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Beiträge mit Schlagwort “Psycho-Thriller

Filmkritik: “The Harvest” (2013)

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THE HARVEST

Story

 
 
 
Die pubertierende Maryann macht auf der Suche nach neuen Freunden im Nachbarhaus eine schreckliche Entdeckung. Ihre Neugierde bringt das zermürbende Familiengeheimnis einer gutbürgerlichen Arztfamilie zutage, das bisher gut bewahrt werden konnte.
 
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Kritik

 
 
 
Nach außen hui – innen aber pfui! Das Ergründen dunkler Familiengeheimnisse ist im Horrorfilm keine Neuerung mehr. Dutzende Regisseure haben bereit in ihren Filmen versucht furchtbare Tragödien aufzudecken, die sich hinter verschlossenen Türen vermeintlich anständiger Bürger abspielen. Das Erforschen menschlicher Abgründe hat sich auch JOHN NCNAUGHTON auf die Stirn geschrieben. Der brachte es in den 80ern mit seinem kontroversen HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER zu beachtlicher Popularität, verschwand dann aber ganz schnell wieder von der Bildoberfläche und verdiente mit semierfolgreicher TV- und Videoware Lohn und Brot. Immerhin dürfte er Thriller- und Horrorfans noch mit WILDS THINGS (1998) und der MASTERS OF HORROR-Episode HAECKEL’S TALE (2006) in Erinnerung geblieben sein – zwei der wenigen Arbeiten, die aus seiner eher erfolglosen Vita hervorstechen können. Das dürfte sich jedoch mit seinem neuen Filmalbtraum THE HARVEST ändern. Für sein unbequemes Familiendrama kehrt er ganz souverän zu seinen Filmanfängen zurück ganz so, als hätte seither nichts anderes getan, als die dunkle Seite des Menschen zu erforschen. Ganz nebenbei ist ihm damit die wohl beste Arbeit seines bisherigen Schaffens gelungen, schließlich bahnt sich in seinem THE HARVEST das Grauen schleichend aber intensiv seinen Weg durch Film und Psyche.
 
 
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THE HARVEST handelt von der 14-jährigen Waisen Maryann. Nach dem plötzlichen Tod der Eltern muss sie zu den Großeltern ziehen und die Freunde zurücklassen. Bei den ersten Erkundungsstreifzügen ums Haus stößt sie auf den Nachbarsjungen Andy. Der hat kein leichtes Los gezogen, ist schwer krank und ans Bett gebundent. Die beiden kommen ins Gespräch und entwickeln schnell Sympathien zueinander. Doch die Freundschaft steht unter keinem guten Stern. Andys Mutter ist nämlich über die neue und einzige Freundin ihres Jungen gar nicht erfreut. Sie beginnt ihr Kind zu isolieren und verbietet der neuen Nachbarstochter jeglichen Umgang mit ihrem Sohn. Für die einsame Maryann eine Tragödie. Die trifft sich heimlich mit dem neuen Freund und stößt ganz nebenbei im Keller des Nachbarhauses auf ein furchtbares Familiengeheimnis – mit Folgen.
 
 
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Der einst gefeierte JOHN NCNAUGHTON versteht es nach wie vor den Zuschauer dort zu packen, wo es am meisten wehtut. THE HARVEST ist ein packend inszeniertes Psychodrama, das ganz unheilvoll beginnt und sich zaghaft zum ungemütlichen Thriller mausert in dem Dinge passieren, die man anfangs nicht kommen gesehen hat. Die Essenz zum Erfolg ist der herausragende Cast. Der wurde mit Schauspielern besetzt, die ihr Handwerk verstehen. Allen voran SAMANTHA MORTON. Die verkörpert im Film eine wortkarge und scheinbar besorgte Mutter, die ähnlich wie KATHY BATES in MISERY ganz unverhofft aus der Haut fährt und zur unberechenbaren Psychopathin mutiert. Ihre Leistungen sind beängstigend, facettenreich und intensiv – ihre plötzlichen Wutausbrüche schockierend und grausam. Leider hat THE HARVEST einen Schönheitsfehler. Zwar gelingt es Macher JOHN NCNAUGHTON mit subtilen Grauen zu fesseln und die Spannungsschraube konstant fester zu drehen; dennoch mangelt es dem Streifen oftmals an Glaubwürdigkeit. Den Figuren wird zwar genügend Zeit für ihre Entwicklung eingeräumt; trotzdem kommt auch ein Film wie THE HARVEST nicht ohne die genrebedingten Klischees aus. So will mal wieder niemand der taffen 14-jährigen Heldin glauben, die genügend Beweise sammelt, um die finsteren Machenschaften der im Ort geschätzten Nachbarn aufdecken zu können. Das kratzt ein wenig am positiven Gesamteindruck den der souverän inszenierte und durchaus stimmige THE HARVEST hinterlässt. Trotz kleiner Makel dennoch sehenswert!
 
