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Beiträge mit Schlagwort “Okkult-Horror 2014

Filmkritik: „Starry Eyes“ (2014)

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STARRY EYES

Story

 
 
 
Ein Anruf aus der Hölle verändert das Leben der erfolglosen Schauspielerin Sarah maßgeblich. Sie wird zu einem Vorsprechen eingeladen, das ihr zwar alles abverlangt, jedoch die Möglichkeiten eröffnet in der schillernden Welt Hollywoods Fuß fassen zu können …
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es da draußen immer noch Filme gibt, von denen man sich nicht viel verspricht und die letztendlich überraschen, weil sie eine unerwartete Richtung einschlagen. STARRY EYES ist so ein unentdeckter Diamant, der mit zwei gegensätzlichen Filmhälften die Gunst der Horrorgemeinde für sich gewinnen möchte und sich aber damit nicht nur Freunde macht. Hier wird Gewalt ganz groß geschrieben, was vor allem zartbesaitete Angsthasen tief in den Filmsessel rutsch lassen dürfte, schließlich werden für STARRY EYES harte Nerven und eine Vorliebe fürs Grobe vorausgesetzt. Die beiden Drehbuchautoren und Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER machen seit geraumer Zeit gemeinsame Sache und haben in den letzten Jahren schon so einige Filmprojekte zusammen auf die Beine gestellt. Leider haben sie damit nicht den Erfolg ernten können, den sich das Duo vermutlich gewünscht hätte. Grund genug mal Tacheles zu reden und im Horrorfilm STARRY EYES mit der rücksichtslosen Geldmaschinerie Hollywoods abzurechnen, wo kreative Filmemacher und Schauspieler ihre Seele an profitgeile Produzenten verkaufen müssen, um überhaupt einen Fuß in der Traumfabrik bekommen zu können. So ähnlich ergeht es Protagonistin Sarah im Film. Sie durchlebt Dank hervorragender Spezialeffekte und einer Menge Ekel-Make-up eine groteske Metamorphose vom ehrgeizigen Traumtänzer hin zur gewissenlosen Karrierefrau, die am Ende sogar die besten Freunde für ihr Ziel unter die Erde bringt.
 
Sarah lebt in L.A., verdient sich mit einem schlecht bezahlten Kellnerjob ein paar Dollar, damit sie die Miete für eine kleine Wohnung bezahlen kann, die sie sich mit der besten Freundin teilt. Doch zufriedengeben will sie sich damit nicht. Sie bewirbt sich wahllos für Vorsprechen in unbedeutenden Filmen und hofft, irgendwie Fuß in die schillernde Traumwelt Hollywoods bekommen zu können. Für eine Rolle im Film „Silver Scream“ setzt sie alles auf eine Karte und spricht bei einem Casting vor, das ihr bisher erfolgloses Leben auf den Kopf stellen wird. Der Produzent ist von Sarahs Talent begeistert, fordert jedoch Opfer, die die ehrgeizige Frau in Kauf nimmt, um endlich auch im Rampenlicht stehen zu können.
 
HOUSE OF THE DEVIL lässt grüßen, denn STARRY EYES orientiert sich in seiner Machart an die großen B-Klassiker der 1970er- und 1980er, die bereits 2009 von TI WESTS (THE SACRAMENT) im genannten Okkult-Horror eindrucksvoll gehuldigt wurden. Ob nun preisgekröntes Poster, eingängiger Synthesizer-Soundtrack oder handgemachtes Splatter-Gematsche; STARRY EYES hat all das, was klassisches Horrorkino aus jenen Dekaden zu bieten hatte und dürfte vor allem jene Nostalgiker begeistern, deren Herz am Old-School-Horror hängt. Das Massenphänomen Crowdfunding hat dazu beigetragen, dass das Projekt überhaupt verwirklicht werden konnte. Wie bei so einigen Indie-Produktionen (u.a. AMERICAN BURGER) aus letzter Zeit musste auch STARRY EYES durch Spendengelder teilfinanziert werden, damit der Streifen überhaupt fertiggestellt werden konnte. Dass wenig Geld zur Verfügung gestanden hat, ist dem Film aber nicht anzusehen – ganz im Gegenteil, die Produktion befindet im Gegensatz zu den meisten B-Movies auf technisch beachtlichem Standard und hat sogar noch gute Schauspieler zu bieten, die zur Abwechslung auch noch Ahnung vom Schauspielen haben. Allen voran ALEX ESSOE, die mit beängstigender Intensität eine verzweifelte Jungaktrice verkörpert, die alles tut, um ihrem Traum ein Stück näher kommen zu können.
 
Man nehme 70er-Okkult-Horror, kopiere etwas Cronenbergschen Body-Horror und füge die Brutalität des neuen französischen Terrorkinos dazu. Fertig ist STARRY EYES, ein Film der gemächlich beginnt und am Ende mit reichlich Gewalt wachrüttelt. Auch wenn die eigentliche Botschaft des Streifens am Ende zugunsten blutrotem Todesreigen an Wichtigkeit verliert, dürften KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER das erreicht haben, was sie wohl erreichen wollten: über STARRY EYES wird gesprochen. Wer offen für Filmexperimente ist sollte einen Blick riskieren – aber vorsichtig: dieses Horror-Drama hat es in sich!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Schockierend, ekelerregend und kontrovers: STARRY EYES ist kein Film den man sich auf nüchternen Magen anschauen sollte. Die beiden Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER haben einen haarsträubenden Genre-Mix auf Zelluloid verewigt, der ganz souverän mit der amerikanischen Filmindustrie abrechnet. Zwischen düsterer Okkult-Thematik, harten Slasher-Praktiken und widerlichem Body-Horror kritisieren die Macher das knallharte Business der schillernden Traumfabrik und decken auf, was Arbeitnehmern fernab Hollywoods nicht sonderlich neu sein dürfte. Trotzdem, STARRY EYES lebt von der Prämisse, dass er ab Filmmitte unerwartet das Genre ändert, was sich vor allem bei unvorbereitete Zuschauern zu einer nervenaufreibenden Prozedur entwickeln kann. Aus einem anfänglich deprimierenden Drama wird knüppelharter Brutalo-Horror, der nicht selten an die Gewalt-Eskapaden des neuen französischen Terrorkinos erinnert. Wer damit leben kann, dürfte mit der abgrundtief bösen Abrechnung gut unterhalten werden, schließlich sorgt der unerwartete Wechsel vom Drama zum Horror dafür, dass STARRY EYES in Erinnerung bleibt – etwas, dass kaum noch neueren Horrorfilmen heutzutage gelingen will.
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber TURBINE MEDIEN konnte eine ungeschnittene Freigabe bewirken. Ab Filmmitte ist STARRY EYES vollgepackt mit grafischen Gewaltmomenten, die nicht ohne sind. Da wird mit einer Hantel das Gesicht einer Protagonistin eingeschlagen. Außerdem werden Körper mit einem Küchenmesser bearbeitet, was schon ziemlich grenzwertig bebildert wurde. Zudem schaut der körperliche Zersetzungsprozess von Heldin Sarah reichlich unappetitlich aus, so dass es doch ein wenig verwundert, warum STARRY EYES hierzulande von der FSK in kompletter Form freigegeben wurde. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Turbine Medien (Limitiertes Digipack mit DVD, Blu-ray und Soundtrack-CD)

 
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(c) Turbine Medien (Kaufhaus-Blu-ray)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Starry Eyes; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1., Deutsch DTS 5.1., Englisch DTS-HD MA 7.1., Englisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Einfache Auflage: KeepCase mit Wendecover / Luxus-Auflage: Limitiertes Digipack

Extras: Audiokommentar mit den Regisseuren Kevin Kölsch & Dennis Widmyer und demProduzenten Travis Stevens, 10 unveröffentlichte Szenen mit deutschen Untertitel, Making of: Soundtracks, Casting-Video: Alex Essoe, Fotoshow: Hinter den Kulissen, Teaser, Trailer (USA) & (D) / Limitiertes Digipack zusätzlich mit Soundtrack-CD

Release-Termin: Kaufhaus-Fassung: 03.04.2015 / Limitiertes Digipack: 13.03.2015

 

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STARRY EYES – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Black Swan (2010)
 
Irreversible (2002)
 
Suspiria (1977)
 
House of the Devil (2009)
 

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Filmkritik: „The Devil’s Hand“ (2014)

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THE DEVIL’S HAND

(WHERE THE DEVIL HIDES)

Story

 
 
 
Eine schreckliche Prophezeiung belastet den Dorffrieden der kleinen Amisch-Gemeinde New Bethlehem. Die besagt, dass am sechsten Tag des sechsten Monats sechs Mädchen geboren werden, von denen eine die Auserwählte ist, in deren Körper der Teufel hineinfahren wird, wenn das Kind das 18. Lebensjahr erreicht ist. Als wirklich sechs Mädchen geboren werden und sich derren 18. Jahrestag nähert, ereignen sich im Dorf seltsame Vorkommnisse.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Kritik

 
 
 
Dieser Film trägt viele Namen: THE DEVIL’S HAND, WHERE THE DEVIL HIDES, THE DEVIL’S REPTURE und THE OCCULT – über die Titelgebung schien man sich anfangs nicht so recht einigen zu können, taufte das Machwerk am Ende dann doch THE DEVIL’S HAND und steckte es ins Okkultfach. Eigentlich sollte THE DEVIL’S HAND bereits im Jahr 2013 über Filmleinwände flimmern, wurde dann aber mehrfach verschoben. Letztendlich kam der Streifen Halloween 2014 im Rahmen einer limitierten Kinoveröffentlichung in amerikanische Multiplexe, um wenig später auf dem Heimkinomarkt verramscht zu werden. Ein bedauerliches Schicksal, das aber die Regel geworden ist, wenn Filmstudios nicht vom kommerziellen Erfolg ihrer Produktionen überzeugt sind. Auch wenn das ständige Verschieben von Kinostarts nicht Gutes verheißen lässt, darf an dieser Stelle Entwarnung gegeben werden. Ganz so übel wie anfänglich vermutet ist THE DEVIL’S HAND dann doch nicht geworden, was vermutlich auch an der ungewöhnlichen Kulisse liegen mag, die auch schon Filmen wie KINDER DES ZORNS, THE VILLAGE oder DEADLY BLESSING zum Horror-Hit verholfen hat.
 
