Filmkritik: „The Oak Room“ (2020)

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THE OAK ROOM

Story

 
 
 

Eines Abends bekommt ein Barbesitzer Besuch von einem jungen Mann, der eine Geschichte erzählen will, die schon bald mehr Substanz besitzen soll, als dem Barbesitzer lieb ist.

 
 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, wie z.B. die von Quentin Tarantino, darin wird vorwiegend gequatscht und dennoch fühlt man sich als Zuschauer nahezu gefesselt. In eine ähnliche Richtung schlägt „The Oak Room“, der wirklich rein von Erzählungen lebt. Leider bringt das hier einige Längen mit sich, aber im Endeffekt ist es gut genug gemacht, um einen dennoch bei der Stange zu halten.
 
 
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Der Barkeeper Paul will seine Kneipe eigentlich schließen, denn draußen tobt ein Schneesturm, da kommt plötzlich Steve herein. Er ist der Sohn von Pauls bestem Freund, den er lange nicht gesehen hat und der ihm ordentlich Geld schuldet. Kein Wunder, dass Paul dem jungen Steve nicht gerade wohlgesonnen ist. Statt Geld bietet Steve Paul eine Geschichte an, die es wert wäre zu hören. Paul kann das nur belächeln, lässt sich aber darauf ein und muss dann bald feststellen, dass diese Geschichte mehr mit ihm zu tun hat, als ihm lieb ist. Bis es soweit ist, vergeht allerdings viel Zeit. In der Geschichte wird ebenfalls eine Geschichte erzählt. Eigentlich besteht der gesamte Film nur aus verschiedenen Geschichten, die hinterher zusammengefügt werden und dann ein großes Ganzes ergeben. Der Weg dorthin ist langatmig, aber nicht uninteressant. Es ist nicht gerade verblüffend, dass „The Oak Room“ auf einem Theaterstück basiert, denn im Endeffekt bekommt man auch hier reines Theater geboten, nur eben als Film verpackt. Den größten Wow-Effekt besitzt der Schluss nun nicht unbedingt, aber trotzdem ist die verschachtelte Handlung reizvoll, wenn man sich darauf einlassen mag.
 
 
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Ein großer Vorteil vom Film ist seine solide Inszenierung. Das ist sehr wichtig, denn bei einem Kammerspiel wie diesem, sind die Möglichkeiten nicht gerade groß. Umso entscheidender ist, dass die Kamera alles gut einfängt und man mit den begrenzten Räumlichkeiten eine gute Atmosphäre kreiert. All das gelingt „The Oak Room“ ordentlich. Der Schneesturm draußen wurde gut genutzt und die Kneipenräume, die selten von mehr als zwei Menschen gleichzeitig gefüllt sind, sorgen für eine gute Stimmung. Aus handwerklicher Sicht hat Regisseur Cody Calahan das sehr souverän gemacht. Der Unterhaltungswert erweist sich trotzdem als kleines Sorgenkind, denn auch wenn manche Erzählung spannend zu verfolgen ist, ermüdet sich der Stil mit der Zeit. Hinzu kommt die Tatsache, dass man den Film eigentlich in keinerlei Genre stecken kann. Das ist kein Thriller, kein Horror, keine Action, keine Komödie. Am ehesten vielleicht noch ein Drama, aber auch dies nur ganz bedingt. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt und auf dialoglastige Werke steht, wird einen das kaum stören und trotzdem besitzt das seine Längen, die nicht zu verhindern sind, aber einfach Kurzweil rauben.
 
 
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Sehr wichtig sind dann natürlich auch noch die Darsteller und hier kann sich „The Oak Room“ voll und ganz auf seinen Cast verlassen. Peter Outerbridge und RJ Mitte, den die meisten wohl am ehesten als Walter jr. aus „Breaking Bad“ kennen werden, machen ihre Sache sehr souverän. Mit Ari Millen ist sogar ein Darsteller aus dem Theaterstück mit an Bord, was für den gesamten Film nur förderlich sein kann. Die Anzahl der Schauspieler ist so minimalistisch, wie das gesamte Werk, aber die Dialoge werden sehr gut vorgetragen und laden zum Lauschen ein. Am Ende gibt es dann sogar ganz kurz noch eine Portion Gewalt zu sehen, die aber irgendwie deplatziert wirkt und einen nicht so stimmungsvollen Bruch darstellt. Und die Schlusspointe sitzt, lässt den Zuschauer aber auch im Unklaren, wie es ausgehen wird. Der Score wird sehr dezent eingesetzt und wenn dann mal Musik zu hören ist, verfehlt das seine Wirkung absolut nicht.

 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Oak Room“ ist nur für Leute geeignet, die dem Theater nicht abgeneigt sind, die ein Kammerspiel haben wollen und es mögen, wenn ein Film lediglich aus Dialogen besteht. Die Zielgruppe dürfte damit gar nicht mal so groß sein. Auch wenn der Film für das, was er sein will, echt gut gemacht wurde, ist das Geschehen oftmals ziemlich langatmig. Es kommt kaum Spannung auf und das Konzept des ewigen Geschichtenerzählens wird auf Dauer monoton. Die handwerklich souveräne Arbeit und die grundsoliden Darsteller sorgen dafür, dass man gerne am Ball bleibt, aber etwas mehr Abwechslung hätte hier trotzdem nicht geschadet!
 
 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Zensur

 
 
 
„The Oak Room“ hat kaum Gewaltmomente zu bieten und bietet eher psychologisches Grauen. Am Ende wir dennoch ein Kopf abgetrennt, was wohl für eine FSK16 sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Memento (2000)
 
The Hateful 8 (2015)
 

Filmkritik: „Koko-di Koko-da“ (2019)

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KOKO-DI KOKO-DA

Story

 
 
 

Ein traumatisiertes Ehepaar muss sich den eigenen Dämonen stellen und dabei einen Camping-Ausflug immer und immer wieder durchmachen.

 
 
 


 
 
 

KOKO-DI KOKO-DA – Kritik

 
 
 
Die Vielzahl von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ Varianten ist in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Die schwedisch-dänische Koproduktion „Koko-di Koko-da“ bedient sich nun ebenfalls an dieser Thematik und macht daraus etwas völlig Eigenständiges. Ein höchst spezieller Film, der es aber verdient, angeschaut zu werden.
 
 
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Tobias und Elin sind ein glücklich verheiratetes Paar, doch eines Tages stirbt ihre gerade erst acht Jahre alt gewordene Tochter und seitdem läuft es in der Ehe alles andere als gut. Um vielleicht mal wieder etwas näher zu sich zu finden, planen sie drei Jahre später einen Urlaubstrip und campen dann im Wald. Hier allerdings geht ein seltsamer Mann mit seinen Leuten umher und terrorisiert das Ehepaar. Nach dem Tod ist jedoch noch lange nicht Schluss, denn danach beginnt das Szenario von vorn und ein Entkommen aus dieser Endlosschleife scheint nicht in Nähe zu sein. Das Drehbuch ist höchst ambitioniert und nutzt die „Und täglich grüßt das Murmeltier“ Thematik als eine Metapher für die Trauerbewältigung. Das Szenario ist längst nicht so steif, wie man das aus anderen Vertretern dieser Art kennt und gibt sich ab der zweiten Hälfte deutlich dynamischer. Die Story folgt ihren ganz eigenen Regeln und bleibt dabei stets interpretationswürdig. Die eine richtige Antwort gibt es nicht, aber die ganzen Metaphern wie z.B. der Phönix aus der Asche, lassen sich doch klar erkennen. Herausgekommen ist eine Handlung, die interessant ist, irgendwo sogar wertvoll erscheint und gar nicht mal so sehr am eigenen Anspruch erstickt.
 
 
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Richtig gut gelungen, ist vor allen Dingen die Umsetzung, denn man kennt die zahlreichen Varianten vom Murmeltier ja schon in- und auswendig. Da geht alles immer wieder von vorne los und es werden möglichst viele, einprägsame Momente geschaffen, die man hinterher variieren kann. Ganz anders ist das in „Koko-di Koko-da“. Hier ist die Ausgangssituation die normale Sache, dass Elin sich erleichtern muss. Was zuvor geschehen ist, bekommt man abwechslungsreich gezeigt, denn auch hier ist das Geschehen dynamisch. Man schaut nicht ständig sich wiederholenden Bildern zu, sondern Regisseur Johannes Nyholm rekonstruiert den Abend zuvor bei jedem Neubeginn mit anderen Facetten. Hinterher kann man dem Kreis der Wiederholungen sogar entkommen und spätestens hier bekommt der Film seine ganz eigenen Regeln. Das ist handwerklich so simpel, wie gelungen umgesetzt und braucht tatsächlich keine großen Schauwerte. Hier liegt der Schwerpunkt auf einer Geschichte, die erzählt werden will und die gedeutet werden möchte. Nicht mal die Darsteller werden da besonders gefordert. Sie spielen durchaus sehr gut, scheinen aber stets im Hintergrund zu agieren. Oftmals, während der Autofahrten, sieht man nicht mal ihre Gesichter.
 
