Kritik: „Apartment 143 – Residenz des Bösen“ (2011)

"Apartment 143" / "Emergo" (2011) - Filmplakat - Filmkritik auf Filmcheck
 
 
 

APARTMENT 143 – RESIDENZ DES BÖSEN

Story

 
 
 
Nach dem tragischen Tod seiner Frau, zieht es den treusorgenden Witwer Alan zusammen mit seinem kleinen Sohn Benny und der pubertierenden Tochter Caitlin in ein schäbiges Apartment eines heruntergekommenen Mehrfamilienhauses. Die Vision ein neues Leben zu beginnen und die zermürbende Vergangenheit zu vergessen scheitert daran, als plötzlich mysteriöse Dinge in der Wohnung passieren. Türen schlagen wie von Geisterhand auf, Lampen zerschmettern und das Telefon schellt aus unerklärlichen Gründen. Als die Geschehnisse überhand nehmen, wendet sich Alan an eine Gruppe Wissenschaftler, die die Vorfälle untersuchen sollen.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Kritik

 
 
 
Die Flut an aktuellen Produktionen, die sich dem eigensinnigen Found Footage-Filmstil bedienen nimmt kein Ende. Auch der aktuelle Geisterthriller APARTMENT 143 (der sich im Original EMERGO schimpft) versucht mittels wackeliger Handkamera-Optik zu überzeugen und erzählt die (allseits bekannten) Gegebenheiten aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln. Mal folgt der Zuschauer den Geschehnissen aus der Perspektive einzelner Überwachungskameras, die effektiv in den einzelnen Räumlichkeiten der Wohnung angebracht wurden, ein anderes Mal sieht der Filmfreund die Interaktionen der Protagonisten aus der Handkamera-Sicht, deren Equipment die Wissenschaftler auf den Schultern tragen. Dass durch die wechselnden Perspektiven und dem Einsatz verschiedener Kameraarten- und Möglichkeiten eine gewisse Dynamik entsteht und der Zuschauer immer das Gefühl hat, permanent aktiv am Geschehen beteiligt zu sein, ist einer der wenigen Vorteile, den APARTMENT 143 gegenüber dem PARANORMAL ACTIVITY-Universum besitzt. Erstaunlicherweise gestaltet sich die technische Umsetzung des Films als recht effektiv und vor allem als relativ homogen. Kein nerviges Gewackel, keine technischen Totalausfälle – Nichts von all dem unbrauchbaren dramaturgischen Schnick-Schnack, denen sich unzählige andere Produktionen zuvor bedient haben, findet in APARTMENT 143 seinen Einsatz. Die Kamera bleibt überraschenderweise fehlerfrei und konstant auf einem ansprechend hohem Level und der Zuschauer kann dem munteren Treiben, dass zudem auch noch recht kurzweilig und unterhaltsam in Szene gesetzt wurde, genüsslich beiwohnen. Anders wie zuletzt in PARANOPRMAL ACTIVITY 1-3 setzt Regisseur Carles Torrens weniger auf die phantastische Schiene und lässt nicht nur allein das Spuken im traditionellen Sinne Revue passieren. Sein Geisterfilm beschäftigt sich vornehmlich mit dem wissenschaftlichen Phänomen des Spuks und ziert sein Werk nicht nur mit einer Aneinanderreihung diverser Schockszenen des Unterhaltungszweckes wegen. Sicher gibt es auch in APARTMENT 143 diverse Geisterklischees zu begutachten. Es knarren Türen, es bewegen sich Möbelstücke, und eine Séance mittels Medium finden ebenso den Weg in den fertigen Film. Trotzdem, Torrens aktueller Genre-Beitrag ergründet vordergründig die Herkunft des Horrors und erklärt dem Zuschauer zudem aus wissenschaftlicher Sicht, welche Mythen um Geister- und Spukwesen ranken. Die recht plausible Umsetzung und die handvoll logischer Erklärungen munden dem Film recht gut und hauchen der Geschichte einen gewissen Realismus ein. Das mag wohl auch daran liegen, dass die passenden Auswahl der Schauspieler trefflicher nicht hätte ausfallen können. Allen voran Kai Lennox , als psychisch zerfressener Vater, der sich zudem noch regelmäßig mit seiner eigensinnigen und pubertierenden Tochter auseinandersetzen muss, gehört ein großes Lob. Sein Schauspiel erschüttert gegen Ende hin zutiefst und lassen die Umstände des Spuks in einem gänzlich anderen Licht erscheinen. Überraschenderweise bleiben die wenigen Forscher, die zudem ständig vor Ort sind, relativ sachlich und distanziert der zerrütteten Familie zugegen, obwohl sie sich praktisch ständig mit den familiären Konflikten zwischen Vaters und seinen zwei Kinder konfrontiert sehen. Dramaturgisch ist das ein recht guter Schachzug, darf sich der Zuschauer demnach ganz auf das Schicksal der Familie konzentrieren, wobei dennoch die Tochter mit ihren sehr aggressiven Launen eher Störfaktor bildet und aus dem Rahmen fällt. Eine Bindung zur ihr, dem eigentlichen Opfer der gesamten Geschichte, knüpft der Zuschauer nie und ihr unterdrücktes Leiden geht in der Masse an effekthascherischen Spuk-Szenen vollkommen unter. Bis zum erlösenden Ende des Films bleibt unklar, was sich überhaupt hinter der ganzen Problematik verbirgt. Sind die seltsamen Vorkommnisse auf wirklichen Spuk zurückzuführen, handelt es sich wirklich um einen bösartigen, personengebundenen Poltergeist oder führen die Geschehnisse auf eine mögliche Schizophrenie bzw. Besessenheit/Telekinese der Tochter zurück? Was anfänglich plausibel erklärt und vermeintlich logisch abgeschlossen wirkt, lässt leider in der letzten Einstellung an Ernsthaftigkeit missen, denn der obligatorische Schlussgag einige Sekunden vor Filmabspann ist vollkommen überflüssig und revidiert die teilweise logischen Schlüsse der Wissenschaftler, die den Spuk psychologischer Natur begründen und auf welche der Film vermeintlich zusteuert.
 
