Filmkritik: „Und wieder ist Freitag der 13.“ (1982)

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UND WIEDER IST FREITAG DER 13.

(FREITAG DER 13. – TEIL 3 | FRIDAY THE 13TH PART 3: 3D)

Story

 
 
 
Im dritten Teil der Kultreihe erhält Jason endlich sein Markenzeichen, die Eishockey-Maske, denn mit der mordet es sich einfach besser, als mit einem Kartoffelsack auf dem Kopf.
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Kritik

 
 
Während Jason im ersten Teil einer der kultigsten Slasher-Reihen überhaupt ja quasi noch gar nicht auftauchte, durfte er in „Jason kehrt zurück“ ein Jahr später bereits das Morden üben. Und da der Film in Amerika durchaus erfolgreich war, folgte nur ein weiteres Jahr später, nämlich 1982, die nächste Fortsetzung. Im Deutschen fast schon humorvoll-stagnierend mit „Und wieder ist Freitag der 13.“ betitelt, wiederholt man das stumpfe Szenario zwar eigentlich nur, aber in diesem Teil bekommt Jason endlich seine Eishockey-Maske. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb man es mit einem der besten Teile der Reihe zu tun bekommt, selbst wenn das längst nicht jeder Fan so sieht.
 
 
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Wenn man hier etwas kritisieren möchte, dann sollte es am ehesten die Handlung treffen, denn diese könnte einfallsloser kaum sein. Ein paar Freunde, Crystal Lake, Jason – Mehr Worte braucht man nicht, um die Geschichte zu erläutern und jeder weiß, wie das alles ablaufen wird. Auf Logik hat man nebenbei ebenfalls verzichtet. So soll sich das Treiben zwei Tage nach dem letzten Teil abspielen, was dann streng genommen gar nicht mehr Freitag der 13. sein könnte. Das ist jedoch alles egal, denn ein altmodischer Slasher-Fan wird keine echte Story brauchen. Immerhin hatte man hier zahlreiche blöde Ideen, die man eingebaut hat und die den Zuschauer erheitern können.
 
 
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„Und wieder ist Freitag der 13.“ hat hier tatsächlich zwei Faktoren zu bieten, die man selten beide von einem Film der Reihe geboten bekam. Auf der einen Seite ist der Film nämlich ganz schön bescheuert, ja teilweise arg trashig, besitzt Fehler und ein paar Charaktere, die man nun absolut nicht ernst nehmen kann. Das sorgt für Belustigung und macht den dritten Teil schon mal unterhaltsam. Auf der anderen Seite will Steve Miner, der wie schon beim Vorgänger Regie führte, aber auch gerne Atmosphäre aufbauen. Das sieht man am oftmals sehr langsamen Aufbau, den manche für langweilig halten mögen, der aber tatsächlich eine bedrohliche Stimmung entstehen lässt. Außerdem ist Jason hier noch kein Übermensch, durchaus verletzbar und das besitzt seine ganz eigene Note. Somit gelingt „Und wieder ist Freitag der 13.“ die Symbiose aus Trash und spannendem Slasher, was man in diesem Subgenre nun durchaus nicht oft finden kann.
 
 
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Gerade deshalb fällt es auch gar nicht so negativ auf, dass man eigentlich nur schon wieder die bekannten Zutaten vorgesetzt bekommt. Von Vorteil ist ebenfalls, dass Crystal Lake nun anders aussieht, als zuvor und eher an eine Farm erinnert. Hier spielt sich ein Großteil des Filmes ab und die Optik weiß durchaus zu gefallen. Ein weiterer, belustigender Aspekt ist, dass „Und wieder ist Freitag der 13.“ damals in 3D-Version in die Kinos kam, was in den 80er Jahren gerade in Amerika ja unheimlich beliebt war. Ständig werden Gegenstände in die Kamera gehalten und was damals im Kino vielleicht als Attraktion galt, verführt heute eher zu einem nostalgischen Grinsen. Das alles sorgt aber für eine unschlagbare Atmosphäre, die eben nahezu alle Facetten bedient. Der dritte Teil von „Freitag der 13.“ ist doof, unfreiwillig komisch, amüsant, aber auch spannend, bedrohlich und vor allen Dingen ganz schön blutig.
 
 
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Über Gewalt muss man bei dieser Reihe ganz ausführlich sprechen, denn kaum eine Reihe hatte so viele Probleme mit der Zensur. Schon bevor die Filme ins Kino kamen, wurden sie leider entschärft, um ein X-Rating zu vermeiden. In Deutschland landeten sie dann aber obligatorisch trotzdem schnell auf den Index und wurden zusätzlich gekürzt. Wenn man sich „Und wieder ist Freitag der 13.“ heutzutage anschaut und überlegt, dass er mittlerweile ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde, kann man die ganzen Beschlagnahmungen von früher natürlich nur belächeln. Aber trotzdem ist der Gewaltgrad höher, als in den beiden Vorgängern und für einen Slasher aus damaliger Zeit, lässt man es hier ganz schön krachen. Die Effekte sind nicht perfekt, aber eben von Hand gemacht. Manche sehen sehr derb aus, andere animieren eher zum Schmunzeln.
 
 
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Wobei man schon etwas warten muss, bis es hier mal zur Sache geht. In der ersten Hälfte ist mit Jason wirklich noch nicht so viel los und es dreht sich eher um die bekloppten Teenies, um ihre Streiche, ums Kiffen, natürlich um den Beischlaf (wobei der Film leider zu wenig nackte Haut für einen Slasher bietet) und dann kommen auch noch bedrohliche Biker mit hinzu. Obwohl hier slasher-technisch nicht so viel geschieht, ist das alles überhaupt nicht langweilig und höchst amüsant ausgefallen. Außerdem lässt man es dann im langen Finale ordentlich krachen. Da steigt der Bodycount dann doch schnell an und der finale Überlebenskampf ist sogar ziemlich spannend geraten. Vorher ist das alles eher entspannende Unterhaltung, die aber eben dennoch die notwendige Portion Atmosphäre besitzt. Nur auf die Wiederholung des Finales aus dem zweiten Teil hätte man gerne verzichten können, aber da bereits der zweite Teil dieses Element nutzte, sei dem Werk dies verziehen.
 
 
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Was gehört sonst noch so zu einem Slasher? Natürlich dumme Charaktere, die nur als Kanonenfutter dienen. Davon gibt es hier genügend, aber erstaunlicherweise wirken diese gar nicht mal so unsympathisch. Zumindest größtenteils nicht. Und ganz ansprechend gespielt, werden die Figuren ebenfalls. Mit Dana Kimmell ist ein brauchbares Final-Girl anwesend und auch sonst versprühen die vielen, belanglosen Charaktere so ihren Charme. Jason wurde übrigens zum ersten und letzten Mal von Richard Brooker gespielt, was dieser ordentlich gemacht hat. Er gibt dem Killer mit seinen Körperbewegungen eine psychopathische Note, welche weit entfernt ist vom späteren Übermenschdasein. Und den typischen Jason-Sound gibt es natürlich auch genügend zu hören. Ein solch simpler Sound, an dem man sich kaum satthören kann. Insgesamt ist der Score brauchbar und begleitet das Treiben atmosphärisch.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Hauch von Handlung, hinzu eine ziemliche Kopie des zweiten Teils und dennoch ist „Und wieder ist Freitag der 13.“ ein toller Slasher geworden. Die Mischung aus Trash (der hinzu nicht selten auch noch unfreiwillig entsteht) und spannendem Slasher ist eine Seltenheit. Hier kann man sich entspannt zurücklehnen, sich amüsieren und bekommt dennoch eine gelegentlich ansprechende Atmosphäre mit gelungenem Spannungsaufbau geboten. Die Figuren sind überwiegend doof, aber markant und gar nicht so unsympathisch, die Darsteller spielen völlig passabel, die Kulissen sehen gut aus und die Inszenierung funktioniert. Hat man die ganzen amüsanten Momente hinter sich, bekommt man zudem eine gute Portion harten Splatter geboten. Nein, perfekt ist das nun wirklich nicht, aber so verdammt charmant und nur für den Fall, dass es jemand noch nicht mitbekommen hat: Jason bekommt hier halt seine ikonische Eishockey-Maske! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Zensur

 
 
 
„Und wieder ist Freitag der 13.“ erschien in Deutschland ungekürzt auf VHS. Im Jahr 1985 wurde Teil 3 indiziert und 1988 wurder der Slasher vom Amtsgericht Frankfurt beschlagnahmt. Ein Jahr später erfolgte die Einziehung und der 3. Teil der Freitag-Reihe landete für viele Jahre im Giftschrank. Erst im Juni 2016 gelang es dem Anbieter 84 Entertainment die Indizierung aufheben zu lassen. Man ließ „Und wieder ist Freitag der 13.“ von der FSK neu prüfen und erhielt für den Streifen in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Seither kann er ungeschnitten und legal im stationären Handel gekauft werden.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Pictures (Blu-ray im KeepCase – Erstauflage)

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(c) 84 Entertainment (Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage)

(c) Paramount Pictures (Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Friday the 13th Part 3: 3D; USA 1982

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch Dolby TrueHD 5.1, Französisch DD 2.0 (Mono), Italienisch DD 2.0 (Mono), Spanisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Frische Schnitte: 3D Terror, Slasher Filme: Immer die Halsschlagader, Die Geschichte der Maske, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 2, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 3, Original Kinotrailer

Release-Termin: KeepCase Erstauflage: 12.02.2011 | KeepCase Zweitauflage: 10.02.2021 | 8-Movie-Collection: 13.05.2022

 

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Erstauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)
 
Freitag der 13. – Jason kehrt zurück (1981)
 
Das Camp des Grauens 2 (1988)
 
Das Camp des Grauens 3 (1989)
 

Filmkritik: „Scream“ (2022)

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SCREAM

(SCREAM 5)

Story

 
 
 
25 Jahre nach den ersten Morden in Woodsboro kehrt Ghostface abermals zurück, um die Regeln des Slashers auf Herz und Nieren zu prüfen.

