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Beiträge mit Schlagwort “Okkult-Horrorfilme 2016

Filmkritik: „Bed of the Dead“ (2016)

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BED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein Bett wird zum Schauplatz ultimativen Terrors. Das entpuppt sich als abgebrühter Killer und tötet jene, die es sich darin gemütlich gemacht haben.

 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm. Zumindest liegt der Verdacht nahe, wenn sich ein Film BED OF THE DEAD schimpft und so Streifen wie DIARY OF THE DEAD, DAWN OF THE DEAD oder LAND OF THE DEAD in Erinnerung ruft. Letztere stammen aus der Mache von Zombievater GEORGE A. ROMERO und waren lupenreine Zombiefilme – stets unverkennbar am Anhang „of the Dead“ im Titel. Um Ängste zu nehmen: Der nun hier vorgestellte Horrorthriller ist kein Streifen erwähnten Subgenres. Lebende Leichen lassen sich in diesem Horrorfilm nicht blicken. Stattdessen knüpft BED OF THE DEAD dort an, wo in den 80ern WES CRAVEN mit A NIGHTMARE ON ELM STREET vorgelegt hat. Darin wurde der damals noch unbekannte JOHNNY DEPP von einem gefräßigen Bett verschluckt und anschließend verdaut ausgespuckt. Ein Schelm wer da böses denkt und Parallelen zum folgenden BED OF THE DEAD vermutet. Auch hier wird eine uralte Schlafliege zur Killermaschine, die grausam tötet und hinterlistig manipuliert. JEFF MAHER hat sich diesen ungewöhnlichen Horrortrip ausgedacht und ist im Horrorfach kein Unbekannter. Der hat zuvor in Streifen wie ANTISOCIAL, ANTISOCIAL 2 und BITE die Kameraarbeit übernommen. Offenbar war ihm das nicht genug. Mit BED OF THE DEAD feiert der Kanadier sein Langfilmdebüt als Regisseur. In der Horrorfilmwelt nichts Ungewöhnliches mehr. Nicht selten haben sich in der Vergangenheit Kameramänner als Regisseure ausprobiert und passable Arbeit abgeliefert. Ob das auch für BED OF THE DEAD gilt?
 
 
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Wie der Titel BED OF THE DEAD vermuten lässt, handelt dieser Streifen um ein Nachtlager, das den Tod bringt. Jene Koje steht in einem zwielichtigen Sex-Club und wurde vor Jahrhunderten aus Holz eines Baumes geschnitzt, an dem eine Sekte unschuldige Menschen aufgehangen hat. Das wissen vier sexhungrige Mittzwanziger aber nicht, die sich wegen einer Orgie in das letzte verfügbare Zimmer eines schmuddeligen Stundenhotels einmieten. Kaum nackig und im Bett, passieren auch schon furchtbare Dinge. In dieser uralten Pritsche schlummert das Böse. Wer sie einmal betreten hat, kommt nicht mehr lebend heraus. Diese Erfahrung müssen auch die neuen Schlafgäste machen. Kaum einen Fuß aus dem Bett gesetzt, folgt ein folgenschweres Massaker, das die wenig klugen Helden zum Nachdenken zwingt. Währenddessen untersucht der kaputte Polizist Vigil (COLIN PRICE) einen mysteriösen Mordfall und erhält plötzlich eine SMS von der attraktiven Sandy (ALYSA KING aus BERKSHIRE COUNTY), die im gesagtem Killer-Bett ums Überleben bangt. Ob man ihr aus der misslichen Lage helfen kann? Nach nicht einmal 75 Minuten wird man es wissen. Sonderlich lang ist BED OF THE DEAD leider nicht.
 
 
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Einen derart obskuren Killer hat man im Horrorfilme bestimmt noch nicht gesehen. BED OF THE DEAD beginnt stark und blutig. Das dürfte vermutlich Fans für Grobe freuen. Leider erhält die Freude schnell einen Dämpfer, denn nach deftigen 15 Minuten ist plötzlich Schluss mit lustig. Nachdem zwei Protagonisten grausam ihr Leben lassen mussten, quält sich BED OF THE DEAD mit dem Fortgang der Geschichte. Offenbar war man sich beim Schreiben des Drehbuchs nicht sonderlich klar, was man mit der ungewöhnlichen Idee von einem mordenden Bett anfangen soll. So macht sich schnell Langeweile breit, weil die übrigen Helden irgendwie versuchen einen Ausweg aus der Misere zu finden. Da wird nach dem Hotelpersonal gerufen oder mit Handys Hilfe angefordert. Leider kommen die Hilferufe in einer Art Parallelwelt an und rufen so das Interesse eines innerlich zerfressenen Polizisten auf den Plan, der soeben einen mysteriösen Mordfall untersucht in dem das mordende Bett auch eine Rolle spielt. Klingt verschachtelt und kompliziert, ist aber kaum der Rede wert. BED OF THE DEAD besitzt kaum Höhepunkte und verliert schnell jene Intensionen aus den Augen, die man wohl erwarten würde, wenn man einen solchen Titel liest. Im Film wird zu wenig „Dead“ gezeigt. Stattdessen quälen unwichtige Gespräche und nicht sonderlich begabte Schauspieler, welche sich unklug verhalten und nicht sonderlich sympathisch sind. Vertanes Potenzial, wie wir meinen, denn BED OF THE DEAD hätte Großes werden können. Die wenigen Spezialeffekte erinnern an handgemachte Gewaltexzesse aus den 80ern und auch atmosphärisch fährt Regisseur JEFF MAHER groß auf. Doch statt blutigem Party-Trash mit Betten-Massaker wird nur ein lauer Horror-Wind geboten, der wohl besser als Kurzfilm funktioniert hätte. Enttäuschend.
 
 
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BED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Old-School-Horror, der wohl in den 1980ern ein Hit geworden wäre. Leider haben sich Sehgewohnheiten geändert. BED OF THE DEAD hält nicht das, was man sich von einem Film mit so reißerischem Titel gewünscht hätte. Da erwartet man Trash, Gore und viele Leichen. Letztere sind überschaubar, was nicht gerade für einen Streifen mit derart verheißungsvoller Titelkreation spricht. BED OF THE DEAD punktet in Sachen Atmosphäre. Die ist düster und unheimlich. Was stört ist die wenig packende Geschichte. Offenbar haben Ideen gefehlt, wie man einen Film über ein mordendes Bett auf Spielfilmlänge aufblasen kann. Nach einleitender Metzelorgie mit viel Tempo, geht dem Streifen plötzlich die Puste aus. Keine guten Voraussetzungen für ein sehenswertes Horrorerlebnis.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
BED OF THE DEAD hat ein paar wenige handgemachte Splatter-Momente zu bieten. Ein Mann wird unter ein Bett gezogen. Danach spritzt literweise Blut unter dem Bett hervor. Weiterhin werden Fersen durchtrennt und Bauchdecken aufgerissen. Das große Splattermeisterwerk ist BED OF THE DEAD nicht geworden. Die Gewaltmomente halten sich in Grenzen und sind überschaubar. Daher ist eine Freigabe ab 16 Jahren denkbar.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Fawn Films | Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Bed: The Bed That Eats (1977)
 
Stuart Gordon’s Death Bed (2002)
 
Der Kühlschrank (1991)
 


Filmkritik: „Tonight She Comes“ (2016)

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TONIGHT SHE COMES

Story

 
 
 

Die Suche nach einer vermissten Freundin führt direkt ins Desaster. In einem idyllischen Wald haust nämlich das Böse, gegen das sich eine Gruppe Mittzwanziger zur Wehr setzen muss.

 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Kritik

 
 
 
In Zeiten, in denen man das Gefühl hat, dass die immer wieder gleichen Horrorgeschichten verfilmt werden, freut es, wenn sich Regisseure was trauen und sich jenseits der bekannten Genre-Pfade bewegen. Offenbar war der mangelnde Ideenreichtum heutiger Filmemacher auch Regisseur MATT STUERTZ ein Dorn im Auge, der nach dem Found-Footage-Grusler RWD ein Herz für Horrorfans hat. Statt die ewig gleiche Leier noch einmal abzuspielen, wirft er all jene Zutaten in einen Topf, die Horrorfilme seit jeher bekannt und berüchtigt gemacht haben. Entstanden ist mit TONIGHT SHE COMES ein etwas anderes Horrorsüppchen, das nicht grundlos Lob und Preise auf einschlägigen Festivals abstauben konnte. Offenbar stieß der Mix aus frischen Ideen und eimerweise Kunstblut beim Publikum jener Veranstaltungen auf Zustimmung, denn TONIGHT SHE COMES hat nicht nur Neuerungen zu bieten, sondern lässt Genre-Zeiten aufleben, in denen es weder Grenzen noch Tabus gab. Das dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern ein Grinsen bescheren, die mittlerweile von dem gelangweilt sind, was profitgierige Studiobosse und erfolgshungrige Filmemacher regelmäßig fürs Heimkino verzapfen. Deswegen sollte man an dieser Stelle noch einmal ein Hoch auf unabhängig produzierte Gruselstreifen aussprechen, wo fernab des Mainstream gut und gern mal unkonventionelle Indie-Grusler das Licht der Welt erblicken, die den Spaß am düsteren Filmgenre zurück ins Wohnzimmer holen.
 
 
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Kristy, wo bist du? Das fragen sich auch Ashley (LARISSA WHITE) und Lyndsey (CAMEISHA COTTON), die trotz mehrerer Telefonate nichts von der besten Freundin hören, obwohl man sich fürs Wochenende verabredet hat, um in friedlichem Naturidyll die Seele baumeln zu lassen. Statt sich über die fehlende Kommunikationsbereitschaft der Gesuchten zu wundern, machen es sich die Frauen aber erst einmal am Waldsee gemütlich und halten so den sexhungrigen Pete (ADAM HARTLEY) von der Arbeit ab. Letzterer hatte eigentlich vor Kumpel und Postboten James (NATHAN ESWINE) beim Postaustragen zu unterstützen. Doch das Verteilen der Briefe führt bald zu seltsamen Vorkommnissen. Die verschollen gemeinte Kristy (DAL NICOLE) wird nämlich nackt im Wald gefunden und verwandelt sich plötzlich in eine unaufhaltsame Killermaschine, die weder Gnade noch Mitleid kennt. Kein gutes Omen für alle Beteiligten. Die müssen flüchten und geraten auf der Suche nach Hilfe in die Fänge einer kuriosen Familie, die eine Leidenschaft für obskure Rituale besitzt. Was folgt ist für Splatter- und Gorehounds ein gefundenes Fressen, denn an Blut hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent MATT STUERTZ definitiv nicht gespart.
 
