Filmkritik: „Sacrifice – Todesopfer“ (2016)

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SACRIFICE – TODESOPFER

(SACRIFICE)

Story

 
 
 

Eine Frauenärztin verschlägt es samt ihres Gatten in die Provinz, wo sie einem mysteriösen Kult auf die Schliche kommt.

 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Kritik

 
 
 
Totgeglaubte leben länger! Filmemacher PETER A. DOWLING war vor vielen Jahren mal kurzzeitig ziemlich gefragt. 2008 zeichnete der für die Regie des Horrorfilms STAGE NIGHT verantwortlich und steuerte einige Zeit zuvor sogar das Drehbuch zum Thriller FLIGHTPLAN mit JODIE FOSTER bei. Danach war plötzlich Funkstille. Lange war es still um den Regisseur – jetzt ist er wieder da und zwar mit einem Beispiel für derzeit so beliebten Okkult-Horror. Wer jetzt aber glaubt, dass mit SACRIFICE beunruhigende Dämonenaustreibungen oder blutige Rituale über den Fernseher sausen, der irrt. Viel mit Horror hat der Streifen nämlich nicht am Hut. SACRIFICE ist eher im Thriller-Genre beheimatet und richtet sich mit Puzzle- und Rätseltaktik an ein eher knobelerprobtes Krimi-Publikum, das mehr an Detektivarbeit interessiert ist und weniger blutiges Einerlei auf der Mattscheibe sehen will. Demzufolge steht ein okkultes Ratespiel über mysteriöse Ritualmorde im Mittelpunkt, das es zu lüften gilt. Kinogänger mit Vorliebe fürs Grobe dürfte so etwas natürlich langweilen.
 
 
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Wieder mal verirrt sich Schauspielerin RADHA MITCHELL in einen Film fernab von Liebe und Herzschmerz. Sie scheint Gefallen an Kinostreifen gefunden zu haben, wo es gerne mal deftig und düster zur Sache geht. Zuletzt war das mit dem Mystery-Film THE DARKNESS der Fall. Aber auch in der Videospielverfilmung SILENT HILL und dem Found-Footage-Schocker EVIDENCE schlug sie sich wacker als Heldin durch ungemütliche Albtraumszenarien. Auch im mysteriösen Sekten-Thriller SACRIFICE hat sie die Heldenrolle ergattert und verkörpert Tora, eine Frau mittleren Alters, die zwar als Frauenärztin Schwangere berät, aber selbst keine Kinder bekommen kann. Nach einer weiteren Fehlgeburt, entscheidet Gatte Duncan (RUPERT GRAVES), dass das Leben auf dem Land weitergeht. Fernab der Großstadthektik soll auf den schottischen Shetland-Inseln ein Gang heruntergefahren werden. Das Leben scheint hier stillzustehen und auch der angeschlagenen Tora geht es langsam wieder besser. Leider schreibt das Leben manchmal die sonderbarsten Geschichten. Als Tora hinter dem Haus im Boden den Körper einer übel zugerichteten Frau entdeckt, ist Schluss mit Erholung. Der Leichenfund wirft Fragen auf. Nicht nur, dass auf der Haut der Toten rätselhafte Symbole eingeritzt wurden; auch das Herz der Frau wurde offenbar bei lebendigem Leibe entfernt. Leider werden die Akten bald geschlossen, denn Wissenschaftler sind sich einig, dass diese Moorleiche bereits seit Jahrhunderten ihr Dasein unter der Erde fristet. Doch Frauenärztin Tora ist da anderer Meinung. Die vermutete einen frischen Mord, stellt eigene Ermittlungen an und wittert das Werk eines ominösen Kultes, der seit Jahrhunderten auf den Inseln sein Unwesen treibt.
 
