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Beiträge mit Schlagwort “Psycho-Horrorfilme 2015

Filmkritik: „Darling“ (2015)

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DARLING

Story

 
 
 

Eine junge Frau (Lauren Ashley Carter) bezieht ein Apartment irgendwo mitten in New York City und soll als Hausmeisterin für ein paar Tage auf die bezogene Wohnung achtgeben. Leider erlebt sie darin unvorstellbares Grauen.

 
 
 


 
 
 

DARLING – Kritik

 
 
 
Immer wieder interessant zu beobachten, welchen Weg Horror-Regisseure gehen. Da gibt es die, die der eingeschlagenen Richtung treu bleiben und stets ähnlich gestrickte Schocker drehen, mit denen sie im Horrorfilmgeschäft Fuß gefasst haben. Andere probieren sich wiederum aus und experimentieren mit Stilen und Genres. Zu Gruppe 2 gehört MICKEY KEATING. Dessen Streifen entwickeln sich so langsam zu Geheimtipps, denn seit dem Okkultismus-Thriller RITUAL ist das, was der Regisseur hervorbringt, immer überraschend durchdacht und sorgfältig inszeniert. Nach POD, einem spannenden Ausflug ins Mystery-Fach, verblüfft der ambitionierte Filmemacher mit seiner Neugier für klassisches Grauen, das er in DARLING virtuos – nahezu kunstvoll – auf die Kinoleinwand transferiert. Hierzu knipst er die Farben aus und schaltet den Schwarz-Weiß-Filter an. So fühlt sich das Publikum in eine Zeit versetzt, als noch die Macht der Imagination für schlaflose Nächte gesorgt hat. Keating macht die Furcht vor dem Nichtgreifbaren in DARLING zum Thema und verbeugt sich damit ehrfürchtig vor den Werken des französisch-polnischen Meisterregisseurs ROMAN POLANSKI. Der konnte sich bereits in den 1960ern mit drei Kultfilmen, die man heute manchmal als „Mieter-Trilogie“ zusammenfasst (EKEL, ROSEMARIES BABY, DER MIETER) einen Namen machen und lies brillant nagendstes Grauen in den Köpfen seiner Zuschauer entstehen. Die gleiche Richtung schlägt auch Regisseur MICKEY KEATING ein. Er tritt in die Fußstapfen des Altmeisters und kreiert mit DARLING psychologischen Horror, der sich langsam, dafür aber umso intensiver seinen Weg durch die Köpfe des Publikums frisst.
 
 
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Wie in genannten Werken von ROMAN POLANSKI wird auch in DARLING eine Wohnung zum Schauplatz menschlicher Abgründe. Hier bezieht eine Mittzwanzigerin (LAUREN ASHLEY CARTER aus JUG FACE und THE WOMAN) das älteste Apartment New Yorks auf Zeit. Dort soll sich Tragisches ereignet haben. Eine junge Frau hat sich darin einst das Leben genommen. Doch das schreckt die neue Mieterin nicht ab, die als Hausmeisterin auf die riesige Wohnung achtgeben soll. Weitaus mehr Magenschmerzen bereitet ihr eine verschlossene Tür im oberen Stockwerk. Die soll auf Anraten der Wohnungseigentümerin bitte auch verschlossen bleiben, was Neugier aber auch Unwohlsein auf den Plan ruft. Was verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Tür und warum darf das mysteriöse Zimmer nicht betreten werden? Viel Zeit für die Suche nach Antworten bleibt nicht, denn die junge Frau wird bald von schrecklichen Visionen heimgesucht und hört seltsame Stimmen. Erfahrene Horrorfans ahnen, dass das nur Vorboten sind, die ein schreckliches Ende einläuten werden. So ist es auch, denn offenbar scheint die Hauptprotagonistin im Film ihren Verstand zu verlieren und wird zu grausamen Taten angestiftet. Interessanterweise wird die Auflösung nicht auf dem Silbertablett serviert. Regisseur MICKEY KEATING hat das Drehbuch zu DARLING so clever konzipiert, dass mehrere Erklärungen Sinn machen. Hat sich hier ein Geist dem Körper einer jungen Frau bemächtigt, der Rache für unmenschliche Schandtaten fordert? Entpuppt sich das Haus als Pforte zur Hölle, in dem okkulte Rituale gehalten werden, um der Menschheit zu schaden? Oder ist in DARLING eine labile Mieterin nicht mehr Herr der eigenen Sinne, weil sie sich einsam fühlt und Hass gegenüber Männern hegt? Die Interpretationsfähigkeit des Publikums ist gefragt.
 