 
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Von Dämonenritualen mit Tampons und Jungs, die versehentlich auf Leichen urinieren. Wer mit den Horrorstreifen der 1970ern und 1980ern aufgewachsen ist, dürfte sich an TONIGHT SHE COMES einen Narren fressen. Regisseur MATT STUERTZ lässt genannte Dekaden aufleben und vermischt ungewöhnlich originell Exploitation-Kino, Okkultismus-Schauer und Backwood-Slasher zu einem absurden Splatter-Irrsinn, der lang undurchsichtig bleibt und unlogisch erscheint. Statt gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, wird mit unerwarteten Wendungen experimentiert, die möglichst lang verschleiern sollen, wohin die Reise gehen soll. Eine runde Sache, die den Spannungsbogen konstant hält. Leider ist aber nicht alles Gold, was glänzt. TONIGHT SHE COMES besitzt nämlich einen eigensinnigen Humor, der in seiner pubertären Art mancherorts an Roths CABIN FEVER erinnert und den Zuschauer verunsichert. Dem ist bald nicht mehr so klar, ob TONIGHT SHE COMES ernstgemeinter Horrorfilm ist oder sinnbefreite Parodie – vor allem auch, weil sich der Streifen im letzten Drittel bierernst nimmt und gleichzeitig mit übertriebenem Overacting vor den Kopf stößt. Das schmälert den positiven Gesamteindruck eines ambitionierten Filmprojektes, das anders sein will und sich vom üblichen Horrorschlamassel abheben möchte. Trotzdem will man nicht zu hart urteilen. TONIGHT SHE COMES kann weit mehr, als die üblichen Verdächtigen. Dafür sorgen hervorragende Spezialeffekte und zahlreiche Zitate. MATT STUERTZ zitiert im zweiten Spielfilm nicht nur bekannte Horrorstreifen und Regisseure. Der stimmungsvolle Synthie-Soundtrack verbeugt sich akustisch vor Altmeister JOHN CARPENTER und auch atmosphärisch sind Parallelen zu Kultklassikern wie FREITAG DER 13., NIGHT OF THE DEMONS oder TANZ DER TEUFEL nicht von der Hand zu weisen. Kann man sich schon mal anschauen.
 
 
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TONIGHT SHE COMES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutig, witzig, spannend und makaber. Temporeicher Dämonen-Splatter-Irrsinn für Nostalgie-Fans, der sich vor Horrorstreifen der 1970er und 80er verbeugt. In Interviews gab Filmemacher MATT STUERTZ zu verstehen, dass er schon immer mal ein Drehbuch zu einem abgefahrenen Film schreiben wollte, das in derart Form garantiert keinen Geldgeber finden würde. Demzufolge schrieb er möglichst viele Absurditäten in die Geschichte zu TONIGHT SHE COMES und war umso verblüffter, als die dann auch noch Anklang bei interessierten Produzenten fand. Die positive Resonanz ist nicht unbegründet. TONIGHT SHE COMES ist so grotesk, dass man es gesehen haben muss. Der Film ist Hommage an eine Zeit, zu der vor allem Videotheken Hochkonjunktur hatten, weil man darin Filme leihen konnte, die man sonst nur in Bahnhofskinos zu sehen bekam – Exploitation eben. TONIGHT SHE COMES hat all das, was Horrorfanherzen schneller schlagen lässt. Vor allem die handgemachten Splattermomente sind nicht ohne und der eigentliche Star des Films. Das dürfte Fans blutiger Hausmannskost gefallen, die hier Nachschub erhalten, der in seiner teils geschmacklosen Zurschaustellung nicht jedermanns Sache sein dürfte. Übrigens besitzen nicht nur die selbstgemachten Gewalteinlagen Retro-Charme. Auch beim Soundtrack hat man sich von jemandem inspirieren lassen, der vor über 30 Jahren in Horrorfilmen für akustische Schauer gesorgt hat. So stand unverkennbar Altmeister JOHN CARPENTER Pate, der als Regisseur und Komponist bereits Horrorstreifen wie THE FOG oder THE THING zum Kult verholfen hat. Offenbar will Filmmusikschreiber WOJCIECH GOLCZEWSKI in dessen Fußstapfen treten und hat an CARPENTER-esquen Soundtrack gearbeitet, der so langsam zum Markenzeichen des Soundtrack-Tüftlers avanciert. Der zeichnet nicht nur für die Musik in TONIGHT SHE COMES verantwortlich, sondern hat auch schon akustische Synthie-Raffinessen für Filme wie WE ARE STILL HERE, LATE PHASES oder BEYOND THE GATES beigesteuert. By the Way: Alles sehenswerte Horrorstreifen.
 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Zensur

 
 
 
TONIGHT SHE COMES geizt nicht mit Schauwerten. Vor allem in der letzten halben Stunde gibt es davon jede Menge zu sehen. Ein Hals wird aufgeschnitten, ein Gesicht mit dem Schrottgewehr weggeschossen und überhaupt fließt während eines Rituals genug Lebenssaft, damit sich Splatterfans und Gorehounds zufrieden zurücklehnen können. Wer aufmerksam ist, kann zudem einige Zitate im Film finden. So gibt es einen Schlafsackmord zu sehen, der an die legendäre FREITAG DER 13.-Reihe erinnert. Die im Handel erhältliche deutsche Fassung basiert auf einer Alternativ-Fassung, die zusammen mit Regisseur MATT STUERTZ erstellt wurde. Diese beinhaltet weniger Gewalt als die internationale Fassung, hat aber viele Alternativ-Szenen zu bieten, die nicht in der internationalen Fassung enthalten sind. Leider erhielt selbst diese ohnehin schon harmlosere Version von der FSK keinen Segen. Deshalb musste geschnitten werden.
 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) INDEED FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tonight She Comes; USA 2016

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Alternativ-Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Deleted Scenes, Behind the Scenes

Release-Termin: 28.07.2017

 

Tonight She Comes – Die Nacht der Rache [Blu-Ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Indeed Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Follows (2014)
 
Night of Something Strange (2016)
 
Night of the Demons (1988)
 


Filmkritik: „Bornless Ones“ (2016)

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BORNLESS ONES

Story

 
 
 

Nix mit Ruhe und Natur-Idylle. In einer Waldhütte sind die Teufel los. Fünf junge Menschen müssen es darin mit bösen Dämonen aufnehmen.

 
 
 


 
 
 

BORNLESS ONES – Kritik

 
 
 
Wenn sich ein kleines Studio am wohl kontroversesten Horror-Remake der letzten Jahre vergeht, dürfte das wohl nicht unbegründet für Aufsehen sorgen. So gibt es wohl kaum eine Neuverfilmung, die die Horrorfilmszene so stark polarisiert hat, wie das 2013 von FEDE ALVAREZ inszenierte Remake zum Kultklassiker EVIL DEAD. Dieses wurde von vielen Fans des Originals verteufelt, aber von ebenso vielen wohlwollend angenommen. Weil trotz Kassenerfolg aber bisher keine Fortsetzung nachgeschoben wurde, versucht nun das weniger bekannte Produktionsstudio BLACK DRONE MEDIA die Wartezeit bis zum möglichen Sequel zu verkürzen. Mit BORNLESS ONES hat man nämlich dort einen kleinen Schocker gedreht, den man auch gut und gern als weiteren Ableger der EVIL DEAD-Reihe bezeichnen könnte. Hier spult man alles noch einmal vor der Kamera ab, was die Neuinterpretation von 2013 ausgezeichnet hat. Das bedeutet: Gleiche Story, ähnlich visueller Stil und einige fiese Ekelmomente. Wer jetzt aber meint, dass beim dreisten Kopieren nur Blödsinn entstehen kann, wird schnell eines Besseren belehrt. Der aufgewärmte Horror-Cocktail funktioniert nämlich erstaunlich gut und dürfte Fans des Remakes schnell in seinen Bann ziehen. Da soll einer noch einmal behaupten mit wenig Budget lassen sich keine guten Horrorfilme inszenieren. BORNLESS ONES kann trotz wenig eigener Ideen bedeutend mehr, als der meiste unkreative B-Movie-Abschaum jüngeren Datums. Dafür sollte man Regisseur ALEXANDER BABAEV an dieser Stelle mal lobend die Hand schütteln. Mit Low-Budget-Horrorfilmen unterhalten kann scheinbar nicht jeder.
 
 
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BORNLESS ONES erzählt die bekannte Geschichte von einer Holzhütte und Dämonen. Das gemütliche Häuschen hat sich diesmal Emily (MARGARET JUDSON) für kleines Geld geangelt, die dort mit Bruder Zach (MICHAEL JOHNSTON) einzieht, um ihm ein besseres Leben bereiten zu können. Der sitzt seit einem furchtbaren Unfall im Rollstuhl, leidet an schwerer Zerebralparese und ist auf Pflege angewiesen. Doch die beiden sind nicht allein. Ehemann Jesse (DEVIN GOODSELL) zieht mit ein, um die beiden so gut es geht zu unterstützen. Um das Waldhaus auf Vordermann bringen zu können, packen auch Freunde mit an, die aber bald über den Kauf gar nicht mehr so erfreut sind, als man an Wänden religiöse Symbole entdeckt. Doch es kommt noch dicker. Der pflegebedürftige Zach scheint über Nacht geheilt und kann plötzlich wieder laufen und sprechen. Was anfänglich erfreut, hat aber einen Haken: die sieben Dämonen der Hölle sind in den Körper des jungen Mannes geschlüpft und wollen Schaden anrichten. Wie es weitergehen wird, dürften EVIL DEAD-Kenner wohl bereits erahnen. Nach und nach werden die Freunde zu willenlosen Marionetten dämonischer Kräfte. Die bemächtigen sich deren Körper und richten ein Blutbad an, weil sich die besessenen Kumpels selbst an die Gurgel gehen.
 
