Filmkritik: „Devil’s Domain“ (2016)

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THE DEVIL’S DOMAIN

Story

 
 
 

Auch der Teufel kann Social Media: Ein Mobbingopfer geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um den täglichen Schikanen der Mitschüler ein Ende zu bereiten.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Kritik

 
 
 
Während es Außenseiter im richtigen Leben schwer haben und meist erfolglos versuchen gegen Demütigung und Hass anzukämpfen, weht im Horrorgenre ein anderer Wind. Hier wachsen Sonderlinge in der Regel über sich hinaus und verwandeln sich nicht selten in Antihelden, um gegen Unterdrückung und Schikanen rigoros vorzugehen. So wird gern mal gerächt – und das nicht immer unblutig. Ganz zum Leidwesen heimtückischer Täter. Die müssen für boshaftes Mobbing mit dem Leben bezahlen. Das war schon bei Kings CARRIE der Fall und ist auch im folgenden Rache-Horror nicht anders. DEVIL’S DOMAIN schimpft sich ein weiterer Bestrafungsstreifen, der immerhin mit ansprechenden und zugleich kuriosen Trailer lockt. Darin lädt ein weiblicher Teufel zum blutigen Stelldichein und will den Horrorfan mit unappetitlichen Splatter-Einlagen und nackter Haut beglücken. Eigentlich eine gute Sache. Nur, ob der eigentliche Streifen auch halten kann, was der Kinotrailer verspricht? Filmwerbung übertreibt gern mal.
 
 
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Cyber-Mobbing und die tragischen Folgen. Lisa (MADI VODANE) hat es an der Schule nicht leicht. Die ist Einzelgängerin, leidet an einer Essstörung und hat sich dazu auch noch in die beste Freundin verliebt. Viele Baustellen von denen auch bald die Mitschüler Wind bekommen und die Teenagerin schikanieren. Als dann auch noch pikante Videos im Internet auftauchen, in denen Lisa heimlich beim Masturbieren und Erbrechen gefilmt wurde, weiß die Schülerin nicht mehr weiter. Da meldet sich plötzlich die attraktive Destiny (LINDA BELLA) über den Social-Media-Account der Jugendlichen. Die hat Mitleid und will helfen. Doch die gut gemeinten Absichten haben einen Haken. Die hilfsbereite Dame will nämlich einen Pakt schließen und entpuppt sich als der Leibhaftige persönlich. Das stört die schüchterne Lisa aber nicht. Die willigt ein und lässt den Teufel bestrafen. Der tötet die Peiniger der Gemobbten und hat reichlich Spaß dabei. Leider kommt alles anders. Wie so oft handelt der Teufel nämlich nur in eigenem Interesse. Diese Erfahrung muss auch Lisa machen. Als der nämlich auch Jene töten will, die der Schikanierten nahe stehen, ist Schluss mit lustig.
 
 
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Nette Idee – aber irgendwie trashig. DEVIL’S DOMAIN hat gute Ansätze, ist aber weder Fisch noch Fleisch. Das größte Problem: Der teuflische Rachestreifen hinterlässt einen semiprofessionellen Eindruck. Die Schnitte wirken unbeholfen, die musikalische Untermalung wurde teilweise unpassend gewählt. Zudem ist das Budget wohl hauptsächlich in Spezialeffekte geflossen, weshalb kein Geld mehr für gescheite Schauspieler vorhanden gewesen war. Vor allem Hauptdarstellerin und Mobbingopfer MADI VODANE hinterlässt zwiespältige Gefühle. Die steht das erste Mal vor der Kamera und kann gar nicht überzeugen. Als unerfahrene Newcomerin quält sie sich mit Laienschauspiel durch eine simpel gestrickte Geschichte, die sich eigentlich nur mit Splatter-Späßen über Wasser halten kann. So wird in DEVIL’S DOMAIN schwarzhumorig getötet, was den Streifen zumindest bei Fan für blutige Hausmannskost interessant machen dürfte. Mit kreativen Killerspielchen kennt sich Regisseur JARED COHN übrigens besonders gut aus. Der hat in der Vergangenheit viele Filmbanalitäten verbrochen und fühlt sich offenbar im Horrorfach besonders wohl. Zuletzt gab’s von ihm mit Low-Budget-Futter wie BUDDY HUTCHINS und THE HORDE deftigen Nachschub für Fans blutiger B-Movies. Für Feingeister war das leider nichts. Tiefgründigkeit darf man auch vom diabolischen DEVIL’S DOMAIN nicht erwarten, der sich einen Deut darum schert sich ernsthaft mit Mobbing und den Folgen auseinanderzusetzen. Stattdessen spult Filmemacher JARED COHN hastig und wenig ambitioniert das ab, was in der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS bereits Programm gewesen war. Dort vermasselte eine Dämonenbraut frechen Teenagern das Halloween und tötete abwechslungsreich. Das wird auch in DEVIL’S DOMAIN beibehalten. JARED COHN kopiert dreist und tauscht im Grunde genommen nur Dämonendame Angela aus genannter Horror-Serie gegen den Teufel in Frauengestalt aus. Der Ablauf ist ähnlich: Töten, töten, töten – Titten und Lesbensex gibt’s inklusive. Männlichen Zuschauern dürfte diese Kombination vermutlich zusagen.
 
