Filmkritik: „Farhope Tower“ (2015)

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FARHOPE TOWER

Story

 
 
 

Wo sind THE REAL GHOSTBUSTERS, wenn man sie braucht. Ein TV-Team erkundet ein geschlossenes Hochhaus mit schrecklicher Vergangenheit und sitzt bald in der Falle, weil das Gebäude ein mysteriöses Eigenleben führt.

 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Kritik

 
 
 
Gruselfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Was früher schlaflose Nächte bereitet hat, verursacht immer häufiger das Gegenteil. So sind Filme mit Spukhäusern und Geisterwesen mittlerweile zu echten Spannungskillern verkommen, weil sie nur selten neue Geschichten erzählen und sich deshalb kaum noch voneinander unterscheiden. Was geht eigentlich in Köpfen von Filmemachern vor, die am Fließband drehen, was eigentlich niemand mehr sehen will? Eine Frage, die wohl auch nicht Regisseurin APRIL MULLEN beantworten kann. Die macht nämlich genau das, was allmählich den Spaß am unheimlichen Genre nimmt und hat mit FARHOPE TOWER austauschbaren Unsinn fabriziert, der gemeingefährlich Lebenszeit raubt. Dabei ist Mullen kein unbeschriebenes Blatt vor und hinter der Kamera. Die attraktive Brünette hat schon bei unwichtigen Low-Budget-Streifen und bekannten TV-Serien Regie geführt. Aber auch als Schauspielerin ist das Multitalent gern mal unterwegs. So hat APRIL MULLEN in FARHOPE TOWER nicht nur das Regiezepter übernommen. Im Film ist sie zudem als kreischende Heldin zu sehen, die sich gegen unsichtbare Kräfte zur Wehr setzen muss. Vor der Kamera ist sie definitiv besser aufgehoben.
 
 
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Another Geisterfilm, der mit bekanntem Muster irgendwie vergebens versucht, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Diesmal wagen sich einige Hobbygeisterjäger in ein leeres Hochhaus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Der Mehrstöcker ist seit Jahren geschlossen und das nicht ohne Grund. Darin sollen sich schreckliche Selbstmorde ereignet haben, die sich niemand erklären kann. Für ein Filmteam ein gefundenes Fressen. Das erkundet regelmäßig Spukorte mit der Kamera und stellt gedrehtes Filmmaterial ins Internet. Als plötzlich ein großer TV-Deal zustande kommen soll, sind die Geisterexperten Feuer und Flamme. Trotz Skepsis begibt man sich in das schaurige Gebäude und nimmt für Erfolg sogar Risiken in Kauf. Eine lebensgefährliche Entscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Das Hochhaus führt nämlich ein mysteriöses Eigenleben und bringt die Crew gegeneinander auf. Die gehen sich bald selbst an die Gurgel und radieren sich gegenseitig aus. Offenbar sind zwar alle im Filmteam leidenschaftliche Geisterjäger, haben aber vermutlich noch nie einen Spukfilm gesehen. Hätten sie ihre Hausaufgaben mit Verstand gelöst, wüssten sie vermutlich, dass man Häuser mit schockierender Vergangenheit besser nicht betritt. Leider kommt die Lehre im Falle von FARHOPE TOWER zu spät. Bald fließt Blut und man versucht zu überleben. Doch das Haus ist nicht dumm. Einmal drinnen, kommt man nicht mehr nach draußen. HAUNTED HILL lässt grüßen.
 