 
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Ein EVIL DEAD-Plagiat stimmungsvoll inszeniert. Man mag kaum glauben, dass Regisseur ALEXANDER BABAEV mit BORNLESS ONES den ersten Langfilm gedreht hat. Der bietet im Debüt stimmungsvolle Kameraeinstellungen, gespenstige Atmosphäre und handfeste Schocks, die man in solcher Form nicht einmal in Streifen alteingesessener Filmemachern zu sehen bekommt. Offenbar hat der Nachwuchsregisseur das EVIL DEAD-Remake akribisch studiert. Anders lassen sich die vielen Verweise nicht erklären, die hier mit viele Liebe zum Detail über die Mattscheibe flimmern. Selbst verfremdete Dämonenstimmen oder die grotesken Kontaktlinsen besessener Opfer wurden von der glattgebügelten TANZ DER TEUFEL-Neuauflage übernommen, so dass man ohne Zweifel behaupten kann, dass da wohl ein Fan des Streifens am Werk gewesen sein muss. Trotz technisch beeindruckender Hommage: Wer harten Splatter und ausufernde Gore-Exzesse erwartet, dürfte enttäuscht werden. BORNLESS ONES zieht einen Großteil seines Schreckens aus der schaurigen Stimmung, die durch schlecht ausgeleuchtete Kulissen entsteht. Dennoch gibt es etwas an Gewalt zu sehen, wobei das meiste aber wohl kaum der Rede sein dürfte. Die Kamera schwenkt oft schnell weg, Gewalttaten werden nur angedeutet oder Gemetzel im Off zelebriert. Das tut der Gruselstimmung aber keinen Abbruch, denn Kopfkino kann manchmal mehr Gänsehaut bereiten, als eimerweise Kunstblut.
 
 
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BORNLESS ONES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein atmosphärisch beeindruckend in Szene gesetzter Dämonentanz. Was hier nach weiterem Splatter-Gewitter aus der Mache von FEDE ALVAREZ / SAM RAIMI anmutet, ist kein neuer EVIL DEAD-Teil, sondern eher ein Fanfilm mit anderem Titel. BORNLESS ONES klaut rigoros bei genanntem Kultklassiker – und das viel, dreist und häufig. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen, denn trotz unverschämten Ideenklaus überzeugt BORNLESS ONES durch talentierte Kameraarbeit sowie Gespür für Gänsehaut und Gruselstimmung. Wer sich bisher nicht an der von FEDE ALVAREZ inszenierten EVIL DEAD-Neuverfilmung sattsehen konnte, wird diesen Film lieben. BORNLESS ONES schaut visuell haargenau so aus wie der makellose Horror-Reboot von 2013 und hat zudem auch noch eine ähnliche Geschichte zu bieten. Morbide Horrorunterhaltung ist garantiert – und das sogar ohne CGI und Splatter-Reigen. Trotz Low-Budget-Produktion empfehlenswert. Das kann man nicht von jedem B-Movie behaupten.
 
 
 


 
 
 

BORNLESS ONES – Zensur

 
 
 
Natürlich gibt es auch in BORNLESS ONES grafische Gemeinheiten zu sehen. Ein spitzer Gegenstand wird in ein Auge gestochen, eine schwangere Protagonistin schneidet sich den Bauch auf und der Kiefer einer der Helden wird ausgekugelt und anschließend mit Bohrer und Schrauber wieder einsatzbereit gemacht. Das ist aber noch nicht alles – natürlich gibt es noch mehr Gewalt zu sehen. Weil im Film bewusst unheimliche Atmosphäre mit schlechter Ausleuchtung bewirkt wird, sieht man viele der Spezialeffekte aber nicht sonderlich detailliert. Hierzulande gibt es wohl dennoch eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene mit rotem FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

BORNLESS ONES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Drone Media | Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evil Dead (2013)
 
Cabin of the Dead (2012)
 
ExitUs – Play it Backwards (2015)
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Tanz der Teufel 2 (1987)
 
Night of the Demons (1988)


Kritik: “ Incarnate – Teuflische Besessenheit“ (2016)

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INCARNATE – TEUFLISCHE BESESSENHEIT

(INCARNATE)

Story

 
 
 
Dr. Seth Ember (AARON ECKART) muss sich in INCARNATE seinen eigenen Dämonen stellen. Als Exorzist im Einsatz muss er erkennen, dass der neuste Patient einen Dämon beherbergt, der ihm kein Unbekannter ist.

 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Kritik

 
 
 
Über 40 Jahre ist es nun bereits her, seit WILLIAM FRIEDKIN mit dem Okkult-Horror DER EXORZIST Millionen Kinogänger schockierte und damit nicht nur einen der größten Filmerfolge der frühen 1970er Jahre schuf. Die tricktechnisch beeindruckende Teufelsaustreibung gehört auch heute noch zu jenen verstörenden Filmen, die vor allem eines gut können: Angst beim Zuschauer verursachen. Deshalb nehmen sich auch vier Jahrzehnte später immer noch Filmemacher den Klassiker zum Vorbild, um mit ihren Filmen gleichen Schrecken bewirken zu können. Leider gelingt das nur den wenigsten von ihnen, weil eher plump kopiert wird, statt sich einen eigenen Kopf zu machen. Auch Regisseur BRAD PEYTON versucht mit seinem Horrorfilm INCARNATE auf der beliebten Exorzmus-Welle zu reiten. Der hat schon einschlägige Erfahrung mit Kino-Hits gemacht und zeichnet für Filme wie SAN ANDREAS oder CATS & DOGS 2 verantwortlich. Nach lautem Action-Blockbustern für Groß und Klein, folgt nun Erwachsenenunterhaltung. Dafür bedient sich Peyton ähnlichen Erfolgsmechanismen, die bereits das Kultwerk von WILLIAM FRIEDKIN so berüchtigt gemacht haben. Ob das aufgrund der meisterhaften Vorlage überhaupt gut gehen kann?
 
 
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Dr. Seth Ember (AARON ECKART aus dem Kinoflop I, FRANKENSTEIN) ist ein gebrochener Mann. Er hat bei einem Autounfall Frau und Kind verloren. Seither quälen ihn Selbstzweifel und Gewissensbisse, die den Alltag zur Hölle machen. Doch statt in Selbstmitleid zu verfallen, flüchtet sich der depressive Familienvater in die Arbeit. Er ist als Exorzist zum Wohle der Menschheit im Einsatz. Doch statt mit Bibel und Weihwasser Dämonen auszutreiben, kommen unkonventionelle Methoden zum Einsatz. Dämonenaustreiber Dr. Ember besitzt die Gabe in das Unterbewusstsein der Leidgeplagten vorzudringen. Einmal dort angekommen, bekämpft er finstere Mächte von innen heraus. Doch nicht jeder Dämonenparasit lässt sich so einfach in die Schranken weisen. So hat sich ein ganz heimtückischer Fiesling im Kopf des 11-jährigen Cameron (DAVID MAZOUZ aus THE DARKNESS und SANITARIUM) eingenistet, der bei genauer Betrachtung kein Unbekannter ist. Die ersten Austreibungsversuche verlaufen nicht nach Plan, denn dieser Dämon beherrscht die Gabe der Manipulation. Schnell wird klar, dass hier schärfere Geschütze ausgefahren werden müssen, denn das Wesen im Kopf des Jungen ist mit Kräften ausgestattet, die alles bisher Gesehene in den Schatten stellen.
 
 
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Hinter INCARNARE steckt eine leicht abgeänderte Version des Horrorklassikers DER EXORZIST. Die wurde mal wieder vom nicht gerade unbekannten Herrn Jason Blum mitproduziert, der schon allerhand kommerziellen Unfug (wie MARTYRS oder PLAY) für Hollywood fabriziert hat, um nimmersatte Mainstream-Zuschauer das Fürchten lehren zu können. Sonderlich furchteinflößend ist der hektisch zusammengeschnittene und konsequent durchgestylte INCARNATE jedoch nicht. Gänsehaut wird hier in erster Linie durch laute Schockmomente bewirkt, die in kommerziellen Horrorfilmen nun mal zum guten Ton gehören. Schlecht macht das diesen Horrorfilm aber nicht. Auch wenn INCARNATE weit weg ist von der Kreativität manch cleverer Indie-Produktionen, gehört dieser Okkult-Horror zu den besseren seiner Art. Drehbuchautor RONNIE CHRISTENSEN hat hier nicht nur wahllos Exorzisten-Klischees aneinandergereiht, um möglichst spektakuläre Spezialeffekte zeigen zu können. In dieser düsteren Dämonenaustreibung steckt weit mehr Hirn, als man es von Filmen der BLUMHOUSE PRODUCTIONS erwartet hätte. Der Film geht es überraschend psychologisch an, denn die Dämonen in diesem Horrorthriller verstecken sich hinter den Ängsten ihrer Opfer, die weit im Unterbewusstsein schlummern. Demzufolge fungiert Filmfigur Dr. Ember nicht nur als Exorzist und Dämonenaustreiber, sondern ist gleichzeitig auch Therapeut und Trostspender, der seine Patienten vom seelischen Ballast befreit. Der begibt sich in INCARNATE auf eine psychologische Reise durch den Geist eines kleinen Jungen, forscht nach Ursachen der Besessenheit und findet heraus, dass sein tapferer Patient unter der Trennung der Eltern zu leiden hat. Für den dämonischen Parasiten ein gefundenes Opfer. Der haust im Kopf des angeschlagenen Jungen, labt sich am Schmerz seines Wirtes und treibt ihn damit nur noch weiter in den Abgrund. Eine beunruhigende Diagnose.
 
 
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INCARNATE bläst frischen Wind in die Okkult-Ecke. Wer hier auf vom Teufel besessene Protagonisten hofft, die an Betten gefesselt werden und dabei vulgäres Zeug faseln, wartet vermutlich vergebens. INCARNATE macht vieles anders und vermutlich auch besser. Der etwas andere und erfrischende Umgang mit dem Thema Exorzismus verleiht dem längst eingerosteten Exorzismus-Genre neue Facetten und treibt den Spannungsaufbau voran, weil wegen der originellen Herangehensweise nervende Vorhersehbarkeiten ausbleiben. Bei einer so unkonventionellen Dämonenaustreibung schaut man doch gern über manch reißerische Effekthascherei hinweg, die vor allem im Finale etwas sehr aufdringlich zelebriert wird. Umso mehr sollte man Vorurteile ablegen und INCARNATE eine Chance geben. Auch wenn hinter dem Film eher kommerzielle Filmbuden wie BLUMHOUSE PRODUCTIONS und WWE STUDIOS stecken, hält der Thriller Abstand von hirnlose Stereotypen und Horror nach Schema F. Ungewöhnlich, clever und deshalb empfehlenswert.
 
