Filmreview: „Apartment 1303 3D“ (2012)

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APARTMENT 1303 3D – WOHNST DU NOCH ODER STIRBST DU SCHON?

Story

 
 
 
Nach einem heftigen Familienstreit beschließt Janet das elterliche Heim zu verlassen, um auf eigenen Beinen zu stehen. Wohnung Nummer 1303 eines Wohnblocks in Detroits Innenstadt hat es ihr angetan. Kaum hat Janet jedoch das Apartment bezogen, beginnt sich Mysteriöses darin abzuspielen. Laut Erzählungen der neunjährigen Nachbarstochter soll sich einst Schlimmes in jener Wohnung zugetragen haben. Doch für Janet kommen jegliche Warnungen zu spät. Ein verärgerter Geist treibt das verängstigte Mädchen des Nachts nicht nur in den Wahnsinn, sondern stößt die fragile Janet wenig später sogar aus dem Fenster des 13. Stocks. Grund genug für Lana, dem vermeintlichen Suizid ihrer geliebten Schwester auf den Grund zu gehen. Mit schwerwiegenden Folgen …
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, deren Daseinsberechtigung manchem Filmfreund vollends verborgen bleibt. Da entstehen in Hollywood regelmäßig uninspirierte Neuauflagen bekannter Kultklassiker (THE FOG, FREITAG DER 13.), deren Qualitätsgehalt nicht selten arg zu wünschen übrig lässt. Zudem scheinen die Amerikaner Gefallen daran gefunden zu haben, international anerkannte Filmstoffe massentauglich wiederzuverwerten (SO FINSTER DIE NACHT), um den eigenen Landsleuten ausländische Filmware in Form typisch amerikanischer Remakes leichtverdaulich zu servieren. Jetzt allerdings haben die Macher eine gänzliche neue Masche für sich entdeckt. Das bloße Ausschlachten gewinnversprechender Erfolgsgaranten allein reicht schon lange nicht mehr aus, um die Profitgier geldgeiler Produzenten befriedigen zu können. Jetzt wagt sich Hollywood an das Rebooting vollends belangloser Horrortitel aus Fernost, wobei diese Entscheidung nur wenig verwundert, wurde bereits jedem halbwegs bekannten Genre-Werk der letzten 50 Jahre eine glattpolierte Frischzellenkur spendiert. Nur was neu verfilmen, wenn bereits jeder erdenkliche Horrorklassiker dem Zwangsremake unterzogen wurde?
 
Die Neuauflage des japanischen Grusel-Thrillers APARTMENT 1303 (2007) ist ein Paradebeispiel für die Ideenlosigkeit der amerikanischen Filmmaschinerie. Dem Zuschauer dürfte die Begründung der Realisierung dieser Gurke vollends unlogisch erscheinen, besitzt bereits die japanische Originalversion nichts, was man nicht schon in zig Geisterfilmen zuvor gesehen hätte. Hierzulande sah man das vermutlich ähnlich, so dass sich bisher noch kein deutscher Verleih dazu entschließen konnte, den japanischen Gruselbeitrag in Deutschland zu veröffentlichen. Doch welchen Mehrwert besitzt nun die Neuauflage eigentlich gegenüber dem Original? Genau gesagt: KEINEN. Auch wenn das verstörende Filmplakat so Einiges an subtilem Grauen suggeriert; APARTMENT 1303 ist eines jener Werke, dass man ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen möchte. Keine Ahnung welche gemeine Laus Regie-Neuling MICHAEL TAVERNA über die Leber gesaust sein muss, als er diesem Nonsens sein Autogramm gab. Vermutlich erhoffte er in der Umsetzung des Remakes den Sprung nach ganz Oben, wobei die Realisierung der Neuauflage eigentlich dem Schweden DANIEL FRIDELL zugesichert wurde, der aber kurz vor Drehbeginn absprang. Aus gutem Grund.
 
Zwei bis Fünf Millionen US-Dollar soll APARTMENT 1303 (der übrigens in kassenträchtigem 3D umgesetzt wurde) gekostet haben, wobei sich der Zuschauer während der Sichtung vermutlich mehrmals fragen dürfte, wohin diese stattliche Summe denn nun eigentlich geflossen sein soll. Die Geschichte spielt sich an gerade einmal drei Schauplätzen ab. Ausufernde Effektszenen sind auch Mangelware und die Schauspieler wurden derart unglücklich gewählt, dass der eigentlich ernst inszenierte APARTMENT 1303 ofte wie eine Persiflage auf die Vielzahl japanischer RING-Duplikate wirkt. Hier sticht vor allem REBECCA DE MORNAY als selbstsüchtige Mutter ins Gewicht, die ihre Rolle zu euphorisch und zu überzogen mimt, als das sie glaubhaft in Erscheinung treten möchte. Ihr zickiges Geifern wirkt eher unfreiwillig komisch und enttäuscht auf ganzer Linie. Bedauerlich, wenn man bedenkt, dass sie Filmen wie DIE HAND AN DER WIEGE und MUTTERTAG (das Remake natürlich) durch ihr diabolisches und psychotisches Spiel den letzten Schliff verliehen hat. Zur leidlichen Liga der Unmotivierten zählt zudem JULIANNE MICHELLE, die für die Rolle der heimgesuchten Janet eigentlich mit der Goldenen Himbeere ausgezeichnet werden müsste. Selten hat man eine schlechtere Schauspielleistung in einem Mainstreamfilm erleben dürfen oder eher müssen. So künstlich aufgespritzt ihre Lippen wirken, so künstlich erscheint auch die Darbietung ihrer Emotionen. Da wird auf Kommando geweint und fast schon grotesk-hölzern in nutzlosen Monologen mit sich selbst gequasselt. Das ist nicht nur unsagbar schlecht, sondern treibt dem Zuschauer fast schon die Fremdscham ins Gesicht.
 
