Filmreview: „The Dyatlov Pass Incident“ (2013)

devils pass 2013
 
 
 

DEVIL’S PASS

Story

 
 
 
Ein Gruppe amerikanischer Studenten macht sich auf den Weg ins verschneite Russland, um Licht in eines der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte zu bringen. Ausgestattet mit Kameras, beginnen die Freunde im Ural-Gebirge Antworten darauf zu suchen, wie im Jahre 1959 neun Sportler im heutigen DYATLOV PASS unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Was das Filmteam jedoch dort findet, scheint jegliche Vorstellungen zu überschreiten …
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Kritik

 
 
 
Seit geraumer Zeit ermöglicht das Wackelcam-Genre noch unbekannten Filmregisseuren, den Sprung in die vorderen Reihen. Filme wie BLAIR WITCH PROJECT oder PARANORMAL ACTIVITY haben es vorgemacht. Es bedarf keines großen Budgets, einen beunruhigenden Film zu drehen. Es zählen eine raffinierte Idee und einige Dollars fürs notwendige Equipment. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an Filmen, hat sich das Found-Footage-Genre (also Filme mit angeblich gefundenem, „echten“ Filmmaterial) in den letzten Jahres zu einer wahren Plage entwickelt. Vor allem der Mangel an kreativer Eigenständigkeit und interessanten Filmthemen hat dem Wackelkamera-Film dazu verholfen, dass er heute einen eher unliebsamen Stellenwert innehat. Ob Superhelden, Trolle oder Aliens – es gab bisher keine Filmidee, die nicht lukrativ „verwackelt“ auf den Heimkinomarkt geworfen wurde. Auch wenn sich der genervte Zuschauer vom dauerangepriesenen Pseudorealismus kaum noch verwirren lassen möchte und derartige Filme nur selten die Intensität eines BLAIR WITCH PROJECT (1999) erreichen, will der Found-Footage-Wahn einfach kein Ende finden. Es wird produziert, als gäbe es keinen Morgen. Ganz zum Leidwesen für den Horrorfilmfan, der vermutlich schon längst den Überblick verloren hat.
 
DEVIL’S PASS oder THE DYATLOV PASS INCIDENT (so wie er ursprünglich betitelt wurde) ist ein weiterer Kandidat dieser ominösen Filmgattung und wäre vermutlich auch einer dieser vielen unbedeutenden Beiträge, auf die der Genre-Freund getrost verzichten könnte. Dennoch lässt ein Name auf dem Filmplakat manchen Fan düsterer Unterhaltung aufhorchen, denn nach kurzer Kinoabstinenz meldet sich Regisseur RENNY HARLIN zurück, der unter Horrorzuschauern kein Unbekannter ist. Neben Blockbustern wie STIRB LANGSAM 2 (1990) und CLIFFHANGER (1993) hat er sich unter Horrorjüngern mit DEEP BLUE SEA (1999) und NIGHTMARE ON ELM STREET 4 (1988) einen ehrenhaften Ruf erkämpft. Umso mehr verwundert es, dass sich ein durchaus geschickter Filmemacher wie er an einen eher zwiespältigen Found-Footage-Schocker wagt. Ganz uninteressant ist seine Entscheidung jedoch nicht. Denn sein DEVIL’S PASS beruht auf einem mysteriösen Vorfall aus dem Jahre 1959, der sich in Russland tatsächlich zugetragen haben soll und nie wirklich geklärt werden konnte. Im Mittelpunkt standen neun erfahrene Wintersportler, deren Erkundungstour sich im schneebedeckten Osthang des Berges CHOLAT SJACHL (nördlicher Ural, die Stelle wurde später in DYATLOV PASS benannt) zu einem der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte entwickelte. Nach tagelanger Funkstille wurde das Team während einer großangelegten Suche tot aufgefunden. Zum Teil nur in Socken bekleidet müssen die Männer und Frauen mitten in der Nacht aus ihren Zelten geflüchtet und während eines Schneesturms erfroren sein. Einer Person fehlte die Zunge, andere wiesen Verletzungen auf, die nicht auf menschlichen Ursprung zurückzuführen waren. Zudem waren die Kleidungsstücke der Opfer aus unerklärlichen Umständen radioaktiv kontaminiert. Bis heute konnte der Vorfall nicht plausibelgemacht werden.
 
Es ist eine spannende Idee, wirklich wahre Begebenheiten zum Thema eines Horrorfilms zu machen. Leider erweist sich DEVIL’S PASS als bestes Beispiel dafür, dass selbst der talentierteste Regisseur kläglich an der Umsetzung seines Films scheitert, wenn das Drehbuch einfach vollkommen schwachsinnig ist. Auch wenn die zugrundeliegenden Ereignisse zu DEVIL’S PASS zwar ungeklärt aber dennoch real sind, ist der Erklärungsversuch den uns Drehbuchautor VIKRAM WEET unterjubeln möchte, das vermutlich dilettantischste, was dem Horrorfilmzuschauer in letzter Zeit aufgetischt wurde. Vermutlich war WEET mit seinen Arbeiten an unvergesslichen Glanzstunden sinnbefreiter TV-Unterhaltung (THE REAL WORLD; KEEPING UP WITH THE KARDASHIANS) derart ausgepowert, dass kaum noch Kreativität übrig geblieben war, den DEVIL’S PASS glaubhaft weiterzuspinnen. Während der Film in der ersten Hälfte alles richtig macht und ein Gefühl des Unbehagens verursacht, gipfelt die Filmgurke in einer der wohl miesesten Enden der Filmgeschichte. Der Autor will der eigentlich wahren Grundlage eine möglichst spektakuläre Auflösung liefern, verfängt sich dabei jedoch in einem arg haarsträubenden Phantasie-Plot, der selbst jeden Science-Fiction-Autor die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Die bescheidenen CGI-Effekte unterstreichen das idiotische Durcheinander in dem der Film gipfelt trefflich und lassen die unausgereiften Effekt-Szenen der trivialen ASYLUM – Trashschmiede fast schon Oscar-verdächtig erscheinen.
 