 
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THE DEVIL’S HAND entführt den Zuschauer in ein kleines Amisch-Dorf namens New Bethlehem, wo sechs Mädchen am sechsten Tag des sechsten Monats auf die Welt gebracht werden. Glaubt man den Prophezeiungen des unbarmherzigen Dorf-Pfarrers Elder Beacon (COLM MEANEY), soll eines der Kinder am 18. Geburtstag im Auftrag des Leibhaftigen handeln und Unheil über die Welt bringen. Um die Menschheit vor dem Bösen beschützen zu können, handelt eine der frischgebackenen Mütter selbstlos und tötet sich und ihr Neugeborenes – die anderen fünf Kinder wachsen im Schutze der religiösen Gemeinschaft wohlbehütet heran. Achtzehn Jahre später geschehen seltsame Dinge im Dorf. Eine dunkle Gestalt treibt in New Bethlehem ihr Unwesen und will nur ein: die fünf Kinder der Prophezeiung töten, um dem Teufel das Handwerk legen zu können. Die Dorfbewohner sind besorgt, doch Pfarrer Elder Beacon will den Dorffrieden bewahren. Er greift mit harter Hand durch und macht sich damit nicht nur Freunde. Die taffe Mary (ALYCIA DEBNAM CAREY) ist mit dessen zweifelhaften Machenschaften gar nicht einverstanden. Sie beginnt schon bald die schreckliche Prophezeiung zu hinterfragen und findet heraus, dass das strenge Dorfoberhaupt mit den brutalen Morden an ihren Freundinnen in Verbindung steht.
 
 
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Wenn SCREAM von Woodsboro in die Amisch-Gemeinde New Bethlehem verlegt werden würde, dann dürfte mit Sicherheit so etwas wie THE DEVIL’S HAND entstehen. Auch wenn sich das Studio am Anfang etwas schwer mit dem Filmtitel getan hat, wird die finale Titelkreation manchem Horrorfan bitter aufstoßen, erwartet der bei solch reißerischer Namensgebung die Ankunft des Leibhaftigen in Person. Stattdessen versucht Drehbuchautor KARL MUELLER (THE DEVIDE und MR. JONES) zu verwirren und nutzt religiösen Fanatismus als Vorwand, um den Zuschauer auf falsche Fährten locken zu können. Liegt im Film wirklich eine Prophezeiung zugrunde oder sind die Geschichten vom Antichristen nur Aberglaube, um die Bewohner der Gemeinde einzuschüchtern? Für plausible Antworten lässt sich der Streifen viel Zeit und flüchtet bis zur endgültigen Auflösung ins Schlitzer-Genre, um ein paar Mädchen über die Klinge springen zu lassen. Leider kränkelt THE DEVIL’S HAND an der Unentschlossenheit, was er denn nun eigentlich sein möchte. Neben Ausflügen ins Okkulte und Gebrauch von abgedroschenen Slasher-Klischees entwickelt sich der Film auch noch zum tragischen Coming-of-Age-Drama, in dem Filmheldin Mary herausfinden muss, wohin sie eigentlich gehört. Die ist schnell von der Welt hinter den Toren der Gemeinde fasziniert und macht dort erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Dass ein solch unsittliches Verhalten nicht bei allen Gemeindemitgliedern auf Verständnis stößt dürfte nur logisch sein, was für die junge Frau die Verbannung als Strafe zur Folge hat.
 
 
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Man kann dem Dänen CHRISTIAN E. CHRISTIANSEN (THE ROOMMATE) für seine Rettungsaktion nur gratulieren. Der hat auf dem Regiestuhl Platz genommen und den ziemlich konfuse Okkult-Grusler halbwegs ordnen können, so dass aus der überfrachteten Geschichte am Ende doch noch ein solider Horrorfilm entstehen konnte. Zudem beweist CHRISTIANSEN ein geschicktes Gespür für Atmosphäre und Gruselfeeling. THE DEVIL’S HAND wächst vor allem dann zu eigentlicher Größe heran, wenn es Nacht wird in New Bethlehem und eine vermummte Kreatur durch Wälder und über Felder schleicht. Auch wenn alle Merkwürdigkeiten am Ende rational erklärt werden, stört mal wieder der aufgesetzt wirkende Schlusstwist, der die zuvor plausibel aufgelösten Geschehnisse zunichte macht. Eine unglückliche Entscheidung, die aber im Fortsetzungswahn Hollywoods ohnehin nicht zu vermeiden gewesen wäre. Ob jedoch eine Fortführung nach der missglückten Kinoveröffentlichung kommen wird, bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Horror-Slasher für all jene, die vom Okkulten nicht genug bekommen können. Der dänische Regisseur CHRISTIAN E. CHRISTIANSEN erzählt in THE DEVIL’S HAND von Killern, Antichristen und religiös erzogenen Mädchen, die fernab der aufgeklärten Welt erwachsen werden und sogleich im Strudel aus Mord und Gewalt ums Überleben bangen müssen. Der überladene Mix aus Slasher-Film, Coming-of-Age-Drama und Okkult-Thriller kränkelt des Öfteren an seiner Unentschlossenheit, wo er denn nun hingehören möchte, denn in eine Genre-Schublade pressen lässt sich der Film nicht. Stattdessen wird religiöser Fanatismus als Vorwand missbraucht, um falsche Fährten legen zu können, damit der Zuschauer verwirrt wird. Ab und an gelingt dem Streifen das ganz gut, wobei aber das aufgesetzte Ende überhaupt nicht schmecken will. Das zerstört die zuvor rational erklärte Auflösung und schwenkt auf Zwang zum Übernatürlichen hinüber – absolut unnötig! Trotz unruhigem Genre-Mix ist THE DEVIL’S HAND Dank souveräner Regiearbeit CHRISTIANSENS ein dennoch brauchbarer Horror-Vertreter geworden. Kann man sich anschauen!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde der Streifen mit der Kinderfreigabe PG-13 in die Kinos gebracht, was für uns doch etwas absurd anmutet. Zwar blendet die Kamera bei den meisten Gewaltmomenten weg, trotzdem dürften einige der Morde auf Kinder doch sehr verstörend wirken. Es wird eine Protagonisten aufgespießt, eine andere Frau rammt sich ein Messer in den Hals. Zudem wird einer Jugendlichen eine Sichel in den Rücken gejagt und der Schädel eines Dorfbewohners wird von seinem Pferd zerquetscht. Der Film hat ungeschnittenen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Where the Devil Hides; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p/24 HD)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.02.2017 (BD KeepCase)

 

Devil’s Hand ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kinder des Zorns (1984)
 
Deadly Blessing (1981)
 
Das Omen (1976)


Filmkritik: „Asylum“ (2014)

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ASYLUM

Story

 
 
 
Ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando wird zu einer Irrenanstalt gerufen, in der es drunter und drüber geht. Dort haben sich die Insassen aus ihren Zellen befreien können und wandeln durch die Flure, um den Einsatzkräften nach dem Leben zu trachten. Die bemerken schnell, dass hier eine höhere Macht am Werkeln ist …

 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Kritik

 
 
 
Es gibt Film auf dieser Welt, die selbst alteingesessene Horrorfans wie uns sprachlos vorm Fernseher zurücklassen. Im Falle von ASYLUM ist das natürlich negativ gemeint, denn selten haben wir Material zu sehen bekommen, das wir am liebsten schon nach fünf Minuten wieder abgeschalten hätten. Da wir dennoch jeden Film testen, der uns vor die Linse kommt, haben wir uns natürlich auch bis zum Ende dieses abgrundtiefschlechten Machwerks durchgekämpft, um auch allen Lesern erklären zu können, warum man ASYLUM lieber nicht ansschauen sollte. Eigentlich hätte der Name TODOR CHAPKANOV schon stutzig machen müssen. Der zeichnet nämlich in ASYLUM als Regisseur verantwortlich und ist eher für Arbeiten an überflüssigen Video-Fortsetzungen (WRONG TURN 3, BOOGEYMAN 3) oder miesen TV-Produktionen (MONSTERWOLF) bekannt. Gott weiß warum AFTER DARK FILMS diesem Mann das Regiezeptur überlassen hat – mit rationalen Erklärungen dürfte man hier jedoch nicht weit kommen.
 
Zwei Cutter einer fiktiven Produktionsfirma vermiesen dem Zuschauer das Schauen dieses Horrorfilms. Die bekommen unfertiges Filmmaterial eines vermasselten Films zugespielt, das sie nun zusammelnschnippeln und überarbeiten sollen, um daraus einen halbwegs vernünftigen Horror-Heuler zu basteln. Die Aufnahmen werden gestartet und der Horrorfan bekommt einen düsteren Irrenhaus-Grusler zu sehen, dessen gesamte 90-minütige Handlung von beiden Schnittkünstlern kommentiert wird. Eine Zumutung, denn ein Folgen der Geschehnisse wird dem Zuschauer so unmöglich gemacht, da atmosphärische Momente durch zynische Fortfloskeln aus dem Off zerstört werden. Schnell vergeht die Lust am Schauen, obwohl die beiden Schneideprofis vehement darum bemüht sind, sich um Film und Protagonisten das Maul zu zerreisen. Statt dem Zuschauer zum Lachen zu bringen, wird dieser vermutlich schnell entnervt das Weite suchen, weil die Wortspielereien den letzten Nerv rauben.
 
Weitaus interessanter ist da die Entstehungsgeschichte des Streifens, schließlich rührt dessen gewöhnungsbedürftige Machart nicht von ungefähr, ist doch während der Dreharbeiten einiges schiefgelaufen. Autor CHRIS MANCINI schrieb das Drehbuch zu ASYLUM und verkauft es an das Filmstudio AFTER DARK FILMS. Leider konnte MANCINI nicht wie ursprünglich gewollt selbst Regie führen, sondern musste das Regiezepter dem Bulgaren TODOR CHAPKANOV überlassen. Es folgte ein Dreh wie jeder andere auch, wäre da nicht einer der Produzenten gewesen, der das gesamte Produktionsbudget einkassierte, um einen Film nach seinen Vorstellungen drehen zu lassen. Dieser veränderte MANCINIS Drehbuch bis zur Unkenntlichkeit und lieferte 88 Minuten Horror-Schrott ab, mit dem das AFTER DARK-Studio nichts anzufangen wusste. Demzufolge wurde Drehbuchautor MANCINI erneut an den Schreibtisch geholt und darum gebeten, aus dem desaströsem Filmabfall das Beste herauszuholen. Kurzum entschloss er sich aus ASYLUM sarkastische Film-in-Film-Comedy zu machen und unterlegte das Durcheinander mit satirischen Voiceover-Kommentaren im Stile eines MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000.
 