APARTMENT 1303 ist vermutlich der ungruseligste Geisterfilm, den man bis dato überhaupt gesehen hat. Da spukt ein nervendes (das ist nocht leicht untertrieben!) Geistermädchen durch Bad und Wohnzimmer und möchte den Bewohnern der Räumlichkeiten Böses. Hierbei werden alle erdenklich dummen Register beliebigen Gruselkost gezogen, frische Ideen und spannende Wendungen sucht man dafür vergebens. Stattdessen gibt es einmal mehr Grusel von der Stange. Der erfahrene Genrefan dürfte bereits nach nur wenigen Minuten das Ende erahnen, wobei die bekannten Geisterfilm-Klischees derart aufdringlich abgehandelt werden, dass man aufgrund der Vorhersehbarkeit der Ereignisse schnell den Spaß an der Sichtung verlieren dürfte. Was bleibt sind ein paar dreidimensionale Effekte, die in der 2D-Fassung aufgrund des aufdringlichen Einsatzes der BlueScreen-Technik absolut amateurhaft wirken. Etwas wirklich Gutes an APARTMENT 1303 zu finden ist schwierig, denn der Film ist ein ganz übles Stück Zelluloid, dass sich nur Hardcore-Geisterfans zu Gemüte führen sollten, die keinen und sei es noch so miesen Spukfilm verpassen möchten.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Düsteres Geister-Drama für Freunde subtiler Spukfilme. Leider ist die morbide Kulisse das einzig Sehenswerte an diesem Käse. Welcher nachvollziehbare Sinn hinter der Realisierung dieses Remakes steckt, wird wohl nie ergründet werden können.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Zensur

 
 
 
Gewalt gibts hier bis auf ein paar hölzernde „Fenstersprünge“ nicht zu sehen. Daher ist das Ding frei ab 16 Jahren im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
apartment 1303 blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Apartment 1303; Kanada / USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, 3D-Fassung

Release-Termin: 25.04.2014

 
 
 

Apartment 1303 (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
House Hunting (2013)

Apartment 143 (2011)

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Zimmer 1408 (2007)

Apartment 1303 (2007)

Haunted Hill (1999)

Filmreview: „Alexandre Aja´s Maniac“ (2012)

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ALEXANDRE AJA´s MANIAC

Story

 
 
 
Frank Zito (Elijah Wood) arbeitet in einer Werkstatt für alte Schaufensterpuppen, die sich seit Generationen in Familienbesitz befindet. Bereits seit seiner Kindheit ist sein Verhältnis zu Frauen gestört und so streift nun schüchtern wirkender durch die Straßen von Los Angeles, immer auf der Suche nach ahnungslosen Zufallsbekanntschaften, die er brutal umbringen und skalpieren kann. Die Trophäen drapiert er auf den Häuptern seiner Schaufensterpuppen, mit denen er auch kommuniziert. Als er die französische Fotografin Anna (Nora Arnezeder) kennenlernt, gerät sein Leben gänzlich aus den Fugen. Nicht nur, dass er sich in die junge Frau verliebt; auch sein geheimes Doppelleben droht aufgedeckt zu werden …
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Kritik

 
 
 
Der französische Regisseur & Produzent ALEXANDRE AJA sollte mittlerweile jedem Genrefan ein Begriff sein, war er doch verantwortlich für HIGH TENSION, jene Comeback europäischen Extremhorrors, das Remake des Wes Craven-Klassikers THE HILLS HAVE EYES und für die Neuverfilmung des koreanischen Mystery-Thrillers MIRRORS. Aufgrund der lukrativen Recycling-Maschinerie Hollywoods war es nur eine Frage der Zeit bis auch WILLIAMS LUSTIGS Kultfilm MANIAC in den Genuss einer Frischzellenkur kommt. Als glattgebügelter Reboot findet nun die Neuverfilmung unter dem kassenträchtigen Banner ALEXANDRE AJAs MANIAC ihren Weg in die heimischen DVD- und Blu-ray-Player, wobei die internationale Titelschmiede den Filmfreund einmal mehr versucht, dreist hinter das Licht zu führen. Zwar wird auf dem Kinoplakat mit dem international anerkannten Namen AJAs geworben; MANIAC umgesetzt hat dennoch ein ganz anderer. Ein raffinierter Schachzug, wird durch diesen dreisten Etikettenschwindel versucht, den weltweiten Verkauf von Bildträgern des Film anzukurbeln. Ganz so weit hergeholt ist die Involvierung AJAs in das Projekt dann doch wieder nicht. Der kreative Franzose nahm zwar hier nicht auf dem Regiestuhl platz, fungierte jedoch als erfahrener Produzent und Autor und übergab die Regie für das Projekt an seinen langjährigen Freund FRANCK KHALFOUN, den er am Set zu HIGH TENSION kennengelernt hatte. KHALFOUN, kein unbekannter im Genre, bewies bereits mit der Umsetzung des von AJA produzierten P2-SCHREIE IM PARKHAUS, dass er ein geschicktes Händchen für markerschütterndes Thriller-Kino besitzt und versucht nun mit seiner Version des berüchtigten MANIAC, den unlängst in die Jahre gekommenen Kultklassiker einem neuen Publikum zugänglich zu machen.
 
