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Beiträge mit Schlagwort “Mysteryfilme 2016

Filmkritik: „Rings“ (2016)

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RINGS

(RING 3)

Story

 
 
 
Fortsetzung und gleichzeitig Reboot zum amerikanischen Horrorfilm THE RING von 2002. Auch im dritten Film machen Menschen Bekanntschaft mit einem unheimlichen Geistermädchen, weil sie ein schauriges Videoband angesehen haben.

 
 
 


 
 
 

RINGS – Kritik

 
 
 
Die 2000er Jahre waren ein wichtiges Jahrzehnt – vor allem für das Horror-Genre. Profitorientierte Filmstudios und Filmproduzenten aus Amerika kamen nämlich auf die glorreiche Idee mit Neuverfilmungen beliebter Horrorstreifen Geld zu verdienen. Das stieß zwar nicht bei jeden Fans auf Zustimmung, ließ aber Kassen klingeln. Weil beinahe jedes Horror-Remake ein Hit wurde, entwickelte sich bald eine regelrechte Flut an Neuverfilmungen, die vor keinem Horrorklassiker Halt machte. So entstanden Neuinterpretationen reißerischer Streifen, die in den 1970er und 1980er für Furore gesorgt haben. Darunter: THE HILLS HAVE EYES, DAWN OF THE DEAD oder das berüchtigte TEXTAS CHAINSAW MASSACRE. Aber nicht nur Altbewährtes wurde für Geld noch einmal durch den Fleischwolf gejagt. Auch beliebte Hits aus Fernost mussten herhalten und wurden von amerikanischen Filmemachern ansprechend neu verfilmt, damit möglichst viel Reibach gemacht werden kann. So entstanden Remakes von Filmen wie A TALE OF TWO SISTERS, INTO THE MIRROR oder auch RING. Letzterer mauserte sich 2002 zum Überraschungserfolg und zog drei Jahre später eine Fortsetzung nach sich, die aber nicht mehr an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen konnte. Mittlerweile ist über ein Jahrzehnt vergangen. Dennoch zog man das zornige Geistermädchen Samara noch einmal aus ihrem Brunnen, um es ein weiteres Mal auf den Kinogänger loszulassen. Entstanden ist RINGS – Teil drei der amerikanischen RING-Serie, der sich zumindest visuell an den Vorgängern orientiert.
 
 
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Das Geistergör Samara ist wieder da und verbreitet erneut Angst und Schrecken. Diesmal steht Biologieprofessor Gabriel (JOHNNY GALECKI aus dem 90er TV-Quotenhit ROSEANNE) im Mittelpunkt, der auf einem Trödelmarkt einen alten VHS-Rekorder kauft und darin ein ominöses Videoband entdeckt. Natürlich wird es abgespielt. Darauf entdeckt er verstörende Bilder, die nichts Gutes verheißen. Wenig später klingelt das Telefon. Geistermädchen Samara teilt dem Professor mit, dass er noch sieben Tage zu leben hat. Doch der findet eine Lösung um den vorausgesagten Tod zu entkommen. Weniger Glück hat dagegen Studentin Julia (MATILDA ANNA INGRID LUTZ). Die kommt bei ihrer Suche nach Freund Holt (ALEX ROE) auch in Kontakt mit dem schaurigen Video und bangt um ihr Leben. Doch offenbar ist sie auserwählt. Geistermädchen Samara scheint ein besonderes Interesse an der jungen Frau zu haben. Letztere wird auf eine mysteriöse Reise geschickt, während der es gilt weitere Details über das unfreiwillige Ableben des wütenden Waisenkinds in Erfahrung zu bringen.
 
 
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Die permanente Ideenarmut großer Studios nervt. Offenbar versucht man den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und kramt Filmrezepturen aus der Schublade, die vor vielen Jahren schon mal Kinosäle füllen konnten. Die PARAMOUNT STUDIOS brauchen wohl dringend Geld. Anders lässt sich nicht erklären, warum man ein Desaster wie RINGS in Produktion gegeben hat, das wohl zu den erzwungendsten Fortsetzungen gehört, die man in den letzten zwanzig Jahren zu sehen bekommen hat. Die Lieblosigkeit spürt man an allen Ecken und Kanten. Spannung fehlt, für Gruselmomente hatte man keine Zeit und an die für Horrorfilme obligatorischen Schreckmomente hat man erst gar nicht gedacht. RINGS erweckt den Eindruck, als habe man hier hastig was ins Kino bringen wollen, was normalerweise für den Videomarkt produziert wird. Der Film ist mehr Mystery-Schnitzeljagd als Horrorfilm und versucht krampfhaft weiterzuführen, was man mit RING im Jahr 2002 begonnen hat. Eigentlich wurde dort alles gesagt. Auch die Fortsetzung RING 2 von 2005 gab Antworten auf Fragen, die noch unbeantwortet waren. Demzufolge mutet RINGS überflüssig an, der künstlich Handlungsstränge spinnt, um das RING-Universum zwölf Jahre nach dem letzten Ableger ein weiteres Mal aufleben zu lassen. Leider ging die Rechnung nicht auf. RINGS blieb weit hinter den Erwartungen zurück und konnte international gerade einmal 88 Millionen Dollar (Stand Juni 2017) einspielen. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was noch RING 2 an den Kinokassen einbringen konnte. Letztendlich ist das auch kein Wunder. Das Böse im Film kommt nämlich reichlich zu kurz. Geistermädchen Samara darf nur wenige Male aus Fernsehgeräten grabbeln. Das langweilt den Zuschauer, der außer ästhetischen Hochglanzbildern nur wenig Horror zu sehen bekommt. Vielleicht sollte man es dabei belassen. Die Ring-Akten wurden bereits 2005 geschlossen. Demzufolge wäre jedes weitere Sequel vergeudete Zeit.
 
 
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RINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine der wohl überflüssigsten Fortsetzungen, die man von einem erfolgreichen Horrorfilm zu sehen bekommen hat. RINGS ist Fortsetzung und Reboot zugleich und knüpft da an, wo die Reihe mit RING 2 im Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Samaras Rückkehr ist eine Rückkehr mit Hindernissen. Das Sequel mit dem Titel RINGS sollte eigentlich schon im Mai 2015 in die Kinos kommen. Der Start wurde aber mehrfach verschoben. Offenbar war man nicht sonderlich überzeugt vom Resultat und ordnete Nachdrehs an. Die konnten aber auch nichts mehr retten, denn RINGS ist derart geist- und lieblos, dass Fans der Gruselreihe wohl bitter enttäuscht sein werden. RINGS ist nicht sonderlich spannend und befindet sich dramaturgisch auf TV-Niveau. Dabei wird weiter in der Vergangenheit von Geistermädchen Samara gegraben, die sich im neuen Ableger übrigens verdächtig wenig auf der Mattscheibe zeigt. RINGS ist eine Schlafpille vor dem Herrn. Besser man meidet diesen Zeiträuber aus der Traumfabrik und schaut sich noch einmal das japanische Original von 1998 an. Darauf basieren nämlich die amerikanischen RING-Teile.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Zensur

 
 
 
RINGS hat kaum brutale Momente oder gar Schauwerte zu bieten. Es gibt einige Leichen mit schmerzverzerrten Gesichter zu sehen. Zudem fällt ein Mann die Treppe hinunter. Hierzulande hat RINGS eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rings; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Der Kreis des Schreckens schließt sich, Wiederbelebung der Toten: Die Rückkehr von Samara, Unheimliche Szenen, Entfallene / Erweiterte / Alternative Szenen

Release-Termin: 15.06.2017

 

Rings [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RINGS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Tag-Along (2015)
 
Grave Halloween (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)
 
Ju-on: The Grudge (2002)
 

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Filmkritik: „Dead Awake“ (2016)

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DEAD AWAKE – WENN DU EINSCHLÄFST BIST DU TOT

(DEAD AWAKE)

Story

 
 
 

Was tun, wenn man in einer Art Wachzustand gefangen ist, sich nicht bewegen kann und den Attacken eines Geistes ausgesetzt ist. DEAD AWAKE erklärt, was zu tun ist.

 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Kritik

 
 
 
Manchmal sollte man Geschwister auch ernst nehmen – vor allem dann, wenn sie von mysteriösen Erscheinungen im Schlaf sprechen. Mit Letzteren macht auch die attraktive Beth Erfahrung, die während sogenannter Schlaflähmung mit einer eigensinnigen Kreatur Bekanntschaft macht. Leider will der verzweifelten Frau niemand Glauben schenken, was auch gleichzeitig ihr Todesurteil bedeutet. Kaum eingeschlafen befindet sich Beth wieder im Zustand der Schlafparalyse und muss tatenlos mit ansehen, wie sie von einem Geisterwesen erwürgt wird. Der rätselhafte Tod der lebenslustigen Mittdreißigerin wirft Fragen auf, die vor allem Schwester Kate ins Grübeln bringen. Die glaubt nicht an einen natürlichen Tod, weil auch sie seit Tagen unter Schlaflähmung leidet und von einer unheimlichen Präsenz heimgesucht wird. Doch es kommt noch schlimmer. Auch im Freundeskreis geht plötzlich der Sensenmann um, was Kate dazu veranlasst, nach den Ursachen zu forschen. Sie findet heraus, dass eine bösartige Kreatur den regungslosen Zustand der Schlafparalyse ausnutzt, um Menschen zu töten. Scheinbar erscheint sie nur denen, die auch an sie glauben. So beginnt für Kate ein Wettlauf gegen Zeit und Müdigkeit, schließlich könnte jeder Schlaf für sie der Letzte sein.
 