Regisseur RENNY HARLIN scheitert mit seinem DEVIL’S PASS auf ganzer Linie. Schade, sein Film hätte großartiges Gruselkino werden können. Selten hat ein Film eine interessante Geschichte mit wahren Background so uneffektiv genutzt, wie dieser. HARLINS Beitrag will authentisch sein und an die wahren Ereignisse des Winters 1959 anknüpfen. Leider wirkt nicht nur das Ende vollkommen konfus, sondern auch die Interaktionen der wenigen Protagonisten. Die lassen sich natürlich trotz aller Warnungen nicht vom Weg abbringen und sind selbst dann noch guter Dinge, als eine riesige Schneelawine losbricht (übrigens die beste Szene des ganzen Films) und eines der Crewmitglieder in den Tod reißt. Auch wenn der Film mit hohem Produktionsstandard überzeugt (Found-Footage muss nicht immer mies gefilmt sein), lässt sich nicht von der Hand weisen, dass selbst Produktionen mit beachtlichem Budget nicht zwingend fehlerfrei sein müssen. DEVIL’S PASS besitzt derart viele Logiklöcher, dass Puristen ihre Freunde daran haben dürften, die vielen Ungereimtheiten im Film zu studieren. Was bleibt ist ein Horrorfilm, der über weiter Strecken kurzweilig unterhält aber weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die sich der Fan von einer Produktion diesen Kalibers erhofft hätte. Mit DEVIL’S PASS hat sich RENNY HARLIN keinen großen Gefallen getan. In Anbetracht der Umstände, dass viele bekannte Hollywood-Blockbuster auf sein Konto gehen, erweist sich der aktueller Beitrag des Filmemachers als ein einziges, großes Desaster!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Albtraum in Weiß – Schauderhaftes Gruselvergnügen in schneebedeckter Kulisse. DEVIL’S PASS bzw. THE DYATLOV PASS INCIDENT (so der Originaltitel) ist ein beängstigender Found-Footage Film für Freunde des Genres, der jedoch nicht das verspricht, was der Zuschauer zuvor erhofft hat. Nach spannenden 60 Minuten endet der Film in einem unbeschreiblich schlechten Mix aus allerlei Peinlichkeiten. Die Auflösung wirkt derart lächerlich und an den Haaren herbeigezerrt, dass sich der eigentlich spannende Film rasch zum Flop des Filmjahres 2013 entwickelt!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Zensur

 
 
 
THE DYATLOV PASS INCIDENT oder DEVIL´S PASS, so wie er nach Fertigstellung benannt wurde, ist nicht sonderlich brutal. Es gibt eine kurzer Fressszene, einen Einschuss und einen Beinbruch. Hier zählt eher das subtile Gruseln. Daher erhielt der Film problemlos den jugendfreien FSK16-Sticker!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dyatlov Pass Incident; Großbritannien, Russland, USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

 
 
 
DEVIL’S PASS erscheint nun auch hierzulande auf DVD und Blu-ray. Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT hat sich dem Streifen angenommen und bringt den Found Footage-Grusler in die deutschen Heimkinos. Nach dem Einlegen der Scheibe gibt es erstmal etwas Werbung zu sehen. Mit Clips zu DALLAS BUYERS CLUB und THE PHILISOPHERS betreibt der Rechteinhaber Eigenwerbung. Zudem gibt es den Trailer zu METALLICA TROUGH THE NEVER und zu DSCHUNGELCAMP – WELCOME TO THE JUNGLE zu sehen. Danach lädt auch schon das Hauptmenü, das aus Szenen des Filmes besteht. Für einen Wackelcam-Film ist die Bildqualität recht ordentlich geworden. Oft wird sogar HD-Feeling erreicht, was sich vor allem während der Tagszenen bemerkbar macht. Dabei gefällt die Schärfe, die nicht selten viele Details erkennen lässt. Leider bleibt der gute Eindruck nicht konstant, denn sobald es dunkel wird verliert der Schwarzwert an Intensität. Beim Ton erweist sich der Mystery-Thriller als höchst effektiv. Die Naturkulisse sorgt für Authentizität, die Stimmen und Umgebungsgeräusche sind stets hervorragend zu orten und schaffen angenehme Räumlichkeit, vor allem Ende, wenn die Helden in einer Art Tunnelsystem nach Antworten suchen. Mit dem Lawinenunglück ab Filmmitte grummelt auch mächtig der Subwoofer, so dass Gruselatmosphäre garantiert ist. Bei den Extras sieht es recht mau aus. Bis auf ein kurzes Making of (10 Minuten, deutsche Untertitel) hat es nur der Trailer zum Film in deutscher und englischer Sprache auf die Scheibe geschafft. Abgerundet wird das Paket mit einer umfangreichen Trailershow, die aus sechs weiteren Veröffentlichungen von ASCOT ELITE besteht. Wer wie immer das Wechselcover ohne FSK-Flatschen benötigt, kann sich freuen. Das ist nämlich auch wieder mit dabei. Die Blu-ray zu DEVIL’S PASS ist nichts Großes, erfreut aber durch einen ordentlichen Film und guten Ton. Wer Mystery in Kombination mit Found Footage bevorzugt, kann bedenkenlos zugreifen.
 
 
 

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DEVIL’S PASS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Filmreview: „The Dinosaur Project“ (2012)

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The Dinosaur Project

Story

 
 
 
Als weltweit Gerüchte die Runde machen, dass im Kongo ein seltsames Seeungeheuer gesichtet wurde, will der bekannte Forscher und Spezialist Marchant (Richard Dillane) den ominösen Erscheinungen auf den Grund gehen. Zusammen mit seinem Team organisiert er eine Expedition in das Kongo-Gebiet um die mysteriöse Kreatur aufzuspüren. Kaum mit dem Flugzeug aufgebrochen, finden die Anwesenden einen blinden Passagier an Bord, der sich zugleich als Sohn Marchants zu erkennen gibt. Doch bevor sich Vater und Sohn überhaupt in ihrer Rage aussprechen können, kollidiert die Flugmaschine mit einem riesigen prähistorischen Raubvogel und stürzt ab. Glücklicherweise wird keiner der Teilnehmer bei dem Absturz verletzt und so führen die Forscher die Suche nach dem legendären Seeungeheuer fort – ein fataler Fehler, wie sich schnell herausstellt. Denn entgegen der Erwartungen ist die gesamte Umgebung von Dinosauriern bevölkert – einige von ihnen sogar menschenfeindlicher Natur …
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Kritik