Seit seinem deutschen Kinostart am 14. November 1980 hatte es das Original bisher nicht leicht in Deutschland. Kurz nach seiner Uraufführung wurde der Film bundesweit beschlagnahmt und steht auch heute noch, weit über 30 Jahre nach seiner Entstehung, in der ungeschnittenen Fassung auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Eine etwas groteske Anmutung, wenn man bedenkt, dass sich die Neuauflage durchaus sadistischer und zeigefreudiger in ihren Gewaltdarstellungen gibt und die Effekte bei weitem realistischer und expliziter in Erscheinung treten. Dennoch hatte auch die Neuauflage bei der hiesigen Zensurbehörde ihre Problemchen. Zwar lief die Originalfassung in den deutschen Lichtspielhäusern noch in der ungeschnittenen Urversion frei ab 18 Jahren; das Label ASCOT ELITE stieß aber mit einer weiteren Prüfung für die kommende Heimkinoauswertung auf wenig Gegenliebe seitens der FSK. Diese verweigerte dem Film die Freigabe in seiner ungeschnittenen Form, so dass ALEXANDRE AJAs MANIAC nun in zwei Schnittvarianten erhältlich ist: gekürzt, als FSK-geprüfte Version für den regulären Handel sowie ungeschnitten mit SPIO/JK-Kennzeichnung für die deutschen Videotheken.
 
Nach all den mal mehr, mal weniger brauchbaren Neuverfilmungen der letzten Jahre, stellt sich bei Fans des Originals natürlich direkt die Frage, ob der aktuelle Aufguss eigentlich überhaupt hätte von Nöten sein müssen. Viele der grandiosen Horrorfilmperlen wurden in vergangener Zeit ungnädig durch die Politur gejagt, wobei nur wenige von ihnen überhaupt den Qualitätsgehalt der Vorlage erreichen konnten. Freunde des aus den 80er Jahren stammenden Originals wird freuen, dass mit ALEXANDRE AJAs MANIAC eine sehenswerte Neuauflage geschaffen wurde, die es hervorragend versteht, sich vom Einheitsbrei dummer Mainstreamware kreativ abzuheben und es dabei sogar noch schafft, durch Stimmigkeit zu überzeugen. Regisseur KHALFOUN kopiert das Grundkonzept der Lustig´schen Geschichte nicht eins zu eins, sondern versucht der Handlung vom mordgierigen Irren eine eigene Note zu verleihen. Das macht sich vor allem bei der Auswahl des Hauptdarstellers bemerkbar. Mimte der robuste JOE SPINELL im Original noch den Antipathen mit zerzaustem Haar und irrem Blick, so erstaunt, dass im Reboot ausgerechnet der unscheinbare und fragil wirkende ELIJAH WOOD die Rolle des psychotischen FRANK ZITO übernahm. Der Amerikaner bewies bereits durch sein Schauspiel in Werken wie SIN CITY und HOOLIGANS, dass er durchaus wandelbar ist und sich nicht zwangsläufig in eine Schublade stecken lassen möchte. Auch wenn er als MANIAC bei weitem weniger impulsiv und widerlich zur Tat schreitet wie SPINELL 32 Jahre zuvor, schafft es WOODS dennoch seine Rolle mit einer geheimnisvollen und unnahbaren Aura zu umgeben, was aber nicht heißen soll, dass sein FRANK ZITO dadurch nicht weniger krank und perfide in Erscheinung tritt. Der neue Frank schreitet unauffälliger, zerbrechlicher und bedachter zur Tat, wobei diese Prämisse nicht bedeuten soll, dass der neue MANIAC weniger schockiert und bewegt. Aufgrund der radikalen Kameraführung, welche die Geschehnisse aus der Egoperspektive zeigt, wirkt das Remake bei weitem härter und kompromissloser als sein betagter Vorgänger. Der Zuschauer wird gezwungen, in die Position des Killers zu schlüpfen und die Taten mit seinen Augen zu sehen. Diese Sichtweise grenzt sich nicht nur erfrischend vom Original ab sondern wirkt in seiner Kompromisslosigkeit gelegentlich gar nah am Experimentalfilm, was ALEXANDRE AJAs MANIAC weniger massentauglich macht und ihn in fast schon für die Geschmäcker kontroverserer Arthouse-Filmfans interessant macht.
 
Auch wenn FRANCK KHALFOUN stets darum bemüht ist, seinen MANIAC in ein andersartiges, zeitgemäßes Gewand zu verpacken, ist seine Interpretation nicht von Makeln gefreit. So wird die Psychologie des Täters nur schemenhaft umrissen, sein Vorgehen stattdessen reißerisch, plakativ und krude bebildert. Aufgrund der expliziten Gewaltdarstellung steht das Remake zwar immerhin gänzlich auf Höhe der Zeit und diesbezüglich anderen radikalen Horrorschockern der letzten Jahre in nichts nach. In diesen Momenten der Nachlässigkeit zeigt die Neuverfilmung, gerade durch die minutiös zelebrierten Skalpierungsszenen, ihre andere Seite. Die des waschechten, schmuddeligen Exploitation-Kinos, was für den Otto-Normalzuschauer ebenfalls schwer verdaulich sein dürfte. Trotzdem, auch wenn sich die Spannung hin und wieder in Grenzen hält und der Film mit kleinen Längen zu kämpfen hat, schafft es der unangenehme Bilderrausch einen merklich melancholischen Grundton zu entwickeln, der in Kombination mit dem hervorragenden Retro-Soundtrack gerade jenen Zuschauern gefallen dürfte, die eine Vorliebe für 80er Jahre Slasher-Movies hegen. ALEXANDRE AJAs MANIAC ist mit Sicherheit eines der gelungensten Reboots der letzten Jahre und dürfte Regisseur FRANCK KHALFOUN ein Stück höher in der Liga der außergewöhnlich kreativen Genre-Regisseure Hollywoods katapultieren.
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Eine gelungene Neuverfilmungen, eines berüchtigten Klassikers. Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Zensur

