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Beiträge mit Schlagwort “Mystery-Horrorfilme 2014

Filmkritik: „The Fear of Darkness“ (2014)

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THE FEAR OF DARKNESS

Story

 
 
 

Psychopath oder paranormale Aktivitäten? In diesem australischen Mystery-Gähner untersucht Psychiaterin Sarah Faithful (Maeve Dermody) einen skurrilen Mord. Den soll Studentin Sky (Penelope Mitchell) begangen haben. Leider ist die starr vor Angst, weil die Frau Grausiges gesehen haben muss. Für die Nervenärztin keine einfache Patientin, schließlich ist die Schülerin fest davon überzeugt, dass sie nicht selbst gemordert hat, sondern ein Killer aus dem Reich der Schatten und Geister.

 
 
 


 
 
 

THE FEAR OF DARKNESS – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Mysterythriller, der auf der immer noch sehr beliebten Welle jener Gruselfilme mitschwimmt, in denen paranormale Ereignisse im Mittelpunkt stehen. Diesmal sind Drogen im Spiel, die eine Studentin (PENELOPE MITCHELL aus DER FLUCH VON DOWNERS GROVE) an den Rand ihrer psychischen Kräfte treibt. Die wird für den Mord an einen Kommilitonen beschuldigt, dessen Leiche aber nicht gefunden werden kann. Weil die Beschuldigte wirres Zeug von übermenschlichen Kreaturen faselt wird eine Psychiaterin (MAEVE DERMODY aus dem Kroko-Horror BLACK WATER) zu Rate gezogen. Die durchforstet das Unterbewusstsein ihrer Patientin, um den Tathergang rekonstruieren zu können. Leider findet sie bei ihren Untersuchen keine plausiblen Antworten. So beginnt sie auf eigene Faust das Privatleben der verängstigten Mittzwanzigerin zu erforschen und stößt während der Ermittlungen auf eine heiße Spur.
 
 
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Von Geistern, Halluzinationen und psychisch gestörten Persönlichkeiten. THE FEAR OF DARKNESS ist keine leichte Abendunterhaltung, was in erster Linie nichts mit verstörenden oder gar grausam anzusehenden Bildabfolgen zu tun hat. Die gibt es hier nicht zu sehen. Stattdessen fordert der Film die vollste Aufmerksamkeit des Zuschauers, denn Geduld und Konzentration werden vorausgesetzt, um nicht die Orientierung zu verlieren. THE FEAR OF DARKNESS versucht zu verwirren, denn Regisseur und Drehbuchautor CHRISTOPHER FITCHETT ist bis kurz vorm Abspann darum bemüht, Lösungsansätze zu verschleiern. So bleibt lang ungeklärt, ob im Film wirklich Geister spuken oder sich Geisterwesen nur im Kopf einer psychisch kranken Frau manifestiert haben. Leider ist THE FEAR OF DARKNESS trotz psychologisch tiefgründiger Charakterstudie und erfahren agierenden Schauspielern kein nennenswerter Beitrag innerhalb des Genres. Das mag vor allem dem sehr langsamen Erzählstil zu schulden sein, der zwar Raum für Charakterentwicklungen zulässt, aber aus THE FEAR OF DARKNESS eine äußerst langweilige Angelegenheit macht. Umso bedauerlicher, dass ein nicht uninteressanter Twist verpufft, der zur Abwechslung mal wirklich das Etikett gelungen tragen darf, aber aufgrund des zähen Erzählflusses an Bedeutung verliert. Unterm Strich bleibt ein Mix aus Mystery, Grusel- und Drama übrig, der nur wenigen Gruselfans zusagen dürfte. Höhepunkte fehlen und gute Schocks bleiben auch aus. Wegen teils psychologischer und subtiler Angstmacherei sollten demnach nur Hardcore-Mysteryfans einen Blick riskieren.
 
 
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THE FEAR OF DARKNESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schleppendes Verwirrspiel oder besser: Viel Lärm um nix. Technisch solider Mix aus Psychothriller, Mystery- und Geisterfilm, der zwar menschliche Urängste zum Thema macht, aber unter quälend langsamen Erzählstil und zähen Dialogen zu leiden hat. Wer laute Schockmomente und bluttriefende Gewaltmomente in Genrefilmen voraussetzt, wird mit THE FEAR OF DARKNESS keinen Spaß haben. Die sucht man nämlich hier vergebens. Stattdessen wird viel gequasselt und auf falsche Fährten gelockt. Trotz gut gemeinte Absichten und netter Idee dahinter wird Gebotenes selbst Filmfans mit Anspruch auf eine harte Bewährungsprobe stellen. Die dürften trotz aufmerksamen Zuschauens so ihre Probleme mit dem Wachbleiben bekommen. Letztendlich ist das kein gutes Zeugnis für einen Regisseur, der das Publikum mit seinem Schaffen in Tiefschlaf versetzt. Vielleicht wmacht Regisseur CHRISTOPHER FITCHETT beim nächsten Film alles anders.
 
 


 
 
 

THE FEAR OF DARKNESS – Zensur

 
 
 
Gewalt hat Sendepause. THE FEAR OF DARKNESS hat keine Schauwerte zu bieten. Die reduzieren sich auf blutverschmierte Wände und dunkle Schatten, die des Öfteren vor der Kamera vorbeisausen. Eigentlich könnte THE FEAR OF DARKNESS ohne Probleme eine FSK12 erhalten. Weil der Film jedoch mit psychologischem Horror verwirren möchte und beunruhigende Atmosphäre besitzt, könnten 12jährige Probleme mit dem Einordnen und dem Verständnis bekommen. 16jährige sind da schon reifer. Demzufolge sollte man mit einer FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

THE FEAR OF DARKNESS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Psych:9 (2010)
 
Identität (2003)
 
The Ward (2010)
 

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Filmkritik: „Feed the Gods“ (2014)

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FEED THE GODS

Story

 
 
