Filmreview: „Buck Wild“ (2013)

buck-wild-2013
 
 
 

BUCK WILD

Story

 
 
 
Vier Amateurjäger im Jagdrausch. Sie quartieren für ein Wochenende auf der Buck Wild-Ranch, um ein paar Hirsche zu erledigen. Leider kommen ihnen ein paar gefräßige Zombies und eine Gruppe einheimischer Hillbillies in die Quere, die ihnen den Jagdausflug natürlich gehörig vermasseln …
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Kritik

 
 
 
Och nö, schon wieder bricht ein Zombie-Virus aus, im Horrorfilm ist das nichts Ungewöhnliches mehr. Doch diesmal wird die Gefahr nicht von Menschenhand verursacht. Das Grauen erscheint in Form eines tollwütigen Hundes (im Film auch als Chupacabra bezeichnet), der sich sogleich über einen schrulligen Ranch-Betreiber hermacht und zubeißt. Was folgt ist das Übliche: Der Gebissene besitzt bald die Symptome einer nicht näher beschriebene Zombieseuche, taumelt in ein Dorf voller Hinterwäldler und infiziert dort in null Komma nichts jeden, der einfach zu faul ist zum arbeiten. Der Splatter-Klassiker BRAINDEAD lässt grüßen, denn der dürfte beim vorliegenden BUCK WILD Pate gestanden haben. Dort passierte Ähnliches: Eine neue Spezies halb Affe, halb Ratte war schuld, dass am Ende ein göttliches Zombie-Gemetzel auf der Mattscheibe gefeiert werden konnte.
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die in Zeiten von MARTYRS, HOSTEL und SAW nicht wissen, dass es „krasse“ Horrorfilme auch schon viel früher gab. Zu einem dieser ganz „bösen“ Streifen gehörte jene von PETER JACKSON inszenierte Splatter-Persiflage auf das blutrünstige Zombie-Genre mit dem Titel BRAINDEAD. Die genießt heute Kultstatus und hat in den 90ern der FSK ne Menge Kopfzerbrechen bereitet. Nach viel Splatter-Klamauk (darunter auch BAD TASTE) hat sich Jackson viele Jahre später mit der Buchverfilmung zu Tolkiens DER HERR DER RINGE ein Denkmal gesetzt. Dennoch ist vielen Filmfans heute nicht bewusst, dass der neuseeländische Filmemacher in den Anfangsjahren viel Horror gemacht hat und damit auch noch erfolgreich war.
 
Was Jackson mit viel Herz- und Kunstblut 1992 auf Zelluloid festgehalten hat, will TYLER GLODT nun auch mal ausprobieren. Der ist zwar noch recht unbekannt im Filmbusiness, hat aber bereits beim Kassenhit POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR in der Postproduktion mitarbeiten dürften. Nun versucht er auch mit einer Horrorkomödie was Eigenes auf die Beine zu stellen. Damit sein Schaffen auch die nötige Aufmerksamkeit bei Horrorfans findet, wird gleich erstmal ausgiebig kopiert und bei anderen Filmen Inspiration geholt. So bildet der Plot aus BRAINDEAD das Fundament und die aus Spoof-Komödien wie SCARY MOVIE bekannten Albernheiten das Gerüst für diesen Film.
 
Die Geschichte dreht sich um vier Freunde, die den gängigen Klischees entsprechen und ein chilliges Jagdwochenende in ländlicher Natur verbringen möchten. Der naive Craig (Matthew Albrecht) hat die Sause geplant und will partout nicht wahrhaben, dass ihn die Verlobte nach Strich und Faden betrügt. Immer wieder versucht er die Freundin auf dem Telefon zu erreichen. Die hat Besseres im Sinn und vergnügt sich viel lieber mit knackigen Kerlen auf trinkfreudigen Partys und hatte auch schon ein Techtelmechtel mit Kumpel und Bunny-Checker Lance (Isaac Harrison), der als Großstadtcasanova eine Schwäche für paarungsbereite Frauen hegt, die für ihn wichtiger sind, als die Luft zum atmen. Als Reiseführer fungiert Cousin Jerry (Jarrod Pistilli). Selbiger kennt sich bestens in der dörflichen Tristesse aus und ist dazu noch ein Hillbilly wie er im Buche steht. Er hat nicht nur eine Leidenschaft für schnelle Schusswaffen, sondern auch noch einen riesigen Sprung in der Schüssel. Jerry liebt nämlich nicht nur allmorgendliches Karate ohne Klamotten, er besitzt auch noch einen sehr speziellen Humor, der den Freunden nicht nur einmal aus der Patsche hilft. Letzter im Bunde ist Tom (Dru Lockwood), ein gar nerdiger Clark Kent-Verschnitt. Der gerät im späteren Verlauf des Streifens an den exzentrischen Gangster Billy Ray, der ihm zusammen mit seiner Hinterwäldler-Bande (kein Scherz) den blanken Hintern versohlt.
 
