

Filmkritik: „Mary“ (2019)

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MARY

Story

 
 
 

Ein Familienvater bringt eine alte Yacht wieder auf Vordermann und fühlt sich von deren Galleonsfigur plötzlich magisch angezogen. Ein Schelm, wer da Böses vermutet.


 
 
 


 
 
 

MARY – Kritik

 
 
 
Auf einer kleinen Segelyacht auf offenem Meer festzusitzen dürfte Horrorvorstellung genug sein. So gab es schon einige Filmemacher, die daraus brauchbares Psychomaterial fabriziert und damit Zuschauer wie Protagonisten an ihre Grenzen getrieben haben. Zuletzt gelang das ROB GRANT mit HARPOON ganz gut. Darin sorgte ein Motorschaden dafür, dass sich drei Freunde auf hoher See an die Gurgel gingen. Doch auch anderer Filme nutzten das begrenzte Set eines Bootes dafür, um klaustrophobische Stimmung heraufzubeschwören und mit psychologischen Horror Herzrasen zu verursachen. Darunter TODESSTILLE oder TRIANGLE – um nur einige sehenswerte Thriller zu nennen. Irgendwo zwischen genannten Produktionen befindet sich auch MARY. Der macht sich ebenfalls die Tatsache zu Eigen, dass aus einem Kutter schnell ein verzwicktes Gefängnis werden kann, wenn man weit draußen auf dem Meer umhertreibt, wo Hilfe lang auf sich warten lässt. Was den Streifen aber von all den oben erwähnten Produktionen unterscheidet, ist der paranormale Einschlag, den sich Drehbuchautor ANTHONY JASWINSKI ausgedacht hat. Letzterer hatte vor einiger Zeit zwei gute Drehbücher abgeliefert und bescherte mit THE SHALLOWS sowie KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN kurzweiligen Adrenalinkick. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen? Denkste! Offenbar verließen Jaswinski beim Drehbuch zu MARY die Geister. Kaum Spannung und alles schon unzählige Male gesehen. Auch Autoren haben mal nen schlechten Tag.
 
 
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Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt bringt den Tod. In MARY dreht sich alles um Vater David (GARY OLDMAN), der ein runtergekommenes Segelschiff bei einer Auktion ersteigert und es wieder fahrtüchtig machen will. Gattin Sarah ist zwar nicht sonderlich begeistert, aber gibt letztendlich klein bei. Einige Wochen später erstrahlt das Boot in neuem Glanz und soll auch gleich ihr erstes Ziel ansteuern. Ausgerechnet zum Bermudadreieck zieht es den Besitzer. Der pfeift auf Warnungen und steuert samt Familie sowie Bekannten der Gefahr entgegen. Doch das Teufelsdreieck im Atlantik soll das kleinere Übel bleiben. Auf der restaurierten Yacht geht es bald nicht mit rechten Dingen zu. Der Freund der älteren Tochter scheint von unsichtbaren Mächten besessen und auch Nesthäkchen Mary verhält sich auf einmal alles andere – nur nicht normal. Da bekommt es das Familienoberhaupt verständlicherweise mit der Angst zu tun. Alles nur Einbildung oder waschechter Spuk? MARY nimmt zwar das Finale vorweg, rekonstruiert anschließend die Ereignisse in Rückblenden.
 
 
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Etwas Originalität wäre schön gewesen. MARY ist vorhersehbare Gruselware von der Stange, die kein Geheimnis um ihren dünnen Plot macht. Viel zu früh lüftet Regisseur MICHAEL GIO des Pudels Kern und tut sich damit keinen Gefallen. Ja, das Boot ist von einem boshaften Geist besessen, der nur ein Ziel kennt: die Besitzer ins Unglück stürzen. Das passiert Schritt für Schritt ohne dass jemand etwas davon bemerkt. Erst sind es grauenvolle Visionen und Albträume, die Mutter Sarah den Verstand rauben. Später malt der jüngste Spross schaurigen Bilder, auf denen eine dunkle Gestalt zu sehen ist, die schreckliche Dinge anstellt. Viele Zufälle – aber niemand wird stutzig. Willkommen zu einem weiteren dummen Horrorfilm des Jahres 2019.
 