 
 
 
Bereits auf dem diesjährigen „Fantasy Filmfest Nights“ konnten sich deutsche Genre-Freunde von den grandios-filmischen Qualitäten eines weiteren Wackel-Cam-Films erfreuen. Nachdem Max Landis mit seinem Superhelden Found-Footage-Knaller „Chronicle“ die Messlatte für dieses Sub-Genre in puncto fesselnd-erzählerischen Perfektionismus und unterhaltsam-dichtem Spannungsaufbau enorm weit nach oben gelegt hatte, waren die Erwartungen demzufolge hoch, inwieweit man das Found-Footage-Genre überhaupt noch mit neuen Facetten und frischen Ideen bestücken könnte. Mit dem aktuellen Neuzugang „The Dinosaur Project“ versucht Regisseur Sid Bennett an den weltweiten Erfolgen des derzeit kassenträchtigen Found-Footage-Genres anzuknüpfen und hofft damit den ebenso ganz großen Durchbruch zu ergattern.
 
Anstatt sich mit fiesen Poltergeistern (Paranormal Activity 3) und kaltschnäutzigen Aliens („Cloverfield„) zu beschäftigen, macht er prähistorische Riesenechsen zum Thema seines Filmes. Bewanderte Filmfreunde dürften bei dieser Thematik vermutlich direkt die Hände über den Kopf schlagen und Böses ahnen. Denn dem bereits kürzlich besprochenen Wackel-Cam-Movie Tape 407 lag haargenau gleiche Geschichte zugrunde, die aber aufgrund der teilweise haarsträubend schlechten Umsetzung mit dem vorliegenden „The Dinosaur Project“ in keinster Weise zu vergleichen ist. Sid Bennett Beitrag genießt den Vorteil, dass er entgegen der meisten Produktionen dieser Film-Gattung ein halbwegs vernünftiges Budget vorweisen kann und somit Spielraum für die ein oder andere technisch-ansprechende Spielerei besitzt.
 
Vorab sei den kritischen Gegnern des Found-Footage-Genre versichert, dass dem Zuschauer mit diesem netten kleinen Dino-Filmchen ein halbwegs annehmbarer Fantasy-Thriller präsentiert wird, der sich nicht wie so oft üblich im Found-Footage-Universum, in endlos langem Gewackel der Kamera verliert. Stattdessen darf der Zuschauer einer relativ geradlinigen Geschichte beiwohnen, die ohne große Umwege direkt zum Punkt kommt. Statt unnötigem Einleitungs-Geplänkel und einer präzisen Bestandsaufnahme aller Gegebenheiten der Geschichte schöpft „The Dinosaur Project“ direkt aus den Vollen. Eh sich der Zuschauer versieht, sitzen die handvoll Protagonisten in einem Flugzeug und steuern direkt auf ihr Unglück zu. Eine identifizier- und nachvollziehbare Charakterisierung der Beteiligten wird zugunsten der recht netten Dino-Effekte direkt unter den Tisch gekehrt. Einzige Identifikations-Figur des Filmes scheint Sohn Luke zu sein, der mit seiner Vorliebe für innovative Kamera-Technik den Anwesenden des öfteren das Leben rettet. Die übrigen Crew-Mitglieder bleiben gesichtslos und so erfährt der Zuschauer, einmal abgesehen von einem verdrängten Konflikt zwischen Vater Marchant (Richard Dillane) und seinem Sohn Luke (Matt Kane), kaum etwas nennenswertes über die gelüsten Safari-Teilnehmer.
 
Stattdessen finden sich die Expeditions-Mitglieder nach ihrer unverhofft „steilen“ Landung mit längst ausgestorbenen Riesenechsen konfrontiert, die nicht immer friedvoller Natur zu sein scheinen. Als die Überlebenden des Nachts von einer Schar fleischfressender Dinosaurier überrascht und durch das Dickicht des Kongos getrieben werden, beginnt auch „The Dinosaur Project“ seine eigentliche Intention zu offenbaren. Und die lautet: soviel Action und Special-Effekts wie möglich in die arg dünne und löchrige Geschichte zu stopfen. Überraschenderweise scheint die Rechnung aufzugehen und so bekommt der interessierte Filmfreund action-orientierte Unterhaltung nonstop. Kaum wenige Minuten vergehen, ohne das einmal nichts passiert, was man dem Film hoch anrechnen muss. Im Vergleich zu ähnlichen Werken seiner Gattung, weiß dieser Found-Footage-Schocker zumindest kurzweilig, ohne Schnörkel und Längen zu unterhalten. Das mag vor allem auch daran liegen, dass Bennett seinen Figuren kaum Zeit zum Verschnaufen bietet und sie in regelmäßigen Abständen durch den Wald hetzt und über den Jordan meuchelt. Somit sieht sich der Zuschauer und die handvoll Protagonisten immer mit der Angst und der Unsicherheit konfrontiert, dass in den nächsten Sekunden einer der Anwesenden das Zeitliche segnen könnte. Da die hungrigen Echsen teilweise aus dem Nichts nach dem Leben der Forscher trachten, dürfte der ein oder andere handfeste Schock zumindest für kurzweilige 70 Minuten Netto-Spielzeit sorgen und „The Dinosaur Project“ zumindest weit über den Durchschnitt heben.
 