Letzteres war eine amerikanische TV-Serie, die Ende der 80er und in den 1990ern im US-Fernsehen rauf und runter lief – hierzulande jedoch weitestgehend unbekannt sein dürfte. Die brachte es in den Staaten zu enormer Beliebtheit und zeigte B- und Trashfilme auf einer Kinoleinwand vor der Puppen und Protagonisten saßen, die den gezeigten Trashwerken spöttische Kommentare folgen liesen. Da jedoch die meisten der dort gezeigten Filmwerke amerikanischen Filmfans bekannt gewesen waren, funktionierte das erheiternde Voiceover-Konzept gut, so dass acht Staffeln abgedreht werden konnten, denen sogar ein Kinofilm folgte. Anders sieht es da bei ASYLUM aus. Hier fällt es schwer überhaupt einer Handlung folgen zu können, weil man das Ausgangsmaterial nicht kennt, über das man sich hier lustig macht. Während sich im Hauptfilm ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando durch eine heruntergekommene Irrenanstalt vorarbeitet, in der entflohene Insassen zu eiskalten Mördern mutiert sind, bekommt der Zuschauer unentwegt zynische Kommentare aus dem Off zu hören, die ihn scheinbar selbst ins Irrenhaus treiben sollen. Man kann nur all jene für ihre Diziplin beglückwünschen, die es trotzdem schaffen ASYLUM bis zum Abspann zu sehen, denn letztendlich haben MANCINIS Bemühungen nicht bewirkt, dass ASYLUM ein halbwegs vernünftiger Film geworden ist.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Auch wenn ASYLUM kein Film ist, der im für Trashfilme berüchtigten Asylum-Produktionsstudio hergestellt wurde, so haben Film wie Schund-Schmiede eines gemein: beides ist Schrott und braucht kein Mensch. Im Falle des Horror-Thrillers/ Komödie (?) ASYLUM ist die desaströse Inszenierung auf die komplizierte Entstehungsgeschichte zurückzuführen, die aus einer anfänglich guten Idee Horror-Ware gemacht hat, die sich nicht einmal fünf Minuten ertragen lässt. Die Ursache dafür liegt in der Umsetzung, denn der eigentlich unheimliche Irrenanstalt-Thriller wird 90 Minuten lang von zwei Off-Kommentatoren begleitet, die sich über jede Szene und jeden Protagonisten lustig machen. Das mag manchmal anmuten, als würde man mit Freunden einen Film anschauen, bei dem unentweg jemand dazwischen quasselt. Dahinter steckt aber ein Sinn, denn die Macher haben sich bei der Fertigstellung ihres Filmes an der Machart der amerikanischen Fernsehserie MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000 orientiert, die sich während der 1990er in den Staaten zum Kult entwickelt hat. Die unkonventionelle Inszenierung geschah aus der Not heraus, weil die Rohfassung von ASYLUM gegen die Wand gefahren wurde und eine dringende Überarbeitung benötigte. Was letztendlich daraus entstanden ist, macht trotz spöttischer Floskeln kaum Laune, denn ASYLUM ist eine filmische Zumutung.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Zensur

 
 
 
Es gibt Einschüsse und Bisswunden zu sehen. Aufgrund der spöttischen Kommentare aus dem Off wirkt das Gezeichte nur selten hart; mit einer ungeschnittenen KJ-Kennzeichnung muss man trotzdem rechnen.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystery Science Theater 3000 (1988 – 1999)
 
Mystery Science Theater 3000: The Movie (1996)
 


Filmkritik: „Among the Living“ (2014)

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AMONG THE LIVING

(AUX YEUX DES VIVANTS)

Story

 
 
 
Für Victor (Théo Fernandez), Tom (Zacharie Chasseriaud) und Dan (Damien Ferdel) ist der letzte Schultag vor den Ferien die Hölle. Nach ihrem letzten Streich werden die Jungs zu allem Überfluss zum Nachsitzen verdonnert. Da haben sie natürlich überhaupt keinen Bock drauf, also wird sich kurzerhand aus dem Staub gemacht. Das Ziel sind die verlassenen Kulissen eines Filmstudios, irgendwo im französischen Nirgendwo. Ganz ohne Komplikationen läuft der inoffizielle Wandertag natürlich nicht ab, denn in den heruntergekommenen Ruinen treffen sie nicht nur auf schrottreife Autos und dilettantisches Graffiti, sondern auch auf eine geknebelte und gefesselte Frau, die in den Kofferraum eines Autos gesperrt wurde und den Mann, der sie augenscheinlich dort deponiert hat. Hals über Kopf flüchten die drei Jungs aus dem perversen Fuchsbau zurück zu ihren Familien, doch leider hat ein mysteriöser, gewalttätiger und extrem unbekleideter Jäger bereits ihre Fährte aufgenommen.

 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Kritik

 
 
 
Anfangs scheint noch alles in bester Ordnung zu sein. In bester „Inside“-Manier entfacht das Regie-Duo aus Alexandre Bustillo und Julien Maury in der ersten Szene von „Among the Living“ eine widerwärtige und extreme Atmosphäre aus Gewalt, Blut und Ekel. Leider hat der Film im weiteren Verlauf kaum etwas mit der Origin-Story der späteren Antagonisten zu tun. Ganz im Gegenteil. Nach der starken Eröffnung schneiden Maury und Bustillo sogar von einem medizinisch sehr bedenklichen (und selbst durchgeführten) Kaiserschnitt zum Schulalltag der drei pubertierenden Hauptfiguren. Dann kommt erstmal eine Weile überhaupt nichts. Damit ist nicht nur die Abwesenheit von spannenden und/oder brutalen Szenen gemeint, sondern die allgemeine Qualität des Drehbuchs, das in keinem Moment funktioniert.
 
Das Rotznasen-Trio ist dermaßen unsympathisch geschrieben und gespielt, dass man sich als Zuschauer bereits nach ihrer ersten Szene, in der sie über den Mord an einer Lehrerein nachdenken, auf der Seite des Albino-Psychokiller-Muskelmanns sieht. Und das ist nur selten gut. Wer sich bereits einen Film angesehen hat, wird wissen, dass Spannung und Drama am besten funktionieren, wenn man als Hauptfigur der Geschichte einen funktionierenden Charakter hat, mit dem man sich identifizieren kann. Diese Regel treten Maury und Bustillo in „Among the Living“ gepflegt in die Tonne. Auch auf Seiten der Gegenspieler sieht es nicht besser aus. Die böse Kraft besteht hier aus einem Vater-Sohn-Gespann, das sein Dasein in einem unkoscheren Wohnverhältnis fristet und die gelegentliche Frau entführt/ermordet/vergewaltigt/opfert. Das Ganze spielt sich irgendwo zwischen Okkult, Sekte, Kannibalismus und genereller Seltsamkeit ab, aber was genau passiert und warum es passiert, wird offen gelassen. Der neblige Hintergrund der Schurken kann bestenfalls als Versuch gewertet werden, ihre Präsenz unberechenbarer und gefährlicher zu machen. Leider geht der Versuch gehörig in die Hose.
 
Aber natürlich guckt man sich einen Film der New French Extremity (die Maury und Bustillo mit „Inside“ und „Livid“ sogar mitbegründet haben) nicht für seine präzisen und sensiblen Charaktermomente an. Hier geht es in erster Linie um dichte, nervenzerstörende Atmosphäre, unaushaltbare Spannung und natürlich auch um die so wichtigen Schauwerte des Horror-Genres. Und leider wartet „Among the Living“ in diesem Bereich mit noch größeren Makeln auf. Wo man ein schwaches und substanzloses Drehbuch noch halbwegs verzeihen kann, ist es hingegen komplett unverständlich, wie konservativ und blutleer die Regisseure ihren Film gestalten. Mit nur wenigen Ausnahmen schneiden sie vor Attacken oder Morden konsequent weg und frustrieren die Horrorfans so doppelt. Es ist ein Rätsel, wie es zu dieser Entscheidung kam, denn in den 2-3 Szenen, in denen die Kamera bei der Gefahr bleibt, beweisen Maury und Bustillo erneut ein feines Gespür für die Spannung und das Unbehagen, das von angedrohter Gewalt ausgehen kann. Hier sei auch noch ein Mal die intensive Anfangssequenz erwähnt.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schmutzig, brutal und knallhart inszeniert. „Among the Living“ ist ein verstörender Albtraum aus Gewalt, Angst und Blut. Nach einem brutalen und kompromisslosen Anfang lässt „Among the Living“ extrem stark nach und zeichnet sich vor allem durch langweilige Dialoge und sperrige Wechsel von Setting und Ton des Films aus. Das Drehbuch des Films ist ein Minenfeld, in dem keine Explosion ausgelassen wird und kommt einer Katastrophe gleich. Einzig in der Inszenierung beweist das Gespann Maury und Bustillo erneut Kompetenz. Wenn es darauf ankommt kreieren die Beiden eine dichte, bedrohliche und unbehagliche Atmosphäre, die auch ohne explizite Gewalt auskommt. Leider absolvieren diese Szenen bestenfalls Gastauftritte und dienen als kleine Geistesblitze in einem Gesamtwerk aus sinnlosen Entscheidungen und einem nicht vorhandenen Drehbuch. Als Horror-Regisseure sind Julien Maury und Alexandre Bustillo nach wie vor relevant, aber an den Schreibtisch sollte man sie wohl besser nicht mehr lassen.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Zensur

 
 
 
Die expliziten Szenen des Films sind für einen Vertreter der New French Extremity viel zu spärlich gesät und mit wenigen Ausnahmen um Einiges zu zahm. Trotzdem ist vor allem die Anfangsszene bösartig genug, so dass „Among the Living“ von der FSK erst für Erwachsene zugänglich gemacht wurde. Die erhältliche Filmfassung mit dem Aufdruck „Keine Jugendfreigabe“ ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
among-the-living-bluray

(c) Tiberius Film / Sunfilm

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Aux yeux des vivants; Frankreich 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Alternativer Anfang, Making Of

Release-Termin: 05.03.2015

 

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AMONG THE LIVING – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Ähnche Filme:
 
Inside (2007)
 
Livid – Das Blut der Ballerinas (2011)
 
High Tension (2003)
 


Filmkritik: „The Midnight Game“ (2013)

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THE MIDNIGHT GAME

Story

 
 
 
Fünf Kids probieren das MIDNIGHT GAME aus – ein angeblich heidnisches Ritual, dessen Anleitung Shane (Guy Wilson) im Internet gefunden hat. Bald schon kommt der Midnight-Man zu Besuch und hält den übermütigen Teenagern die eigenen Ängste vor Augen. Mit ungeahnten Folgen …
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Kritik

 
 
 
Seit jeher übt das Ouija-Brett in Horrorfilmen eine nahezu unbeschreibliche Faszination aus. Doch leider wissen dessen Benutzer nur selten über die korrekte Nutzung bescheid, weil die Anleitung zur Kontaktaufnahme mit dem Jenseits meist nicht gründlich studiert wird. Die Katastrophe ist demnach schon vorprogrammiert, was dem Horror-Fan geradezu recht scheint, sucht der doch in solchen Filmen den obligatorischen Gänsehaut-Kick. Während das Hexenbrett im Genre meist unachtsamerweise als okkultes Spielzeug auf Partys Verwendung findet, erfreuen sich allerhand andere unheimliche Spiele und Rituale im Genre großer Beliebtheit. Die Beschwörung der “Bloody Mary” dürfte wohl hier immer noch zu den bekannteren Zeitvertreiben gehören, mit der sich nun schon einige Filmemacher beschäftigt haben und die schon unzähligen Filmhelden das Leben gekostet hat.
 