 
Zwei Brüder reisen in das idyllische Städtchen Tendale, um dort nach den leiblichen Eltern zu suchen, stoßen dabei jedoch auf ein Geheimnis, das besser hätte im Verborgenen bleiben sollen …

 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Kritik

 
 
 
Was ist nur mit dem kanadischen Regisseur BRADEN CROFT passiert? Mit seinem sehenswerten und intelligenten Psychotrip HEMMORRHAGE wandelte er 2012 noch auf unkonventionellen Pfaden und erhielt für sein Ausnahme-Debüt viel Lob von Kritikern und Filmfans. Sein Zweitwerk mit dem Titel FEED THE GODS ist da schon aus einem ganz anderen Holz geschnitzt und überrascht mit weitaus kommerzieller Machart – vermutlich, um damit ein größeres Horror-Publikum zu erreichen und auch etwas Geld verdienen zu können. Leider lässt der neue Streifen die durchdachte und tiefgründige Inszenierung seines Vorgängers missen, was FEED THE GODS zu einer zwiespältigen Angelegenheit macht, da sich der Streifen an den aktuellen Horror-Mainstream orientiert und so weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die HEMMORRHAGE zuvor aufgebaut hatte.
 
Durchgestylt und temporeich geht es in FEED THE GODS zu. CROFT eifert HOLLYWOOD nach und hat die Hauptrollen seines neusten Horrorwerks mit makellosen Gesichtern besetzt, die aber immerhin reichlich sympathisch agieren und sogar Humor besitzen. SHAWN ROBERTS (A LITTLE BIT ZOMBIE) und TYLER JOHNSTON (aus der TV-Serie SUPERNATURAL) verkörpern hier zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber gleiches Schicksal verbindet. Sie wurden von einer Pflegemutter großgezogen und kennen die leiblichen Eltern nicht. Als die Adoptivmutter stirbt und den Brüdern eine Kiste mit mysteriösen Gegenständen hinterlässt, beginnt für Kris und den älteren Will ein riskantes Abenteuer voller Gefahren. Unter den Hinterlassenschaften befindet sich ein altes Videoband, das die leiblichen Eltern zeigt und die Brüder samt Freundin auf die Idee bringt, den Spuren der verschollenen geglaubten Eltern zu folgen. Die führen in das kleine Städtchen Tendale, wo man über die Ankunft der Geschwister wenig erfreut ist. Glaubt man den Erzählungen der Einheimischen ranken Legenden über den Ort, die von einem Bigfoot-ähnlichen Wesen berichten, das in den Wäldern sein Unwesen treibt und von den Bewohnern gefüttert wird, damit es besänftigt werden kann. Schauergeschichten, die sich bald in bittere Realität verwandeln, denn in diesem Städtchen haben die Menschen einen Pakt mit dem Bösen geschlossen.
 
Rituale, Opfergaben, Götter und Pakte – Regisseur BRADEN CROFT hat so seine Probleme alles unter einem Hut zu bekommen, denn vor lauter Hektik vergisst er dem Zuschauer schlüssige Antworten zu liefern. Die Einwohner von Tendale verfüttern Neuankömmlinge an ein mysteriöses Waldwesen, um den Ort als Gegenleistung verlassen zu können. Warum sie jedoch die Morde ausgerechnet auf Videoband festhalten müssen und niemand dem Verschwinden dutzender Touristen nachgehen möchte, bleibt eines der vielen Mysterien, die FEED THE GODS nicht beantworten möchte. Ob der Regisseur hier etwas weniger Liebe zum Detail hat walten lassen oder schlichtweg Stoff für eine mögliche Fortsetzung benötigte wird wohl nie geklärt werden können. Fakt ist, dass viele Gegebenheit in diesem Monster-Horror schlichtweg keinen Sinn ergeben und den Zuschauer nach dem Abspann mit einem unbefriedigenden Gefühl vor der Glotze zurücklassen. FEED THE GODS wirkt unfertig und löchrig und das obwohl CROFT eigentlich fast alles richtig macht. Er kümmert sich um seine Helden, räumt ihnen eine ansprechende Charakterisierung ein und sorgt sich um Atmosphäre und Gruselfeeling – zumindest bis die unheimlichen Geschehnisse des Films entschlüsselt werden. Danach überschlagen sich die Ereignisse und zwischen Bigfoot-Trubel und Opfer-Riten scheint der Regisseur des Öfteren den roten Faden seiner selbst geschriebenen Geschichte aus den Augen zu verlieren, weil er im konfusen Monster-Treiben offensichtlich selbst gemerkt hat, dass vor Drehbeginn vielleicht doch noch mal jemand über das Drehbuch hätte lesen sollen.
 
Letztendlich ist FEED THE GODS trotzdem immer noch ein schwer unterhaltsamer Horrorfilm, dessen sympathische Hauptdarsteller mit reichlich Charme und Wortwitz manch Fehler in der Geschichte vergessen lassen. In diesem Film ist nicht das Monster der Star (das im Übrigen nur kurz vor Ende zu sehen ist), sondern seine Helden, die länger im Gedächtnis bleiben, als die haarsträubende Geschichte. Immerhin schafft CROFT das Kunststück, das unterversorgte Bigfoot-Genre endlich mal um einen halbwegs spannenden Beitrag zu bereichern. Er sieht vom Einsatz nervendem Found-Footage-Gewackel ab mit dem Waldmensch-Grusler wie EXISTS und WILLOW CREEK im Jahr 2014 um die Gunst der Zuschauerschar gebuhlt haben. Trotz Logiklücken hat er ganz nebenbei trotzdem einen der besseren Bigfoot-Horrorfilme neueren Datums inszeniert, der knapp 90 Minuten kurzweiligen Mystery-Horror verspricht, insofern man nach dem grandiosen Erstling HEMMORRHAGE die Erwartung herabschraubt. Da kann man nur hoffen, dass sich der kanadische Regisseur bei seiner nächsten Regie-Arbeit wieder dem unkonventionellen widmet oder im Falle kommerziellen Geschichten sorgfältiger am Drehbuch feilt. Denn dann dürfte uns mitunter ein neuer Geheimtipp ins Haus stehen – genügend Ideeninput bringt CROFT auf jeden Fall mit.
 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein schwer unterhaltsamer Bigfoot-Grusler, der den Zuschauer lang im Dunkeln tappen lässt und erst im letzten Akt verrät, worauf das Schauerabenteuer letztendlich hinauslaufen möchte. FEED THE GODS ist rätselhafter Bigfoot-Horror mit sympathischen Helden und reichlich Mystery, aber auch ziemlich vielen Logiklöchern, die mehr Fragen aufwerfen, als Antworten zu liefern. Trotz allem ist FEED THE GODS technisch souverän inszeniert und so straff durchgeplant, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt, sich während der Sichtung Gedanken über Plotungereimtheiten zu machen. Die Suche nach Antworten beginnt erst weit nach Abspann, wenn sich der Herzschlag nach 90 Minuten Dauerhektik normalisiert hat und sich der Filmfan fragt, ob die vielen Mysterien der Handlung vielleicht bewusst nicht aufgelöst wurden, um eine mögliche Fortsetzung rechtfertigen zu können. Man wird sehen was die Zukunft bringen wird.
 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Zensur