 
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Der Schöpfer von so Teen-Horror, wie FINAL DESTINATION und TAMARA meldet sich zurück, um schreckerprobten Horrorfilmfans mit solidem Gruselnachschub zu versorgen. JEFFREY REDDICK nennt sich der Genre-Experte, der offenbar am Niederkritzeln von Schauergeschichten einen Narren gefressen hat. Schon früh erprobte sich der Horrorfan im Schreiben von Filmdrehbüchern. So verfasste er mit gerade einmal 14 Jahren ein zehnseitiges Prequel zum Kultstreifen A NIGHTMARE ON ELM STREET und sendete es an das damals noch kleine Filmstudio NEW LINE CINEMA. Das war nicht interessiert und sendete das Skript ungelesen zurück. Doch Reddick ließ nicht locker und forderte Erklärungen für die Absage. Die Hartnäckigkeit machte sich bezahlt und das Studio bot dem Filmfan ein Praktikum an, während dem er die Drehbücher zu FINAL DESTINATION und dessen Fortsetzung verfasste. Nachdem damit Erfolge an den Kinokassen eingefahren werden konnte, verließ JEFFREY REDDICK das Studio nach elf Jahren, um sich auf eigene Projekte konzentrieren zu können. Eine gute Entscheidung, denn sonst hätte man den erfolgreichen Geschichtenschreiber vermutlich noch zu zwanzig weiteren Drehbuchfortsetzungen des beliebten FINAL DESTINATION-Franchise verpflichtet.
 
 
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Statt dem Sensenmann erfinderisch von der Schippe zu springen, kommt der Tod jetzt im Schlaf. DEAD WAKE schimpft sich ein weiterer Coup des talentierten Drehbuchautors, der sich – ähnlich wie die Gruseldokumentation THE NIGHTMARE – dem rätselhaften Phänomen der Schlafparalyse widmet, unter dem Millionen Menschen auf der ganzen Welt leiden. Hierbei befinden sich Betroffene bereits in der Aufwachphase, sind aber körperlich und mental immer noch in einem traumähnlichen Zustand, der ein Bewegen oder Sprechen unmöglich macht. Das ist passender Stoff aus dem Albträume gewebt werden können, denn nichts scheint furchteinflößender zu sein, als die Tatsache im Schlaf vom Bösen heimgesucht zu werden. Was aus Ärztesicht jedoch harmlos ist, wird im Falle von DEAD WAKE auf die Spitze getrieben. Hier wird die Hilflosigkeit von schlafenden Menschen ins Absurdum getrieben, die sich wegen genannter Schlaflähmung nicht bewegen können. Entstanden ist ein simpler Mysterythriller, der seine Heldin auf eine gefährliche Reise voller Gefahren schickt, während der vor allem eines zum größten Problem wird: die Müdigkeit. Sind Protagonisten im Film nämlich einmal dem Schlaf verfallen, wachen sie nicht mehr auf. Eine makabrer Einfall, der unweigerlich Reddicks Liebe zum Kultklassiker A NIGHTMARE ON ELM STREET aufleben lässt. Darin ermordete ein Traumdämon ebenso hinterlistig Teenager im Schlaf, die Wege finden mussten, um das Böse aus ihren Träumen verbannen zu können. Was dort clever, kreativ und nahezu comicgleich fürs Publikum aufbereitet wurde, erinnert in DEAD AWAKE eher an einen weiteren Ableger der japanischen Horror-Reihe RING. Statt einem Rasiermesserkiller bekommen es die Protagonisten nämlich hier mit einem geisterartigen Wesen zu tun, das bewegungsunfähigen Opfern an die Gurgel springt.
 
 
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Dank markerschütternder Klangteppich und gutem Monster-Design sind die Erscheinungen der Geisterfrau nicht ohne. DEAD AWAKE hat nämlich ein kleines Problem mit dem Tempo, was Dank regelmäßig eingestreuter Geister-Attacken und gut platzierter Schockmomente nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Leider bleibt das Mysterium weitestgehend ungeklärt. Der Zuschauer erfährt wenig über die Gründe der Angriffe – vermutlich, um dem Geisterwesen nicht seinen Schrecken zu nehmen. Ein Vorgehen, das zumindest im Falle von DEAD AWAKE Sinn macht, hat doch die Vergangenheit gezeigt, dass es nicht immer förderlich ist, wenn man in Horrorfilmen übernatürliche Bösewichte demaskiert. So erntete Rüpel-Rocker ROB ZOMBIE mit seinem Remake zum Kultklassiker HALLOWEEN Kritik, weil er zu akribisch versucht hatte, denn Mythos um Horror-Ikone MICHAEL MEYERS zu ergründen. Gleichen Fehler versucht man in DEAD AWAKE zu umgehen. Der Mysterythriller bleibt mysteriös und wirft mit unbeantworteten Fragen das Kopfkino des Zuschauers an. Weil die Thematik von der Schlafparalyse weitestgehend unverbraucht ist und ein offenes Ende auf eine Fortsetzung schließen lässt, dürfte auch dieser Horror-Titel aus der Feder von JEFFREY REDDICK in Serie gehen. Insofern man nicht wiederholt, sondern weiterspinnt, könnte DEAD AWAKE zu einem neuen Horror-Franchise mit Suchtpotenzial werden.
 
 
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DEAD AWAKE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
A NIGHTMARE ON ELM STREET nur ohne FREDDY KRUEGER. Eine beunruhigende Grusel-Symbiose aus NIGHTMARE IN ELM STREET und RING. Was, wenn man wach ist, sich aber nicht bewegen kann und tatenlos mit ansehen muss, wie man gerade umgebracht wird. Genannter Einfall ist makaber, wird aber im Falle von DEAD AWAKE effektiv genutzt, um maximales Unbehagen entstehen zu lassen. Drehbuchautor JEFFREY REDDICK zitiert und verbeugt sich ehrfürchtig vor dem 2015 verstorbenen Altmeister WES CRAVEN und hat sein Drehbuch zu DEAD AWAKE von Regisseur PHILLIP GUZMAN verfilmen lassen, der daraus einen handwerklich soliden Thriller mit übernatürlichen Touch gemacht hat. Aufgrund der unverbrauchten Thematik über Schlaflähmung bleibt der Streifen – trotz konventionellem Ablauf – über weite Strecken spannend. Ein großer Teil dessen ist dem mysteriösen Filmmonster zu verdanken. Wenn sich das Böse nämlich in seiner fiesen Pracht auf der Mattscheibe zeigt, wächst DEAD AWAKE zu eigentlicher Größe heran. Auch wenn Gebotenes mancherorts etwas sehr an den japanischen Geister-Reißer RING erinnert, macht DEAD AWAKE wegen äußerst fieser Einfälle Lust auf mehr. Weil FINAL DESTINATION-Schöper und Drehbuchautor JEFFREY REDDICK Erfahrungen mit Fortsetzungen hat, dürfte es nicht verwundern, wenn auch dessen Schlafparalyse-Grusler weitergeführt wird.
 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Zensur

 
 
 
In DEAD AWAKE – WENN DU EINSCHLÄFST BIST DU TOT gibt es kein Blut zu sehen. Die wenigen Gewaltmomente reduzieren sich auf Attacken eines Geistes, der seine Opfer während des Schlafes erwürgt. Hierzulande hat DEAD AWAKE eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dead Awake; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 25.07.2017

 

Dead Awake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Nightmare on Elm Street (1984)
 
A Nightmare on Elm Street (2010)
 
Dream Demon (1988)
 
The Drownsman (2014)
 
The Nightmare (2015)
 
Ring (2002)
 


Filmkritik: „We Go On“ (2016)

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WE GO ON

Story

 
 
 

Miles Grissom hat Angst vorm Sterben und vor allem vor dem was danach kommt. Deshalb zahlt er viel Geld an denjenigen, der ihm zeigen kann, was auf der Schwelle zum Tod passieren wird. Gott sei Dank steht immer Mutter Charlotte (ANNETTE O’TOOLE aus SMALLVILLE) zur Seite, die ihren Sohnemann vor Betrügern und Unachtsamkeit beschützt. Der muss bald am eigenen Leibe erfahren, dass mit dem Tod gern auch mal Geschäfte gemacht werden.

 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich, wenn wir tot sind? Gibt es mit bereits verschiedenen Menschen ein Wiedersehen im Jenseits oder irren wir als verbitterte Geisterwesen rastlos auf Erden umher? Werden wir in einer anderen Lebensform wiedergeboren oder verharren wir bewegungslos in einer Holzkiste bis unsere Körper zu Staub zerfallen sind? Der Indie-Gruselstreifen WE GO ON geht diesem Thema auf den Grund und versucht Antworten auf eine Frage zu finden, die bereits seit Menschengedenken gestellt wird. Dabei hebt sich der Streifen mit seinem erfrischenden Konzept wohlwollend von der austauschbaren Geister- und Spukmassenware ab, die nahezu täglich in TV oder Kino zu sehen ist. Was hier gezeigt wird ist vom Ablauf ungewöhnlich unkonventionell und macht deshalb neugierig, weil WE GO ON nicht so schnell durchscheinen lässt, wohin die Reise führen wird. Das verwundert, vor allem deshalb, weil dieser tiefgründige Genre-Beitrag von Filmemachern inszeniert wurde, die vor einigen Jahren mit eher unbedachtem Horrorstoff von sich hören lassen haben. Mit dem Debütstück YELLOWBRICKROAD bekleckerten sich JESSE HOLAND und ANDY MITTON im Jahr 2010 nicht sonderlich mit Ruhm und lieferten langweiligen Mystery-Unsinn ab, der zu Recht von Kritikern verrissen wurde. Jetzt ist aber alles anders. Die beiden Newcomer scheinen nach einigen Regie-Arbeiten, wie CHILLING VISIONS – 5 SENSES OF FEAR dazugelernt zu haben. Entstanden ist sehenswertes Indie-Gruselkino, das den Zuschauer auf unbekannte Genre-Territorien lotst und dabei auch noch eine unverbrauchte Geschichte zu erzählen hat. Wem es daher dringend nach Neuerungen im Genre und gut durchdachten Handlungsaufbau dürstet, ist mit WE GO ON gut beraten.
 