 
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MARY ist eine Aneinanderreihung von Horrorfilm-Klischees, die man in beinahe jedem Geisterfilm zu sehen bekommt. Visionen, Spuk, Besessenheit und 10-kleine-Jägermeister-Prinzip. Am Ende sind fast alle tot. Neue Ideen? Fehlanzeige! Stattdessen läuft alles so ab, wie man es eben aus den vielen Gruselfilmen kennt, die seit den Erfolgen von RING, THE CONJURING oder auch PARANORMAL ACTIVITY viel zu oft über die Mattscheibe geflimmert sind. Das ist ermüdend, zumal sich Drehbuchschreiber ANTHONY JASWINSKI nicht einmal um eine kreative Auflösung bemüht hat. Viele Fragen, kaum Antworten. Stattdessen ein offenes Ende, das im Horrorfilme neuerdings zum guten Ton gehört. Da fragt man sich zu Recht, was Oscar-Gewinner GARY OLDMAN in diesem drittklassigen Horrorfilm zu suchen hat. Der hat im Jahr 2018 eine Oscar-Auszeichnung für seine Hauptrolle in DIE DUNKELSTE STUNDE erhalten und schreit sich nun – mehr schlecht, als recht – durch einen beliebigen Geisterfilm, denn man Stunden später schon wieder vergessen hat. Na hoffentlich hat er sich da nicht unter Wert verkauft.
 
 
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MARY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Plumpes Drehbuch mit null Ideen. MARY ist ein erschreckend vorhersehbarer Film, der nicht ansatzweise seine Schauspieler fordert – ganz geschweige sein Publikum. Das Drehbuch liest sich, als habe sich jemand in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschlossen eine Geistergeschichte zu Papier zu bringen, damit daraus ein Gruselstreifen gedreht werden kann. Klingt nach einer weiteren NETFLIX-Produktion – ist aber keine. So hat man in Gedanken erfolgreiche Gruselfilme abgespult und all jene Gruselzutaten zusammengekritzelt, an die man sich erinnern konnte. Etwas AMITYVILLE hier, etwas RING dort – fertig ist Geister-Horror nach Schema F. Damit sich der geistlose Geister-Unsinn von der Masse abhebt, entschied man sich den Ort des Geschehens auszutauschen. So spukt es diesmal nicht in einer Irrenanstalt oder in einem abgelegenen Landhaus – der schnarchende Tod geht diesmal auf einem Kutter umher. Liest sich, wie eine weitere Version des Horrorklassikers DEATH SHIP von 1980. Der war auch keine Sternstunde des Horrorkinos, schlägt MARY aber um Längen. Muss man nicht gesehen haben – auch wenn Schauspieler GARY OLDMAN dabei ist, der sich am Set verirrt haben muss und eine millionenschwere Hollywood-Produktion mit einem Low-Budget-Schnarcher verwechselt hat.
 
 
 


 
 
 

MARY – Zensur

 
 
 
MARY ist ein subtiler Gruselfilm und hat kaum Gewalt zu bieten. Letztere spielt sich im FSK16-Bereich ab. Man darf genau mit dieser Freigabe rechnen.
 
 
 


 
 
 

MARY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Ghost Ship (2002)
 
Dead Water (2019)
 
Deadwater (2008)
 
Death Ship (1980)
 

Filmkritik: „The Prodigy“ (2019)

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THE PRODIGY

Story

 
 
 

Hinter lieben Kinderaugen verbirgt sich das Böse. Miles ist zwar hochintelligent, hat aber auch eine dunkle Seite. Offenbar stimmt was mit dem Jungen nicht, was die Eltern vor große Probleme stellt.

 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Kritik

 
 
 
Besessene, fehlgeleitete oder einfach nur böse Kinder sind im Horrorfilm schon lange nichts Seltenes mehr. Die lassen sich mindestens genauso oft blicken, wie maskierte Serienkiller, rastlose Geister oder nimmersatte Zombies. Ein großer Unterschied zwischen genannten Konsorten ist aber, dass Kinder die boshaften Gedanken ziemlich gut verbergen können. Da werden schon mal hinter der Fassade von Unschuld und Reinheit perfide Pläne geschmiedet. Bis Erwachsene das hinterlistige Spiel begriffen haben, sind schon die ersten Leichen zu beklagen. Der Horrorfilm THE PRODIGY macht da keine Ausnahme. Die Handlung orientiert sich an so Werken wie DAS OMEN, JOSHUA oder MIKEY. Neu ist Gebotenes demnach nicht. Trotzdem ist THE PRODIGY ganz solide.
 