 
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Es müssen nicht immer laute Gruselschocker sein, die sich durch möglichst realistische Ekel- und Spezialeffekte versuchen gegenseitig den Rang abzulaufen. Manchmal können auch dezent und zurückhaltend eingesetzte Schauer ziemlich viel Unbehagen auslösen, was in DARLING gut funktioniert – gerade auch deshalb, weil sich der Film auf das Wesentliche konzentriert und versucht mit simpler Methodik Grauen heraufzubeschwören. Statt sich mit einfältiger Effekthascherei über Wasser zu halten, entsteht in DARLING Horror auf subtile Weise. Regisseur MICKEY KEATING spielt mit den Möglichkeiten von Kamera, Ausleuchtung, Akustik und Schnitten. Die dabei verursachte, gespenstige Atmosphäre ist beachtlich, was DARLING zu einem ganz speziellen Gruselerlebnis für anspruchsvolle Kinogänger macht, die sich nicht mit trivialer Angstmacherei abspeisen lassen möchten, sondern auch im Genrefilm das Besondere suchen. DARLING ist ein ungewöhnliches Gruselerlebnis, das Konventionen strotzt und fast schon die Grenzen zum Arthaus-Kino streift. Die Kulisse ist puristisch gehalten und reduziert sich auf weiße Gänge und spartanisch eingerichtete Räume. Mittendrin LAREN ASHLEY CARTER, die den Zuschauer mit großen Augen durch ein morbides Szenario führt und den gesamten Film fast ganz allein auf den schmalen Schultern tragen muss. Gesprochen wird kaum. Stattdessen beobachtet die Kamera akribisch den psychischen Verfall einer Frau, die von unheimlichen Stimmen geleitet zu einer unfassbaren Tat angestiftet wird. Dabei durchlebt die Leidgeplagte eine sonderbare Verwandlung. Macher MICKEY KEATING bewirkt, dass anfängliche Sympathien für die verängstige Frau in blankes Entsetzen und Abscheu umschlägt. Hinzukommt, dass durch ausgeklügeltes Spiel von Licht und Schatten sowie abrupt ablaufender Szenenabfolgen eine Stimmung ständiger Angst und Unbehagens bewirkt wird. Die beunruhigenden Filmelemente drängen DARLING vom Horror ins Psychofach und lassen den Film virtuos auf den Spuren des Polanski-Klassikers EKEL wandeln, der ziemliche viele Parallelen im Inszenierungsstil und den Erzählmechanismen vorzuweisen hat.
 
 
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DARLING ist kein Genrefilm fürs breite Publikum. Den meisten Zuschauern dürfte die Geschichte wegen der langen Kameraeinstellungen doch etwas zu gemächlich über die Mattscheibe flimmern. Zudem fühlt sich der behäbige und eigenwillige Inszenierungsstil an, als wäre man im Horrorkino der späten 1960ern gefangen. Was sich für die meisten Horrorfreunde befremdlich und nicht gerade zeitgemäß anfühlt, ist aber die eigentliche Quintessenz dieses außergewöhnlichen Filmexperiments. Das orientiert sich bewusst an längst vergangene Zeiten und lässt eine Epoche aufleben, in der mit NIGHT OF THE LIVING DEAD, PSYCHO oder BIS DAS BLUT GEFRIERT wichtige Wegbereiter moderner Horrorware entstanden sind. Wer Filme fernab gängiger Horror-Formate bevorzugt, sollte sich daher dieses klaustrophobische, beängstigende und ungemütliche Stück Psycho-Horror nicht entgehen lassen. Auch wenn DARLING versucht so jedem Horrorklischee aus dem Weg zu gehen ist er vielleicht auch gerade deswegen einen Blick wert. Von FILMCHECKER gibt es daher einen Empfehlung.
 
 
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DARLING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Beunruhigend inszenierter Psycho-Horror in mehreren Akten, der auf den Pfaden von Polanskis Mieter-Trilogie wandelt und sich an Zuschauer richtet, die eine Vorliebe für Horror-Kopfkino besitzen. Dort spielt sich nämlich das meiste Grauen in DARLING ab, denn wie in den guten alten Zeiten entsteht der Horror hier vornehmlich im Kopf des Publikums. Regisseur MICKEY KEATING macht von klassischer Angstmacherei Gebrauch. Der Film sieht aus, als wäre er in den 1960ern entstanden und nutzt zudem klassische Stilmittel wie schnelle Bildabfolgen, permanentes Flüstern und abrupte Geräusche um Unbehagen zu bewirken. Laut Keating wurde der Film in nur zwölf Tagen fertiggestellt und in einem Haus von Freunden der Hauptdarstellerin LAREN ASHLEY CARTER im Zentrum von New York City gedreht. Entstanden ist ein außergewöhnliches und doppeldeutiges Filmexperiment, das sich konsequent gegen die vordiktierten Konventionen aktueller Horrorware lehnt. Ein mutiger Schritt den Filmemacher MICKEY KEATING da wagt, der in Interviews immer wieder zu verstehen gibt, dass er sich nicht festlegen lassen will, sondern als ernstzunehmender Regisseur ausprobieren möchte. Vergleicht man DARLING mit Keatings bisherigen Arbeiten bestätigt sich dessen Aussage. Alle Filme des Machers sind so unterschiedlich, dass man gespannt sein darf, was als nächstes folgen wird. Wir sind fest davon überzeugt, dass nach RITUAL, POD und DARLING ein weiterer Geheimtipp auf uns zukommen wird, denn genannte Horrorstreifen zeigen eindrucksvoll, worauf es im Horrorgenre ankommt.
 