Natürlich dürfen in einer Zombiekomödie nicht die Zombies fehlen, die im Horrorfilm grundsätzlich damit beschäftigt sind, sich die Mägen mit Menschenfleisch zu füllen. Doch bevor die Untoten über noch lebendes Buffet herfallen dürfen muss der Horrorfan etwas Geduld aufbringen, schließlich braucht der tollwutartige Virus etwas Zeit um sich in der südtexikanischen Einöde verbreiten zu können. Bis dahin bekommen die Freunde erst einmal Stress mit den eigenbrötlerischen Bewohnern des Kaffs. Die mögen es nämlich gar nicht, wenn verzogene Großstadtkids ungefragt ihr Revier erkunden und zu viele Fragen stellen. In BUCK WILD gibt es ne Menge abgedrehtes Zeug zu sehen. Hier drehen dumme Hinterwäldler triviales Trash-TV, das sogar noch im regionalen Fernsehen gezeigt wird. Zudem kommt die legendäre PATE-Trilogie von FRANCIS FORD COPPOLA ganz ungefragt in die Gunst einer mehr als lächerlichen Hommage. Und als wäre das alles nicht schon dämlich genug, finden Haschisch-Brownies in BUCK RANCH auch noch einen neuen Verwendungszweck. Der Kuchen wird versehentlich an einen Zombie verfüttert, der sich wenig später zurück in zivilisierte Wesen verwandelt. Wenn da mal nicht Schleichwerbung für den Konsum von Drogen betrieben wird.
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES hätte die wilde Mischung auch heißen können, die uns TYLER GLODT mit seinem BUCK WILD auf schlabbrigen Papptellern serviert. Für gutes Porzellan hat es nämlich nicht mehr gereicht, denn die Zombie- und Hinterwädler-Parodie kränkelt an billigen und flachen Witzen, die zudem nicht gerade vor Originalität strotzen. Viele der etwas sehr hanebüchenen Wortspielchen zünden nur selten und wiederholen sich auch noch ständig. Für eine Komödie kein gutes Omen, wenn den Lachern die Puste ausgeht. Immerhin wuseln durch BUCK WILD ne Menge bescheuerter Typen, deren stereotypen Rollen bei Weitem erheiternder sind, als deren krampfhaft auf cool getrimmten Dialoggefechte. Da verblassen selbst die Zombies, deren obligatorische Fress-Exzesse in BUCK RANCH leider arg kurz kommen. Der Splatter-Faktor ist erstaunlich gering, was angesichts der Thematik bei Horrorfans nicht gerade Freudensprünge verursachen dürfte. So bleibt unwichtiger Light-Spass, der erfolgreichen Horrorparodien nachzueifern versucht, aber dem irgendwie die wirklich guten Gags fehlen, damit er länger in Erinnerung bleibt. BUCK WILD ist zwar mit Sicherheit kein Zeiträuber, enttäuscht aber durch mageren Splatter-Gehalt und erreicht nicht einmal annähernd die Qualitäten jener Filme, mit denen Regisseur TYLER GLODT des Öfteren liebäugelt. Von daher Anspruch drosseln und Bier zur Hand, denn nur mit gut gekühltem Alkohol kann man sich diesen Murks schöntrinken und darüber auch noch lachen.
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES – BUCK WILD ist ein abgedrehter Zombie-Spaß mit gut platzierten Schenkelklopfern und ner Menge skurriler Typen, die den lieben langen Tag nur abstruses Zeug von sich geben. Das ist nicht negativ zu verstehen, sondern ein Grund warum BUCK WILD lohnt gesehen zu werden. Leiden gehen dem Film ganz schnell die guten Sprüche aus, denn die meisten der lustig gemeinten Gags wollen einfach nicht zünden. Zudem kommen die Untoten für eine Zombieparodie etwas sehr kurz, was vor allem Fans solcher Filme bitter aufstoßen dürfte. Im Vergleich zu erfolgreichen Spoof-Komödien mit ähnlichem Inhalt zieht BUCK WILD nämlich den Kürzeren, denn der Streifen erreicht nicht einmal annähernd die Genialität von Horrorkomödien wie BRAINDEAD, ZOMBIELAND oder SHAUN OF THE DEAD. Denen wollte Regisseur TYLER GLODT mit seinem selbstironischen Machwerk nacheifern. Um seine Geschichte abheben zu können wirft er zusätzlich noch allerlei Hinterwäldlerklischees in die Handlung und verdirbt damit den Brei. Vielleicht wäre es besser gewesen der Regisseur hätte sich nur auf eine Zutat konzentriert, denn der Mix aus Hillbilly- und Zombiefilm verliert sich des Öfteren in der Unentschlossenheit seines Machers. Der wollte vermutlich besonders kreativ sein und mit seiner schwarzhumorigen Hinterwädler-Untoten-Verarsche etwas ganz Neues machen, hat aber schon bald keine Kontrolle mehr über seinen Flick. Die handvoll inhaltsloser Gags können da leider auch nix mehr retten – schade!
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Zensur