Regisseur und Drehbuchautor A.D. CALVO erweitert die Reihe an okkulten Spielereien um das sogenannte “Mitternachtsspiel”, das angeblich auf ein heidnisches Ritual zurückzuführen ist, bei dem Gesetzlose und Ungläubige bestraft werden sollten. Ob es einen derartigen Ritus wirklich gegeben hat, lässt sich an dieser Stelle nicht klären. Wir gehen davon aus, dass eine derart haarsträubende Legende wohl in den Weiten des Internets geboren wurde. Fakt jedoch ist, dass CALVO mit seinem THE MIDNIGHT GAME einen durchaus annehmbaren Vertreter der Gattung Dämonen-Horror gemacht hat, dessen Heimkino-Fassung man sich an einem trüben Herbstabend gern einmal in den Player legen kann, um sich angenehm gruseln zu lassen.
 
Fünf Freunde werden in THE MIDNIGHT GAME zur Jagdbeute des dämonischen Midnight-Mans, der aus jugendlicher Neugierde heraufbeschworen wird, weil Schul-Quarterback Shane (GUY WILSON) im Internet darüber gelesen hat. Als die Eltern unterwegs sind lädt Kaitlan (RENEE OLSTEAD) die besten Freunde zu sich nach Hause ein, um bei Bier und flotten Sprüchen etwas Abstand vom stressigen High-School-Alltag gewinnen zu können. Es dauert nicht lang und Begeisterung kommt auf, als Shane vom MIDNIGHT GAME spricht und es vorschlägt zu spielen. Es werden Kerzen aufgestellt, das Licht gedimmt und die Spielregeln erklärt. Ein jeder erhält die Aufgabe sich zu seinen Ängsten zu bekennen und den Schein seiner Kerze im Auge zu behalten. Erlischt diese, muss sie binnen von zehn Sekunden erneut entzündet werden. Gelingt dies nicht, bietet ein Kreis aus Salz Schutz vor der Heimsuchung des Midnight-Mans, die erst dann ein Ende findet, wenn die Uhr 3.33 geschlagen hat. Selbstverständlich kommt wieder alles anders, als es die Freunde erwartet haben. Die Unachtsamkeit der Kids hat zu Folge, dass die paranormale Beschwörungssause aus dem Ruder läuft. Erst ist es Jenna (VALENTINA DE ANGELIS), die sich plötzlich seltsam verhält. Später verschwindet Jeff (SPENCER DANIELS) unter mysteriösen Umständen, was die Gruppe stutzig werden lässt. Als Rose (SHELBY YOUNG) auch noch seltsame Todesvisionen erhält und ein groteskes Ding durch die Flure huschen sieht, sind sich alle einig: Die Legende vom Midnight-Man ist bittere Realität und der Dämon will die Rufenden mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontieren.
 
Mit seinem unsäglich miserablen Besessenheits-Gähner HOUSE OF DUST (2013) hat sich Macher A.D. CALVO keinen Gefallen getan. Statt zu Gruseln hat er dem Zuschauer mit seiner spannungsarmen Inszenierung das Einschlafen erleichtert. Umso erfreulicher, dass er aus den Fehlern gelernt hat und in THE MIDNIGHT GAME mehr Sorgfalt hat walten lassen. Das Grauen wird hier klassisch heraufbeschworen, was trotz der offensichtlichen Vorhersehbarkeit relativ gut gelingt, zumal die Geschehnisse in THE MIDNIGHT GAME von permanentem Gegrummel untermalt werden, so dass durchaus angenehme Gruselstimmung bewirkt werden kann. Erst ist es leises Poltern, das die Kids verunsichern lässt. Bald schon bewegen sich Möbel wie von Geisterhand und gespenstische Schatten huschen durch die Gänge. Eigentlich beliebiges Geisterkino, wäre da nicht ein halb-Mensch-halb-Widder-artiges Teufelswesen, das den Teenagern das Fürchten lehrt und zweifeln lässt, dass der Midnight-Man nur Aberglaube ist. Schauderhafte Todesvisionen lassen einen Hauch FINAL DESTINATION aufkommen und veränderte Verhaltensmuster lassen auf Besessenheit schließen. In THE MIDNIGHT GAME ist wahrlich viel los, denn A.D. CALVO streut die gängigen Mixturen diverser Sub-Genres in die überschaubare Handlung, ohne den Überblick zu verlieren. Die vielfältige Kombination funktioniert tadellos, denn THE MIDNIGHT GAME hat zwei Pluspunkte: Ein straffes Drehbuch und Atmosphäre. Letztere bewirkt ein permanentes Gefühl des Unbehagens, das vor allem durch gute Kameraarbeit bewirkt werden kann, die in Kombination mit einem subtilen Score schnell ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufbeschwört. Dabei wird das Geschehen durch verschiedene Kamerawinkel dokumentiert, das im Falle von THE MIDNIGHT GAME recht schnell an Fahrt gewinnt, obwohl die Kamera seinen Helden mit eher behäbigen Tempo folgt. Letztendlich hinterlässt CALVOS Streifen gerade aufgrund der eher zurückhaltend eingesetzten Schreckmomente und dem Verzicht auf Gore und Spezialeffekte einen durchweg positiven Gesamteindruck. Der Film ist zwar mit kurzen 75 Minuten knapp bemessen; in Anbetracht der stimmungsvollen und atmosphärischen Machart ist er ähnlich gestrickten Low-Budget-Horrorfilme einen großen Schritt voraus.
 
Am Ende ist man doch überraschter als erwartet. Nicht nur, dass der Film durch einen geschickt platzierten Twist eine ungeahnte Wendung erlebt; der anfänglich austauschbare Teenager-Spuk entwickelt sich recht flott zu unterhaltsamen Gruselfutter, das trübe Herbsttage angenehm schaurig versüßt.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stimmungsvoller Mystery-Thriller, der mehr Wert auf Atmosphäre legt, als seine Protagonisten möglichst derb und schaufreudig über die Klinge springen zu lassen. Regisseur A.D. CALVO ist mehr daran interessiert, ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufzubeschwören, als möglichst viel grafische Gewalt auf der Mattscheibe zu zeigen. Nach dem miserablen HOUSE OF DUST ist ihm das zu allem Erstaunen auch noch recht gut gelungen, denn der Filmemacher beherrscht plötzlich die Fähigkeit Atmosphäre zu schaffen – etwas, was man in seinen bisherigen Werken leider schmerzlich vermisst hat. THE MIDGNIGHT GAME ist ein kleiner, kurzweiliger Gruselfilm, der aus Versatzstücken diverser Sub-Genres besteht und daraus etwas eigenes macht. Dreister Ideenklau wird zwar von Horror-Fans meist mit Ignoranz bestraft; im Falle von THE MIDNIGHT GAME darf man dennoch gern einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde THE MIDNIGHT GAME mit einem „Rated R“ abgestraft. Ganz so hart dürfte es den Streifen hierzulande jedoch nicht treffen, denn wirklich brutal ist das Schauermärchen nicht. Es wird eine ziemlich unangenehme Szene gezeigt, in der eine der Protagonistinnen mit einem Auto überrollt wird. Des Weiteren bekommen wir einen abgetrennten Kopf zu sehen und eine Heldin, die sich mit einem Seil im Gästezimmer erhängt. Das reicht für eine ungeschnittene FSK 16!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I am ZoZo (2012)

The Ouija Experiment (2011)

Bloody Mary (2006)

Candyman’s Fluch (1992)


Filmkritik: „The Possession of Michael King“ (2014)

The-Possession-of-Michael-King-2014
 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING

Story

 
 
 
Die Dämonen, die er rief wird er nun nicht mehr los: Nach dem tragischen Tod seiner Frau Samantha lässt sich Titelheld Michael King (Shane Johnson) mit dem Okkulten ein und öffnet die Pforte zur Finsternis. Die Kamera soll alles in Bilder einfangen und protokolliert die Abwärtsspirale eines Mannes, der tatenlos mit ansehen muss, wie ein Dämon von ihm Besitz ergreift und all die in den Filmhimmel meuchelt, die dem Skeptiker gut und teuer gewesen sind …
 
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Kritik

 
 
 
Gute Filme braucht das Horror-Genre, schließlich muss man sehenswerte Horrorstreifen mittlerweile wie die Nadel im Heuhaufen suchen, weil Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseuren partout nichts Neues einfallen will. Die Folge sind Genre-Streifen, die den ständigen gleichen Handlungsverläufen folgen und um Klischees und Stereotypen bereichert werden, die Horrorfilme allmählich kaum noch ertragbar gestalten, weil man sich an den ständig wiederholenden Grusel- und Splatter-Rezepturen sattgesehen hat. So wurden in den letzten Jahren unzählige Folterexperten, Serienkiller, Geisterjäger und Remake-Verbrechen in die Wohnzimmer gebracht, von denen sich aber nur wenige in die Herzen der Horrorfans schlitzen, bohren und erschrecken konnten. Viel Unbrauchbares war dabei, wobei sich vor allem kontroverses Found-Footage-Gewackel als überflüssige Spaßbremse herausstellte, weil es sich wie eine Plage durch die Filmlandschaft fraß und in Nullkommanichts alle Bereiche des Horrorfilms infizierte. Nach Kassen-Hits wie PARANORMAL ACTIVITY und BLAIR WITCH PROJECT wurde nahezu jede Kategorie von Horrorfilmen mit dem anfänglich euphorisch gefeierten Wackelstil ausgestattet. Gefühlt tausend Werke später, war die Kuh gemolken und niemand wollte mehr wackelige Filmaufnahmen sehen.
 
Auch wenn Horrorfilme mit dem Schüttel-Gimmick mittlerweile keinen guten Ruf mehr genießen, scheint sich im Found-Footage-Bereich etwas zu tun. Vermutlich haben die Macher gewittert, dass die Shaky-Cam-Flut der letzten Jahre tiefe Spuren hinterlassen hat und sich derart Schaffen immer schlechter verkaufen lässt. Die schwindende Kaufkraft für solche Streifen ist jedoch nicht verwunderlich, haben sich viele der Wackelfilme meist als billige Dutzendware entpuppt, die Horrorfans vorsichtiger werden ließen. Immerhin zeichnet sich aktuell ein Trend ab. Die nächste Generation von Found-Footage-Filmen besticht immer häufiger durch innovativen Umgang mit der Kamera, die nicht mehr nur allein dafür da ist, plakativ erschrecken zu können. Der Trend geht weg vom einfallslosen No-Budget-Streifen hin zu rasanten Hetzjagden, die der Zuschauer aus der Egoperspektive beiwohnen darf und meist um verblüffende Spezialeffekte ergänzt werden. Wie gut das funktionieren kann, haben bereits einige Regisseure im Filmjahr 2014 unter Beweis gestellt. So brachten DEREK LEE und CLIF PROWSE mit AFFLICTED den etwas anderen Vampirfilm in die Kinos; WILLIAM BRENT BELL stockte mit seinem effektreichen Werwolf-Actioner namens WER horrorbegeisterten Zuschauern den Atem.
 