 
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THE DEVIL’S DOMAIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Titten, Sex und Splatter. DEVIL’S DOMAIN setzt auf die niederen Instinkte. Hier wird zwar Cybermobbing thematisiert. Tiefgründig auseinandersetzen will sich der Streifen damit aber nicht. Die Außenseiterthematik ist nur Vorwand, damit gerächt werden kann – und das reißerisch und blutig. Regisseur JARED COHN zelebriert Trash in Reinform, der sich zumindest bei den Morden schwarzhumorig zeigt. Trotzdem hält man hier keinen Horror-Hit in den Händen. Das liegt in erster Linie am mangelnden Budget, das DEVIL’S DOMAIN semiprofessionell und billig erscheinen lässt. Für Fans der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS aber vermutlich von Interesse. DEVIL’S DOMAIN ist dem genannten Horror-Franchise nämlich nicht unähnlich.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S DOMAIN hat einige Sauereien zu bieten. Von Erdrosseln, über eine Gesichtsbearbeitung mit der Kettensäge bis hin zu schlimmen Verbrennungen gibt es allerhand böse Szenen zu sehen. Sollte es der Horrorfilm nach Deutschland schaffen, wartet vermutlich eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CLEOPATRA ENTERTAINMENT | CLEOPATRA FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night (1997)
 
Night of Something Strange (2016)
 
Trailer Park of Terror (2008)
 

Filmkritik: „Cherry Tree“ (2015)

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CHERRY TREE

Story

 
 
 

Teenager Faith geht einen Pakt mit dem Bösen ein, um das Leben ihres Vaters zu retten. Wie man es sich wohl denken kann, nimmt das kein gutes Ende für alle Beteiligten.

 
 
 


 
 
 

CHERRY TREE – Kritik

 
 
 
Bereits Goethes FAUST hat eindringlich davor gemahnt, besser keinen Pakt mit dem Bösen einzugehen, denn meist ist der Knebelvertrag an Konditionen gebunden, die nicht so leicht zu erfüllen sind. Seit Jahrhunderten wird in der Literatur vorm Bündnis mit der Finsternis gewarnt. Der Horrorfilm bediente sich dieser Situation natürlich auch immer wieder gern, um dem Fan des Gruselgenres schaurig schöne Filmabende zu bescheren. Mit dem Leibhaftigen ist nicht zu spaßen. Das haben Protagonisten vonn Filmen wie AT THE DEVILS DOOR, ANGEL HEART oder HEARTLESS am eigenen Leibe zu spüren bekommen, die leichtsinnig Papiere unterschrieben haben, welche vom Teufel persönlich gegengezeichnet wurden. Die Eingebung kam auf dem Weg, denn wer sich auf okkulte Abkommen mit der Unterwelt einlässt muss damit rechnen, dass er dafür in den meisten Fällen mit dem Leben bezahlen muss. So auch die Heldin des folgenden Horrorstreifens. Die bringt Kummer, Unheil und Tod über die Familie, weil sie sich das Kleingedruckte eines Abkommens nicht durchlesen wollte, das mit Mächten der Dunkelheit abgeschlossen wurde. CHERRY TREE nennt sich der neue Film von Regisseur DAVID KEATING. Der hat sich vor einigen Jahren an der Reanimation der legendären HAMMER STUDIOS beteiligt und mit WAKE WOOD den ersten Kinofilm für das Studio gedreht, das zuvor mehr als 30 Jahre leinwandabstinent gewesen war. Der Film erhielt gute Kritiken und weckte das Interesse der Horrorzuschauer, die nun mit Spannung den neuesten Streich des gebürtigen Iren herbeisehnen dürften. Doch kann CHERRY TREE dem Vorgänger überhaupt das Wasser reichen?
 