 
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THE HARVEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schleichend und intensiv: Herausragender und ungemütlicher Psychothriller mit böser Wendung und konstantem Spannungsbogen. THE HARVEST bringt finstere Geheimnisse zutage und erzählt von skrupellosen Eltern und desaströsen Familienverhältnissen. Hier wird subtil Grauen aufgebaut, das ganz unverhofft und erbarmungslos zuschlägt. Lang dauert es nämlich nicht, bis sich der Ton und die Richtung des Films ändert. Aus Kindern werden Gefangene, die im Haus der vermeintlich besorgten Eltern ums Überleben bangen müssen. Leider verrät der Trailer zuviel. Demzufolge sollte man sich dessen Sichtung sparen, um sich nicht den Filmgenuss verderben zu lassen. Unterm Strich erweist sich THE HARVEST trotz marginaler Logiklücken als Paradebeispiel für minimalistische Psychothriller. HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER-Regisseur braucht nämlich nicht viel, um fesseln zu können. Statt teuer eingekaufte Superstars, Gewalt und hektische Schnitte beweist er, dass man auch mit kleinem Budget und bescheidenen Mitteln gute Filme machen kann. Alles was man dafür benötigt ist ein gutes Drehbuch und talentierte Schauspieler. Auch so schafft man herausragende Filme. Wir meinen: intensiv gespielter Geheimtipp!
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Zensur

 
 
 
THE HARVEST ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Der Film ist eher ein langsam und tiefgründig erzählter Psycho-Thriller und hält weitestgehend abstand von expliziter Gewalt. Die ist im Film vornehmlich psychischer Natur und dürfte dafür sorgen, dass THE HARVEST bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
The Stepfather (1987)
 
The Glass House (2001)
 
The Stepfather – Remake (2009)
 


Filmkritik: “Shrew’s Nest” (2014)

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SHREW’S NEST

(Musarañas)

Story

 
 
 
Als sich der attraktive Carlos bei einem Treppensturz das Bein bricht und von einem benachbarten Geschwisterpaar gepflegt wird, bringt er ein schockierendes Familiengeheimnis zutage, was lange Zeit im Verborgenen gehalten wurde.
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Kritik

 
 
 
Egal was ALEX DE IGLESIAS anfasst, es wird zu Gold. Seit der spanische Regisseur mit der Science-Fiction-Komödie AKTION MUTANTE seinen ersten Langfilm inszenierte, wird der Meister des schwarzhumorigen, spanischen Horrorkinos für sein unkonventionelles Schaffen auf einschlägigen Filmfestivals gelobt und ausgezeichnet. Mittlerweile dreht der Spanier aber nicht mehr nur ausschließlich schräge Filme, sondern produziert Vielversprechendes für die große Leinwand. SHREW’S NEST ist eine dieser Arbeiten, die von DE IGLESIAS finanziell unterstützt wurden und dem jungen Regieduo ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS den Weg ins internationale Filmgeschäft ebnen dürfte.
 
 
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In MUSARANAS – so der Originaltitel – geht es absolut spaßfrei zu, denn nach dem speziellen Humor mit welchem ALEX DE IGLESIAS bekannt geworden ist, sucht man in diesem tiefgründigen und deprimierenden Stück Zelluloid vergebens. Statt einem absurd-humoristischen Bilderrausch zu zelebrieren, wenden sich die beiden Jungregisseure dem psychologischen Horror zu und bringen mit Hilfe beklemmender Bildsprache eine erschütternde Familientragödie zutage, die sich aufgrund herausragender schauspielerischer Leistungen positiv vom üblichen Horrorquatsch abhebt. Dass tut Not, denn in einer Zeit in der sich der Horrorfilm hauptsächlich durch einfältige Grausamkeiten definiert und damit Zuspruch erntet, sind es gerade jene psychologischen Geschichten die verinnerlichen, dass man auch mit etwas Anspruch und Hirn Furcht bescheren kann.
 