 
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Die Atmosphäre hat es in sich und „Koko-di Koko-da“ ist absolut kein Wohlfühlfilm geworden. Am Anfang erreicht man mit ein paar Minuten Laufzeit die Stimmung einer Harmonie innerhalb einer Familie, die man dann auch gleich wieder zerstört. Schon hier befindet sich das Drama auf seinem Höhepunkt. Danach gesellen sich allerdings ein paar Horror-Motive mit zum Geschehen. Der Terror-Einschlag ist nicht riesig, sorgt jedoch für Abwechslung und hier stört es dann ausnahmsweise auch gar nicht mal, dass es kaum grafische Gewalt zu sehen gibt. Besonders schön sind die Schattenspiele mit den Pappfiguren gelungen, die zwei Male einige Minuten Laufzeit in Anspruch nehmen, wichtig für die Message der Handlung sind und zudem von einer wunderbar folkloristischen Musik begleitet werden, dass man fast zu Tränen gerührt ist. Im Kern ist „Koko-di Koko-da“ eigentlich auch kein bitterböser Film, aber seine Atmosphäre wirkt dermaßen trist und trostlos, dass man dies meinen könnte. Mit 86 Minuten Laufzeit hat man übrigens auch alles richtig gemacht. Denkt man anfangs noch, dass das vielleicht sogar etwas zu wenig sein könnte, entstehen so hinterher keinerlei Längen und das Ganze wurde nicht künstlich aufgeplustert.
 
 
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KOKO-DI KOKO-DA – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
„Koko-di Koko-da“ bietet eine Mischung aus Mindfuck und Arthouse-Kino, ist so interpretationsfähig, wie gefüllt mit Metaphern und nutzt ein bekanntes Szenario gänzlich eigenständig. Das ist eigenwillig und nicht immer einfach, erzählt aber eine richtig gelungene Story. Gerade weil die Herangehensweise erfreulich dynamisch daherkommt, sorgt das manchmal für echte Überraschungen. Ein intensives Drama mit einigen Horror-Einschüben, welches sicherlich polarisieren kann und mit einer erdrückenden Atmosphäre dient. Sicher nichts für Jedermann, aber für Arthouse-Fans Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

KOKO-DI KOKO-DA – Zensur

 
 
 
„Koko-di Koko-da“ besitzt ein paar blutige Momente, die aber niemals explizit werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die FSK immer sehr gnädig mit Arthouse-Horror gewesen. Demzufolge würde es nicht wundern, wenn die FSK den Streifen bereits für Zwölfjährige freigibt. Dennoch denken wir, dass „Koko-di Koko-da“ eine FSK16 erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

KOKO-DI KOKO-DA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Stray Dogs)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pool (2014)
 
Und täglich grüßt das Murmeltier (1993)
 
Edge of Tomorrow (2014)
 
Happy Deathday (2017)
 

Filmkritik: „Sator“ (2019)

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SATOR

Story

 
 
 

Adam lebt alleine und abgeschieden im Wald, um auf ein Wesen namens Sator zu warten, welches seine Familie schon lange beeinflusst.

 
 
 


 
 
 

SATOR – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, die einen irgendwie beeindrucken können und einem trotzdem nicht so richtig gefallen wollen. „Sator“ ist genau so ein Fall, denn eigentlich ist das Werk höchst interessant, besonders wenn man die Hintergrundgeschichte erfährt, aber gleichzeitig ist das dermaßen langsam, sperrig und zeitweise leider dadurch eben auch langweilig, dass viel vom Reiz abhanden kommt.
 
 
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Die Großmutter erzählte immer wieder von Sator, einem seltsamen Wesen, das tief in den Wäldern sein Unwesen treibt, das Leute manipuliert und zu sich kommen lässt. Adam hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wesen zu stellen, denn es hat seine Familie lange genug beeinflusst. Dazu zieht er in eine einsame Hütte und wartet jeden Tag in den Wäldern erneut auf Sator. Lange Zeit geschieht nichts, doch dann meldet sich Sator plötzlich. Jordan Graham schrieb das Drehbuch selbst und veränderte es wohl im Laufe der Zeit, denn seine Großmutter wurde wirklich dement und schrieb innerhalb von drei Monaten zahlreiche Seiten, in denen sie immer wieder von Sator berichtete. Selbst wenn das natürlich nur der Fantasie eines kranken Geistes entstammt, besitzt „Sator“ deshalb mehr Bezug zur Realität, als es im Horrorfilm üblich ist. Graham bastelte daraus eine Story, die mit keiner Auflösung daherkommt und allgemein kaum etwas erklärt. Darauf muss man sich schon einlassen mögen, denn eine typische Geschichte ist das hier nicht. Sowieso lebt der Film aber viel eher von seinen Bildern, als von der Story selbst.
 
 
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Man kann hier schon von einem echten Autorenfilm sprechen, denn Graham machte fast alles im Alleingang. Von ihm stammt das Drehbuch, er übernahm die Regie, die Produktion, war als Editor tätig und auch für die Soundkulisse verantwortlich. Gekostet hat ihm sein zweiter Langfilm gute fünf Jahre und so viel Herzblut verdient Anerkennung. Sogar seine echte Großmutter ist im Film zu sehen. „Sator“ lebt von der starken Bildersprache und den Naturkulissen, denn gedreht wurde viel in einem Nationalpark und das gibt enorm viel her. Der Wald erfüllt seinen Zweck als gruselige Kulisse voll und ganz, zaubert nebenbei aber auch wunderschöne Bilder daher. Wenn es Nacht wird, dann ist hier auch wirklich alles sehr düster. Während Filme mit größerem Budget meistens bestens ausgeleuchtet sind, stammt hier das einzige Licht von einer Taschenlampe und das ist dann gleich viel wirkungsvoller. Eigentlich ist das alles sehr simpel gestaltet und auch beim Wesen Sator selbst musste nicht viel getrickst werden. Manchmal erreicht gerade so etwas jedoch eine viel größere Wirkung und es gibt definitiv ein paar Szenen, die stark sind und so schnell nicht mehr zu vergessen sind. Die Atmosphäre könnte düsterer kaum sein und der Horror entfaltet sich dermaßen subtil, dass man schon eine Gänsehaut bekommen kann. Dazu gesellen sich simple Soundeffekte, die ebenfalls wirkungsvoll sind.
 
 
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So positiv das bis hierhin auch klingen mag, „Sator“ ist im Endeffekt bedauerlicherweise ziemlich langweilig, denn das Tempo ist gnadenlos langsam. Am Anfang gibt es oftmals Rückblicke, die in Schwarzweiss und im 4:3 Format daherkommen. Hieraus entsteht fast eine Art Drama, aber nach einer gewissen Zeit bremsen sie das Geschehen nur noch aus. Die Horrorszenen sind wirklich gut gemacht, kommen aber eigentlich gar nicht mal so oft vor. Immer dann, wenn man hofft, dass es jetzt mal richtig losgehen würde, ist es auch schon wieder vorbei. So muss man am Ende doch sagen, dass höchstens die Hälfte der 85 Minuten Laufzeit einen guten Unterhaltungswert besitzen. Dass die Darsteller, von denen es sowieso nicht viele zu sehen gibt, nebenbei nicht wirklich viel zu tun haben und es nicht mal viele Dialoge zu hören gibt, macht die langsame Art und Weise noch erdrückender.
 
 


 
 
 

SATOR – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Es ist wirklich schade, dass „Sator“ so wenig zu unterhalten vermag, denn vom Handwerk her wurde er sehr gut gemacht. Die Kulissen sind toll, die Horrorszenen sind unheimlich und nebenbei beweist der Film, dass man auch mit simplen Mitteln herausragende Wirkungen erreichen kann. Auf die Story, die im Endeffekt nichts erklärt, muss man sich allerdings einlassen und wenn man nicht den Hauch eines Faibles für ruhigere Horrorkost besitzt, dann ist man hier vollkommen an der falschen Adresse. Das Ergebnis besitzt ganz starke Momente, aber auch viel Füllmaterial, welches einfach langweilt, weshalb trotz der vielen, positiven Seiten keine höhere Wertung als der Durchschnitt drin ist!
 