 
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Im Film geht es um Schülerin Faith (NAOMI BATTRICK), die kein einfaches Los gezogen hat. Der geliebte Vater ist an Blutkrebs erkrankt und hat nur noch wenige Monate zu leben. Für die Heranwachsende eine Tragödie, die ihren Kummer durch Aggressionen an der Schule äußert. Doch die neue Hockey-Trainerin Sissy Young (ANNA WALTON) weiß Rat. Die verfügt über heilende Kräfte und ist nebenberuflich Hexe. Sie bietet der verzweifelten Teenagerin ihrer Dienste an. Doch wie man sich denken kann, ist die vermeintlich selbstlose Tat nur im eigenen Interesse. Die Sportlehrerin verspricht die Genesung des Vaters, wenn ihr Faith als Gegenleistung ein Baby schenkt. So schläft die kummerbehaftete Schülerin mit der Flamme der besten Freundin und wird tatsächlich schwanger. Doch die Zukunft des Kindes steht unter keinem guten Stern. Zwar wird der Vater von seiner Krankheit geheilt. Doch je näher der Geburtstermin rückt, umso mehr plagen der werdenden Mutter Zweifel. Leider bleibt nicht viel Zeit für Gewissensbisse. Hexe Sissy fordert die vereinbarte Gegenleistung und hat kein Verständnis für Ausreden. Die zeigt ihr wahres Gesicht und das gewinnt keinen Schönheitspreis.
 
 
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Bitte mehr Filme mit und über Hexen. Seit Zombies, Foltergesellen und Spukgestalten im Wohnzimmer ihr Unwesen treiben, tut es dem Horrorfanherz gut, wenn Filme sich trauen aus der Reihe zu tanzen. CHERRY TREE ist nichts Großes und über weite Strecken konventionell gestrickt, so dass sich schnell erahnen lässt, wie der Film ausgehen wird. Weil aber Hexenfilmen seit Jahren kaum Beachtung geschenkt wird, sticht CHERRY TREE aus der Masse an immer gleichem Horrorschlamassel hervor. Im Film will eine böse Hexe furchtbare Rituale durchführen, um die Hölle auf Erden zu errichten, wird aber von einem Menschenkind in die Schranken gewiesen und für hinterlistiges Treiben mit dem Tod bestraft. Das liest sich zwar wie ein Märchen aus der Feder der Gebrüder Grimm und ist kein Stoff mit dem sich ein Genre neu erfinden lässt. Trotzdem meistert Regisseur DAVID KEATING seine Sache ganz ordentlich, denn der Film konzentriert sich aufs Wesentliche, hakt die Grusel-Etappen souverän ab und kommt zügig zum Punkt. So kann sich der Zuschauer im effekthascherischen Finale an grotesken Masken erfreuen, die trotz simpler Machart mancherorts die filmischen Albträume eines CLIVE BARKER in Erinnerung rufen. Leider wird man nicht nur einmal das Gefühl nicht los, dass schmales Budget eingeschränkt hat. Vermutlich sollten mehr visuelle Effekte und abwechslungsreiche Schauwerte zum Einsatz kommen. Weil wenig Geld zur Verfügung stand, musste gespart und improvisiert werden. So wurden Tausendfüssler als Ersatz für handgemachte Ekeleffekte eingesetzt und verfehlen ihre Wirkung nicht. Die kleinen Tiere krabbeln in Großaufnahme unaufhaltsam durch Haut und in Körperöffnungen. Zartbesaitete Zuschauer dürften sich angewidert abwenden.
 