Der aktuelle Found Footage-Film APARTMENT 143 bietet vermutlich nichts Neues, was man nicht zuvor schon in anderen Produktionen dieser Art gesehen hat. Hobbygeisterjäger, die Gefallen an der PARANORMAL ACTIVITY-Film-Trilogie gefunden haben, werden sich vermutlich im APARTMENT 143 direkt heimisch fühlen. Filmfreunde, die mit besagter Filmreihe und den diversen thematisch ähnlichen Nachzüglern bisher kaum etwas anfangen konnten, sollten auch diesen Horrortrip meiden. Zugegeben, die Umsetzung ist als relativ gelungen zu bezeichnen, die Schockeffekte sitzen und eine gewisse Kurzweiligkeit lässt sich nicht von der Hand weisen. Dadurch, dass der Film kaum Leerlauf zu bieten hat vergeht der Spukt-Trip relativ zügig und die mageren 75 Minuten Filmlaufzeit sind überraschend schnell erreicht. Dennoch, so richtig gruselig will es, trotz der recht düsteren und trostlosen Szenarie, irgendwie nicht so wirklich werden und die eigentlich plausiblen und penibel erklärten Schlüsse und Erklärungen werden zugunsten eines absolut dummen Überraschungseffektes in den letzten 3 Filmsekunden vollkommen über Bord geworfen. Dem Film kommt der dröge Schlussgag absolut nicht zu Gute, Schade!
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
PARANORMAL ACTIVITY meets DER LETZTE EXORZISMUS. Unterhaltsamer Spukfilm, der aber nichts wirklich neues zu bieten hat. Die Schocks zumindest sitzen!
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Zensur

