Filmkritik: „Quiet Comes the Dawn“ (2019)

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QUIET COMES THE DAWN

(RASSVET)

Story

 
 
 

Neues Gruselfutter von den Produzenten des russischen Gruselstreifens THE BRIDE. Eine junge Frau erlebt in ihren Träumen den Albtraum auf Erden.

 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Kritik

 
 
 
Träume sind etwas Wunderbares – zumindest wenn man nicht gerade Protagonist in einem Horrorschocker ist. Dort verwandeln sich Träume nämlich schnell mal in Albträume und bringen die Helden jener Filme direkt in Teufels Küche. Bestes Beispiel: die Horror-Reihe rund um Traumdämon FREDDY KRUEGER. Letzterer fand einen kreativen Weg, um Schaden anrichten zu können. Statt aus der Hölle, dem Jenseits oder Parallelwelten Unruhe zu stiften, entpuppte sich der von WES CRAVEN erschaffene Bösewichte als erfinderischer Schurke. Der suchte seine Opfer in deren Träumen heim und machte sie dort einen Kopf kürzer. Auf so eine Idee muss man als Serienkiller erst einmal kommen.
 
 
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Das ist offenbar Stoff, der auch in Russland gefällt. QUIET COMES THE DAWN (Originaltitel: RASSVET) ist nämlich bei näherer Betrachtung ein weiterer, nicht unbedingt guter Aufgruß des beliebten Kultfilms A NIGHTMARE ON ELM STREET – nur ohne Pizzagesicht FREDDY KRUEGER. Darin geht es um die Geschwister Sveta und Anton, die früh die Mutter bei einem Autounfall verloren haben. Ein tragischer Schicksalsschlag, der sich bald wiederholt. An Svetas Geburtstag nimmt sich der geliebte Bruder ganz unerwartet das Leben und springt aus dem Fenster. Offenbar litt Anton unter schrecklichen Albträumen, die bald auch Sveta plagen. Steckt dahinter etwa ein Schema? Das will die junge Frau herausfinden. In einem Institut forscht man zum Thema Schlaf und schlägt der Leidgeplagten vor, an einer kollektiven Schlaftherapie teilzunehmen. Hierbei werden alle Probanten in einem gemeinschaftlichen, bewussten Traum versetzt und irren bald durch eine unheimliche Traumwelt, wo Ängste bittere Realität werden.
 
 
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Außen hui, innen pfui. QUIET COMES THE DAWN schielt gut und gerne mal nach Amerika, wo ästhetische Horrorfilme am Fließband produziert werden. Demnach schaut diese russische Produktion alles andere – nur nicht russisch aus. Zu aalglatten Bildern gesellen sich attraktive Jungdarsteller, die durch teils schaurig ausgeleuchtete Flure schleichen und so für laute Schockmomente sorgen. Alles gut und schön. Nur wo hat sich die Story versteckt? QUIET COMES THE DAWN ist ein undurchsichtiger Wirrwarr an Ideen, die haltlos einandergekleistert wurden und kaum Sinn ergeben wollen. Die Handlung kommt nicht richtig in Schwung und je näher sich der Gruseltrip dem Ende nähert, umso konfuser werden die Geschehnisse. Da werden Protagonisten hypnotisiert und durchleben zusammen einen gemeinsamen Traum. Weil das zu unspektakulär zu sein scheint, wird von Verwirrungstaktik Gebrauch gemacht. Die Folge: Realität und Traumwelt verschmelzen. Ist das, was gerade passiert real oder befinden sich die Protagonisten immer in der Welt der Träume. Eine berechtigte Frage, denn je näher sich QUIET COMES THE DAWN der Zielgerade nähert, umso undurchsichtiger wird diese russische Produktion. Da bleiben ratlose Gesichter zurück, zumal Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN kein aufschlussreiches Bonusmaterial mit auf die deutsche Heimkinoveröffentlichung gepackt hat. Demnach muss auf klärende Audiokommentare oder einleuchtende Making-ofs verzichtet werden. Die hätten möglicherweise Licht ins Dunkel bringen können.
 
 
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QUIET COMES THE DAWN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärisches Verwirrspiel zwischen Traum und Wirklichkeit. QUIET COMES THE DAWN punktet in Sachen Atmosphäre. Ein unverzichtbares Element, auf das man in Horrorfilmen nicht verzichten kann. Was aber bitter aufstößt, ist die uninteressant aufbereitete Geschichte. Verschiedene Probanten einer Schlaftherapie werden in Schlaf versetzt und befinden sich gemeinsam in einem gleichen Traum. Dort werden sie mit ihren Ängsten konfrontiert und sogar von einem Dämon mit brennendem Gesicht verfolgt. Als wäre das nicht alles schon reißerisch genug, kommt auch noch eine Sekte ins Spiel. Klingt eigentlich nach spannender Genre-Ware. Wie das aber alles an den Zuschauer gebracht wurde, ist quälend langweilig und dazu noch wirr. Daher bleibt nur zu erwähnen, dass es bessere Filme über unheimliche Träume gibt. A NIGHTMARE ON ELM STREET, THE DROWNSMAN und DREAM DEMON gehören dazu – um nur einige zu nennen.
 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Zensur

 
 
 
QUIET COMES THE DAWN hat kaum Gewalt zu bieten. Hier regiert eher der psychologische Horror. Demzufolge hat der Streifen in Deutschland auch eine FSK16 erhalten. Die Filmfassung auf Blu-ray und DVD ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rassvet; Russland 2019

Genre: Horror, Thriller, Mystery, Grusel

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Russisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 30.01.2020

 

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QUIET COMES THE DAWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dream Demon – Der Traumdämon (1980)
 
Nightmare – Mörderische Träume (1984)
 
Nightmare II – Die Rache (1985)
 
Nightmare – Schlaf nicht ein! (2017)