 
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Das Leben geht manchmal seltsame Wege. So auch für den attraktiven Miles (absolut glaubwürdig: CLARK FREEMAN), der nach einem schweren Autounfall plötzlich mit vielen Ängsten zu kämpfen hat. Vor allem das Sterben bereitet dem Leidgeplagten große Sorgen und das, was danach kommt oder auch nicht. Um sich die begründete Angst vor dem Tod nehmen zu lassen, gibt der Angsthase eine Anzeige in der Tageszeitung auf. Darin verspricht er demjenigen 30.000 Dollar, der ihm einen Beweis liefert, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Natürlich melden sich gleich dutzende Menschen, die meinen Geister oder Engel gesehen zu haben. Doch schnell wird klar, dass es sich bei den meisten derer um Spaßvögel und Betrüger handelt, die nur auf schnelles Geld aus sind. Immerhin können drei Kandidaten Interesse wecken. Darunter ein Wissenschaftler, ein Medium und der Inhaber eines geheimnisvollen Holzkästchens – HELLRAISER lässt grüßen. Leider erhält der Fragesteller auch dort nicht die Antworten, die er sich anfangs erhofft hat. Da klingelt unverhofft das Telefon und ein mysteriöser Anrufer will den skeptischen Miles eines Besseren belehren. So wandelt unser ängstlicher Held bald auf Spuren des Außerweltlichen und kommt der Totenwelt näher, als es ihm lieb sein dürfte. Manchmal ist es eben besser, bestimmte Türen nicht zu öffnen.
 
 
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Die Geister, die er rief, wird er nicht wieder los. Hinter WE GO ON verbirgt sich ein origineller Mystery-Beitrag, der das Thema ‚Leben nach dem Tod‘ aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Statt schockiert, gegruselt und erschreckt, wird hier endlich mal wieder „erzählt“. Die Regisseure JESSE HOLAND und ANDY MITTON fokussieren sich auf Protagonisten, deren Ängsten und Schicksale und setzen in ihrem clever gestrickten Mysterdrama eine Kette von Umständen in Gang, die Zuschauer und Filmhelden am Ende gewünschte Erleuchtung bringen wird. Dabei erweisen sich die zugänglichen und sympathischen Hauptfiguren als eigentliche Geheimzutat. Aus denen geht die gesamte Geschichte hervor und man wünscht ihnen nichts Böses. Weil die sich rational und menschlicher verhalten, wachsen sie schnell ans Herz. Etwas, was man in vielen schnell abgedrehten und austauschbaren Genre-Produktionen neueren Datums vermisst. WE GO ON ist kein Film fürs breite Publikum. Der günstige produzierte Mysterystreifen protokolliert in ruhigen und zurückhaltenden Bildern die berechtigte Angst vorm Tod, belehrt aber am Ende fast schon ermahnend, dass die Furcht vor dem Ableben unbegründet ist und man besser das Leben in vollen Zügen genießen soll. Der langsame Handlungsaufbau und der gemächliche Erzählstil sind jedoch Fluch und Segen zugleich. Weil sich WE GO ON leider viel Zeit für Geschichte und Figuren lässt und dabei auch kaum Horrorelemente zu bieten hat, dürfte sich manch Mainstream-verwöhnter Filmfan schnell gelangweilt fühlen. Angesichts der Flut an sich ständig wiederholender Grusel- und Horrorgeschichten ist das egal, schließlich steckt in WE GO ON das, was in vielen aktuellen Produktionen fehlt: Herzblut und Originalität.
 
 
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WE GO ON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine emotionale Suche nach Antworten. WE GO ON ist einer der emotionalsten und tiefgründigsten Gruselstreifen der letzten Jahre, der viele neuere Horror-Produktionen in den Schatten stellt. Das Szenario ist originell und die ungewöhnlichen Figuren wachsen schnell ans Herz. Trotz Geisterthematik ist WE GO ON aber kein Gruselfilm von der Stange. Schockmomente gibt es hier kaum zu sehen und auch sonst wird eher Unkonventionelles geboten. Überhaupt verbirgt sich hinter dem unaufgeregten Film mehr Drama über den Kampf gegen Ängste, das gerade wegen seiner hervorragend gewählten Schauspieler von aufgeschlossenen Genre-Fans vorgemerkt werden sollte. Statt eindimensionaler Massenware wird Grusel mit Hirn aufgetischt, der zum Miträtseln animiert und trotz ruhiger Inszenierung stets spannend bleibt. Die Wendungen, die WE GO ON im Verlauf der Handlung einschlägt, sieht man nicht kommen. Da kann sich der selbsternannte Mystery-Guru Hollywoods M. NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, SPLIT, THE VISIT) gern mal eine Scheibe von abschneiden. Der hat mit seinen haarsträubenden und überraschenden Filmauflösungen zuletzt eher für lautes Gelächter gesorgt, statt für verblüffte Gesichter. Wie’s richtig geht zeigen deshalb die Regisseure JESSE HOLAND und ANDY MITTON mit WE GO ON. Trotz mangelnder Effekthascherei – und vielleicht auch gerade deshalb – ist dieser Gruseltrip einer der unheimlichsten Filme, die wohl je gedreht wurden. Von uns gibt es daher das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Zensur

 
 
 
WE GO ON hat eigentlich kaum Gewalt oder Schauwerte zu bieten. Man sieht eine halb verweste Leiche und eine Schusswunde. Das war’s. Hierzulande reicht das für FSK16. Ob sich aber ein deutsches Label erbarmen und diesen originellen Gruselfilm hierzulande veröffentlichen wird, dürfte hingegen fraglich sein. Hier sollte man sich mal überraschen lassen.
 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sixth Sense (1999)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 
Jack Goes Home (2016)
 
The Suffering (2016)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 


Filmkritik: „Sam Was Here“ (2016)

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SAM WAS HERE

(NEMESIS)

Story

 
 
 

In der kalifornischen Mojave-Wüste erlebt ein Handelsvertreter den blanken Horror. Erst leuchtet ein mysteriöses Licht am Himmel. Später machen Menschen Jagd auf ihn. Was liegt hier im Argen?

 
 
 


 
 
 

SAM WAS HERE – Kritik

 
 
 
Talentierte Schauspieler, ein cleveres Drehbuch und genug Spannung, um den Zuschauer bei Laune zu halten – es bedarf nicht viel um einen sehenswerten Horrorfilm zu drehen. Dennoch scheitern allein daran schon viele Regisseure, weil es den meisten Horrorfilmen neueren Datums an Ideen mangelt. Stattdessen werden die immer wieder gleichen Geschichten abgespult in der Hoffnung, mit der unersättlichen Nachfrage des horrorhungrigen Publikums irgendwie Geld verdienen zu können. Das macht müde und nimmt allmählich die Lust am Genrefilm. Immerhin gibt es Ausnahmen. Die sind zwar rar, aber dennoch vorhanden. Einer dieser Streifen mit Seltenheitswert nennt sich SAM WAS HERE, der mal wieder von einem Newcomer gedreht wurde, der auf Konventionen pfeift. Mit gerade einmal 70.000 Euro hat hier ein französischer Regisseur einen hitzigen Thriller gedreht, der wieder Lust auf mehr Horror macht. CHRISTOPHE DEROO nennt sich der ambitionierte Filmemacher, der mit seinem anarchistischen Filmdebüt und dem Mut zum Unkonventionellen Werke der französischen Terrorwelle ins Gedächtnis ruft. Die wütete in den 2000ern und brachte kontroverse Streifen wie MARTYRS oder HIGH TENSION hervor, welche sich sogar international einen Namen machen konnten. Auch dort kümmerte man sich weder um Grenzen noch Geschmäcker, hielt mit der Kamera drauf und polarisierte. Letzteres gelingt auch SAM WAS HERE ohne Probleme – wenngleich auf anderem Wege.
 
 
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NEMESIS – so wie SAM WAS HERE auch vermarktet wird – erzählt die rätselhafte Geschichte des Vertreters Sam (RUSTY JOINER), der von seinem Vorgesetzten ins amerikanische Hinterland geschickt wird, um mehr Kunden akquirieren zu können. Der fährt in schwüler Hitze durch die Mojave-Wüste von Kalifornien und klappert ein Haus nach dem anderen im kargen Ödland ab, um deren Bewohner zum Kauf seiner Produkte zu bewegen. Kurioserweise steht er aber immer vor verschlossenen Türen und auch sonst ist keine Menschenseele zu sehen. Nur ein lokaler Radiosender bietet Abwechslung zum monotonen Vertreteralltag. Auf dem wird pausenlos von den grausamen Verbrechen eines skrupellosen Kinderschänders berichtet, der in der Gegend für Angst und Schrecken sorgt. Leider nehmen die Ereignisse bald eine seltsame Wendung. Sam wird plötzlich von maskierten Menschen verfolgt, die ihm nichts Gutes wollen. Zudem werfen Briefe Fragen auf, in denen der ominöse Radiosender die Bewohner der Gegend zum Mord am Kindermörder anstiftet. Kein gutes Omen für den ahnungslosen Vertreter. Der muss bald einsehen, dass man ihn als den gesuchten Mörder verdächtigt. Aber warum? Für die Antwort darauf ist sollte man die grauen Zellen aktivieren.
 
 
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Es müssen nicht immer dunkle Gänge, gruselige Herrenhäuser oder verlassene Friedhöfe sein, um Gänsehaut bewirken zu können. Wie bereits zuletzt in DRIFTER oder CARNAGE PARK kann auch schwüle Wüstenatmosphäre dazu beitragen, um ausweglosen Horror zu transportieren. Die mysteriöse und spannend aufbereitet Geschichte ist hier die Quintessenz. SAM WAS HERE ist nämlich nicht so leicht zu durchschauen, denn Regisseur CHRISTOPHE DEROO verzichtet auf plausible Antworten und führt stattdessen seine mysteriöse Geschichte ins Absurdum. Ist der Filmheld ein kaltblütiger Kindermörder und kann sich daran nicht erinnern? Oder wird in diesem Film gar Kritik an den Medien geäußert, die durch gezielte Falschinformationen den Hass von Menschen schüren? SAM WAS HERE nimmt den Zorn der Zuschauer auf sich und verwirrt mit offenem Ende. Statt Antworten gibt es Fragen, auf deren Suche nach Antworten weitere Fragen aufgeworfen werden. Diese Richtung ist aber gewollt, denn Filmemacher CHRISTOPHE DEROO macht es seinem Vorbild DAVID LYNCH gleich. Auch der ist dafür berüchtigt einfache Geschichten zu erzählen, die viele Schubladen öffnen und so mehrere Interpretationen zulassen. Demzufolge sollte man das Köpfchen anstrengen und seine Phantasie spielen lassen. Wem das bewusst ist, erlebt mit SAM WAS HERE einen tadellosen Horrorbeitrag der sich ins Hirn brennen wird.
 