 
 
 
FEED THE GODS ist nicht sonderlich brutal. Es gibt ein paar Einschüsse zu sehen – das wars. Deshalb darf man davon ausgehen, dass der Streifen hierzulande unbeschadet die FSK passieren wird – mit einer Freigabe ab 16 Jahren versteht sich.
 
 
 


 
 
 

FEED THE GODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Willow Creek (2013)
 
Exists (2014)
 
Night of the Bigfoot (1980)
 
Bigfoot – Die Legende lebt! (2012)
 
Abominable (2006)
 


Filmkritik: „Jessabelle – Die Vorhersehung“ (2014)

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JESSABELLE – DIE VORHERSEHUNG

Story

 
 
 
Nach einem tragischen Autounfall verschlägt es Jessabelle in das Haus des ihr entfremdeten Vaters, wo es nicht mit rechten Dingen zugeht ….

 
 
 


 
 
 

JESSABELLE – Kritik

 
 
 
Mysteriös und ungewöhnlich handzahm geht es im neuen Film von KEVIN GREUTERT zu, der nach SAW 6 (2009) und SAW 3D – VOLLENDUNG (2010) eher ruhige Töne anschlägt. Der Regisseur probiert sich mal in subtiler Gruselei aus und scheint damit im Trend zu liegen, denn das aktuelle Filmjahr dürfte wohl als das Jahr in die Geschichte des Horrorfilms eingehen, in dem es überraschend oft durch Lichtspielhaus und Heimkino gespukt hat. Glücklicherweise gehört JESSABELLE aber immer noch zu den besseren Geisterfilmen, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat, schließlich ist in Zeiten billigster Found-Footage-Ware vor allem der Geister-Horror zum Massenprodukt verkommen. Die Qualität lässt da oftmals zu wünschen übrig, so dass manch Horror-Fan zu stöhnen beginnt, wenn er von der Veröffentlichung neuer Spuk-Streifen erfährt.
 
JESSABELLE ist ein nicht uninteressanter Grusel-Thriller mit umfangreichem Mystery- und Rätselanteil, denn wie im Haunted-House-Genre typisch, rührt Spuk nicht von ungefähr. Die junge Jessabelle (SARAH SKNOOK) muss das am eigenen Leib erfahren, denn nach einem tragischen Autounfall ist sie an den Rollstuhl gebunden und muss sich im Haus des ihr entfremdeten Vaters auskurieren. Der gewährt vorübergehend Unterschlupf und bietet ihr an das Zimmer der verstorbenen Mutter zu beziehen, die vor vielen Jahren an Krebs gestorben ist und der Tochter ein kleines Vermächtnis in Form von Videobändern hinterlassen hat. Darauf warnt die Verstorbene vor drohendem Unheil, das sie in Tarotkarten gesehen hat, die sie in einem kleinen Kästchen vor dem Ehegatten versteckt hält. Natürlich hat die tote Mutter mit ihren Weissagungen nicht ganz Unrecht, denn mit Jessabelles Ankunft geschehen plötzlich seltsame Dinge im Haus der Eltern, die der ohnehin schon traumatisierten Frau Sorgen bereiten. Eine finstere Kreatur schleicht des Nachts durch die staubigen Zimmer und folgt Jessabelle bis in ihre Träume, wo sie der Heimgesuchten zu verstehen gibt, dass sie im Haus nicht willkommen ist. Als auch der Vater unter mysteriösen Umständen sein Leben lassen muss und die böse Präsenz von stärkeren Geschützen Gebrauch macht, ist es an der Zeit dem Geheimnis des Hauses sowie den unheimlichen Träume auf dem Grund zu gehen. Im ehemaligen Schulfreund Preston (MARK WEBBER aus 13 SINS) findet Jessabelle einen Verbündeten.
 
Regisseur KEVIN GREUTERT überrascht mit Wandlungsfähigkeit, denn irgendwie hat er es nach eher durchwachsenem Tortur-Porn geschafft, einen durchweg gruseligen Mystery-Streifen zu inszenieren, fernab von Quälerei und Gewaltpornografie. Statt Mord und Totschlag verirrt sich GREUTERT im atmosphärischen Gruselkino und findet sichtlich Gefallen daran Spannung langsam aufzubauen, um das Herz des Zuschauers durch möglichst fiese Schreckmomente in die Hose rutschen zu lassen. Protagonistin JESSABELLE wird im gleichnamigen Film von einem wütenden Geistergör heimgesucht, das sich ähnlich wie in den vielen asiatischen RINGU-Plagiaten auf dem Boden krabbelnd durch den Film bewegt. Sprechen mag die jämmerliche Kreatur nicht, was der geplagten Filmheldin vermutlich eine Menge Zeit und Ärger erspart hätte. Stattdessen bahnt sich der Geist fauchend seinen Weg durch das Drehbuch und scheut nicht davor seinem ahnungslosen Opfer schlammigen Mageninhalt ins Gesicht zu kotzen.
 