 
 
 
Der Film lebt von seiner unheimlichen Atmosphäre, physische Gewalt findet hier nicht statt. Daher wurde die Produktion bedenkenlos von der FSK mit einer ungeschnitten 16er Freigabe eingestuft.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Apartment-143-Blu-ray-Cover

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Emergo; Spanien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray Wendecover

Extras: Alle Extras in Standardauflösung: Making-of (15 Minuten), B-Roll (ca. 3 Minuten), Die Kinder von Apartment 143 (ca. 4 Minuten), Schwebe-Effekte (ca. 4 Minuten), Visuelle Effekte (ca. 6 Minuten), Spezialeffekte (5 Minuten), Art Direction & Make Up (ca. 5 Minuten), Trailer (2 Minuten, deutsch, HD), BD-Live-Zugang, Trailershow mit sechs Filmen aus dem Programm von Universum Film (alle HD, deutsch)

Release-Termin: 15.11.2013

 
 
 
Knapp zwei Jahre nach Fertigstellung kommt EMERGO, so wie APARTMENT 143 im Original heißt, auch nach Deutschland. UNIVERSUM FILM hat sich dem Wackelcam-Streifen angenommen und bringt den Schocker in überraschend umfangreicher Ausstattung in den Handel. Hier hat der Anbieter ein wirklich umfangreiches Bonuspaket geschnürt von dem manch wichtigere Heimkinoveröffentlichung nur träumen kann. Los geht’s mit einem Making-of zum Film (ca. 15 Minuten) indem erklärt wird, dass 12 (!) Kameraarten für die verschiedenen Aufnahmen im Film verwendet wurden. Hier hat man neben digitalem auch auf analoges VHS-Kamera-Equipment zurückgegriffen, wobei eine offensichtliche Klötzchenbildung an einigen Stellen des Films zu sehen ist. Dieser etwas unschöne Effekt dürfte vermutlich auf die Umwandlung von analogem VHS auf digitalem HD-Material zurückzuführen sein, passt aber hervorragend zum Gruselcharakter des Streifens. Zudem besitzt der Bildtransfer enorm viel Korn und einen sehr schwachen Kontrast. Diverse, bewusst eingesetzte Störstreifen lassen jedoch kaum HD-Feeling aufkommen, was BD-Puristen die Nackenhaare sträubend dürfte. Immerhin überzeugt der Ton. Denn immer dann, wenn sich der Geist im Film dem Zuschauer offenbart, kommt der Subwoofer erstaunlich brachial zum Einsatz und lässt erheblich oft zusammenzucken. Viele kleine Effekte ertönen überraschend oft aus den Rearspeakern und schaffen eine schön gruselige Atmosphäre. Lobenswert zudem, dass Anbieter UNIVERUM FILM eine sehr professionelle Synchronisation spendiert hat. Neben einem filmbezogenem Making-of, gibt es allerhand weitere Einblicke in die Produktion. Die teils fünfminütigen Features beleuchten die diversen Effekte; aber auch die vorwiegend minderjährigen Darsteller des Gruseltrips kommen in Interviews zu Wort. Alle Extras (bis auf den Trailer) liegen übrigens in Standardauflösung vor; Untertitel gibt es für Hauptfilm und Bonusmaterial keine. Das stößt in BD-Zeiten etwas bitter auf und dürfte vor allem für Zuschauer nicht hinnehmbar sein, die kein Englisch verstehen oder gar gehörlos sind. Immerhin gibt es ein Wechselcover und einen BD-Live-Zugang. Hier wird jedoch ein Internetanschluss vorausgesetzt, um weitere Extras zum Film genießen zu können. Mit sechs Titeln aus dem hauseigenen Filmkatalog schließt Anbieter UNIVERSUM FILM die umfangreiche Veröffentlichung von APARTMENT 143 ab. Wer Streifen wie PARANORMAL ACTIVITY mag, kann bei diesem Release bedenkenlos zugreifen.
 