 
 
 
Die deutsche FSK-Fassung mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck ist geschnitten. Im deutschsprachigen Ausland sowie in den bundesweiten Videotheken kann die ungeschnittene Fassung mit der SPIO/JK-Kennzeichung erworben werden.
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Alexandre-Ajas-Maniac-Blu-ray-Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac; Frankreich/USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: KJ (geschnittene Fassung) / SPIO JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer beim Start der Disc: Maniac (Original) (2:59 Min.), A little bit Zombie (2:17 Min.), Passion (1:00 Min.), Making of (9:47 Min.), Interviews: Elijah Wood (9:36 Min.), Nora Arnezeder (2:18 Min.), Franck Khalfoun (4:10 Min.), Alexandre Aja (4:03 Min.), Kinotrailer (0:49 Min.), Deutscher Trailer (2:02 Min.), Originaltrailer (2:07 Min.), Trailershow: When the Lights Went Out (2:27 Min.), A Lonely Place to Die (1:53 Min.), One Way Trip (1:24 Min.), 11-11-11 – Das Tor zur Hölle (1:42 Min.), Der Kreuzmörder (2:10 Min.), Söldner – Gesetzlos und gefürchtet (1:21 Min.), Eden (2:30 Min.), Einführung von Bill Lustig (00:18 Min.)

 
 
 
Den Beginn, auf der uns vorliegenden Heimkinofassung zu ALEXANDRE AJA´S MANIAC, macht der Trailer zum Original aus dem Jahre 1980. Dieser wird natürlich zeitgleich mit dem Reboot des Filmes auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, wobei der interessierte Filmfreund hier jedoch direkt den Umweg ins deutschsprachige Ausland wählen sollte. Denn auch die kommende HD-Auswertung des Ur-MANIAC ist in Deutschland nur gekürzt erhältlich, da der Film hierzulande immer noch in seiner ungeschnittenen Fassung beschlagnahmt ist. Nach zwei weiteren Clips kommender Filme aus dem Hause ASCOT ELITE geht es direkt ins animierte Hauptmenü, wo es neben dem Hauptfilm allerlei Sehenswertes zu erkunden gibt. Neben einem ausführlichen Making of (ca. 10 Minuten, in deutscher Sprache), gesellen sich diverse Interviews aller Beteiligten (insgesamt ca. 20 Minuten). Zudem gibt es verschiedene Trailer zum Film, sowie eine umfangreiche Trailershow weiterer sieben Beiträge aus dem Katalog des Labels zu entdecken. Alle Extras besitzen deutscher Untertitel und liegen in hochauflösender Qualität vor. Technisch hat sich ASCOT ELITE keineswegs lumpen lassen. Das Bild überzeugt durch einen sehr adäquaten Schärfegrad, der vor allem bei den Nahaufnahmen trefflich zur Geltung kommt. Bei einigen Weitwinkelszenen treten hin und wieder kleine Unschärfen auf, die vor allem beim Einsatz diverser Stilmittel zum Einsatz kommen; wiegen jedoch nur selten ins Gewicht. Ansonsten tritt das Bild überwiegend klar und sauber in Erscheinung. Neben dem hervorragenden Bild gesellt sich ein brachialer Ton, der sich durch eine wunderbare Räumlichkeit auszeichnet und es stets perfekt versteht, den tollen Soundtrack optimal zur Geltung zu bringen. Filmfans erhalten mit ALEXANDRE AJA´S MANIAC nicht nur einen sehenswerten Film; auch die hochwertige Technik kann sich durchaus hören und sehen lassen. Bleibt zu erwähnen, dass ASCOT ELITE sogar an ein Wechselcover gedacht hat und die Blu-ray in einer edlen, schwarzen Amaray ausliefert.

Im Übrigen: wer den Film ungeschnitten sehen möchte, sollte auf das SPIO/JK-Zeichen achten. Die deutsche Kaufhausfassung mit dem FSK18-Aufdruck ist geschnitten
 
 

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ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Dominik S.