 
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Nicht Neues aus der Geisterbahn. Auch FARHOPE TOWER erfindet das Rad nicht neu. Der Film folgt gleichem Ablauf wie die meisten Streifen der Gattung Spuk- und Geisterfilm. Abermals verirren sich wenig intelligente Protagonisten in ein Spukhaus und bekommen es dort mit bösen Mächten zu tun. Dabei kommt die austauschbare Handlung dem Spannungsaufbau in die Quere. Letzterer gerät wegen Vorhersehbarkeiten nur sehr schleppend in Gang, weil FARHOPE TOWER so überraschungsarm dem Ziel entgegenfiebert, dass man schnell das Interesse am Fortgang der Handlung verliert. Der Grund ist im inflationären Filmmarkt zu suchen. Dort wurden in letzter Zeit so viele Spuk- und Geisterfilme nach Schema F gedreht, weshalb sie mittlerweile kaum noch Gänsehaut bereiten. FARHOPE TOWER hat weder eigene Ideen, noch nennenswerte Höhepunkte. Das macht den Film nicht nur beliebig, sondern auch unbeschreiblich langweilig. Deshalb empfehlen wir diesen Gruselausflug nur denen, die auch wirklich jeden Gruselflop sehen müssen, um mitreden zu können. Der Rest wartet besser auf neues Gruselfutter aus der Werkstatt von JAMES WAN. Genannter Regisseur beweist seit Jahren ein talentiertes Händchen fürs Angsmachen und zeichnet für Kinohits wie CONJURING oder INSIDIOUS verantwortlich. Davon ist FARHOPE TOWER Lichtjahre entfernt.
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für Fans, die vom Grusel-Genre nicht genug bekommen können. Unheimliches Flüstern, etwas Gewalt, schaurige Flashbacks und Türen, die sich wie von Geisterhand öffnen. FARHOPE TOWER hakt all das lustlos ab, was eigentlich zum Standard eines jeden Geisterfilms gehört. Das ist auch schon das eigentliche Problem dieses Gruselstreifens, der versucht Spannung nach bekannter Mixtur aufzubauen. FARHOPE TOWER schaut gut aus und hat auch halbwegs begabte Schauspieler in petto. Trotzdem will keine Spannung entstehen. Offenbar ist man in Zeiten des Horror-Überflusses schlichtweg satt von Geisterfilmen nach Schema F. Gesucht werden originelle und gute Ideen. Mit Gruselgeschichten und Schockmomenten von der Stange gewinnt man heute leider keinen Blumentopf mehr. Selbst unerfahrene Neulinge dürften mit FARHOPE TOWER deshalb nicht so recht warm werden. Der Grund: Alles so ähnlich schon mal gesehen – und oftmals sogar besser.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Zensur

 
 
 
FARHOPE TOWER hat kaum Schauwerte zu bieten. Der Film wird mit einem recht kaltblütigen Mord eingeläutet. Danach wird hinsichtlich Gewalt zurückgefahren. Ein Knochenbruch hier, ein Stick in einen Hals dort. Das Gezeigte befindet sich auf FSK16-Niveau.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
The Entity (2015)
 
Zellblock 11 (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 

Filmkritik: „Presence – Es ist hier!“ (2015)

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PRESENCE – ES IST HIER!

(THE DEAD ROOM)

Story

 
 
 

Zwei Wissenschaftler und ein Medium gehen einem gar schaurigen Spuk auf den Grund. In einem alten Farmhaus irgendwo im Hinterland Neuseelands sollen sich unheimliche Dinge ereignet haben, die von den Forschern näher untersucht werden wollen. Leider kommt wie immer alles anders, denn eine bösartige Präsenz lehrt die Hobby-Geisterjäger das Fürchten.

 
 
 


 
 
 

PRESENCE – ES IST HIER! – Kritik

 
 
 
Was ließe sich nicht alles mit einer Million Euro anstellen? Eine Villa kaufen, einmal um die Welt segeln oder ganz unverfroren: Komplett auf den Kopf hauen. Für letztgenannte Option entschied sich Filmemacher JASON STUTTER. Er hatte das Glück mit großzügigem Budget haushalten zu dürfen. So großzügig, dass so mancher Regisseur unabhängiger Horrorfilme nur mit den Ohren schlackern kann. Dass aber mit egal wie ausreichend vorhandenem Geld nicht zwangläufig ein guter Film entstehen braucht, verdeutlicht PRESENCE – ES IST HIER, der im Original eigentlich THE DEAD ROOM heißt, schmerzhaft. Für den Gruselfilm zeichnet nämlich genau dieser neuseeländische Regisseur verantwortlich, der nach (völlig zu Recht) unbekannten Titeln wie DIAGNOSIS: DEATH erneut ziemlichen Schlamassel abgeliefert hat – der aber immerhin visuell sein Geld wert ist. PRESENCE wandelt auf den Pfaden so erfolgreicher Spuk- und Geisterfilme wie THE CONJURING oder THE AMITYVILLE HORROR, die sich marketinggerecht brüsten, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. So wurde PRESENCE ebenso von paranormalen Ereignissen inspiriert, die sich in einem Bauernhaus in Central Otago, Neuseeland zugetragen haben sollen. Irgendwann in den 1970ern haben dort zwei Wissenschaftler Spukerscheinungen untersucht und sind dabei auf ein Geheimnis gestoßen, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die gleiche Geschichte soll nun auch beim Zuschauer für Gänsehaut sorgen. Leider vergebens, denn statt Originalität steht in der filmischen Umsetzung fade Vorhersehbarkeit auf dem Plan, die in erster Linie langweilt und tüchtig Müdigkeit verursacht.
 