 
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Spannende Sonntagabendunterhaltung – simpel gestrickt, aber immerhin kurzweilig. Leider hat SACRIFICE ein großes Problem. Der Film ist leicht zu durchschauen und wirkt an vielen Stellen vorhersehbar. Wieder einmal ist es eine Kleinstadt, die zusammenhält. Hier kennt jeder jeden und Traditionen sind dazu da, um sie aufrechtzuerhalten. Demzufolge weiß natürlich niemand von nichts – obwohl von Anfang an klar ist, dass auf dieser Insel der Teufel zu Hause ist. SACRIFICE orientiert sich an den typischen Vertreter der Gattung Kleinstadt-Okkult-Horror, wie er Anfang der Siebziger in Robin Hardys legendärem THE WICKER MAN seine Vorlage für die Ewigkeit fand. Wer zu viele Fragen stellt wird ausradiert – ebenso die, die beim Auflösen behilflich sind. Doch die Heldin ist hartnäckig und zeigt, was eine Harke ist. Sie kommt beim Recherchieren zwar nur schleppend voran, enttarnt aber am Ende die hinterlistige Saubande. Mit Originalität hat das nichts im Entferntesten zu tun. So geht es gradlinig voran und Anhaltspunkte werden schlüssig kombiniert. Leider wirkt das Detektivspiel teils sehr konstruiert, ändert aber nichts an der Tatsache, dass man unterhalten wird. SACRIFICE erinnert an die vielen skandinavischen Thriller, die in den letzten Jahren vor allem des kühl-trostlosen Filmlooks wegen auffallen und öfters auf den Öffentlich Rechtlichen TV-Sendern gezeigte werden. Wenn man also schön gefilmten, aber anspruchslosen Stoff fürs Abendprogramm benötigt, ist man hier gut aufgehoben. Richtige Nervennahrung oder gar Suspense-Horror sieht aber anders aus!
 
 
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SACRIFICE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SACRIFICE basiert auf dem erfolgreichen Roman von Autorin SHARON J. BOLTON, ist aber nichts Großes. Hinter dem geradlinig erzählter Sekten-Thriller ohne Überraschungen steckt einfach gut verdauliche Detektivarbeit, bei der man irgendwie nicht das Gefühl loswerden möchte, als wollte man hier anfänglich was fürs Fernsehen drehen. Demzufolge ist Gezeigtes nicht sonderlich anspruchsvoll, glänzt aber immerhin mit typisch schottischer Kulisse. Leider hat SACRIFICE nur wenig mit Horror am Hut. Vielmehr verbirgt sich hinter dem vielversprechenden Filmtitel ein kurzweiliger Okkult-Krimi mit Thriller-Elementen, den man sich anschauen kann, wenn mal gerade nichts in der Glotze kommt. Man macht aber auch nichts falsch, wenn man SACRIFICE einfach mal auslässt. Von missraten kann hier zwar nicht die Rede sein. Trotzdem kommt – wenn man das so sieht – mal wieder die Erkenntnis in den Kopf, dass manche Bücher nicht zwingend verfilmt werden müssen. SACRIFICE gehört ins Buchregal, aber nicht auf die Mattscheibe.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Zensur

 
 
 
Wer jetzt glaubt, dass hier Gewalt zelebriert wird, der irrt. SACRIFICE ist relativ harmlos. Es gibt nahezu kaum etwas zu sehen. Am Ende bekommt ein Bösewicht einen Dolch in den Körper gejagt. Wegen der düsteren Thematik über Morde und Rituale hat es aber immerhin für eine FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sacrifice; Deutschland | Irland | USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @50 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 20.04.2017

 

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SACRIFICE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 
Rosemaries Baby (1968)
 

Filmkritik: „Todesengel – The Hexecutioners“ (2015)

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TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS

(THE HEXECUTIONERS)

Story

 
 
 

Zwei Frauen bringen den Tod. Sie gehen einem bestimmt nicht alltäglichen Beruf nach und leisten Sterbehilfe, wenn es der Auftraggeber verlangt. Doch wie in jedem Job ist nicht immer Sonnenschein – vor allem dann nicht, wenn man zu einem Anwesen gerufen wird, welches man so eigentlich eher in Horrorfilmen zu sehen bekommt. Wetten, dass hinter diesen Mauern irgendetwas nicht stimmt?

 
 
 


 
 
 

TODESENGEL – Kritik

 
 
 
Wenn der Job zum Horror wird. Die erste Arbeitswoche hätte sich die zurückhaltende Malison (LIV COLLINS) wohl entspannter vorgestellt. Sie gehört zu einer Gruppe von Menschen, die todkranke Menschen von ihren Qualen erlösen. Seit die Regierung ein neues Gesetz verabschiedet hat, ist Sterbehilfe nicht mehr strafbar. Für geldgeile Unternehmen ein gefundenes Fressen, die aus dem Leid anderer versuchen möglichst viel Geld herauszuschlagen. Auch Malison ist nun Angestellte einer dieser ominösen Firmen. Sie wird zu einem schaurigen Anwesen gerufen. Dem Zuschauer schwant nichts Gutes. Zusammen mit der taffen Olivia (SARAH POWER aus SAW 5) soll dort ein besonders anspruchsvoller Auftrag ausgeführt werden. Für den gibt es viel Geld – insofern man die kuriosen Vorstellungen des Auftraggebers korrekt beachtet. Weil TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS nun mal im Horrorfilm beheimatet ist, kommt natürlich alles anders. Die beiden Sterbehelferinnen ahnen nämlich rasch, dass hier etwas im Argen liegt. Leider kommt die Erkenntnis zu spät. Was den zwei Frauen in diesem Gemäuer widerfahren wird, werden die wohl ihr Lebtag nicht vergessen können.
 