 
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Madrid in den 1950ern: die fromme Schneiderin Montse (MACARENA GOMEZ) leidet an Agoraphobie und schafft es nicht ihre Wohnung zu verlassen. Seit Mutter und Vater gestorben sind, kümmert sie sich um die jüngere Schwester und ist ihr Ersatz für die verschiedenen Eltern. Als Nachbar Carlos aus dem oberen Stockwerk die Treppe herunterfällt und sich beim Sturz das Bein bricht, wird eine Kette von Umständen in Gang gesetzt, die die Geschwister vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Montse nimmt den Verletzten heimlich bei sich auf und beginnt ihn zu pflegen. Von der streng autoritären Erziehung des sadistischen Vaters zerfressen, entwickelt die hilfsbereite Hausbewohnerin eine sonderbare Obsession zu ihrem Nachbarn und tut alles daran, dass der die Wohnung nicht mehr verlassen kann. Als die jüngere La Niña (NADIA DE SANTIAGO) erkennt, dass die große Schwester abnormales Verhalten an den Tag legt und nach Wegen sucht, um den eingesperrten Carlos aus seinem Gefängnis zu befreien, wird eine Spirale der Gewalt in Bewegung gesetzt, die nur im Chaos enden kann.
 
 
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SHREW’S NEST ist eine außergewöhnliche aber auch schockierende Psychoanalyse einer fehlgeleiteten Frau, die in der Kindheit Furchtbares erdulden musste. Die beiden Regisseure decken in ihrem sorgfältig gespielten Kammerspiel auf, was lang verborgen gehalten wurde. Zwei Schwestern, wie sich nicht unterschiedlicher sein könnten, durchleben in diesem beunruhigenden Melodrama eine Gradwanderung der Gefühle und entdecken zwischen Hass und Liebe, dass sie sich einander näher sind, als immer gedacht. MACARENA GOMEZ spielt hier mit viel Facettenreichtum eine bemitleidenswerte, psychisch gestörte Frau mit einem sonderbaren Verhältnis zur Liebe und lässt so selbst Oscar-Preisträgerin KATHY BATES aus der gelungenen King-Verfilmung MISERY weit hinter sich. Beide Filme sind thematisch ähnlich; SHREW’S NEST erforscht jedoch detaillierter die Umstände des Handelns und schockiert am Ende mit tragischen Familienkonstellationen, die den Zuschauer mit flauen Magen vor den heimischen TV-Apparaten zurücklassen.
 
 
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Visuell ist SHREW’S NEST für ein Debütstück ganz ordentlich. Die Macher ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS ernteten mit ihrem vierminütigen Kurzfilm „036“ bereits auf Youtube und Filmfestivals viel Lob und bleiben für SHREW’S NEST dem typisch spanischen Horrorlook treu. Das bedeutet bildgewaltiges Unbehagen in modern gotischer Gruselästhetik, die bereits inländischen Schauerproduktionen wie DAS WAISENHAUS, PARA ELISA oder JULIAS EYES zum Erfolg an den Kinokassen verholfen haben. Das Gänsehautkonzept geht auch diesmal auf. Dank einem außerordentlichen Gespür fürs Visuelle, guten Darstellern und einem gründlichen Drehbuch, in dem sich ganz langsam zermürbender Terror seinen Weg durch die klaustrophobische Geschichte bahnt, gehört SHREW’S NEST zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Da kann man nur hoffen, dass Hollywood nicht auf den Trichter kommt, diesen Film neu interpretieren zu müssen. Sollte das irgendwann doch mal der Fall sein, kann man davon ausgehen, dass man die Neuverfilmung zu recht gnadenlos in der Luft zerreißen wird.
 