 
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CHERRY TREE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Von heimtückischer Hexerei, giftigen Tausendfüsslern und blutigen Ritualen unterm Kirschbaum. Der zweite Horrorfilm von Regisseur DAVID KEATING ist Low-Budget-Horror mit Herz, der sicherlich nicht fehlerfrei ist und sich dem Hexen-Genre zuwendet. Geld hat gefehlt, so dass improvisiert werden musste. Das betrifft in erster Linie Effekte und Masken. Gott sei Dank kommt keine Unterstützung aus dem Computer, was dem Streifen ein charmantes Oldschool-Feeling beschert. Vor allem im Finale erinnern einigen Masken an gute alte CLIVE BARKER-Filmzeiten und heben CHERRY TREE über den Durchschnitt. In Kombination mit guten Schauspielern und temporeichem Drehbuch ist kurzweilige Unterhaltung garantiert. Weil der Film eher konventionell gestrickt ist, dürfte sogar das Mainstream-Publikum auf seine Kosten kommen. Hex, hex.
 
 
 


 
 
 

CHERRY TREE – Zensur

 
 
 
Die Gewaltmomente bewegen sich in CHERRY TREE im überschaubaren Rahmen. Die sind kaum vorhanden. So verbrennt u.a. einer der Protagonisten lebendig und einer Filmfigur wird der Hals aufgeschnitten. Eine FSK16 dürfte für die wenigen Schauwerte ausreichen.
 
 
 


 
 
 

CHERRY TREE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Pakt – The Covenant (2006)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Angel Heart (1987)
 
Faust – Love Of The Damned (2000)
 

Filmkritk: „At the Devil’s Door“ (2014)

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AT THE DEVIL’S DOOR

Story

 
 
 
Ein teuflischer Pakt hat für drei Frauen schwerwiegende Konsequenzen: sie können sich ihres Lebens nicht mehr sicher sein, weil ihnen eine bösartige Gestalt nichts Gutes will …
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfilm – immer Horrorfilm, zumindest scheinen diesem Credo schon so manche Nachwuchsregisseure blindlings gefolgt zu sein, schließlich bekommt man den Ruf des Angstmachers schwer wieder los, wenn man Zuschauer erfolgreich um den Schlaf gebracht hat. So ähnlich dürfte es in Zukunft auch NICHOLAS MCCARTHY ergehen, der sich sichtlich im Horror-Bereich festgefahren hat und ein Faible für subtilen Schauer besitzt, wie er im Falle seines neusten Gruselstreifens einmal mehr unter Beweis gestellt hat. Der nennt sich AT THE DEVIL’S DOOR und ist nach seinem kleinen Indie-Hit THE PACT (dem demnächst ein weitere Teil folgen soll) bereits der zweite Ausflug in die Welt der Dämonen und Geister, den er mal so ganz nebenbei aus dem Ärmel geschüttelt hat. Glücklicherweise wiederholt er hier nicht einfach nur geistlos das, was seinem Erstling zum Erfolg verholfen hat. Stattdessen ist eine konsequente Weiterentwicklung zu verzeichnen, die einen Gänsehaut verursachenden Gruselzoll zur Folge hat. MCCARTHY gelingt das, was vielen Horrormachern oftmals verwehrt bleibt. Mit langsamen Kamerafahrten, spartanisch ausgeleuchteten Sets und wohl überlegten Schreckmomenten jagt er Angst ein und wirkt darin so erfahren, dass man meinen könnte er habe bisher weit zwei Dutzend solcher Filme auf Zelluloid gebannt. Dem ist jedoch nicht so, was einmal mehr beweist, dass der Regisseur nicht im Akkord filmt, sondern Qualität walten lässt – etwas, was man im Horrorfilm mittlerweile schmerzlich vermisst.
 