 
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INCARNATE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DER EXORZIST meets INCEPTION. Die etwas andere Psychotherapie. INCARNATE wurde bereits 2013 gedreht. Erst drei Jahre später erfolgte die amerikanische Kinoauswertung, was in den meisten Fällen nicht unbedingt Gutes bedeutet. Bei diesem Okkult-Horror kann aber Entwarnung gegeben werden. INCARNATE macht nämlich vieles richtig, wobei vor allem der interessante Umgang mit dem Thema Exorzismus Erwähnung finden sollte. Die üblichen Exorzisten-Klischees haben Sendepause. Es gibt hier weder Erbsenbrei spuckende Besessene zu sehen, noch werden mit Bibelversen und Weihwasser fiese Dämonen ausgetrieben. Das Böse wird mittels kurioser Psychotherapie in die Schranken gewiesen, was im Falle von INCARNATE originell umgesetzt wurde. Spannung ist da, Schocks fehlen nicht und blutige Schauwerte hat dieser Horrorthriller ebenfalls zu bieten. Was will das Horrorfilmherz mehr?
 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Zensur

 
 
 
INCARNATE hat nicht viele Gewaltmomente zu bieten. Ein Arm wird auf unangenehme Weise gebrochen, ein Protagonist springt aus dem Fenster und landet unsanft auf dem Asphalt. Außerdem werden Gedärme aus einem Körper gezogen. Die erhältliche Heimkinofassung ist frei ab 16 Jahren und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Incarnate; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 06.04.2017

 

Incarnate – Teuflische Besessenheit [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei Concorde Filmverleih GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzist (1973)
 
Exorzist II – Der Ketzer (1977)
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 
Besessen – Der Teufel in mir (2012)
 
Worry Dolls (2016)
 
The Cloth – Kampf mit dem Teufel (2013)
 


Filmkritik: „Ouija: Ursprung des Bösen“ (2016)

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OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN

(OUIJA: ORIGIN OF EVIL | OUIJA 2)

Story

 
 
 
Eine Familie spielt mit einer Macht, die sie nicht begreifen kann. Mittels Hexenbrett nimmt man Kontakt mit der Geisterwelt auf und gerät an Kreaturen, die keinen Spaß verstehen.

 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
Manchmal geschehen doch noch Wunder. Vor allem dann, wenn eigentlich unnötige Ableger mehr oder weniger erfolgreicher Horrorfilme gedreht werden, die dann zu aller Überraschung besser sind als das Original. So auch geschehen mit dem Horrorstreifen OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN, bei dem man nicht vermuten würde, dass es sich hier eigentlich um einen weiteren Teil des durchwachsenen Teenie-Gruselstreifens OUIJA handelt. Der wurde von UNIVERSAL PICTURES im Jahr 2014 ins Kino gebracht, um den von WARNER BROS zuvor in Auftrag gegebenen THE CONJURING und dessen überflüssiges Spin-Off ANNABELLE den Kampf ansagen zu können. Leider entwickelte sich OUIJA zum Volldebakel, da der Film nicht hielt, was die umfangreich geschalteten Werbemaßnahmen versprochen hatten. Statt schaurigem Gänsehautkino gab’s austauschbares Gruseleinerlei nach bekanntem Muster zu sehen, bei dem die Spannung mangels Neuerungen schon nach dem Vorspann mit der Lupe gesucht werden musste. Trotz verärgerter Kinogänger spielte OUIJA immerhin genug Dollars an den Kassen ein, um eine Fortsetzung anpeilen zu können. Weil nach den unzureichenden Qualitäten der Gruselgurke wohl niemand für den Nachfolger Geld ausgegeben hätte, entschlossen sich die Macher zu einem geradezu hinterlistigen Trick. Sie verzichteten auf die Zwei im Titel und tauften den Nachfolger um in OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN. Besser hätte man das Publikum nicht an der Nase herumführen können.
 
 
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Die Fortsetzung von OUIJA ist somit gar keine richtige Fortsetzung. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN erzählt die Vorgeschichte zum Gruselflop und entführt den Zuschauer ins Amerika der 1960er Jahre. Irgendwo in einem idyllischen Vorort von Los Angeles rettet sich eine verwitwete Mutter mit ihren zwei Töchtern über die Runden. Damit der Lebensunterhalt bestritten werden kann, ist man in Sachen Scharlatanerie im Einsatz, um mit falschen Séancen trauernden Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch aus Taschenspielertricks wird bald Ernst. Nachdem ein Ouija-Brett angeschafft wurde, um den falschen Kontakt mit dem Jenseits glaubwürdiger erscheinen zu lassen, staunt man nicht schlecht, als sich plötzlich wirklich Geister auf die Botschaften melden. Vor allem die jüngere Tochter Doris findet schnell Gefallen am Draht zum Jenseits. Leider wird die Familie die Geister bald nicht mehr los, die sie gerufen hat. Unter den toten Plaudertaschen befinden sich nämlich auch einige Gestalten, die der Menschheit nichts Gutes wollen. So nehmen die Geschehnisse ihren Lauf und bescheren Zuschauern Gänsehaut – einiger fieser Spezialeffekte sei Dank.
 
 
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Ein Prequel, das den missratenen Vorgänger gekonnt ignoriert. Als hätte es ihn nie gegeben. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN ist überraschend anders als der Film, der zwei Jahre zuvor das Publikum mit Langeweile gequält hat. Statt sich ausschließlich auf Effekthascherei zu konzentrieren, geht man dem Gruseln auf den Grund und versucht das Angsteinjagen auf altmodische Weise zu zelebrieren. Das bedeutet: mehr Atmosphäre und Stimmung, dafür weniger Krawall und Blut. Verantwortlich ist MIKE FLANAGAN. Der hatte bereits mit den sehenswerten Genrefilmen BEFORE I WAKE, HUSH und OCULUS bewiesen, dass er in Sachen Horror Wert auf Qualität legt. So ließ er sich für OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN unverkennbar von Filmen wie THE CONJURING und dessen unmittelbarer Fortsetzung inspirieren, die kommerziell gesehen – und weil die Welt schlecht ist – zu den erfolgreichsten Horrorfilmen gehören, die jemals gedreht wurden. Dass die OUIJA-Fortsetzung in ebenso atmosphärischem Retro-Setting daherkommt, wie die genannten Horror-Hits, legt die Vermutung nahe, dass da jemand im Produzentenauftrag nacheifern sollte. Glücklicherweise wenigstens nicht unbeholfen, denn Dank seiner tristen 60er-Jahre-Kulisse fühlt sich OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN gleich doppelt so schaurig an.
 
 
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Regisseur MIKE FLANAGAN erzählt hier eine stimmungsvolle Spukgeschichte, die gewöhnlich beginnt und im späteren Verlauf immer unheimlicher wird. Im Mittelpunkt steht die kleine Doris, die bald nicht mehr so unschuldig ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. Geisterwesen schlüpfen in ihren Körper und richten kräftig Unheil an. Das passiert unter Einsatz von CGI, der aber nie zu aufdringlich wird. Ganz im Gegenteil. Das Effekte-Team spielt mit Morphing-Effekten, die das Gesicht der kleinen Hauptdarstellerin verzerren. Aufgrund verspielter Stilmittel wie Unschärfen und bewusst schlechter Ausleuchtung wirken die Entfremdungseffekte reichlich verstörend. Empfindsame Gemüter lassen demnach besser das Licht beim Schlafen an. Die tricktechnisch raffiniert animierten Grimassen des kleinen Mädchens folgen sicherlich bis in die Träume.
 
 
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Unterm Strich betrachtet ist OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN eine kleine Überraschung. MIKE FLANAGAN lässt viel Liebe zum Detail einfließen und überzeugt mit selbstbewusster Handschrift. Neben dem geschickten Spiel mit Licht und Schatten sind es vor allem visuelle Spielereien und Details, die die Gruselatmosphäre verstärken. So erinnern absichtlich verpatzte Schnitte und Filmrollenwechsel-Löcher im Bild an längst vergangene Zeiten, in denen man noch ins Kino gehen musste, um sich das Fürchten lehren zu lassen. Nur dort dürfte das OUIJA-Prequel ohnehin sein gesamtes Gruselpotenzial entfalten können, denn dieser Film ist dafür prädestiniert sich mit der schreckhaften Freundin zusammengekuschelt im Kinosessel auf Geisterjagd zu begeben.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Was für ein riesiges Gruseltheater um ein kleines, na ja, „Brettspiel“. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN erzählt die Vorschichte zum Horrorfilm OUIJA, der 2014 erschien und leider enttäuschte. Wer jetzt aber meint, dass auch der zweite Teil mit Langeweile quält, irrt gewaltig. BEVOR I WAKE-Regisseur MIKE FLANAGAN hat all das aus dem Drehbuch gestrichen, was den Vorgänger so miserabel gemacht hat. So ist das Prequel im Gegensatz zur Schnarchtablette von 2014 eine deutliche Steigerung und Gruselfans uneingeschränkt zu empfehlen. Übrigens basieren beide Filme auf einem Okkultisten-Werkzeug, das als Brettspiel des Spielzeugherstellers HASBRO schon so einige Filmemacher beschäftigt hat. Der bekannteste Film zum Thema wurde in den 1980ern gedreht und dürfte sturmerprobten Horrorfilmkennern unter dem Titel WITCHBOARD – DIE HEXENFALLE bekannt sein. Auf der gleichen Welle reitet auch OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN, der ohne zu übertreiben sogar einen Tick besser ist, als der B-Horrorklassiker aus der Mache von KEVIN TENNY. Aber das ist auch kein Wunder, denn dem zweiten Teil von OUIJA stand weit mehr Budget zur Verfügung (neun Millionen US-Dollar) als Tenny seinerzeit für seinen Low-Budget-Grusler verbraten durfte.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN (Originaltitel: OUIJA: ORIGIN OF EVIL) ist ein typischer Vertreter der Gattung Geisterfilm. Hier wird sich in erster Linie auf Stimmung und Atmosphäre konzentriert. Zeigefreudige Gewaltmomente sucht man vergebens. Ein Teenager wird aufgehängt, ein Mund zugenäht, ein Kind erstickt und einer Filmfigur wird eine Klinge in den Bauch gerammt. Außerdem gibt es noch ein paar Skelette zu sehen. Im Kino wurde OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN mit FSK16 aufgeführt. Diese Freigabe gilt ebenso für die Heimkinoveröffentlichung.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ouija: Origin of Evil; USA 2016

Genre: Horror

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Isländisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar mit Regisseur/ Co-Autor/ Cutter Mike Flanagan, Unveröffentlichte Szenen, Das Making-of von „Ouija – Ursprung des Bösen“

Release-Termin: 23.03.2017

 

Ouija – Ursprung des Bösen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment 2017)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 
Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel (2014)
 
Satanic (2016)
 
The Midnight Game (2013)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard 2 – Die Tür zur Hölle (1993)


Filmkritik: „Wrong Trail – Tour in den Tod“ (2016)

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WRONG TRAIL – TOUR IN DEN TOD

(DOWNHILL)

Story

 
 
 
Wenn Hilfsbereitschaft mit grausamem Terror belohnt wird: Ein paar Radfahrer stoßen im Wald auf einen Fremden, der sich dem Anschein nach mit einer nicht näher zu identifizierenden Krankheit infiziert hat. Ohne Bedenken wird geholfen. Doch der gute Wille hat Konsequenzen: Die gute Tat führt auf direktem Wege ins Desaster.