Der nächste Filmemacher, der dem längst totgefilmten Found-Footage-Genre neues Leben einverleiben will ist DAVID JUNG. Mit seinem Debüt THE POSSESSION OF MICHAEL KING versorgt er dem Wackelfilm mit genau jener Zutat, die das Subgenre auch dringend benötigt. Es sind interessante Gedanken und eine bemerkenswerte Sound-Kulisse, die dem Zuschauer reichlich Schauer bescheren sollen, denn JUNGS Tontechniker drehen mächtig an den Reglern, damit perfekt sitzende Schockmomente aus den Heimkinoboxen schallen können. JUNG bedient sich für seinen Erstling bei der aktuell sehr beliebten Okkult-Thematik, die es nach der letzten Okkultismus-Welle in den 70ern erneut ins Kino geschafft hat. Statt jedoch wie so oft von unfreiwillig Besessenen oder der Geburt des Antichristen zu berichten, geht JUNG andere und somit vollkommen neue Wege.
 
Diesmal ist es der Protagonist selbst, der seinen Körper zu Verfügung stellt, damit das Böse hineinschlüpfen kann. Es handelt sich um Dokumentarfilmer Michael King (SHANE JOHNSON), für den die Welt nach dem tragischen Tod seiner geliebten Frau nicht mehr die gleiche ist. Als alleinerziehender Vater schlägt er sich von Kummer geplagt mehr schlecht als recht durch den Alltag und findet auch bald die Ursache für das plötzliche Ableben seiner Frau. Es sind Wahrsager, die er für das schreckliche Ereignis zur Verantwortung zieht, denn hätten die der verunglückten Gattin keine Flausen ins Ohr gesetzt, wäre sie vermutlich noch am Leben. Um zu beweisen, dass die Existenz von Übernatürlichem nur eine Farce raffgieriger Betrüger ist, die so ihr Geld machen, nimmt er seine Arbeitsutensil in die Hand und setzt sich in okkulten Experimenten dem Bösen aus. Lang muss er jedoch auf dämonischen Besuch nicht warten. Mit Hilfe von Drogen und dem Einsatz von Hypnose öffnet er die Pforte zu Finsternis und verschafft einem bösartigen Zeitgenossen Zutritt, der sich ganz ungefragt dem Körper des Rufenden bemächtigt. Leider lässt sich der ungebetene Besuch nicht so leicht wieder los werden, schließlich hat die dämonische Kreatur einen unstillbaren Blutdurst, der nun durch die Hand des Unwissenden befriedigt werden soll.
 
Was als harmloses Experiment beginnt, entwickelt sich für Found-Footage-Verhältnisse zur optisch beeindruckenden Terror-Macherei. THE POSSESSION OF MICHAEL KING dokumentiert in furchterregenden Bildern die Abwärtsspirale eines Mannes, der sich am Rande zum Wahnsinns bewegt, weil er schon bald von bösartigen Stimmen verfolgt wird, die er partout nicht mehr loswird. Genretypisch lässt sich bald nicht mehr differenzieren, was hier Realität ist und was der Psyche des Protagonisten entspringt. Natürlich ist der manipulierte Wahnsinn dem Dämon zu schulden, der sich des nachts dem Körper seines Opfers bemächtigt und diesen als Hülle missbraucht, um schreckliche Dinge veranstalten zu können. Zimperlich gehts demnach nicht in THE POSSESSION OF MICHAEL KING zu, denn Protagonist Michael King muss so einiges über sich ergehen lassen, was Regisseur DAVID JUNG in durchaus unangenehme Bilder einzufangen versteht. Mit fortlaufend psychischen und physischen Verfall, der teils mit Hilfe von gelungenen Spezialeffekten protokolliert wird, verändert sich auch die Kulisse des Gruseltrips. Diese färbt sich wie die Pupillen des vom Bösen Infizierten in grausiges Schwarz und garantiert treffliches Gruselvergnügen, dass durch eine gar unheimliche Surround-Kulisse zusätzlich verstärkt wird. Filmheld Michael King darf sich in THE POSSESSION OF MICHAEL KING nach Herzenslust räkeln, verbiegen und unter Knurren und Stöhnen im Stakkatogang durch die Szenerie bewegen. Für Debüt-Horror ist das technisch beachtlich umgesetzt, denn die Ein-Mann-Show glänzt mit ordentlichen Make-up-Effekten, intelligenten Kameraspielereien und temporeicher Inszenierung, die bald vergessen lässt, dass man hier eigentlich unliebsames Found-Footage-Kino vorgesetzt bekommt.
 
THE POSSESSION OF MICHAEL KING gehört somit zu den Glücksfällen in Sachen Found-Footage und sollte nicht unbeachtet bleiben. Dank stetig steigendem Spannungsbogen, hervorragender Schauspielleistung von Hauptdarsteller Shane Johnson und einer handvoll guter Ideen gehört dieser Besessenheits-Flick trotz Wackelcam-Bonus zu den besseren Vertretern dieser eigentlich unliebsamen Sub-Gattung von Horrorfilmen. Wer im Übrigen akustische Raffinessen im Horrorfilm bevorzugt, darf gern im Abspann etwas lauter drehen, schließlich lässt sich hier nicht vermeiden, dass der ansprechende Soundtrack zum mitwippen einlädt
 
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Vergesst THE DEVIL INSIDE und DEVIL’S DUE! THE POSSESSION OF MICHAEL KING ist der bisher beste Okkult-Schocker im Found-Footage-Gewand. Nachwuchs-Horrormacher DAVID JUNG beweist, dass Wackelcam-Filme durchaus eine zweite Chance verdient haben. Wer das nicht glauben will, sollte sich eines Besseren belehren lassen. Dank frischer Ideen, interessanter Geschichte und einfachen, aber wirkungsvollen Schreckmomenten hat es JUNG geschafft, dass Found-Footage erneut auf mehr hoffen lässt. Man darf gespannt sein, was demnächst noch von der Wackelfront kommen wird. Nach Werwolf-Horror WER, Gruselsammlung V/H/S 2 und Vampir-Grauen AFFLICTED wird die Reihe sehenswerter Shaky-Cam-Angstmacher um den Okkult-Schaurer THE POSSESSION OF MICHAEL KING bereichert. Wir meinen: Diesen gut getricksten Found-Footage-Heuler sollte man nicht verpassen!
 
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Zensur

 
 
 
Trotz Rated R-Freigabe in Amerika gibt es nicht viel Grauenvolles zu sehen. Vorwiegend verstümmelt sich der Titelheld selbst. So bohrt er Nadeln in die Finger oder ritzt sich ein Pentagramm auf die Brust. In Deutschland dürfte der Streifen demnach frei ab 16 Jahren sein.
 
 


 
 
 

THE POSSESSION OF MICHAEL KING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
At the Devil’s Door (2014)
 
Wer (2013)
 
Afflicted (2013)
 
Chronicle – Wozu bist du fähig? (2012)


Filmkritik: „The Devil Incarnate“ (2013)

the-devil-incarnate-2013
 
 
 

THE DEVIL INCARNATE

(COPIII: THE 1ST ENTRY)

Story

 
 
 
Die Frischvermählten Holly und Trevor Davidson reisen für Ihre Flitterwochen nach Miami. Unterwegs machen sie in Cassadaga Halt, um sich dort von einer Hellseherin die Zukunft voraussagen zu lassen. Als sie einem Landstreicher begegnen, der wirres Zeug faselt und die beiden zur verrückten Vjestica lotst, nehmen die Ereignisse eine unerwartete Wendung: Holly ist plötzlich schwanger und das Familienglück nahezu perfekt. Leider ist die Freude nicht von langer Dauer, denn die werdende Mutter beginnt sich zu verändern und scheint dem Wahnsinn nahe zu sein …
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Kritik

 
 
 
Nach der Zombie-, Folter-, Geister- und Found-Footage-Welle scheint es an der Zeit zu sein, ein neues Thema aus der Horror-Mottenkiste zu kramen, um es dann möglichst gewinnbringend zu Tode zu filmen. Lang mussten die Filmemacher hierfür nicht suchen, schließlich sind die besten Filmideen jene, die vor Jahrzehnten schon einmal die Kassen haben klingeln lassen. Der neue Trend im Horrorfilm nennt sich Okkultismus – ein Phänomen, das bereits in den 1970ern durch die Filmlandschaft geisterte und die Menschen scharenweise in die Lichtspielhäuser locken konnte, weil Themen wie die Wiedergeburt Satans, Besessenheit und Exorzismus faszinierten. Die Folge dessen waren Meilensteine des modernen Horrorkinos, die manchen kommenden Regisseur in seinem Schaffen beeinflussten. Ganz ähnlich dürfte es auch dem Nachwuchsregisseur L. GASTAVO COOPER ergangen sein, der sich für seinen THE DEVIL INCARNATE gleich mal bei zwei der ganz großen Klassiker jener Dekade bedient und rigoros beim EXORZIST (1973) und Polanskis ROSEMARIES BABY (1968) stibitzt hat, um daraus faden Budenzauber machen zu können. Ähnlich wie im Kino-Flop THE DEVIL’S DUE oder dem hier kürzlich besprochenem DELIVERY: THE BEAST WITHIN (2013) begleitet der Zuschauer ein frisch verheiratetes Paar durch die Höhen und Tiefen einer Schwangerschaft. Die frohe Kunde vom Nachwuchs entwickelt sich leider rasch zum Albtraum.
 
Eigentlich braucht man THE DEVIL INCARNATE nicht gesehen haben, um voraussagen zu können, was in diesem Okkult-Thriller passieren wird. Filmneuling L. GASTAVO COOPER arbeitet nämlich etwas arg verkrampft jene Klischees ab, die man nun mal in einem so gelagerten Horrorstreifen erwarten würde. Deja-vu-Momente am laufenden Band sind garantiert, wenn die schwangere Filmheldin seltsame Dinge tut, die Gleichgesinnte mit Nachwuchs im Bauch eigentlich niemals veranstalten würden. Erst sind es unkontrollierbare Wutausbrüche, die die werdende Mutter (GRACI CARLI) quälen. Später gesellen sich zu vulgären Gesten fremde Sprachen, die die Schwangere in der Badewanne vor sich her säuselt, und der Schwester des Gatten reichlich Gänsehaut beschert. Letztere ist in THE DEVIL INCARNATE Hauptidentifikationsfigur. Dank Wikipedia kommt sie dem Geheimnis um die verhaltensauffällige Schwägerin recht schnell auf die Schliche, die am Ende mit einem der wohl kürzesten Exorzismen der Filmgeschichte von ihrem Leid erlöst werden kann.
 