 
 
 
Aufgrund des humoristischen Untertons, dürfte es BUCK WILD hierzulande mit blauen FSK16-Flatschen in den Handel schaffen. Der Gewaltpegel ist so in etwa mit dem von SHAUN OF THE DEAD zu vergleichen, erreicht aber nie die übertrieben splattrige Intensität eines BRAINDEAD.
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Juan of the Dead (2011)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Braindead (1992)
 
Dead Snow (2009)
 

Filmreview: „Ghost Team One“ (2013)

ghost-team-one-2013
 
 
 

GHOST TEAM ONE

Story

 
 
 
Einige Hobbygeisterjäger sind vom PARANORMAL ACTIVITY-Virus infiziert. In deren Haus spukt es, so dass man Kameras hervorkramt, um eine Doku zu drehen. Was die Freunde aber noch nicht wissen ist, dass sie es hier mit einem äußerst nymphomanisch veranlagten Geist zu tun haben, der es ab und an auch mal bevorzugt, die Lebenden zu vernaschen …
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Kritik

 
 
 
Was nur stimmt mit den Regisseuren BEN PEYSER und SCOTT RUTHERFORD nicht? Die beiden haben vermutlich unter permanenten Samenstau zu leiden, denn anders lässt sich der Schwachsinn nicht erklären, den sie hier mit GHOST TEAM ONE mehr schlecht als recht verzapft haben. Herr lass Hirn vom Himmel regnen, denn das Niveau in ihrem Comedy-Fehlzünder ist derart tief im Keller, dass dagegen selbst Randgruppen-TV im Privatfernsehen eines Qualitätspreises würdig ist. So was kann eindeutig nur aus dem sonst so prüden Amerika kommen, dort wo in der Vergangenheit schamlos-platte Spoof-Filmchen wie GHOST MOVIE oder die SCARY MOVIE-Reihe das Licht des Zelluloid-Himmels erblickt haben und wo man sich selbst des dümmsten Sexwitzchens wegen lauthals lachend auf dem Boden rollt. GHOST TEAM ONE ist das, was man wohl in Filmkreisen eine beschämende Jugendsünde nennt, denn die teils unwissenden Jungdarsteller dürften sich für diesen peinlichen Fehltritt ein Leben lang schämen. Hier gibt es nahezu keinen Dialog, der nicht irgendeine schlüpfrige Anzüglichkeit beinhaltet und über welche sich vermutlich nur pubertäre Heranwachsende auf dem Schulhof erheitern können.
 
Alles beginnt auf einer ausufernden Party im Haus der dauergeilen Freunde Brad (JR VILLARREAL), Sergio ( CARLOS SANTOS) und Chuck (TONY CAVALERO) bei der man auf die Witterung eines Geistes aufnimmt, der sich später als vietnamesische Bordellbetreiberin entpuppt, die viele Jahre zuvor an gleicher Stelle einige Männer um die Ecke gebracht hat. Gut, dass sich unter den trinkfreudigen Partygästen auch eine Geisterexpertin (FERNANDA ROMERO) gemischt hat, die die Idee einfach großartig findet, aus den mysteriösen Vorfällen einen Dokumentarfilm zu drehen. So werden überall im Haus Kameras montiert, damit das Treiben des Geistes auf Film gebannt werden kann. Doch der macht sich rar und scheint nur dann aktiv zu werden, wenn sich im Haus sexuelle Energien sammeln.
 