 
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PRESENCE – ES IST HIER rückt zwei Parapsychologen in den Mittelpunkt, die zusammen mit einem Medium eine klapprige Hütte erkunden, in der es spuken soll. Die Vorbesitzer haben das Haus Hals über Kopf verlassen, weil sie Erlebtes zu Tode geängstigt hat. Das ruft freilich das Interesse der Forscher auf den Plan, die jegliche schaurige Vorkommnisse mit modernstem Equipment analysieren wollen. Schnell sind Kameras, Laptops und Bewegungsmelder aufgestellt, um übernatürliche Aktivitäten auf Film zu bannen. Doch der unsichtbare Haustyrann lässt auf sich warten. Erst nach mehrmaligen Anläufen und reichlich Warterei tut sich was. Eine bösartige Präsenz ist über die unangemeldeten Schlafgäste gar nicht erfreut. So fängt sie bald fürchterlich zu toben an, schlägt Türen zu und wirft mit Gegenständen um sich. Doch die Wissenschaftler lassen nicht locker. Sie finden heraus, dass sich am Ende des Flures ein Raum befindet, den der Geist interessanterweise meidet. Doch was hat es mit dem leeren Zimmer auf sich?
 
 
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Klischee an Klischee. PRESENCE – ES IST HIER vereint samt und sonders Elemente klassischer Spukstreifen, die schon in vielen ähnlich gestrickten Gruselfilmen der 1970ern und 1980er Programm waren. So schlagen regelmäßig Türen wie von Geisterhand zu und Gegenstände fliegen unvorbereitet durch Räume. Das mag vermutlich vor drei Jahrzehnten ziemlich gruselig gewesen sein; gefühlte tausend Geister-Heuler später ist das leider nicht mehr ganz so fesselnd wie damals. PRESENCE hat ein Problem und das nennt sich Einfallslosigkeit. Man muss kein Genie sein, um den Fortgang der Geschichte erraten zu können, denn der Film klappert relativ ermüdend alle Etappen gängiger Spukstreifen ab und hat zudem keinerlei Überraschungsmomente zu bieten. Die wichtigsten Szenen verrät – so ist das leider heute meistens – dabei übrigens der Trailer. Der fasst den Film in knapp zwei Minuten zusammen und lässt so mehr Zeit für die spannenden Dinge im Leben. Bleibt zu erwähnen, dass PRESENCE kein Film für mutige Geisterjäger ist. Der Schauertrip ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara. Er gibt sich nicht einmal die Mühe, das schreckerprobte Publikum irgendwie zu unterhalten. Unvorhersehbare Schockmomente sind Mangelware und unheimliche Spezialeffekte gibt es – trotz einiger Dollars mehr auf Seiten des Produktionsbudgets – auch nicht. So sind Kamera und Ausleuchtung zwar vehement darum bemüht so etwas wie Atmosphäre zu bewirken – doch dank eines Drehbuchs, das so ausgetreten ist wie Omas Pantoffeln, dürften die meisten Horrorfans schnell nach der Fernbedienung greifen, um dem faden Spuk ein gnädiges Ende zu setzen. Ein geistloser Zeiträuber.
 
 
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PRESENCE – ES IST HIER! – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
PRESENCE – ES IST HIER ist die neuseeländische Antwort auf PARANORMAL ACTIVITY. Schenkt man Regisseur JASON STUTTER Glauben, kam ihm die Idee zum Film während eines Besuches in einem heimischen Antiquitätengeschäft. Dort fand der Filmemacher ein altes Buch über Neuseelands Legenden und war schlichtweg so fasziniert von einer der dort verfassten Geschichten über eine Spukhütte, dass er daraus einen Film machen wollte. Er fand den Eigentümer des Gebäudes, lies sich durch das Haus führen und war fest davon entschlossen, den Film am Originalschauplatz zu drehen. Weil einige seltsame Dinge vorfielen, warf man aus Angst Pläne über Bord und baute die Hütte dann doch lieber im Studio originalgetreu nach. Das, verehrte Leser, ist Werbung. Im Interview lies Filmemacher JASON STUTTER stolz verlauten, dass er einen Film machen wollte, der ein unvergessliches Erlebnis für den Zuschauer werden sollte. Leider hat sich der Gute da etwas verzettelt – unvergesslich werden eher die quälend langen Sekunden sein, die das Publikum bis zum Anspann zahlen dürfte. PRESENCE – ES IST HIER ist kein nennenswertes Haunted-House-Movie, was nicht nur an mangelnder Originalität liegt. Vor allem der Schauplatz ist nicht gerade prädestiniert für Spukstreifen. Denkt man an Geisterfilme, hat man meist riesige Anwesen mit langen Fluren, dunklen Kellern und schaurigen Dachböden vor Augen. Die klapprige Hütte in PRESENCE – ES IST HIER sieht dagegen aus wie Kinderfasching. Enttäuschend von vorne bis hinten.
 