 
 

Apartment 143 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Film:
 
 
The Amityville Haunting (2011)

Paranormal Activity 3 (2011)

The Tunnel (2011)

Evidence (2011)

Filmreview: „The Pact“ (2012)

"The Pact" (2012) - Filmplakat - Filmreview und Filmkritik auf Filmcheck
 
 
 

The Pact

Story

 
 
 
Nachdem Annie und ihre Schwester vom plötzlichen Tod ihrer sadistisch veranlagten Mutter erfahren zieht es die beiden Geschwister, trotz arger Bedenken, zurück in das mütterliche Anwesen, einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Doch mit dem Eintreffen der jüngeren Schwester Annie geschehen plötzlich seltsame Dinge. Nicht nur, dass die Ärmste von einer unheimliche Präsens attackiert und durch das mütterliche Heim geschleudert wird, auch von ihrer älteren Schwester fehlt weit und breit jegliche Spur. Als Annie , nach diversen Albträumen und unerklärlichen Visionen allmählich nach Erklärungen für die seltsamen Vorkommnisse forscht, stößt sie auf die Spur eines Geistes, der zwangsläufig mit der verunsicherten Frau Kontakt aufnehmen möchte …
 
 
 


 
 
 

The Pact – Kritik

 
 
 
Nach den erfolgreichen Geister Indie-Hits „Paranormal Activity“ und „Insidious“ ist der Geister-Horror aus dem Kino und aus den weltweiten Videotheken nicht mehr wegzudenken! Demzufolge lockt derart munterer Genre-Stoff auch unzählige Filmneulinge dazu ihre ganz eigenen Filmvisionen und Ideen cineastisch möglichst kreativ umzusetzen. Oftmals unbrauchbar belanglos, manchmal aber auch überraschend unterhaltsam und innovativ. „The Pact“ des ambitionierten Nachwuchsregisseurs Nicholas McCarthy ist dabei eine Produktion, die die Fans des Fantastischen Films vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Dabei wird schnell deutlich, dass es sich bei McCarthy´s Spielfilmdebüt um einen recht sperrigen und sehr gemächlich erzählten Gruselfilm handelt, der nur am Rande des Thema „Spuk“ fokussiert und der eigentlich mehr Drama und Detektiv-Story ist, als waschechter Spukfilm. Zwar knarren hier ebenso Türen, kommt ein Medium zum Einsatz und Ouija-Bretter finden an Bedeutung, aber in Anbetracht der überraschenden Wendung am Ende des Films und vor allem des unplausiblen Abschlusses dürften sich aufgeschlossene Filmfreunde schon mehr als veräppelt und hintergangen fühlen. Unplausibel ist vermutlich die beste Umschreibung des titelgebenden „Pakts“ der eigentlich rein gar nichts mit dem eigentlichen Films zu tun hat. Eine logische Erklärung dessen fehlt nämlich im Film gänzlich und lässt den Zuschauer nur spekulieren, welchen Sinn der Titel mit dem fertigen Film überhaupt gemein hat.
 
Aber nicht nur beim Filmtitel lässt Regisseur Nicholas McCarthy die Suggestionskraft der Filmzuschauers spielen, auch diverse Logiklöcher in der Handlung lassen sich mit (zugegeben einfachen, aber effektiven) Schocks und treffsicheren Gänsehautmomenten nicht wirklich gekonnt kaschieren. So fallen die Logik- und Plotlöcher mit fortlaufender Spiellaufzeit offensichtlicher ins Gewicht und gipfeln in einem Finale, dass unglaubwürdiger nicht hätte ausfallen können. Die abschließende, fast schon grotesk-surreal anmutende, Endsequenz wirkt absolut deplatziert und hinterlässt bereits unzählige neue Fragen beim Zuschauer, die natürlich nicht beantwortet, sondern die allein zur Spekulation in den Raum geworfen werden.
 