 
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SHREW’S NEST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spanien übertrumpft sich mal wieder selbst in Sachen Horror! SHREW’S NEST ist spanisches Horror-Kino par excellence und die weitaus bessere, spanische Antwort auf eine der wenigen, gelungenen King-Verfilmungen: MISERY. Dass sich der neue Genre-Beitrag aus dem Land der Stierkämpfe sehen lassen kann ist auch kein Wunder. Kein geringerer als Urgestein ALEX DE IGLESIAS zeichnet als Produzent verantwortlich und beweist mal wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl interessanter Filmstoffe. Sein abgedrehter Humor und die schwarzhumorigen Gewaltausbrüche haben diesmal Sendepause. Stattdessen bewegen sich die beiden Regieneulinge ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS im Psycho-Sektor und machen alles richtig. SHREW’S NEST ist ein ungemütliches, klaustrophobisches Horror-Drama, das sich einmal mehr jener gotischen Gruselatmosphäre bedient, die viele spanische Horror-Produktionen seit einigen Jahren auszeichnet. Der kränkelnd-depressive Look des Streifens untermauert aber nur die morbide Stimmung des Films, der am Ende mehr Drama ist als Horror. Wer hier viele böse Szenen erwartet liegt falsch. Auch wenn gegen Ende etwas Rot über die Mattscheibe fließt, beunruhigt SHREW’S NEST vornehmlich auf psychologischer Ebene. Das zeichnet den Film aus und macht ihn zum Geheimtipp – vor allem wegen den außergewöhnlichen Darstellern, von denen manch Schauspieler in Hollywood noch etwas lernen kann. SHREW’S NEST gehört zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Absolut empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Zensur

 
 
 
Auch wenn SHREW’S NEST im Psycho-Genre beheimatet ist, gibt es etwas Gewalt zu sehen. Eine Protagonistin wird geköpft, der Körper zersägt und der Torso als Kleiderständer verwendet. Andere Figuren werden mit einer Stricknadel in die ewigen Jagdgründe befördert. Zudem wird ein Bein ans Bett genäht und Köpfe auf Boden und Wände geschlagen. Aufgrund der kurzen Gewaltmomente und der verstörenden Auflösung am Ende des Films vermuten wir, dass Rechteinhaber OFDB Filmworks für SHREW’S NEST einen roten FSK-Flatschen erhalten wird: Keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken liegen bei OFDB Filmworks

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
House at the End of the Street (2012)
 
One Hour Photo (2002)
 
Sleep Tight (2011)


Filmkritik: “Crazy Murder” (2014)

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CRAZY MURDER

Story

 
 
 
Der Film folgt einem psychisch kranken Obdachlosen in New York City, der sich ein Jahr lang die Zeit mit sinnlosem Morden und reichlich ekelhaften Taten vertreibt. …
 
 
 


 
 
 

CRAZY MURDER – Kritik

 
 
 
Schenkt man dem Vorspann des hier besprochenen Streifens Glauben, so leidet jeder fünfte der knapp 50.000 Obdachlosen in New York City an einer möglicherweise nicht diagnostizierten und somit unbehandelten psychischen Erkrankung. Eine brisante Studie, mit der sich die beiden Regisseure DOUG GERBER und KALEB PENNYPACKER in ihrem CRAZY MURDER auseinandersetzen. Dabei gehört ihr kontroverser Magenverdreher zu jenen Filmen, die sich in keine Schublade packen lassen und vermutlich nur dazu geschaffen wurden, um zu polarisieren. CRAZY MURDER besitzt weder eine richtige Handlung, noch einen Spannungsbogen. Vielmehr besteht der Streifen aus einer Aneinanderreihung verschiedener Momentaufnahmen aus dem Leben eines heimatlosen Menschen. Der verspeist Fäkalien, wühlt im Müll und tötet Passanten mit einem Messer, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. In teils improvisierten Szenenverläufen wird das Leben eines Mannes protokolliert, der sich allmählich vom zivilisierten Miteinander verabschiedet und abnormales Verhalten an den Tag legt, das in ekelerregende Bilder eingefangen wird. Die drastischen Filmschnipsel wirken. Und sie setzen einen gesunden Magen voraus, schließlich wird hier das gezeigt, was sich kein konventionell gestrickter Spielfilm aus Hollywood trauen würde. Da wird munter drauflos gebrochen, in Gesichter gestuhlt und der Inhalt von Kondomen geschluckt. Die gebotenen Spezialeffekte schlagen trotz simpler Machart auf den Magen und sind nicht jedermanns Sache. Eine Kunst für sich, für die KALEB PENNYPACKER verantwortlich zeichnet. Der hat vor seinem Ausflug ins Regiefach visuelle Effekte für HARRY POTTER und JURASSIC WORLD beigesteuert. Nun nutzt er seine kreative Fähigkeit, um mit CRAZY MURDER zu schocken.
 