 
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SAM WAS HERE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Achtung: Horror-Geheimtipp! Ultra-Spannender Überlebenshorror unter der drückenden Hitze Nord-West-Amerikas. Was hier mit 70.000 Euro in zwölf Tagen gedreht wurde ist erstaunlich. SAM WAS HERE (Alternativtitel: NEMESIS) ist auf technischer Ebene vielen Indie-Produktionen um Längen voraus. Zudem erweist sich Regisseur und Drehbuchautor CHRISTOPHE DEROO als wahrhaftiger Meister der Spannung. Sein Filmdebüt ist zwar mit knappen 70 Minuten nicht sonderlich lang, fesselt aber mit einer undurchsichtigen und ebenso unvorhersehbaren Geschichte ungemein. In Interviews erklärte der Newcomer, dass er neben DAVID LYNCH auch ein großer Liebhaber der Filme von Regisseur JOHN CARPENTER ist. Demzufolge gibt’s aggressiv pumpenden Synthesizer-Sound für die Ohren, der zweifelsohne die Frühwerke des Altmeisters Revue passieren lässt. Wie genanntes Vorbild versucht CHRISTOPHE DEROO mit wenigen Mitteln viel zu schaffen und zu sagen. Das kleine Budget sieht man dem Film zu keiner Minute an – eine Kunst für sich. Weil keine Antworten auf dem Silbertablett serviert werden, dürfte SAM WAS HERE aber manch Zuschauer vor den Kopf stoßen. Das ist gewollt, denn CHRISTOPHE DEROO gab in Interviews zu verstehen, dass Verständnis nicht zu seinen Prioritäten beim Filmemachen gehört. Daher sollte man einfach mal etwas tiefer forschen und die eigene Interpretationsfähigkeit walten lassen. Der Streifen lässt nämlich viele Erklärungsansätze zu. Das macht ihn so einzigartig. Trotzdem von uns ein kleiner Tipp: Im Film leuchtet des Öfteren ein rotes Licht am Himmel. Schenkt man der Aussage des Regisseurs Glauben, steht jenes Licht für wachsenden Hass. Je stärker es leuchtet, umso mehr Hass wird produziert. Wir wünschen genug Kreativität bei der Suche nach Antworten.
 
 
 


 
 
 

SAM WAS HERE – Zensur

 
 
 
Eine Frau wird mit heißem Wasser verbrüht, ein Kopf wird eingeschlagen, eine Spritze in ein Gesicht gerammt, Gewehrmunition bohrt sich durch Körper und am Ende wird ein Protagonist mit Säure überschüttet. CHRISTOPHE DEROO ist laut Interview kein Freund zeigefreudiger Brutalitäten. Demzufolge wird oft nur angedeutet oder weggeblendet, wenn es zu deftig wird. SAM WAS HERE dürfte demnach problemlos die FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SAM WAS HERE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)
 
The Hitchhiker (2007)
 
Carnage Park (2016)
 


Filmkritik: „House – Willkommen in der Hölle“ (2016)

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HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE

(HUSET)

Story

 
 
 

Norwegen im Winter 1942: Zwei Soldaten irren mit einem Gefangenen durch die Wälder. Erschöpft erreichen Sie ein Haus in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

HOUSE – Kritik

 
 
 
Sind günstig produzierte Horrorfilme eigentlich zwangsläufig schlecht? Wenn man sich die vielen schnell heruntergekurbelten Low-Budget-Gurken der letzten Jahre anschaut, liegt der Verdacht leider nahe. Statt mit wenige Kapital stimmige Geschichten zu erzählen, wird in der Regel lieblose Dutzendware mit miserablen Effekten und untalentierten Schauspielern geboten. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Weil technische Ausrüstung immer erschwinglicher wird, greifen immer mehr Hobby-Gruselfans selbst zur Filmkamera, schließlich kosten Digicams nicht mehr die Welt und liefern gestochen scharfe HD-Bilder. Talent ist dabei genauso nebensächlich, wie Kreativität und gute Drehbücher. Eine Entwicklung, die man einfach nicht mehr hinnehmen sollte, schließlich rauben schlechte Filme nur unnötig Lebenszeit, die woanders besser investiert wäre. Dass es aber auch anders geht, zeigt der folgende Horrorstreifen. Mit gerade einmal 100.000 Euro gibt’s hier das zu sehen, was sogar immer mehr großen Produktionen nur selten gelingt. HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE ist ein kleiner, aber interessanter Horror-Beitrag mit stimmungsvoller Optik und klug gestrickter Geschichte. Da sollte man sich nicht vom kleinen Budget abschrecken lassen, denn das sieht man dieser deutsch-skandinavischen Koproduktion keineswegs an.
 
 
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In diesem Gruselfilm irren zwei NS-Soldaten mit einem norwegischen Gefangenen durch die verschneiten Wäldern Skandinaviens und versuchen einen Weg zurück zur Einheit zu finden. Doch statt auf Kameraden zu treffen, stößt man nur auf ein verlassenes Haus irgendwo im Nirgendwo. Weil man vom ziellosen Umherirren müde geworden ist, tritt man erschöpft ein. Doch die Hauseigentümer scheinen nicht daheim zu sein. Obwohl der Ofen brennt und warmes Essen auf dem Herd steht ist keine Menschenseele zu sehen. Erste Erkundungstouren bleiben ohne Ergebnis. Nur ein altes Gästebuch lässt darauf schließen, dass hier gern mal Besucher vorbeischauen. Als hätte man es geahnt passieren bald seltsame Dinge. Aus dem Radio ertönen plötzlich mysterlöse Stimmen, lautes Poltern reißt die Zuflucht suchenden Soldaten aus dem Schlaf und seltsame Visionen bereiten Sorgen. Als man aufbrechen möchte und nach langem Fußmarsch wieder vor gleichem Haus steht, bricht Panik aus. Offenbar stimmt mit dieser Behausung etwas nicht, weil die Hütte seine Gäste nicht gehen lassen will. Ein Grund mehr, um der Sache auf den Grund zu gehen. Was die Männer aber dabei finden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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Kampf gegen unsichtbare Feinde. Die besten Horrorfilme sind die, deren Handlungsstränge man nicht voraussehen kann. Das ist auch in HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE der Fall, der natürlich nichts mit der legendären HOUSE-Filmserie zu tun hat, deren erster Teil von STEVE MINER in den 1980er inszeniert wurde. Hinter dem hier vorgestellten Gruselstreifen verbirgt sich ein atmosphärischer Gänsehauttrip, der auf falsche Fährten lockt und mit überraschender Ausflösung verblüfft. HOUSE (im Original übrigens HUSET) streift kurz das Spuk- und Geistergenre – geht aber in eine andere Richtung. Das lässt den Film aus der Masser hervorstechen, vor allem wegen der für Horrorfilme noch unverbrauchten Nazi-Thematik. Doch was ist des Pudels Kern? Erst nach und nach ergeben die Ereignisse im Film einen Sinn. So sorgen anfangs noch flackernde Kerzen und schwingende Lampen für ungute Vorahnungen. Später ereilen den drei Hauptdarstellern unheimliche Visionen die nahestehende (tote) Menschen aus der eigenen Vergangenheit zeigen. Die stiften Verwirrung – nicht nur bei den Figuren im Film. Regisseur REINERT KIIL lässt Zuschauer und Protagonisten lang im Dunkeln tappen und baut dank schlechter Ausleuchtung gruselige Atmosphäre auf. Die kommt dem Spannungsaufbau zugute, der für eine derart kleine Produktion bemerkenswert ist. Bei einem so ambitionierten Projekt sieht man gern über einige Markel hinweg. So musste wegen Budgetmangel offenbar auf Nachdrehs verzichtet werden. Wenn man aufmerksam dem mysteriösen Treiben lauscht, hört man des Öfteren Versprecher von Schauspieler FREDERIK VON LÜTTICHAU. Die halten sich jedoch in Grenzen und stören kaum. Eine Nachsynchronistation hätte in diesem Falle Wunder aber bewirken können. Trotz kleiner Mängel ist HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE mit seinem düsteren Digitallook weit weg von schlecht. Da kann man gern mal einen Blick riskieren – insofern man eine Schwäche für subtil und ruhig erzählte Gruselgeschichten besitzt.
 
 
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HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Soldaten im Fegefeuer. Dieser Indie-Grusel ist klein und günstig produziert, aber wurde dennoch äußerst atmosphärisch inszeniert. Mit kleinen Geldbeutel hat der als Requisiteur der DEADS SNOW-Filme bekannte REINERT KIIL mit HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE einen Gruselfilm gemacht, der vor allem Zuschauern gefallen dürfte, die einen Vorliebe für subtile Streifen im skandinavischen Look besitzen. Die Winterkulisse ist kühl und trist – die Geschichte verschachtelt und intelligent. Da riskiert man doch gern einen Blick. Wer’s aber hektisch und effektlastig mag, wird enttäuscht werden. HOUSE bevorzugt die leisen Töne und beschwört Grauen langsam herauf. So könnte der Film jenen Gefallen, die an so Gruselstoff wie SO FINSTER DIE NACHT, NIGHTWATCH, SENSORIA oder BABYCALL Gefallen gefunden haben.
 