 
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Endlich haben sich die Sarah (TAYLOR SCHILLING) und John (PETER MOONEY) einen großen Wunsch erfüllt. Sohn Miles (JACKSON ROBERT SCOTT) wird geboren und ist das ganze Glück der noch jungen Familie. Doch je älter Miles wird, um so mehr bereitet der Junge Probleme. In der Schule verprügelt er die Mitschüler und auch sonst verhält sich das Kind alles andere als normal. Der hochbegabte Bursche faselt nachts in fremden Sprachen, malt seltsame Bilder und beginnt die Autorität der Eltern zu missachten. Gott sei Dank gibt es Spezialisten. Die unterziehen Test und setzen Miles sogar in Hypnose. Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Was man nämlich in psychologischen Sitzungen über den Jungen herausfindet, lässt nicht nur den Therapeuten das Blut in den Andern gefrieren.
 
 
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THE PRODIGY erzählt die allseits bekannte Geschichte über einen Jungen, der offenbar von bösen Mächten manipuliert wird. Das ist zweifelsohne nicht gerade etwas, was man zum ersten Mal auf TV oder Kinoleinwand zu sehen bekommt. In der Tat hält sich THE PRODIGY arg an der Checkliste für Filme, in denen Kinder mörderischen Unfug aushecken. Was THE PRODIGY aber ganz passabel macht, ist die Aufklärung des gesamten Spuks. Die Erklärungsansätze sind relativ unverbraucht und sorgen für manch schaurige Szene. Eine derer ist bereits im Trailer zu sehen und sorgt für Puls. Da läuft der kleine Miles in Todesangst auf die Mutter zu und will in ihren Armen Schutz suchen. Die hält die Arme offen und staunt nicht schlecht, als aus dem Sohn plötzlich ein erwachsener Mann wird. Mit dem richtigen Lautstärkepegel vorausgesetzt reisst es dem Zuschauer da aus seinem Sessel.
 
 
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Überhaupt geht Regisseur NICHOLAS MCCARTHY in Sachen Schocks bedacht um. Die sind rar gesät, aber umso intensiver, wenn sie dann doch einmal den Weg in den Film finden. Da zucken selbst alteingesessene Filmkenner wie wir zusammen. Gleiches trifft auch auf die Atmosphäre zu. Schnell entsteht ein unbehagliches Gefühl, was vor allem durch die verstörende Handlung des kleinen Hauptdarstellers entsteht. Der legt sein kindliches Wesen ab und faselt plötzlich wie ein Erwachsener. Als wäre das nicht alles befremdlich genug, beginnt er Intrigen zu spinnen und Menschen zu bedrohen. Dass die Hemmschwelle zum Mord nicht weit ist, dürfte an der nötigen Schockwirkung liegen, auf die solche Art von Filmen hinarbeitet.
 
 
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Dennoch, so technisch bedacht der Film auch ist und so gut die wenigen Akteure vor der Kamera schauspielern – THE PRODIGY kann die bedacht aufgebaute Spannung in der ersten Filmhälfte nicht auf Dauer halten. Während man anfangs noch sehr darum bemüht ist, das Geheimnis über das merkwürdige Verhalten des kleinen Miles zu hüten, wusste man nicht nachdem es gelüftet wurde, wie man THE PRODIGY zu einem befriedigenden Ende bringen sollte. Wir sehen zwar wie und was die bösen Mächte mit dem Jungen veranstalten. Zu was das alles genau führen soll bleibt ungewiss. Offenbar war das auch Regisseur NICHOLAS MCCARTHY bewusst. Der löst das Problem im Eiltempo und verpasst dem Film knapp zehn Minuten vor Schluss einen hektischen und dann doch sehr konsequenten Abschluss. Manch Zuschauer dürfte sich da etwas überfordert fühlen – zumal das Finale nichts für jene ist, die gern alles durch die rosarote Brille sehen wollen.
 