 
 
 


 
 
 

SCREAM – Kritik

 
 
Manche Reihen sind einfach nicht totzukriegen und die Nostalgie-Welle scheint auch nicht mehr abzuebben. Viele große Filmreihen ziehen ihr eigenes Ding durch, locken den Zuschauer von damals aber mit dem originalen Cast. Das kann durchaus gut ausgehen, wie zuletzt „Ghostbusters: Legacy“ bewies. Es kann aber auch redundant werden, wie es der neue „Scream“ beweist. Dass dabei auf eine Fünf im Titel verzichtet wurde, macht schon mal deutlich, dass man sich hier nicht nur als verspätete Fortsetzung, sondern auch als Remake/Hommage versteht. Dabei war die Reihe bisher wirklich gut. Wes Craven schuf mit dem ersten Teil 1996 einen Kultfilm, der clever mit Genre-Regeln spielte und eine Meta-Ebene besaß, die man so zuvor in einem Slasher noch nicht gesehen hatte. Mit dem zweiten Teil wurde das sehr gut und mit dem dritten Teil immerhin noch solide fortgesetzt, bis es still wurde um „Scream“. 2011 kehrte Craven mit einem moderneren, vierten Teil jedoch noch mal zurück. Es war sein letzter Film und Craven verstarb 2015 leider. Die Modernisierung war allerdings geglückt, nur floppte das Werk an den Kinokassen und eine neue Trilogie schien sich somit erledigt zu haben. Da momentan so gut wie alles, was jemals auch nur halbwegs erfolgreich war, eine Fortsetzung, ein Remake, ein Reboot, eine Hommage oder auch ein „Requel“ erhält, muss selbstverständlich auch „Scream“ 2022 noch mal ordentlich die Nostalgie-Keule schwingen. Und die ersten Kritiken klangen enorm vielversprechend. Allgemein kommt der fünfte Teil bisher überraschend gut an. Überraschend ist das deshalb, weil er eigentlich überhaupt nichts Neues zu bieten hat und teilweise fast schon nervig geraten ist.
 
 
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Über die Story braucht man kaum Worte zu verlieren. Alles beginnt mit der berühmten Telefon-Szene am Anfang. Dieses Mal soll Tara das Opfer sein, aber sie überlebt den Angriff von Ghostface schwer verletzt und befindet sich danach im Krankenhaus. Ihre ältere Schwester kommt zurück nach Woodsboro, obwohl sie den Ort eigentlich nie wieder sehen wollte. Gemeinsam gilt es nun, herauszufinden, wer der Täter sein könnte. Man kommt sich wirklich mehr wie in einem Remake, als in einer Fortsetzung vor, weil die Story der aus dem ersten Teil (an dem sich „Scream 2022“ auch am meisten orientiert) doch sehr ähnlich ist. Teilweise kann man schon von einer Kopie sprechen. Kreativ ist das nicht und man bemerkt deutlich, dass Kevin Williamson und Ehren Kruger als Drehbuchautoren fehlen. Dabei versucht der Film enorm clever zu sein. Er legt es so sehr darauf an, dass er damit scheitert. Die ganzen Gags auf Meta-Ebene gehören sicherlich zu „Scream“ dazu, aber dieses Szenario wurde nun bereits vier Male zuvor bedient und dem neuen Werk fällt da einfach nichts Neues ein. Außerdem heuchelt sich „Scream“ anno 2022 selbst etwas vor. Er macht nämlich genau das, was er eigentlich die ganze Zeit kritisiert: Eine lustlose, uninspirierte Hommage bieten, die kein neues Material besitzt.
 
 
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Das Drehbuch könnte man theoretisch seitenlang verreißen, denn die guten Elemente kann man an einer Hand abzählen. Dabei ist die Herangehensweise, sich selbst nicht ernst zu nehmen, garantiert nicht verkehrt, aber etwas ernster hätte sich der neue Film dann doch nehmen dürfen. Am Ende weiß man nämlich gar nicht mehr so recht, ob man sich noch „Scream“ anschaut oder doch schon beim nächsten „Scary Movie“ angelangt ist. Das Motiv der Taten ist nämlich arg weit hergeholt. Sicherlich steckt hier etwas Satire versteckt, aber diese wird leider überhaupt nicht bissig, sondern eher unsinnig dargeboten. Das große Rätselraten bleibt ebenfalls aus. Man kann vielleicht vorher schon erahnen, wer hinter den Taten steckt, aber die Auflösung wird allgemein ziemlich schlecht vorbereitet und da die neuen Täter kaum ein Profil erhalten, ist es auch nicht sonderlich interessant, warum sie überhaupt morden.
 
 
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„Scream“ setzt 2022 das große Problem der Figurenzeichnung in modernen Film fort. Erst vor kurzem scheiterte die Neuauflage von „Texas Chainsaw Massacre“ daran und nun diese Fortsetzung. Die Charaktere bilden sich einfach aus irgendwelchen jungen 08/15-Leuten, denen es an Persönlichkeit fehlt. Man wird sich an diese Figuren nicht lange erinnern können. Im Gegenzug dazu kann man den originalen Film selbst seit der Entstehung nicht mehr gesehen haben und erinnert sich trotzdem noch an die markanten Charaktere von damals. Es fehlt allerdings auch an einprägsamen Leistungen bei den Darstellern. Jenna Ortega spielt als einzige der vielen neuen Personen einigermaßen gut und hinterlässt einen kleinen, aber bleibenden Eindruck. Die restlichen neuen Darsteller sind zwar okay, aber völlig nichtssagend. Also müssen es mal wieder die bekannten Charaktere richten, wobei selbst diese Rechnung nicht aufgeht. Neve Campbell und Courteney Cox hätte man sich nämlich sparen können. Sie schauen sowieso nur ein paar Male kurz vorbei und ihre Rollen wirken hier doch reichlich erzwungen. Nur mit David Arquette hat man alles richtig gemacht. Seine Rolle ergibt durchaus einen Sinn und Arquette spielt das sehr sympathisch. Die Szenen mit ihm gehören zu den besten, die „Scream“ zu bieten hat.
 
 
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Leider sind das nicht sonderlich viele, obwohl nicht alles an diesem Werk schlecht ist. Ist der lustlose Start erst mal überwunden, gibt es hin und wieder ein paar Szenen, die ganz geschickt mit den Konventionen spielen. Diese Herangehensweise ist zwar ebenso wenig neu, wie sich quer durch das Horrorgenre zu zitieren, macht aber in manchen Momenten noch etwas Laune. Ansonsten mangelt es dem Film eindeutig an Atmosphäre. Ghostface wirkt nicht mehr wie ein bedrohlicher Killer, sondern taucht einfach immer mal wieder kurz auf und verschwindet dann wieder. Seine Präsenz war in keinem Film der Reihe jemals so bedeutungslos. Horror kommt also schon mal kaum auf. Die Komödien-Aspekte machen das allerdings nicht gerade wieder gut. Dass sich „Scream“ 2022 nicht ernst nimmt, wurde ja bereits erwähnt, dass er gerne eine Persiflage wäre, kann man wohl deutlich herauslesen und dass er meint, besonders clever zu sein, ist der größte Irrglaube. Die Gags zünden einfach nicht und es gibt nur wenige Pointen, die mal etwas besser sitzen.
 
 
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Dass das Gesamtpaket nicht gerade unterhaltsam ausfallen kann, sollte einem bei all der negativen Kritik nicht wirklich wundern. Was muss also her? Genau! Man kompensiert alle Schwächen einfach mit viel Gewalt. So brutal, wie hier, ging es in dieser Reihe jedenfalls noch nicht zur Sache und ein paar Szenen sind schon reichlich brachial. Dass die Effekte überwiegend von Hand stammen, ist eine schöne Sache. Nur bringt das dem Werk im Endeffekt eben auch nicht gerade viel, weil dem Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett einfach zu wenig einfällt, um ihrem neuen „Scream“ eine eigene Handschrift zu verpassen. Zu sehr suhlt man sich im Erfolg des Originals, aber Craven hatte inszenatorisch eben deutlich mehr auf dem Kasten. Das soll nicht heißen, dass der Film handwerklich schlecht gemacht wurde. Er sieht optisch passabel aus und die Inszenierung ist sauber. Das ändert jedoch nichts daran, dass die knapp zwei Stunden Laufzeit keinerlei Spannung aufkommen lassen und jede menge Füllmaterial besitzen. Das mehr als übertriebene Ende ist immerhin noch halbwegs amüsant, aber der langweilige Score klingt wirklich sehr ideenarm.
 