 
 
 


 
 
 

WRONG TRAIL – Kritik

 
 
 
Will man mit einem PKW über Landstrassen fegen, benötigt man einen Führerschein. Möchte man mit dem Boot Gewässer erkunden, wird ein Bootsschein vorausgesetzt. Zum Führen einer Schusswaffe wird vom Gesetzgeber sowieso ein Nachweis gefordert, der dazu berechtigt ein solches Ding besitzen zu dürfen. Bei derartigem Sicherheitsdenken fragt man sich doch glatt, warum ein solches Dokument nicht langsam auch von Regisseuren, Drehbuchautoren und Produzenten gefordert wird, die immer noch straffrei das drehen, schreiben und produzieren können, wonach ihnen der Sinn steht. Eine erschreckende Entwicklung, denn in Zeiten eines kaum noch überschaubaren Videomarktes entstehen seit Jahren Filme, die man dem Zuschauer eigentlich nicht mehr zumuten kann. So werden sinnbefreite Horrorfilme gedreht, die ausschließlich dadurch hervorstechen, möglichst brutal und grausam zu sein. Grips und Logik ist da in der Regel Mangelware. Stattdessen wird Mord und Totschlag serviert, der sich in den meisten Fällen nicht einmal die Mühe macht, kreativ zu sein. Horrorbodensatz eben.
 
 
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Der chilenische Trivialgeschichtenerzähler und Filmgurkenzüchter PATRICIO VALLADARES gehört – wie auch schon „Mr. Exploitation“ ELI ROTH – zu jenen Herrschaften, denen man das Filmen langsam mal verbieten sollte. Scheinbar ist auch diesem Filmemacher gar nicht bewusst, dass hinter dem Inszenieren von Horrorfilmen weit mehr steckt, als das bloße Aneinanderreihen von Gewalt und ekligen Momenten. Zuletzt ist PATRICIO VALLADARES zu fragwürdiger Berühmtheit gekommen, nachdem er mit HIDDEN IN THE WOODS auf den ach so populären Rape’n Revenge-Zug aufgesprungen war. Dahinter verbarg sich frauenverachtender No-Budget-Schund, der mit schmuddeliger Rache- und Kannibalismusthematik die niederen Instinkte des Publikums befriedigen wollte. Leider kam der Streifen – vor allem der billigen Machart und den schlechten Schauspielern wegen – bei den meisten Zuschauern nicht sonderlich gut an, weshalb der Regisseur seinen pseudokontroversen Heuler noch einmal mit mehr Budget und der Unterstützung von MICHAEL BIEHN neu interpretierte. Hierbei wurde die Gewaltschraube noch etwas fester gedreht, um zu schocken. Leider ging der Schuss nach hinten los, denn das Remake litt unter den gleichen Schwächen wie die chilenische Vorlage und spulte zudem eine unglaubliche Geschichte ab, die kaum Identifikationsmöglichkeiten zuließ. Offenbar scheint Regisseur PATRICIO VALLADARES unbelehrbar und ebenso uneinsichtig zu sein. Der ließ sich nach den vernichtenden Kritiken nicht entmutigen und machte exakt dort weiter, wo er aufgehört hatte. Entstanden ist WRONG TRAIL (im Original: DOWNHILL) – abermals cineastisches Chaos, das ausnahmsweise zumindest auf technischer Ebene überzeugen kann. Der Rest entpuppt sich als heilloses Durcheinander, bei dem der Frustfaktor hoch ist. Ärger ist da vorprogrammiert.
 
 
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In WRONG TRAIL geht es um das Paar Joe (BRYCE DRAPER aus ANOTHER DEADLY WEEKEND) und Stephanie (NATALIE BURN), die für den Radsport leben. Besonders das Fahren mit Downhill-Bikes durch unebenes Gelände hat sich für die beiden zur Leidenschaft entwickelt. Als einer der besten Freunde bei einem dieser Radrennen verunglückt, will Joe das Hobby für immer an den Nagel hängen. Doch die Sucht nach dem Nervenkitzel ist größer. So lädt der alte Freund Pablo (ARIEL LEVY) zu einem neuen Radrennen in Chile ein, was sich die Liebenden nicht entgehen lassen wollen. Doch die Freude schlägt bald in Terror um. Als man die Rennstrecke testen möchte, stößt man auf einen, scheinbar durch einen Autounfall, verletzten Mann. Schnell ist Hilfe vor Ort. Doch die wird allen Beteiligten zum Verhängnis. Eine ominöse Bande beginnt auf die Helfer zu schießen. Die flüchten in die Wälder und verstecken sich im Dickicht. Leider schreckt das die Fremden nicht ab, denn die machen Jagd auf Alles und Jeden. Was die Radfahrer nicht wissen: Der Verunglückte trägt einen geheimnisvollen Parasiten in sich und die Killer haben offensichtlich etwas damit zu tun. Kein gutes Omen für Joe und Stephanie, die jetzt in tiefer Wildnis ums Überleben kämpfen müssen.
 
 
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Weg vom Amateurstandard hin zu richtigem Kino-Feeling. Visuell und technisch macht WRONG TRAIL eine erstaunlich souveräne Figur, was wohl auf mehr Budget zurückzuführen ist. Zu sehen gibt es atmosphärische Kamerafahrten, Lichtspielereien und immerhin Schauspieler, die womöglich mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Minimalistisch ausgeleuchtete Kulissen und eklige Make-up-Effekte sorgen für so manch schaurigen Moment und die Skrupellosigkeit der Filmbösewichte geht richtig an die Nieren. Leider ist der Rest wie gehabt und PATRICIO VALLADARES verfällt zu schnell weder dem alten Schema. Das bedeutet: Viel Exploitation, wenig Hirn. So hat das arg verschobene Frauenbild des Regisseurs auch in WRONG TRAIL Bestand und die haarsträubende Handlung besitzt weder Hand noch Fuß. Der Filmemacher selbst beschreibt seinen Streifen als Mix aus PARANORMAL ACTIVITY und CLIFFHANGER, der an die alten Filme des legendären DAVID CRONENBERG erinnern will. Das ist natürlich vollkommener Unfug und beweist einmal mehr, dass Valladares nicht sonderlich viel Ahnung von Genrefilmen oder sonst etwas besitzt. WRONG TRAIL macht in ein paar Momenten vom Found-Footage-Stilmittel Gebrauch und protokolliert das Geschehen aus Sicht von Helmkamera, die die Fahrradfahrer auf dem Kopf tragen. Hier aber Vergleiche zu PARANORMAL ACTIVITY zu ziehen, wirkt reichlich übertrieben, denn die wenigen Found-Footage-Elemente lassen sich an einer Hand abzählen. Weitaus schlimmer als die irreführenden Vergleiche des chilenischen Regisseurs, ist die diffuse Handlung mit der WRONG TRAIL den Zuschauer quält. Valladares – der übrigens mal wieder das Drehbuch selbst geschrieben und vermasselt hat – vermischt verschiedene Subgenres. Leider wirkt der wirre Mix unbeholfen und unglaubwürdig, zumal der Initiator dieses Horror-Quatschs Antworten scheut. Je näher sich WRONG TRAIL der Zielgeraden nähert, umso länger wird die Liste an Fragen. So stellt sich im Verlauf der Handlung heraus, dass die Helden von einer Art Kult terrorisiert werden, der seltsame Parasiten in die Körper ahnungsloser Spaziergänger verpflanzt. Was damit bezweckt wird und in welchem Zusammenhang Tentakelparasiten mit dem Teufel stehen bleibt weitestgehend offen. Für den Zuschauer eine unbefriedigende Prämisse. Der wird WRONG TRAIL ziemlich schnell unter Humbug abstellen, weil die Geschehnisse im Film keinen Sinn ergeben wollen.
 
 
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WRONG TRAIL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Außen Hui – inhaltlich pfui. Nach Rape’n Revenge versucht sich der chilenische Regisseur PATRICIO VALLADARES im Stilmix. WRONG TRAIL (Originaltitel: DOWNHILL) ist eine technisch souverän abgehandelte Mischung aus BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE, Okkultismus-Horror und Quasi-Lovecraft-Kreaturen-Schauer. Was ansprechend klingt, ist in seiner Umsetzung ziemlich einfältig, weil WRONG TRAIL keinen Sinn ergeben möchte. Lang bleibt unklar, wohin die Reise gehen soll, denn die Helden werden grundlos von Einheimischen durch Wälder gejagt. Erst in den letzten Minuten versucht der Film aufzuklären. Leider werfen Erklärungsversuche nur Fragen auf, die Filmemacher PATRICIO VALLADARES unzureichend erklärt. Das erhöht den Frustfaktor beim Zuschauer, der sich schnell verschaukelt fühlen wird, will er doch wissen, was er da gerade gesehen hat. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn der Regisseur mehr Sorgfalt ins Drehbuch investiert hätte, statt von reißerischer Exploitation Gebrauch zu machen. Wie in den vorherigen Filmen des Regisseurs gibt es manche gewaltverherrlichende Szene zu sehen, die nicht unbedingt hätte sein müssen. Das mag zwar Gewaltfans freuen; die mangelhafte und löchrige Auflösung dürfte aber sogar jene reichlich verärgern.
 
 
 


 
 
 

WRONG TRAIL – Zensur

 
 
 
WRONG TRAIL bzw. DOWNHILL zeigt einiges an blutigem Material. Neben ekligem Mutations-Make-up gehen vor allem einige Einschüsse in menschliche Köpfe und Körper an die Nieren. Weiterhin wird ein Gegenstand durch eine Hand gejagt und ein Kopf mit einem Stein eingeschlagen. Der Film hat eine Freigabe mit rotem FSK-Flatschen erhalten. Für Horrorfans von Interesse: Er ist ungeschniten.
 