 
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CRAZY MURDER ist Kino der Extreme, wie es wohl nur im Indie-Sektor entstehen kann. Der Film provoziert, wenngleich das Gezeigte sogar so etwas wie Kritik an der Gesellschaft äußert. Hier wird zwar allerhand widerliches Zeug gezeigt; lässt man das jedoch wirken und setzt sich mit all den drastischen Szenen auseinander (insofern man das überhaupt möchte), wird man schnell die Botschaften erkennen, die DOUG GERBER und KALEB PENNYPACKER an den Zuschauer bringen wollen. Obdachlos zu sein bedeutet, grenzenlose Freiheit zu genießen. So muss die namenlose Gestalt im Film keinen Normen und Regeln folgen, die die Gesellschaft diktiert, um ein friedliches Miteinander zu garantieren. Der Heimlose handelt nach eigenen Gesetzen und stellt jedoch bald fest, dass uneingeschränkte Freiheit auch Schattenseiten birgt. Einsamkeit und Ausgrenzung sind die Folgen, was die meisten Straßenmenschen an den Rand ihrer mentalen Kräfte treibt. So wird in CRAZY MURDER der geistige Verfall eines Menschen auf drastische Weise bebildert, der mit einer ignoranten und oberflächlichen Gesellschaft abrechnet in der für sozial Benachteiligte kein Platz ist. Seine Rache am System wird durch Terror zum Ausdruck gebracht. So beginnt er die Menschen der Großstadt zu terrorisieren und entwickelt sich schleichend vom zivilisierten Menschen zur primitiven Furie, die niederen – fast schon animalischen – Instinkten folgt.
 
 
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KEVIN KENNY hat sich für die Rolle des Obdachlosen bewusst verunstalten lassen und beweist Wandlungsfähigkeit. Bisher hat er seinen Lebensunterhalt als Künstler und Stand-up-Comedian in einem New Yorker Comedy-Club bestritten. Für CRAZY MURDER wechselt er die Fronten und beweist Ernsthaftigkeit. Für den Zuschauer gibt es hier absolut nichts zu lachen. Vielmehr wirkt das Gezeigte in seiner schonungslosen Radikalität und grenzenlosen Absurdität verstörend und besitzt kaum Unterhaltungswert. Die monotonen Szenenverläufe wiederholen sich und machen aus CRAZY MURDER ein experimentelles Geduldsspiel, das mit 95 Minuten schlicht zu lang geraten ist. Demzufolge ist dieses kritische und schwer verdaulichen Stück Zelluloid kein Film für Zwischendurch. Wenn Passanten mit Ziegelsteinen erschlagen oder Säuglinge kopfüber auf den Asphalt geworfen werden wirkt das nach. Trotz Kontroversen ist CRAZY MURDER aber kein sehenswertes Filmexperiment. Dazu ist der Streifen mit all seinen explizit gefeierten Grausamkeiten und den ausgewalzten Ekelmomenten zu reißerisch inszeniert, als dass man sich mit diesem unabhängigen Kinowerk und seiner Botschaft ernsthaft auseinandersetzen möchte. Unterm Strich ist der dialogarme CRAZY MURDER vermutlich nur für die zu ertragen, die Extremgewalt zu oft gesehen haben, als das sie überhaupt noch schockieren kann. Der Otto-Normalverbraucher wird mit diesem 5000-Dollar-Indie-Machwerk nur wenig anfangen können.
 
 
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CRAZY MURDER – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Schockierendes Kino der Extreme für das man einen gesunden Magen benötigt, damit sich das ertragen lässt, was in CRAZY MURDER gezeigt wird. Hier geben sich perverse Gewaltexzesse und widerliche Fäkalmomente die Waage, was vermutlich nicht jedem Zuschauer passen dürfte. Trotz abartiger Momente, lässt sich irgendwo zwischen der Aneinanderreihung von Abartigkeiten gesellschaftskritische Botschaften erkennen. Ob man sich mit denen jedoch ernsthaft auseinandersetzen möchte, bleibt nach 95 kot- und brechreichen Minuten fraglich.
 