 
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THE PRODIGY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböser Horrorthriller mit Anlehnung an DAS OMEN, der einige tiefsitzende Schockmomente parat hält. Letztere waren offenbar so krass, dass man einige derer aus dem Film schneiden musste. So zumindest erklärte es Regisseur NICHOLAS MCCARTHY in Interviews mit der amerikanischen Filmpresse kurz vor Kinostart seines Horrorfilms. Bei einer Preview kam es zu furchtbaren Schreiattacken im Publikum, weshalb man sich dazu entschloss einige Schockszenen zu entfernen. Ob der Filmemacher das nur aus PR-Zwecken erwähnte oder ob THE PRODIGY wirklich so viele böse Momente besaß, dürfte wohl allein der Regisseur wissen. Immerhin weiß der britische Filmschaffende was er tut. NICHOLAS MCCARTHY kennt sich nämlich im Genre aus. Der konnte mit THE PACT und AT THE DEVIL’S DOOR bereits beweisen, dass er sich in Sachen Horror gut auskennt. Seine Souveränität im Umgang mit schaurigen Bildern ist auch in THE PRODIGY unverkennbar. Der Film erfindet zwar das Rad nicht neu, ist aber ein solider Vertreter jener Gattung Filme, wo es hinterlistige Gören mit Erwachsenen nicht gut meinen. Aus technischer Hinsicht kann man nicht meckern. Nur im Finale schwächelt der Streifen etwas. Da drücken wir mal ein Auge zu!
 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Zensur

 
 
 
THE PRODIGY hat kaum Splatterszenen zu bieten. Man bekommt die verwesten Überreste eines Hundes zu sehen. Weiterhin sieht man eine abgetrennte Hand. Ein Mann und zwei Frauen werden zudem erschossen. Hierzulande hat es für die THE PRODIGY eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Prodigy; Kanada | USA 2019

Genre: Grusel, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Audiokommentar von Regisseur Nicholas McCarthy, Promos, Galerie

Release-Termin: 07.06.2019

 

The Prodigy [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Teufelskind Joshua (2007)
 
Das Omen (1976)
 
Omen IV: Das Erwachen (1991)
 

Filmkritik: „Head Count“ (2018)

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HEAD COUNT

Story

 
 
 

Zehn Freunde erwecken die Aufmerksamkeit einer unsichtbaren Präsenz, die raffinierte Methoden besitzt, um die Kumpels für einen perfiden Plan zu missbrauchen.

 
 
 


 
 
 

HEAD COUNT – Kritik

 
 
 
Eigentlich sind Filmtrailer dazu gemacht, die Neugier des Publikums zu wecken. Hin und wieder kommt es aber schon mal vor, dass ein Trailer die Spannung vorwegnimmt und die wichtigsten Szenen eines Films aneinanderreiht, sodass man sich die Sichtung des eigentlichen Streifens sparen kann. Aber es gibt auch das andere Extrem – wie der Kinotrailer zu HEAD COUNT beweist. Der reiht ebenfalls viele Filmschnipsel aneinander, die letztendlich nicht ansatzweise erahnen lassen, um was es eigentlich im fertigen Film geht. Zurückbleiben verwirrte Zuschauer, die man so natürlich nicht dazu bewegt einen Film wie HEAD COUNT zu kaufen. Manche Marketingstrategien wird man wohl nie verstehen.
 
 
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Umso besser, dass es Seiten wie FILMCHECKER gibt. Wir klären Euch deshalb auf. HEAD COUNT rückt die Brüder Evan und Peyton in den Mittelpunkt. Beide sehen sich nach langer Zeit mal wieder und wollen ein gemeinsames Wochenende verbringen. Doch der jüngere Evan lernt bei Streifzügen durch die Gegend eine Gruppe junger Leute kennen und verguckt sich dort in die attraktive Zoe. Letztere lädt den smarten Einzelgänger in eine angemietete Villa ein, wo die Freunde ein wildes Wochenende mit Drogen und Alkohol verbringen wollen. Das klingt für Evan nach Spaß. Der lässt seinen Bruder sitzen und zieht lieber mit Fremden durch die Nacht. Ein fataler Fehler – wie sich bald herausstellen wird. Bei einem Trinkspiel stöbert man auf einer ominösen Webseite und findet dort eine schaurige Legende über einen Gestaltenwandler namens Hisji, die man vorliest, um sich etwas Angst zu machen. Danach ist nichts mehr so, wie es mal war. Offenbar scheint an der Geschichte etwas dran zu sein, denn plötzlich wird man von einer unsichtbaren Präsenz verfolgt, die es nicht gut mit den Kumpels meint. Die imitiert die Freunde und scheut auch nicht davor Besitz von den jungen Leuten zu ergreifen. Doch wie kämpft man gegen einen Gegner, der nicht greifbar ist? Nun ja, wir verraten besser nicht zu viel.
 