 
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Der MONSTER BRAWL und SEPTIC MAN-Regisseur auf Abwegen. JESSE THOMAS COOK gibt sich in TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS ungewohnt handzahm und lässt Make-up, Masken und Kunstblut weitestgehend in der Kommode verstaut. Statt abermals Trash abzuliefern, kampiert er diesmal im Okkultismus-Genre der 1970er, wo man gern mal mit Teufel und Dämonen im Bunde war. Rituale und diabolische Mächte sind auch in TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS heißer Scheiß. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass Cook deutlich mehr beherrscht als billig, anspruchslos und hirnfrei. Sein Okkultthriller gefällt durch langsam aufgebautes Unbehagen, das sich gemächlich einen Weg durch eine mysteriöse Geschichte bahnt, bevor der Regisseur zum Ende die Katze aus dem Sack lässt. Doch was ist des Pudels Kern?
 
 
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TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS verrät nicht viel, lässt den Zuschauer lang im Unklaren und zögert quälend hinaus. Das fesselt, vor allem auch wegen bedrohlicher Stimmung und der morbiden Bildsprache die dank des typisch britisch wirkenden Gothic-Looks an manche Gruselspätwerke der legendären HAMMER STUDIOS erinnert. Regisseur JESSE THOMAS COOK kann auch künstlerisch anspruchsvoll, wenn er will. Fürs Finale lies er sich nicht lumpen und experimentierte mit Farben und Sounddesign. So etwas kennen Horrorfans eigentlich eher aus den Filmen des DARIO ARGENTO oder – in der Gegenwart – Cooks britischem Zeitgenossen BEN WHEATLEY. Cook versucht das Spiel mit der Form auch und taucht den Film während eines merkwürdigen Rituals in sattes schwarz-weiß. Nur die Hauptdarsteller stechen farbig hervor und heben sich von der Kulisse ab, während dissonante Klänge einen absurden Höhepunkt einläuten. Kompliment Herr Cook – ein solch bildgewaltiges und experimentelles Ende hat man nach diesem eher subtil aufgebauten Okkult-Schauer alter Schule wohl nicht erwartet. So können Sie gern weitermachen
 
 
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TODESENGEL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Herrlich morbider Okkultismus-Horror der alten Schule. Das hätte man Regisseur JESSE THOMAS COOK gar nicht zugetraut, der zuvor in erster Linie Low-Budget-Trash abgeliefert hat. Aber auch Filmemacher werden mal weiser – die einen früher, andere später. Im Falle von TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS hat der Reifeprozess Früchte getragen, denn der trist gehaltene Gruselstreifen darf gern als die bisher beste Leistung des kanadischen Regisseurs betitelt werden. Clevere Story und schrullige Filmhelden sorgen für altmodisches Gruselgefühl. Getreu dem Motto „Manchmal ist weniger doch mehr“ wird subtil Gänsehaut bereitet – ganz ohne Gewaltorgien und Holzhammer-Methoden. Das gefällt vor allem deshalb, weil man sich wegen britisch aussehender Gothic-Horror-Szenarien in eine Zeit zurückversetzt fühlt, in der man dem Kinogänger in erster Linie durch das Spiel mit Licht und Schatten Unbehagen beschert hat. Wer eine Leidenschaft für altmodischen Okkult-Horror hat, sollte sich TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS nicht entgehen lassen. Wir zumindest waren angetan – wohl auch deshalb, weil wir uns an den teils ultra-harten Gewaltstreifen mittlerweile sattgesehen haben. In solchen Zeiten weiß man solcherlei Old-School-Hommages zu schätzen. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

TODESENGEL – Zensur

 
 
 
TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS (Originaltitel: THE HEXECUTIONERS) ist eher subtiler Natur. Das Gruseln der Zuschauer liegt im Fokus. Demnach lebt der Streifen in erster Linie von seinem Mysterium, das der Regisseur um die Geschichte des Films webt. Am Ende gibt es ein Ritual zu sehen, bei dem einem Opfer die Innereien aus dem Körper gerissen werden. Die Kamera hält aber nicht drauf, sondern deutet hauptsächlich an. Hierzulande hat TODESENGEL – THE HEXECUTIONERS eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TODESENGEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) TIBERIUS FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hexecutioners; Kanada 2015

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.10.2019

 

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TODESENGEL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken / Packshot liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wicker Man (1973)
 
Wicker Man – Ritual des Bösen (2006)
 
Cherry Tree (2015)
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Jug Face (2013)