 
 


 
 
 

CRAZY MURDER – Zensur

 
 
 
CRAZY MURDER ist ein Film, der in seiner ungeschnittenen Form in Deutschland keine Freigabe erhalten wird. Die vielen unnötigen Gewaltmomente sehen ziemlich realistisch aus und werden äußerst fragwürdig in Szene gesetzt. Da wird ein Säugling auf den Asphalt geworfen, Messer dringen in Halsschlagadern und Köpfe werden mit Ziegelsteinen eingeschlagen. Die vielen Fäkal- und Ekelmomente sind dagegen Kinderfasching.
 
 
 


 
 
 

CRAZY MURDER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Bilder der Kritik stammen von der Facebook-Seite zum Film.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Street Trash (1987
 
The Toxic Avenger (1984)
 
Septic Man (2013)
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 


Filmkritik: “GirlHouse” (2014)

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GIRLHOUSE

Story

 
 
 
Ein Killer mischt Big Brother auf. Die leicht bekleideten Mädchen einer Strip-Cam-Seite bekommen Besuch von einem wütenden Stalker, der mit den Damen garantiert keinen Kaffeeplausch veranstalten möchte.

 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Kritik

 
 
Wer im Horrorfilm dem Beischlaf frönt oder sich ausschließlich leicht bekleidet durch Genre-Streifen bewegt, darf auf jeden Fall davon ausgehen, dass ihm bald ein brutaler Schlächter das Lebenslicht ausknipsen wird. Seit jeher gehört jene goldene Regel zum Slasher, wie das Amen in die Kirche und findet auch drei Jahrzehnte nach HALLOWEEN und FREITAG DER 13. im Film immer noch gern Verwendung, um die blutgeile Fan-Meute glücklich machen zu können. Einer derer, der von dieser Erfolgsformel offensichtlich nicht genug bekommen kann ist Regisseur TREVOR MATTHEWS. Der hat 2007 bereits schon einmal von sich hören lassen und im Monster-Schmunzler JACK BROOKS: MONSTER SLAYER die Hauptrolle eines furchtlosen Monsterjägers übernommen. Der Streifen erntete auf Filmfestivals viel Lob und eröffnete MATTHEWS neue Möglichkeiten – so auch die zum Sicko-Slasher GIRLHOUSE, dessen Idee bereits 2007 geboren wurde. Mittlerweile sind mehr als sieben Jahre vergangen und aus einer anfänglich zu Papier gebrachten Geschichte ist ein richtiger Film geworden, den MATTHEWS auch gleich selbst gedreht hat. Darin warnt er vor dem leichtgläubigen Umgang mit dem Internet – einem Tummelplatz unberechenbarer Persönlichkeiten, die im Schutze der Anonymität abartige Phantasien ausleben. Sei vorsichtig, was Du im Internet von dir preisgibst und wie offen du im Chat fremden Usern gegenübertrittst, denn hinter einen sympathischen Gesprächspartner könnte vielleicht das personifizierte Böse lauern. Jene warnende Botschaft dient in GIRLHOUSE als Aufhänger, um mal wieder ein erbarmungsloses Blutbad zeigen zu können in dem es Slasher-typisch nicht gerade zimperlich zur Sache geht. Für den schlitzfreudigen Meucheltrip konnte Rapper SLAINE gewonnen werden. Der macht es Wrestler GLENN JACOBS (SEE NO EVIL 2) gleich und verkörpert im Film einen wortkargen Psycho, der zur wandelnden und nicht mehr kontrollierbaren Killermaschine mutiert.
 
 
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Die Rechnung und Studiengebühren häufen sich und nach dem plötzlichen Tod des geliebten Vaters scheint Kylie (ALI CORBIN) ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen zu müssen. Um der am Rande des Existenzminimums lebenden Mutter nicht länger auf der Tasche zu liegen, nimmt sie ein Angebot als Webcam-Girl wahr und wird Teil der Internetplattform GIRLHOUSE. Die hier arbeitenden Mädchen leben in einer großzügig eingerichteten Villa, werden 24 Stunden am Tag von Kameras gefilmt und streifen sich gegen Geld die Wäsche vom Körper. Doch nicht jeder Zuschauer gibt sich nur mit einem erotischen Strip zufrieden. Der zahlende Zuschauer “LoverBoy” verliebt sich auf Anhieb in die strippende WG-Mitbewohnerin Kylie, hat aber seit einem Kindheitstrauma so seine Probleme mit Frauen. Als sich die Cam-Girls über ihm lustig machen, brennen in “LoverBoy” die Sicherungen durch. Als Computerexperte und Profihacker macht er die Villa ausfindig und startet einen blutigen Rachefeldzug, wie er grausamer nicht sein könnte.
 