 
 


 
 
 

DARLING – Zensur

 
 
 
DARLING ist mehr Psychothriller als Horrorfilm. Das Grauen wird dabei in erster Linie durch Stilelemente wie Licht- und Schattenspiel oder konfuse Schnitte bewirkt. Gegen Ende wird dann ein klein wenig gesplattert und das sogar in schwarz/weiß. Die Kamera hält zwar drauf, aber durch schnelle Schnitte lässt sich letztendlich nur erahnen, was da vor der Linse passiert. Das ist Kopfkino. Man darf von einer FSK16 ausgehen – insofern sich ein deutsches Label traut, diesen ungewöhnlichen Genrebeitrag hierzulande überhaupt zu veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

DARLING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House on Pine Street (2015)
 
Dark Circles (2013)
 
The Babadook (2014)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Der Mieter (1976)
 
Ekel (1965)
 

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Kritik: „Dementia – Gefährliche Erinnerung“ (2015)

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DEMENTIA – GEFÄRLICHE ERINNERUNG

(DEMENTIA)

Story

 
 
 

Ein dementer Kriegsveteran erlebt nach einem Schlaganfall das pure Grauen in den eigenen vier Wänden.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig Horrorfilme schaut, dürfte mittlerweile verstanden haben, dass kein Mord ungesühnt bleibt. So bekommen die meisten Bösewichte am Ende das, was sie verdient haben und müssen nicht selten mit blutiger Rache rechnen – dem Zuschauer zuliebe. Der wird in vielen Fällen mit Schauerwerten verwöhnt, die nicht ohne sind, verkaufen sich Horrorfilme schließlich besonders gut, wenn sie deftige Bestrafungsmethoden zeigen. Rein gar nichts für Gorebauern ist der folgende DEMENTIA. Der schlägt – trotz Vergeltungsakt – in erster Linie leise Töne an und versucht Nervenkitzel durch Psychospiele zu verursachen. In diesem Indie-Thriller wird einmal mehr aufgezeigt, dass auch gutbürgerliche Nachbarn manch schreckliches Geheimnis hüten, das Jahrzehnte im Verborgenen geschlummert hat und irgendwann ans Tageslicht kommt.
 
 
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THE SACRAMENT-Prediger GENE JONES hat an „bösen“ Rolle Gefallen gefunden und verkörpert erneut einen Schurken, der diesmal etwas zu verbergen hat. Als wenig sympathischer Eigenbrödler George Lockhart kommt er nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus und leidet fortan an einer speziellen Form der Demenz, weil das Gehirn kurzzeitig nicht mit Sauerstoff versorgt werden konnte. Der entfremdete Sohn Jerry (PETER CILELLA aus CONTRACTED: PHASE 2) und Enkelin Shelby (HASSIE HARRISON) nehmen es gelassen, bringen den Vietnamveteran nach Hause und staunen nicht schlecht, als am nächsten Tage eine Krankenschwester unangemeldet nach dem Patienten sehen möchte. Die kommt gelegen, denn der Sohnemann hat Arbeit im Kopf. Pflegerin Michelle (KRISTINA KLEBE aus BELA KISS: PROLOGUE) soll sich um den gebrochenen Kriegsveteran kümmern, der trotz harter Schale von Kriegserlebnissen gezeichnet ist. Leider passieren bald seltsame Dinge, was die Angehörigen auf des geistigen Zerfall des Familienmitglieds zurückführen. Doch die Ursache ist eine andere. Schwester Michelle ist zwar mitfühlend und zuvorkommend, versteckt aber hinter der Fassade des hilfsbereiten Engels ein furchtbares Geheimnis.
 
 
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Vom Kameramann zum Regisseur. Für DEMENTIA zeichnet MIKE TESTIN verantwortlich. Der stand in der Vergangenheit für Horrorstreifen, wie CONTRACTED oder CHILLING VISIONS als erfahrener Profi hinter der Kamera und nahm nach diversen Kurzfilmen für den ersten Langfilm auf dem Regiestuhl platz. Solide Leistung liefert er mit dem ersten, eigenen Spielfilm ab, der Dank der herausragenden Leistung von GENE JONES weit besser geworden ist, als man es vom etwas sehr überraschungsarmen Drehbuch erwartet hätte. Jones spielt hier einen unnahbaren Rentner, der für niemanden und nichts Mitgefühl entwickeln möchte. Trotzdem schafft der erfahrene Schauspieler das Kunststück, dass Mitleid für einen Mann entsteht, der in der Vergangenheit Grausames getan hat, aber nie bestraft wurde. Der Antiheld fühlt sich bald selbst als Opfer und muss sich für ein Verbrechen verantworten, das viele Jahre zurückliegt. So wird KRISTINA KLEBE im Film zu ISABELLE FUHRMAN (das Kind aus ORPHAN), die anfangs noch freundlich bald wahre Intensionen zeigt. Sie hat jahrelang Rache geplant und nutzt nun das Handicap ihres Gegenübers aus, um Kontrolle und Macht zu demonstrieren. Leider verblasst die Schauspielerin hinter der Leistung ihres Kollegen, denn trotz bitterbösem Katz-und-Maus-Spiel will man ihr die Rolle des psychopathischen Racheengels nicht so recht abnehmen. Aber auch die Handlung lässt Glaubwürdigkeit vermissen. Spätestens ab Filmmitte führt das Drehbuch ins Absurde. Hinzukommt, dass Ereignisse vorhersehbar sind und nach Schema F abgehandelt werden, so dass DEMENTIA dann doch etwas zu sehr ins klischeebehaftete Genrekino abdriftet. Förderlich für die Spannung ist das nicht gerade.
 