 
 


 
 
 

HOUSE – Zensur

 
 
 
HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE hat eigentlich keine Gewaltmomente zu bieten. Deshalb hat der Streifen von der FSK auch eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Huset; Norwegen 2016

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Hinter den Kulissen

Release-Termin: 24.03.2017

 

House – Willkommen in der Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)
 
So finster die Nacht (2008)
 


Filmkritik: „The Disappointments Room“ (2016)

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THE DISAPPOINTMENTS ROOM

Story

 
 
 
Ein Film, der angeblich auf wahren Begebenheiten beruht: Eine kleine Familie zieht nach einem Schicksalsschlag in ein altes Landhaus, ohne zu ahnen, was die vorherigen Bewohner für grausame Dinge darin veranstaltet haben.
 
 
 


 
 
 

THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Kritik

 
 
 
Es gibt Horrorfilme, da braucht man sich nur Inhaltsangabe oder Trailer anschauen und schon spart man sich den mühsamen Weg bis zum Abspann. Gruselfilme haben seit Jahren im (Heim)Kino Hochkonjunktur, was eigentlich nichts Schlechtes bedeutet. Das Problem ist hierbei jedoch, dass die unheimlichen Streifen in dem meisten Fällen nach gleichem Muster gestrickt werden. Eine gut gemeinte Geste der Drehbuchautoren, um (amerikanische) Zuschauer nicht zu überfordern. Weil aber seit Jahren immer wieder die gleichen Handlungen im Geister- und Spukgenre abgespult werden, sind diese Filme zu richtigen Spannungskillern verkommen. So folgen Handlungen stets gleichem Ablauf, was Gruselfilme so vorhersehbar gestaltet, dass bereits nach wenigen Minuten klar sein dürfte, wohin die Reise gehen soll. Auch der glattgebügelte THE DISAPPOINTMENTS ROOM macht da keine Ausnahme. KATE BECKINSALE bleibt dem Horrorgenre treu, verändert aber ihren Stil. Statt dunkler Latexuniform (wie in den UNDERWOLRD-Filmen) trägt die Schauspielerin nun vornehmlich helle Baumwollgewänder und verwandelt sich von der erbarmungslosen Vampirjägerin in eine treusorgende Hausfrau und Mutter. Die Rolle nimmt man ihr zwar zu keinem Zeitpunkt ab, dafür bekommt der männliche Filmfan was fürs Auge geboten. Das Motto „Sex sells“ gilt eben auch im Horrorfilm. Leider kam der Film – trotz der Beckinsale als Blickfang – beim amerikanischen Publikum nicht sonderlich gut. Von knapp 14 Millionen US-Dollar Budget konnten gerade mal vier wieder eingespielt werden. Ein Kinoerfolg sieht anders aus.
 
 
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Dana (KATE BECKINSALE – übrigens diesmal blond) und David (MEL RAIDO) haben es nicht leicht. Nach dem plötzlichen Tod des neugeborenen Kindes soll die kleine Familie wieder zur Ruhe kommen. Der tragische Schicksalsschlag hat das Leben der noch jungen Eheleute ins Wanken gebracht. Doch ein Neuanfang soll’s wieder richten. Dafür bezieht das Paar zusammen mit Sohnemann Lucas ein altes Landhaus, das aber erst einmal auf Vordermann gebracht werden muss. Doch aus kleinen Reparaturen werden schnell große Probleme. Auf dem Dachboden entdeckt Dana einen verschlossenen Raum, der sich auf keinem Bauplan finden lässt. Das weckt die Neugier der leidenschaftlichen Architektin. Sie versucht einen Weg zu finden, um die Tür des geheimnisvollen Zimmers zu öffnen. Selbstverständlich ergibt sich bald eine Möglichkeit, doch der Raum ist leer. Kratzspuren an Wand und Tür hinterlassen ein ungutes Bauchgefühl. Das ist bald auch berechtigt, denn offenbar hat Dana etwas befreit, das eigentlich eingeschlossen bleiben sollte. Was folgt wird zum neuen Schreckgespenst. Furchtbare Albträume und Visionen machen der attraktiven Frau ein weiteres Mal das Leben schwer. Die sieht sich bald mit einer bösartigen Präsenz konfrontiert, die so rein gar nicht zu Scherzen aufgelegt ist. Was will der Geist von der ohnehin gebeutelten Mutter und was hat es mit dem mysteriösen Zimmer auf sich? Die Suche nach Antworten führt fast zur Katastrophe.
 
 
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Spielt sich das alles nur im Kopf der Hauptdarstellerin ab oder sind hier wirklich Geister am Werk? Regisseur D.J.CARUSO macht es Filmen wie DER BABADOOK oder THE HOUSE ON PINE STREET gleich. Das bedeutet, dass er gekonnt zwischen Psychothriller und Geisterfilm springt und damit mehrere Interpretationsansätze zulässt. THE DISAPPOINTMENTS ROOM funktioniert daher als lupenreiner Spukfilm ebenso, wie als Psychogramm einer von Schuldgefühlen geplagten Mutter, die wegen des tragischen Todes ihres Babys den Verstand verliert und plötzlich mysteriöse Dinge sieht. Auch wenn es derartige Taschenspielertricks in letzter Zeit so ziemlich oft auf die Mattscheibe geschafft haben, funktioniert das Verwirrspiel in diesem Film tadellos. THE DISAPPOINTMENTS ROOM ist aufgrund seiner anfänglich undurchsichtigen Machart nämlich ganz spannend geraten, weil lang ungeklärt bleibt, was es mit dem geheimnisvollen Raum im Dachgeschoss auf sich hat. Macher D.J.CARUSO lässt früh erahnen, dass mit diesem kargen Zimmer etwas nicht stimmt und webt darum ein Geheimnis, das von der Filmheldin erkundet werden soll. Die fängt an zu recherchieren und ebnet so ihren Weg in den Wahnsinn. Ein paar Geistererscheinungen sollen den Zuschauer auf falsche Fährten locken und von der psychische Instabilität der Filmheldin ablenken. Gemeine Manipulation, die aber immerhin für Gänsehaut sorgt und Liebhaber unheimlicher Mysterystreifen kurzweilige Schauer beschert. Wer demzufolge eine Vorliebe für alte Gemäuer mit grausamer Vergangenheit besitzt, kann gern dieser gruseligen Schnitzeljagd durch schlecht ausgeleuchtete Räume folgen. Konventionelle Schocks sind garantiert und die makellose Optik dürfte vor allem Mainstream-Zuschauern zusagen. Hollywood bleibt eben Hollywood.
 
 
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THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE DISAPPOINTMENTS ROOM ist spannend inszeniertes Gruselkino, das sich aber beim Ablauf am Altbewährten orientiert. Wer schon einmal Filme über alte Gemäuer gesehen hat in denen es spukt, weiß was gemeint ist. Die meisten Streifen dieser Art laufen nämlich nach gleichem Muster ab. So ist es nicht selten so, dass neue Bewohner alter Anwesen von Spukerscheinungen geplagt werden und die Ursachen dafür ergründen müssen. In der Regel ist das unfreiwillige Ableben ahnungsloser Menschen daran schuld, dass genau jene nach dem Tod nicht zu Ruhe kommen. Ganz ähnlich läuft das auch in THE DISAPPOINTMENTS ROOM ab. Hier muss eine attraktive Mutter den tragischen Tod ihres Neugeborenen verarbeiten und wird im neuen Heim auch noch mit Geistern konfrontiert. Hinter dem Spuk steckt Regisseur D.J.CARUSO, der bereits Kommerzielles für Hollywood gedreht hat. Mit DISTURBIA oder ICH BIN NUMMER VIER wurden schon einige Kassenschlager von ihm inszeniert, die für namhafte Studios viel Geld eingespielt haben. Zieht man THE DISAPPOINTMENTS ROOM zum Vergleich heran, ist das Gebotene zwar immer noch kurzweilig, aber weit weg vom potenziellen Kinohit. Der Mix aus Mystery, Psychothriller und Geisterfilm bietet nichts Neues oder gar Originelles, was ihn aus der Masse an Gruselstreifen hervorstechen lässt. Zudem wirkt die bekannte Schauspielerin KATE BECKINSALE (aus den UNDERWOLRD-Filmen) im Film unnahbar und lustlos. Für eine Identifikationsfigur fatal, soll die doch den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen. Immerhin hat die attraktive Darstellerin in jeder Szene die Haare schön und steigt selbst nach einem Nickerchen aus dem Bett, als käme sie gerade aus dem Beautysalon. Da gibt’s von uns glatt mal ein Lob an das Haar- und Make-up-Team. THE DISAPPOINTMENTS ROOM erfindet das Rad nicht neu, bereitet jedoch altbewährte Gruselrezeptur so auf, dass es nicht langweilig wird. Wer Gruselnachschub benötigt, wird demnach nicht enttäuscht werden – auch wenn das Finale dann doch etwas sehr unglaubwürdig erscheint.
 
 


 
 
 

THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Zensur

 
 
 
Es gibt eine zerfleischt Katze zu sehen, die von einem Hund attackiert wurde. Weiterhin schlägt KATE BECKINSALE mehrmals mit einem Gegenstand auf einen Kopf ein, so dass vom Schädel nur noch Brei übrig ist. Auch wenn diese Szene sehr hart anzuschauen ist, hat es doch für eine FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wild Bunch | Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Disappointments Room; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Behind the Scenes

Release-Termin: 09.06.2017

 

The Disappointments Room [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Wild Bunch | Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Noonday Witch (2016)
 
The Babadook (2014)
 
Darling (2015)
 
Dark Circles (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
The House on Pine Street (2015)
 
Little Devil (2014)
 
Shining (1980)
 
The Suffering (2016)


Filmkritik: „Wait Till Helen Comes“ (2016)

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WAIT TILL HELEN COMES

(LITTLE GIRL’S SECRET)

Story

 
 
 
Im neuen Heim geht es nicht mit rechten Dingen zu. Der Grund dafür ist nicht überraschend oder exorbitant einfallsreich: Im Garten vor dem Haus lassen Gräber die Ursache vermuten.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Kritik

 
 
 
Auch ruhelose Geister brauchen Gesellschaft. So allein und verlassen im Jenseits kann es ganz schön langweilig werden. Das wird dem Publikum einmal mehr im Gruseldrama WAIT TILL HELEN COMES verdeutlicht, in welchem Geister durch Spuk versuchen sich die Ewigkeit unterhaltsamer zu gestalten. Auch der Zuschauer wird am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie lang doch 80 Minuten sein können. Dieser Film macht dem Begriff Zeiträuber alle Ehre. Demzufolge wäre es besser Strickzeug, Bastelbedarf oder ein gutes Buch parat zu legen, denn WAIT TILL HELEN COMES kann eines wirklich gut: mit aufgewärmten Gruselgeschichten kostbare Zeit stibitzen. Da ist es beinahe nebensächlich, dass es sich hier mal wieder um eine nicht sonderlich gelungene Literaturumsetzung handelt, auf die die Welt nicht unbedingt gewartet hat. Hatten wir da nicht einige bereits in der Vergangenheit auf dem Schirm? So ungefähr, unendlich oft?
 