 
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Von Doppelgängern und dem unsichtbaren Bösen. HEAD COUNT ist nicht unbedingt der beste Horrorfilm des Jahres 2019, hat aber eine frische Geschichte zu bieten, die nicht so abgedroschen ist, wie die meisten Handlungen im Genrefilm. Letztere erinnert etwas an den 2014 veröffentlichten IT FOLLOWS, wo ebenfalls ein unsichtbares Wesen jede erdenkliche Gestalt annehmen konnte, um damit Chaos anrichten zu können. Trotz Parallelen liegen zwischen beiden Filmen aber Welten. HEAD COUNT tut sich nämlich schwer damit seine nicht uninteressante Story spannend zu verpacken. So plätschern die Ereignisse in der ersten Hälfte dahin, ohne das überhaupt etwas passiert. Wir sehen Mittzwanziger beim Trinken, Kiffen und Smalltalk halten, wobei viele derer ohnehin nur oberflächlich skizziert werden, um das vornehmlich junge Publikum nicht zu überfordern. Keine kluge Entscheidung zumal HEAD COUNT damit schnell das Interesse beim Zuschauer verlieren dürfte, der sich berechtigterweise fragt, wann denn hier überhaupt mal die eigentliche Handlung losgetreten wird. HEAD COUNT als Kurzfilm wäre daher die bessere Alternative gewesen. Das unnötig lange Vorgeplänkel erweckt den Eindruck, als hätte man auf Biegen und Brechen Inhalt finden müssen, um auf Spielfilmlaufzeit kommen zu können.
 
 
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Immerhin ist es ab der Halbzeit dann endlich soweit – insofern das Publikum nicht bereits wegen Leerlauf abgeschalten hat. Dann passieren Dinge, die die Feiernden anfangs als Streiche abstempeln, aber schnell eines Besseren belehrt werden. Plötzlich geschehen mysteriöse Unfälle und Freunde scheinen sich im Haus an unterschiedlichen Orten gleichzeitig aufzuhalten. Das sorgt dann doch schon mal für Gänsehaut, zumal ein beunruhigender Score eingespielt wird und Regisseurin ELLE CALLAHAN sich lang bedeckt mit den Erklärungen hält. Was soll das alles hier und warum spielt eine Kreatur mit dem Erschaffen von Doppelgängern seine ahnungslosen Opfer gegeneinander aus? Das unheimliche Detektivspiel hat was, schwächelt aber etwas aufgrund des Budgets. Ein großes Problem, das wohl den meisten Indie-Horrorfilmen Probleme bereitet. Viel Geld dürfte nicht zur Verfügung gestanden haben, was sich in erster Linie an den Möglichkeiten bemerkbar macht. Die Handlung spielt sich in nur wenigen Räumen eines Sommerhauses ab und auch die überschaubaren Spezialeffekte sind nicht das Gelbe vom Ei. Tatsachen, die einen faden Beigeschmack hinterlassen und HEAD COUNT dann – trotz interessanter Story – wenig reizvoll machen. HEAD COUNT eignet sich demnach zur einmaligen Sichtung. Lang im Kopf bleibt der Streifen leider nicht. Dazu fehlen dem Film interessante Figuren, eindringliche Schocks und kontinuierliche aufgebaute Spannung, die den Zuschauer vor der Glotze fesselt und von Anfang bis Abspann präsent ist. Von all jenen Zutaten besitzt HEAD COUNT bedauerlicherweise einfach zu wenig.
 