 
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Wenn der Pfleger zum Killer wird. Regisseur MIKE TESTIN spielt verkehrte Welt, denn in DEMENTIA werden Rollen vertauscht. Aus Tätern werden Opfer und umgedreht. So wird ein gewissenloser Kriegsveteran zum Gefangenen im eigenen Haus und muss mit körperlichen Gebrechen ums Überleben kämpfen. Ähnlich gestricktes Psychokino gab es übrigens schon vor 30 Jahren. Der spanische IM GLASKÄFIG fasst ähnliches Thema auf und erzählt von einem gelähmten, pädophilen Nazi, der von einem ehemaligen Opfer gefoltert wird. Was aber seinerzeit Kontroverse verursacht hat, weil Tabus gebrochen wurden, flimmert in DEMENTIA weitaus unspektakulärer und nicht gerade einfallsreich über die Leinwand. Gezeigtes ist simpel gestrickt, einfacher zu verdauen und orientiert sich in der Machart am Psycho-Mainstream, wie er bereits mit STEPHFATHER (das Remake!), CRUSH oder THE ROOMMATE dem Zuschauer vorgesetzt wurde. Dennoch ist DEMTIA deswegen nicht unbedingt schlecht. Das Grauen wird hier langsam aufgebaut, so dass sich der Horror schleichend seinen Weg durch eine Handlung bahnen kann, die mit halsbrecherischem Finale abgerundet werden muss. Über Letzteres lässt sich streiten. Schraubt man Erwartungen herunter, sorgt DEMETIA gerade wegen seiner eher zurückhaltenden Inszenierung und den guten Schauspielern zumindest ab und an für etwas Suspense. Für einen verregneten Nachmittag reicht’s.
 
 
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DEMENTIA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Als Familiendrama getarnter Psychothriller. DEMENTIA ist nicht gerade das, was man sich unter packend umgesetztem Psycho-Horror vorstellt. Der Film handelt von vermeintlich vertrauenswürdigen Menschen, die sich in das Leben gutbürgerlicher Familien einschleichen, um dort für Chaos zu stiften. Was in DEMENTIA passieren wird, ist schnell ergründet und nicht gerade neu. Geübte Horrorzuschauer werden schnell die Fährte wittern, denn die im Titel erwähnte Demenz fungiert nur als Alibifunktion, damit ein perfides Katz-und-Maus-Spiel gespielt werden kann. Was den einfach gestrickten Plot jedoch halbwegs interessant macht, sind die guten Darsteller, die vergessen lassen, dass DEMENTIA eigentlich ein Thriller von der Stange ist. Der hat vor allem mit einigen Logikproblemen und Unglaubwürdigkeiten zu kämpfen. Dennoch: Solide Unterhaltung für Zwischendurch. Mehr aber auch nicht.
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es kaum zu sehen. Neben einer toten Katze wird ein älterer Mann erschossen. Zudem kommt im Finale noch einmal die Flinte ins Spiel. Außerdem wird der Hauptdarsteller von verstörenden Kriegserinnerungen gequält in denen der Kamerad blutig durchs Bild taumelt. DEMENTIA hat in Deutschland problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dementia; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Exklusiver Audiokommentar mit Hauptdarstellerin Kristina Klebe

Veröffentlichung: 07.09.2016

 
 
 

Dementia – Gefährliche Erinnerung [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Harvest (2013)

Orphan – Das Waisenkind (2009)

Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)


Filmkritik: „The House on Pine Street“ (2015)

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THE HOUSE ON PINE STREET

Story

 
 
 

Jennifer Branagan ist im siebten Monat schwanger und erlebt den Horror ihres Lebens. Im neuen Haus passieren unheimliche Dinge, die die werdende Mutter in den Wahnsinn treiben.

 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Kritik

 
 
 
Es wird wieder ruhiger im Horrorkino, denn nach dem Comeback brutaler Folterstreifen, grausamer Rachefilme und blutiger Schlachtwerke geht der Trend zum minimalistischen Horror über, der mit einfachen Mitteln möglichst viel Unbehagen bescheren soll. Das ist zuletzt mit dem außergewöhnlichen IT FOLLOWS und dem psychologischen THE BABADOOK gelungen. Letzterer wurde in Deutschland unglücklich vermarktet und lies enttäuschte Kinogänger zurück. Die hatten sich vom australischen Indie-Export schauriges Filmvergnügen versprochen, bekamen aber Psychoware vorgesetzt, die mit Horror nur wenig am Hut hatte. Trotz (berechtigter) Kritik avancierte der Psychothriller zum Geheimtipp – wohl auch deswegen, weil er bereits im Vorfeld viel Lob auf Festivals erhielt, zahlreiche Preise abräumte und so Horrorfans neugierig machen konnte. Positives Feedback und reichlich Gold gab es auch für den folgenden Film. Der schimpft sich THE HOUSE ON PINE STREET, kommt aus Amerika und wurde von zwei Brüdern gedreht, die bereits 2009 Horror in Eigenregie geschrieben, gedreht und produziert haben. Mit ihrem zweiten Spielfilm wurde subtiler Horror der zurückhaltenden Art fabriziert, der ähnlich wie genannter THE BABADOOK eher psychologisches Grauen zum Thema macht.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET handelt vom psychischen Abstieg der Jennifer Branagan (vielschichtig verkörpert von EMILY GOSS), die im Verlauf des Films an ihrem Verstand zweifelt, weil seltsame Dinge passieren. Sie zieht mit ihrem Mann (TAYLOR BOTTLES) weg von Chicago in ein Haus zurück in den Ort ihrer Kindheit, wo die Geburt des Nachwuchses freudig herbeigesehnt wird. Doch die Freude am neuen Leben währt nicht lang, denn im neuen Heim geht’s nicht mit rechten Dingen zu. Die Kammer im Schlafzimmer steht immer offen und Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand. Ohne Frage, hier spukt’s – doch leider will der jungen Frau niemand Glauben schenken. Als die Leidgeplagte von einer unsichtbaren Kraft attackiert wird und ihr niemand helfen möchte, reicht’s. Die werdende Mutter will zurück nach Chicago. Doch da passiert das Unfassbare.
 