Wie lang nur funktioniert das Found Footage-Prinzip denn noch? Kaum ein Filmthema existiert, dass nicht bereits in den Genuss einer Wackelcam-Vergewaltigung gekommen ist. So langsam scheint sich aber ein Verschleiß zu verzeichnen, denn selbst eingefleischte Allesseher erkennen allmählich, dass sich hinter dieser Art von Filmen meist nur laue Lüftchen verbergen und hier oft Filmschaffende am Werkeln sind, die mit wenig Aufwand viel Asche machen wollen. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich nicht selten seiner kostbaren Lebenszeit beraubt sieht, weil ihm erneut sich ständig wiederholender und ideenloser Filmabfall untergejubelt wird. GHOST TEAM ONE macht da sicherlich keine Ausnahme. Die Macher haben sich der PARANORMAL ACTIVITY-Erfolgsplage angenommen und versucht, die seichte Kindergeisterbahn mit Hilfe von unreifer Aufklärungsarbeit leidlich unterhaltsam zu parodieren. Hier wird auf Papptellern gekackt, beim Stuhlgang beigewohnt, reichlich masturbiert und sich ausgiebig über möglichen Beischlaf unterhalten, so dass einer der Anwesenden gleich mal vor Erregung versehentlich in seinen Slip ejakuliert. Niveau erhält in GHOST TEAM ONE eine gänzlich neue Bedeutung, denn wer meint Horror-Parodien wie SCARY MOVIE hätten schon längst die Grenzen des guten Geschmacks erreicht, dürfte mit diesem unterirdischen Sexklamöttchen eines Besseren belehrt werden. Leider ist jene Parodie nicht einmal ansatzweise lustig, insofern man sich darüber ergötzen kann, wenn ein Besessener in Frauenmode gekleidet breitbeinig auf einem Bett liegt und verlangt, dass er „geleckt“ wird. Hier wird alles fast schon alibimäßig als Selbstironie getarnt durch den Kakao gezogen, was im Geistergenre zuletzt Kasse gemacht hat. Da gibts was aus PARANORMAL ACTIVITY und THE RING zu sehen, aber auch FRIEDKINS Kultfilm DER EXORZIST und Regans legendäre Kopfdrehszene kommen auf recht unterirdische Weise in die Gunst einer Hommage. Immerhin agieren die wenigen Knallscharchen halbwegs vernünftig vor der Kamera. Allen voran TONY CAVALERO, der als stets aggressiver Mitbewohner Chuck stets „fucking“ genervt (hier kann man sich den Spaß machen und das von ihm geäußerte „Fuck“ im Film zählen) durch die Kulisse rennt und am Ende in einer äußerst grenzwertigen Dämonenaustreibungs-Farce lächerlich und demütigend bloßgestellt wird. Bei soviel unreifer Sauerei will mit Sicherheit keiner der Schauspieler in zwei Jahrzehnten überhaupt noch mit GHOST TEAM ONE irgendwie in Verbindung gebracht werden. Wer dieses schwachsinnige Machwerk gesehen hat, weiß vermutlich aber dann auch warum.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
PARANORMAL ACTIVITY trifft auf AMERICAN PIE. Übersinnlicher Klamauk in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe, der aber das Niveau noch einmal zusätzlich mit den Füßen tritt, damit es auch ja im Keller bleibt. Man kann gar nicht soviel Alkohol kaufen, um sich GHOST TEAM ONE gut oder gar lustig zu trinken. Hier werden dumme Sexwitze am laufenden Band geboten, so dass man spätestens nach 30 Minuten vollkommen genervt ist, die ständig wiederholenden Anzüglichkeiten nur in abgeänderter Variation ertragen zu müssen. Liebe GHOST TEAM ONE-Macher: Niveau ist keine Creme und Sexwitzchen sind nur dann lustig, wenn man sie so ähnlich nicht schon in hundert anderen Spoof-Komödien bis zum Abwinken erdulden musste.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in GHOST TEAM ONE bis auf einen abgerissenen Kopf nicht zu sehen. Demnach ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby (2013)
 
Paranornmal Activity 3 (2011)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie (2001)
 

Filmreview: „You Can’t Kill Stephen King“ (2012)

You-Cant-Kill-Stephen-King
 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING

Story

 
 
 
Sechs Freunde begeben sich in die Heimatstadt des berühmten Schriftstellers STEPHEN KING, in der Hoffnung, ihn ein einziges Mal zu Gesicht zu bekommen. Natürlich lässt er sich nicht blicken – stattdessen bekommen es die neugierigen Großstädter mit einem schlitzfreudigen Killer zu tun, der über die Schnüffelei der Fremden so gar nicht erfreut ist …
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Kritik