 


 
 
 

SCREAM – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Gäbe es „Scream 1“ bis „Scream 4“ noch nicht, dann wäre „Scream“ von 2022 ein guter, selbstironischer Slasher. Als fünfter Teil ist er jedoch überflüssig. Weder ist die Hommage besonders gut gelungen (weil Hommage nicht einfach nur kopieren heißt), noch macht das als Fortsetzung großartig Sinn. Das Drehbuch ist eine echte Schwäche, selbst wenn manche das bescheuerte Ende sicherlich abfeiern werden. Negativ sind auch die meisten, nichtssagenden Darsteller, die eine völlig belanglose Figurenzeichnung erhalten haben. Das Spiel mit der Meta-Ebene ist ausgelutscht, frische Ideen gibt es keine. Außerdem besitzt der Film einfach keine eigene Handschrift. Ein paar Szenen sind gut, der Gewaltpegel ist ziemlich hoch, die Effekte sehen ordentlich aus und David Arquette lässt immerhin kurz Freude aufkommen. Ansonsten stellt „Scream“ anno 2022 eine ziemliche Nullnummer dar, die man sich echt hätte sparen können. Das hat die Reihe wirklich nicht verdient!
 
 


 
 
 

SCREAM – Zensur

 
 
 
„Scream 5“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben. Die Altersfreigabe mutet etwas niedrig an, bedenkt man, wie zeigefreudig der neue Film der Reihe in Sachen Gewalt doch ist.
 
 
 


 
 
 

SCREAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scream; USA 2022

Genre: Horror, Komödie, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Japanisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Chinesisch (traditionell), Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Thailändisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 114 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen (ca. 3 Min.), Trailer von Scream – Schrei! (1996), Featurettes: Neues Blut (ca. 7 Min.), Blutlinien ca. 8 Min.), Im Schatten des Meisters (ca. 7 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 28.04.2022

 
 

Scream [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SCREAM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Düstere Legenden (1998)
 

Filmkritik: „Spell“ (2020)

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SPELL

Story

 
 
 
Auf dem Weg zur Beerdigung seines Vaters, stürzt Marquis mit seiner Familie im Privat-Flugzeug ab und als er erwacht, befindet er sich in den Fängen einer verrückten Hoodoo-Sekte.

 
 
 


 
 
 

SPELL – Kritik

 
 
Voodoo wird natürlich gerne für okkulte Horrorfilme als Vorbild benutzt. Eine solche Prämisse kann man 2020 also schon mal nicht mehr originell nennen, selbst wenn es in „Spell“ selbst um Hoodoo und nicht um Voodoo geht. So ähnlich die Aussprache, so wenig originell der Filmtitel, so wenig überraschend das Ergebnis. „Spell“ punktet in erster Linie mit seiner Optik, hat inhaltlich allerdings kaum etwas zu bieten.
 
 
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Star-Anwalt Marquis erhält plötzlich die Nachricht vom Tod seines Vaters. Also macht er sich zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Privat-Flugzeug auf den weiten Weg nach West Virginia. Als ein Unwetter aufkommt, stürzt die Maschine ab und als Marquis erwacht, befindet er sich auf einem Dachboden mit Verletzungen. Eine hilfsbereite Frau ist auch dort, aber es dauert nicht lange, bis Marquis bemerkt, dass Eloise nichts Gutes im Schilde führt. Das Ganze hat mit Hoodoo zu tun und Marquis versucht schon bald eine Flucht zu planen. Ob nun Hoodoo oder Voodoo spielt dabei eigentlich keine Rolle. Es gibt Parallelen, aber „Spell“ versucht dem Zuschauer diese Magie sowieso nicht näher zu bringen. Die Prämisse ist lediglich zweckdienlich und wird nicht weiter ausgearbeitet. Dabei hätten ein paar frische Ideen definitiv nicht geschadet. Das Drehbuch tut so, als würden wir uns noch in den 90er Jahren befinden und kommt ziemlich ideenarm daher. Nicht mal Hintergründe erfährt der Zuschauer hier. Erstaunlich, dass dafür Kurt Wimmer zuständig war, der mal Drehbücher für z.B. „Equilibrium“ schrieb. Wirklich überzeugend ist diese Geschichte nicht.
 
 
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Dafür kann die Optik punkten. Regisseur Mark Tonderai, der ansonsten überwiegend für’s Fernsehen arbeitet, liefert nämlich schon ab. In „Spell“ wird viel mit Filtern, Close-ups und Zooms gespielt. Das macht das Schauen zwar manchmal ein wenig anstrengend, aber da es gekonnt gestaltet wurde, macht das Ergebnis schon etwas her. Alleine die ganzen Farbfilter geben dem Werk einen hübschen Anstrich. Auch über die Schauplätze kann man sich nicht beklagen, denn hier wirkt alles authentisch und eine gewisse Atmosphäre entsteht so ebenfalls. Man bekommt es zwar nur mit einem typischen, okkulten Horrorfilm zu tun, aber phasenweise ist die Stimmung dennoch schön bedrohlich und dass es konsequent ernst zur Sache geht, passt ebenfalls.
 
 
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Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus den Darstellern. Omari Hardwick spielt seine Rolle durchaus glaubwürdig und gibt sich alle Mühe. Auch Loretta Devine erledigt ihre Aufgabe solide und die ganzen, kleinen Nebenrollen sind ebenfalls ordentlich besetzt. Aus schauspielerischer Sicht ist „Spell“ also gelungen, aber leider mangelt es erheblich an einer funktionierenden Figurenzeichnung. Die Wandlung von Marquis wirkt noch halbwegs glaubwürdig, doch viel erfährt man über seinen Charakter nicht. Alle anderen Figuren trifft es noch schlimmer. Über die Motive von Eloise kann man nur rätseln und manche Personen tauchen anfangs kurz auf, nur um dann vom Film vergessen zu werden. So hätte man die Familie von Marquis auch gleich weg lassen können. Nichtssagende Charaktere sind mit Sicherheit störend, aber warum man überhaupt nichtssagende Charaktere einführt, nur um sie dann zu vergessen, ist rätselhaft.
 
 
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Da „Spell“ inhaltlich wenig zu bieten hat, stellt es sich auch nicht als sonderlich interessant heraus, dem Geschehen zu folgen. Obwohl die Atmosphäre immer mal wieder schön dicht ist und sich der Überlebenskampf von Marquis als halbwegs spannend herausstellt, ist im Endeffekt viel zu wenig los, um den Zuschauer gut zu unterhalten. Das liegt allerdings auch mit daran, dass die Charaktere einfach zu farblos bleiben. Überwiegend geht es relativ ruhig zur Sache und viele Effekte braucht man nicht zu erwarten. Abgesehen von ein, zwei schmerzhaften Szenen spielt auch Gewalt keine so große Rolle. Nur das Finale dreht dann plötzlich etwas durch und bietet deutlich mehr Action. Das ist an sich unterhaltsam, nur passt der Wechsel im Ton so gar nicht zum vorherigen Geschehen. Außerdem offenbaren sich so ein paar CGI-Effekte, die man nicht unbedingt gebraucht hätte. Der Score klingt passend und ist brauchbar.
 
 


 
 
 

SPELL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Spell“ ist so durchschnittlich, wie der einfallslose Titel es schon vermuten lässt. Dabei hätte aus dem Streifen durchaus etwas werden können, denn die handwerkliche Arbeit ist solide, die Inszenierung überzeugt und die Optik weiß zu gefallen. Außerdem sind die Darsteller völlig brauchbar und die Atmosphäre besitzt ordentliche Momente. Leider hat das Drehbuch allerdings nichts zu bieten. Man hatte keine kreativen Einfälle, durchleuchtet keinerlei Motive und bietet so im Endeffekt auch eine sehr nichtssagende Figurenzeichnung. Große Spannung kann so keine entstehen. Die Laufzeit von guten 90 Minuten langweilt zwar nicht durchgehend, aber so richtig unterhaltsam will das Treiben auch nie werden. Außerdem passt das actionreiche Finale nicht zur vorherigen Gangart. Alles in einem ist „Spell“ nicht schlecht, aber man verpasst auch nichts!
 
 


 
 
 

SPELL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Spell“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sonderlich blutig ist der Streifen nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

SPELL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Piuctures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spell; Südafrika | USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 23.09.2021

 

Spell [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SPELL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Piuctures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery

Der verbotene Schlüssel

Filmkritik: „Friedhof der Kuscheltiere“ (2019)

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – REMAKE | PET SEMATARY

Story

 
 
 
Im Remake zu Stephen Kings Klassiker „Friedhof der Kuscheltiere“ muss ein Familienvater feststellen, dass der Tod manchmal besser ist, als etwas Böses zu erwecken.