 
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Von strengen Müttern, beschäftigten Ehemännern und psychisch labilen Hausfrauen. THE HOUSE ON PINE STREET ist metaphernreiches und intelligentes Indie-Kino, das einmal mehr beweist, dass man für guten Horror nicht viel benötigt. So sind es oftmals kleine Geschichten fernab vom Mainstream, die den Zuschauer gebannt vor der Glotze verharren lassen. Statt plakativ zu Erschrecken und möglichst viel Schauer auf Zelluloid zu bannen, gehen es die Macher AARON und AUSTIN KEETING unkonventionell an. Sie nutzen Spuk nur als Vorwand, um eine tragische Geschichte über Isolation, Einsamkeit und ihre Folgen zu erzählen. Hauptfigur Jennifer wird im Film von einer unheimlichen Präsenz verfolgt. Deren Attacken scheinen mit fortlaufendem Schwangerschaftstress immer aggressiver zu werden. Leider zweifelt bald die Familie, ob die junge Frau noch klar bei Verstand ist. Das ist auch kein Wunder, denn weder Freunde noch Besucher können Geistererscheinungen wahrnehmen. Bald führt Verzweiflung zu Wutausbrüchen und Unzufriedenheit. Zorn wird freigesetzt. Der hat lang im Unterbewusstsein einer Frau geschlummert, die sich immer versucht hat unterzuordnen.
 
 
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AARON und AUSTIN KEETING überzeugen mit cleverem Verwirrspiel. Sie locken in THE HOUSE ON PINE STREET auf falsche Fährten und manipulieren souverän. Lang bleibt nämlich unklar, ob die Brüder hier einen Geisterfilm oder Psychothriller gedreht haben. So ahnungslos wie die Filmheldin bleibt auch der Zuschauer, der quasi auf Augenhöhe mit der Hauptfigur ein erschütterndes Martyrium durchlebt, bei dem lang undurchsichtig bleibt, ob die leidgeplagte Jennifer wirklich Geister sieht oder der Spuk nur Folge traumatisierender Erlebnisse ist. Letztendlich ist auch im Falle von THE HOUSE ON PINE STREET die Bezeichnung „Geheimtipp“ gerechtfertigt. Was hier mit wenig Budget und hervorragenden Schauspielern auf die Beine gestellt wurde, ist beachtlich. THE HOUSE ON PINE STREET bleibt gerade wegen der zurückhaltenden und minimalistischen Machart bis zum Ende spannend und pendelt mit nahezu unbeschwerter Leichtigkeit zwischen Genres. Wer gern im Horrorfilm miträtselt, sollte gut aufpassen, denn so einfach ist THE HOUSE ON PINE STREET nicht zu knacken.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Geheimtipp für Liebhaber subtiler Schauer. THE HOUSE ON PINE STREET schwimmt auf gleicher Welle, wie THE BABADOOK und verwirrt den Zuschauer durch falsche Fährten. Spukt es im Film wirklich oder haben sich Geistererscheinungen nur im Kopf einer verzweifelten Frau manifestiert? Die Brüder AARON und AUSTIN KEETING gruseln unkonventionell und machen alles richtig. So richtet sich THE HOUSE ON PINE STREET an jenes Publikum, das auch im Horrorfilm nach Anspruch sucht. Das bekommt hier ein cleveres Drehbuch vorgesetzt, das sich viel Zeit für die Entwicklung der Filmheldin nimmt. Hinzukommt, dass alle Rollen mit unverbrauchten Gesichtern besetzt wurden, die zur Abwechslung auch mal was können. Wer viele Indie-Horrorfilme neueren Datum gesehen hat, dürfte wissen, dass talentierte Schauspielern oft Mangelware sind. Wir meinen: Zu Recht auf Filmfestivals gehypter Gruselstreifen – Unbedingt sehenswert.
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Zensur

 
 
 
THE HOUSE ON PINE STREET ist subtiler Psycho-Horror, der keine Gewalt zeigt. Die reduziert sich auf einen Fenstersturz. Ansonsten gibt es einige verstörende Spukmomente zu sehen, die dem Streifen einen FSK16 einbringen dürften.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Dark Circles (2013)

The Babadook (2014)

Rosemaries Baby (1968)

Delivery: The Beast Within (2013)


Filmkritik: „Knock Knock“ (2015)

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KNOCK KNOCK

Story

 
 
 
Unangemeldete Besucher, sollten lieber draußen bleiben: Familienvater wird im gemütlichen Eigenheim von zwei durchgeknallten Schönheiten bedroht, die eine Leidenschaft für perverse Machtspielchen besitzen.
 