 
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HEAD COUNT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von IT FOLLOWS. Dass wir diesen Film hier nennen, dürfte aber auch im Sinne von Regisseurin ELLE CALLAHAN sein. Die ließ in Interviews verlauten, dass sie sich fürs Spielfilmdebüt von Filmen wie IT FOLLOWS und THE WITCH Inspiration holte. An diesen Filmen beeindruckte die Filmemacherin der langsame Aufbau und wie sich die Filme damit Zeit ließen das Grauen heraufzubeschwören. Beides gelingt in HEAD HUNT nicht unbedingt – auch wenn Callahan immer wieder beteuert, dass sie mit dem ersten Langfilm Ängste schaffen wollte, die nachhaltiger Natur sein sollten und mit denen sich das Publikum auch nach dem Abspann auseinandersetzt. Leider langweilt der Film in der ersten Hälfte enorm. Die Quintessenz von HEAD COUNT ist dessen Idee und sein Mysterium. Um beides wurde aber eine Geschichte geschrieben, die nur wenig begeistert. Die Figuren sind austauschbar, die Geschehnisse plätschern vor sich hin und wirkliche Höhepunkte besitzt HEAD COUNT nicht. Alles wirkt etwas halbherzig und mancherorts auch unfertig. Klar, diesem Indie-Film macht das Budget einen Strich durch die Rechnung. Dennoch hätte eine Bearbeitung des Drehbuchs Wunder bewirken können. Die Handlung kommt nämlich nur schleppend in Fahrt, was sich auch an der holprigen Spannungskurve bemerkbar macht. Letztere ist im Horrorfilm das A und O. Für die benötigt man nicht zwingend ein millionenschweres Kapital. HEAD COUNT kann man mal anschauen, dürfte aber wohl keinen Horrorfilmfan dazu bewegen sich diesen Mystery-Grusler ein zweites Mal zu Gemüte zu führen. Immerhin erfüllte sich Regisseurin ELLE CALLAHAN mit HEAD COUNT einen Traum. Die erklärte, dass sie ein großer Fan von Folklore sei. Sie wuchs in Neuengland auf und lauschte als Kind vielen gruseligen Geschichten. Umso mehr wollte sie auch einmal etwas Schauriges erschaffen, das anderen Angst bereitet. Im Falle von HEAD COUNT sah sie eine Möglichkeit. Die Bedrohung im Film ist eine Symbiose dessen, vor dem die Filmemacherin als Kind immer Angst hatte. Darunter befanden sich Legenden über den Skinwalker, den Wendigo und Hexen. Zugegeben: so kann man auch Kindheitsängste verarbeiten.
 
 
 


 
 
 

HEAD COUNT – Zensur

 
 
 
HEAD COUNT hält sich mit Gewalt weitestgehend zurück. Gegen Ende bekommt man dann aber doch etwas Rot zu sehen. So schneidet sich eine Protagonistin die Pulsadern auf. In einer anderen Szene fällt eine Filmfigur von einem Felsen und schlägt unsanft auf. Hierzulande dürfte HEAD COUNT eine ungeschnittene FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HEAD COUNT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Godmother Industries | Hisji, LLC | Samuel Goldwyn Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Follows (2014)
 
Skinwalkers (2006)
 

Filmkritik: „The Final Wish“ (2018)

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THE FINAL WISH

Story

 
 
 

Eine alte Urne wird plötzlich zum heiligen Gral. Dieser kann Wünsche erfüllen, macht aber ihren Besitzer alles andere als glücklich.

 
 
 


 
 
 

THE FINAL WISH – Kritik

 
 
 
Mal teures Mainstream-Horrorkino, dann wieder unabhängige Indie-Schauer. Wer oft Horrorfilme schaut, dürfte Schauspielerin LIN SHAYE mit Sicherheit schon begegnet sein. Die gehört nämlich bereits zum Inventar im Genrefilm und tingelt von Horrorstreifen zu Horrorstreifen, um dort Geistern, Monstern und Dämonen die Leviten lesen zu können. Doch damit ist sie nicht allein. Auch Schauspielkollegen wie DANIELLE HARRIS, ROBERT ENGLUND oder TONY TODD sind von Beruf Horrorfilmdarsteller. Die sorgen mit Kurzauftritten in Genrefilmen gern mal dafür, dass selbst unterirdische B-Movies Aufmerksamkeit erhalten. Auch der hier vorgestellte THE FINAL WISH gehört zu dieser Kategorie Film, der in der Videotheken-Ära wohl sein Dasein in den unterstehen Regalen gefristet hätte. Der Grusler leidet unter einem konfusen Drehbuch und hätte wohl kaum Erwähnung gefunden, wenn nicht LIN SHAYE und TONY TODD Nebenrollen übernommen hätten. Das lockt verständlicherweise Genrefans an, sagt aber noch lange nichts über die Qualität eines Horrorfilms aus. Von letzterer ist THE FINAL FISH weit entfernt.
 