 
 


 
 
 

SATOR – Zensur

 
 
 
Der Streifen besitzt nur eine blutige Szene und dürfte ohne Probleme in Deutschland bei Veröffentlichung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Der Film lief bisher nur auf dem Hardline Filmfestival. Immerhin ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SATOR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Yellow Veil Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
The Witch (2015)
 

Filmkritik: „Luz: The Flower of Evil“ (2019)

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LUZ: THE FLOWER OF EVIL

(LUZ)

Story

 
 
 

In einem kleinen Dorf in den Bergen entwickelt sich die Suche nach Gott für die Einheimischen langsam aber sicher zum echten Untergang.

 
 
 


 
 
 

LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Kritik

 
 
 
In den letzten Jahren hat der subtile und langsame Horror wieder deutlich an Beliebtheit gewonnen, was z.B. Filme wie „Hagazussa“ oder „Midsommar“ bewiesen haben. Auch „Luz: The Flower of Evil“ aus Spanien bedient sich an der Langsamkeit. Er bietet keinen Horrorfilm per se, sondern spielt vor allen Dingen mit dem Thema Menschlichkeit. Das Resultat wird bei weitem nicht jeden gefallen, aber dass man hier überragende Bilder serviert bekommt, ist nun wirklich nicht zu leugnen.
 
 
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Das Geschehen spielt sich weit abgeschieden in den Bergen ab. Welche Zeit man schreibt, erfährt der Zuschauer nicht direkt, denn das Zeitalter ist in dieser Natur sowieso nicht relevant. El Señor führt seine drei Töchter und die paar Dorfbewohner an, in dem Glauben, dass er ein Prophet sei und bald Jesus finden wird, der alle von ihren Sünden reinwäscht. Seine Frau ist vor einiger Zeit schon gestorben und die drei Töchter vermissen sie sehr. Als Uma immer mehr beginnt, das Gesprochene von El Señor in Frage zu stellen, bahnt sich bald eine Katastrophe an. Das Drehbuch lässt sich gut als religiöse Parabel verstehen und besteht aus Inhalten, die nicht immer so ganz leicht auf der Hand liegen. Vieles bleibt interpretationswürdig und der Zuschauer erhält kaum Informationen über die Hintergründe. Selbst das Ende ist ziemlich offen und das Schöne an dieser Handlung ist, dass jeder sie anders auffassen kann. Trotzdem ist klar erkenntlich, dass sich die Geschichte sehr mit dem Mensch an sich auseinandersetzt, mit seinen Taten, seiner Herkunft und seiner Bestimmung. Antworten gibt es auf all diese Dinge jedoch kaum. Man kann mit diesem Drehbuch seine Freude haben, aber man muss es nicht zwangsläufig mögen, weil „Luz“ nebenbei dermaßen sperrig gestaltet wurde, dass absolut nicht jeder Filmfreund damit etwas anfangen können wird.
 
 
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Der Kolumbianer Juan Diego Escobar Alzate, der neben der Regie auch noch das Drehbuch schrieb und weitere Funktionen übernahm, liefert mit diesem Werk sein Langfilmdebüt ab und dass er schon viel Erfahrung mit Kurzfilmen etc. sammeln konnte, sieht man „Luz“ deutlich an. Die größte Stärke besitzen die Bilder der Natur. Egal ob es knallbunte Farben der grünen Wiesen sind oder Bilder der Sterne bei Nacht – Das sieht alles phänomenal aus und bietet enorm hohe Schauwerte. Ja, da fühlt man sich teilweise wirklich wie in einem Heimatfilm und die Filter, die man hier verwendet hat, könnten besser gar nicht gewählt sein. Hinzu gesellt sich allgemein noch eine schöne Bildersprache und es gibt durchaus Szenen, die sich in die Netzhaut einbrennen. Am meisten verloren hat allerdings derjenige, der hier einen richtigen Horrorfilm erwartet, denn abgesehen von dämonischem Flüstern und einer Ziege als Symbol für den Teufel, gibt es hier keinerlei Elemente, die jemals etwas mit übernatürlichem Horror zu tun haben. Das Grauen entsteht hier eher unterschwellig und ist rein menschlicher Natur. Das sorgt hinterher für eine sehr unangenehme Szene, die an die Nieren geht, aber ansonsten ist auch von roter Farbe nie viel zu sehen.
 
 
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Selbst wenn man die richtige Erwartungshaltung mit bringt, muss man nebenbei sehr tolerant für Längen sein, denn „Luz“ ist reichlich langsam aufgebaut. Eine Weile lang kann man sich von den tollen Bildern berauschen lassen, aber nach einer gewissen Zeit kann das religiöse Gerede auch mal ein wenig penetrant werden. Zum Finale hin wird das Tempo ganz kurz etwas angehoben, was für eine kleine Portion Spannung sorgt, aber ansonsten macht es einem der Unterhaltungswert mit seinen 104 Minuten Laufzeit alles andere als leicht. Es mangelt etwas an Abwechslung und es dauert zu lange, bis das Geschehen zu seinem Höhepunkt findet. Dafür bekommt man allerdings ordentliche Darsteller zu sehen. Conrado Osorio, mit der definitiv schwierigsten Rolle, kann sich sehen lassen. Seine drei Töchter werden von Yuri Vargas, Sharon Guzman und Andrea Esquivel auch sehr zweckdienlich gespielt und alle anderen Darsteller sind sowieso kaum zu sehen. Eine tiefere Figurenzeichnung sollte man übrigens auch nicht erwarten, denn diese muss man sich schon selbst erarbeiten bzw. sollte man hier ebenfalls bereit sein, gewisse Interpretationen zu treffen.
 
 
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LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„Luz: The Flower of Evil“ ist eigentlich ein typischer Love-it-or-hate-it-Film geworden, der starke Geschmackssache ist. Den Zuschauer erwarten grandiose Bilder der Natur, die perfekt eingefangen wurden. Ihn erwartet jedoch auch eine Laufzeit, die mit Längen um sich wirft und selten so richtig auf den Punkt kommen will. Das wird gut gespielt, ist handwerklich echt toll gemacht und bietet eine Geschichte, über die man sich Gedanken machen muss, ist nebenbei aber auch so sperrig, dass einem das nicht gefallen muss. Etwas mehr Tempo, ein Hauch mehr Horror und ein wenig mehr Abwechslung hätten „Luz“ jedenfalls gut getan, aber auch so sollte jeder Arthouse-Fan dem Werk mal eine Chance geben!
 
 
 


 
 
 

LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Zensur

 
 
 
In „Luz: The Flower of Evil“ gibt es nur eine derbe Szene zu sehen, in der einer Schwangeren ihr Baby aus dem Bauch geschnitten wird. Die Kamera hält dabei allerdings nicht detailliert drauf, so dass es nicht zu explizit wird. Der ungewöhnliche Genre-Beitrag dürfte ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten, was wohl auch daran liegen dürfte, weil der Film mehr Arthouse ist, als blutrünstiger Horrorschocker.
 
 
 


 
 
 

LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei MPI Media | Mad Dimension)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sacrament (2013)
 
The Devil’s Hand – Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt (2014)
 
Midsommar (2019)
 
Hagazussa – Der Hexenfluch (2017)
 
The Witch (2015)
 
The Other Lamb (2019)
 

Filmkritik: „Al Morir la Matinée“ (2020)

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AL MORIR LA MATINÉE

Story

 
 
 

Wer sich zur Vorstellung des Todes wagt, ist bei „Al Morir la Matinée“ genau richtig, denn in diesem Kino verlässt das Publikum den Saal bestimmt nicht lebendig.

 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Kritik

 
 
 
Horrorkost aus Uruguay ist nun sicher nicht alltäglich; hochwertige Horrorkost aus Uruguay bestimmt sogar noch viel seltener. Gerade Slasherfans werden mit „Al Morir la Matinée“ auf ihre Kosten kommen und wer das Horrorkino der 70er und 80er Jahre zu schätzen weiß, sollte hier durchaus auch mal einen Blick riskieren.
 
 
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Das Geschehen spielt sich in einem Kino ab, welches früher mal prächtig war, mittlerweile aber ziemlich heruntergekommen ist. Tochter Ana löst ihren kranken Vater für die Vorstellungen ab, obwohl sie eigentlich viel eher für ihr Examen lernen müsste. Während lediglich eine handvoll Zuschauer sich einen Exploitationsstreifen anschauen, geht ein Killer im dunklen Saal umher und metzelt einen nach dem anderen nieder. Nun, innovativ ist diese Story sicher nicht, aber das ist im Slasher nun auch eher selten der Fall. „Al Morir la Matinée“ lässt sich ganz klar als große Hommage an das Horrorkino der 70er und 80er Jahre bezeichnen, was man alleine schon an den ganzen Filmplakaten im Hintergrund erkennt. Etwas schade ist lediglich, dass man sich keinen größeren Plot ausgedacht hat, denn nicht selten spielt man im Slasher gerne mal mit der Identität des Killers. Eine Auflösung hält die Story hier jedoch nicht parat. Simpler könnte es wirklich kaum sein, aber gerade weil die Umsetzung sich doch sehen lassen kann, verzeiht man dem Werk das ganz gerne.
 