 
 


 
 
 

KNOCK KNOCK – Kritik

 
 
 
Willkommen zum neuesten Streich eines gewissen ELI ROTH, indem nicht drinsteckt, was man eigentlich von Filmen aus der Mache des polarisierenden Regisseurs erwarten würde. Nach HOSTEL (Regie), CABIN FEVER (Regie) und AFTERSHOCK (hier angeblich nur als Produzent) ist man vom Experten für heftigen Torture Porn deftige Hausmannskost gewohnt, in der nicht immer zimperlich mit den Protagonisten umgegangen wird. ROTH wechselt diesmal die Fronten und versucht sich zur Abwechslung in subtiler Angstmacherei. Entstanden ist glattgebügeltes Home-Invasion-Grauen dessen Geschichte lose auf den Thriller DEATH GAME – TÖDLICHE SPIELE basiert, der bereits Ende der 1970er in die Kinos gebracht wurde. KNOCK KNOCK heißt die Neuauflage des einst brisanten Stoffes, der von den damaligen Hauptdarstellerinnen gleich mitproduziert wurde. Die dürften vermutlich auch der Grund gewesen sein, weshalb KNOCK KNOCK eine gänzlich andere Richtung einschlägt und eingeschworene Roth-Anhänger verzweifeln lässt, schließlich ist das neue Werk des Filmemachers ungewöhnlich blutleer und ausgesprochen lahm dazu.
 
 
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Kaum ist die Familie aus dem Haus gehen KEANU REEVES die Hormone durch. Der für Action-Filme bekannte Schauspieler muss diesmal ohne laute Explosionen und umfangreichen Waffenfundus auskommen. Stattdessen gehen ihm zwei Psychopathinnen auf die Nerven, die ihn an die Grenzen des psychisch Belastbaren treiben. Reeves spielt im Film den glücklichen Architekten Evan Webber, der Kinder und Ehegattin an den See fahren lässt, damit er zu Hause in Ruhe arbeiten kann. Leider ist er nicht lang allein, denn die angeblichen Flugbegleiterinnen Genesis (LORENZA IZZO aus THE STRANGER) und Bel (ANA DE ARMAS) klingeln an der Tür und benötigen Hilfe. Weil es in Strömen regnet, bittet Reeves herein, merkt aber erst spät, dass er sich damit zwei lästige Terrorbräute ins Haus geholt hat. Die versuchen nach einem gemeinsamen Schäferstündchen das Leben des Familienvaters auf den Kopf zu stellen und machen selbst vor Erpressung und Demütigungen nicht Halt. Was folgt ist für Familienoberhaupt Evan Webber ein nicht endender Albtraum, der aber auch vom Zuschauer einiges abverlangt. Dieser bekommt hier wohl die verhaltensauffälligsten Filmbösewichte der letzten Jahre zu sehen, die offensichtlich vergessen haben ihre tägliche Dosis Ritalin zu schlucken.
 
 
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Wenig schockierender Zu-Hause-Horror, der den Kampf der Geschlechter immerhin aus einer anderen Sicht betrachtet. KNOCK KNOCK dreht den Spieß nämlich um. So werden die Opferrollen neu verteilt und das starke Geschlecht muss sich diesmal perversen Machtspielchen zweier ausgefuchster Feministinnen unterwerfen. Leider sind die guten Ansätze rasch verbraucht, denn die vielen Psychospielchen werden in KNOCK KNOCK relativ schnell ins Absurdum getrieben, was den Film nicht nur unglaubhaft, sondern auch zu einer äußerst anstrengenden Angelegenheit macht. Reeves handelt als machtloses Opfer unentschlossen und versäumt konsequentes Handeln. Für den Zuschauer ein Geduldsspiel, weil der nicht nachvollziehen kann, warum sich die Filmheld nicht zu wehren weiß. Der ist selbst in größter Rage noch Gentleman und lässt sich von skrupellosen Frauen auf der Nase herumtanzen, die mit hyperaktiven Geschnattere so ziemlich schnell zu nerven beginnen.
 
 
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Was vermeintlich als ernster Psychothriller geplant war, gleicht ab Filmmitte dank weiblichem Overacting einer bitterbösen Satire, die die Machtkämpfe zwischen Mann und Frau auf die Schippe zu nehmen scheint. Ob das so bewusste geplant war, darf bezweifelt werden, denn sonderlich klug durchdachte Doppelbödigkeit ist nicht gerade das Spezialgebiet des ELI ROTH. Der selbsternannte Horrorfan hat mit KNOCK KNOCK ein löchriges Drehbuch verfilmt, das aufgrund absurder Handlungsverläufe und Logikfehlern dann doch mehr Unterhaltungsfilm ist, als gesellschaftskritisches Emanzipationskino. Wer kein Fan des Filmemachers ist, wird sich natürlich auch hier wieder die Hände reiben und gehässig über den Genre-Regisseur schmunzeln können, weil es Roth trotz neuer Herangehensweise wieder mal verbockt hat einen guten Film zu inszenieren.
 