 
 
 
Ist das jetzt genial oder einfach nur grottig daneben? Diese Frage dürften sich Interessierte vermutlich stellen, die sich den Trailer zu YOU CAN´T KILL STEPHEN KING zu Gemüte geführt haben. Es soll ja immer noch Menschen da draußen geben, die nichts mit dem berühmtesten aller Horrorautoren anfangen können. Der hat mit Romanen wie SHINING, ES oder FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE nicht nur Literaturgeschichte geschrieben, sondern mit seinen Werken auch Millionen begeisterter Leser viele schlaflose Nächte bereitet. Auch die drei Regisseure RONNIE KHALIL, MONROE MANN und JORGE VALIÉS-IGA müssen große Fans der Bücher und Filme des Schriftstellers sein, denn anders lässt sich nicht erklären, wie sie auf die bedepperte Idee gekommen sind, eine Ikone der neuzeitlichen Bellestrik zum Thema einer Slasher-Parodie zu machen. STEPHEN KING selbst soll sich angeblich während der 19 Tage Drehzeit im westlichen Maine zwei Mal blicken lassen haben, hat aber einen Cameo-Auftritt im fertigen Werk rigoros abgelehnt. So ganz unverständlich ist seine Entscheidung nicht, denn YOU CAN´T KILL STEPHEN KING ist weder Fisch noch Fleisch. Während der Trailer vielversprechend vor Augen führt, in welche Richtung der Film hätte gehen sollen, ist das fertige Werk von der im Trailer charmant überzogenen Inszenierung meilenweit entfernt. Wortwitzelei mag zwar in den ersten Filmminuten vorhanden sein, wird aber im weiteren Verlauf der Geschichte mehr oder weniger aus den Augen verloren und verpufft als dummer Slasher-Schnellschuss ohne nennenswerte Höhepunkte.
 
In YOU CAN´T KILL STEPHEN KING folgen sechs Mittzwanziger den Spuren des berühmten Schreibers STEPHEN KING. Einer der Freunde ist in Besitz einer Hütte, die angeblich nicht weit von der von KINGS stehen soll. Auf ihrem Erkundungstrip stoßen die Ortsfremden immer wieder auf die Bewohner des Städtchens, die gar nicht gern über den erfolgreichen Schriftsteller plaudern möchten, was der Suche natürlich nicht förderlich ist. So kommt es, dass die Schnitzeljagd kurzerhand auf Eis gelegt wird und man sich den schöneren Dingen des Lebens widmet. Als dann einer der Freunde auf unerklärliche Weise verschwindet und wenig später in Stücken an einer Tankstelle wiedergefunden wird, bricht Entsetzen aus. Alles deutet darauf hin, dass ein irrer Killer die Morde aus den KING-Romanen nachstellen möchte (SCREAM lässt grüßen) und die Fremden für sein Vorhaben auserkoren hat. Die lassen sich natürlich von einem perfiden Killer nicht den Urlaub vermiesen und machen es sich in ihrer vermeintlich sicheren Behausung hübsch gemütlich.
 