Mit dem Wackelkamera-Streifen „The Dinosaur Project“ erhält der Filmfreund Nachschub an technisch unzulänglicher Wackelkamera-Kost. Wer jedoch jetzt, wie so oft, ein optisch und technisch desaströses Werk erwartet, liegt falsch. Sid Bennetts Dino-Safari gehört zu einem der besseren Vertretern der Fake-Doku-Gattung und hat mit dem konfusen Cam-Gewackel üblicher Billig-Schund-Ware aus dem Found-Footage-Sektor nichts gemein. Natürlich gehören auch hier einige Kamera-Störsignale und technische Cam-Totalausfälle zum üblichen Geschehen. Auch filmen die Protagonisten bei obligatorischen Hetzjagden durch das Gebüsch minutenlang Waldboden – dennoch, die optisch sehr ansprechenden Spezial-Effekte bereichern den Film ungemein und entschädigen den ein oder anderen Schnitzer in der, ohnehin schon sehr oberflächlich skizzierten, Handlung. Leider verliert sich „The Dinosaur Project“ kurz vor Ende in schierer Unlogik. Zugunsten des Tempos und eines verblüffenden „Aha“-Effekts überrascht Co-Autor und Regisseur Sid Bennetts mit einem unsinnigen und vollkommen hirnrissigen Plot Twist. Die Tatsache, dass diese seltsame Kehrtwende vollkommen unnötig gewählt wurde, schmälert den eigentlich recht positiven Gesamteindruck diese Pseudo-Dokumentation. Immerhin lässt das offene Ende, wie so oft, Spielraum für eine Fortsetzung, in der hoffentlich diverse Fragen beantwortet werden, die der Film bereits zu Beginn nicht einmal annähernd versucht zu beantworten. Unter dem Strich bleibt ein netter, kleiner und kurzweiliger Spielfilm, der sich der gesamten Palette an typischen Found-Footage-Klischees bedient, aber dennoch immer unterhaltsam bleibt. Auch Filmfans, die eigentlich nichts mit dem Pseudo-Doku-Stil anfangen können, dürfen gern einen Blick riskieren, denn „The Dinosaur Project“ ist gar nicht mal so übel, wie anfänglich gedacht.
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Temporeicher und recht spannender Dino-Schocker, der dem Zuschauer und den Filmfiguren kaum Zeit zum Verschnaufen bietet
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Zensur

 
 
 
Wirklich blutig wird es zu keiner Zeit. Deshalb ist die deutschen Heimkinoauswertung auch ungeschnitten ab FSK 12 freigegeben und demnach auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Burrowers; Großbritanien 2010

Genre: Abenteuer, Action, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 12

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Deutscher Trailer, Originaltrailer, Making of, Trailershow

 
 
 
Wer jetzt denkt, dass ein Found-Footage-Film zwangsläufig technisch den Kürzeren zieht, der irrt. Zwar wirkt das Bild gerade während der genrebedingten Stilmittel nicht wirklich HD-würdig; da die Gegebenheiten des Film durch einen richtigen Kameramann im Film protokolliert und die Geschehnisse daher mittels „echtem“ Filmmaterial bebildert werden, ist der Detailwert des Bildes gerade in den hellen Szenen erstaunlich hoch. Auch der Ton geht für eine derartige Produktion vollkommen in Ordnung. Gerade in den Szenen, in denen die Urwesen die Überlebenden angreifen, beweist der Ton seine Stärken. Bein den Extras schaut es jedoch etwas mager aus. Zwar wirkt das Standbild des Hauptmenüs mit seinem stimmigen Lichteffekt noch durchaus vielversprechend; wirklich viele Auswahlmöglichkeiten werden dem Filmfreund von hier aus jedoch nicht geboten. Herzstück ist ein etwa 24-minütiges Making of in verwackelter SD-Qualität. Untertitel sucht der Zuschauer hier jedoch vergebens. Zum spärlichen Bonus gesellen sich zudem der Trailer zum Film in deutscher und englischer Sprache und eine kleines Trailershow, in der das Label PLANET MEDIA HOME ENTERTAINMENT noch Eigenwerbung mit drei Clips zu Filmen aus dem Katalog betreibt. Bleibt zu erwähnen, dass zumindest dem Hauptfilm deutsche Untertitel spendiert wurden und die Blu-ray mit Wechselcover daherkommt.
 
 

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The Dinosaur Project – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
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Kritik: „Apartment 143 – Residenz des Bösen“ (2011)

"Apartment 143" / "Emergo" (2011) - Filmplakat - Filmkritik auf Filmcheck
 
 
 

APARTMENT 143 – RESIDENZ DES BÖSEN

Story

 
 
 
Nach dem tragischen Tod seiner Frau, zieht es den treusorgenden Witwer Alan zusammen mit seinem kleinen Sohn Benny und der pubertierenden Tochter Caitlin in ein schäbiges Apartment eines heruntergekommenen Mehrfamilienhauses. Die Vision ein neues Leben zu beginnen und die zermürbende Vergangenheit zu vergessen scheitert daran, als plötzlich mysteriöse Dinge in der Wohnung passieren. Türen schlagen wie von Geisterhand auf, Lampen zerschmettern und das Telefon schellt aus unerklärlichen Gründen. Als die Geschehnisse überhand nehmen, wendet sich Alan an eine Gruppe Wissenschaftler, die die Vorfälle untersuchen sollen.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Kritik

 
 