 
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Regisseur Maximiliano Contenti besitzt eine echte Leidenschaft für das ältere Horrorkino und das erkennt man. „Al Morir la Matinée“ ist erst sein zweiter Langfilm und gerade wenn man bedenkt, dass man sich hier völlig in Low-Budget-Kreisen bewegt, kann sich das Resultat doch echt sehen lassen. Das Kino als Schauplatz mag auf Dauer etwas eintönig sein, zaubert jedoch eine wunderbare Atmosphäre hervor. Da lässt sich die Liebe für’s Kino absolut erkennen und man fühlt sich fast selbst wie das Publikum im Saal. Die Horror-Anteile lassen sich zwar etwas Zeit, doch wenn der Killer dann zuschlägt, geht es auch ganz gut zur Sache. Mittlerweile mag man Härteres gewöhnt sein, doch in den 80ern wäre das in Deutschland sicherlich nur gekürzt erschienen. Der nächste Pluspunkt ist: Die Effekte sind herrlich altmodisch von Hand gemacht und sehen sogar ziemlich gut aus. Leider geht der Killer nicht besonders abwechslungsreich zur Sache, aber die Morde sind dennoch brachial genug, um den Gorehound zufrieden zu stellen. Daneben gibt es immer mal wieder ein schönes Spiel mit Lichtern und Farben (was schon fast etwas an einen Giallo erinnert) und allgemein kann man der handwerklichen Arbeit für diese Preisklasse nicht viel vorwerfen.
 
 
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Nun ist nicht alles Gold, was glänzt und auch „Al Morir la Matinée“ besitzt seine Schattenseiten. Etwas bedauerlich ist, dass der Film recht langsam ist. Bis es überhaupt mal etwas zur Sache geht, ist bereits über ein Drittel der Laufzeit vorüber. So richtig böse sein, will man dem Werk dafür zwar nicht, weil die Atmosphäre einfach stimmt, aber trotzdem sind die Highlights zu selten vertreten. Hinterher kommt zwar noch etwas Spannung auf, weil sich die finalen Opfer auch zu wehren wissen, aber so richtig aufregend will das niemals werden und so stellt das Geschehen eher seichte Slasher-Kost dar. Angenehm hingegen sind die Darsteller, die zwar echt nicht besonders viel zu tun haben, aber ihre Sache passabel machen und überhaupt nicht stören. Die Figurenzeichnung ist (nahezu obligatorisch) kaum präsent und ein echtes Mitfiebern mit den Charakteren stellt sich alleine deshalb schon ein, aber immerhin ist hier niemand nervig und die Sympathien stimmen soweit. Abgerundet wird das Geschehen von einem herrlichen Retro-Score, der einfach perfekt passt.
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„Al Morir la Matinée“ ist ein Film für echte Slasherfans, die handgemachten Splatter zu schätzen wissen. Gerade die Atmosphäre dieses Retro-Horrors ist sehr gelungen. Zwar gibt die Story nahezu nichts her, aber der Schauplatz weiß zu gefallen und die Darsteller agieren allesamt sehr erträglich. Die handwerkliche Arbeit ist überraschend hochwertig und genügend Blut fließt definitiv. Leider besitzt der Film so seine Längen und ist im Endeffekt einfach kaum aufregend, aber als Hommage an das alte Horrorkino ist das hier absolut zu gebrauchen. Sympathisch!
 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Zensur

 
 
 
Der Film ist ziemlich blutig und besitzt eine beachtliche Anzahl an Splatterszenen – meistens wird hierbei mit dem Messer vorgegangen. Ein Titel wie „Al Morir la Matinée“ wäre in den 1980ern hierzulande sicher nur geschnitten in die Videotheken gekommen. Heutzutage dürfte aber einer ungeschnittenen FSK18 Freigabe nichts im Wege stehen.
 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Yukoh Films | RBS | Reel Suspects)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Im Augenblick der Angst (1987)
 
Final Cut – Die letzte Vorstellung (2014)
 
Edge of the Axe (1988)
 
Behind the Mask (2006)
 

Filmkritik: „Kumanthong“ (2019)

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KUMANTHONG

(THAT SON TAM LINH)

Story

 
 
 

In „Kumanthong“ wird frei die Geschichte des ersten vietnamesischen Serienkillers nacherzählt.

 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Kritik

 
 
 
Viele Länder haben so ihre berüchtigten Serienkiller und Namen wie Jack the Ripper, Jeffrey Dahmer etc. werden wohl den meisten etwas sagen. Dass auch Vietnam seine Serienkiller hatte, wird hingegen nicht vielen bekannt sein. In „Kumanthong“ bekommen wir nun die Geschichte des ersten offiziellen Serienmörders dieses Landes erzählt. Das Ergebnis ist allerdings viel mehr ruhiges Drama, als echter Thriller geworden und besitzt leider zahlreiche Längen.
 
 
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Die taubstumme Soi lebt in einem kleinen Dorf und wird von den meisten Bewohnern wie eine minderwertige Behinderte behandelt. Eines Tages kommt der fremde Huynh ins Dorf. Er ist ein Schamane und kann sein Talent gleich unter Beweis stellen, weshalb er auch seine eigene Praxis errichten kann. Außerdem nimmt er Soi zu seiner Frau. Sie könnte damit eigentlich glücklich sein, aber bald muss sie herausfinden, dass Huynh für seinen Kumanthong-Zauber die Knochen von Menschen braucht und um diese zu bekommen, muss er töten. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten, wurde aber mit der Fantasie der Drehbuchautoren angereichert und erzählt diese Geschichte nun wohl sehr frei nach. Die Zutaten der Story sind definitiv nicht verkehrt und werden soweit auch gut genutzt, nur dauert es viel zu lange, bis die Handlung mal an Fahrt aufnimmt. Das westliche Publikum könnte so seine Probleme haben mit der Herangehensweise warm zu werden.
 
 
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Der Einstieg fällt dabei durchaus interessant aus. Das Dorf, in dem sich alles abspielt, bietet wirklich die reine Natur und ist als Schauplatz eines Serienkiller-Films mal etwas gänzlich anderes. Auch die Tatsache, dass die Hauptfigur taubstumm ist, ist nichts alltägliches in solchen Filmen. Allerdings sorgen gerade diese Faktoren hinterher dafür, dass keine echte Spannung aufkommen will. Man entwickelt als Zuschauer keinen richtigen Draht zu Soi. Dass sie insgesamt schlechte Karten hat, ist glaubwürdig und dennoch will sich der Verlauf der Handlung nicht so richtig erschließen. Nachdem Huynh anfangs als super sympathischer Doktor eingeführt wurde, wandelt er sich zum echten Psychopathen, was ebenfalls nicht so glaubwürdig daherkommt, selbst wenn seine Background-Story die Erklärungen liefert. Nein, die Figurenzeichnung ist in „Kumanthong“ nicht sonderlich gut gelungen, weil sie sich auf der einen Seite bedeutungsschwanger gibt und auf der anderen Seite doch nur oberflächlich bleibt. Die recht überschaubare Anzahl an Darstellern macht dabei einen soliden Job und man kann sich über die Leistungen nicht beklagen, doch so richtig markant will das alles nicht wirken und es wird schnell wieder aus dem Gedächtnis verflogen sein.
 