 
 


 
 
 

PRESENCE – ES IST HIER! – Zensur

 
 
 
In PRESENCE – ES IST HIER (Originaltitel: THE DEAD ROOM) spukt es gewaltig. Hier schlagen Türen von allein zu und Gegenstände fliegen durch den Raum. Tote gibt es nicht zu beklagen. Nur am Ende findet man einen verwesten Leichnam. Wegen der unheimlichen Atmosphäre und einige verstörenden Schocks hat der Film in Deutschland eine FSK16 erhalten. Natürlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PRESENCE – ES IST HIER! – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen + Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Poltergeist (2015)
 
Poltergeist (1982)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Amityville Horror (1979)
 
The Occupants – Sie wollen dein Leben (2014)
 
I am ZoZo (2012)
 
Ghost of Goodnight Lane (2014)
 

Filmreview: „Ghost of Goodnight Lane“ (2014)

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GHOST OF GOODNIGHT LANE

Story

 
 
 
Eine Filmcrew wird von einem wütenden Geisterkind bedroht, dass Spaß am Töten hat und den Crew-Mitgliedern das Fürchten lehrt …
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Kritik

 
 
 
Immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet, krabbeln sie ganz unvorbereitet aus ihren modrigen Verstecken hervor und geben dem Horrorfan zu verstehen, dass pitschnasse Geistergören einfach nicht aus der Filmlandschaft wegzubekommen sind. Seit die asiatischen RING-Streifen rachsüchtige Geistermädchen populär gemacht haben, winden und wuseln jene Gestalten immer mal wieder durch düstere Filmszenarien und wollen nur eins: Die Protagonisten jener Filme möglichst hinterlistig um die Ecke bringen. Scream-Queen und Horrorsternchen DANIELLE HARRIS (HALLOWEEN 4+5, HATCHET 3) konnte vermutlich mal wieder einige freie Tage im Terminkalender entbehren und gab sich zusammen mit B-Movie-Dauergast BILLY ZANE die Blöße, beim vorliegenden Video-Murks GHOST OF GOODNIGHT LANE mitzumachen. Auch wenn die HARRIS schon in so einigen kultigen Schockern mitgewirkt hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass ein Horrorfilm auch gut sein muss, der mit der smarten Schauspielerin auf dem Cover wirbt. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an amerikanischen B-Movies, die momentan den Videomarkt überschwemmen, gerät nämlich auch die HARRIS immer mal wieder an Drehbücher, die man besser als Kamin-Anzündhilfe verwendet.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist ein recht passendes Beispiel dafür, dass bekannte Schauspieler nicht zwangsläufig für Qualität stehen müssen, denn was Regisseur ALIN BIJAN hier auf die Beine gestellt hat ist eher hirnloses Fast-Food-Horrorfutter für zwischendurch, das man bereits wieder vergessen hat sobald der Abspann über den Bildschirm flimmert. Wie der Titel bereits vielversprechend verrät, spukt es im Haus auf der GOODNIGHT LANE und das nicht gerade wenig. Der hartnäckige Geist eines nervigen Kindes hat es sich im Postproduktionsstudio einer kleinen Filmcrew gemütlich gemacht und ist gar nicht damit einverstanden, dass das Haus bereits einen neuen Käufer gefunden hat und abgerissen werden soll. Die alte Thelma Perkins weiß Genaueres, flüstert aber in verschlüsselten Versen und scheint kein Interesse daran zu haben einfach mal Tacheles reden zu wollen. Stattdessen lässt sie die Filmleute der Reihe nach über die Klinge springen und offenbart erst am Ende die bittere Wahrheit über die Beweggründe des Geistes. Ihre Enkelin und gleichzeitig Tochter von Charles Manson ist für den tödlichen Schabernack verantwortlich, wurde sie doch in jenem Haus von der eigenen Großmutter ermordet. Am Ende plagen Oma Gewissensbisse. Grund genug das eigene Leben für das der Überlebenden zu opfern.
 