Trotzdem, wer sich auf diesen Film einlässt und sich mit dieser doppeldeutigen Erzählweise anfreunden kann, deren plausible Erklärungen allein nur in der Vorstellungskraft des Filmfreundes „erraten“ werden können, erlebt mit „The Pact“ einen recht schickes und höllisch unheimliches Mystery-Drama, dass den interessierten Filmfreund vermutlich so schnell nicht wieder loslassen wird. Das Häuschen der Mutter ist mit all den morbid-alten und geschmacklich fragwürdigen Tapeten wie für einen Film dieses Kalibers geschaffen. Zocker-freudige Filmfans, die sich noch gut an den 2. Teil der Videospielreihe „Silent Hill“ erinnern können, dürften sich zumindest was das altmodische schrullige Setting betrifft, direkt heimisch fühlen. Aufgrund des recht subtilen Untertons von „The Pact“ in Kombination mit dem sehr gelungenen Sounddesign (zumindest dann, wenn die Bedrohung in Erscheinung tritt) und der düster-unheimlichen Ausstattung sind minimale Parallelen zu einem „Silent Hill 2“-Game nicht von der Hand zu weisen.
 
Mit „The Pact“ erlebt der Filmfreund ein sehr wortkarges Grusel-Drama das nicht jedem Horrorfilmfreund munden dürfte. Puristen, die nach plausiblen Antworten dürsten, dürften bei diesem Debüt-Werk unbefriedigt den Kinosaal verlassen. Vielmehr lebt „The Pact“ von seiner wirklich morbiden und unheimlichen Atmosphäre und von den vielen Schlüsselszenen bekannter Genrewerke („Shutter“, „Silent Hill“, „The Inkeepers“, „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“, „The Entity“) welche Regisseur Nicholas McCarthy zwar dreist stibitzt, aber dennoch zu einem recht kreativ-sehenswerten Eigenem zusammenbastelt. „The Pact“ nährt von seinen sehr beängstigenden Bildern und Kamera-Spielereien (eine Flucht der Protagonistin wird in Zeitlupe erzählt), die zu Recht nur puristisch (wenn überhaupt) mit Musik unterlegt werden. Außerdem besitzt McCarthy´s Erstlingswerk viele starke dramaturgische Momente die wirklich zu gefallen wissen, allen voran die Szene in der ein blindes Medium den Schauplatz der Gegebenheiten untersucht und die Hauptprotagonistin mit ihrem rätselhaften Geplapper vollkommen verunsichert. Leider schaffen es die oftmals sehr simplen, aber dennoch sehr raffiniert eingesetzten Schockszenen nicht vom arg löchrigen Drehbuch abzulenken, denn immer dann wenn der Zuschauer nach Antworten der Gegebenheiten sucht, gerät das Drehbuch in Erklärungsnot. Das hinterlässt bei diesem, eigentlich sehr sehenswerten, Indie-Film einen überaus ungenießbaren Beigeschmack und macht „The Pact“ dadurch gerade mal zu üblicher Durchschnittsware. Schade!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein eigentlich guter Film mit einer ganz eigenen (Erzähl- und Bild)Sprache, der aber permanent in Erklärungsnot gerät und zu viele offene Fragen in den Raum wirft. Dennoch, für ein Debüt-Werk absolut passabel!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Zensur

 
 
 
Die FSK 16er Freigabe in Deutschland ist ungeschnitten!
 