Geschichten über wütende Geisterwesen und spukende Herrenhäuser scheinen irgendwie nie aus der Mode kommen. Obwohl stets die immer wieder gleichen Gruselregeln zum Einsatz kommen, strömen dennoch Scharen mutiger Zuschauer in Kinosäle, um sich dort in eine Welt des Schreckens entführen zu lassen. JESSABELLE revolutioniert das Spuk-Genre keineswegs. Vielmehr folgt GREUTERT den gängigen Konventionen, die den Geisterfilm zu beliebt gemacht haben. So darf die rastlos spukende Kreatur ebenso wenig fehlen, wie das Geheimnis ihres Ablebens, das es zu ergründen gilt. Auch wenn im Grunde genommen alles so bleibt, wie gehabt versteht es Macher KEVIN GREUTERT gekonnt, das Auflösung seines Filmes möglichst lang hinauszuzögern. Ähnlich wie im Schauermär DER VERBOTENE SCHLÜSSEL (2005) verschlägt es Filmheldin JESSABELLE bei Ihrer Suche nach Antworten in sumpfige Teichlandschaften, wo sie inmitten schwüler Hitze mit Voodoo konfrontiert wird und am Ende einer erschütternden Familientragödie auf die Schliche kommt. Auch wenn JESSABELLE zu jenen Gänsehautwerken gehört, für die man jeglichen Hang zur Logik ausknipsen sollte, weil normal denkende Zuschauer beim Zählen der Filmungereimtheiten den Überblick verlieren dürften, hat Folterexperte KEVIN GREUTERT dennoch einen schwer unterhaltsamen Film gemacht, der sein schlichtes Konzept gut zu verkaufen versteht. Dank wendungsreicher Detektivgeschichte, düstere Gruselstimmung und hervorragend platzierten Schockmomenten ist die filmische Umsetzung von JESSABELLE weitaus ansprechender geworden, als die dünne Geschichte vermuten lassen würde. Deshalb sei all jenen die Reise in die Welt der Toten geraten, die dringend mal wieder einen deftigen Gänsehaut-Kick benötigen.
 
 
 


 
 
 

JESSABELLE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein atmosphärisches Gruselspektakel, fernab ausufernder Splatter-Exzesse. Nach SAW 6 und dem ziemlich desaströsen SAW 3D – VOLLENDUNG hätte vermutlich niemand damit gerechnet, dass Regisseur KEVIN GREUTERT doch noch in der Lage sein würde, halbwegs brauchbare Horrorstreifen zu drehen. Für JESSABELLE legte er kurzum die Folterinstrumente nieder und widmete sich dem eher subtilen Horror – mit Gänsehaut, knarrenden Türen und geheimnisvollen Voodoo-Ritualen. Entstanden ist ein ziemlich packendes Gruselmär, das den Zuschauer in die Welt der Geister entführt, die – wie sollte es auch anders sein – mal wieder ziemlich schlecht gelaunt sind und nichts Gutes im Schilde führen. Wie bereits im Mystery-Thriller DER VERBOTENE SCHLÜSSEL (2005) macht auch GREUTERT Gebrauch von schwülem Südstaaten-Flair, wo inmitten von Plantagen und Sümpfen geheimnisvolle Magie betrieben wird, die als Voodoo oder Hoodoo jedem halbwegs interessierten Horrorfan von Begriff sein dürfte. Auch wenn JESSABELLE mit allerhand Logiklücken zu kämpfen hat und Geschichten von wütenden Geistergören seit RING nicht gerade vor Einfallsreichtum strotzen, erntet der gut aufgebaute Rätselanteil Beifall. Der Zuschauer folgt einer mysteriösen Schnitzeljagd, die nur zaghaft verrät, welch dunkles Familiengeheimnis über Jahre im Verborgenen gehalten wurde. Somit sei JESSABELLE all jenen Horrorfans empfohlen, die eine Leidenschaft für mysteriöse Schauergeschichten pflegen und gern mal heftig erschreckt werden wollen. Für Gorebauern gilt hier: Sendepause.
 
 
 


 
 
 

JESSABELLE – Zensur

 
 
 
Gewalt hat hier keinen Stellenwert. Immer wenn es unangenehm wird, blendet die Kamera weg und springt über zur nächsten Szene. Verwunderlich ist der zurückhaltende Gewaltgrad nicht, denn bereits in Amerika lief JESSABELLE bereits mit PG-13 in den Kinos. Hierzulande dürfte der Film aufgrund der teils gruseligen Spukmomente nicht so einfach mit Kinderfreigabe in die Heimkinos kommen. KOCH MEDIA hat sich die Rechte am Film gesichert. Dieser hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

JESSABELLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jessabelle; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englischh DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen (ca. 8 Min.), Interviews (ca. 9 Min.), Outtakes (ca. 3 Min.), Verlängertes Ende (ca. 1 Min.), Kinotrailer

Release-Termin: 26.11.2015

 

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JESSABELLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
At the Devil’s Door (2014)
 
The Visitant (2012)
 
Gallows Hill (2013)
 
Haunt – Das Böse erwacht (2013)
 
Der verbotene Schlüssel (2005)
 


Filmkritik: „The Midnight Game“ (2013)

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THE MIDNIGHT GAME

Story

 
 
 
Fünf Kids probieren das MIDNIGHT GAME aus – ein angeblich heidnisches Ritual, dessen Anleitung Shane (Guy Wilson) im Internet gefunden hat. Bald schon kommt der Midnight-Man zu Besuch und hält den übermütigen Teenagern die eigenen Ängste vor Augen. Mit ungeahnten Folgen …
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Kritik

 
 
 
Seit jeher übt das Ouija-Brett in Horrorfilmen eine nahezu unbeschreibliche Faszination aus. Doch leider wissen dessen Benutzer nur selten über die korrekte Nutzung bescheid, weil die Anleitung zur Kontaktaufnahme mit dem Jenseits meist nicht gründlich studiert wird. Die Katastrophe ist demnach schon vorprogrammiert, was dem Horror-Fan geradezu recht scheint, sucht der doch in solchen Filmen den obligatorischen Gänsehaut-Kick. Während das Hexenbrett im Genre meist unachtsamerweise als okkultes Spielzeug auf Partys Verwendung findet, erfreuen sich allerhand andere unheimliche Spiele und Rituale im Genre großer Beliebtheit. Die Beschwörung der “Bloody Mary” dürfte wohl hier immer noch zu den bekannteren Zeitvertreiben gehören, mit der sich nun schon einige Filmemacher beschäftigt haben und die schon unzähligen Filmhelden das Leben gekostet hat.
 