 
 


 
 
 

WRONG TRAIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Downhill; Chile | Frankreich | Kanada 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 06.07.2017

 

Wrong Trail – Tour in den Tod [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WRONG TRAIL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)

Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

Outback – Tödliche Jagd (2011)

Carnage Park (2016)


Filmkritik: „Shelley“ (2016)

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SHELLEY

Story

 
 
 

Wenn die Leihmutterschaft unerträglich wird: Eine Gastarbeiterin trägt für Geld das Baby ihrer Arbeitgeberin aus und erlebt in dieser Zeit die schlimmsten Schrecken auf Erden.

 
 
 


 
 
 

SHELLEY – Kritik

 
 
 
Wenn die Schwangerschaft zum Horror wird – ein Thema, mit dem sich schon viele Filmemacher beschäftigt haben. Der wohl bekannteste dieser Riege ist zweifelsohne ROMAN POLANSKI, der mit ROSEMARY’S BABY vielen werdenden Müttern manche schlaflose Nacht bereitet hat. Der polnischstämmige Franzose hatte vor fast 50 Jahren erreicht, was vielen ambitionierten Newcomern heutzutage nur mühsam gelingt. Statt plumper Effekthascherei und plakativem Erschrecken ließ er den eigentlichen Horror im Kopf des Zuschauers entstehen. Dafür wurde er seinerzeit zu Recht gelobt. In der Gegenwart sieht das leider ganz anders aus. In Zeiten hektisch geschnittener Gewaltepen mutet subtile Angstmacherei vielen altbacken an. Demzufolge macht sich Kopf-Horror allmählich rar im Genre-Kino, was aber neugierige Nachwuchsregisseure nicht davon abhält, mit dieser Art des filmischen Grauens zu experimentieren. Der Däne ALI ABBASHI ist so ein Fall. Der zitiert nicht nur fleißig aus dem anfangs erwähnten Okkult-Klassiker, sondern macht bereits auf dem Filmplakat darauf aufmerksam, vor welchem Klassiker er sich verneigen möchte. Kenner sehen die Parallelen. Vergleicht man das Plakat zum Filmdebüt SHELLEY und das des Schauermärchens ROSEMARY’S BABY ist eine gewisse Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen. Doch nicht nur werbetechnisch besitzen beide Genrewerke Gemeinsamkeiten. Auch inhaltlich folgt Regisseur ALI ABBASHI den von Polanski diktierten Pfaden. Das bedeutet: leise Töne und langsame Inszenierung dafür maximalen Horror. Kann das in einer schnelllebigen Zeit wie der Heutigen noch funktionieren?
 
 
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Wie in ROSEMARY’S BABY verfallen in SHELLEY Protagonisten allmählich dem Wahnsinn. Doch bevor der eintritt, ist es ein langer Weg. SHELLEY rückt zwei Frauen in den Mittelpunkt, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Die eine kommt aus Rumänien und will als Gastarbeiterin in Dänemark schnelles Geld verdienen, um sich in der Heimat ein Haus kaufen zu können. Die andere ist Selbstversorgerin und lebt mit dem Mann in einer Hütte am See – ganz ohne Strom und Moderne. Weil man Unterstützung im Haushalt und Garten benötigt, nimmt man die Gastarbeiterin auf und entlohnt sie für anfallende Arbeiten. Schnell entsteht eine innige Freundschaft zwischen den beiden Frauen, weshalb sich Louise (ELEN DORRIT PETERSEN) der neuen Seelenverwandten anvertraut. Sie erklärt dem Hausmädchen auf Zeit, dass sie keine Kinder bekommen kann. Nach einer Fehlgeburt musste ihr die Gebärmutter entfernt werden. Doch eingefrorene Eizellen könnten immer noch eine Leihmutterschaft ermöglichen. Weil Gastarbeiterin Elena (COSMINA STRATAN) viel Geld wittert, schlägt sie vor, das Kind auszutragen. Doch die Schwangerschaft verläuft nicht ohne Probleme. Bald schon passieren seltsame Dinge, was die werdende Mutter veranlasst zu glauben, dass die Frucht in ihrem Leib das Böse beherbergt. Ob sie damit Recht behält?
 
 
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Von der Angst über Nachwuchs, der im Körper heranwächst und der Besessenheit endlich Mutter zu werden. SHELLEY ist zweifelsohne Gruselvergnügen alter Schule, das sogar noch Hirn hat. Statt nur plump zu kopieren, kombiniert Macher ALI ABBASHI souverän und lässt dabei etwas Eigenes entstehen. So ist SHELLEY eigentlich ein Film, der zwei Geschichten und Schicksale vereint. Was nämlich anfangs eine neumodische ROSEMARY’S BABY-Interpretation vermuten lässt, ist weit mehr als das. Der Psychothriller wird gegen Ende zum waschechten Okkult-Grusler und wandelt auf den Spuren des Teufelsjungen Damien aus DAS OMEN. Spätestens hier macht ALI ABBASHI Nägel mit Köpfen, was Kennern der Polanski-Vorlage vielleicht etwas zu kommerziell geraten sein dürfte. Hat der damals den Zuschauer selbst darüber entscheiden lassen, ob der Teufel im Bunde oder alles nur Einbildung war, bezieht Abbashi in SHELLEY klare Stellung. Hier ist wirklich das Böse zuhause und die Tatsache verursacht Gänsehaut. Die wird mit einfachen Mitteln bewirkt, was den Film für all jenen interessant machen dürfte, die sich gern das Fürchten fernab der Traumfabrik lehren lassen möchten. SHELLEY funktioniert auch trotz der eindeutigen Erklärungen gerade wegen seiner eigensinnigen Machart. Lange Kameraeinstellungen gesellen sich zu gut durchdachtem Erzählstil. Der ist in erster Linie ruhig und macht zudem von wenig Musikeinsatz Gebrauch. Langsam bahnt sich das Grauen seinen Weg durch den Film – nur um am Ende gnadenlos zuzuschlagen. So überschlagen sich im Finale die Ereignisse und es kommt zu folgenschweren Entschlüssen. Angesichts mangelnder Schocks und Gewaltexzesse ist die dort verursachte Stimmung des Unbehagens bemerkenswert. Spätestens an dieser Stelle sollte man dem dänischen Newcomer für seine Arbeit beglückwünschen, denn Gänsehaut mit einfachen und unkonventionellen Mitteln zu bewirken, kann nicht jeder.
 
 
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SHELLEY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Altmodisch – aber oho: Wenn subtiles Angstkino der 1960er in die Gegenwart transferiert wird. Dann entsteht so etwas wie SHELLEY, der souverän zeigt, dass subtil erzählte Horrorfilme auch genauso gut heute funktionieren. Weniger Schocks auf der Mattscheibe, dafür mehr Grauen im Kopf. Das sind die eigentlichen Intensionen, die der dänische Regisseur ALI ABBASHI verfolgt und damit alles richtig macht. SHELLEY ist so nichts für jene, die Herzflattern und Adrenalinkick beim Schauen von Horrorfilmen voraussetzen. Dieser Film beschreitet den Weg des Grauens langsam und wirft somit Ritalin-Patienten vollkommen aus der Bahn. Das Böse wird im Film vielerorts nur angedeutet. Dennoch entsteht schnell eine fesselnde Aura des Unbehagens. Ist die Heldin im Film nur dem Wahnsinn nahe oder sind hier wirklich teuflische Mächte am Werk? Wo sich ROMAN POLANSKI in ROSEMARY’S BABY eindeutige Erklärungen verkniff, macht SHELLEY Nägel mit Köpfen. Das ist aber auch das einzige was man dem Film vorwerfen könnte. Der Rest ist über jeden Zweifel erhaben – insofern man überhaupt etwas mit langsam erzählten Gruselstreifen anfangen kann, in denen sich das Grauen langsam den Weg bahnt. Langsamkeit ist nämlich in SHELLEY Programm und zeigt mal wieder, dass gut durchdachte Geschichten, talentierte Schauspieler und lobenswerte Kameraarbeit plakative Schocks und Gewaltmomente überflüssig machen.
 
 
 


 
 
 

SHELLEY – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in SHELLEY kaum eine Rolle. Eine versuchte Abtreibung wird angedeutet und gegen Ende wird der Kopf eines Protagonisten mit der Autotür zermatscht. Das sieht man aber nicht, da die Kamera wegblendet. SHELLEY dürfte in Deutschland wohl mit einer FSK16 davonkommen.
 
 
 


 
 
 

SHELLEY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Bleed (2016)
 
The House on Pine Street (2015)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Rosemaries Baby (1968)
 


Filmkritik: „Satanic“ (2016)

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SATANIC

Story

 
 
 

Vier Freunde sind am Thema Satanismus interessiert und öffnen durch Neugierde und Unachtsamkeit einer höheren Macht die Pforte zur Welt der Lebenden.

 
 
 


 
 
 

SATANIC – Kritik

 
 
 
Wenn das Drehen von Serien allein irgendwann keine Erfüllung mehr mit sich bringt, macht man eben Horrorfilme – und sind die Drehbücher dahinter auch noch so mies. Ganz ähnlich dürfte sich das Regisseur JEFFREY G. HUNT gedacht haben. Der fabriziert seit 2006 Serienfolgen am Fliessband und hat so Episoden zu TV-Hits wie CSI: NY, HAWAII FIVE-0 oder FRINGE beigesteuert. Offensichtlich hat’s ihn mit der Zeit gelangweilt, weshalb er nun seinen ersten Film gemacht hat. Jetzt kann er auch dem Publikum zeigen, über welche Untiefen der Ozean der Langeweile doch verfügt. Mit SATANIC hat sich der serienerprobte Hunt leider keinen Gefallen getan. Das verfilmte Drehbuch aus der Feder von ANTHONY JASWINSKI muss Ausschuss gewesen zu sein. Hier stimmt leider gar nichts und das von der ersten Minute an. Bei einer so desaströsen Grundlage wundert es schon sehr gewaltig, dass der Drehbuchautor ebenso für die Skripts zu THE SHALLOWS und KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN verantwortlich zeichnet. Zieht man die genannten Horrorempfehlungen zum Vergleich heran, will man irgendwie nicht so recht glauben, dass die gleiche Person auch den äußerst beliebigen SATANIC verbrochen haben soll. Vermutlich litt ANTHONY JASWINSKI aber wohl einfach nur unter einen Schreibblockade und musste unter Zeitdruck abliefern. Nur so lässt sich der Schlamassel erklären, der dem Zuschauer mit SATANIC zugemutet wird.
 