Dass jegliches Agieren mit einem Augenzwinkern genossen werden sollte, liegt auf der Hand. In YOU CAN´T KILL STEPHEN KING wird natürlich vollkommen bewusst dumm gehandelt, die stereotypen Rollen anfänglich ideenreich durch die Kakao gezogen. So bekommt der Zuschauer neben dem farbigen Sprücheklopfer auch drei hohlbirnrigen Tusneldas (eine derer ist Partygirl PARIS HILTON nicht unähnlich) vor die Linse, die im Verlauf der belanglosen Handlung zur Freude der männlichen Zuschauer reichlich textilfrei durch die Szenerie hopsen dürfen. Während die unverbrauchten Schauspieler mit ihrem überzogenem Overacting gar keine so miese Figur machen, erfreut, dass das Regie-Trio vor allzu derben Blödelklamauk und plumpen Gags jenseits der Gürtellinie zurückgeschreckt hat. So sind einige schräge Lacher garantiert – zumindest in der ersten halben Stunde. Dann leider gehen dem Film die guten Ideen aus und die selbstironische Slasher-Verarsche tritt unlustig auf der Stelle. Die rar gesäten Gags wollen kaum noch zünden und machen YOU CAN´T KILL STEPHEN KING zu einer arg einschläfernden und vor allem unlustigen Angelegenheit. Immerhin schreitet der Killer häufig zur Tat und beginnt, die Freunde halbwegs innovativ in den Filmhimmel zu befördern. Seine Taten werden dabei ansprechend akustisch untermalt, wobei das Thema an die beliebte FREITAG DER 13.-Reihe erinnert. Außerdem findet der Filmfreund mehr oder weniger subtile Verweise zu KINGS Werken im Film, die zwar recht gekonnt in Szene gesetzt werden, aber den Film nicht wirklich besser machen. Ohnehin wird es in der zweiten Hälfte erstaunlich ernst, wobei irgendwie nicht mehr wirklich schlüssig sein möchte, ob es sich hier denn nun um eine Parodie oder einen ernstzunehmenden Horrorfilm handeln soll. Was bleibt ist ein etwas zwiespältiger Genrefilm, der das anfänglich erfrischende Niveau der recht gelungenen Gags nicht einmal bis zur Hälfte halten kann und der irgendwie gar nicht so witzig ist, wie es eigentlich der selbstironische Trailer versprach.
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Gagreicher Horrorspaß in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe. Leider werden die guten Ideen bereits in den ersten Filmminuten verbraten, so dass YOU CAN´T KILL STEPHEN KING in der zweiten Filmhälfte kaum noch der Rede Wert ist. Immerhin gibt es eine ganz nette Auflösung, die STEPHEN KING-Fans ganz schön griesgrämig aus der Wäsche schauen lassen dürfte. Für all die: IT´S ONLY A MOVIE!
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Zensur

 
 
 
Es gibt einen deftigen Kehlenschnitt zu sehen, einige abgetrennte Körperteile aber sonst nichts wirklich Nennenswertes, was den Gorehound vor Freude jauzen lassen dürfte. Daher ist die deutsche Fassung problemlos mit blauen FSK16-Flatschen im Handel zu finden – ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
you cant kill stephen king blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You Can’t Kill Stephen King; USA 2012

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray Wendecover

Extras: Deutscher Trailer zum Film (ca. 2 Minuten), Bildergalerie (ca. 2 Minuten), Trailershow mit fünf weiteren Titeln aus dem Programm des Anbieters

 
 
 
Nach dem Einlegen gibt es erst einmal zwei weitere Trailer kommender Komödien aus dem Fundus des Anbieters NEW KSM. Danach geht’s in ein animiertes Menü, das aus Szenen des Filmes besteht. Schön gestaltet ist es zwar nicht, erfüllt aber seinen Zweck. Das Bild ist erstaunlich gut; der HD-Effekt ist vor allem in den hellen Szenen erstaunlich positiv ausgefallen und offenbart viele kleine Details und eine angenehme Schärfe. Ansonsten ist die Synchronisation für einen unbedeutenden Low-Budget-Film ziemlich gut geworden. Die Dialoge sind gut verständlich, wobei sich das Geschehen vorwiegend im Frontbereich abspielt und man keine Soundkulisse der Extraklasse erwarten sollte. Hinter dem Menüpunkt „Extras“ versteckt sich eine ca. zweiminütige Slideshow, wobei irgendwie nicht wirklich schlüssig ist, ob es sich hier um Setimpressionen handelt oder um Screenshots aus dem Film. Wirklich brauchbar ist diese Bildergalerie nicht wirklich, wobei das Gimmick vermutlich einzig deshalb auf der Scheibe vorzufinden ist, um den Bonusbereich als solchen überhaupt rechtfertigen zu können. Neben der Bildergalerie gibt es noch den Originaltrailer (Deutsch, ca. zwei Minuten) auf der Blu-ray zu YOU CAN´T KILL STEPHEN KING und fünf Trailer weiterer Veröffentlichungen aus dem Hause NEW KSM. Wer mehr Infos zum Film sucht, schaut leider doof aus der Wäsche. Immerhin spendiert NEW KSM das obligatorische Wechselcover ohne FSK-Flatschen. Zudem ist die Veröffentlichung für erstaunlich kleines Geld zu haben. Wer leichte Horrorkomödien mag, macht mit diesem Film auf jeden Fall nichts falsch!
 
 
 

You can’t kill Stephen King (Blu-ray) auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
100 Bloody Acres (2012)

Mega Monster Movie (2009)

A Little Bit Zombie (2012)

Chillerama (2011)

Hell Baby (2013)

Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Scary Movie (2000)

Scary Movie 2 (2001)

Shaun of the Dead (2004)

Zombieland (2009)

Fido (2006)