 
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Sei vorsichtig mit wem du chattest, es könnte ein Psychopath sein: GIRLHOUSE ist eine Horror-Version des nicht mehr ganz so frischen BIG BROTHER-Konzepts, in dem eingesperrte Menschen rund um die Uhr von Kameras gefilmt und von Zuschauern beobachtet werden können. Bereits 2008 hat man die Idee so ähnlich für Horrorware verwendet. In der Mini-Serie DEAD SET wurden Teilnehmer einer Fernsehshow in einen Wohncontainer gesperrt und bekamen leider reichlich spät davon Wind, dass außerhalb der Containerwände eine Zombie-Epidemie wütete. Nicht anders geht es in GIRLHOUSE zu. Hier wissen einige textilfreie Mädchen nicht, dass sich soeben ein wütender Killer durch die Stockwerke ihrer Villa arbeitet, der mit den einfältigen Damen kurzen Prozess veranstalten möchte. Stets dabei ist ein gut gefüllter Werkzeugkoffer, in dem der Rächende allerhand Mordutensilien verstaut hat, um die Schaulust des Zuschauers befriedigen zu können. Von stumpfen Schlagwerkzeugen, über scharfe Sägen bis hin zu zweckentfremdeten Dildos bietet GIRLHOUSE eine umfangreiches Arsenal abwechslungsreicher Tötungsinstrumente und lässt Kollegen wie MICHAEL MEYERS oder JASON VOORHEES blass zurück, die in ihren Streifen noch mit Schlachtmesser und Machete Zuschauer unterhalten mussten.
 
 
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Apropos Unterhaltung: Regisseur TREVOR MATTHEWS gelingt das Kunststück, die Spannungsschraube minutiös fester zu drehen. Für einen Slasher eine beachtliche Leistung, geht es doch hier vorwiegend ums Töten und getötet werden – ein Prämisse, die nicht selten Spannung missen lässt. Dass die Handlung trotz bekannter Klischees nicht langweilig wird, dürfte an der etwas anderen Herangehensweise liegen. Macher MATTHEWS lüftet bereits in den ersten Filmminuten die Identität seines Killers und lässt ihn erst reichlich spät in ein Frauenkostüm schlüpfen, um in den letzten 30 Minuten hektisches Gewalteinerlei zeigen zu können. Bis dahin erlebt Killer “LoverBoy” (SLAINE) so etwas wie eine Charakterentwicklung und verwandelt sich vom stillen Außenseiter hin zur aggressiven Furie, die am Ende nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Rapper SLAINE passt perfekt in die Rolle des wortkargen und doch unberechenbaren Stalkers. Allein mit passender Mimik verkörpert er eine bemitleidenswerte und verletzliche Kreatur, die letztendlich nur eines will: akzeptiert und gemocht werden.
 
 
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Letztendlich darf sich der männliche Filmfreund auf einen ansprechenden Cocktail aus Gewalt und Erotik freuen, der das Slasher-Genre zwar nicht revolutioniert, aber immerhin bereichert. GIRLHOUSE hat all das, was man von einem zeitgemäßen Slasher erwartet. Neben sexy Mädels, brutalem Mörder und abwechslungsreichen Kills, haben es einige nette Einfälle in den Film geschafft, die für reichlich Adrenalin sorgen. Dass Stalker “LoverBoy” am Ende das Zeitliche segnen muss, dürfte angesichts der vordiktierten Slasher-Regeln verschmerzbar sein, schließlich weiß jeder Horrorfan mittlerweile: egal wie oft sie sterben, sie kommen ohnehin immer wieder. To be continued!
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die Klassiker HALLOWEEN und der Kultfilm FREITAG DER 13. bekommen starke Konkurrenz. GIRLHOUSE ist ein beinharter und nicht zimperlicher Slasher, von dem sich zartbesaitete Gemüter besser fern halten sollten. Dieser Streifen belehrt den Zuschauer einmal mehr, dass das personifizierte Grauen im Internet lauert. Denn dort nutzen viele kranke Persönlichkeiten die Anonymität des Webs als Vorwand, um perfiden Gelüsten nachgehen zu können. GIRLHOUSE treibt die These auf die Spitze und lässt den voyeuristisch veranlagten Nutzer einer Webcam-Seite Amok laufen. Der fühlt sich verletzt, weil er von fünf leicht bekleideten Hühnern schikaniert wurde. Schnell gerät der bemitleidenswerte Stalker-Thriller aus dem Ruder und mutiert zum brutalen Metzelfeuerwerk, in dem mal wieder das kreative Töten auf der Tagesordnung steht. Anders als sonst ist das Morden nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip überraschend kurzweilig geraten, weil Macher TREVOR MATTHEWS Wert auf Charakteraufbau und Spannungskurve legt. Die Gefahr baut sich langsam auf und das Böse schlägt am Ende mit gnadenloser Härte zu. Slasher-Fans werden vor Freunde im Dreieck, schließlich gibt es hier nackte Mädels und Gore en masse zu sehen. Auch wir von FILMCHECKER haben uns gut unterhalten gefühlt und das, obwohl wir eigentlich einen gewissen Anspruch von Horrorfilmen erwarten – wenn das kein gutes Omen ist.
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Zensur