 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Kritik

 
 
 
Seit den 70er Jahren ist der Horror-Stoff von Stephen King nicht nur in Romanform, sondern auch als Film sehr beliebt. Geändert hat sich daran innerhalb der letzten Jahrzehnte eigentlich kaum etwas, aber gerade nach dem Boom des Remakes von „Es“ werden nun viele alte Verfilmungen von King-Stoffen wieder auferleben. „Friedhof der Kuscheltiere“ ist eine davon. Das Original ist Kult und lebt von einer mächtigen Atmosphäre, die man eigentlich gar nicht kopieren kann. Es galt zu befürchten, dass sich diese Neuauflage im billigen Horror verliert, doch so schlimm ist es zum Glück nicht geworden. Kennt man das Original, hat man es hier mit einem ganz passablen Werk zu tun, kennt man es nicht, kann man sogar von einem relativ guten Film sprechen.
 
 
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Familie Creed zieht aus der Großstadt in ein kleines Örtchen, fernab vom großen Trubel. Auf dem Land ist es friedlich und einen netten Nachbarn hat man auch gleich noch dazu. Allerdings trügt der Schein und als eines Tages der Kater stirbt, soll der Horror so langsam seinen Lauf nehmen. Auf dem Grundstück der Creeds liegt ein versteckter Tierfriedhof im Wald. Mit diesem hat es aber scheinbar mehr auf sich, als man denken kann, denn der Friedhof ist weitläufig und birgt einen dunklen Fluch. Als der tote Kater dort begraben wurde, hat Vater Creed das Schicksal seiner Familie bereits beschlossen, ohne es auch nur zu ahnen.
 
 
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Mit Remakes ist das immer so eine Sache, denn nicht selten besitzen sie einfach wenig Daseinsberechtigung. Mittlerweile sind allerdings 30 Jahre seit dem Original vergangen und gegen eine Auffrischung des altmodischen, aber zeitlosen Stoffes gibt es überhaupt nichts einzuwenden. In der ersten Hälfte wirkt „Friedhof der Kuscheltiere“ dann nahezu wie eine 1:1 Kopie des Originals, bei dem immerhin sogar Stephen King selbst das Drehbuch schrieb. Wahrscheinlich bewegte sich auch gerade deshalb der Film von 1989 ziemlich nah am Roman. In der zweiten Hälfte häufen sich dann aber die Änderungen und das wird dann mit der Zeit schon ziemlich immens, so dass es sogar ein komplett anderes Ende zu sehen gibt. Wenn man offen dafür ist, dann sind manche Veränderungen eigentlich gar nicht mal so schlecht und dennoch rauben sie dem Werk etwas Atmosphäre. Das Ende ist an sich immer noch richtig schön unhappy und trotzdem besitzt es nicht diese finstere Tragik des Originals. Wem dieses Ende nicht schmeckt, der kann jedoch noch auf einen alternativen Schluss zugreifen, welcher insgesamt etwas stimmiger, etwas düsterer und auch etwas tragischer wirkt, wobei das Ende vom Original in beiden Fällen nicht erreicht wird. Immerhin kann man behaupten, dass sich die Drehbuchautoren Gedanken gemacht haben und nicht stumpf kopieren, aber alles in einem ist die Story im Roman und auch in der ersten Verfilmung stimmiger und düsterer.
 
 
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Ein kleiner Vorteil von „Friedhof der Kuscheltiere“ ist Anno 2019 eine leicht bessere Besetzung. Jason Clarke macht seine Sache nämlich schon sehr ordentlich und kann vollkommen überzeugen. Hinzu gesellt sich ein John Lithgow, mit dem man einfach nichts verkehrt machen kann und der auch bestens in diese Rolle passt. Amy Seimetz muss zwar den eher nervigen Part übernehmen, macht das jedoch solide und Jeté Laurence wird dann im weiteren Verlauf immer facettenreicher, was man anfangs noch nicht ahnen kann. Für ihr Alter ist das eine durchaus brauchbare Leistung. Die Charaktere wurden nicht großartig verändert und behalten auch ihre Hintergründe. An manchen Stellen wurde dieser etwas ausgebaut, an anderen aber auch etwas reduziert. Im Endeffekt nimmt sich das nichts und hier bleibt man dem Geist der Vorlagen doch relativ treu.
 
 
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Lobenswert ist an dieser Neuauflage auf jeden Fall, dass sich „Friedhof der Kuscheltiere“ nicht dem Trend der billigen Jump-Scares hingibt und sich, so wie das Original auch, der Atmosphäre widmet. Das Szenario wird langsam und ruhig aufgebaut und in der ersten Hälfte kommt das noch ohne den großen Horror aus. Danach häufen sich die Änderungen, was das Schauen zumindest interessanter macht, wenn man das Original schon gut kennt und zum Ende hin muss es dann obligatorisch noch etwas mehr zur Sache gehen, aber Action gibt es dennoch nur sehr wenig und plumpe Schockeffekte sucht man vergebens. Die Stimmung ist durchaus finster und wird niemals auch nur ansatzweise mit Humor aufgelockert. Nur so richtig gruselig oder unheimlich will das Ganze leider nur selten werden. Hier hat der Film von 1989 definitiv die Nase vorn. Dabei gibt es durchaus stimmungsvolle Bilder zu sehen. Allgemein ist die Optik hervorragend und ein paar Schauwerte sind vorhanden. Gewalt spielt dabei keine so große Rolle, wobei es zwei Szenen schon relativ in sich haben und die Effekte sehen sehr gelungen aus. Zum Schluss soll noch erwähnt werden, dass es eine schöne Entscheidung war, beim Abspann ein Cover zu Ramones‘ „Pet Sematary“ zu spielen, denn das war schon damals beim Original toll.
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ von 2019 ist eine etwas modernere, hinterher schon recht stark abgeänderte Variante des Klassiker-Romans von Stephen King, die den Fokus lobenswerterweise stark in Richtung Atmosphäre lenkt. Deshalb ist es fast schon bedauerlich, dass die Horror-Stimmung nie so ganz wirken möchte, obwohl man alles so düster und ohne Freude gehalten hat. Die ganzen Veränderungen im Verlauf der Geschichte sind daran aber sicher nicht gänzlich unschuldig. Dafür gibt es ordentliche Darsteller zu sehen und die Inszenierung ist auf jeden Fall gelungen. In der ersten Hälfte erinnert das oftmals an das Original und es lädt geradezu dazu ein, sich dieses mal wieder anzuschauen, in der zweiten Hälfte wird das eigenständiger und leider auch etwas konventioneller. Ein guter Versuch, der nicht langweilt und mit Qualität dienen kann, doch der Film von 1989 wird nicht erreicht und der Roman sowieso nicht!
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Zensur

 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ ist nicht sehr brutal. Es gibt ein entstelltes Gesicht zu sehen. Ansonsten werden die Gewaltszenen zum großen Teil im Off zelebriert. Hierzulande ist der Streifen ungeschnitten ab FSK16. Die Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet Sematary; USA | Kanada 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos, Englisch Dolby TrueHD 7.1, Französisch DD 5.1, Kanadisches Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Brasilianisches Portugiesisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Brasilianisches Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: All-New Alternate Ending, 7 Deleted/EXTENDED Scenes, Night Terrors, Family Haunting Visions

Release-Termin: 15.08.2019

 

Friedhof der Kuscheltiere – Remake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
 
Friedhof der Kuscheltiere 2 (1992)
 
Kinder des Zorns 4 – Mörderischer Kult (1996)
 
Cujo (1983)
 

Filmkritik: „Rings“ (2016)

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RINGS

(RING 3)

Story

 
 
 
Fortsetzung und gleichzeitig Reboot zum amerikanischen Horrorfilm THE RING von 2002. Auch im dritten Film machen Menschen Bekanntschaft mit einem unheimlichen Geistermädchen, weil sie ein schauriges Videoband angesehen haben.