 
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Die Stiefgeschwister Molly und Heather (übrigens auch im echten Leben Geschwister: SOPHIE und ISABELLE NÉLISSE) verschlägt es, natürlich zusammen mit den Eltern und dem kleinen Bruder, in ein neues Heim fernab von Großstadt und Hektik. Die kleine Heather hat vor einiger Zeit die leibliche Mutter unter tragischen Umständen verloren, weshalb sie nun in der Ersatzfamilie die schrecklichen Ereignisse vergessen soll. Doch der Umzug und die neuen Familienmitglieder interessieren das kleine Mädchen nicht. Heather wirkt nach außen hin unnahbar und hat sich in ihre eigene Welt zurückgezogen. Ein großes Problem für die ohnehin überforderte Molly, die als große Schwester mit dem seltsamen Verhalten der Adoptivschwester so gar nicht warm werden möchte. Als man im Garten vor dem Haus die Grabplatte eines kleinen Mädchens findet, beginnt für die Familie eine Zeit des Grauens. So scheint die kleine Heather plötzlich Gefallen daran zu finden mit einer imaginären Freundin zu plaudern. Hobby-Geisterjäger ahnen wohl schon, was da so Schröööckliches dahinterstecken wird. Der Geist jenes Mädchens, dessen Grab vor dem neuen Zuhause gefunden wurde, treibt hier sein Unwesen. Offenbar scheint der mit dem mysteriösen Verschwinden von unzähligen Kindern in Verbindung zu stehen und hat mit ihrer Menschenfreundin eigene Pläne. Auch die große Schwester Molly wittert paranormalen Geisterspuk. Doof nur, dass ihr keiner Glauben möchte. Was folgt ist akribische Detektivarbeit und viele Stunden in den Archiven der Stadt. Ob die rebellische Molly hinter das Geheimnis des Kindergeistes kommen wird?
 
 
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WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET – so wie der Film zur Premiere auf dem amerikanischen TV-Sender LIFETIME noch hieß – basiert auf einem Roman der amerikanischen Jugendbuch-Schriftstellerin MARY DOWNING HAHN. Die ist hier in einer kleinen Gastrolle zu sehen, weil sie seit Kindertagen davon träumt, endlich mal selbst in einem Spielfilm mitwirken zu können. Die Produzenten hatten Erbarmen und erfüllten der Autorin und früheren Schul-Bibliothekarin den Herzenswunsch. So ist die Schriftstellerin – wenn leider nur in einer kurzen Szene – ebenfalls als Bibliothekarin im Film zu sehen. Doch das ist nicht der einzige Insider. Weitaus interessanter ist da schon die Tatsache, dass anfangs Scream-Queen JENNIFER LOVE HEWITT (die Heldin aus ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST und der Fortsetzung des Slasher-Films) für den Regieposten angedacht war. Die sollte mit der Filmadaption zum Roman WAIT TILL HELEN COMES ihr Regiedebüt feiern, überlies die Arbeit dann doch DOMINIC JAMES, weil das Projekt nicht vorankam. Immerhin konnte Letzterer bereits Erfahrungen im Horror-Genre sammeln. Mit DIE! – EIN SPIEL AUF LEBEN UND TOD inszeniert er einen SAW-ähnlichen Horror-Thriller, der aber wegen der schleppenden Inszenierung und des mageren Blutgehalts bei Horrorfilm-Fans nicht sonderlich gut ankam. Mit ganz ähnlichen Mankos hat auch WAIT TILL HELEN COMES zu kämpfen. Der besitzt zwar mit Schauspielerin MARIA BELLO (aus DEMONIC oder COYOTE UGLY) eine Hollywood-erfahrene Darstellerin; hat aber sonst nichts zu bieten, als 08/15-Gruselstimmung.
 
 
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Mal wieder quasselt ein Mädchen mit unsichtbaren Freunden, die später als Geister entlarvt werden und das Kind bezirzen, auf dass Unheil angerichtet werden möge. Das hat man alles schon viele Male gesehen und enttäuscht deshalb, weil Regisseur DOMINIC JAMES fast gänzlich von Schocks mit Herzschlag-Momenten absieht. Stattdessen wird der Zuschauer mit seichtem Grusel gelangweilt, der sich trotz Geisterzutat eher Themen wie kindlicher Einsamkeit oder dem Zusammenhalt unter Geschwistern widmet. Demzufolge ist WAIT TILL HELEN COMES mehr Mystery-Drama mit Gruselbonus, statt waschechter Geisterspuk. Dennoch; trotz guter Absichten ist auch dieser Indie-Horror nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Gänsehaut kommt nur selten auf und die überraschungsarme Geschichte hat unter einem zähen Erzählfluss zu leiden. Was passieren wird, dürfte bereits nach wenigen Minuten ersichtlich sein. Weil WAIT TILL HELEN COMES den Mut scheut mal abseits der bekannten Geisterwege zu wandeln, wird dieser Film wohl bei den meisten Zuschauern ein frühes Ende finden. Schade um die guten Kinderdarsteller, die zugegeben wirklich optimal besetzt wurden.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Behäbig inszeniertes Mystery-Puzzle ohne Überraschungen, das nur jenen Zuschauern zu empfehlen ist, die auch jeden Geisterfilm auf ihrer Liste sehen müssen. WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET (so wie er in Amerika auch vermarktet wird) ist eine dieser Romanverfilmungen, die man nicht zwangsläufig hätte auf Zelluloid verewigen müssen. Geboten wird seichte Gruselei, der es streckenweise an Spannung mangelt. Das ist pures Gift vor allem für solche Filme, in denen es gilt, Mysterien zu entschlüsseln. Das ist auch in WAIT TILL HELEN COMES der Fall, wo mal wieder Geister spuken und der Grund dafür herausgefunden werden muss. Dank glaubhaft agierender Kinderdarsteller ist das Gebotene zumindest halbwegs ertragbar. Weil der Film aber – bis auf wenige Ausnahmen im Finale – kaum Effekthascherei zu bieten hat und die dünne Geschichte äußerst schleichend erzählt wird, dürften sich schnell Müdigkeitserscheinungen bemerkbar machen. WAIT TILL HELEN COMES ist kein nennenswerter Gruselbeitrag. Da hat man schon bedeutend bessere Schauerfilme auf der Mattscheibe gehabt.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film gar nicht zu sehen. Ebenso wie knallharte Schocks. Das einzige was für Gänsehaut sorgt sind ein schemenhafte Umrisses eines Geistes, Schreie von brennenden Menschen und zwei vermoderte Skelette. Eigentlich könnte man WAIT TILL HELEN COMES (AT: LITTLE GIRL’S SECRET) ab 12 Jahre freigeben. Vermutlich wird’s aber eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Courtesy of TriCoast Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle (2014)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
The Darkness (2016)
 
Sensoria (2015)
 
Das Waisenhaus (2007)


Filmkritik: „Jack Goes Home“ (2016)

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JACK GOES HOME

Story

 
 
 
Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters begibt sich Jack auf eine Reise zurück in die Vergangenheit und entdeckt furchtbare Dinge, die ihm seine Eltern nicht ohne Grunde über Jahre verschwiegen hatten.

 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Kritik

 
 
 
Jede Familie hat ein Geheimnis, von dem besser niemand erfahren sollte. Im Horrorfilm ist eine solche Tatsache mittlerweile keine Seltenheit mehr – hier schlummert das Grauen oft hinter Türen braver Bürger, die dann alles andere als friedliebend sind. Kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne, aber nicht minder unangenehm ist der unabhängig gedrehte Psychothriller JACK GOES HOME. Der beweist einmal mehr, dass Indie-Filme oft die besseren Filme sind, weil sich deren Macher nicht zwingend an Konventionen halten müssen. Hinter dem Streifen steckt Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur THOMAS DEKKER. Der erklärte in Interviews, dass ihm die Inspiration zum Film kam, nachdem der eigene Vater nach elf Jahren mit Alzheimer verstarb. Kurz vor dessen Tod nahm sich der Filmemacher ein Jahr Auszeit und kehrte nach Hause zurück, wo er bei der Pflege des Vaters behilflich war. Während dieser Zeit wurde er mit Erlebnissen aus seiner Kindheit konfrontiert, die ihn erschütterten und nachdenklich stimmten. Aus diesen Erfahrungen resultierte die Idee zum Psychothriller JACK GOES HOME, dessen Drehbuch Dekker nach eigener Aussage in gerade einmal drei Wochen fertigstellen konnte. Beachtlich!
 