 
Die Flut an aktuellen Produktionen, die sich dem eigensinnigen Found Footage-Filmstil bedienen nimmt kein Ende. Auch der aktuelle Geisterthriller APARTMENT 143 (der sich im Original EMERGO schimpft) versucht mittels wackeliger Handkamera-Optik zu überzeugen und erzählt die (allseits bekannten) Gegebenheiten aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln. Mal folgt der Zuschauer den Geschehnissen aus der Perspektive einzelner Überwachungskameras, die effektiv in den einzelnen Räumlichkeiten der Wohnung angebracht wurden, ein anderes Mal sieht der Filmfreund die Interaktionen der Protagonisten aus der Handkamera-Sicht, deren Equipment die Wissenschaftler auf den Schultern tragen. Dass durch die wechselnden Perspektiven und dem Einsatz verschiedener Kameraarten- und Möglichkeiten eine gewisse Dynamik entsteht und der Zuschauer immer das Gefühl hat, permanent aktiv am Geschehen beteiligt zu sein, ist einer der wenigen Vorteile, den APARTMENT 143 gegenüber dem PARANORMAL ACTIVITY-Universum besitzt. Erstaunlicherweise gestaltet sich die technische Umsetzung des Films als recht effektiv und vor allem als relativ homogen. Kein nerviges Gewackel, keine technischen Totalausfälle – Nichts von all dem unbrauchbaren dramaturgischen Schnick-Schnack, denen sich unzählige andere Produktionen zuvor bedient haben, findet in APARTMENT 143 seinen Einsatz. Die Kamera bleibt überraschenderweise fehlerfrei und konstant auf einem ansprechend hohem Level und der Zuschauer kann dem munteren Treiben, dass zudem auch noch recht kurzweilig und unterhaltsam in Szene gesetzt wurde, genüsslich beiwohnen. Anders wie zuletzt in PARANOPRMAL ACTIVITY 1-3 setzt Regisseur Carles Torrens weniger auf die phantastische Schiene und lässt nicht nur allein das Spuken im traditionellen Sinne Revue passieren. Sein Geisterfilm beschäftigt sich vornehmlich mit dem wissenschaftlichen Phänomen des Spuks und ziert sein Werk nicht nur mit einer Aneinanderreihung diverser Schockszenen des Unterhaltungszweckes wegen. Sicher gibt es auch in APARTMENT 143 diverse Geisterklischees zu begutachten. Es knarren Türen, es bewegen sich Möbelstücke, und eine Séance mittels Medium finden ebenso den Weg in den fertigen Film. Trotzdem, Torrens aktueller Genre-Beitrag ergründet vordergründig die Herkunft des Horrors und erklärt dem Zuschauer zudem aus wissenschaftlicher Sicht, welche Mythen um Geister- und Spukwesen ranken. Die recht plausible Umsetzung und die handvoll logischer Erklärungen munden dem Film recht gut und hauchen der Geschichte einen gewissen Realismus ein. Das mag wohl auch daran liegen, dass die passenden Auswahl der Schauspieler trefflicher nicht hätte ausfallen können. Allen voran Kai Lennox , als psychisch zerfressener Vater, der sich zudem noch regelmäßig mit seiner eigensinnigen und pubertierenden Tochter auseinandersetzen muss, gehört ein großes Lob. Sein Schauspiel erschüttert gegen Ende hin zutiefst und lassen die Umstände des Spuks in einem gänzlich anderen Licht erscheinen. Überraschenderweise bleiben die wenigen Forscher, die zudem ständig vor Ort sind, relativ sachlich und distanziert der zerrütteten Familie zugegen, obwohl sie sich praktisch ständig mit den familiären Konflikten zwischen Vaters und seinen zwei Kinder konfrontiert sehen. Dramaturgisch ist das ein recht guter Schachzug, darf sich der Zuschauer demnach ganz auf das Schicksal der Familie konzentrieren, wobei dennoch die Tochter mit ihren sehr aggressiven Launen eher Störfaktor bildet und aus dem Rahmen fällt. Eine Bindung zur ihr, dem eigentlichen Opfer der gesamten Geschichte, knüpft der Zuschauer nie und ihr unterdrücktes Leiden geht in der Masse an effekthascherischen Spuk-Szenen vollkommen unter. Bis zum erlösenden Ende des Films bleibt unklar, was sich überhaupt hinter der ganzen Problematik verbirgt. Sind die seltsamen Vorkommnisse auf wirklichen Spuk zurückzuführen, handelt es sich wirklich um einen bösartigen, personengebundenen Poltergeist oder führen die Geschehnisse auf eine mögliche Schizophrenie bzw. Besessenheit/Telekinese der Tochter zurück? Was anfänglich plausibel erklärt und vermeintlich logisch abgeschlossen wirkt, lässt leider in der letzten Einstellung an Ernsthaftigkeit missen, denn der obligatorische Schlussgag einige Sekunden vor Filmabspann ist vollkommen überflüssig und revidiert die teilweise logischen Schlüsse der Wissenschaftler, die den Spuk psychologischer Natur begründen und auf welche der Film vermeintlich zusteuert.
 
Der aktuelle Found Footage-Film APARTMENT 143 bietet vermutlich nichts Neues, was man nicht zuvor schon in anderen Produktionen dieser Art gesehen hat. Hobbygeisterjäger, die Gefallen an der PARANORMAL ACTIVITY-Film-Trilogie gefunden haben, werden sich vermutlich im APARTMENT 143 direkt heimisch fühlen. Filmfreunde, die mit besagter Filmreihe und den diversen thematisch ähnlichen Nachzüglern bisher kaum etwas anfangen konnten, sollten auch diesen Horrortrip meiden. Zugegeben, die Umsetzung ist als relativ gelungen zu bezeichnen, die Schockeffekte sitzen und eine gewisse Kurzweiligkeit lässt sich nicht von der Hand weisen. Dadurch, dass der Film kaum Leerlauf zu bieten hat vergeht der Spukt-Trip relativ zügig und die mageren 75 Minuten Filmlaufzeit sind überraschend schnell erreicht. Dennoch, so richtig gruselig will es, trotz der recht düsteren und trostlosen Szenarie, irgendwie nicht so wirklich werden und die eigentlich plausiblen und penibel erklärten Schlüsse und Erklärungen werden zugunsten eines absolut dummen Überraschungseffektes in den letzten 3 Filmsekunden vollkommen über Bord geworfen. Dem Film kommt der dröge Schlussgag absolut nicht zu Gute, Schade!
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
PARANORMAL ACTIVITY meets DER LETZTE EXORZISMUS. Unterhaltsamer Spukfilm, der aber nichts wirklich neues zu bieten hat. Die Schocks zumindest sitzen!
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Zensur

 
 
 
Der Film lebt von seiner unheimlichen Atmosphäre, physische Gewalt findet hier nicht statt. Daher wurde die Produktion bedenkenlos von der FSK mit einer ungeschnitten 16er Freigabe eingestuft.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Apartment-143-Blu-ray-Cover

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Emergo; Spanien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray Wendecover