 
 
 


 
 
 

RINGS – Kritik

 
 
 
Die 2000er Jahre waren ein wichtiges Jahrzehnt – vor allem für das Horror-Genre. Profitorientierte Filmstudios und Filmproduzenten aus Amerika kamen nämlich auf die glorreiche Idee mit Neuverfilmungen beliebter Horrorstreifen Geld zu verdienen. Das stieß zwar nicht bei jeden Fans auf Zustimmung, ließ aber Kassen klingeln. Weil beinahe jedes Horror-Remake ein Hit wurde, entwickelte sich bald eine regelrechte Flut an Neuverfilmungen, die vor keinem Horrorklassiker Halt machte. So entstanden Neuinterpretationen reißerischer Streifen, die in den 1970er und 1980er für Furore gesorgt haben. Darunter: THE HILLS HAVE EYES, DAWN OF THE DEAD oder das berüchtigte TEXTAS CHAINSAW MASSACRE. Aber nicht nur Altbewährtes wurde für Geld noch einmal durch den Fleischwolf gejagt. Auch beliebte Hits aus Fernost mussten herhalten und wurden von amerikanischen Filmemachern ansprechend neu verfilmt, damit möglichst viel Reibach gemacht werden kann. So entstanden Remakes von Filmen wie A TALE OF TWO SISTERS, INTO THE MIRROR oder auch RING. Letzterer mauserte sich 2002 zum Überraschungserfolg und zog drei Jahre später eine Fortsetzung nach sich, die aber nicht mehr an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen konnte. Mittlerweile ist über ein Jahrzehnt vergangen. Dennoch zog man das zornige Geistermädchen Samara noch einmal aus ihrem Brunnen, um es ein weiteres Mal auf den Kinogänger loszulassen. Entstanden ist RINGS – Teil drei der amerikanischen RING-Serie, der sich zumindest visuell an den Vorgängern orientiert.
 
 
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Das Geistergör Samara ist wieder da und verbreitet erneut Angst und Schrecken. Diesmal steht Biologieprofessor Gabriel (JOHNNY GALECKI aus dem 90er TV-Quotenhit ROSEANNE) im Mittelpunkt, der auf einem Trödelmarkt einen alten VHS-Rekorder kauft und darin ein ominöses Videoband entdeckt. Natürlich wird es abgespielt. Darauf entdeckt er verstörende Bilder, die nichts Gutes verheißen. Wenig später klingelt das Telefon. Geistermädchen Samara teilt dem Professor mit, dass er noch sieben Tage zu leben hat. Doch der findet eine Lösung um den vorausgesagten Tod zu entkommen. Weniger Glück hat dagegen Studentin Julia (MATILDA ANNA INGRID LUTZ). Die kommt bei ihrer Suche nach Freund Holt (ALEX ROE) auch in Kontakt mit dem schaurigen Video und bangt um ihr Leben. Doch offenbar ist sie auserwählt. Geistermädchen Samara scheint ein besonderes Interesse an der jungen Frau zu haben. Letztere wird auf eine mysteriöse Reise geschickt, während der es gilt weitere Details über das unfreiwillige Ableben des wütenden Waisenkinds in Erfahrung zu bringen.
 
 
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Die permanente Ideenarmut großer Studios nervt. Offenbar versucht man den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und kramt Filmrezepturen aus der Schublade, die vor vielen Jahren schon mal Kinosäle füllen konnten. Die PARAMOUNT STUDIOS brauchen wohl dringend Geld. Anders lässt sich nicht erklären, warum man ein Desaster wie RINGS in Produktion gegeben hat, das wohl zu den erzwungendsten Fortsetzungen gehört, die man in den letzten zwanzig Jahren zu sehen bekommen hat. Die Lieblosigkeit spürt man an allen Ecken und Kanten. Spannung fehlt, für Gruselmomente hatte man keine Zeit und an die für Horrorfilme obligatorischen Schreckmomente hat man erst gar nicht gedacht. RINGS erweckt den Eindruck, als habe man hier hastig was ins Kino bringen wollen, was normalerweise für den Videomarkt produziert wird. Der Film ist mehr Mystery-Schnitzeljagd als Horrorfilm und versucht krampfhaft weiterzuführen, was man mit RING im Jahr 2002 begonnen hat. Eigentlich wurde dort alles gesagt. Auch die Fortsetzung RING 2 von 2005 gab Antworten auf Fragen, die noch unbeantwortet waren. Demzufolge mutet RINGS überflüssig an, der künstlich Handlungsstränge spinnt, um das RING-Universum zwölf Jahre nach dem letzten Ableger ein weiteres Mal aufleben zu lassen. Leider ging die Rechnung nicht auf. RINGS blieb weit hinter den Erwartungen zurück und konnte international gerade einmal 88 Millionen Dollar (Stand Juni 2017) einspielen. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was noch RING 2 an den Kinokassen einbringen konnte. Letztendlich ist das auch kein Wunder. Das Böse im Film kommt nämlich reichlich zu kurz. Geistermädchen Samara darf nur wenige Male aus Fernsehgeräten grabbeln. Das langweilt den Zuschauer, der außer ästhetischen Hochglanzbildern nur wenig Horror zu sehen bekommt. Vielleicht sollte man es dabei belassen. Die Ring-Akten wurden bereits 2005 geschlossen. Demzufolge wäre jedes weitere Sequel vergeudete Zeit.
 
 
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RINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine der wohl überflüssigsten Fortsetzungen, die man von einem erfolgreichen Horrorfilm zu sehen bekommen hat. RINGS ist Fortsetzung und Reboot zugleich und knüpft da an, wo die Reihe mit RING 2 im Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Samaras Rückkehr ist eine Rückkehr mit Hindernissen. Das Sequel mit dem Titel RINGS sollte eigentlich schon im Mai 2015 in die Kinos kommen. Der Start wurde aber mehrfach verschoben. Offenbar war man nicht sonderlich überzeugt vom Resultat und ordnete Nachdrehs an. Die konnten aber auch nichts mehr retten, denn RINGS ist derart geist- und lieblos, dass Fans der Gruselreihe wohl bitter enttäuscht sein werden. RINGS ist nicht sonderlich spannend und befindet sich dramaturgisch auf TV-Niveau. Dabei wird weiter in der Vergangenheit von Geistermädchen Samara gegraben, die sich im neuen Ableger übrigens verdächtig wenig auf der Mattscheibe zeigt. RINGS ist eine Schlafpille vor dem Herrn. Besser man meidet diesen Zeiträuber aus der Traumfabrik und schaut sich noch einmal das japanische Original von 1998 an. Darauf basieren nämlich die amerikanischen RING-Teile.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Zensur

 
 
 
RINGS hat kaum brutale Momente oder gar Schauwerte zu bieten. Es gibt einige Leichen mit schmerzverzerrten Gesichter zu sehen. Zudem fällt ein Mann die Treppe hinunter. Hierzulande hat RINGS eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rings; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Der Kreis des Schreckens schließt sich, Wiederbelebung der Toten: Die Rückkehr von Samara, Unheimliche Szenen, Entfallene / Erweiterte / Alternative Szenen

Release-Termin: 15.06.2017

 

Rings [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RINGS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Tag-Along (2015)
 
Grave Halloween (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)
 
Ju-on: The Grudge (2002)
 

Filmkritik: „The Bye Bye Man“ (2017)

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THE BYE BYE MAN

Story

 
 
 

Drei Freunde rufen versehentlich die Aufmerksamkeit einer ominösen Kreatur (gespielt von DOUGH JONES aus OUIJA 2 und THE OPERATOR) auf den Plan und müssen dafür sterben.

 
 
 


 
 
 

THE BYE BYE MAN – Kritik

 
 
 
Aufgrund der Masse an immer liebloseren Horrorfilmen, fragt man sich mittlerweile, ob sich manch Regisseur auch mal selbst die Mühe macht und sich das anschaut, was er dem Zuschauer da zumuten will. Nicht selten wird nämlich Bodensatz aufgetischt, der es aus unerklärlichen Gründen auch noch ins Kino schafft. Ganz weit vorn: THE BYE BYE MAN – ein weiterer ach so pseudo-gruseliger Film, der eigentlich nur aus einer Aneinanderreihung von Schreckmomenten besteht, die um eine triviale Geschichte gewebt wurden. Da fragt man sich doch glatt, was solche Filme eigentlich im Kino zu suchen haben, die nicht einmal das Papier wert sind auf das die Kinokarte gedruckt wurde. Die Antwort ist in der Formel vom schnellen Geld zu suchen, die oft von großen Studios angewandt wird, um mit wenig Kapital maximale Gewinne einzufahren. Da wird mit der Naivität Heranwachsender Geschäfte gemacht, die noch nicht begreifen, dass nicht alles Gold ist, was auf Hochglanz poliert wurde. Genau die sind im Falle von THE BYE BYE MAN leichte Opfer und sollen ums hart gesparte Taschengeld gebracht werden. Da wird mit schönen Menschen aus bekannten Vorabendserien gelockt, die sich gegen eine unheimliche Kreatur zu Wehr setzen müssen und dabei den Verstand verlieren. Das sieht zwar alles ästhetisch aus – auf tieferen Sinn oder gar Antworten hat man aber verzichtet. Stattdessen flimmern genug Buh-Sequenzen über Leinwand oder Mattscheibe, damit sich pubertierende Mädchen in die Arme ihres tapferen Freundes graben können. Ach ja, Jugendzeiten waren so unbeschwert und sorgenfrei. Da wusste man noch nicht, was draußen für eine böse Welt auf einen wartet.
 