 
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Für Regisseur Le Binh Giang stellt „Kumanthong“ erst der zweite Film dar, nachdem er mit seinem ersten wohl massive Probleme hatte. Aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk nicht viele Vorwürfe machen. Die Kulissen haben durchaus etwas für sich und ein wenig experimentell wird es mit seltsamen Rückblicken/Visionen auch noch. Trotzdem ist der Stil noch ausbaufähig und wirkt manchmal etwas zerfahren. Nach einem sehr zähen Mittelteil, in dem eigentlich viel und dennoch kaum etwas geschieht, gibt es immerhin noch ein halbwegs spannendes Finale zu verfolgen. Trotzdem ziehen sich die rund 100 Minuten Laufzeit ganz schön in die Länge. Es gibt wenig Spannung und viel Drama, welches aber aufgrund des fehlenden Drahts zu den Figuren nicht richtig wirken kann. Hinzu gesellt sich noch ein manchmal viel zu theatralischer Score, der teilweise sehr gut passt, teilweise aber auch echt zu sehr übertreibt.
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
In seinem Heimatland soll „Kumanthong“ wohl ein Erfolg gewesen sein, aber für ein westliches Publikum ist das nur bedingt empfehlenswert. Auch wenn man gerne mal die „anderen“ Filme schaut, bekommt man hier zu viele Längen geboten, um sich jemals richtig unterhalten zu fühlen. Die Grundzutaten sind dabei echt nicht verkehrt. Sowohl die Story ist interessant, wie auch die handwerkliche Arbeit. Außerdem sind die Darsteller brauchbar. Im Endeffekt gibt es aber zu viel unausgegorenes Drama und zu nichtssagende Charaktere. Wer am vietnamesischen Kino interessiert ist, sollte sich am besten selbst ein Bild davon machen, denn gute Seiten besitzt „Kumanthong“ definitiv, aber er ist nebenbei leider oftmals ziemlich langweilig!
 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Zensur

 
 
 
In „Kumanthong“ geht es zwar um einen Serienkiller; die Ereignisse sind aber nicht drastisch bebildert. Zwar geht es in ein paar Szenen etwas derber zur Sache, explizit wird es aber kaum. „Kumanthong“ dürfte in Deutschland problemlos ungeschnitten eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Galaxy Studio | Galaxy M&E)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bedevilled – Zeit der Vergeltung (2010)
 
Manhole – Bedrohung von unten (2014)
 
The Wailing (2016)
 

Filmkritik: „Star Light“ (2020)

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STAR LIGHT

Story

 
 
 

Ein hilfsbereiter Jugendlicher rettet eine verletzte Teenagerin unbeabsichtigt aus den Fängen eines mysteriösen Fremden und bringt sich damit selbst in Lebensgefahr.


 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Kritik

 
 
 
Es mag ja Schauspieler geben, die sich fleißig durch Horrorfilme schreien und bei denen man dennoch das Gefühl hat, sie noch nie zuvor gesehen zu haben. Die attraktive SCOUT TAYLOR-COMPTON ist so ein Fall und das, obwohl sie B-Horror und Low-Budget-Schnarcher am Fließband dreht. Wer schon einige Horrorfilme gesehen hat, die auf FILMCHECKER vorgestellt wurden, wird die junge Dame daher schon einige Male auf der Mattscheibe gesehen haben. Leider dürfte man sich an deren Auftritte nur schwer erinnern können. Der Grund: Durchschnittliche bis schlechte Horrorfilme – darunter GHOST HOUSE, THE LURKER, 247°F oder THE BEAST WITHIN. Die Reihe an wenig erwähnenswerten Arbeiten wird nun um eine weitere Hauptrolle ergänzt. Im Film STAR LIGHT spielt die Schauspielerin einen verwirrten Musikstar, der ein schauriges Geheimnis bewahrt. Als hätte man es bei einer langen B-Movie-Vita geahnt, ist auch STAR LIGHT ein Billig-Schnellschuss. Der bringt zwar gute Horror-Veraussetzungen mit, macht aber nichts Nennenswertes daraus. Da kann man es der smarten Darstellerin nur wünschen, dass sie endlich mal vom Glück gesegnet wird und an ein gutes Drehbuch gerät. SCOUT TAYLOR-COMPTON kann nämlich weitaus mehr als hübsch.
 
 
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Eigentlich sollte Dylan (CAMERON JOHNSON) bei einem Abendessen den neuen Freund der Mutter kennenlernen. Doch es kommt zum Streit und der Teenager macht sich beim Videospielen in einer Tankstelle Luft. Hier wird er in einen Strudel seltsamer Umstände gezogen, denn ein verletztes Mädchen (SCOUT TAYLOR-COMPTON) fällt dem Halbstarken genau vor die Füße. Was tun? Ganz einfach: Dylan rettet das arme Ding und bringt es in das Haus des besten Freundes, wo gerade eine Privatparty gefeiert wird. Die findet aber nun ein jähes Ende, denn schon bald passieren seltsame Dinge, die sich die Jugendlichen nicht erklären können. Offenbar ist der Verursacher die gerettete Bebe. Deren Anwesenheit entwickelt sich plötzlich zur Gefahr, denn ein Fremder hat sich an die Fersen der attraktiven Blondine geheftet und hat mit dem Mädchen noch ein Hühnchen zu rupfen. Der kennt vor nichts und niemandem Gnade – auch nicht vor unseren Freunden. Das Resultat: Schreiende Teenager und blutiges Allerlei.
 
 
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STAR LIGHT ist ein zweischneidiges Schwert. Die erste Hälfte ist nämlich ganz passabel. Während Held Dylan vorgestellt und in eine Situation getrieben wird, die sich Protagonisten wie Zuschauer nicht erklären können, kippt die Stimmung just mit der Halbzeit und mündet in ein kunterbuntes Gemetzel, in dem es nur noch darum geht, wer als nächstes stirbt und wie. So wird aus undurchsichtigem Mystery ein Splatterfilm, der gleich mal Schluss mit Spannung macht und das Spezialeffekte-Team zur Tat schreiten lässt. Bedauerlich – vor allem auch deshalb – weil die Regisseure MITCHELL ALTIERI und LEE CUMMINGS lang versuchen zu verschleiern, was es mit der geretteten Bebe und ihrem unheimlichen Verfolger auf sich hat. Beide verfügen nämlich über seltsame Kräfte, die niemand versteht zu deuten. Was dahintersteckt wird aber schnell uninteressant, weil STAR LIGHT die Blutkeule schwing und dabei versucht zu kopieren.
 
 
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Wie aus heiterem Himmel wird da plötzlich Raimis TANZ DER TEUFEL zitiert und lässt die Protagonisten über die Klinge springen. Einer nach dem anderen wird von einer ominösen Kraft heimgesucht, die beauftragt die übrigen Freunde zu töten. Ein vorhersehbares Metzelprinzip, das den zuvor bedacht aufgebauten Spannungsbogen mit Füßen tritt und dabei nicht einmal beim Töten sonderlich kreativ ist. Es wird geschrien und gerannt – aber niemand denkt klar. Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, ergibt man sich lieber dem auferlegtem Schicksal. Eine Horror-Formel, die so tot gefilmt ist, dass sich dem erfahrenen Zuschauern die Zehennägel biegen.
 
 
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Nein, STAR LIGHT ist wahrlich nichts Herausragendes. Zwar wird routiniert gefilmt und geschnitten. In Sachen Originalität gewinnt dieser Horrorfilm keinen Preis. Das ist dahingehend bitter, weil mit MITCHELL ALTIERI jemand im Boot sitzt, der eigentlich Erfahrung hat. Der Amerikaner ist Teil der in Genre-Kreisen berüchtigten BUTCHER BROTHERS. Das Kumpel-Duo bestehend aus PHIL FLORES und MITCHELL ALTIERI macht mit einigen Horrorfilmen aufmerksam, die vor allem auf einschlägigen Festivals positiv ankamen. Darunter so Indie-Geheimtipps wie RAISED BY WOLVES, THE HAMILTONS und das zugehörige Sequel THE THOMPSONS. Aber auch für das Major-Studio SONY war man tätig. Das Ergebnis: APRIL FOOL’S DAY – eine der wohl überflüssigsten Neuverfilmungen überhaupt. Das erkannte wohl auch der Auftraggeber und brachte das Machwerk ohne Umwege ins Heimkino.
 
 
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STAR LIGHT – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Hütten-Gemetzel in der Machart von TANZ DER TEUFEL. Dennoch: Attraktive Jungdarsteller und routinierte Regie machen noch lange keinen guten Horrorfilm. MITCHELL ALTIERI – Teil der in Genre-Kreisen bekannten BUTCHER BROTHERS – kapselt sich ab und dreht was Eigenes. Herausgekommen ist STAR LIGHT – ein Horrorfilm an den man sich ein paar Tage später nicht mehr erinnern wird. STAR LIGHT beginnt vielversprechend, mysteriös und interessant. Nach der Halbzeit gingen entweder Ideen aus oder man hatte schlichtweg keine Lust mehr sich mit Figuren und Spannungsbogen zu beschäftigen. Deswegen schüttet man Blut übers Drehbuch und hofft damit bei Horrorfans gut anzukommen. Traurig! STAR LIGHT macht keinen Spaß, weil er sich beinahe schon lustlos zum Ziel schleppt, sich fürs Splattern bei besseren Genre-Streifen Inspiration holt und mit seiner anfangs interessanten Idee am Ende nichts anzufangen weiß. Das Resultat: Austauschbarer Teenie-Horror von der Stange, der nicht die Nerven strapaziert, sondern müde macht.
 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Zensur

 
 
 
Auch wenn es ab der Hälfte in STAR LIGHT blutig zugeht, sollten sich Gorehounds nicht zu früh freuen. Alles geht schnell und wird nicht unbedingt detailliert gezeigt. STAR LIGHT richtet sich an ein jugendliches Pulikum. Daher sollte man keinen Blutrausch im Stile von EVIL DEAD erwarten. Hierzulande dürfte der Streifen in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei 1091 Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tanz der Teufel (1981)

Ritter der Dämonen (1995)

Don’t Let Them In (2020)

Filmkritik: „Rapunzels Fluch – Sie will Rache“ (2020)

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RAPUNZELS FLUCH – SIE WILL RACHE

Story

 
 
 

Wenn die Märchenvorlage Rapunzel für einen Horrorfilm herhalten muss, dann sollte man sich auf blutigen Grusel gefasst machen, der für deutsches Genrekino gar nicht mal so schlecht ausfällt.