 
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KNOCK KNOCK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFAIRE trifft auf FUNNY GAMES. Fieser Psychothriller mit den heimtückischsten Psychopathinnen der Filmgeschichte. ELI ROTH probiert was Neues aus und scheitert wie eh und je. Die löchrige Neuinterpretation eines Thrillers aus dem Jahre 1977 hat viel nackte Haut und zwei schöne Hauptdarstellerinnen zu bieten. Deren Auftreten wirkt jedoch so schrill und naiv, dass der Überlebenstrip namens KNOCK KNOCK ganz schön schnell auf den Zeiger geht. KEANUE REEVES als hilfloses Terroropfer verblasst im lauten Geschnatter seiner Gegenspielerinnen. Die sorgen des Öfteren dafür, dass man daran zweifelt, ob der Home-Invasion-Ausflug überhaupt ernst gemeint sein soll. Leider mangelt es KNOCK KNOCK an Glaubwürdigkeit. Zudem bleibt bis kurz vor dem Abspann ungeklärt, warum hier gedemütigt und schikaniert wird. Die letztendlich Auflösung ist ein schlechter Scherz. Allen Fans des kontroversen Regisseurs sei demnach geraten: Erwartungen herunterschrauben, denn KNOCK KNOCK ist nicht das, was man eigentlich von ELI ROTH erwartet hätte.
 
 


 
 
 

KNOCK KNOCK – Zensur

 
 
 
Enttäuschte Gesichter bei allen Fans von ELI ROTH. Dessen neuer Film hat keine Gewalt zu bieten. Es fällt nur ein Mann nach einem Asthmaanfall mit dem Kopf auf einen Stein – das war’s. Hierzulande hat der Film daher eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

KNOCK KNOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Knock Knock; Chile | USA 2015

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar von Eli Roth, Nicolás López, Lorenza Izzo und Colleen Camp, Entfallene Szene: Zerstörung (3:13 Min.), Alternatives Ende (1:33 Min.), Making-of: Die Kunst der Zerstörung (14:41 Min.), Deutscher Trailer (2:00 Min.), Trailershow

Release-Termin: 29.04.2016

 

Knock Knock [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

KNOCK KNOCK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Dame – Tödliche Spiele (1977)
 
Funny Games (1997)
 
Beautiful People (2014)
 
White Settlers (2014)
 
Gefesselt – Liebe. Ehre. Gehorsam. (2014)
 
Torment (2013)
 
Countdown (2012)
 


Filmkritik: „Little Devil“ (2014)

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LITTLE DEVIL

(DEMON BABY | WANDERING ROSE)

Story

 
 
 
Rose (Carina Birrell) und Theo (David Wayman) wollen die kränkelnde Beziehung in den Bergen Schottlands auffrischen. Bis Rose ällmählich dem Wahnsinn verfällt und sich der friedliche Campingausflug zum Albtraum entwickelt.
 
 
 


 
 
 

LITTLE DEVIL – Kritik

 
 
 
Achtung Mogelpackung im Anmarsch, denn im Falle von LITTLE DEVIL (Originaltitel: DEMON BABY) wird der Zuschauer mal wieder äußerst geschickt hinters Licht geführt. Der Originalfilmtitel suggeriert nämlich das, was der Streifen gar nicht ist: teuflischer Okkult-Horror in dem der Leibhaftige wiedergeboren wird. Warum der anfänglich betitelte WANDERING ROSE im Original eine reißerische Umbenennung erhalten musste, wirft Fragen auf. Man darf aber davon ausgehen, dass die Marketingabteilung des Produktionsstudios eine wesentliche Rolle bei der Neukreation des Titels gespielt haben dürfte, um den Film international besser vermarkten zu können.
 
 
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Statt einem teuflischen Kinovergnügen steht psychologischer Horror auf der Tagesordnung. Für den zeichnet einmal mehr jemand Unbekanntes verantwortlich, der erste Erfahrungen auf dem Gebiet des Filmemachens beginnt zu sammeln. Das ist bei Indie-Horrorfilmen mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr und hat bisher manch unentdecktes Talent zum Vorschein gebracht, das nun für große Studios in Hollywood Kinoerfolge am Fließband fabriziert. Doch kann CORRIE GREENOP legendären Regiegrößen wie SAM RAIMI oder PETER JACKSON das Wasser reichen, denen ebenso kleine Indie-Produktionen die Tür zur Traumwerkstatt geöffnet haben?
 
 
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In seinem ersten Film sind Rose (CARINA BIRRELL) und Theo (DAVID WAYMAN aus NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND) ein unverheiratetes Paar, das im Nordosten Schottland versucht zueinander zu finden. Die Beziehung liegt im Argen und Rose ist im dritten Monat schwanger, so dass die angeschlagene Bindung bei einem gemeinsamen Campingausflug etwas aufgefrischt werden soll. Leider wird das Liebesglück vor unerwartete Herausforderungen gestellt, denn inmitten der Wildnis fühlt sich Rose furchterregenden Bedrohungen ausgesetzt. Ein geisterhaftes Wesen scheint der verunsicherten Frau auf Schritt und Tritt zu folgen und die Begegnung mit einem Polizisten schürt Misstrauen. Als die werdende Mutter beginnt eine seltsame Paranoia gegenüber der eigenen Schwangerschaft zu entwickeln, kommt es zur Katastrophe.
 