 
The Pact [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen
 


 
 
 

The Pact – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
 
Babycall (2011)

Cassadaga (2011)

The Innkeepers (2011)

The Awakening (2011)

Filmreview: „The Amityville Haunting“ (2011)

the-amityville-haunting-2011
 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING

Story

 
 
 
Trotz grausamer Vorgeschichte bezieht Familie Benson das unheimliche Amityville –Spukhaus, indem Jahrzehnte zuvor ein blutiges Familienmassaker stattfand. Nach anfänglich unerklärbaren Phänomenen freundet sich die 6-jährige Tochter Melanie mit einem imaginären Freund namens „John“ an, der ihr erzählt, dass er seit sehr langer Zeit in dem alten unheimlichen Haus leben würde. Doch niemand will dem kleinen Mädchen so recht Glauben schenken. Als der Vater nach diversen seltsamen Vorfällen besorgt um das Wohl seiner Kinder ist, lässt er überall im Haus Überwachungskameras installieren und muss erschreckend feststellen, dass die Familie scheinbar doch nicht ganz so allein im Haus ist, wie anfänglich vermutet …
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Kritik

 
 
 
Nachdem das Found-Footage-Genre mit dem Kassenschlager PARANORMAL ACTIVITY weltweit richtig bekannt wurde und bei Filmfans auf dem gesamten Globus für reichlich Nervenkitzel gesorgt hat, scheinen sich nun auch Ableger bekannte Horrorklassiker der recht lukrativen Filmmethode zu bedienen. Der wohl bekannteste unter den Spukhausfilmen THE AMITYVILLE HORROR (1979) zog bisher unzählige Fortsetzungen nach sich. Doch vermutlich wurde die Kuh noch nicht gänzlich leer gemolken. Im Zuge erfolgreicher Wackelcam-Hits wie V/H/S 2 und erfolgreichem Geisterkino, dürfte es niemanden überraschen, dass auch jenes Horror-Franchise noch einmal für eine Vermarktung herhalten musste, um maximale Gewinne auf die Konten raffgieriger Produzenten fließen zu lassen.
 
THE AMITYVILLE HAUNTING schaut handwerklich durchaus solide aus, insofern man schwindelfrei genug ist, dass planlose Umhergewackel der Digitalkamera ertragen zu können. Denn wie in unzähligen anderen derartigen Werken zuvor, sieht man das Geschehen vorwiegend aus der Sicht von Haus- und Überwachungskameras. Regisseur GEOFF MEED scheint seine Hausarbeiten gründlich erledigt zu haben, denn die Erfolgszutaten eines PARANORMAL ACTIVITY werden auch in THE AMITYVILLE HAUNTING verwendet. So finden sich auch hier bekannte Schockelemente und Kameraperspektiven wieder, die man bereits im besagten Found-Footage-Kassenschlager zu sehen bekam. Oftmals wurde so dreist kopiert, dass man sogar meinen könnte einem weiteren Sequel aus dem PARANORMAL ACTIVITY-Universum beizuwohnen. Von Türen, die sich wie von Zauberhand schließen bis hin zu Kindern, die mit imaginären Freunden quasseln werden alle erdenklich bekannten Spukhausklischees abgehakt und bis zum Erbrechen wiederholt. Gerade weil THE AMITYVILLE HAUNTING nichts Eigenständiges und Neues zu sagen hat und sich die Geschehnisse im Gruselhaus arg hölzern und unspektakulär gestalten, macht sich schnell Langeweile beim Zuschauen breit. Die technische Komponente des Kamerabild-Totalausfalls beim bevorstehenden Erscheinen der bösartigen Präsenz mit der Tochter Melanie gern die Freizeit verbringt, ist zwar anfangs durchaus effektiv, beginnt jedoch nach der zehnten Wiederholung gehörig auf die Nerven zu gehen. Scheinbar war Regisseur GEOFF MEED darum bestrebt, die nicht vorhandene Spannung und die ungruselige Spukatmosphäre mit jener Zutat steigern zu wollen, bewirkt aber den gänzlich gegenteiligen Effekt. Leider hat THE AMITYVILLE HAUNTING nicht nur mit wilder Wackelei zu kämpfen. Auch mit der Logik hapert es im neusten AMITYVILLE-Teil – von wirklicher Gruselstimmung ganz zu schweigen. Die Handlungsbeweggründe der Protagonisten sind selten nachvollziehbar. So leuchtet nicht ein, die Familie überhaupt noch in ihrem gruseligen Heim hält, wenn bereits die Vorgeschichte ihres neuen Heims bekannt ist und innerhalb weniger Tage nach Einzug schon drei Menschen im Haus ums Leben bekommen sind.
 