 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Kritik

 
 
 
Deutschland ist nun wirklich nicht für seine tollen Horrorfilme bekannt. Mal ganz abgesehen vom Amateur-Splatter, gibt es da nicht viel Genreware, die der Rede wert ist. Das wird sich auch mit „Rapunzels Fluch“ kaum ändern, aber der Versuch ist dennoch nicht missglückt. Hier und da macht der Film sogar Spaß, doch im Endeffekt scheitert er daran, dass er nicht genügend bieten kann.
 
 
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Das Intro führt uns zurück ins Jahre 1697. Hier wird an einem französischen Mädchen ein Exorzismus durchgeführt, welcher fehlschlägt. Nun sind wir zurück in der Gegenwart. Alina will gerade ihren Abschlussfilm drehen und bekommt dank ihrer Vorfahren sogar die beste Kulisse dafür. Sie ist nämlich die letzte Verwandte des Mannes, der damals den Exorzismus durchführte. Passend ist auch, dass es sich um einen Horrorfilm drehen soll. Doch als man das Schloss besichtigt, ereignen sich auch schon übernatürliche Phänomene. Das ist eine ganz normale „Haunted House“ Story, dieses Mal eben in einem Schloss. Die Verweise zu Rapunzel sind hanebüchen und haben mit Grimm überhaupt nichts zu tun; abgesehen davon, dass man der Hauptfigur diesen Nachnamen verpasst hat. Allerdings muss das nichts Schlechtes bedeuten. Zwar ist die Hintergrundgeschichte ziemlich lahm und „Rapunzels Fluch“ hat nichts zu bieten, was es zuvor nicht auch schon gab, aber erzählt wird die simple Story dennoch ganz solide. Es war nicht verkehrt, das Ganze mit dem Projekt einer Abschlussarbeit zu kreuzen, denn so bemerkt man doch, dass der Film von Filmliebhabern kommt. Abgesehen davon hätten ein paar eigenständige, originelle Ideen jedoch nicht geschadet, weshalb dieses Drehbuch auch irgendwo im unteren Mittelmaß verpufft.
 
 
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Etwas aufdringlich, aber dennoch sympathisch ist der Einspieler von Regisseur David Brückner bevor der Hauptfilm beginnt. „Rapunzels Fluch“ ist sein vierter Film und man glaubt dem Mann, dass er das, was er da tut, gerne macht. Gerade aus handwerklicher Sicht kann man dem Streifen nur wenig Vorwürfe machen. Man konnte gute Schauplätze für sich gewinnen und dem Zuschauer werden schon ein paar sehr schöne Bilder serviert. Beim Horror verlässt man sich dann leider auf die üblichen Jumpscares, die so beliebt geworden sind, aber man passt sich halt an. Nein, mit subtilem Grusel wird das so nichts, dabei hätte die Kulisse das her gegeben. Trotzdem ist die Inszenierung auf einem guten Niveau und die Darsteller stören ebenfalls nicht. Mit gerade mal vier Hauptdarstellern kommt „Rapunzels Fluch“ aus und diese machen ihre Sache doch allesamt erträglich bis solide. Von deutschem Horrorkino darf man da durchaus weniger erwarten. David Brückner selbst ist ebenfalls in einer etwas kleineren Rolle zu sehen und hier und da konnte man noch ein paar etwas größere Namen gewinnen, die am Ende jedoch kaum eine Rolle spielen. Weiterhin fällt auf, dass die Charaktere erträglich sind. Zwar erfüllt jeder seinen Klischee-Part, aber man durfte in solchen Werken schon deutlich unsympathischeren Figuren zuschauen.
 
 
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Was „Rapunzels Fluch“ ein wenig das Bein stellt, ist seine Langatmigkeit, obwohl er nur eine Laufzeit von rund 80 Minuten besitzt. Nach der kleinen Horror-Einleitung gibt es nämlich erst mal deutsches Seifenoper-Feeling, was gar nicht so verkehrt ist, wie es sich anhört. Hier besitzt der Film sogar seine besten Szenen. Dennoch lässt man sich zu viel Zeit. Erst nachdem die Hälfte der Laufzeit verstrichen ist, widmet man sich dem Horror. Geschieht dies anfangs noch passabel, wird es zum Finale hin doch immer beliebiger. Rapunzel hat man leider nicht sonderlich originell gestaltet und die Ähnlichkeit zum asiatischen Horror sehe ich da auch nicht großartig, selbst wenn Brückner das als Fan so sieht. Es entsteht zu wenig Grusel, weil alles nur auf laute Schockeffekte aus ist, was dann aber immerhin handwerklich völlig in Ordnung gestaltet wurde. Die Freigabe ab 18 Jahren ist etwas übertrieben. Der Bodycount ist sehr gering und selbst wenn es mal etwas splattert, so hat die FSK schon deutlich Derberes geringer eingestuft. Immerhin sind die Effekte wirklich von Hand gemacht und sehen nett aus. Alles in einem kann man sich dann doch einigermaßen nett unterhalten lassen ohne jemals den großen Nervenkitzel zu verspüren.
 
 
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RAPUNZELS FLUCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Rapunzels Fluch“ ist gut gemeinte, deutsche Genrekost, die auch gar nicht mal so kläglich versagt, wie man das vorher hätte meinen können. Dass die Story nichts hergibt, sei geschenkt, weil das bei vielen solcher Filme der Fall ist. Dass die handwerkliche Arbeit aber sehr angenehm geraten ist und die Darsteller allesamt passabel spielen, ist eine schöne Überraschung. Zudem wissen die Kulissen zu überzeugen und ein paar schön getrickste Splattereffekte gibt es ebenfalls noch. Atmosphäre kommt allerdings zu wenig auf und wenn über die Hälfte der Laufzeit nichts mit Horror zu tun hat, ist das auch nicht unbedingt förderlich. Außerdem besitzt der Film keine erkennbare, eigene Handschrift und kann sich von der Flut an Veröffentlichungen (ob nun deutsche oder nicht) einfach nicht abheben. Wer deutschem Horror aber mal wieder eine Chance geben möchte, ist bei „Rapunzels Fluch“ gar nicht mal so sehr an der falschen Adresse!
 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Zensur

 
 
 
„Rapunzels Fluch“ erhielt von der FSK überraschend eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form. Angesichts der überschaubaren Splattermomente zwar etwas übertrieben. Aber Sammler ungekürzter Filme können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies / daredo (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rapunzels Fluch; Deutschland 2020

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 83 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kurzfilm Claustrophobia (1:38 Min. Min), Behind the Scenes (5:11 Min.), Interviews (4:44 Min.), Outtakes (5:40 Min.), Slideshow, Teaser Trailer, Original Trailer, Trailershow

Veröffentlichung: KeepCase: 07.08.2020

 
 

Rapunzels Fluch – Sie will Rache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies / daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
ExitUs – Play it Backwards (2015)
 
Demonic (2015)
 
The Crucifixion (2017)
 
The Dawn (2019)
 

Filmkritik: „The Witch Next Door“ (2019)

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THE WITCH NEXT DOOR

(THE WRETCHED)

Story

 
 
 

Ein Teenager findet heraus, dass seine Nachbarn in den Fokus eines kinderfressenden Waldwesens geraten sind.

 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Kritik

 
 
 
Kleiner Indie-Grusler ganz groß – zumindest in Amerika. Dort hat es der folgende Horrorthriller geschafft, an die Spitze der Kinocharts zu klettern. Doch wie ist das in Zeiten von Corona, auferlegter Zwangspause und geschlossener Multiplexe überhaupt möglich? Ganz einfach. Indem man kreativ denkt und aktuelle Kinostreifen versucht, anderweitig ans interessierte Publikum zu bringen. So erleben Autokinos inmitten der Covid 19-Krise ein kleines Comeback. Weil die wichtiges Social Distancing ermöglichen, dürfen Drive-in-Kinos weiterhin öffnen und das hungrige Kinopublikum mit neuen Schockern versorgen. Genau diese Ausnahmeklausel machte sich das Label IFC FILMS in den Vereinigten Staaten zunutze. Das Filmunternehmen ließ THE WITCH NEXT DOOR über Autokinoleinwände flimmern und hatte damit finanziellen Erfolg. Die Folge: Die Symbiose aus Teen-Horror und Achtziger-Hommage war mehrere Wochen auf Platz eins der amerikanischen Kinocharts zu finden und konnte so zumindest einen Teil des Budgets wieder einspielen. Not macht eben erfinderisch.
 