 
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LITTLE DEVIL ist erschütterndes Kopfkino, bei dem sich das Grauen im Kopf des Zuschauers manifestiert. Die mitleiderregende Figur der Rose erlebt im Film eine tragische Verwandlung, die Schuldgefühlen und Ängsten den Weg weist. Regisseur CORRIE GREENOP arbeitet mit Metaphern und Mehrdeutigkeiten – schlüssige Erklärungen werden nicht geliefert und die Vergangenheit der traumatisierten Filmheldin nur spartanisch beleuchtet. Wie sich im Verlauf des Streifens herausstellen wird, hat sich Rose für eine Abtreibung des Kindes entschieden und ist umso überraschter als der nichtsahnende Liebste beim Kuscheln von kleinen Schlägen unter der Bauchdecke seiner Freundin berichtet. Das lässt die Kindsmutter zweifeln, die plötzlich nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann und dem Wahnsinn verfällt.
 
 
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Mit Horror im herkömmlichen Sinne hat LITTLE DEVIL nichts am Hut. Vielmehr verfolgt der Filmfreund den mentalen Abstieg einer jungen Frau, die in der Vergangenheit Schlimmes erlebt haben muss und alles dafür tut, dass der Partner nichts davon erfährt. Rose scheint ein unnatürliches Misstrauen gegenüber dem männlichen Geschlecht aufgebaut zu haben. Hier ist wohl auch der Grund des plötzlichen Schwangerschaftsabbruchs zu suchen. Hat Rose die Treue in ihrer Beziehung nicht ernst genommen oder wurde sie Opfer eines sexuellen Missbrauchs? Eine plausible Erklärung gibt CORRIE GREENOP nicht. Stattdessen spielt er mit Rückblenden und räumt dennoch genug Interpretationsspielraum ein, damit sich der Zuschauer am Ende – trotz überraschendem Twist – ein eigenes Urteil bilden kann.
 
 
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Dass LITTLE DEVIL dann doch tiefgründiger ist, als der reißerische Titel vermuten lässt kommt nicht von Ungefähr. In einem Interview erklärte der Regisseur, dass er ein großer Fan südkoreanischer und japanischen Horrorfilmen ist, die nicht durch Splatter auffallen sondern durch psychologisches Grauen bewegen wollen. Ungewöhnlicherweise zählt er neben asiatischen Genre-Perlen wie THE EYE oder TALE OF TWO SISTERS auch den australischen THE BABADOOK zu seinen Favoriten. Letzterer ist dem Aufbau von LITTLE DEVIL nicht unähnlich, erreicht aber nicht einmal ansatzweise dessen zermürbende Intensität. Wer sich trotzdem mit diesem psychologischen Horrordrama auseinandersetzen möchte, sollte sich nicht von dem auf Horror getrimmten Trailer und dem irreführenden Filmplakat verwirren lassen. Wie schon bei genanntem THE BABADOOK aus dem Jahre 2014 wurde auch das Marketing für LITTLE DEVIL unglücklich geplant, das unheimlichen Geisterhorror verspricht. Leider sucht man Spuk und Gänsehaut im Film vergebens!
 
 


 
 
 

LITTLE DEVIL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Genrefilm, der sprichwörtlich unter die Haut geht. LITTLE DEVIL (im Original: DEMON BABY – Produktionstitel: WANDERING ROSE) ist verstörendes Kopfkino mit tragischem Ausgang vor traumhafter Naturkulisse. Anders als der Titel und das Filmplakat vermuten lassen ist LITTLE DEVIL jedoch kein Film in der Machart des Polanski-Klassikers ROSEMARIES BABY. Vielmehr protokolliert dieses Debütwerk den mentalen Abstieg einer von Schuldgefühlen zerfressenen Frau, die von den Dämonen ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Dabei verwendet Regisseur CORRIE GREENOP immer wieder Elemente aus asiatischen Geisterfilmen und legt so falsche Fährten. Die versuchen nicht nur den Zuschauer zu verwirren, sondern auch die scheinschwangere Protagonistin, die bald nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Demzufolge sollte man LITTLE DEVIL (der mit WANDERING ROSE anfänglich einen anderen und weitaus plausibleren Titel besaß) mit dem Wissen sehen, dass es sich hier um keinen waschechten Horrorfilm handelt. Nur mit dieser Erwartungshaltung wird man nicht enttäuscht werden.
 
 


 
 
 

LITTLE DEVIL – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es in LITTLE DEVIL nicht zu sehen. Kein Wunder, handelt es sich hier eher um psychologischen Horror der nicht viel Blut zum Verstören benötigt. Die Protagonistin verletzt sich in der Dusche selbst und am Ende gibt es einen unerwarteten Mord zu sehen. Der wird aber nicht explizit gezeigt, denn die Kamera blendet weg. LITTLE DEVIL hat hierzulande eine FSK16 erhalten. Wegen Bonusmaterial ist die erhältliche Scheibe aber FSK18.
 
 
 


 
 
 

LITTLE DEVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | White Pearl Movies | Soulfood Entertainment (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demon Baby; Großbritannien 2014

Genre: Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 74 Min.

FSK: Film: FSK16 | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.11.2016 (BD KeepCase)

 

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LITTLE DEVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte liegen bei Daredo | White Pearl Movies | Soulfood Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Babadook (2014)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The Devil Incarnate (2013)