 
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Eigentlich hat Jack (RORY CULKIN) alles im Leben erreicht, was man sich nur wünschen kann. Die Freundin erwartet ein Kind und auch im Job läuft alles nach Plan. Doch ein Schicksalsschlag soll das bis dato geregelte Leben aus den Bahnen werfen. Bei einem Unfall verunglückt der Vater tödlich, was Jack dazu bewegt, in die Heimatstadt zurückzukehren, um der Mutter (LYN SHAYE, bekannt aus Horrorfilmen wie ABATTOIR, BIG ASS SPIDER und INSIDIOUS 3) beizustehen. Doch die Ankunft verläuft nicht wie erhofft. Weder Mutter noch Sohn befinden sich im Trauerprozess. Irgendetwas scheint die Emotionen zu blockieren, was eine Reihe von mysteriösen Ereignissen entfacht. So findet der Sohnemann auf dem Dachboden einen alten Kassettenrecorder, in dem Tonbandaufzeichnungen schlummern, die offenbar für ihn bestimmt sind. Darauf versucht der verstorbene Vater dem verwirrten Teenager etwas mitzuteilen, das seit Jahren gut behütet hinter verschlossenen Türen bewahrt wurde. Aber auch die Mutter verhält sich plötzlich eigenartig. Die zerkleinert nachts rohes Fleisch in der Küche und verhält sich reichlich distanziert zum eigenen Kind. Was hat das alles zu bedeuten? Die Antwort darauf entfacht einen Strudel furchteinflössender Ereignisse.
 
 
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Mit JACK GOES HOME zeigt Filmemacher THOMAS DEKKER eindrucksvoll, dass er mehr kann, als nur smart in die Kamera zu lächeln. Der trat bisher in erster Linie als Schauspieler in Erscheinung und war in Genrefilmen wie dem A NIGHTMARE ON ELM STREET-Remake, LAID TO REST 2 oder ENTER THE DANGEROUS MIND zu sehen. Mit JACK GOES HOME beweist er nach dem Drama WHORE zum zweiten Mal sein Regietalent und wagt sich diesmal an psychologischen Horror, der sich mit verletzten Seelen und kranken Köpfen auseinandersetzt. Hierbei gelingt es dem Newcomer geradezu genial, das psychologische Chaos und die emotionale Verwüstung eines jungen Mannes in unschöne Bilder zu verpacken, nachdem der mit seiner verdrängten Vergangenheit konfrontiert wird. Das wird am Ende selbst den Zuschauer fordern, der sich aufgrund des plötzlichen Richtungswandels reichlich unwohl fühlen dürfte. Die Aufdeckung der Familientragödie geht einher mit dem psychologischen Abstieg des Filmhelden. Lange im Unterbewusstsein manifestierte Erlebnisse kommen plötzlich wieder zutage und treiben die Hauptfigur ins psychische Desaster. Jack kann allmählich nicht mehr unterscheiden, was wirklich passiert oder nur Macht der Gedanken ist. Die Folge ist schleichender Wahnsinn, der nicht nur ihm an die Substanz geht.
 
 
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JACK GOES HOME ist Kopf-Horror, der erstaunlich gut funktioniert. Regisseur THOMAS DEKKER schafft Verwirrung zu stiften. JACK GOES HOME ist einer dieser Indie-Filme, die sich nicht so einfach durchschauen lassen. Der Film pendelt scheinbar unentschlossen zwischen Drama, Mystery- und Psychothriller und baut dabei eine äußerst beklemmende Atmosphäre auf. Doch die Unentschlossenheit ist gewollt, denn der Mix der Genres wird dazu benötigt, um das konfuse Seelenheil von Filmheld Jack zu unterstreichen. Was ist hier des Pudels Kern und was hat es mit den mysteriösen Geschehnissen auf sich, die sich seit der Heimkehr des emotional unterkühlten Sohnes ereignen? Die Antwort gibt’s häppchenweise. So lassen verstörende Puzzleteile schnell erahnen, dass hier weit mehr im Argen liegt, als anfänglich vermutet. Das hält den Spannungspegel konstant oben und fesselt. Ein flaues Gefühl in Magengegend gibt’s obendrein dazu. Neben der beachtlichen Regiearbeit und dem überraschend unkonventionellen Drehbuch von THOMAS DEKKER sollten an dieser Stelle auch die Leistungen von Hauptdarsteller RORY CULKIN (übrigens einer der kleinen Brüder von Ex-Kinderstar MACAULAY CULKIN) nicht unerwähnt bleiben. Gäbe es im Horrorfilm auch so etwas wie einen Oscar für herausragende Schauspielleistungen, wäre ihm der Preis dafür sicherlich gewiss. Der liefert – so nebenbei – die bis dato beste Schauspielarbeit in seiner Vita ab und entpuppt sich als bemerkenswert talentierter Charakterdarsteller mit Mut zu Extremen. Demzufolge sollte man sich diesen kleinen Indie-Psychotrip nicht entgehen lassen, an dem übrigens UWE BOLL mitgewirkt haben soll. Schenkt man den Informationen im Abspann Glauben, soll er hier als Produzent beteiligt gewesen sein. Das hätte man Herrn Boll gar nicht zugetraut, ist doch JACK GOES HOME so ganz anders als das, was der kontroverse Filmemacher selbst so auf die Beine gestellt hat.
 
 
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JACK GOES HOME – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einer erschütternden Familientragödie blanker Horror wird. JACK GOES HOME ist ein verstörender Filmalbtraum, der noch lange nachwirkt. Diese unabhängig verwirklichte Produktion ist Kopf-Horror wie er im Buche steht und den man so nicht alle Tage zu sehen bekommt. Der Indie-Streifen vermischt Thriller, Mystery- und Horror-Elemente virtuos und schockt mit einem überraschenden Twist, der ein ungutes Gefühl in der Magengegend hinterlässt. THOMAS DEKKER hat hier ein verstörendes und gleichzeitig kontroverses Psychodrama über die Suche nach der eigenen Identität geschaffen, das Dank herausragender Schauspielleistungen niemanden kalt lässt. Für Zuschauer, die eine Vorliebe für unkonventionelle Nischenfilme mit Tiefgang besitzen, ist dieses Kunststück des Indie-Genre-Kinos absolutes Pflichtprogramm.
 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Zensur

 
 
 
Blut oder gar Gewalt gibt es in JACK GOES HOME kaum zu sehen. Der Filmheld schneidet sich in einer Vision selbst die Kehle durch. Zudem wird ein Hund im Off ermordet. Hierzulande gibt es für dieses psychologische Genre-Drama wohl eher eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Poster aus dieser Review liegen bei Yale Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
The House on Pine Street (2015)
 
A beautiful Mind (2001)
 
Fight Club (1999)
 


Filmkritik: „The Witch“ (2015)

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THE WITCH

Story

 
 
 
Neuengland im 17. Jahrhundert: Eine streng gottesfürchtige Puritanerfamilie wird infolge von Glaubensgegensätzen aus der sicheren Siedlungsgemeinschaft einer britischen Kolonie ausgeschlossen. Die Verstoßenen versuchen nun verzweifelt, in der rauhen Wildnis am Rande eines unheimlichen Waldes ihr Überleben zu sichern. Doch als wäre dies nicht hart genug, werden die Strenggläubigen zudem mit einer Hexe konfrontiert, die sich trotz aller Gebete und beschworenem Zusammenhalt zu einer existenziellen Gefahr entwickelt.

 
 
 


 
 
 

THE WITCH – Kritik

 
 
 
Bereits der Einstieg zum sich im Vorspann als New-England-Folktale beschreibenden Horrordramas lässt erahnen, wie kompromisslos bitter die folgenden 90 Minuten werden könnten. So wird kurz nach den ersten Einlebeversuchen auf dem als neue Lebensgrundlage erwählten unwirtlichen Stück Land ein unschuldiger Säugling entführt und getötet, was allerdings erst den furchtbaren Auftakt einer Unglückslawine darstellt, die über die Farmersfamilie hereinbricht. Als einzige Gegenwehr gegen das daraufhin Misstrauen säende Böse fungieren allein der anfängliche Zusammenhalt und Gebete, die jedoch nicht wirklich viel auszurichten vermögen. Während alle Familienmitglieder ihre Frömmigkeit gegenseitig immer fanatischer infrage stellen und sich für zutiefst menschliche Gefühle geißeln, rückt das Verderben unaufhaltsam näher.
 
 
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The Witch macht es dem Zuschauer bewusst nicht wirklich leicht. So spürt man in jeder Szene die Professionalität, die den melancholischen Bildern innewohnt. Allerdings wirkt alles derart trost- und hoffnungslos, dass die Atmosphäre auf Dauer unangenehm bedrückend wirkt und zunehmend ausgehalten werden muss. Dies wird durch die Langsamkeit des sich leise entwickelnden Grauens, welches von wohldosierten Schocksequenzen durchbrochen wird, nachhaltig unterstrichen. Dass hier weder hilflos verzweifelte Gegenwehr noch aufrechte Hoffnung eine echte Chance haben, macht das Gesehene noch deprimierender und schwer verdaulich. Kammerspielartig werden die Leiden, der sich im Grunde ihrem Schicksal und Gottes Willen ergebenen, ihre wahren Gefühle unterdrückenden Familie zelebriert, was für den Betrachter wohl ebenso anstrengend ist, wie für die gebeutelten Protagonisten selbst. Dass dies trotzdem nicht ausschließlich nervt oder gar albern wirkt, liegt unter anderem an den durchweg sehr guten Schauspielern, bei denen insbesondere die großartigen Leistungen der Kinderdarsteller hervorzuheben sind.
 
 
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Während die mit dem Verdacht, selbst eine Hexe zu sein, konfrontierte Tochter Thomasin (Anya Taylor-Joy) sich auch infolge ihrer Pubertät immer rebellischer zeigt, muss Sohn Caleb (Harvey Scrimshaw) neben dem Erwachen des sündhaften Interesses am anderen Geschlecht eine Besessenheit performen, die abseits von Special Effects absolut beeindruckend rüberkommt. Als irritierend kann man in The Witch allerdings die unklare Position des Drehbuchs werten, das sich sowohl beeindruckend gegen selbstzerstörerischen Aberglauben als auch die bereits den eigenen Willen als Sünde geißelnde, zwanghafte puritanische Gottesfürchtigkeit richtet, nur um dann eindeutig schmerzhaft deutlich zu machen, dass das Teuflische durchaus real in das Leben aller Beteiligten eingreift. Zumal dessen Präsenz überraschend früh eindeutig visualisiert wird. Während Filme oft am Anfang einfältig damit werben, auf wahren Begebenheiten zu beruhen, wird hier im Abspann neben dem Bezug auf Volksmärchen auf die Grundlage realer Schriften und Prozesse verwiesen, die durch Eggers unbestrittenes Können in äußerst unangenehmen symbolhaften Bildern ihre Realisierung finden. Was von dem vom Vater kraftvoll verbalisierten „Wir werden die Wildnis erobern! Sie wird uns nicht verzehren“ letzten Endes bleibt, wird an dieser Stelle fairerweise nicht verraten. Nur soviel: gerade die letzten Sequenzen wirken infolge atmosphärischer Optik und einer inhaltlich dann zudem noch recht überraschenden Twistentwicklung, die zumindest für ein Familienmitglied ein „zynisch-rabenschwarzes Happy End“ bereithält, nachhaltig positiv.
 