 
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THE WITCH NEXT DOOR – der im Original eigentlich THE WRETCHED heißt – erzählt die Geschichte von Teenager Ben (JOHN-PAUL HOWARD). Der zieht zusammen mit dem Vater in ein nettes Häuschen irgendwo auf dem Land. Was man aber nicht weiß. In den 1980ern hat sich im Nachbarhaus Unheimliches abgespielt. Dort wurde die Babysitterin Zeuge schauriger Ereignisse. Das Mädchen musste mit ansehen, wie eine mysteriöse Waldkreatur vor ihren Augen ein kleines Kind verspeiste. Danach wurde das Kindermädchen nie wieder gesehen. Genau jene Ereignisse scheinen sich bald ein weiteres Mal abzuspielen. Im Haus gegenüber passieren plötzlich wieder seltsame Dinge. Erst verhalten sich die Eigentümer merkwürdig. Später flüchtet der Nachwuchs panisch in Bens Zimmer und bittet um Hilfe. Dass auch noch finstere Schatten in der Gegend ihr Unwesen treiben, macht die Sache nicht entspannter. Was hat das alles zu bedeuten? Wir verraten es an dieser Stelle nicht. Fakt ist jedoch: Der Mystery-Horror hält definitiv erschreckend gutes Gruselfutter für Angsthasen parat, die nach THE WITCH NEXT DOOR vermutlich Schlafprobleme bekommen könnten.
 
 
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Mit gutem PR zum Erfolg. So begründet man bei IFC FILMS den hervorragenden Zuspruch. Statt TV-Spots zu schalten, um möglichst viele Ticketkäufer erreichen zu können, setzte man eher auf eine ungewöhnliche Marketingkampagne. Die Werbung für THE WITCH NEXT DOOR bestand hauptsächlich aus Retro-Zeitungsanzeigen. Das sprach sich rum und machte neugierig. Aber auch fehlende Konkurrenz und mangelnde Neustarts dürften weitestgehend dazu beigetragen haben, dass der Mystery-Grusler zum finanziellen Hit avancieren konnte. Doch angesichts der besonderen Umstände stellt sich natürlich ebenso die Frage, ob der Trubel um THE WITCH NEXT DOOR überhaupt gerechtfertigt ist. Wir bestätigen das an dieser Stelle, denn dieses unheimliche Filmchen kann weitaus mehr, als es der plakative deutsche Titel vermuten lässt. Der verrät zu viel und verdirbt den Knobelspaß. Bis zur Halbzeit bleibt nämlich verborgen, was hier Böses über Leinwand und Mattscheibe huscht. Daher hätte der deutsche Anbieter KOCH FILMS manch Horrorfilmfan einen Gefallen getan, wenn man es beim Originaltitel belassen hätte.
 
 
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Was diesen Film hervorstechen lässt, sind nicht unbedingt nur Atmosphäre und Geschichte. Vielmehr sind es die Figuren, die das Schauermärchen über weite Strecken auf ihren Schultern tragen. Allen voran die charismatischen Identifikationsfiguren und natürlich das Böse selbst. Die Regisseure und Brüder BRETT und DREW T. PIERCE gehen den klassischen Weg und erzählen hier eine gradlinige Gruselgeschichte alter Schule, die mit Rätseln und natürlich reichlich Schreckmomenten verfeinert wurde. So muss langsam ergründet werden, was da im Haus gegenüber im Argen ist. Schnell kommt Filmheld Ben auf den Trichter, dass hier etwas aus dem Wald in die Welt der Menschen will und die Gabe der Manipulation beherrscht. Klingt nach vertrauten Abläufen, denn bei genauerer Betrachtung ruft das Gruselmärchen Filme wie DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, FRIGHT NIGHT, THE HOLE IN THE GROUND aber auch BABA YAGA in Erinnerung.
 
 
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Aber keine Angst hier wird nicht nur kopiert. THE WITCH NEXT DOOR ist trotz vieler Versatzstücke anderer Genre-Filme ganz kurzweilig und fesselnd geraten, was daran liegt, dass die Brüder BRETT und DREW T. PIERCE akribisch am Spannungsaufbau arbeiten. Hier seltsame Schatten, dort mysteriöse Ereignisse. Nie wird zu viel verraten. Der Zuschauer soll schließlich auf Trab gehalten werden. Erst nach und nach ergeben die Ereignisse Sinn, wobei sich aber die Macher bewusst dafür entscheiden nicht zu viel über ihr unheimliches Filmmonster zu verraten. Das nennt man Kopfkino und hält so immerhin noch etwas Stoff für die obligatorische Fortsetzung parat. Ob die kommt, wird die Zukunft zeigen. Zumindest wäre das nicht der erste Kassenhit, welcher in Serie geht.
 
 
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THE WITCH NEXT DOOR – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Sehenswertes Gruselmärchen mit dem wohl schaurigsten Filmmonster des Kinojahres 2020. An dieser Stelle großes Lob an die Effekte-Macher. Das knochige Wesen in THE WITCH NEXT DOOR kann problemlos mit so Bösewichten aus Filmen wie DER FLUCH VON DARKNESS FALLS, LIGHT OUT oder THE HOLE IN THE GROUND mithalten. Hier wird ansprechend getrickst und spannend ist der konventionelle Grusler obendrein auch noch. Die Regisseure und Brüder BRETT und DREW T. PIERCE gehen diesmal andere Wege. Während man zuvor mit DEADHEADS flotten Zombie-Spaß auf Zelluloid bannen ließ, schlagen die Macher mit THE WITCH NEXT DOOR ernste Töne an. Für diesen Gruselfilm diente nicht nur die Geschichte aus dem Kinderbuch THE WITCHES von ROALD DAHL als Vorlage. Die Geschwister stellten für ihre Regiearbeit zudem umfangreiche Recherchen über Hexen und hexenähnliche Wesen in der Folklore verschiedener Länder an. Das Ergebnis ist ein Fest für Gruselfans. THE WITCH NEXT DOOR besitzt Schreckmomente, die aus dem Filmsessel springen lassen, gute Darsteller und einen bedachten Spannungsbogen. Das Filmmonster ist die sprichwortliche Kirsche auf der Sahnetorte. Demnach sind wir uns sicher, dass schlaflose Nächte bei zartbesaiteten Zuschauern vorprogrammiert sein werden. Wir wünschen dennoch angenehmes Bibbern!

THE WITCH NEXT DOOR startet am 12. August 2020 bundesweit in den deutschen Kinos.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Zensur

 
 
 
THE WITCH NEXT DOOR ist eher ein Gruselfilm. Gewaltmomente sind sehr rar gesät. Deshalb hat der Film in Deutschland eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hole in the Ground (2019)
 
Lights Out (2016)
 
Baba Yaga (2020)
 
Mama (2013)
 

Filmkritik: „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ (2019)

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VIVARIUM – DAS HAUS IHRER (ALP)TRÄUME

(VIVARIUM)

Story

 
 
 
Ein junges Pärchen veliert sich bei einer Wohnungsbesichtigung in einem alptraumhaft leeren Neubaugebiet.

 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Kritik

 
 
Als die Blu-ray des laut imdb scheinbar recht polarisierenden Mysteryfilms „Vivarium“ ins Haus geflattert kam, da war ich mir eigentlich sicher, als Einstieg in diese Kritik einen der folgenden zu wählen: Jesse Eisenberg und seine bisherige Karriere, die sich auch öfter und öfter in Indieproduktionen oder gar Anti-Typecasts wiederfindet, Imogen Poots, die mir vor Jahren schon in dem motivierten Indiefilm „Chatroom“ aufgefallen ist, den meisten Leuten aber wohl aus dem beinharten „Green Room“ in Erinnerung bleiben dürfte, oder aber das zugrunde liegende Thema der trügerisch ruhigen oder gar perfekten Nachbarschaft, das spätestens seit „American Beauty“ und „Donnie Darko“ immer wieder als Leitmotiv amerikanisierter Mainstream-Unterhaltung aufgefallen ist. Doch ein Blick auf die imdb und es stellt sich heraus, dass „Vivarium“ gar nicht mein erster Kontakt mit dem Schaffen des 41-jährigen Iren Lorcan Finnegan ist – denn auch wenn ich sein Langfilmdebüt, den Mysterythriller „Without Name“ nicht gesehen habe, so bin ich dafür aber vor einigen Monaten auf seinen Kurzfilm „Foxes“ gestoßen, den ich als „Düster-dystopische Reihenhausvision mit super Sounddesign und Pacing“ vermerkt und mit 8 Punkten bewertet habe. Und in der Tat – zurückblickend hat Finnegan bewiesen, wie er mit dem Bild der leeren, sich endlos gen Horizont erstreckenden Reihenhäuser innerhalb weniger Minuten eine düstere Atmosphäre und Anspannung aufbauen kann, die sich dann auch noch ungewöhnlich und pointiert entlädt – doch was als Kurzfilm klappt, braucht als fast 100-Minüter dann doch etwas mehr Fleisch an den Knochen.
 