L. GASTAVO COOPER bedient sich für sein Erstwerk rumänischer Folklore, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht und von dem Pakt zwischen Alina Patkavior und einem Rachedämon erzählt. In der Legende von COPIII PIERDERE wird von der vergewaltigten Tochter einer Dorfhexe berichtet, die ihre ungewollte Leibesfrucht an einen Rachedämon verkauft, damit dieser die kaltblütige Tat rächt. Als der Dämon seine Belohnung einfordert und sich Alina nicht von ihrem Kind trennen möchte, wird sie daraufhin mit Unfruchtbarkeit bestraft, die sich in der Blutlinie der Familie fortsetzt. Durch ein blutiges Ritual kann die Strafe umgangen werden, das über Generationen in Rumänien als „Din Burta de Sarpe“ bekannt geworden wird. Auch wenn sich der rumänische Mythos so ziemlich reißerisch liest; in THE DEVIL INCARNATE ist von blutigen Ritualen und ausufernden Dämonentänzen weit und breit keine Spur. Stattdessen spult COOPER die überraschungsarme Geschichte ebenso geradlinig wie unspektakuläre ab, so dass dem Zuschauer die Augen ganz schnell schwer werden dürften. Immerhin beweist der Filmemacher technisches Geschick im Umgang mit der Kamera, denn sein THE DEVIL INCARNATE schaut manchmal sogar richtig atmosphärisch aus, obwohl COOPER nicht die Finger davon lassen kann, das längst überdrüssige Found-Footage-Stilmittel zu verwenden.
 
Identifikationsfigur Marissa Davidson (EMILY ROGERS) ist nämlich nicht nur heimlich in des Bruders attraktive Gemahlin verschossen, sondern filmt die Schwägerin bevorzugt mit der Handkamera, so dass schnell einige abnormale Verhaltensabläufe der Schwangeren auf Film festgehalten werden können. Die Übergänge zwischen den wackeligen Bilder der Digicam und dem herkömmlich gefilmten Filmmaterial verlaufen fließend und stören nicht. Trotzdem dürfen auch in THE DEVIL INCARNATE nicht jene Bildausfälle und Wackelattacken fehlen, die Zuschauer von Found-Footage-Filmen seit jeher in zwei Lager gespalten haben. Leider hat L. GASTAVO COOPER mit seinem ersten Langfilm, der auch unter COPIII: THE 1ST ENTRY sowie CURSED international vermarktet wird, keinen großen Wurf fabriziert. Dem Okkult-Grusler fehlen einfach jene spektakulären Schock- und Schreckmomente, die Filmen wie den legendären EXORZIST aus den 1970ern zum Welterfolg verholfen haben. Statt gut ausgetüftelten Spezialeffekten wird ausschließlich gequasselt und Horror auf Sparflamme geköchelt. Das wäre vermutlich auch alles gar kein Problem, würde THE DEVIL INCARNATE dem Okkult-Genre neue interessante Facetten durch frische Ideen einverleiben. Die sucht man jedoch zwischen all den üblichen Filmklischees vergebens. Daher sei THE DEVIL INCARNATE nur jenen Horrorfans empfohlen, die sich an Filmen wie ROSEMARIES BABY nicht satt sehen können. Wer spannende Unterhaltung sucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Okkult-Gruselstreifen in der Machart von ROSEMARIES BABY. Letzterem wurde vor einiger Zeit eine unnötige TV-Serie abgerungen, die quasi ebenso überflüssig ist, wie THE DEVIL INCARNATE. Während Okkult-Horror in den 1970ern noch mit sensationellen Spezialeffekten in die Kinos gebracht wurde, gehört dieses Debüt zu jenen Werken, die ganz uninspiriert jene Liste an Klischees abklappern, die dem Genre über Jahrzehnte zum Erfolg verholfen hat. Leider wirken die gängigen Regeln des Okkult-Horrors mittlerweile derart verbraucht, dass man mit klassisch geschusterten Exorzismus- und Besessenheitsflicks keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. THE DEVIL INCARNATE macht Schwangerschafts-Terror zum Geduldsspiel. Nicht weil hier Suspense in Reinform geboten wird, sondern weil die vorhersehbare Handlung schläfrig macht. Auch wenn L. GASTAVO COOPER ab und an mal was Atmosphärisches auf die Mattscheibe bringt, ist sein Erstwerk kein Film den mal unbedingt gesehen haben muss. Die Defizite sind im Drehbuch zu suchen, an dem mal wieder viel zu viele Autoren gepinselt und den Brei verdorben haben. Warum man ausgerechnet zu dritt daran feilen musste, verursacht Unverständnis, denn THE DEVIL INCARNATE ist ein dünnes Horrorsüppchen ohne nennenswerte Höhepunkte. Da kann man nur die guten Darsteller bemitleiden, die für diesen unspektakulären Unsinn ihr Talent vergeudet haben. Daher: Handwerklich solider Horror aber nicht mehr!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Zensur

 
 
 
In THE DEVIL INCARNATE gibt es kaum Gewalt zu sehen. Da liegt ein toter Hund im Kinderbett und homoerotischer Badespass wird ebenfalls geboten. Für eine ungeschnittene FSK16 ist das vollkommen ausreichend.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Delivery: The Beast Within (2013)

Dark Circles (2013)

Hell Baby (2013)

Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)

Rosemaries Baby (1968)

Die Wiege des Bösen (1974)

Unborn – Kind des Satans (1991)


Filmreview: „All Cheerleaders Die“ (2013)

ALL-CHEERLEADERS-DIE-2013
 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE

Story

 
 
 
Eine Gruppe Cheerleader steigt aus ihrem nassen Grab, um sich als blutgierige Zombies an ihren Mördern zu rächen …
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Kritik

 
 
 
Remakes von Horrorfilmen sind im Genre mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Leider versucht sich Hollywood vermehrt darin den ganz großen Klassikern der Horrorwelt eine Frischzellenkur zu verpassen, was bei Fans jedoch meist auf Unverständnis stößt. Bei denen läuten bereits Wochen vor Drehbeginn die Alarmglocken, setzen doch eingefleischte Filmliebhaber das überflüssige Neuverfilmen ihrer beliebten Klassiker mit einem Sakrileg gleich. So ganz unbegründet ist deren Recyclingboykott verständlicherweise nicht, schließlich wurden in letzter Zeit Filme durch die Wiederverwertungs-Maschinerie gejagt, welche Jahrzehnte nach ihrem Entstehen beim Zuschauer immer noch maximales Grauen bewirken und nicht zwingend eine Neuverfilmung benötigt hätten. Gerissenen Produzenten Hollywoods ist die Skepsis der Zuschauer jedoch egal, denn so lange sich damit schnell Geld verdienen lässt werden auch weiterhin bekannte Titel der Horrorwelt lieblos und kommerzorientiert in die Lichtspielhäuser gebracht.
 
ALL CHEERLEADERS DIE ist auch ein Streifen, der in die Rubrik „Horror-Remake“ einzuordnen ist. Doch bevor ein lautes Stöhnen die Runde machen wird, können wir Entwarnung geben, denn ALL CHEERLEADERS DIE ist einer jener Filme von dem niemand vermutet hätte, dass es ihn schon einmal gegeben hat. Horror-Maestro LUCKY MCKEE steckt hinter dem Reboot und hat weit vor Genre-Hits wie MAY – SCHNEIDERIN DES TODES (2002) und THE WOMAN (2011) mit dem No-Budget-Trash ALL CHEERLEADERS DIE versucht mehr oder weniger erfolgreich Fuß im Filmbusiness zu fassen. Zwölf Jahre nach Entstehung des Originals kommt der Horrorspaß noch einmal in die Wohnzimmer, natürlich mit mehr Budget, besseren Schauspielern und professionellen Effekten. Alles beginnt wie in jedem amerikanischen Highschool-Filmchen, wo Schüler als erstes nach Stereotypen gruppiert werden. Während Außenseiter und Eigenbrödler vergebens nach Aufmerksamkeit streben und versuchen Zuflucht in ihrer eigenen kleinen Welt zu finden, gibt es auch in ALL CHEERLEADERS DIE natürlich die selbstverliebten und coolen Kids der Schule, mit denen nicht immer gut Kirschen essen ist. Regisseur LUCKY MCKEE persifliert für sein Horror-Remake ganz luftig-locker sämtlich Highschool-Klischees auf überspitzt-zynische Weise und hat sichtlich Spaß daran, seine Figuren auch mal selbstironisch durch den Kakao zu ziehen. So gefällt, wie er die Objektivierung der Frau im Horrorfilm mit fast schon satirischem Unterton an den Pranger stellt. Schließlich wird das weibliche Geschlecht im Genre meist primär als Sexobjekt dargestellt, dem es des Öfteren an Intelligenz mangelt.
 
Der gar nicht mal so üble Mix aus BUFFY, GIRLS UNITED und CHARMED erzählt die Geschichte von Hobby-Hexe und Wahrsagerin Leena (SIANOA SMIT-MCPHEE), die mit argwöhnischen Augen die Entwicklung von Ex-Freundin Maddy (CAITLIN STASEY) beobachtet. Die schöne Brünette ist seit einiger Zeit darum bestrebt in der Cheerleader-Clique aufgenommen zu werden, um die dreisten Machenschaften von Football-Spieler Terry (TOM WILLIAMSON) aufdecken zu können. Der Mannschaftskapitän des schuleigenen Football-Teams gehört zwar zu den beliebtesten Schülern an der Highschool, wechselt aber Frauen wie Unterwäsche. Nachdem es Maddy gelungen ist die Cheerleader-Clique gegen das Football-Team aufzuhetzen, endet der Streit im Chaos: Das Auto der Mädchen kommt von der Straße ab und landet in den Fluten einen reißenden Flusses. Weil der abgebrühte Terry jedoch Angst vor den Konsequenzen hat flüchtet er lieber mit seinen Team-Kollegen und überlässt die Cheerleader ihrem Schicksal. Gott sei Dank ist Außenseiterin und Hexe Leena vor Ort. Sie beschwört die geheimnisvolle Macht ihrer magischen Steine und bewirkt, dass die Cheerleader mit einem unstillbaren Blutdurst von den Toten auferstehen. Dass die sonst so zickigen Schülerinnen mit ihrem frühzeitigen Ableben so rein gar nicht einverstanden sind, dürfte auf der Hand liegen. Kaum auf dem Schulhof zurückgekehrt heißt das neue Unterrichtsfach „Rache“.
 