Regisseur und Drehbuchautor A.D. CALVO erweitert die Reihe an okkulten Spielereien um das sogenannte “Mitternachtsspiel”, das angeblich auf ein heidnisches Ritual zurückzuführen ist, bei dem Gesetzlose und Ungläubige bestraft werden sollten. Ob es einen derartigen Ritus wirklich gegeben hat, lässt sich an dieser Stelle nicht klären. Wir gehen davon aus, dass eine derart haarsträubende Legende wohl in den Weiten des Internets geboren wurde. Fakt jedoch ist, dass CALVO mit seinem THE MIDNIGHT GAME einen durchaus annehmbaren Vertreter der Gattung Dämonen-Horror gemacht hat, dessen Heimkino-Fassung man sich an einem trüben Herbstabend gern einmal in den Player legen kann, um sich angenehm gruseln zu lassen.
 
Fünf Freunde werden in THE MIDNIGHT GAME zur Jagdbeute des dämonischen Midnight-Mans, der aus jugendlicher Neugierde heraufbeschworen wird, weil Schul-Quarterback Shane (GUY WILSON) im Internet darüber gelesen hat. Als die Eltern unterwegs sind lädt Kaitlan (RENEE OLSTEAD) die besten Freunde zu sich nach Hause ein, um bei Bier und flotten Sprüchen etwas Abstand vom stressigen High-School-Alltag gewinnen zu können. Es dauert nicht lang und Begeisterung kommt auf, als Shane vom MIDNIGHT GAME spricht und es vorschlägt zu spielen. Es werden Kerzen aufgestellt, das Licht gedimmt und die Spielregeln erklärt. Ein jeder erhält die Aufgabe sich zu seinen Ängsten zu bekennen und den Schein seiner Kerze im Auge zu behalten. Erlischt diese, muss sie binnen von zehn Sekunden erneut entzündet werden. Gelingt dies nicht, bietet ein Kreis aus Salz Schutz vor der Heimsuchung des Midnight-Mans, die erst dann ein Ende findet, wenn die Uhr 3.33 geschlagen hat. Selbstverständlich kommt wieder alles anders, als es die Freunde erwartet haben. Die Unachtsamkeit der Kids hat zu Folge, dass die paranormale Beschwörungssause aus dem Ruder läuft. Erst ist es Jenna (VALENTINA DE ANGELIS), die sich plötzlich seltsam verhält. Später verschwindet Jeff (SPENCER DANIELS) unter mysteriösen Umständen, was die Gruppe stutzig werden lässt. Als Rose (SHELBY YOUNG) auch noch seltsame Todesvisionen erhält und ein groteskes Ding durch die Flure huschen sieht, sind sich alle einig: Die Legende vom Midnight-Man ist bittere Realität und der Dämon will die Rufenden mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontieren.
 
Mit seinem unsäglich miserablen Besessenheits-Gähner HOUSE OF DUST (2013) hat sich Macher A.D. CALVO keinen Gefallen getan. Statt zu Gruseln hat er dem Zuschauer mit seiner spannungsarmen Inszenierung das Einschlafen erleichtert. Umso erfreulicher, dass er aus den Fehlern gelernt hat und in THE MIDNIGHT GAME mehr Sorgfalt hat walten lassen. Das Grauen wird hier klassisch heraufbeschworen, was trotz der offensichtlichen Vorhersehbarkeit relativ gut gelingt, zumal die Geschehnisse in THE MIDNIGHT GAME von permanentem Gegrummel untermalt werden, so dass durchaus angenehme Gruselstimmung bewirkt werden kann. Erst ist es leises Poltern, das die Kids verunsichern lässt. Bald schon bewegen sich Möbel wie von Geisterhand und gespenstische Schatten huschen durch die Gänge. Eigentlich beliebiges Geisterkino, wäre da nicht ein halb-Mensch-halb-Widder-artiges Teufelswesen, das den Teenagern das Fürchten lehrt und zweifeln lässt, dass der Midnight-Man nur Aberglaube ist. Schauderhafte Todesvisionen lassen einen Hauch FINAL DESTINATION aufkommen und veränderte Verhaltensmuster lassen auf Besessenheit schließen. In THE MIDNIGHT GAME ist wahrlich viel los, denn A.D. CALVO streut die gängigen Mixturen diverser Sub-Genres in die überschaubare Handlung, ohne den Überblick zu verlieren. Die vielfältige Kombination funktioniert tadellos, denn THE MIDNIGHT GAME hat zwei Pluspunkte: Ein straffes Drehbuch und Atmosphäre. Letztere bewirkt ein permanentes Gefühl des Unbehagens, das vor allem durch gute Kameraarbeit bewirkt werden kann, die in Kombination mit einem subtilen Score schnell ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufbeschwört. Dabei wird das Geschehen durch verschiedene Kamerawinkel dokumentiert, das im Falle von THE MIDNIGHT GAME recht schnell an Fahrt gewinnt, obwohl die Kamera seinen Helden mit eher behäbigen Tempo folgt. Letztendlich hinterlässt CALVOS Streifen gerade aufgrund der eher zurückhaltend eingesetzten Schreckmomente und dem Verzicht auf Gore und Spezialeffekte einen durchweg positiven Gesamteindruck. Der Film ist zwar mit kurzen 75 Minuten knapp bemessen; in Anbetracht der stimmungsvollen und atmosphärischen Machart ist er ähnlich gestrickten Low-Budget-Horrorfilme einen großen Schritt voraus.
 