 
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Sei vorsichtig, was du dir wünschst! Eigentlich hätte es für Aaron Hammond (MICHAEL WELCH) nicht besser laufen können. Der hat ein Jurastudium absolviert, ist nun Anwalt und träumt vom großen Geld. Leider läuft es nicht so gut, wie gedacht. Einen Job in der großen Stadt zu finden, erweist sich als hart und steinig. Hinzukommt, dass der Vermieter plötzlich streikt, weil die Miete nicht gezahlt wurde. Da steht Aaron plötzlich vor verschlossenen Türen und muss 3.000 Dollar auftreiben, um wieder in seine Wohnung zu kommen. Doch wie soll das gehen so ohne Job? Da klingelt plötzlich das Telefon und neue Baustellen tun sich auf. Der Vater ist gestorben und die Mutter (LIN SHAYE) braucht Unterstützung. Leider verläuft die Zusammenkunft alles andere als rosig. Mutter Kate ist nämlich auf ihren Sohnemann gar nicht gut zu sprechen. Der hat sich schon lange nicht mehr gemeldet und die Familie im Stich gelassen. Doch mit dem Tod des Vaters eröffnen sich für Aaron neue Möglichkeiten seine Schulden abzubauen. Der kramt nämlich alte Antiquitäten aus dem Fundus des Familienoberhaupts hervor und will diese zu Geld machen. Darunter befindet sich auch eine uralte Urne, die Fluch und Segen zugleich ist. Sie erfüllt nämlich Wünsche, sorgt aber auch für jede Menge Probleme.
 
 
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THE FINAL WISH ist kein Reißer. Zwar spielen bekannte Gesichter mit und an düsteren Bildern wir nicht gespart, dennoch hat der Streifen merkliche Probleme damit so richtig gruselig zu sein. Dabei bringt THE FINAL WISH eigentlich gute Voraussetzungen mit. Der Film ist nämlich nichts anderes, als eine weitere Version über ein geheimnisvolles Gefäß, das es nicht gut mit seinem Besitzer meint. Da gehen plötzlich Wünsche in Erfüllung – doch umsonst ist dieses Geschenk nicht. Ein boshafter Djinn zeichnet verantwortlich und meint es mal wieder nicht gut mit der Menschheit. Der lebt in dem Gefäß, handelt eigennützig und richtet damit Chaos an. Alteingesessenen Filmkennern dürfte dieser Verlauf nicht unbekannt sein. Da gab es schon ähnliche Streifen dieser Art, die weitaus besser waren. Der wohl bekannteste dieser fiesen Horrorfilme ist WISHMASTER, der die Erfüllung von Wünschen auf die Spitze trieb. Darin erfüllt ein zynischer Dämon zwar Träume, interpretierte diese aber auf grausame Weise um, damit der Wünschende am Ende auf möglichst blutige Weise sein Leben lassen musste.
 
 
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Ganz so weit geht THE FINAL WISH aber nicht. Regisseur TIMOTHY WOODWARD JR. hält sich mit sarkastischen Splatter-Späßen zurück und setzt vernehmlich auf unheimliche Bilder und ein wirres Zusammenspiel von Figuren. Letztere rauben dem Film die Spannung. Immer dann, wenn nämlich das Mysterium der schaurigen Urne in den Mittelpunkt rückt, tauchen Figuren auf und reißen die Aufmerksamkeit an sich. Da spielt die Urne plötzlich die zweite Geige und gerät schon mal in den Hintergrund. Eine enttäuschende Prämisse – vor allem auch deshalb, weil sich für das eigentlich Böse kaum Zeit genommen wird. Der mysteriöse Bewohner des antiken Gefäßes kommt nämlich kaum zu Wort. Bis auf eine winzige Einstellung im Prolog und kurz während des Finales sieht man den Djinn nicht vor der Kamera. Stattdessen wohnt der Zuschauer allerhand Protagonisten bei, die mit ihren teils sehr konstruiert wirkenden Konflikten schon gern mal den Erzählfluss hemmen.
 