 
 
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Filmreview: „Dawn of the Undead“ (2008)

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Dawn of the Undead

Story

 
 
 
Wir schreiben das Jahr 1879 und im mittleren Westen der USA toben noch immer die Kämpfe gegen die Zurückdrängung der indianischen Ureinwohner des Kontinents. Einem derartigen Konflikt scheint auch eine unschuldige Farmerfamilie zum Opfer gefallen sein, worauf sich eine selbsternannte Bürgerwehr sowie eine Einheit der US-Kavallerie auf den Weg macht, den Täter zu finden. Doch die Suche nach der vermeintlich rachsüchtigen Rothaut erweist sich rasch als durchaus schwieriges Unterfangen. Nachts verschwinden Soldaten auf mysteriöse Weise, was plausibel als Fahnenflucht deklariert wird. Doch der wahrer Grund für das Verschwinden lauert tief unter der Erde: nach dem Auslöschen der Büffelherden gieren riesige, wurmartige Ungeheuer nach Beute. Um ihren Appetit zu stillen, verschlägt es die Kreaturen hin und wieder an die Oberfläche, wo friedliche Bürger alsbald in den Schlund der „Burrower“ verschwinden …
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Kritik

 
 
 
Zwischen all den konventionellen Horrorgurken der letzten Zeit, mag man als Filmfan kaum glauben, dass es da draußen noch Filmstoffe gibt, denen man bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt hat und die noch nicht bis zum Erbrechen totgefilmt wurden. Zu einer, dieser kleine Genre-Überraschungen gehört der bereits im Jahre 2008 entstandene THE BURROWERS – DAS BÖSE UNTER DER ERDE, der nun unter dem reißerischen Titel DAWN OF THE UNDEAD erneut seinen Weg in die deutschen Kaufhäuser findet. Warum sich das hiesige Label INTERGROOVE/SAVOY FILM für eine Neuveröffentlichung unter einem anderen Namen entschieden hat, ist bei derart lukrativen Titel offensichtlich: hier versucht man auf den aktuell so beliebten Zombie-Zug aufzuspringen, um flink den schnellen Euro zu erhaschen. Natürlich hat DAWN OF THE UNDEAD rein gar nichts mit fleischfressenden Zombies am Hut, denn statt amoklaufender Untoter bekommt es der Zuschauer in diesem Horrorfilm mit raffinierten Killerwürmern zu tun, die tief unter der Erde lauern und ahnungslose Menschen verspeisen. Natürlich lassen sich Parallelen zum Trash-Spaß TREMORS – IM LAND DER RAKETENWÜRMER (1990) nicht leugnen, wobei DAWN OF THE UNDEAD natürlich etwas klassischer daherkommt und eher im Western-Milieu anzusiedeln ist. Dennoch ist das zugrundeliegende Wurm-Prinzip das Gleiche, wenn auch in THE BURROWERS bedeutend ernster, spannender und sozialkritischer inszeniert. Hier stiften mysteriösen Erdbewohnern für reichliche Unfrieden, wobei Regisseur J.T. PETTY stets bedacht ist nur soviel von den seltsamen Kreaturen zu offenbaren, wie nur nötig. Mit jedem Angriff erfährt der Zuschauer mehr über das Vorgehen der grotesken Wesen, wobei die Monster im Verlauf der Handlung natürlich auch in seiner ganzen Pracht präsentiert werden. Das Creature-Design weiß hierbei erstaunlich solide zu überzeugen. In Anbetracht des Low-Budget-Status sind die Effekte sogar als durchaus beachtlich zu betiteln. Die technisch saubere Umsetzung der Würmer sorgt gerade in den Kampf- und Angriffsszenen für einige ziemlich Adrenalin fördernde Momente, so dass der Zuschauer mit THE BURROWERS rund 90 Minuten erstklassig unterhalten wird. Einige sozialkritische Seitenhiebe bekommt der Filmfan in DAWN OF THE UNDEAD natürlich auch zu spüren. So wird nicht nur die sinnlose Gewalt und die Vorurteile gegenüber Minderheiten (in diesem Falle die Ureinwohner Amerikas) zum Thema des Films gemacht, sondern auch das skrupellose Ausbeuten des Lebensraums durch den Menschen. Umso gerechter die Bestrafung durch Mutter Natur, die kurzerhand den Mensch zur neuen Beute der Würmer deklariert, nachdem dieser die Nahrungsgrundlage der Kreaturen vernichtet und für das Ausrotten ganzer Büffelherden verantwortlich gemacht wird.
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
THE BURROWERS / DAWN OF THE UNDEAD ist ein raffiniert umgesetzter Horror-Western für Horrorfreunde, die ein Faible für klassischen Monster-Trash hegen. Dieses kurzweilige Wurm-Abenteuer ist spannend, originell und ziemlich gemein. Ein kleiner Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Zensur

 
 
 
Der Film ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegeben. Wirklich viele brutale Schauwerte hat der Film nicht. Dennoch sind einige der ekligen Creature-Effekte nicht ganz ohne.
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Burrowers; USA 2008

Genre: Horror, Thriller, Western

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Slideshow, Werbeclip zum Film – alle Extras ohne dt. UT

 
 
 
Bei der Neuauflage zu The BURROWERS unter dem kassenfreudigen Titel DAWN OF THE UNDEAD handelt es sich um ein etwas seelenloses Re-Pack, der bereits erhältlichen Scheibe. Wie bereits bei der Vorlage aus dem Hause Schröder Media kommt diese Blu-ray mit sehr bescheidenem Bild daher. Die Qualität schwankt von sehr gut (vor allem bei den Tageslichtszenen) bis fürchterlich verpixelt und grobkörnig. Vor allem in den dunklen Szenen vermisst man einen anständigen Schwarzwert. Auf tonaler Ebene gibt es jedoch nix zu meckern. Der Ton erweist sich gerade in den Angriffsszenen als durchaus förderlich. Zudem überzeugt er mit einer permanenten Räumlichkeit. Leider sind die Extras etwas mager ausgefallen. Bis auf einer Slideshow, den Trailer und einen Promotion-Clip in bescheidener VHS-Qualität, hat es rein gar nichts Nennenswertes auf die Scheibe geschafft. Bleibt zu erwähnen, dass die Neuauflage mit einem Wechselcover daherkommt und günstig zu haben ist. Für den Hauptfilm gibt es übrigen deutsche Untertitel. Wer über die Mängel hinwegsieht und gern Horrorfilme schaut, die eher ruhig und stimmig erzählt werden, ist bei dem eher unblutigen Creature-Feature THE BURROWERS / DAWN OF THE UNDEAD genau richtig.
 