 
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THE BYE BYE MAN zeigt Teenie-Horror nach einfachem Muster. Leider dürften Zuschauer jenseits der zwanzig mit dieser Hochglanz-Gurke so rein gar nichts anfangen können. Hier muss man dafür Geld zahlen, damit man ein Nickerchen auf Couch oder Kinosessel machen darf. Zu sehen gibt es nämlich nicht Geistreiches, denn der träge Teenie-Grusel erzählt eine Geschichte, die auf einen Bierdeckel passt und dazu auch kaum Überraschungen zu bieten hat. Drei Studenten beziehen hier ein altes Haus, das schon seit Jahren unbewohnt ist und weitab vom Unigelände steht. Als würde man es ahnen, werden bald furchtbare Dinge geschehen. Elliot (DOUGLAS SMITH) entdeckt im Schlafzimmer einen klapprigen Nachtschrank und erkennt auf dem Boden der Schublade merkwürdige Botschaften. Obwohl darin hingewiesen wird, dass man weder an den BYE BYE MAN denken oder dessen Namen aussprechen soll, macht’s der ahnungslose Student trotzdem. Ein fataler Fehler, denn sofort heftet sich eine dunkle Kreatur an die Fersen des jungen Mannes und will seinen Tod. Leider kann Elliot nicht die Klappe halten und muss es seinen Freunden erzählen. Keine gute Idee, denn nun wissen auch die von der Existenz des BYE BYE MAN und müssen sterben. Doch die Kreatur tötet nicht selbst, sondern lässt morden. Sie frisst sich in die Köpfe ihrer Opfer und verursacht schaurige Halluzinationen. Bald wissen die Freunde nicht mehr was Einbildung ist und was Realität. Die Folge: Sie gehen sich selbst an die Gurgel und löschen sich gegenseitig aus. Was für ein fieses Miststück von Monster.
 
 
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Kann es sein, dass amerikanischer Mainstream-Horror immer einfältiger wird? THE BYE BYE MAN hat kaum nennenswerte Einfälle zu bieten und zeigt quasi eine Art jugendkonforme Neuinterpretation von so Filmen wie CANDYMAN oder DER FLUCH VON DARKNESS FALLS – freilich ohne neue Einfälle oder cleverem Handlungsstrang. Die Grusel-Rezeptur ist simpel und beginnt mit starkem Auftakt. Dabei läuft ein verwirrter Herr Amok und richtet ein Blutbad an. Mit einem Schrotgewehr bewaffnet erschießt er Familie und Nachbarn. Was anfangs keinen Sinn ergeben will, löst sich aber früh auf. Zum Schutze der Menschheit, hat er all jene ins Jenseits befördert, die von der Existenz des sogenannten BYE BYE MAN wissen. Hierbei handelt es sich um eine Kreatur der Dunkelheit, die eine Leidenschaft für makabre Scherze hegt und mit Psychospielchen in den Tod befördert. Leider haben die Macher auf Antworten verzichtet, denn woher die Kreatur kommt und warum sie ausgerechnet auf jene Weise töten muss, erklärt man dem Zuschauer nicht. Stattdessen gibt’s Standard-Horror zu sehen, der wegen Vorhersehbarkeit müde macht. So rufen Teenager versehentlich das Böse herbei, die sich wenig später aufmachen, um das Geheimnis des mysteriösen BYE BYE MAN zu ergründen. Aufgrund fehlender Ideen und konventioneller Machart erinnert der Streifen von STACY TITLE eher an TV-Ware, die in der heutigen Zeit oft über mehr Produktionsgelder verfügt, als so mancher Kinofilm. Das ist dann auch schon das größte Problem dieses trivialen Grusel-Schnarchers. THE BYE BYE MAN erweckt eher den Eindruck, als wäre die Schlaftablette anfangs mal fürs Fernsehen geplant gewesen. Die stereotypen Charaktere wirken oberflächlich, bei den CGI-Effekten hat man gespart und das aus drei Seiten bestehende Drehbuch hätte jeder Fünfklässler besser zu Papier gebracht. Da will man mit allen Mitleid haben, die ganz unvoreingenommen (freiwillig oder erzwungen) Bekanntschaft mit dem BYE BYE MAN machen wollen (oder müssen), denn hierbei handelt es sich wohl um den überflüssigsten Filmbösewicht der letzten 30 Jahre. Weil der Film das Dreifache an Produktionsbudget in Amiland eingespielt hat, darf man sicherlich mit einer Fortsetzung rechnen. Das war auch die Intension der Macher. Mit dem BYE BYE MAN wollten sie eine neue, ikonische Gestalt des Horror-Genres erschaffen. Aufgrund des hohen Zuschauerzuspruchs könnte man das Vorhaben wohl als erfolgreich bezeichnen. So werden wohl einige Folgefilme kommen. Gott hab’ Erbarmen mit uns Horrorfans.
 
 
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THE BYE BYE MAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bye Bye Spannung, Ideen und Anspruch. Der PG-13-Grusler aus Amerika mit dem dümmlichen Titel THE BYE BYE MAN ist kein Film für Feingeister. Regisseurin STACY TITLE macht’s konventionell und will mit ihrem simpel gestrickten Gruselstreifen eher pubertierende Zuschauer ansprechen, die in Sachen Horror noch recht grün hinter den Ohren sind. Das dürfte auch einer der Gründe gewesen sein, warum THE BYE BYE MAN in Amerika so erfolgreich gewesen ist, denn die Produzenten genannten Streifens zielen genau auf die Unerfahrenheit des jungen Publikums ab und versorgen es mit seichtem Grusel nach Schema F. Leider dürften sich alte Horrorhasen vom gebotenen Horror-Fast-Food schnell gelangweilt fühlen, denn der Film stibitzt rigoros und unermüdlich bei anderen, besseren Horrorstreifen und verzichtet gänzlich auf eigene Ideen. THE BYE BYE MAN basiert auf der Kurzgeschichte THE BRIDGE TO BODY ISLAND aus dem Buch THE PRESIDENT’S VAMPIRE: STRANGE-BUT-TRUE TALES OF THE UNITED STATES OF AMERICA. Darin schrieb Autor ROBERT DAMN SCHNECK mehrere Gruselgeschichten nieder, die sich so tatsächlich in Amerika ereignet haben sollen. Auch THE BYE BYE MAN beruht auf einer dieser wahren Begebenheiten. So wurden Anfang der 1990er drei Studenten in Wisconsin mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, die sie nicht erklären konnten. Die, die leichtfertig alles glauben, dürfte schon allein der Gedanke daran Gänsehaut bereiten. Alteingesessene Horrorfilmkenner rollen da eher mit den Augen. Übrigens hatte es der Film bereits vor der Kinoauswertung nicht leicht. Geplant war ein deftiger Slasher und erhielt in Amerika auch eine Freigabe für Erwachsene (Rated R). Um ein größeres Publikum anzusprechen wurde der Horrorfilm noch einmal überarbeitet und entschärft. Bei einer Neuprüfung gab’s dann auch das angestrebte PG-13, um mehr Jugendlichen das Taschengeld abnehmen zu können. Manch Produzent geht für Geld eben über Leichen.
 
 
 


 
 
 

THE BYE BYE MAN – Zensur

 
 
 
THE BYE BYE MAN musste für ein PG-13 Federn lassen. Sonderlich viele Gewaltmomente gibt es nicht zu sehen. Einige Figuren werden mit einem Schrotgewehr erschossen. Eine Protagonistin wird von einem Zug überfahren, ein Baseballschläger kommt zum Einsatz und jemand schießt sich mit einem Gewehr in den Kopf. Eine Freigabe ab 16 gab’s von der deutschen FSK für die amerikanische, ohnehin schon entschärfte Kinofassung. Diese befindet sich nun auch auf der deutschen Blu-ray. In Amerika gab’s als Entschädigung auf Blu-ray die komplette Unrated-Fassung. Kurioserweise hat es die hierzulande nicht auf Heimkinomedium geschafft. Skandal!
 
 
 


 
 
 

THE BYE BYE MAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Bye Bye Man; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 31.08.2017

 

The Bye Bye Man [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE BYE BYE MAN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Pictures Germany 2017)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Der Fluch der Hexe – Queen of Spades (2015)
 
Bloody Mary (2006)
 
Düstere Legenden 3 (2005)
 
Boogeyman – Der schwarze Mann (2005)
 
Boogeyman 2 – Wenn die Nacht Dein Feind wird (2008)
 

Filmkritik: „Wrong Turn 6: Last Resort“ (2014)

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WRONG TURN 6: LAST RESORT

Story

 
 
 
Nach privaten Tiefschlägen geht für Danny endlich wieder die Sonne auf. Er erbt ein altes Hotel und kommt einem gut behüteten Familiengeheimnis auf die Schliche, ohne zu wissen, dass er dadurch das Leben seiner Freunde aufs Spiel setzt ….