Sohnemann und Kameramann (er filmt die Ereignisse mit seiner Kamera) Tyler ist dabei von unglaublich dummer Sorte. Nicht nur, dass seine Rolle mit einem Statisten besetzt wurde; sein Hang zum logischen Denken scheint mit dem Bezug seines neuen Zimmers auch abhanden gekommen zu sein. So bleibt wenig einleuchtend, warum sich der Sohnemann nach all den mysteriösen Ereignissen im Haus nicht die Mühe macht und sich das von ihm gefilmte Kameramaterial anschaut. Denn hätte er frühzeitig sein Filmmaterial nach Merkwürdigkeiten durchforstet, wären dem Zuschauer und den Protagonisten manch Dummheit erspart geblieben, THE AMITYVILLE HAUNTING ist Fastfood-Horror für Zwischendurch. Während Spukhausfreunde und Fans des polarisierenden Found-Footage-Genres mit Sicherheit gut unterhalten werden, dürften alte Horrorfilm-Hasen an diesem austauschbaren Einheitsbrei nur wenig Gefallen finden. Für Letztere sei empfohlen den Original-AMITIYVILLE aus dem DVD-Regal zu kramen und in den Player zu legen. Auch wenn der Klassiker nicht mehr der Frischeste ist und im Gegensatz zu effekthascherischen Mainstream-Erfolgen wie THE CONJURING reichlich bieder daherkommt, ist der von STUART ROSENBERG inszenierte Erstling immer noch um Welten besser, als das was GEOFF MEED mit seinem THE AMITYVILLE HAUNTING serviert.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Was sich da wie ein weiterer Teil der beliebten AMITYVILLE-Reihe aufzuzwängen versucht, ist eigentlich weniger AMITYVILLE HORROR als vielmehr PARANORMAL ACTIVITY. Der bekannte Spukhaus-Klassiker wurde hier mit derzeit beliebten Found-Footage-Elementen kombiniert und ist eine Schlaftablette vor dem Herrn. Gerade weil wackelige Kameras seit Jahren in fast jedem zweiten Horrorfilme auf den Zünder gehen, verursacht THE AMITYVILLE HAUNTING mehr Frust statt Unterhaltung. Die altbekannte Geschichte des Horrorhauses besitzt kaum Neuerungen und der Gruselfaktor wird auf Sparflamme geköchelt, schließlich gruseln Schockeffekte nicht, die man so ähnlich schon zig Mal auf dem Bildschirm hatte. Eine öde Rückkehr in das vermutlich bekannteste Spukhaus der Welt.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung von THE AMITYVILLE HAUNTING ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Wegen dem Bonus der hiesigen Heimkinofassung wurden Selbige jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben. Demnach ziert die deutsche Fassung der KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-amityville-haunting-blu-ray

(c) Star Movie / Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: THE AMITYVILLE HAUNTING; USA 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film eigentlich FSK16, wegem dem Bonusmaterial jedoch: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Interviews mit Augenzeugen

Release-Termin: 06.12.2012 (Erstauflage) – 18.07.2014 (Zweitauflage)

 
THE AMITYVILLE HAUNTING erschien bereits Ende 2012 von GREAT MOVIE auf Heimkinomedium. Nun, zwei Jahre später kommt der Streifen in einer Neuauflage in die Händlerregale. STAR MOVIE / EDEL GERMANY werten die gleiche Scheibe mit leicht verändertem Rückcover erneut auf DVD und Blaustrahl aus. Der Inhalt bleibt gleich.
 
 
 

The Amityville Haunting [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
SXtape (2013)
 
The Amityville Horror (2005)
 
The Amityville Horror (1979)