 

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Dawn of the Undead – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Evil Dead“ (2013)

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EVIL DEAD

Story

 
 
 
Der plötzliche Tod der eigenen Mutter hat die beiden Geschwister Mia und David furchtbar entfremdet. Aus Angst die tödliche Krankheit der Mutter auch in sich zu tragen, versucht David dem Problem zu entkommen, indem er davonläuft. Seine jüngere Schwester sieht sich im Stich gelassen und verfällt daraufhin den Drogen. Um den Weg zurück in eine normale und geregelte Welt zu finden, treffen die Geschwister erneut aufeinander, um eine Lösung für Mias Drogensucht zu finden. Zusammen mit einigen Freunden versuchen sie weit draußen in einer Hütte im Wald, dem Problem Herr zu werden und stellen die traumatisierte Mia unter kalten Entzug. Doch irgendwas ist mysteriös an der vermeintlich vertrauten Behausung. Irgendjemand scheint sich Zugang zum Keller der Hütte verschafft und ein ominöse Ritual betrieben zu haben. Schnell stoßen die Freunde auf ein seltsames Buch, aus dem Eric einige der verschlüsselten Botschaften liest. Ein fataler Fehler, denn mit dem Aussprechen der Verse, erweckt er einen bösartigen Dämon, der sich alsbald den Körpern der Freunde bemächtigt …
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Kritik

 
 
 
20 Jahre sollte es dauern, bis das beliebte EVIL DEAD-Franchise in eine neue Runde gehen sollte.
Vermutlich schien der Wunsch nach einer weiteren Fortsetzung und der Erwartungsdruck der Fanbase derart enorm gewesen zu sein, dass sich in Zeiten lukrativer Remakes auch Erfinder und Macher der Ur-Trilogie SAM RAIMI dazu verpflichtet sah, die allmählich in die Jahre gekommene TANZ DER TEUFEL-Serie mit Hilfe eines Reboots, auch einem jungen und unwissenden Publikum zugänglich zu machen und die bisherigen Liebhaber der Reihe ebenso zufriedenzustellen. Mit überraschenden Folgen. Nachdem ein überzeugender Trailer im Netz die Runde machte, entstand um die kommende EVIL DEAD-Neuauflage ein, bisher im Horror-Genre wohl noch nie dagewesener Hype, der die Vorfreude auf die kommende Neuauflage unter Anhängern des „bösen Horrorfilms“ unweigerlich wachsen lies. Kassenträchtig als den „wohl schrecklichsten Film aller Zeiten“ betitelt, schlug EVIL DEAD nach dem amerikanischen Kinostart ein wie eine Bombe. Bereits am ersten Startwochenende schwemmte der 17 Millionen Dollar teurer Film fast das Doppelte seinen Budgets in die amerikanischen Kinokassen, sodass sich das Filmstudio SONY und die gesamte Produzenten-Riege dazu entschloss, dem Reboot drei weitere Teile folgen zu lassen: zwei Fortsetzungen, um die Neuauflage als Trilogie zu komplettieren sowie ein ARMY OF DARKNESS-Sequel, um die Ur-EVIL DEAD-Serie weiterspinnen zu können. Glaubt man den diversen Gerüchten im Internet, sollen beide Reihen letztendlich sogar ineinander übergreifen, sodass für die kommenden Jahre ein regelrechter TEUFELSTANZ im Kino zelebriert werden dürfte.
 
Nun steht jedoch mit dem ersten, „neuen“ EVIL DEAD-Teil vorerst ein gehörig bösartiger Schocker ins Haus, der weltweite Horrorfilmfreunde vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Denn die Neuaufguss mag zwar trotz der durchaus gelungenen Umsetzung nicht jedem Filmfreund auf Anhieb munden wollen. Gerade den Verfechtern der EVIL DEAD-Klassiker und den Liebhabern schön altmodischer Retro-Kost dürfte der neue, ziemlich hektisch und schnell geschnittene Splatter-Trip, ein gehöriges Grummeln ins Gesicht zaubern. Die, aus heutiger Sicht oftmals naiv-wirkende, charmant-liebenswerte 80er Jahre Atmosphäre sucht man hier vergebens, denn EVIL DEAD ist perfekt durchgestylt von Anfang bis Ende. Hier wurde wahrlich Liebe zum Detail betrieben, denn jede Szene, jeder Effekt und jeder Kameraeinstellung wirkt genau geplant und präzise durchleuchtet. Fast schön möge man meinen, dass die Reihe mit dem aktuellen Neuanfang den Mainstream erreicht hat, denn mit den adretten Jungschauspieler-Ensemble, all den hochwertig gefilmten Szenen und professionell umgesetzten Splatter-Effekten erinnert der neue und MAKELLOSE EVIL DEAD fast schon an einen, auf das heutige MTV-Publikum zugeschnittenen Blockbuster, wie man ihn aktuell leider zu oft in derart Form im Kino präsentiert bekommt.
 