 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Kritik

 
 
 
„The same procedure as every year“ – Irgendwie will man bei der WRONG TURN-Reihe das Gefühl nicht loswerden wollen, dass dem Horrorfilm-Gucker jedes Jahr aufs Neue der gleiche Film verkauft wird. Man nehme ein paar talentfreie Jungdarsteller, werfe sie in ein abgelegenes Waldstück und hetze ein paar deformierte Hinterwäldler auf die grünschnäblige Rasselbande, damit die an den einfältigen Teenagern ein blutiges Massaker statuieren können. Selten war eine Horror-Reihe unter Splatterjunkies derart verschrien und gleichzeitig beliebt, konnte sich doch die WRONG TURN-Reihe durch deftige Splatter-Exzesse einen Ehrenplatz in so manchem Fanherz sichern. Mit WRONG TURN 6: Last RESORT folgt nun bereits der fünfte Ableger einer einst durchaus unterhaltsamen Slasher-Hatz, die abgesehen von drei missgebildeten Rednecks aber mittlerweile kaum noch etwas mit dem spannenden Erstling aus dem Jahre 2003 gemein hat. Das Hinterwäldlerpack hat es nämlich mittlerweile in die Zivilisation geschafft, wo sie auch hier einem eher zweifelhaften Hobby frönen: Menschenfleisch essen. Vorbei die Zeiten grausamer Hetzjagden durch Wald und Flur – „Three Finger“, „Sawtooth “ und „One Eye“ machen’s jetzt in einem renovierungsbedürftigen Hotel, wo sie sich einem zwielichtigen Geschwisterpaar anschließen, das mit der mordfreudigen Bande dubiose Verwandtschaftsverhältnisse pflegt.
 
Der ehemalige Wall-Street-Banker Danny erbt ein Resort irgendwo in den Bergen von West Virginia und ist nach einem Nervenzusammenbruch von der Idee besessen, das riesiges Anwesen zusammen mit seinen Freunden wieder auf Vordermann bringen zu können. Das befindet sich in der Obhut eines sympathischen Geschwisterpaares, das nicht lange fackelt und dem frischen Erben erst einmal von einer finsteren Familientradition erzählt, die er nun fortsetzen soll. Seine Vorfahren waren Teil eines ominösen Clans namens „Hillicker“ – Kannibalen, die sich in den Appalachen von Menschenfleisch ernährten. Für Danny kein einfaches Los, muss er sich bald zwischen seinem alten Leben und einer Fortführung der Blutlinie entscheiden.
 
Überraschend züchtig geht es im sechsten Teil des bekannten Franchise zu, denn diesmal war man nicht ausschließlich darum bestrebt einfach nur hirnlos zu foltern, metzeln und filetieren. In WRONG TURN 6: LAST RESORT wird überraschend viel gefaselt, was den alteingesessenen Liebhabern der Reihe überhaupt nicht schmecken dürfte. Die drei entstellten Filmbösewichte machen sich mit ihrer Splatterei erstaunlich rar, was Drehbuchschreiber FRANK H. WOODWARD zu schulden sein dürfte, der die ohnehin schon totgefilmten Reihe in eine andere Richtung drängen wollte. WRONG TURN 6 ist demzufolge keine richtige Fortsetzung, sondern eine Art Neuanfang mit neuen Gesichtern, Filmschurken und Möglichkeiten für kommende Fortsetzungen. Leider wird das Inzucht-Trio für die Rundumerneuerung so ziemlich in den Hintergrund gedrängt, was für Fans der Serie durchaus bitter ist, haben doch die fiesen Kreaturen der WRONG TURN-Reihe über die Jahre zu bescheidenem Ruhm verholfen. Deren blutige Auftritte werden zugunsten idiotisch zusammengewürfelter Familienkonstellationen auf das Nötigste reduziert, damit die neue Filmfigur „Danny“ den Spuren seiner Vorfahren folgen darf und am Ende einem düsteren Familiengeheimnis auf die Schliche kommen kann.
 
Auch wenn in Teil sechs viel gequasselt wird – eins sei dennoch gewiss: Lebenssaft wird trotzdem fließen. Im Gegensatz zu den missratenen Vorgänger-Episoden ist diesmal alles hausgemacht. Die Effekte in WRONG TURN 6: LAST RESORT kommen nicht aus dem Computer und können sich durchaus sehen lassen. Es werden Köpfe abgeschlagen, Beine herausgerissen und Gesichter verbrüht. Hier dürfte vor allem die harsche Kritik der Fanbase eine Rolle gespielt haben, die sich partout nicht mit den zwar blutigen aber oftmals äußerst billig inszenierten CGI-Morden anfreunden konnten. So kommen die Gewaltmomente durchweg oldschool daher und gefallen immerhin durch handgemachte Extravaganzen. Wirklich besser wird WRONG TURN 6 dadurch zweifelsohne nicht, denn einmal mehr muss man bitter feststellen müssen, dass das einst beliebte Slasher-Franchise durch die miserablen Fortsetzungen schon längst zu Grabe getragen wurde. Dass die entstellten Inzucht-Mutanten nun fast gänzlich aus der Geschichte gestrichen wurden und kaum noch Screentime besitzen, gibt dem recht tempoarmen Videofutter den letzten Gnadenstoß. Übrigens: trotz erneut schlechtem Ableger ist das nächste Sequel bereits in Arbeit. Warum hat man kein Erbarmen mit den Horrorfans!?
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was wäre ein Jahr ohne eine weitere, schlechte WRONG TURN-Fortsetzung. Mit dem neusten Ableger hat man einen Neuanfang gewagt, denn WRONG TURN 6: LAST RESORT ist eher ein Reboot für das man sich gegen die Fortführung der bisherigen Ereignisse entschieden hat. Die Kulisse wurde ausgetauscht, die Bösewichte sind neu und das für die Reihe berüchtigte Inzucht-Trio gerät etwas ins Abseits. So wird erstaunlich viel gequasselt und Beischlaf betrieben, was leider dem Tempo des Streifens unförderlich ist. Viel zu oft dümpelt das Geschehen ereignislos daher, so dass dann doch hin und wieder das Mutanten-Pack aufschlagen muss, um den Zuschauer mit Gewaltmomenten aus dem Dämmerschlaf zu holen. Immerhin stimmen diesmal die Splatter-Effekte. Die sind durchweg handgemacht und können sich sehen lassen. Besser machen die das acht Millionen Dollar teure Projekt leider nicht (der Film wurde übrigens wie die früheren Fortsetzung in Bulgarien gedreht), denn durch den ideenfreien Fortsetzungswahn geldgeiler Produzenten wurde die WRONG TURN-Reihe bereits vor einigen Jahren zu Grabe getragen.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Zensur

 
 
 
Zwar ist WRONG TURN 6: LAST RESORT nicht der blutigsten Teil der Reihe, dennoch wird hier reichlich Gewalt gezeigt, die nicht ganz ohne ist. Es werden Köpfe abgehackt, Pfeile durch Gesichter geschossen und Gliedmaßen ausgerissen. Zudem gibt es auch wieder einige Kannibalismus-Szenen zu sehen, wobei das Gezeigte nicht ganz so sadistisch zelebriert wird, wie es in vorherigen Fortsetzungen der Fall war. Der Film wurde überraschenderweise ungeschnittene mit „Keine Jugendfreigabe“ von der FSK abgesegnet und das sogar in der Unrated-Fassung.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin / Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wrong Turn 6: Last Resort; USA 2014

Genre: Horror, Splatter, Thriller r

Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p – Full HD)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer „Wrong Turn 6“ deutsche Fassung, Trailer

Release-Termin: 05.03.2015

 

Wrong Turn 6 – Last Resort – Unrated [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)
 
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 

Filmreview: „The Sacrament“ (2013)

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THE SACRAMENT

Story

 
 
 
Zwei Reporter (AJ Bowen; Joe Swanberg) der New Yorker Zeitschrift VICE begleiten den Fotografen Patrick (Kentucker Audley) bei der Suche nach dessen Schwester. Die lebt abgeschottet von der Außenwelt in einer religiösen Gemeinschaft namens „Eden Parish“, wo Anhänger in Harmonie und Gleichheit zusammenleben. Leider beginnt die Fassade vom sorgenfreien Alltag zu bröckeln, als das Team in das Dorf einkehrt und einige der Mitglieder von Gewalt und Terror innerhalb der Kommune berichten …
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Kritik

 
 
 
Horror-Newcomer TI WEST ist zurück und versorgt den Filmfan mit Filmnachschub, der sich sehen lassen kann. Seit WEST den HOUSE OF THE DEVIL (2009) in die Wohnzimmer gebracht hat, dürfte wohl jedem Fan des Genres klar sein, dass dieser Regisseur seine Arbeiten nicht nur uninspiriert herunterkurbelt, sondern viel Herzblut investiert und immer bestrebt ist, dem Filmfan etwas Neues zu bieten. Demzufolge stehen die Werke von WEST für eine gewisse Qualität, die im Falle seines neusten Streifens auch beibehalten wird. Der schimpft sich THE SACRAMENT und wurde kurioserweise vom Folterexperten ELI ROTH mitproduziert, der meist eher mit verstandfreier Metzelware in Verbindung gebracht wird. Dass THE SACRAMENT trotzdem ein sehr guter Film geworden ist, dürfte ausschließlich WESTS Verdienst gewesen sein, der sich hier nicht nur auf das möglichst grausame Ausradieren seiner Protagonisten konzentriert, sondern sich auch ernsthaft mit der Thematik seines neusten Films auseinandersetzt und auf erschreckende Weise die Mechanismen von fehlgeleiteten Sekten bebildert. THE SACRAMENT ist auf wahre Begebenheiten zurückzuführen, denn die Inspiration zum Film lieferte der Massensuizid von Jonestown, bei dem in den 70ern über 900 Menschen den Tod fanden. WEST greift die schrecklichen Ereignisse für THE SACRAMENT noch einmal auf und lässt die Vorfälle mit fast schon akribisch-dokumentarischer Genauigkeit Revue passieren. Dennoch nimmt er einige Änderungen vor, um die Thematik aktueller und brisanter erscheinen zu lassen. So transferiert er die Geschehnisse in die heutige Zeit, ändert einige Handlungsverläufe ab und tauscht Ort und Namen aus.
 