Extras: Alle Extras in Standardauflösung: Making-of (15 Minuten), B-Roll (ca. 3 Minuten), Die Kinder von Apartment 143 (ca. 4 Minuten), Schwebe-Effekte (ca. 4 Minuten), Visuelle Effekte (ca. 6 Minuten), Spezialeffekte (5 Minuten), Art Direction & Make Up (ca. 5 Minuten), Trailer (2 Minuten, deutsch, HD), BD-Live-Zugang, Trailershow mit sechs Filmen aus dem Programm von Universum Film (alle HD, deutsch)

Release-Termin: 15.11.2013

 
 
 
Knapp zwei Jahre nach Fertigstellung kommt EMERGO, so wie APARTMENT 143 im Original heißt, auch nach Deutschland. UNIVERSUM FILM hat sich dem Wackelcam-Streifen angenommen und bringt den Schocker in überraschend umfangreicher Ausstattung in den Handel. Hier hat der Anbieter ein wirklich umfangreiches Bonuspaket geschnürt von dem manch wichtigere Heimkinoveröffentlichung nur träumen kann. Los geht’s mit einem Making-of zum Film (ca. 15 Minuten) indem erklärt wird, dass 12 (!) Kameraarten für die verschiedenen Aufnahmen im Film verwendet wurden. Hier hat man neben digitalem auch auf analoges VHS-Kamera-Equipment zurückgegriffen, wobei eine offensichtliche Klötzchenbildung an einigen Stellen des Films zu sehen ist. Dieser etwas unschöne Effekt dürfte vermutlich auf die Umwandlung von analogem VHS auf digitalem HD-Material zurückzuführen sein, passt aber hervorragend zum Gruselcharakter des Streifens. Zudem besitzt der Bildtransfer enorm viel Korn und einen sehr schwachen Kontrast. Diverse, bewusst eingesetzte Störstreifen lassen jedoch kaum HD-Feeling aufkommen, was BD-Puristen die Nackenhaare sträubend dürfte. Immerhin überzeugt der Ton. Denn immer dann, wenn sich der Geist im Film dem Zuschauer offenbart, kommt der Subwoofer erstaunlich brachial zum Einsatz und lässt erheblich oft zusammenzucken. Viele kleine Effekte ertönen überraschend oft aus den Rearspeakern und schaffen eine schön gruselige Atmosphäre. Lobenswert zudem, dass Anbieter UNIVERUM FILM eine sehr professionelle Synchronisation spendiert hat. Neben einem filmbezogenem Making-of, gibt es allerhand weitere Einblicke in die Produktion. Die teils fünfminütigen Features beleuchten die diversen Effekte; aber auch die vorwiegend minderjährigen Darsteller des Gruseltrips kommen in Interviews zu Wort. Alle Extras (bis auf den Trailer) liegen übrigens in Standardauflösung vor; Untertitel gibt es für Hauptfilm und Bonusmaterial keine. Das stößt in BD-Zeiten etwas bitter auf und dürfte vor allem für Zuschauer nicht hinnehmbar sein, die kein Englisch verstehen oder gar gehörlos sind. Immerhin gibt es ein Wechselcover und einen BD-Live-Zugang. Hier wird jedoch ein Internetanschluss vorausgesetzt, um weitere Extras zum Film genießen zu können. Mit sechs Titeln aus dem hauseigenen Filmkatalog schließt Anbieter UNIVERSUM FILM die umfangreiche Veröffentlichung von APARTMENT 143 ab. Wer Streifen wie PARANORMAL ACTIVITY mag, kann bei diesem Release bedenkenlos zugreifen.
 
 
 

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APARTMENT 143 – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Evidence“ (2011)

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Evidence

Story

 
 
 

Vier Freunde planen einen netten Trip mit dem Wohnmobil in die Berge, um entspannt in der Natur einige schöne Tage zu verbringen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Nachdem sie sich ein hübsches Plätzchen zur Rast ausgesucht haben, an dem sie die Nacht verbringen möchten, realisieren sie auch schon einige recht seltsame Laute aus dem Dickicht des Waldes. Doch die Freunde nehmen die unheimliche Vorahnung und die grotesken Geräusche bedauerlicherweise nicht ernst, sodass sie in der Nacht mit dem ultimativen Bösen konfrontiert werden …

 
 
 


 
 
 

Evidence – Kritik

 
 
 
Oh Mann, hört denn dieser gesamte Found-Footage Filmwahn nie auf? Was vor zehn Jahren mit „The Blair Witch Project“ sensationell gefeiert wurde, entwickelt sich jetzt, nach dem überraschenden Erfolg des kleinen Independent-Geheimtipps zu einem überaus nervigen Trend, der vermutlich in der aktuellen Produktion „Evidence“ seinen unerträglich schlechten Höhepunkt erreicht hat. An Ideen fehlte es den Filmemachern bisher kaum, denn einige kreative Ansätze entwickelten sich auch nach „Blair Witch“ zu beeindruckenden Kinodauerbrennern und spielten oftmals bedeutend mehr Umsatz ein, als die Filme letztendlich selbst gekostet haben. Das Genre an sich gibt also etwas her aber vermutlich sind die arg überschaubaren Produktionskosten der einzige, der ausschlaggebender Fakt, warum der weltweite Filmmarkt derzeit mit diesen teilweise haarsträubend schlechten No-Budget-Pseudo-Dokus überschwemmt wird. Jeder offene Filmfan mit zumindest halbwegs vernünftigen Wahrnehmungsfähigkeiten sei ausdrücklich mit diesem Filmreview vor dem arg billig heruntergekurbelten Filmchen “Evidence“ gewarnt, denn was eigentlich recht nett und vielversprechend beginnt, ist spätestens nach der Filmhälfte kaum noch seh- und ertragbar, sprich unglaublich schlecht.
 