 
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Der von Screen Ireland mitproduzierte und in Belgien gedrehte „Vivarium“ leitet den Zuschauer direkt mit einem hellen, trügerischen minimalistisch-ästhetischem Menü ein, das eine kindliche Melodie zum Besten gibt, im Intro des Films selber wird man dann direkt mit sich fütternden und aus dem Nest verdrängenden Vogelküken konfrontiert, die in Nahaufnahme nach ihrer Mutter schreien, dazu Zeitlupenaufnahmen und ein nicht gerade typische opening signals gebender Soundtrack – haben wir es hier etwa mit einem ungewöhnlichen Überraschungshit zu tun? Übersättigte Sommerfarben unterstützen dann das grelle „Gute-Laune-Postkarten-Welt“-Gefühl mit Poots als junger Grundschullehrerin, die allzu lächerlich idyllisch mit der ganzen Klasse im Wind bewegende Bäume nachahmt, bevor Jesse Eisenberg es innerhalb weniger Minuten schafft, ätzend unsympathisch zu wirken. Doch bevor man noch zu viel Zeit mit einer Romanze oder unserem Pärchen an sich verbringt, geht es auch schon zum Makler, und hier packt der Film dann direkt die wohl gruseligsten, besten Twilight Zone/David Lynch-Vibes aus, da die beworbende Neubausiedlung ‚YONDER‘ ein utopisch klingender, beängstigender Traum ist, der von Jonathan Aris nur allzugut aalglatt und zu höflich angepriesen wird.
 
 

„I know what you guys are thinking: ‚Suburbia!‘ – But there’s more to ‚Yonder‘ then what you see in these images!“

 
 
Der Soundtrack dreht mit dem thematisch passenden „Rudy, A message to you“ angenehm auf, auch begeistert das Set von ‚Yonder‘ selbst durch beängstigend steriles Design, futuristisch endlose Straßen und nachvollziehbare Verwirrung beim jungen Pärchen, doch wenn dann nach 13 Minuten Makler samt Auto verschwindet, heißt es leider erst einmal „Horrorstandardliste abhaken“, da jetzt der leer laufende Tank, fehlende Empfang und die allgemeine, altbekannte Ohnmacht gegenüber unlogischer, da streng genommen übernatürlicher, Ereignisse beim Genrefan eher für gepflegtes Augenrollen sorgen. Das obligatorische Konstruieren der Situation selber überstanden, punktet Vivarium nun noch mit hübschen Einstellungen und drückender Hitze, die auch durch die schwebenden bis schweren Synthesizer in der Score ausgedrückt wird. Logik bzw. nachvollziehbares Verhalten werden nur leider dann das erste Mal gefährdet, wenn sich unsere Protagonisten dazu entschließen, vor einem lichterloh brennendem Haus einzuschlafen, heißt also mitten in der Mischung aus Hitze, Asche und Rauch. Wenn das jetzt klingt, als würde dieser anfangs so einladend, mysteriös und gelungen wirkende Film nach etwa 25 recht vergnüglichen Minuten anfangen, zu schwächeln, dann klingt das leider ganz richtig – und der nächste Plotpoint sorgt jetzt dafür, dass das auch so bleibt. Denn erinnert ihr noch das Intro mit dem Vogelbaby das so prägnant gezeigt wurde, und den Dialog darüber, dass Kuckucks ja fremde Nester nutzen würden für ihre Kinder? Ja? Gut, dann könnt ihr euch als Zuschauer also 25 Minuten lang an ein metaphorisches Bild erinnern – das war es dann leider auch schon.
 
 
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Wer nämlich eine weitere Storystruktur, Rückbesinnung auf andere Charaktereigenschaften, Infos über das Mysterium der Wohnsiedlung oder weiter ausgearbeitete Genreelement erhofft, der wird nun erst einmal fast eine Stunde lang genervt auf die Uhr schauen, da „Vivarium“ sich EIN sehr simples und so auch schon europäisch und besser inszeniertes Bild herausgesucht hat, um dieses dann mit aller Anstrengung und Bemühung in den Fokus seiner Geschichte zu legen. Was das akut heißt, ist, dass unser junges Pärchen natürlich ein Baby findet, das natürlich etwas Sinistres an sich hat, das natürlich – seufz – für Konfrontationen über Verantwortung, Muttergefühle und Humanismus sorgt und das nur ganz, ganz selten schafft von der nervigen Geduldsprobe zum akut gruseligen oder spannenden Charakter so werden – so zum Beispiel beim Stimmen nachmachen oder „Fernsehen“ gucken, was heißt dass der Junge Endlosanimationen mit synthetischem Knistern schaut, oder in seinem Alter unerreichbare Tonhöhen imitiert.
 
 
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Die Beobachtung, dass in dieser synthetischen Fake-Welt von ‚Yonder‘ alle Wolken amorph und formlos bleiben und einfach nur wie „Wolken“ aussehen, da jede Inspiration oder Kreativität untergeht, ist eine schöne Beobachtung – und auch der marginale Horror-Einschlag seines Charakters, den ich aber nicht spoilen will, wussten zu gefallen. Aber für einen gesamten Hauptteil, zweiten Akt und mit wichtigsten Plotpoint in einem knapp 100-minütigen Mysteryfilm, ist das dann leider doch recht mager, zumal jegliches Konfliktpotential von der ersten Szene an offensichtlich ist, denn wie soll die Grundschullehrerin wohl schon auf einen einsamen Jungen reagieren, egal wie gruselig er wird? Und all das ist unfassbar schade, denn nicht nur ist dieser Film wie gesagt technisch höchst kompetent und optisch ansprechend und hat ziemlich gelungene erste 20 Minuten, nein, gerade nach dem Durchhänger im Mittelteil geht „Vivarium“ noch einmal richtig in die Vollen und präsentiert ein schnelles, wildes, buntes, argento-inspiriertes, überraschendes Farbenfeuerwerk mit Alptraumoptik und trippigen, ineinander überlappenden Umgebungen. Nach über 70 Minuten Film noch eine überlange Beziehungsaufarbeitung einzuschieben halte ich zwar für etwas gewagt bzw. pacingtechnisch schwach, aber abseits davon wird es nun überraschend stringent, bösartig, konsequent und hollywood-untypisch, was das eine oder andere Klischee vielleicht ausgleicht.
 
 
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Und so wäre ich schlußendlich also vielleicht sogar bei einer 6,5 oder 7/10, denn Finale und Ende haben definitiv noch etwas heraus gerissen, ich mag die trostlose Botschaft und dass nicht alles ausbuchstabiert wird, auch hat Eisenberg sich nach seinen furchtbaren ersten Eindrücken später durchaus beweisen können, doch wie bereits erwähnt gibt es eine sehr ähnliche Geschichte einfach bereits als europäischen Film und das auch noch deutlich spannender, mysteriöser, böser, realistischer und konsequenter: Borgman. Wer also unbedingt die eher blass bleibende Starbesetzung braucht oder den amerikanischen Vorstadtflair, wer seine Mysteriefilme gerne eindeutig übernatürlich mag und etwas Zeit zu töten hat, der kann die überlangen 97 Minuten von „Vivarium“ sicherlich mal gucken, und auch genießen. Aber 80 Minuten hätten es auch getan und die deutlich niveauvollere, ausgereiftere und Jahre früher entstandene Version dieses Konzepts ist einfach der niederländisch-belgische Genremix „Borgman“, über den man möglichst wenig wissen sollte.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Behäbig gepacete, unausgereifte, simple Metapher mit Erwartungen aufbauenden ersten 20 Minuten, hübschen Bildern und einem sehr starken Finale und Ende, die nur leider im Mittelteil massiv durchhängt. „Foxes“ vom gleichen Regisseur ist kostenlos, kürzer, ähnlich und besser, „Borgman“ eine sehr ähnliche Idee in ausgereifter.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten.
 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
vivarium-2019-bluray

(c) Concorde Home Entertainment (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Vivarium; Belgien | Dänemark | Irland 2019

Genre: Horror, Mystery, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Behind the Scenes (ca. 7 Minuten), Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 12.06.2020

 

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VIVARIUM – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Concorde Home Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Borgman (2013)
 
Beautiful (2009)