 
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Unterm Strich ist THE FINAL WISH eigentlich kein Film, den man an die große Glocke hängen muss. Die Inszenierung befindet sich auf TV-Niveau, besitzt kaum Höhepunkte und auch in Sachen Gewalt hält man sich sehr zurück. Das schleppende Erzähltempo tut da sein Übriges. Da mutet es schon etwas sehr irreführend an, wenn man auf dem Filmplakat damit wirbt, dass THE FINAL WISH von den Machern des Horror-Hits FINAL DESTINATION kommt. Qualitativ trennen beide Filme nämlich Welten. Übrigens hat man für den Wunsch-Horror Recycling betrieben. Wir meinen aber hier nicht die bereits bekannte Idee über einen bitterbösen Djinn, der mit der Habgier von Menschen handelt. Für THE FINAL WISH hat man kurzum die gleiche Bretterbude als Kulisse verwendet, die auch im Puppen-Grusler ANNABELLE 2 zu sehen war. So konnte man sicher einige Dollar Budget sparen, die wohl letztendlich in die Geldbörsen von LIN SHAYE und TONY TODD geflossen sind, damit man mit bekannten Namen bewerben konnte.
 
 
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THE FINAL WISH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Technisch top, inhaltlich ein Flop. Wo bekannte Namen draufstehen, muss nicht zwangsläufig Qualität drinstecken. THE FINAL WISH ist trotz Genre-Stars definitv kein Highlight. Hier hätte man mehr draus machen können. Ein Djinn lebt in einer antiken Urne und will Unheil stiften. Klingt eigentlich recht vielversprechend. Das Resultat ist aber nicht das Zelluloid wert, auf das es gebannt wurde. Den Djinn bekommt man nämlich so gut wie gar nicht zu sehen. Das wäre quasi so, als würde man einen Sequel des Splatter-Horrors WISHMASTER drehen und der eigentliche Star der Reihe winkt kurz vorm Abspann mal schnell in die Kamera. Genauso verhält es sich in THE FINAL WISH. Da wird auf Biegen und Brechen eine Geschichte über eine seltsame Wunsch-Urne erzwungen, deren Figuren den Zuschauer kaltlassen. Statt blutige Wunsch-Duelle zu zelebrieren, nerven lieber unzugängliche Protagonisten mit ihren eigensinnigen Problemen. Dass THE FINAL WISH kein Horror-Hit werden würde, war irgendwie abzusehen. Filmemacher TIMOTHY WOODWARD JR. ist eigentlich Schauspieler, hat aber schon trashige Videoware selbst inszeniert. Darunter so geniale Perlen wie 7 FACES OF JACK THE RIPPER oder GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS. Das allein dürfte schon Grund genug sein, dass beim erfahrenen Publikum die Alarmglocken läuten. Immerhin: im direkten Vergleich, zu dem was der Regisseur bisher gemacht hat, ist THE FINAL WISH schon ein Quantensprung. Doch ein düsterer Tenor, ein paar unheilvolle Bilder und kurze Blutszenen machen noch lange keinen guten Horrorfilm. Da können auch namhafte Genre-Größen nichts mehr reißen, die im Film zu sehen sind.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL WISH – Zensur

 
 
 
THE FINAL WISH ist keine Splatter-Granate, wie zu seiner Zeit WISHMASTER. Es sterben zwar Menschen, aber das wird nicht sonderlich brutal zelebriert. Ein Ast bohrt sich durch einen Körper, eine Schusswaffe kommt zum Einsatz, ein Hund wird verstümmelt und eine Protagonistin erhängt sich. Hierzulande dürfte THE FINAL WISH vermutlich eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL WISH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinedigm Entertainment Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)
 
Djinn (2014)
 
Wish Upon (2017)
 
The Monkey’s Paw (2013)