 
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THE WITCH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
The Witch zählt zu den Filmen, die das Gesamtspektrum von völliger Ablehnung bis hin zu begeisterter Wertschätzung abzudecken verstehen – wobei man sich letztere ein Stück weit selbst erarbeiten muss. Kunstvoll und engagiert wird eine wahrlich bittere Geschichte erzählt, von der man weiß, dass sie sich nach Abzug phantastischer Elemente historisch so zugetragen haben könnte. Und auch wenn dies natürlich generell gilt, sei besonders erwähnt, dass es bei Robert Eggers polarisierendem Langfilmregiedebüt von immens großer Bedeutung ist, es nicht mit den falschen Erwartungen auszuwählen. Sonst könnten sowohl diejenigen, die klassischen Hexenzauber, als auch jene, die ein reales Drama erwartet haben, enttäuscht werden. Anstelle von lautem, hektisch plakativen Horror dominiert ruhiges, sich stetig verstärkendes Unbehagen, dem es bei entsprechender Bereitschaft gelingt, den Rezipienten mit auf eine düstere und berührende Zeitreise zu nehmen, in der eine völlige Unterwerfung des Lebens unter biblische Grundsätze gefordert wurde und ein sündiges Menschenbild die freie Persönlichkeitsentwicklung unterdrückte. Somit ist die historisch verbürgte, von Menschenhand gestaltete selbstzerstörerische Wirklichkeit sicher nicht weniger schauderhaft, als das durch die Hexen drehbuchmäßig verbreitete Grauen.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH – Zensur

 
 
 
Neben durchaus erträglichen bzw. nur angedeuteten Gewaltspitzen wirkt The Witch eher durch verstörende Bilder nach, die hier wegen einer eventuellen Effektivitätsschmälerung nicht näher benannt werden. Der Film hat eine FSK-Einstufung ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Witch; USA 2015

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch, Türkisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kein Bonusmaterial

Release-Termin: 29.09.2016

 

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THE WITCH – Trailer

 
 

 
 

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(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Village – Das Dorf (2004)
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 


Filmkritik: „Abattoir“ (2016)

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ABATTOIR

Story

 
 
 
Auf der Suche nach Antworten zu mysteriösen Mordfällen, verschlagt es eine neugierige Reporterin in ein verschlafenes Dorf, wo es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Mysteryfilm mit Geisterzutat. Das ist Anbetracht der Menge jener Art von Streifen mittlerweile nichts Besonderes mehr. Weitaus interessanter ist da schon eher, wer es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht hat. DARREN LYNN BOUSMAN ist wieder da und wechselt die Fronten. Der ist eigentlich für blutige Hausmannskost berüchtigt und hat zuvor die Teile zwei, drei und vier der nicht gerade zimperlichen SAW-Reihe fürs Multiplex inszeniert. Vermutlich hatte er es aber wohl satt den immer gleichen Käse fürs gewalterprobte Publikum zu drehen. Daher verirrt er sich nun mit ABATTOIR ins subtile Filmfach – kann aber scheinbar trotzdem nicht das mit dem Blut und der Gewalt lassen. Der Schuster bleibt halt bei seinen Leisten. ABATTOIR basiert auf den gleichnamigen Graphic Novels des horrorkundigen Filmemachers. Leider ist der Sprung auf die Leinwand nicht sonderlich erwähnenswert, denn irgendwie vermisst man in der Kinoadaption das zügige Tempo und die knallharte Kompromisslosigkeit der früheren Werke des Regisseurs. Das verursacht keine Begeisterungsstürme – vor allem nicht beim Zuschauer, der eine gewisse Kaltschnäutzigkeit erwartet, die er mit den Werken des DARREN LYNN BOUSMAN in Verbindung bringt. Da kann man nur hoffen, dass beim nächsten Film alles besser wird. Schenkt man Interviews und Berichten im Internet Glauben, soll ABATTOIR unter dem Titel THE DWELLING fortgesetzt werden. Hoffentlich dann aber auch in der für Bousman bekannten Gangart – denn ABATTOIR ist im Gegensatz zu dem was man sonst von ihm gesehen hat Kinderfasching.
 
 
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Düsterer Videolook und dreckige Bilder. Auch ABATTOIR erinnert visuell so ziemlich an die bisherigen Schocker des Herrn Bousmann und erzählt die Geschichte von Journalistin Julia, die hier versucht ein Mysterium zu lüften. Die Familie ihrer Schwester wurde von einem Fremden kaltblütig abgeschlachtet. Die Polizei steht vor einem Rätsel – vor allem auch deshalb, weil wenige Stunden später der gesamte Tatort aus dem Haus gerissen wurde. Weil man keine Erklärungen für die Tat findet, beginnt die attraktive Mittdreißigerin auf eigene Faust zu recherchieren. Schnell findet Julia eine erste Spur. Offensichtlich verschwinden seit Jahren immer häufiger Schauplätze grausamer Verbrechen. So verschlägt es die Journalistin auf der Suche nach Antworten in ein kleines Dorf in dem Prediger Crone für Zucht und Ordnung sorgt. Leider sind die Bewohner nicht sonderlich kommunikativ. Das hat auch seine Gründe, denn hinter der Fassade friedliebender Bürger versteckt sich das ultimativ Böse.
 
 
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ABATTOIR (was so viel heißt wie Schlachthaus) bewegt sich irgendwo zwischen Sekten, Geister- und Kleinstadt-Horror, macht aber nicht sonderlich Laune. Statt den Zuschauer mit Terror, Adrenalin und Hektik zu quälen – so wie man es bisher aus der Bousman’schen Tortur-Werkstatt vorgesetzt bekommen hat – bereitet dieser Streifen in erster Linie nur eines: Langeweile. Der US-amerikanische Regisseur versucht es mit Langsamkeit und stetig steigenden Spannungsbogen. Leider gelingt es dem Filmemacher nur mühsam den Film voranzutreiben und die Handlung irgendwie interessant zu gestalten. Demzufolge braucht ABATTOIR erschreckend lang bis er endlich in die Gänge kommt und seine Richtung gefunden hat. Spätestens dann überzeugt der Horrorthriller aber mit tricktechnisch gutem CGI-Finale und netten Einfällen. Nach vermeintlich ergebnisfreier Suche nach Antworten und teils spannungsfreier Detektivarbeit schöpft Bousman endlich aus den vollen und zeigt einmal mehr, wieso die SAW-Filme so erfolgreich wurden. Die Helden und auch der Zuschauer werden durch eine Art surreale Geisterbahn gejagt, in der vor allem Bousmans Gespür für abrupte Schnitte zum Tragen kommt. Das macht den Film hektisch und rasant – kommt aber 70 Minuten zu spät. Letztendlich bleibt ABATTOIR weit hinter den Erwartungen zurück. Trotz aller Bemühungen schafft es der Streifen zu keiner Minute zu fesseln. Das ist dahingehend schade, weil die Idee mit den verschollenen Tatorten und die letztendliche Auflösung durchaus ihren Reiz haben. Demzufolge kann man Bouman dann doch eher raten bei dem bleiben, was er wirklich kann. Das sind nun mal in erster Linie keine atmosphärischen und gut durchdachten Gruselschauer, sondern reißerische Horrorfilme, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen.
 
 
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ABATTOIR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine surreale Geisterbahn, die irgendwie nicht so recht an Fahrt zulegen will. ABATTOIR ist eine kleine Enttäuschung, denn nach den durchaus unterhaltsamen SAW-Streifen zwei, drei und vier hat man dann doch schon etwas mehr Fingerspitzengefühl in Sachen Horror von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN erwartet. Wo die reißerischen SAW-Ableger trotz gleicher Machart irgendwie doch noch mitfiebern ließen, herrscht in ABATTOIR Leere. Der Film ist unglaublich ereignisarm und hätte auch gut und gerne als 30-minütige Gruselepisode irgendeiner Horror-TV-Sendung abgehandelt werden können. Stattdessen wird eine im Grunde genommen gar nicht mal so uninteressante Geschichte zwanghaft auf 90 Minuten geblasen und verursacht gähnende Langeweile. Viel passiert nicht – zumindest bis kurz vor Ende. Dann wird der Zuschauer immerhin durch eine spukreiche Jahrmarkt-Attraktion gejagt. Ob das aber das Sehen dieses eher mittelprächtigen Gruselstreifens rechtfertig, muss jeder selbst entscheiden. Wer jedoch gerade wegen DARREN LYNN BOUSMAN am Steuer einen „krassen“ Film erwartet, dürfte sehr schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Zensur

 
 
 
Zwar ist ABATTOIR kein SAW, aber es gibt dennoch einige recht krude Morde zu sehen. So gibt es in einem Zusammenschnitt sämtliche Verbrechen zu sehen, die sich in diversen Zimmern zugetragen haben, welche dann auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Dennoch halten sich die Schauwerte in Grenzen und rechtfertigen eine FSK16. Nach der Deutschlandpremiere auf dem FANTASY FILMFEST 2016 ist der Streifen nun ungeschnitten auf DVD und Blu-ray erschienen.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film | Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abattoir; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of (10 Min.), Trailer Deutsch, Originaltrailer, Unsere DVD/BD-Empfehlung

Release-Termin: 06.10.2016

 

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ABATTOIR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film | Highlight Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
100 Feet (2007)
 
100 Ghost Street – The Return of Richard Speck (2012)