Man nehme einfach von allem etwas. Mit dieser Einstellung hat LUCKY MCKEE genau jene Rezeptur gefunden, die das Horror-Genre auch bitter benötigt hat, denn mittlerweile hat sich der Horrorfilm zu einem langweiligen Tummelplatz der immer wieder gleichen Filmthemen entwickelt. ALL CHEERLEADERS DIE bedient sich unterschiedlicher Sub-Genre. So werden Elemente aus Slasher, Rache, Vampir- und Zombiefilmen zu etwas völlig Neuem zusammengewürfelt; ein kleiner Spritzer Selbstironie wird zur Quintessenz des wilden Genre-Cocktails. MCKEE, der zuvor eher ernste Filme über Frauen gedreht hat, die von ihren männlichen Filmkollegen missbraucht oder ungerecht behandelt wurden, wandelt mit ALL CHEELEADER DIE auf ungewöhnlich komödiantischen Pfaden, ohne jedoch zu sehr ins Alberne abzudriften. Anders als in seinen bisherigen Streifen, lässt er seine Heldinnen auch schon mal ungeniert furzen oder über sich selbst witzeln, findet aber stets den Absprung vor allzu platten Fäkal-Schweinereien. ALL CHEERLEADERS DIE macht alles richtig. Ein nahezu konstant ansteigender Grusel- und Gewaltfaktor hält sich mit erheiternder Komik die Waage und macht MCKEES Remake zu einem ganz besonderen Filmerlebnis, dass scheinbar sogar in Serie gehen soll. Der gut durchdachte Teenie-Horror endet mit einem vielversprechenden Cliffhanger und lässt auf herrlich absurde Splatter-Unterhaltung hoffen. Wenn es nach FILMCHECKER geht, darf die gern so schnell wie möglich in Produktion gehen, schließlich sind wir der Meinung: ALL CHEERLEADERS DIE gehört zweifelsohne zu den Genre-Überraschungen des Jahres.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
LUCKY MCKEES Neuverfilmung seines Erstlings ALL CHEERLEADERS DIE sollte jeder Horrorfan gesehen haben. Der Streifen ist schräg, unterhaltsam, blutig, sexy, packend, bissig, durchdacht, raffiniert, selbstironisch, wild, clever – kurz: Einfach vollkommen anders. Ein Horror-Must-See! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Zensur

 
 
 
Eigentlich beginnt ALL CHEERLEADERS DIE so ziemlich harmlos. Kurz vor Ende wendet sich jedoch das Blatt und die Kids sterben wie die Fliegen. Einige Todesszenen sind dann doch recht grafisch, so dass die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung Liebhaber der etwas härteren Filmgattung freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Scary Movie (2000)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der Pakt – The Covenant (2006)
 
Buffy – Im Bann der Dämönen (1997 – 1993)
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
100 Bloody Acres (2012)
 


Filmreview: „The Quiet Ones“ (2014)

The-Quiet-Ones-2014
 
 
 

THE QUIET ONES

Story

 
 
 
Psychologie-Professor Joseph Coupland (Jared Harris) führt zusammen mit drei Studenten an einer Art erwachsener Wednesday Adams (Olivia Cooke) Experimente durch, die scheinbar vom Geist eines Kindes besessen ist. Mit verschiedenen Tests wollen sie beweisen, dass das Leiden der Patientin auf ein psychischen Traumata zurückzuführen ist und das Geisterwesen allein ihrer Phantasie entspringt …
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Kritik

 
 
 
Irgendwie erzielt die Wiederbelebung der glorreichen HAMMER STUDIOS nicht den Erfolg, den die Produktionsschmiede während ihrer Blütezeit in den 50er- und 60er Jahren verzeichnen konnte. Bis in die späten 70er hinein wurden dort nämlich Horrorfilme am laufenden Band produziert und verhalfen Legenden wie CHRISTOPHER LEE und PETER CUSHING zu Weltruhm. 1979 lief das letzte hauseigene Schaffen über die Leinwand – danach war Schluss. Dreißig Jahre nach Werkstattschließung wurden die Pforten der HAMMER STUDIOS dank Produzent JOHN DE MOL (ja, der BIG BROTHER-Schöpfer ist gemeint) erneut geöffnet und eine Reihe Gruselstreifen gedreht, die aber bisher nicht den Profit brachten, den man sich vielleicht erhofft hatte.
 
Während WAKE WOOD (2008), THE RESIDENT (2009) und das unnötige Remake LET ME IN (2010) hierzulande direkt auf dem Heimkinomarkt verramscht wurden, konnte zumindest THE WOMAN IN BLACK (2011) reichlich Zaster in die Kinokassen schwemmen, was aber vermutlich hauptsächlich an Darsteller DANIEL „POTTER“ REDCLIEF gelegen haben dürfte, der mit seiner Rolle im britischen Gothic-Grusler das ihm auferlegte Image des Zauberlehrlings loswerden wollte. Nun geht HAMMER FILMS in eine weitere Runde. Weil Geister und Wackelkamera seit PARANORMAL ACTIVITY und THE CONJURING immer noch genügend Leute in die Kinos locken können, dürfte es wohl keinen Horrorfan überraschen, dass auch die Macher von HAMMER FILMS auf den Geister, Exorzismus und Found-Footage-Zug springen, um den lukrativen Horror-Trend mitmachen zu können. Leider hat Regisseur JOHN POGUE so ziemlich alles vermasselt, was man bei einem solchen Film falsch machen kann. Für den hiesigen Rechteinhaber ASCOT ELITE daher Grund genug, dass vergeigte Machwerk ohne den Umweg ins Kino direkt in die Händlerregal zu stellen, damit sich Horrorfans das teure Eintrittsticket für THE QUIET ONES sparen können.
 
Übeltäter JOHN POGUE, der bisher nur das leidlich unterhaltsame Video-Sequel QUARANTÄNE 2 – TERMINAL (2011) fabriziert hat, verlagert die Handlung seines aktuellen Machwerks in die 70er und erzählt die Geschichte von Oxford-Professor Joseph Coupland (JARED HARRIES), der fest davon überzeugt ist, dass Geisterwesen nur Manifestation der Psyche sind. Drei seiner Stundenten sind von der radikalen Theorie derart fasziniert, dass sie den Lehrer bei seinen unorthodoxen Experimenten unterstützen. Auf einem Anwesen außerhalb von London soll die These an Patientin Jane Harper (OLIVIA COOKE) bewiesen werden. Die scheint Anzeichen von Besessenheit zu besitzen, quasselt permanent von einer imaginären Freundin namens Eve und start Löcher in die Luft. Während die Arbeiten akribisch mit der Kamera dokumentiert werden, ist es Student Brian McNeil (SAM CLAFLIN), der die zahlreichen Test bald zu hinterfragen beginnt. So ganz Unrecht hat er mit seiner Feststellung nämlich nicht, denn Professor Jared Harris verliert schon bald das Wohl seiner Probandin aus den Augen und hat nur noch ein Ziel: Seine Theorie zu beweisen.
 
Dunkle Flure, nostalgisches Filmmaterial und typisch britisches Gruselflair; eigentlich hätte alles so schön werden können. Wäre da nicht Regisseur JOHN POGUE gewesen, der die eigentlich guten Voraussetzungen für einen Grusler wie diesem im Keim ersticken lässt. THE QUIET ONES ist eine jener modernen Interpretationen altmodischer Geistergeschichten, die einfach keine Angst einjagen wollen, was wohl daran liegen dürfte, dass POGUE immer dann Szenen abrupt enden lässt, wenn es gerade unheimlich und spannend werden will. Für einen Horrorfilm ist derart Vorangehensweise fatal; vor allem dann, wenn es sich ausgerechnet auch noch um Spuk- und Geisterhorror handelt. An beinahe jeder Gruselszene lässt sich die Unfähigkeit seines Machers erkennen. So werden plumpe Spuk-Klischees wie so oft wenig überraschend abgeklappert und plötzlich endende Szenenabläufe oder minderwertige CGI-Effekte verderben beinahe jeden Gruselmoment. Immerhin gefällt der eigentlich unbeliebte Found-Footage-Gimmick, der ja im Horrorfilm zum unverzichtbaren Übel geworden ist und nahezu in jedem zweiten Gruselfilm Verwendung findet. Im Falle von THE QUIET ONES bewirkt der aber ausnahmsweise Atmosphäre, die sich ohnehin recht mager durch die halbherzig geschriebene Geschichte zieht. Zwischen seltsamen Tests und immer wieder gleichen Szenenabläufen, die vermutlich ins Drehbuch geschrieben wurden, damit man auf Spielfilmlänge kommt, gesellt sich schick aufbereitetes 16mm Bildmaterial, das quasi aus Brains Kamera stammt, der die Experimente auf Film festhält. JOHN POGUE schafft das, was bisher nur wenigen Wackelcam-Machern gelungen ist. Er verknüpft das normal gefilmte Geschehen mit krisseligen 16mm-Schnipseln, ohne dass das Found-Footage-Gebräu zu sehr auf den Zünder geht. Dass auf authentisch getrimmte Doku-Material hat Charme, vor allem dann, wenn Professor Joseph Coupland seinen Schülern ältere s/w-Aufnahmen seiner Patienten im Hörsaal vorführt und sich geisterhafte Dinge auf den alten Filmausschnitten ereignen.
 
Leider ist Found-Footage auch das einzige, was POGUE gut beherrscht, denn trotz visuellen Schmankerl und vernünftig agierenden Schauspielern ist THE QUIET ONES eine absolute Enttäuschung und wird dem Namen HAMMER FILMS nicht einmal ansatzweise gerecht. Das ist deshalb recht schade, weil dem Macher JOHN POGUE eine spannende Vorlage zur Verfügung gestanden hat. THE QUIET ONES ist nämlich eine von ach so vielen Horror-Gurken, die zu Beginn damit werben, dass die Schreiberlinge des Films von wahren Begebenheiten inspiriert wurden. Den Horrorstoff für diesen überraschungsarmen Exorzismus-Hochglanz-Spuk lieferte das PHILIP EXPERIMENT, welches von Professor DR.GEORGE OWEN 1972 im kanadischen Toronto tatsächlich durchgeführt wurde und aus einem parapsychologischen Forscherteam bestand, das allein mit Gedankenkraft den Geist des fiktiven Charakters PHILIP AYLESFORD entstehen lies. So interessant die Grundlage, so unausgegoren die Umsetzung. Statt auf amateurhaftes Pixelgewitter und unerfahren Regisseure zu setzen, wäre es für Produktionshaus HAMMER FILMS von Interesse nach wirklich guten Regisseuren zu suchen, die zur Abwechslung auch mal Ahnung haben, wie man gute Horrorfilme macht. Denn im Vergleich zu den klassischen Hammer-Streifen sind die bisher neu entstandenen Filme unter dem Banner HAMMER FILMS sehr liebloser und vor allem austauschbarer Kommerzmüll.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was waren das für Zeiten, als HAMMER FILMS noch gute Filme hervorbrachte. Die Reanimation des Produktionshauses durch JOHN DE MOL hat dem Studio nicht gut getan, denn seit der Wiedereröffnung der legendären Horror-Schmiede gehen keine wirklich guten Filme mehr in Produktion, die an die einstigen Erfolge anknüpfen können. THE QUIET ONES verspricht im Trailer viel, hält aber wenig. QUARATNÄNE 2-Verbrecher JOHN POGUE bedient sich wie vieler seiner Kollegen der Found-Footage-Rezeptur und köchelt Geister- und Besessenheits-Thematik auf kleiner Flamme. Bescheidene Computereffekte, magerer Gruselgehalt und klischeehafte Spukeffekte sind das Ergebnis mit dem vermutlich nicht mal Fans paranormaler Geschichten zufrieden sein dürften. Immerhin hat Regisseur JOHN POGUE den Wackelcam-Gimmick gut im Griff. Damit dürfte er für die Zukunft gut gerüstet sein, schließlich dürfte Found-Footage auch in den kommenden Jahren die Filmlandschaft verpesten und mit wackeligen Bildern Kopfschmerzen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Zensur