Routinierte Horrorfilmkenner dürften schon erahnen, was nun den vier Freunden und dem interessierten Zuschauer blüht. Wer sich schon einmal einen Found Footage Film zu Gemüte geführt hat, dürfte bereits wissen, aus welchen Elementen derart Nischengenregewächse bestehen. Das Geschehen wird entweder aus der Sicht von Überwachungskameras oder pseudo-dokumentarisch, durch angeblich gefundenes und zusammengeschnittenes Filmmaterial, geschildert. Aber auch ein Hauptcharakter kann das Geschehen live mit einer Kamera aufzeichnen, wobei der Zuschauer in Echtzeit dem munteren Treiben beiwohnen darf und die Geschehnisse aus der sogenannten Egoperspektive miterlebt. Regisseur Howie Askins hat sich für die Letztere und die für den Zuschauer anstrengendere Variante entschieden, denn nachdem die Protagonisten realisieren, dass sie von (das ist kein Scherz!) Bigfoot-ähnlichen Kreaturen und Gasmasken tragenden Zombies verfolgt werden, ist der Spaßofen leider aus und der Film beginnt sich in unfassbar miesen Kameragewackel zu verlieren. Die wenigen recht ansprechenden Momente werden, aufgrund hektischen Umherschwenkens der Kamera und dem ständigen Totalausfall des Bildes vollkommen zerstört.
 
Dabei gestaltet sich der Beginn des Filmes eigentlich recht sympathisch. Alles hat den Anschein, als bekäme man ein privates Urlaubs-Homevideo von vier überaus netten Menschen zu Gesicht. Die Kameraverlauf gestaltet sich erstaunlicherweise als sehr professionell und man hofft, ein ordentlich und ansprechend gefilmtes Found Footage Movie zu sehen, das sich hoffentlich nicht mit den genreüblichen Klischees umherschlagen muss. Aber nachdem die vier, vor allem die weiblichen Protagonisten, mysteriöse Geräusche aus dem Dunkel des Waldes vernehmen und irgendetwas über den Wohnwagen krabbelt, geraten die Freunde in Rage und beginnen planlos durch den Wald zu flitzen, wobei der Zuschauer demnach minutenlang nur Waldboden zu Gesicht bekommt oder ein sich ständig wiederholendes Hinstolpern des Vordermannes. Warum man in derart Ausnahmesituation immer noch den Nerv besitzt, das Geschehen mit der Kamera weiter filmen zu müssen, stößt zumindest bei mir auf Unverständnis. Unterlegt wird die merklich sinnfreie Hetzjagd mit hysterischem Geschrei und einer unglaublich konstruiert wirkenden Panikmache, die einem nach quälend langen 50 Minuten eindeutig auf den Sender geht.
 
Das ist zwar vermutlich alles ganz nett gewollt, wirkt aber trotzdem so wirr, dass man kaum noch den roten Faden sieht und dem Geschehen folgen kann. Demnach gestaltet sich die Auflösung des gesamten Budenzaubers als unzureichend glaubhaft und vor allem unzureichend erklärt. Dem Zuschauer werden kaum Erklärungen über die Geschehnisse gegeben und es lässt nur darüber spekulieren, woher denn die Kreaturen nun überhaupt kommen (gescheitertes Militärexperiment?). Nachdem zwei der Freunde in ein scheinbar leerstehendes Haus flüchten können und dort auf Rettung hoffen, müssen sie feststellen, dass dort womöglich der Herd allen Übels lauert. Kaum dort angekommen, stürmen aus allen Richtungen seltsame Kreaturen auf die ahnungslosen Überlebenden ein. Ein merklich seltsamer Ego-Shooter-ähnlicher Unterton lässt sich hier nicht von der Hand weisen. Durch die konstant andauernde Dauerpanikmache im letzten Drittel des Filmes wirken die diversen Creature-Effekte oftmals so geschickt getrickst, dass man rein gar nicht beurteilen kann, ob es sich bei den zig Mutanten, Krabbelwesen und Zombies vorwiegend um digitale Spielereien handelt, oder es sich wohl eher um Schauspieler in Halloween-Kostümen handelt.
 
Mit „Evidence“ erlebt das Found Footage Genre einen erneut typisch schlechten Vertreter dieses Subgenres. Statt auf eine nette und stimmige Geschichte zu setzen, verliert sich das Geschehen erneut in bekanntem Kameragewackel und hysterischer Pseudopanikmache. Einzig die recht geschickt getricksten Spezialeffekte haben Schauwert und lassen sich nicht gleich auf Anhieb durchschauen. Wer von Vornherein keinen Draht zum Found Footage Genre besitzt, wird den Film ebenso als vollkommen überflüssig beurteilen. Mir hat der Beginn des Film sehr gut gefallen, der Rest des Machwerks war wirklich sehr sehr mies und teilweise, aufgrund der Kameraführung, kaum noch sehbar. Für Genrefans mit Hang zu Epilepsie definitiv nicht empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

Evidence – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Ein Found Footage Film wie so oft, der auf miese Kameraführung und planloses Umhergeirre der Protagonisten setzt. Nur für Hardvorefans des Subgenres empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

Evidence – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „FSK 16„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Evidence – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Evidence-Überlebst-du-die-Nacht-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

 
 
 
Dass EIDENCE – ÜBERLEBST DU DIE NACHT überhaupt den Sprung auf die große Leinwand gefunden hat, überrascht etwas, handelt es sich doch hier um einen beliebigen Found Footage-Film, wie man ihn leider bereits aktuell zu oft zu Gesicht bekommt. Nichtsdestotrotz lief der Horror-Thriller 2012 in den deutschen Kinos und erhält nun seine entsprechende Heimkino-Auswertung. Diese gestaltet sich jedoch als etwas ernüchternd. Denn der große Sprung ist sie leider nicht geworden. Das mag vielleicht auch am mangelnden Interesse der Kinozuschauer zurückzuführen sein, denn bis auf den deutschen Trailer und einem BD-LIVE-Zugang finden sich, außer drei weiteren Werbefilmchen zu anderen EUOVIDEO-Veröffentlichungen, keine filmbezogenen Extras auf der Scheibe. Gerade bei letzterem wird im Übrigen ein internetfähiges Endgerät benötigt, sowie einen Zugang zum Internet! Technisch kann man jetzt kein High-End-Produkt erwarten. Es handelt sich bei EVIDENCE um einen Wackelcam-Schocker, dessen technisches Ausgangsmaterial durchaus zu wünschen übrig lässt. Demnach fällt auch die HD-Auswertung nicht durchweg überzeugend aus. Das Bild ist oftmals unscharf, übersteuert, unruhig, überbelichtet und verwaschen, sodass nur selten HD-Feeling aufkommt. Immerhin wurde dem Film eine gescheite Synchronisation spendiert. Zudem ist der Ton hin und wieder durchaus stimmig. Die Veröffentlichung aus dem Hause EUROVIDEO kommt übrigens im Wendecover daher, sodass FSK-Flatschengegner aufatmen dürfen. Trotzdem, einen wirklichen beachtlichen Unterschied zur DVD ist hier nur selten ersichtlich! Immerhin weiß das animierte Menü zu gefallen. Auch wenn der Film und die Blu-ray-Auswertung dürftig erscheint; wenigstens Etwas!
 