Dennoch, keine Bange, den erwartungsfreudigen Filmfreunden da draußen sei versichert, der Film rockt – und das gewaltig. Mit dem größtmöglichen Respekt und bemerkenswert viel Herzblut hat sich Nachwuchsregisseur FEDE ALVAREZ an einen der vermutlich wichtigsten Werke innerhalb des Horror-Genres gewagt und einen Film geschaffen, der die Messlatte für all die noch kommenden Neuauflagen mehr oder weniger bekannter Horrorfilme erheblich weit nach oben getrieben hat. EVIL DEAD ist einer dieser Gruselschocker, bei dem wahrlich alles stimmt. Bereits die kultige Vorlage war nicht gerade eine Garant für tief verzwickte Story-Wendungen und erzählerische Tiefe und dennoch schaffte der Klassiker ein unwohliges und beängstigendes Gefühl zu entwickeln, dass vor allem dafür sorgte, einigen zartbesaitete Gemütern einige schlaflose Nächte zu bereiten. Die durchaus erschreckend, dichte Atmosphäre und das gespenstige Setting verhalfen dem Klassiker, zusammen mit den für damalige Verhältnisse derben Splatter-Exzessen, zum Kultstatus, den er nun heute genießen darf. Umso nachhaltiger die Sorge aller Fans des Originals, ob diese bedrückende Spannung auch im EVIL DEAD des Jahres 2013 konsequent beibehalten werden kann. Ja das tut sie! Die geisterhafte Kulisse ist eine Wonne und erinnert in ihren besten Momenten, an die alptraumhaften Szenarien eines TIM BURTON. Regisseur FEDE ALVAREZ ist stets darum bemüht, jede Einstellung anders ausschauen zu lassen und lässt die Kamera virtuos um die wenigen Protagonisten sausen, sodass der Film gerade aufgrund seiner aufgesetzten Künstlichkeit beinahe etwas Märchenhaftes besitzt. Bemerkenswert ebenso, dass ALVAREZ versucht, der unlängst bekannten Geschichte mehr Tiefgang zu verleihen. Erfährt man in den Originalteilen nur sehr wenig über den Hauptdarsteller Ash, so überrascht, dass die Geschwister Mia und David nun sogar eine Art Charakterentwicklung durchleben, auch wenn diese an einigen Stellen etwas arg aufgesetzt wirkt. Der interessanteste Aspekt des Reboots scheint aber in der Geschichte des Buches zu liegen, der endlich auch einmal etwas Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Legende rund um die darin beschriebene Beschwörung eines Dämons, wirkt runder und stimmiger als in der Original-Trilogie und bietet zudem reichlich Stoff für die noch (hoffentlich) kommenden beiden Fortsetzungen der Neuauflage.
 
Was aber natürlich alle Fans des aktuellen DÄMONENTANZES am meisten interessieren dürfte, wäre der Härtegrad, der bereits im Trailer offenkundig zur Schau gestellt wurde.
Der wird natürlich ganz zur Freude hungriger Gorehounds deftig auf die Spitze getrieben und dürfte Otto-Normal-Kinogänger gänzlich verschreckt im Kinosessel zusammenzucken lassen. EVIL DEAD wirkt ernst und hart, keine Frage, aber trotzdem schafft es Regisseur FEDE ALVAREZ an wenigen Stellen im Film einige kleine slapstickartige Einlagen zu verstecken, die an die großartig abgedrehten Momente eines EVIL DEAD 2 – DEAD BY DAWN (1987) erinnern. Hier wäre vor allem die Szene zu nennen, in der eine der Protagonisten bei lebendigen Leib den eigenen Arm mit Hilfe eines elektrischen Küchenmessers abtrennen möchte, dieser zu aller Entsetzen an nur noch einer Vene baumelt und letztendlich unerwartet abreißt. Zudem dürfte der etwas skurrile Einsatz von gewöhnlichem Klebeband für das Versorgen der schlimmsten Wunden, im Film für einige Schmunzler sorgen. Und: so viele zugeschlagene Türen, wie in EVIL DEAD bekommen vermutlich nur die Kontrolleure der GEZ zu Gesicht. Alle Effekte im Film sind handgemacht, was man irgendwie rein gar nicht glauben mag, treten die diversen Verbrennungen, Enthauptungen, Brechanfälle und Make up-Effekte derart professionell in Erscheinung, dass es fast schon eine Wonne ist, dem nächsten schrecklichen Tod einer der Protagonisten beizuwohnen. Leider trübt der bisher bereits im Netz kursierende RED BAND-Trailer ein wenig den Gesamteindruck, denn dieser verrät, bis auf den Prolog und das pompöse, mit orchestralen Klängen unterlegte Finale, zu viel über das furchtbare Ableben der im Film agierenden Charaktere.
 