Am Ende ist man doch überraschter als erwartet. Nicht nur, dass der Film durch einen geschickt platzierten Twist eine ungeahnte Wendung erlebt; der anfänglich austauschbare Teenager-Spuk entwickelt sich recht flott zu unterhaltsamen Gruselfutter, das trübe Herbsttage angenehm schaurig versüßt.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stimmungsvoller Mystery-Thriller, der mehr Wert auf Atmosphäre legt, als seine Protagonisten möglichst derb und schaufreudig über die Klinge springen zu lassen. Regisseur A.D. CALVO ist mehr daran interessiert, ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufzubeschwören, als möglichst viel grafische Gewalt auf der Mattscheibe zu zeigen. Nach dem miserablen HOUSE OF DUST ist ihm das zu allem Erstaunen auch noch recht gut gelungen, denn der Filmemacher beherrscht plötzlich die Fähigkeit Atmosphäre zu schaffen – etwas, was man in seinen bisherigen Werken leider schmerzlich vermisst hat. THE MIDGNIGHT GAME ist ein kleiner, kurzweiliger Gruselfilm, der aus Versatzstücken diverser Sub-Genres besteht und daraus etwas eigenes macht. Dreister Ideenklau wird zwar von Horror-Fans meist mit Ignoranz bestraft; im Falle von THE MIDNIGHT GAME darf man dennoch gern einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde THE MIDNIGHT GAME mit einem „Rated R“ abgestraft. Ganz so hart dürfte es den Streifen hierzulande jedoch nicht treffen, denn wirklich brutal ist das Schauermärchen nicht. Es wird eine ziemlich unangenehme Szene gezeigt, in der eine der Protagonistinnen mit einem Auto überrollt wird. Des Weiteren bekommen wir einen abgetrennten Kopf zu sehen und eine Heldin, die sich mit einem Seil im Gästezimmer erhängt. Das reicht für eine ungeschnittene FSK 16!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I am ZoZo (2012)

The Ouija Experiment (2011)

Bloody Mary (2006)

Candyman’s Fluch (1992)


Filmkritik: „Honeymoon“ (2014)

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HONEYMOON

Story

 
 
 
Von der Stadt hinaus aufs Land: Das junge New Yorker Paar Bea (Rose Leslie) und Paul (Harry Treadaway) verbringen die Flitterwochen in einer kleinen Hütte draußen am See. Doch die romantische Zweisamkeit schlägt in pures Grauen um, als Bea eines Nachts verschwindet und sich danach wie ausgewechselt verhält …
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Kritik

 
 
 
Wenn ein frisch vermähltes Paar fernab der Zivilisation die Flitterwochen verbringt, kann es im Horrorfilm schon einmal vorkommen, dass deformierte und geistig zurückgebliebene Hinterwäldler überraschend zum Kaffee erscheinen und sich ungefragt an der nichtsahnenden Ehegattin vergehen. In HONEYMOON laufen die Dinge diesmal jedoch anders. Ungewöhnlicherweise hat diesmal eine Frau auf dem Regiestuhl Platz genommen, was ja im Genre schon zu einer Seltenheit gehört, werden Horrorfilme doch meist eher von Männern inszeniert. LEIGH JANIAK traut sich was. Nicht nur, dass sie neben der Regie auch gleich für das Schreiben des Drehbuchs verantwortlich zeichnet; die Filmemacherin pfeift zudem auf gängiges Backwood, Slasher- und Terror-Geschrei, das in den letzten Jahren ziemlich oft Handel und Videotheken unsicher gemacht hat. Nach Arbeiten am Hollywood-Kitsch SPIEGLEIN, SPIEGLEIN (2012) mit der Roberts in der Hauptrolle sowie am Found-Footage-Ausflug EUROPA REPORT (2013) wollte sie wohl endlich mal etwas eigenes auf die Beine stellen. Mit HONEYMOON gibt JANIAK ihr Regiedebüt, das für ein Erstlingswerk auch noch beeindruckend souverän umgesetzt wurde, denn die Regisseurin schafft es mit ihrem ersten Langfilm ohne Weiteres, dem Zuschauer das Eheversprechen zu vermiesen.
 
HONEYMOON handelt von Bea (ROSE LESLIE) und Paul (HARRY TREADAWAY), die hier von zwei jungen und für Indie-Verhältnisse bemerkenswert talentierten Schauspielern verkörpert werden, deren Rollen nicht besser hätten besetzt werden können. Das Paar hat frisch geheiratet und will nun in einer Hütte im Wald die verdienten Flitterwochen verbringen. Bea hat hier im Ferienhaus der Eltern als Kind ziemlich viel Zeit verbracht und fühlt sich inmitten von Wäldern und Seen gleich wieder an die Kindheit zurückerinnert. Doch die trügerische Idylle führt bald zu einer Katastrophe. Als Bea eines Nachts unter mysteriösen Umständen verschwindet und vom Ehegatten Paul im Wald aufgelesen wird, nehmen die Dinge ihren Lauf. Erst sind es lapidare Erinnerungen, mit denen die Ehegattin nichts mehr anzufangen weiß. Später muss sie sich Namen und Geburtsdaten in hier Notizbuch kritzeln, damit sie sie nicht wieder vergießt. Als ihr dann auch noch die Lust am Beischlaf vergeht und sich seltsame Bisswunden am Oberschenken abzeichnen, will Paul nur noch eins: weg aus der Einöde und zurück in die Stadt. Leider sind die Autoschlüssel verschwunden und Bea scheint irgendwas vor ihrem Partner verheimlichen zu wollen, was das Vertrauen der frischgebackenen Eheleute auf eine harte Probe stellt und vor allem Paul an die Grenze zum Wahnsinn treibt.
 