 
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Vier Mittzwanziger wollen ein paar okkulte Orte und Sehenswürdigkeiten Amerikas abklappern und bleiben in Los Angeles hängen, wo sie in den Hollywood Hills auch auf den Pfaden der brutalen Manson Morde wandeln. In einem okkultistischen Laden wittern die vier den Höhepunkt ihrer Reise. Der Ladenbetreiber macht einen verdächtigen Eindruck, weshalb die Freunde auf den Ladenschluss warten und ihm folgen. Er führt die Gruppe unwissend zu einem geheimnisvollen Ort, wo Satanisten ein mysteriöses Ritual durchführen, bei dem die attraktive Alice geopfert werden soll. Doch dazu kommt es nicht. Die Freunde unterbrechen versehentlich die Zeremonie und machen die Sektenmitglieder zornig. Was bleibt ist die Flucht, die immerhin heil im Hotelzimmer und mit verlorenem Telefon endet. Am nächsten Tag meldet sich ein ehrlicher Finder zurück. Es ist das vermeintliche Opfer Alice, die viel zu erzählen hat. Prompt werden im Hotelzimmer Beschwörungsrituale gehalten und ein Hexenbrett kommt zum Einsatz. Wenig später öffnet sich das Tor zu Hölle und die gute ist Alice tot. Was folgt braucht hier wohl nicht weiter erläutert werden, denn der Ausgang von SATANIC ist austauschbar. Die neunmalklugen Protagonisten haben durch Neugierde und Unachtsamkeit etwas Böses befreit, dass nun Jagd auf Menschen macht. Wetten, dass keiner der Freunde überleben wird?
 
 
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Mit Sicherheit hat jeder Filmfan schon einmal folgende Streifen im Player gehabt. Filme, die so furchtbar langweilig sind, dass einem deshalb die Augen schwer werden und die einen gegen Ende aus dem Schlaf reißen, weil Tontechniker dreist an den Lautstärkereglern gedreht haben. SATANIC reiht sich in die Reihe jener fiesen Muntermacher ein, die wohl einzig deshalb gemacht wurden, um den Zuschauer zu ärgern. Regisseur JEFFREY G. HUNT macht alles falsch, was man beim Drehen von Horrorfilmen falsch machen kann. Er war wohl um Neuerungen bemüht, verzettelt sich aber ziemlich früh mit seinem Plan, wie er den Zuschauer Unbehagen bescheren möchte. Konfus und unüberlegt geht es nämlich in SATANIC zugange, der nicht nur elendig langweilig ist, sondern ebenso gemein blendet, weil er falsche Erwartungen schürt. So streift der Film früh das Okkult-Fach und lässt das Publikum im Glauben, dass sich hier vier Freunde bei einem skrupellosen Satanismus-Kult unbeliebt machen. Doch während man Satanisten zu Beginn heimlich beim Opferritual über die Schulter schaut, haben die Macher dann doch andere Pläne. SATANIC hat wenig mit Sekten oder Ritualen am Hut. Vielmehr verliert sich der Streifen im Dämonen- und Geistergenre, lässt Protagonisten unbedacht mit Hexenbrettern spielen, damit finstere Mächte den Weg in die Menschenwelt finden. Bekanntes Terrain also, wie es in letzter Zeit erschreckend oft über die Bildschirme geflimmert ist. Leider lässt sich der Film zu lange damit Zeit, um endlich mal in die Gänge zu kommen. Erst nach einer knappen Stunde Laufzeit beginnt das große Sterben und den neugierigen Freunden geht’s an den Kragen. Bis es jedoch soweit ist, wird viel Sitzfleisch und Geduld vorausgesetzt. Für einen Horrorfilm sind das keine guten Voraussetzungen – vor allem dann nicht, wenn langes Warten müde macht. Demzufolge sollte man ausgeschlafen sein und Erwartungen herunterschrauben, denn so satanistisch wie es der Filmtitel suggeriert, ist SATANIC keineswegs. Möge Regisseur JEFFREY G. HUNT für diesen Zeiträuber in der Hölle schmoren und sich beim Satan höchstpersönlich für diesen Schnellschuss entschuldigen.
 
 
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SATANIC – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Hier sparste Dir die Schlaftablette. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Regisseur JEFFREY G. HUNT einen harten Sektenthriller über einen satanischen Kult auf Film gebannt hätte, wie sie derzeit wieder in Mode kommen. Dann wären alle glücklich gewesen. Doch statt Satanisten beim Opfern zu begleiten und die Geschehnisse im Blut zu ersäufen, wird es mal wieder 08/15. Böse Mächte aus einer anderen Welt wollen vier unschuldigen Mittzwanzigern an den Kragen. Ein Hexenbrett hier, ein paar paranormale Momente dort – fertig ist SATANIC, ein Schnarcher vor dem Herrn. Der Spannungsbogen fehlt gänzlich – Schockmomente ebenso. Die hat man versucht irgendwie in den letzten zehn Minuten abzuhaken. Leider verfehlen die ihre Wirkung, denn offensichtlich geraten Drehbuch und Geschehnisse am Ende vollkommen außer Kontrolle, so dass ein Folgen nahezu unmöglich gemacht wird. Auch wenn SATANIC in visueller Hinsicht vielen billigen Videoproduktionen um Längen voraus ist, kann dieser Film leider gar nichts. Ein treffender Beweis dafür, dass immer noch gute Geschichten und Ideen mehr wert sind, als glattgebügelte Optik und nett getrickste Spezialeffekte.
 
 
 


 
 
 

SATANIC – Zensur

 
 
 
Wer glaubt, dass in SATANIC die Post abgeht, irrt sich gewaltig. Die wohl grausamsten Szenen beschränken sich auf einen Kehlenschnitt sowie einer gebrochenen Nase. Am Ende sieht man in einer Szenen kurz, wie eine Frau mit einer Zimmerdecke verschmolzen ist. Ebenso wurden einer Protagonistin die Arme abgetrennt und der Mund zugenäht. Klingt zwar alles ziemlich reißerisch, ist aber Kinderfasching. SATANIC dürfte in Deutschland eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SATANIC – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Magnolia Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Demonic (2015)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
The Midnight Game (2013)
 


Filmkritik: „February“ (2015)

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FEBRUARY

THE BLACKCOAT’S DAUGHTER

Story

 
 
 

Zwei Schülerinnen müssen die Winterferien im Mädcheninternat verbringen und erleben dort den blanken Horror.

 
 
 


 
 
 

FEBRUARY – Kritik

 
 
 
Wenn namhafte Schauspieler aus Hollywood in einer eher unauffälligen und kleinen Genreproduktion mitwirken, muss wohl was Großes dahinterstecken. Im Falle des folgenden Mystery-Thrillers ist es der Regisseur selbst, der vermutlich der überzeugende Grund gewesen sein wird, dass Jungstars vom Kaliber EMMA ROBERTS oder KIERNAN SHIPKA mitmachen wollten. Der Sohn des legendären ANTHONY PERKINS (der echte Norman Bates aus PSYCHO und dessen Fortsetzungen) zeichnet verantwortlich und probiert sich nach Schauspielerei und Drehbuchschreiberei (u.a. THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS) nun auch noch als Aufnahmechef aus. FEBRUARY (der in Amerika als THE BLACK COAT’S DAUGHTER vermarktet wird) nennt sich sein erster Spielfilm, der natürlich gerade wegen der berühmten Wurzeln des Regisseurs von Horrorfans und Kritikern akribischer durchleuchtet werden wird, als es bei anderen Nachwuchsregisseuren der Fall ist. Darin wird der Zuschauer in verschneite Winterlandschaften entführt, die schon bei Filmen wie SHINING, THE THING oder dem schwedischen SO FINSTER DIE NACHT zum Erfolg beigetragen haben. Ob das OSGOOD PERKINS auch mit seinem Regiedebüt gelingen wird?
 
 
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FEBRUARY erzählt die Geschichte der 16-jährigen Kathie (KIERNAN SHIPKA) und der etwas älteren Rose (LUCY BOYNTON), die am renommierten kanadischen Bramford Internat unterrichtet werden. Zu Beginn der Winterferien passiert Sonderbares. Weil die beiden Mädchen von Niemandem abgeholt werden, der sie nach Hause bringt, müssen die Schülerinnen weiterhin im Internat verweilen. Für Rose kein Problem. Die hat nun genug Zeit, um sich heimlich mit ihrem Freund zu verabreden. Doch des einen Freud ist des anderen Leid. Die introvertierte Kathie findet die Warterei in dem menschenleeren Gebäude alles andere als erfreulich. Sie hat gar schauriges Zeug über die Schule erfahren und scheint der festen Überzeugung, dass darin das Böse haust. Offensichtlich hat sie damit auch recht, denn schon bald scheinen der Schülerin bösartige Mächte auf Schritt und Tritt zu folgen. Hirngespinste oder Realität? Die Antwort darauf wird hier nicht verraten. Währenddessen hat die verwirrte Joan (EMMA ROBERTS) andere Probleme. Sie hockt leicht bekleidet am Bahnhof und wartet in frostiger Kälte auf einen Zug nach Bramford. Gott sei Dank hat ein älteres Ehepaar Mitleid und sorgt sich um das Wohl der orientierungslosen Frau. Die älteren Herrschaften nehmen die Reisende mit dem Auto mit, ohne zu ahnen, welch schwerwiegende Folgen die selbstlose Tat für alle Beteiligten haben wird.
 