 
 
Die Neuauflage des berüchtigten EVIL DEAD-Schockers ist eines der wenigen Remakes in letzter Zeit, welche man als vollkommen gelungen betiteln kann. Die Geschichte rund um die abgelegene Hütte und den Protagonisten, die sich zu sich selbst zerfleischenden Wesen verwandeln, ist zwar nicht neu, wirkt aber Dank der vielen, hervorragenden und abwechslungsreichen Einfälle des Nachwuchsregisseurs FEDE ALVAREZ erfrischend anders und stets spannend. Hier kommt der Feuerhaken aus dem Original-Film von SAM RAIMI ebenso zum Einsatz, wie die Motorsäge, die spätestens während des Finales für wohlig-superbe Schauer sorgen dürfte. Die hektische und rasante Dämonenhatz ist erstaunlich kurzweilig, toll bebildert und herrlich derbe, sodass man nur hoffen kann, dass sich bald ein Drehbuch für ein Sequel finden lässt, damit die Geschichte auf gleichem Niveau fortgeführt werden kann. Was im übrigen die hiesige FSK geritten haben muss, dieses Remake in seiner ungeschnittenen Rated R-Form auch für den deutschen Zuschauer unbeschnippel zugänglich zu machen, entzieht sich unserer Logik. Der EVIL DEAD des Jahres 2013 ist das wohl derbste Filmchen, was seit SAW über die deutschen Kinoleinwände flimmerte. Immerhin, das lässt hoffen, dass SONY PICTURES auch in deutschen Gefilden versuchen könnte, den bei weitem „harmloseren“ Originalfilm vom Index zu bekommen.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Gegen das Remake sieht das Original aus wie Kinderfasching. Bitterbös-blutige Dämonen-Hatz für ganz mutige Kinozuschauer.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Kinofassung war identisch mit der Amerikanischen, die bereits vor dem US-Kinostart einige Frames Federn lassen, um ein lukratives RATED R erhalten zu können. Zwar lies Regisseur AVAREZ vor dem Kinostart verlauten, dass für die Heimkinoauswertung eine ungeschnittene UNRATED-Variante vorgesehen wäre; das Vorhaben wurde jedoch kurzerhand auf Eis gelegt. Nach dem offiziellen Kinorelease verkündete AVAREZ, dass es sich angeblich bei der zerschnippelten RATED R-Fassung um seine bevorzugte Filmversion handeln würde. Diese kommt jetzt auch auf Blu-ray und DVD in den deutschen Handel. Hierbei wird es zwei Schnittversionen geben. Während die SPIO/JK-Variante ungeschnitten ist und der RATED R-Fassung entspricht, ist die Kaufhausvariante mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck geschnitten.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
evil dead
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evil Dead; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Bild: (2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min. (geschnittene Fassung) / ca. 91 Min. (ungeschnittene Fassung)

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung) / SPIO/JK (ungeschnittene Faasung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Regisseur der Toten: Regisseur Fede Alvarez‘ Neuentwurf eines kultigen Horrorklassikers, Mias Weg: Die körperliche und psychische Verwandlung in „die böse Mia“, Kommentar mit Besetzung und Filmemachern, Das entfesselte Böse: Die Ursprünge und das Design des neuen Buchs der Toten, Evil Dead – Das Remake, Alles möglichst schwierig

 
 
 
Endlich hält auch das Remake des vermutlich kultigsten Splatter-Klassikers aller Zeiten Einzug in die heimischen Wohnzimmer, wobei Rechteinhaber SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT löblicherweise auch Fans die Möglichkeit eingeräumt hat EVIL DEAD in seiner ungeschnittenen RATED R-Fassung kaufen zu können. Neben der zerschnippelten FSK-Variante gibt es selbstverständlich auch eine unzensierten Fassung mit SPIO/JK-Stempel, die vermutlich nicht allzu lang frei erhältlich sein wird. Daher sei jedem Sammler ans Herz gelegt diese Filmfassung so schnell wie möglich zu ordern, bevor ihr die Indizierung droht oder sie gar auf dem Index landet. Neben den herkömmlichen Amaray-Hüllen kann der Liebhaber schicker Blu-ray-Verpackungen tolle Steelbooks des Remakes erstehen. So packt der Drogeriemarkt MÜLLER die ungeschnittene Filmversion in ein derartiges Sammlerstück, während SATURN und MEDIA MARKT nur die geschnittene Auflage in das Steelbook stecken. Rein technisch hat sich SONY bei der Umsetzung der Blu-ray nicht lumpen lassen. Diese kommt erstaunlich umfangreich daher und überzeugt durch tolles Bild und satten Sound. Das Menü zeigt Szenen des Films während der Zuschauer mittels Blutklecks durch die Menüstruktur navigieren kann. Im Bonusbereich wird volles Programm geboten. Für einen Horrorfilm dieser Größenordnung schon eine rare Angelegenheit, sind umfangreiche Extras bei Horrorfilmen eher Mangelware. Neben einem Audiokommentar mit diversen Beteiligten geben kurze Features einen guten Einblick in die Dreharbeiten. In den Dokumentationen MIAS WEG (09:13 min), REGISSEUR DER TOTEN (7:25 min), EVIL DEAD – DAS REMAKE (09:50 min), ALLES MÖGLICHST SCHWIERIG (08:13 min) und DAS ENTFESSELTE BÖSE (05:07 min) werden dem Filmfreund ausführliche Hintergrundinformationen geboten, die sich endlich einmal Extras nennen dürfen, denn nicht selten sind die Features der hauseigenen Filme SONYS vollgestopft mit Marketing-Gequassel. Alles Extras besitzen übrigens deutsche Untertitel, so dass sich auch Zuschauer im Bonusbereich informieren können, die nicht der englischen Sprache mächtig sind. Den tollen Trailer zum Film gibt’s es übrigens nicht auf der Scheibe – Schade!
 
 
 

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EVIL DEAD – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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