Erstaunlich blutleer geht’s in HONEYMOON zu, denn JANIAK hat was zu erzählen, was in Zeiten trivialen Fast-Food-Horrors besonders hervorzuheben gilt. Statt Mord- und Totschlag hat die Regisseurin an einer eigenen Geschichte gefeilt, die nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer lang im Dunkeln tappen lässt. Dabei lässt sich die Filmemacherin viel Zeit für die Entwicklung ihrer Helden, deren Beziehung aufgrund der rätselhaften Umstände zu zerbrechen droht. Die warm vertraute Liebelei zwischen den beiden Protagonisten schlägt nämlich bald in befremdliches Grauen um, denn Paul erkennt, dass seine eigentlich ihm vertraute Gattin wie ausgetauscht handelt und nicht mehr die selbe scheint, die er eigentlich geheiratet hat. Beth wirkt abweisend, ja fast schon verstört und ihre subtile Wandlung lässt anfangs viele Vermutungen offen, was wohl passiert sein könnte. Lang bleibt ungewiss, wohin HONEYMOON den Zuschauer führen wird, denn die Ursachen der Umstände lassen sich so schnell nicht erahnen. JANIAK zögert die Auflösung des Spuks bewusst weit hinaus, was dem Spannungsbogen des Films durchaus förderlich ist. Dabei gelingt es der Regieanfängerin eine unangenehm-bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die sie mit viel Geschick um ihre mysteriöse Geschichte webt. Schnell schlägt zuckersüßes Liebesgeschwätz in subtilen Hütten-Horror um, an dem selbst Body-Horror-Mitbegründer DAVID CRONENBERG (DIE FLIEGE, RABID) seinen Freude haben dürfte, schließlich wird das intensiv gespielte Kammerspiel im Finale um unangenehme Spezialeffekte ergänzt. Die sind zwar durchweg eklig anzuschauen, werden aber bewusst dezent eingesetzt, um das Treiben nicht im plumpen Schockeffekte-Gewitter zu ertränken.
 
Auch wenn das Ende im direkten Vergleich zur clever aufgebauten Geschichte etwas sehr trivial und unspektakulär daherkommt, hat Macherin LEIGH JANIAK mit ihrem Erstwerk eindrucksvoll bewiesen, dass auch Frauen das Zeug haben, sehenswerte Gruselschocker zu stricken. HONEYMOON ist spannend, atmosphärisch und dazu noch gut gespielt. Für einen Horrorfilm unverzichtbare Attribute, die man in vielen Genrewerken jüngeren Datums mit der Lupe suchen muss. Wir meinen: Sehenswerter Erstling und uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Subtiler Body-Horror an dem selbst CRONENBERG seine Freude haben dürfte. HONEYMOON ist ein ungemütlicher Ekel-Albtraum, der frischen Wind ins Horror-Genre bringt. So simpel die Geschichte, so bemerkenswert souverän ist die Umsetzung. Regisseurin LEIGH JANIAK hat hier ihren ersten Spielfilm gemacht und gleich einen Grusel-Hit gelandet. Ihr subtiles Kammerspiel setzt nicht auf plumpe Schockeffekte und blutreichen Splatter-Reigen. Stattdessen geht die Newcomerin psychologischer und atmosphärischer zugange und bebildert mit erstaunlich dramaturgischem Geschick und durch unangenehm-bedrohlichen Bilder den langsamen Zerfall einer eigentlich innigen Liebelei. Daher: Mysteriöser Zu-Hause-Horror par excellence, der sich nicht so einfach durchschauen lässt. Großartig!
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Zensur

 
 
 
Außer etwas Blut, dass aus dem Geschlechtsteil von Protagonistin Beth tropft und einigen ekelhaften Schleimeffekten gibt es in HONEYMOON kaum nennenswerte Gewalt zu sehen. Der Fokus des Films liegt klar auf subtiles Grauen. Demnach hat HONEYMOON hierzulande die FSK unbeschadet mit FSK16 passiert.
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Honeymoon; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer und Trailershow

Release-Termin: 30.01.2015

 

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HONEYMOON – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Thanatomorphose (2012)
 
Contracted (2013)
 
Alien Abduction (2014)
 
Die Fliege (1986)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1993)


Filmreview: „Ghost of Goodnight Lane“ (2014)

ghost-of-goodnight-lane-2014
 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE

Story

 
 
 
Eine Filmcrew wird von einem wütenden Geisterkind bedroht, dass Spaß am Töten hat und den Crew-Mitgliedern das Fürchten lehrt …
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Kritik

 
 
 
Immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet, krabbeln sie ganz unvorbereitet aus ihren modrigen Verstecken hervor und geben dem Horrorfan zu verstehen, dass pitschnasse Geistergören einfach nicht aus der Filmlandschaft wegzubekommen sind. Seit die asiatischen RING-Streifen rachsüchtige Geistermädchen populär gemacht haben, winden und wuseln jene Gestalten immer mal wieder durch düstere Filmszenarien und wollen nur eins: Die Protagonisten jener Filme möglichst hinterlistig um die Ecke bringen. Scream-Queen und Horrorsternchen DANIELLE HARRIS (HALLOWEEN 4+5, HATCHET 3) konnte vermutlich mal wieder einige freie Tage im Terminkalender entbehren und gab sich zusammen mit B-Movie-Dauergast BILLY ZANE die Blöße, beim vorliegenden Video-Murks GHOST OF GOODNIGHT LANE mitzumachen. Auch wenn die HARRIS schon in so einigen kultigen Schockern mitgewirkt hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass ein Horrorfilm auch gut sein muss, der mit der smarten Schauspielerin auf dem Cover wirbt. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an amerikanischen B-Movies, die momentan den Videomarkt überschwemmen, gerät nämlich auch die HARRIS immer mal wieder an Drehbücher, die man besser als Kamin-Anzündhilfe verwendet.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist ein recht passendes Beispiel dafür, dass bekannte Schauspieler nicht zwangsläufig für Qualität stehen müssen, denn was Regisseur ALIN BIJAN hier auf die Beine gestellt hat ist eher hirnloses Fast-Food-Horrorfutter für zwischendurch, das man bereits wieder vergessen hat sobald der Abspann über den Bildschirm flimmert. Wie der Titel bereits vielversprechend verrät, spukt es im Haus auf der GOODNIGHT LANE und das nicht gerade wenig. Der hartnäckige Geist eines nervigen Kindes hat es sich im Postproduktionsstudio einer kleinen Filmcrew gemütlich gemacht und ist gar nicht damit einverstanden, dass das Haus bereits einen neuen Käufer gefunden hat und abgerissen werden soll. Die alte Thelma Perkins weiß Genaueres, flüstert aber in verschlüsselten Versen und scheint kein Interesse daran zu haben einfach mal Tacheles reden zu wollen. Stattdessen lässt sie die Filmleute der Reihe nach über die Klinge springen und offenbart erst am Ende die bittere Wahrheit über die Beweggründe des Geistes. Ihre Enkelin und gleichzeitig Tochter von Charles Manson ist für den tödlichen Schabernack verantwortlich, wurde sie doch in jenem Haus von der eigenen Großmutter ermordet. Am Ende plagen Oma Gewissensbisse. Grund genug das eigene Leben für das der Überlebenden zu opfern.
 