 
 
 
THE QUIET ONES ist ein stilvoll gedrehter Horrorfilm der alten Schule, bei dem das Augenmerk eher auf Atmosphäre und Gruselfeeling liegt und der keine Zeit mit unnötigen Blut-Albereien vergeudet. Demnach ist das Gezeigte eher subtiler Natur und nicht sonderlich grausam anzusehen. Es gibt Verbrennungen an der Hand und eingeätzte Wundmale zu sehen. In den letzten Minuten sterben einige der Protagonisten im hektisch geschnittenen Bilderhagel, wobei der Höhepunkt eine ziemlich schlecht animierte CGI-Verbrennungs-Sequenz sein dürfte. Hierzulande hat das für FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Quiet-Ones-Bluray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Quiet Ones; USA/UK 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurette, Film Clip, B-Roll, Soundbites: Jared Harris, Sam Claflin, Erin Richards, Rory Fleck-Byrne, Olivia Cooke, John Pogue, Ben Holden, and Simon Oakes., UK Trailer, 2 US Trailer, TV Spots, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 12.08.2014

 
 
 

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THE QUIET ONES – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Der letzte Exorzismus 2 (2013)
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)


Filmreview: „Delivery: The Beast Within“ (2013)

Delivery-The-Beast-Within-2013
 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN

Story

 
 
 
Ein junges Paar erwartet ein Kind und wird von einem Kamera-Team begleitet, das eine Reality-Serie über die werdenden Eltern drehen möchte. Leider verläuft die Schwangerschaft nicht ohne Komplikationen, denn die zukünftige Mutter Rachel (Laurel Vail) vermutet das Böse im Leibe zu tragen …
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Kritik

 
 
 
Was waren das noch für Zeiten, als ambitionierte Horror-Macher der 80er so eigenständige und wegweisende Kult-Werke wie FROM BEYOND, EVIL DEAD, DIE FLIEGE oder DAS DING drehten und mit bahnbrechenden Spezialeffekten und raffinierten Ideen tausende Fans phantastischen Kinos in die Lichtspielhäuser locken konnten. Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben, denn kreativen und innovativen Horror findet man auf der Leinwand immer seltener. Stattdessen ist das Kino die Schmiede meistgehasster Horror-Trends geworden, das nach einer nicht enden wollenden Reihe unnötiger Horror-Remakes seit einigen Jahren nun auch noch mit Found-Footage-Grauen quält. Mittlerweile haben sich die meisten Horrorfans von Wackelcam-Filmen im Multiplex sattgesehen. Darum geht es auch direkt auf dem Heimkinomarkt weiter, denn die meisten dieser Null-Budget-Produktionen werden ohnehin für den Videomarkt gedreht, damit unwissenden Käufern mit cineastischem Abfall das Geld aus der Brieftasche gezogen werden kann.
 
Die Erfolgsrezeptur von Polanskis Schauerfilm ROSEMARIES BABY (1968) scheint auch fast 50 Jahre nach Erscheinen für profitgierige Produzenten eine lukrative Angelegenheit zu sein, um daraus schnell noch einmal Millionen von Dollar herausschlagen zu können. Nach der Wackelcam-Schlafpille DEVIL’S DUE – TEUFELSBRUT (2014) und einer unnötigen TV-Miniserie zum Okkult-Klassiker aus dem Hause NBC gesellt sich DELIVERY: THE BEAST WITHIN, der nun ebenfalls um die Gunst der Horrorfans buhlt und dem Mystery-Kultwerk aus der Mache Polanskis recht ähnlich ist. Es geht um Rachel (LAUREL VAIL) und Kyle Massey (DANNY BARCLAY), denen zum Glück noch der gewünschte Nachwuchs fehlt. Als Rachel endlich schwanger ist, wird das Paar von einem TV-Team begleitet, das den werdenden Eltern fortan mit Kameras folgt, um über die Zeit während Schwangerschaft eine TV-Serie machen zu können. Leider bemerkt Rachel schon recht bald, dass in ihrem Bauch irgendwas nicht so läuft, wie sie es gern hätte. Der Hund spielt in ihrer Gegenwart verrückt, Albträume quälen sie und die werdende Mutter fühlt sich von einer bösartigen Präsenz bedroht. Aber auch das Kamera-Team berichtet über seltsame Vorkommnisse am Set. So entdeckt man auf Band unheimliche Geräusche und geheimnisvolle Symbole zieren den Wohnzimmerboden. Ein Parapsychologe soll Antworten liefern, denn scheinbar wandelt ein dämonischer Geist durch die Flure des neuen Heims, der auf Rachels Baby einen negativen Einfluss ausübt.
 
BRIAN NETT zeichnet für diesem Indie-Trip verantwortlich und hat auch gleich mit am Drehbuch geschrieben. DELIVERY: THE BEAST WITHIN stellt hierbei sein Regie-Debüt dar und ist im Vergleich zum jüngst erschienenen, thematisch ähnlichen DEVIL DUE die bessere Alternative. Grund hierfür ist die Art und Weise, wie er die Found-Footage-Zutat verpackt hat. Hier wird das Geschehen nicht trocken aus der Sicht von Überwachungskameras wie in PARANORMAL ACTVITY geschildert, sondern in Form eines Hinter-den-Kulissen-Feature zu einer TV-Reality-Soap, deren Pilotfolge in den ersten 20 Minuten über den Bildschirm flimmert. Die erinnert in ihrer quietschbunten Aufmachung an eine Episode der Reihe MTV TEEN MOMS nur mit dem Unterschied, dass in DELIVERY statt naiven Teenie-Müttern verantwortungsvolle Erwachsene mit der Kamera begleitet werden. Nach zwanzig Minuten zuckersüßem Allerlei kippt jedoch die heitere Stimmung ins Bedrohliche und der Zuschauer bekommt zusammengeschnittene Schnipsel serviert, die für die TV-Ausstrahlung keine Verwendung gefunden haben. Der Schwangerschaftsstress belastet das Verhältnis der werdenden Eltern erheblich und dem anfangs glücklichen Paar vgehen ähnlich wie in DARK CIRLES allmählich die Nerven durch. Da werden Kameramänner angepflaumt oder Verwandte des Hauses verwiesen, weil Vater Kyle im Trubel so langsam den Bezug zur Realität verliert. Die größte Belastung durchlebt jedoch Rachel, der zu Hause nicht nur die Decke auf den Kopf fällt, sondern unter dem Druck der komplizierten Schwangerschaft zu zerbrechen droht.
 
Selbstverständlich bekommt der Zuschauer auch den für Found-Footage-Machwerken bekannten Mystery-Schabernack geboten. Türen schlagen wie von Geisterhand zu, unheilvolle Stimmen sind auf Tonbändern zu hören und mysteriöse Atemwolken deuten auf eine dämonische Kraft im Haus hin. Ansonsten wird Gruselstimmung durch Interviews mit allen Beteiligten erzeugt, die vor der Kamera von unheimlichen Vorkommnissen berichten. Besonderes Augenmerk wird jedoch auf das Finale gerichtet, wenn die Geburt bevorsteht und der Zuschauer nun endlich wissen möchte, welche Brut da in Rachels Bauch das Licht der Welt erblicken wird. Lobenswerterweise muss man sagen, dass Regisseur BRIAN NETT das Ende recht geschickt inszeniert hat. Von computeranimierter Effekte-Macherei sieht er ab. Stattdessen wird Unheil durch Terror und Hektik verursacht. Das konsequente Ende tritt dem Zuschauer direkt in die Magengegend, weil es der Filmfan in derart ruppiger Weise vermutlich nicht vorausgeahnt hat. Auch wenn DELIVERY: THE BEAST WITHIN eigentlich nichts anderes ist, als eine moderne Neuinterpretation des besagten Klassikers von Roman Polanski, gehört NETTS Erstling zu einem der besseren Vertreter innerhalb des Wackelkamera-Genres. Der Streifen hält sich zwar weitestgehend an die typischen Shaky-Cam-Filmregeln, punktet aber durch sympathische Charaktere und der erfrischenden Idee, wie man die Wackelcam-Methode rechtfertigt, was dem Grusler Glaubwürdigkeit verleiht. Die wirkt durch das interessante Making-of-Gimmick niemals aufgesetzt und macht aus DELIVERY ein gruseliges Gänsehaut-Erlebnis für Freunde subtiler Schauergeschichten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DELIVERY: THE BEAST WITHIN ist der bessere DEVIL’S DUE und ein beunruhigendes Gänsehaut-Erlebnis, das sich werdenden Eltern lieber nicht anschauen sollten. Newcomer BRIAN NETT hat mit seinem Erstling zwar dreist bei Polanskis ROSEMARIES BABY stibitzt, dafür aber eine überzeugend gespielte Fake-Dokumentation gedreht, die ganz friedlich beginnt und fast schon minutiös unbequemer wird. Zwar bedient sich auch DELIVERY den bekannten Wackelcam-Klischees, geht die Thematik jedoch etwas erfrischender an, als es die meisten Filme dieser Art tun. Das Treiben wird diesmal in Form einer Reality-Soap beschrieben, was NETT filmisch erstaunlich souverän abhandelt, zumal der Filmemacher ein talentiertes Verständnis für Tempo und Spannungsaufbau an den Tag legt. Zwischen fiktiven Interviews, gewöhnlichen Alltagssituationen und den nachvollziehbaren Ängsten frischgebackener Eltern mischt NETT reichlich Found-Footage-Terror, der sogar ab und an seine Momente hat. Wer immer noch nicht genug von wackeligen Bildern oder Totalausfällen der Kamera hat und sich von abrupt zuschlagenden Türen erschrecken lässt, ist auch bei DELIVERY: THE BEAST WITHIN bestens aufgehoben. Found-Footage-Hater werden auch mit diesem Streifen herzlich wenig anfangen können, zumal sogar gänzlich auf grafische Gewalt verzichtet wurde. Besonderes Augenmerk sei übrigens auf den makabren Schlussgag gerichtet. Der kommt äußerst unvorbereitet und ist deftiger Tobak. Zartbesaitete Zuschauer dürfte der unerwartete Schlag in die Magengegend erhebliche Probleme bereiten, denn ein schmalziges Happy End hat DELIVERY: THE BEAST WITHIN leider nicht zu bieten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in DELIVERY: THE BEAST WITHIN Mangelware. Bis auf das der Haushund von Protagonistin Rachel im Affekt erstochen wird, passiert nichts Grausames. Der Film richtet sich eher an Zuschauer, die subtiles Gänsehautvergnügen suchen. Eine FSK16 ist demnach aller Wahrscheinlichkeit zu erwarten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Circles (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Die Wiege des Bösen (1974)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)