BILLY ZANE fällt zwar positiv durch trockenen Humor auf, hat aber offensichtlich vergessen, dass er sich hier eigentlich in einem Horrorfilm befindet. Während sich seine Schauspielkollegen laut um Kopf und Kragen schreien, steht Herrn ZANE die Lustlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Auch die sonst so taffe DANIELLE HARRIS wirkt ziemlich fehl am Platz, hat doch diesmal die Hauptrolle eine andere ergattert, so dass der beliebten Darstellerin nur noch eine kurze Besessenheitsszene übrig bleibt, um sich mal richtig austoben zu können. Ansonsten gibt es reichlich Trash und handgemachten Splatter zu sehen, was in GHOST OF GOODNIGHT LANE so ziemlich unspektakulär abgehandelt wird, denn eigentlich besteht das Machwerk hauptsächlich aus einer Aneinanderreihung bekannter Haunted-House-Klischees, und vorhersehbaren Jump-Scares, die wohl den Zuschauer am Einschlafen hintern sollen. Mit Ruhm hat sich für diesen austauschbaren Geister-Grusler keiner der Anwesenden bekleckert, denn nicht nur einmal dürfte sich der Zuschauer bei der Sichtung von GHOST OF GOODNIGHT LANE ertappen, wie er kurz zur Fernbedienung greifen möchte, um dem Abspann ein Stück näher kommen zu können. Knapp eine Stunde benötigt der Spukhaus-Quark bis er endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Immerhin gibt es dann abwechslungsreiche Todesarten zu sehen, die aber ohnehin bereits im Trailer gezeigt wurden.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE hat wie jeder zweite hastig heruntergeleierter Video-Trash das Problem, dass ihm einfach Spannung fehlt, denn wirklich gruselig oder atmosphärisch will BIJAN austauschbarer Geisterfilm irgendwie nicht werden. Der Grund hierfür ist schnell gefunden, denn nicht der billige Low-Budget-Look bereitet Probleme, sondern das vollkommen uninspirierte Drehbuch, dass mal wieder nach Schema F abgehandelt wird. Die Geschehnisse rund um GHOST OF GOODNIGHT LANE sind nicht neu und hat man mittlerweile einfach schon bedeutend besser erzählt auf der Mattscheibe gehabt. Seltsamerweise weicht Macher ALIN BIJAN kurz von der schablonenhaften Erzählung ab. In einer Szene bekommen wir besessene Puppen vor die Linse. Ein wunderbar nostalgischer Moment, der kurz die legendäre PUPPET MASTER-Reihe und den charmanten Gordon-Puppenhorror DOLLS ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Leider dauert der magische Moment nur wenige Sekunden, danach richtet BIJAN das Augenmerk erneut auf das Langweilen des Zuschauers. Was für eine Verschwendung!
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist die weitaus blutigere Antwort auf die subtile RING-Filmreihe, in der ein verärgertes Geistergör pitschnass aus TV-Apparaten krabbelt und das Fürchten lehrte. Das Geistermädchen in GHOST OF GOODNIGHT LANE hat andere Probleme. Nicht nur, dass sie mit fettigem Haupthaar zu kämpfen hat; so wirklich beängstigend wirken ihre Wutausbrüche nicht auf den Zuschauer, dem vor allem die nicht enden wollenden Müdigkeitserscheinungen Sorgen bereiten dürften, schließlich hat GHOST OF GOODNIGHT LANE mit permanenter Ideenarmut zu kämpfen. Das Problem dürfte Regisseur ALIN BIJAN bereits beim Schreiben des Drehbuchs erkannt haben, so dass er die Handlung um nette Splatter-Momente und Jump-Scares bereichert hat. Was dem Streifen dennoch fehlt ist Spannung und Atmosphäre, denn Blut und coole Sprüche allein machen aus eigentlich totgefilmten Geschichten keine guten Horrorfilme. Wer übrigens DANIELLE HARRIS mal wieder in einer vollkommen überflüssigen Rolle sehen mag, dürfte sich immerhin über ihren Auftritt in GHOST OF GOODNIGHT LANE freuen. Dennoch bleibt hier einmal mehr die Frage unbeantwortet, warum die HARRIS ihren Namen für diesen unnützen Käse hergegeben hat. Ihr Bankkonto dürfte die Antwort liefern.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Zensur

 
 
 
Die wenigen Splatter-Momente wurden geschickt getrickst. Nägel bohren sich in Augen, eine Protagonistin schlitzt sich ein Hackenkreuz auf die Stirn und ein Gesicht wird von einem Ventilator zermatscht. Klingt zwar alles blutig und schaut lustig aus, dürfte aber für eine FSK16 reichen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2013)
 
The Unbroken (2012)
 
Aberration (2013)