 
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Intelligenter Angstmacher mit Tiefgang. Vollste Konzentration ist geboten, denn die Geschehnisse in FEBRUARY werden nicht chronologisch erzählt. Parallel zur Haupthandlung verläuft ein zweiter Erzählstrang. Dieser scheint anfangs nicht sonderlich aufschlussreich zu sein, wird aber am Ende mit der eigentlichen Geschichte verwoben. Regisseur OSGOOD PERKINS hat die Handlung seines ersten Spielfilms betont verschachtelt aufgebaut und springt zwischen Zeitebenen und Erzählsträngen hin und her. Dabei hält er sich bedeckt mit Informationen, damit die Spannung bis zum Exzess hinausgezögert werden kann. Erst nach und nach ergeben die Ereignisse im Film einen Sinn. Das erfordert Aufmerksamkeit, damit nicht der rote Faden verloren geht. Leider dürfte dieser anspruchsvoll-verwirrende Erzählstil nicht jedermanns Sache sein. FEBRUARY richtet sich mit seiner sprunghaften, langsamen und minimalistischen Inszenierung an ein mitdenkendes Publikum, dem ein kluger Aufbau des Grauens wichtiger ist, als literweise Kunstblut und Putzkübel voller Innereien auf der Windschutzscheibe. Das gelingt im Falle von FEBRUARY ganz gut, denn mit einfach Mitteln wird eine immer präsenter werdende Aura des Bösen aufgebaut, die den Zuschauer deutlich zu verstehen gibt, dass in diesem Film etwas gar Schreckliches passieren wird. So sorgen bewusst schlecht ausgeleuchtete Räume, klassische Inszenierung eines Licht-und-Schatten-Spiels sowie bedrohliches, David Lynchianisches Bassgrummeln für ein mulmiges Gefühl im Zuschauerbäuchlein. Lang bleibt unklar, wohin die Reise überhaupt führen wird. Sie kulminiert in einem wirklich expliziten Finale. In dem geht es nicht gerade zimperlich zu. Angesichts der zuvor eher subtil aufgebauten Gruselatmosphäre sind die unerwartet deftigen Gewaltmomente am Ende dann doch ein Tritt in die Magengegend. Zartbesaitete Gemüter wird das mit Sicherheit verstören. Für Hardcore-Horrorfans ist dieser geleistete Blutzoll aber nicht ausreichend.
 
 
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FEBRUARY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schauriger Winter-Horror mit unerwartet derbem Ausgang, der durch seine unheilvolle Atmosphäre ein permanent ungutes Gefühl im Unterbewusstsein verursacht. Das Sprichwort „Wie der Vater, so der Sohn“ ist hier Programm, denn Regisseur OSGOOD PERKINS tut es seinem berühmten Vater ANTHONY PERKINS gleich. Nach langjähriger Arbeit als Schauspieler nahm er nun auch mal auf dem Regiestuhl Platz und probierte sich – wie schon einst der Vater mit PSYCHO III – selbst im filmischen Angstmachen aus. Der erste Ausflug ins Horrorfach kann sich sehen lassen – sein Debüt FEBRUARY überzeugt durch einen intelligenten Erzählaufbau, der konventionell zusammengezimmerten Horrorfilmen selbstbewusst den Stinkefinger zeigt. Horror mit Kopf wird geboten, in dem eine stetig wachsende Stimmung des Unheils heraufbeschworen wird und den Zuschauer am Ende da packt, wo es am meisten wehtut. FEBRUARY ist Arthouse-Horror mit Tiefgang, den man wohl mehrmals sehen muss, um ihn genauer erforschen zu können. Visuell und akustisch wird einiges geboten, was definitiv neugierig auf das macht, was Drehbuchautor und Regisseur OSGOOD PERKINS in Zukunft noch für Horrorfans auf die Leinwand bringen wird. Eigensinnig aber sehenswert – insofern man guten Horror nicht am graphischen Härtegrad eines Film festmacht.
 
 
 


 
 
 

FEBRUARY – Zensur

 
 
 
Eigentlich hält sich FEBRUARY in Sachen Gewalt zurück, denn der Horror ist subtiler Natur. Erst gegen Ende wird es deftig. Da werden Messer in Körper gerammt und Menschen enthauptet. Angesichts des eher zurückhaltenden Einsatzes von Gewalt ist das Massaker am Ende doch schon sehr hart anzuschauen. Hierzulande dürfte es wohl dafür einen roten KJ-Flatschen geben. Insofern die FSK einen guten Tag haben sollte, könnte FEBRUARY aber auch mit einer FSK16 durchkommen.
 
 
 


 
 
 

FEBRUARY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)

Ava’s Possessions (2015)

Goddess of Love (2015)

Anguish (2015)

The Atticus Institute (2015)

The Devil’s Hand (2014)


Filmkritik: „The Hexecutioners“ (2015)

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THE HEXECUTIONERS

Story

 
 
 

Zwei Frauen bringen den Tod. Sie gehen einem bestimmt nicht alltäglichen Beruf nach und leisten Sterbehilfe, wenn es der Auftraggeber verlangt. Doch wie in jedem Job ist nicht immer Sonnenschein – vor allem dann nicht, wenn man zu einem Anwesen gerufen wird, welches man so eigentlich eher in Horrorfilmen zu sehen bekommt. Wetten, dass hinter diesen Mauern irgendetwas nicht stimmt?

 
 
 


 
 
 

THE HEXECUTIONERS – Kritik

 
 
 
Wenn der Job zum Horror wird. Die erste Arbeitswoche hätte sich die zurückhaltende Malison (LIV COLLINS) wohl entspannter vorgestellt. Sie gehört zu einer Gruppe von Menschen, die todkranke Menschen von ihren Qualen erlösen. Seit die Regierung ein neues Gesetz verabschiedet hat, ist Sterbehilfe nicht mehr strafbar. Für geldgeile Unternehmen ein gefundenes Fressen, die aus dem Leid anderer versuchen möglichst viel Geld herauszuschlagen. Auch Malison ist nun Angestellte einer dieser ominösen Firmen. Sie wird zu einem schaurigen Anwesen gerufen. Dem Zuschauer schwant nichts Gutes. Zusammen mit der taffen Olivia (SARAH POWER aus SAW 5) soll dort ein besonders anspruchsvoller Auftrag ausgeführt werden. Für den gibt es viel Geld – insofern man die kuriosen Vorstellungen des Auftraggebers korrekt beachtet. Weil THE HEXECUTIONERS nun mal im Horrorfilm beheimatet ist, kommt natürlich alles anders. Die beiden Sterbehelferinnen ahnen nämlich rasch, dass hier etwas im Argen liegt. Leider kommt die Erkenntnis zu spät. Was den zwei Frauen in diesem Gemäuer widerfahren wird, werden die wohl ihr Lebtag nicht vergessen können.
 
 
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Der MONSTER BRAWL und SEPTIC MAN-Regisseur auf Abwegen. JESSE THOMAS COOK gibt sich in THE HEXECUTIONERS ungewohnt handzahm und lässt Make-up, Masken und Kunstblut weitestgehend in der Kommode verstaut. Statt abermals Trash abzuliefern, kampiert er diesmal im Okkultismus-Genre der 1970er, wo man gern mal mit Teufel und Dämonen im Bunde war. Rituale und diabolische Mächte sind auch in THE HEXECUTIONERS heißer Scheiß. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass Cook deutlich mehr beherrscht als billig, anspruchslos und hirnfrei. Sein Okkultthriller gefällt durch langsam aufgebautes Unbehagen, das sich gemächlich einen Weg durch eine mysteriöse Geschichte bahnt, bevor der Regisseur zum Ende die Katze aus dem Sack lässt. Doch was ist des Pudels Kern?
 
 
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THE HEXECUTIONERS verrät nicht viel, lässt den Zuschauer lang im Unklaren und zögert quälend hinaus. Das fesselt, vor allem auch wegen bedrohlicher Stimmung und der morbiden Bildsprache die dank des typisch britisch wirkenden Gothic-Looks an manche Gruselspätwerke der legendären HAMMER STUDIOS erinnert. Regisseur JESSE THOMAS COOK kann auch künstlerisch anspruchsvoll, wenn er will. Fürs Finale lies er sich nicht lumpen und experimentierte mit Farben und Sounddesign. So etwas kennen Horrorfans eigentlich eher aus den Filmen des DARIO ARGENTO oder – in der Gegenwart – Cooks britischem Zeitgenossen BEN WHEATLEY. Cook versucht das Spiel mit der Form auch und taucht den Film während eines merkwürdigen Rituals in sattes schwarz-weiß. Nur die Hauptdarsteller stechen farbig hervor und heben sich von der Kulisse ab, während dissonante Klänge einen absurden Höhepunkt einläuten. Kompliment Herr Cook – ein solch bildgewaltiges und experimentelles Ende hat man nach diesem eher subtil aufgebauten Okkult-Schauer alter Schule wohl nicht erwartet. So können Sie gern weitermachen
 
 
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THE HEXECUTIONERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Herrlich morbider Okkultismus-Horror der alten Schule. Das hätte man Regisseur JESSE THOMAS COOK gar nicht zugetraut, der zuvor in erster Linie Low-Budget-Trash abgeliefert hat. Aber auch Filmemacher werden mal weiser – die einen früher, andere später. Im Falle von THE HEXECUTIONERS hat der Reifeprozess Früchte getragen, denn der trist gehaltene Gruselstreifen darf gern als die bisher beste Leistung des kanadischen Regisseurs betitelt werden. Clevere Story und schrullige Filmhelden sorgen für altmodisches Gruselgefühl. Getreu dem Motto „Manchmal ist weniger doch mehr“ wird subtil Gänsehaut bereitet – ganz ohne Gewaltorgien und Holzhammer-Methoden. Das gefällt vor allem deshalb, weil man sich wegen britisch aussehender Gothic-Horror-Szenarien in eine Zeit zurückversetzt fühlt, in der man dem Kinogänger in erster Linie durch das Spiel mit Licht und Schatten Unbehagen beschert hat. Wer eine Leidenschaft für altmodischen Okkult-Horror hat, sollte sich THE HEXECUTIONERS nicht entgehen lassen. Wir zumindest waren angetan – wohl auch deshalb, weil wir uns an den teils ultra-harten Gewaltstreifen mittlerweile sattgesehen haben. In solchen Zeiten weiß man solcherlei Old-School-Hommages zu schätzen. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

THE HEXECUTIONERS – Zensur

 
 
 

THE HEXECUTIONERS ist eher subtiler Natur. Das Gruseln der Zuschauer liegt im Fokus. Demnach lebt der Streifen in erster Linie von seinem Mysterium, das der Regisseur um die Geschichte des Films webt. Am Ende gibt es ein Ritual zu sehen, bei dem einem Opfer die Innereien aus dem Körper gerissen werden. Die Kamera hält aber nicht drauf, sondern deutet hauptsächlich an. Hierzulande wird THE HEXECUTIONERS eine FSK16 erhalten. Man munkelt das STUDIOCANAL die deutschen Auswertungsrechte besitzt.
 
 
 


 
 
 

THE HEXECUTIONERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken / Packshot liegen bei Foresight Features | Raven Banner Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wicker Man (1973)
 
Wicker Man – Ritual des Bösen (2006)
 
Cherry Tree (2015)
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Jug Face (2013)