Anders als im wahren Fall von Jonestown ist nicht der Besuch des US-Kongressabgeordneten Leo Joseph Ryan, Jr. Auslöser für die Katastrophe, sondern das New Yorker Lifestyle- und Jugendmagazin VICE (welch Ironie) für welches sich einige Sensationsreporter auf den Weg zum Lager der religiösen Gemeinde „Eden Parish“ begeben, um darüber eine Dokumentation zu drehen. Fotograf Patrick vermutet dort seine Schwester und reist mit VICE-Reporter Sam (AJ BOWEN – bekannt aus AMONG FRIENDS und YOU’RE NEXT) und Kameramann Jake nach Südamerika, um das verschollen geglaubte Familienmitglied ausfindig zu machen. Das tief im Regenwald verlagerte Camp der scheinbar friedliebenden Kommune ist rasch gefunden und die Gäste werden freundlich empfangen. Schnell macht man Bekanntschaft mit dem redseligen Oberhaupt der Gemeinschaft, das sich recht bald als unheimlicher Sektenguru entpuppt und seine Schäfchen durch Androhung von Gewalt versucht von der Außenwelt abzuschotten. Als die Besucher von einem der Sektenmitglieder einen Hilferuf in Form eines Zettels zugesteckt bekommen, werden die Reporter misstrauisch. Doch für rettende Maßnahmen ist es ohnehin zu spät. „Father“ Charles Anderson Reed hat mit Ankunft der „Eindringlinge“ den Untergang seines „Eden Parish“ vorausgeahnt und trommelt die Gemeindemitglieder zusammen. Was folgt hat so ähnlich vor über dreißig Jahren die ganze Welt erschüttert.
 
Bereits UMBERTO LENZI hat sich für seinem Exploitationfilm LEBENDIG GEFRESSEN (1980) von den tatsächlichen Vorkommnissen in Jonestown inspirieren lassen und einen trashigen Kannibalenfilm mit Sekten-Problematik gedreht, der selbst heute noch auf dem Index für jugendgefährdende Medien gelistet ist. Gleiche Thematik griff in abgewandter Form auch JOURDAN MCCLURE für das Genre-Produktionsstudio AFTER DARK FILMS auf und machte mit CHILDREN OF SORROW ebenfalls einen Horrorfilm über einer Sekte, der sich mit Hilfe von Found-Footage jedoch wenig glaubhaft mit dem Kontext auseinandersetzen wollte und sich auf das möglichst grausame Abschlachten seiner Protagonisten konzentrierte. Immerhin haben auch einige unbekannte Regisseure aus der schockierenden Vorlage halbwegs gescheite Filme gemacht, die auch heute noch nachwirken. So gehört das Drama GUAYANA – KULT DER VERDAMMTEN (1980), der TV-Film DAS GUAYANA-MASSAKER (1980) und die Doku JONESTOWN – TODESWAHN EINER SEKTE (2006) zu jenen Filmen, die die Ereignisse (wenn teils auch in leicht abgeänderter Form) rund um das Jonestown-Massakers mit nötiger Ernsthaftigkeit betrachten.
 
AUCH TI WEST dürfte für THE SACRAMENT so ziemlich genau die Umstände der Tragödie recherchiert haben. Der Streifen glänzt mit einem unangenehmen Realismus, der durch Einsatz von Found-Footage verstärkt wird. THE SACRAMENT dürfte demnach eine der wenigen Ausnahmen sein, bei der die Shaky-Cam-Methodik dem Erzählfluss des Streifens förderlich ist, zumal WEST fast gänzlich von klischeebeladener Found-Footage-Effektehascherei absieht und den Wackeleffekt nur dezent einsetzt. Die Bilder der Kamera bleibt nahezu konstant, so dass sich der Zuschauer auf die Geschehnisse konzentrieren kann und schnell vergisst, dass es sich bei THE SACRAMENT eigentlich um günstig produzierte Wackelcam-Ware handelt. Auch wenn TI WEST in der Vergangenheit eher Horrorlastiges gedreht hat, so versucht der Filmemacher mit seinem unangenehmen Sekten-Thriller den Ruf des Nischen-Regisseurs loswerden zu wollen. In einigen Interviews lies das ambitionierte US-Nachwuchstalent bereits verlauten, dass WEST nicht ausschließlich nur im Horror-Bereich wandeln, sondern sich auch gern in anderen Genres ausprobieren möchte. Sein THE SACRAMENT dürfte demnach der erste Versuch sein, mal etwas anderes ausprobieren zu wollen, um nicht auf ewig in die Horror-Schublade gesteckt zu werden. Geglückt ist der Versuch allemal. Sein neuer Beitrag ist weniger Horror sondern ein knüppelharte Thriller, der nach nur wenigen Minuten in den Bann zieht und bis zum bitteren Ende nicht mehr loslässt.
 
Während sich der erste Teil der Handlung mit dem Erkunden des Camps und dem Interviewen der Gemeinschaftsmitglieder beschäftigt, legt WEST ab Filmmitte den Hebel um und der Ton des Streifens wird erheblich ruppiger. Der grummelnde Score vermittelt permanentes Unbehagen und die verstörenden Bilder sprechen für sich. Ein Glücksgriff stellt Schauspieler GENE JONES dar, der hier die Rolle des Sektenanführers übernommen hat und als untersetzter Widerling dem Zuschauer schon nach wenigen Minuten vermittelt, welch rauer Ton in der Kommune regiert. Das Oberhaupt wäscht den Mitgliedern die Köpfe indem Tatsachen verdreht und falsche Erwartungen geschürt werden. Respekt trichtern bewaffnete Wachen ein, die auch mal munter drauflosschießen, wenn jemand nicht parieren möchte. Dass da niemand freiwillig die vorgeheuchelte Ideologie von grenzenloser Harmonie und Gleichheit hinterfragt, dürfte nur logisch sein. TI WEST hat alles richtig gemacht und nach Wackelkamera-Ausflügen in V/H/S und V/H/S 2 für THE SACRAMENT noch einmal unter Beweis gestellt, dass Found-Footage noch lange nicht ausgedient hat. Der Sekten-Thriller ist packend inszeniert, kompromisslos und ein Tritt in die Magengegend. Wer wirklich gute Filme sucht, die auf wahren Begebenheiten beruhen, sollte sich THE SACRAMENT nicht entgehen lassen. Der kontroverse Streifen ist harter Tobak und garantiert nichts für sensible Gemüter.
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
THE SACRAMENT ist ein Brett von Film und einer der härtesten Sekten-Thriller überhaupt. Regisseur TI WEST mischt hier Found-Footage mit kontroverser Sekten-Problematik und hat daraus einen unangenehmen Beitrag über die Mechanismen von fehlgeleiteten Sekten gedreht, der den Zuschauer direkt dahin tritt, wo es ihm am meisten wehtut. Auch wenn nicht viel Blut fließt, verstört das Gezeigte ungemein. WEST ließ sich nicht nur von wahren Begebenheiten inspirieren; er versucht THE SACRAMENT möglichst authentisch wirken zu lassen. Die Wackelcam-Rezeptur sorgt für beängstigenden Realismus und ab Filmmitte ist für empfindsame Gemüter ohnehin Sendepause. Kein Wunder, denn für das was sich hier auf der Mattscheibe abspielt werden stahlharte Nerven vorausgesetzt.
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Zensur

 
 
 
Trotz Massenselbstmord ist THE SACRAMENT keine Schlachtplatte. Die Mitglieder vergiften sich selbst und verenden Minuten später qualvoll. Wer sich wehrt oder sträubt das Gift zu trinken wird erschossen. Zudem gibt es einen recht grafischen Kopfschuss zu sehen und eine Selbstverbrennung. Auch wenn die Gewalt hier recht züchtig eingesetzt wird, ist das was man zu sehen bekommt dennoch harter Tobak. THE SACRAMENT wurde Deutschland mit FSK16 in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sacrament-blu-ray

(c) Constantin / Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Sacrament; USA 2013

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.78:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras:Trailer in Deutsch und Englisch

Release-Termin: 06.11.2014

 

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THE SACRAMENT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jonestown – Todeswahn einer Sekte (2006)
 
Das Guayana-Massaker (1980)
 
Guayana – Kult der Verdammten (1980)