Die Dreharbeiten zu AT THE DEVIL’S DOOR wurden bereits im Jahr 2012 begonnen, kurz nachdem THE PACT international vermarktet wurde und reichlich Lobeshymnen einheimsen konnte. Die Idee zum Film kam MCCARTHY während einer Taxifahrt nach der Sundance-Premiere seines Erstlings, als ihm der Taxifahrer von einem gruseligen Ereignis aus seinem Leben in Chile berichtete, bei dem er seine Seele an einen Medizinmann verkauften wollte, um seinen Freunden zu beweisen, wie mutig er ist. Kurze Zeit später wurde er von unheimlichen Stimmen gerufen, die ihm reichlich Unbehagen beschert haben. MCCARTHY war von dieser Gruselgeschichte derart fasziniert, dass er nur wenig Zeit vergeudete und zügig ein Drehbuch schrieb in das er die Erzählung implementieren konnte – Wer AT THE DEVIL’S DOOR aufmerksam verfolgt, dürfte des Taxifahrers Anekdote im Opening wiederentdecken. Selbstverständlich ist MCCARTHY seinem Stil treu geblieben, denn wie bereits im Erstwerk THE PACT bekommt der Zuschauer auch in HOME (so wie AT THE DEVIL’S DOOR anfänglich heißen sollte) die eher leisen Töne serviert. Das mag zwar in einer Zeit dumpfer Gewaltstreifen und hanebüchenen Mainstream-Spuks durchaus altbacken anmuten; die Geschichte und das Drumherum jedoch, das MCCARTHY hier an den Zuschauer bringen will, ist so geschickt und spannend konstruiert, dass die obligatorische „Toilettenpause“ definitiv warten muss. Die Thematik „Pakt“ hat es ihm sichtlich angetan, denn wie im Film mit gleichem Titel handelt auch sein neuer Streifen von einem teuflischen Abkommen, das eine Reihe ungeahnter Ereignisse zur Folge hat.
 
Im Mittelpunkt stehen drei Frauen, deren Schicksale miteinander verknüpft sind. Es ist der Leibhaftige, der ihnen nichts Gutes will und mit dem die 17-jährige Hannah als erstes unfreiwillig Bekanntschaft machen muss, weil sie ihre Seele aus Liebe zu Ihrem neuen Freund an den Teufel verkauft hat. Der ist auf der Suche nach einem neuen zuhause und nutzt ihren Körper, um es sich darin gemütlich zu machen. Für Hannah eine Qual. Als sie keinen Ausweg findet und sich beginnt vor sich selbst zu fürchten, erhängt sie sich im Haus ihrer Eltern. Was folgt ist wahrlich nichts für sensible Gemüter: Immobilienmaklerin Leigh (CATALINA SANDINO MORENO) nimmt sich dem Häuschen an, in dem die Heimgesuchte ihre letzten Tage verbracht hat. Die Eltern möchten die trostlosen Räumlichkeiten verkaufen, um die schreckliche Vergangenheit hinter sich lassen. Doch das Böse scheint hier immer noch präsent zu sein. Bald schon nimmt der Teufel erneut die Witterung auf und beginnt Leigh samt Schwester aufzulauern, um die Frauen für seine Zwecke missbrauchen zu können.
 