BILLY ZANE fällt zwar positiv durch trockenen Humor auf, hat aber offensichtlich vergessen, dass er sich hier eigentlich in einem Horrorfilm befindet. Während sich seine Schauspielkollegen laut um Kopf und Kragen schreien, steht Herrn ZANE die Lustlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Auch die sonst so taffe DANIELLE HARRIS wirkt ziemlich fehl am Platz, hat doch diesmal die Hauptrolle eine andere ergattert, so dass der beliebten Darstellerin nur noch eine kurze Besessenheitsszene übrig bleibt, um sich mal richtig austoben zu können. Ansonsten gibt es reichlich Trash und handgemachten Splatter zu sehen, was in GHOST OF GOODNIGHT LANE so ziemlich unspektakulär abgehandelt wird, denn eigentlich besteht das Machwerk hauptsächlich aus einer Aneinanderreihung bekannter Haunted-House-Klischees, und vorhersehbaren Jump-Scares, die wohl den Zuschauer am Einschlafen hintern sollen. Mit Ruhm hat sich für diesen austauschbaren Geister-Grusler keiner der Anwesenden bekleckert, denn nicht nur einmal dürfte sich der Zuschauer bei der Sichtung von GHOST OF GOODNIGHT LANE ertappen, wie er kurz zur Fernbedienung greifen möchte, um dem Abspann ein Stück näher kommen zu können. Knapp eine Stunde benötigt der Spukhaus-Quark bis er endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Immerhin gibt es dann abwechslungsreiche Todesarten zu sehen, die aber ohnehin bereits im Trailer gezeigt wurden.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE hat wie jeder zweite hastig heruntergeleierter Video-Trash das Problem, dass ihm einfach Spannung fehlt, denn wirklich gruselig oder atmosphärisch will BIJAN austauschbarer Geisterfilm irgendwie nicht werden. Der Grund hierfür ist schnell gefunden, denn nicht der billige Low-Budget-Look bereitet Probleme, sondern das vollkommen uninspirierte Drehbuch, dass mal wieder nach Schema F abgehandelt wird. Die Geschehnisse rund um GHOST OF GOODNIGHT LANE sind nicht neu und hat man mittlerweile einfach schon bedeutend besser erzählt auf der Mattscheibe gehabt. Seltsamerweise weicht Macher ALIN BIJAN kurz von der schablonenhaften Erzählung ab. In einer Szene bekommen wir besessene Puppen vor die Linse. Ein wunderbar nostalgischer Moment, der kurz die legendäre PUPPET MASTER-Reihe und den charmanten Gordon-Puppenhorror DOLLS ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Leider dauert der magische Moment nur wenige Sekunden, danach richtet BIJAN das Augenmerk erneut auf das Langweilen des Zuschauers. Was für eine Verschwendung!
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist die weitaus blutigere Antwort auf die subtile RING-Filmreihe, in der ein verärgertes Geistergör pitschnass aus TV-Apparaten krabbelt und das Fürchten lehrte. Das Geistermädchen in GHOST OF GOODNIGHT LANE hat andere Probleme. Nicht nur, dass sie mit fettigem Haupthaar zu kämpfen hat; so wirklich beängstigend wirken ihre Wutausbrüche nicht auf den Zuschauer, dem vor allem die nicht enden wollenden Müdigkeitserscheinungen Sorgen bereiten dürften, schließlich hat GHOST OF GOODNIGHT LANE mit permanenter Ideenarmut zu kämpfen. Das Problem dürfte Regisseur ALIN BIJAN bereits beim Schreiben des Drehbuchs erkannt haben, so dass er die Handlung um nette Splatter-Momente und Jump-Scares bereichert hat. Was dem Streifen dennoch fehlt ist Spannung und Atmosphäre, denn Blut und coole Sprüche allein machen aus eigentlich totgefilmten Geschichten keine guten Horrorfilme. Wer übrigens DANIELLE HARRIS mal wieder in einer vollkommen überflüssigen Rolle sehen mag, dürfte sich immerhin über ihren Auftritt in GHOST OF GOODNIGHT LANE freuen. Dennoch bleibt hier einmal mehr die Frage unbeantwortet, warum die HARRIS ihren Namen für diesen unnützen Käse hergegeben hat. Ihr Bankkonto dürfte die Antwort liefern.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Zensur

 
 
 
Die wenigen Splatter-Momente wurden geschickt getrickst. Nägel bohren sich in Augen, eine Protagonistin schlitzt sich ein Hackenkreuz auf die Stirn und ein Gesicht wird von einem Ventilator zermatscht. Klingt zwar alles blutig und schaut lustig aus, dürfte aber für eine FSK16 reichen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2013)
 
The Unbroken (2012)
 
Aberration (2013)