 

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Evidence – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Frankenstein Theory (2013)

Crowsnest (2012)

Grave Encounters 2 (2012)

The Blair Witch Project (1999)

Filmreview: „Apollo 18“ (2011)

 

Im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums und in Zeiten des kalten Krieges, schickt die NASA ein Team von Astronauten zum Mond, welches dazu beauftragt wurde, ein aufwendiges Frühwarnsystem zu installieren, dass die USA vor einer eventuellen russischen Bedrohung warnen soll. Kaum dort angekommen, entdeckt die Crew seltsame Fußspuren im Mondsand und eine verlassene russische Mondfähre, von deren Besatzung weit und breit keine Spur zu finden ist. Nach einigen seltsamen Vorkommnissen führt die Spur der verlassenen russischen Mondbasis zu einer übel zugerichteten Leiche, die die russische Besatzung in einem Krater zurückgelassen haben muss. Doch nachdem einer der amerikanischen Astronauten von irgendetwas mysteriösem attackiert wird, ist man sich leider Gottes sicher: der Mond ist nicht so unbewohnt, wie man zuvor gedacht hatte.

 

 

Mit Apollo18“ bekommen wir nun einen weiteren Vertreter präsentiert, der sich dem Genre, des „Found-Footage“ bedient. „Found-Footage“ Filme, sind derart Filme in denen man praktisch angeblich selbstgedrehtes Videomaterial von (meist vermissten) Personen zu Gesicht bekommt, welches pseudo-dokumentarisch für den Zuschauer aufgewertet wurde.

Bereits 1980 konnte der kontroverse Kannibalen-Schocker „Cannibal Holocaust“ mit derart reißerischer Film-Methode punkten, welche 1998 mit dem Indi-Filmhit „The Blair Witch Project“ wieder aus der Versenkung gezerrt und für die Kinoleinwand neuentdeckt wurde.

Zig weitere Filme dieser Art folgten und der ungekrönter Höhepunkt, der „Found-Footage“-Ära, dürfte derzeit mit dem populäre Kassenschlager „Paranormal Activity“ erreicht worden sein.

Und im gleich Fahrtwasser, wie zuletzt der Zombiethriller „[Rec], die Alien-Invasion „Cloverfield“ und der unheimliche „The Tunnel“ erscheint recht still und leise der „Found-Footage“-Schocker „Apollo 13“.

Still und leise trifft es bedauerlicherweise auf den Punkt, denn so wirklich wild, fesselnd und hektisch geht es in diesem Grusler leider nicht wirklich Zugange.

Nun gut, die trostlose und finstere Mond-Atmosphäre ist ganz ordentlich und unterstreicht den tristen und auswegslosen Grundton des Machwerkes. Die wenigen, aber umso intensiven (CGI)Effekte sind ganz annehmbar, aber und das ist das größte Manko von „Apollo 18“, die Spannung hält sich ersichtlich in Grenzen. Aufgrund des beschränkten Settings siehst man fast 90 Minuten nix anderes außer die kleine Weltraumkapsel, in der die Protagonisten miteinander auskommen müssen, sowie weit und breit nur Mondoase. Aufgrund der beschränkten örtlichen Gegebenheiten besitzen die Protagonisten demnach auch unzureichend Handlungsspielraum, um überhaupt die Szenerie mitreißender gestalten zu können.

Fast die Hälfte des Spiellaufzeit benötigt der Film um endlich überhaupt einmal zum Punkt zu kommen. Dabei, und das ist das was mich an dieser Art von Filmen am meisten stört, nervt das hektische Kameragewackel, wie so oft bei diesen Produktionen, gewaltig.

Immer dann, wenn man denkt etwas gesehen zu haben, bzw. es zumindest glaubt, kommt der hübsche Cam-Shake-Effekt zum Einsatz. Und ganz ehrlich, ich kann diesen Trick, den man scheinbar nutzt um die Spannung weiter hinaus zu zögern und um die Bedrohung zu verschleiern, nicht mehr ertragen. Gott sei Dank, ist „Apollo 18“ zumindest so fair, und zeigt gegen Ende, was die Astronauten heimsucht klar und deutlich. Obwohl die Erklärung etwas an den Haaren herbeigezerrt scheint, sind die Creature-Effekte trotzdem recht aussagekräftig und unheimlich ausgefallen.

Trotzdem, im Gegensatz zum aktuellen Vertreter „Paranormal Activity“, der flinke Filmfans zu Hobbygeisterjägern umfunktioniert, empfinde ich „Apollo 18“ weitaus sehenswerter und, trotz der Längen, kurzweiliger. Scheinbar liegt das auch an dem unverbrauchten Setting und an der klaustrophobischen Atmosphäre, die der Film dennoch glaubhaft zu vermitteln vermag.

Wirkt „Paranormal Activity“ subtiler, gibt es in „Apollo 18“ 1-2 Szenen mit dem Holzhammer, die aufgrund der dennoch authentischen Inszenierung, leicht besaitete Gemüter beunruhigen könnten.

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Nettes, sowie unverbrauchtes Setting und gute Creature-Effekte machen noch lange keinen guten Film. Trotzdem, für alle „Paranormal Activity“-Fans wärmstens zu empfehlen.

Allen anderen wäre, aufgrund des konfusen Kameragewackel, die Einnahme von Kopfschmerzpillen empfohlen!

 

Hellraiser80