Wenn Luzifer dreimal klingelt, sollten lieber alle Türen abgeschlossen werden, denn mit dem Besuch aus der Hölle ist meist nicht gut Kirschen essen. In AT THE DEVIL’S DOOR ist der Teufel obdachlos und schleicht als finstere Gestalt durch die Leben dreier Frauen, die durch die Begegnung mit dem Bösen völlig aus der Bahn geworfen werden. Regisseur NICHOLAS MCCARTHY bewegt sich weg vom Paranormalen und probiert Okkultes aus, das irgendwo zwischen DER EXORZIST, ROSEMARIES BABY und DAS OMEN zu finden ist. Dabei bahnt sich das Grauen mit leisen Schritten durch das clever geschriebene Drehbuch, das nur häppchenweise Informationen liefert und niemals zu viel verrät. Ein guter Schachzug, denn so kann der Spannungsbogen konstant gehalten werden, der bei einem gemächlich erzähltem Gruselstreifen wie AT THE DEVIL’S DOOR unverzichtbar ist. Natürlich haben auch viele „böse“ Szenen ihren Weg in den Streifen gefunden. Da MCCARTHY seit jeher eher auf’s Subtile Wert legt und ein Verfechter klassischer Horrorelemente ist, hat das Schlachthandwerk Sendepause. Hier huschen finstere Schatten durch lange Flure, Türen schlagen wie von Geisterhand zu und Frauen werden von einer unsichtbaren Präsenz durch die Luft gewirbelt – THE ENTITY (1982) lässt grüßen. Lobenswerterweise hält sich der Gruselmacher mit dem inflationären Zeigen der ewig gleichen Genre-Zutaten zurück. Diese finden wenn nur sparsam Verwendung, wobei sich das meiste Grauen ohnehin nur im Kopf des Zuschauers abspielt. Erst gegen Ende darf ein kurzer Blick auf das Filmmonster geworfen werden für das sich MCCARTHY scheinbar ein wenig Inspiration bei PAN’S LABYRINTH geholt haben dürfte. AT THE DEVIL’S DOOR ist altmodischer Schauer mit viel Atmosphäre, der vor allem von der Prämisse zehrt, dass er nicht verrät, worauf er denn nun eigentlich hinaus will. Das Puzzle wird erst am Ende gelöst, wenngleich auch im Finale die leisen Töne zählen und auf effekthascherisches Brimborium verzichtet wurde. So ruhig und unerwartet wie AT THE DEVIL’S DOOR begonnen hat, endet er auch – einziges Manko: Der offene Ausgang lässt wie bei so vielen Horrorfilmen mal wieder Spekulationen für ein Sequel offen. Im Falle dieses in sich stimmigen Albtraums ist dies jedoch vollkommen überflüssig, denn um plausible Antworten zu erhalten, sollte der Zuschauer lieber die Phantasie spielen lassen.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
AT THE DEVIL’S DOOR ist garantiert kein Film, den man vor dem zu Bett gehen anschauen sollte. Nach dem Indie-Hit THE PACT ist Macher NICHOLAS MCCARTHY seinem Grusel-Konzept treu geblieben und setzt wieder auf eher subtilen Horror statt blutgeilem Splatter-Quatsch mit dem Holzhammer. AT THE DEVIL’S DOOR ist stilistisch nicht weit von THE PACT entfernt. Wieder gibt es langsam Kamerafahrten, düstere Gänge und genug unheimliche Momente, die reichlich Gänsehaut verursachen. Neu hingegen ist, dass sich MCCARTHY weg vom Geister-Genre hin zum Okkultismus bewegt und eine in sich stimmige Geschichte zu Papier gebracht hat, die erst am Ende Sinn ergibt. Bis dahin darf sich durch eine morbide und nahezu depressiv wirkende Szenerie gegruselt werden, für die man Macher NICHOLAS MCCARTHY nur Dank beipflichten kann. Der versteht nämlich wie man dem Zuschauer mit einfachsten Mitteln Angst einjagen kann. Für INSIDOUS und CONJURING-Schöpfer JAMES WAN eine gute Gelegenheit für die geplanten 100 Pre- und Sequels seiner bisherigen Erfolgsfilme die ein oder andere Idee zu stibitzen. Wir meinen: In letzter Zeit kann keiner so gut gruseln wie NICHOLAS MCCARTHY. Sein AT THE DEVIL’S DOOR gehört zweifelsohne mit zur Referenz atmosphärischer Schauerstreifen.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Zensur

 
 
 
Wir sehen besessene Frauen die in der Luft schweben und aus Fenstern und gegen Wände geworfen werden. Gewalt wird hier kaum gezeigt. Daher hat der Film von der FSK eine ungeschnittene FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Home; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews, Making Of, Deleted Scenes

Release-Termin: 06.02.2015

 

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AT THE DEVIL’S DOOR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pact (2012)
 
Besessen – Der Teufel in mir (2012)
 
Cassadaga (2011)
 
The Innkeepers (2011)
 
The Awakening (2011)
 
The Devils Backbone (2001)
 
Das Omen (1976)
 
Der Exorzist (1973)