 
 
 
Selbstzweckhafte Gewalt gibt es im Film jede Menge zu sehen, von der nicht gerade wenig Gebrauch gemacht wird. Es gibt zermatschte Schädel zu sehen, abgeschlagene Finger und zersägte Körper. Doch das ist nur ein kleiner Teil von dem, was letztendlich in GIRLHOUSE gezeigt wird. Hierzulande hat das für eine ungeschnittene KJ-Freigabe gereicht, denn im Gegensatz zu Filmen wie WOLF CREEK 2 sind die diversen Matschmomente nur sehr kurz zu sehen und werden nicht sonderlich sadistisch zelebriert.
 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Girlhouse; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Englisch DTS HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 11.06.2015

 

Girlhouse – Töte, was Du nicht kriegen kannst [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Reche aller für die Kritik verwendeten Bilder liegen bei CONCORDE HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
See No Evil 2 (2014)

Warte, bis es dunkel wird (2014)

Devil May Call (2013)

Blood Widow (2014)

Halloween (1978)

Rob Zombie’s Halloween (2007)

Laid to Rest (2009)

Hatchet (2006)

Hatchet 2 (2010)

Hatchet 3 (2013)


Filmkritik: “Preservation” (2014)

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PRESERVATION

Story

 
 
 
Wenn aus Menschen Tiere werden: Drei Camper wollen in der amerikanischen Wildnis ihre Jagdkünste unter Beweis stellen, geraten dann jedoch selbst ins Visier barbarischer Freizeitjäger.

 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Kritik

 
 
 
Ein Bär tötet, um sich zu verteidigen, ein Löwe, weil er Hunger hat und der Mensch, weil es ihm schlichtweg Spaß bereitet. Genau jene Weisheit wird für drei ahnungslose Hobbyjäger bittere Realität. Für das Trio entwickelt sich ein Camping-Trip durch Americana zum Albtraum, als sie vom Bösen in Menschengestalt quer durch die Wildnis gejagt werden. PRESERVATION ist ein äußerst kruder Vertreter der Gattung Survival-Horror, der einmal mehr ein äußerst brisantes Thema aufgreift, das neuerdings immer Öfters zum Mittelpunkt von Horrorfilmen gemacht wird. Wenn aus Minderjährigen unkontrollierbare Killermaschinen werden – eine kontroverse Botschaft, die bereits der Brite JAMES WATKINS mit seinem EDEN LAKE (2008) an den Mann und ganz nebenbei einen der unangenehmsten Terrorfilme der letzten Jahre ins Kino brachte, der aufgrund kompromissloser Grausamkeit hierzulande bei der FSK wenige Befürworter fand. Auch Jungregisseur CHRISTOPHER DENHAM wittert mit PRESERVATION den großen Coup und hat ähnlich perfides Katz-und-Mausspiel vor traumhafter Naturkulisse auf Film gebannt, in dem er sich ebenso mit den Abgründen heutiger Teenager auseinandersetzt und dabei nicht vor knüppelhartem Psychoterror Abstand hält.
 
 
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Wenn sich der Zuschauer verängstigt in seinen Filmsessel gräbt und vor Anspannung an den Nägeln knabbert, hat ein Regisseur ihn dort, wo er ihn haben wollte. CHRISTOPHER DENHAM lässt seine schwangere Heldin (überzeugend gespielt von WRENN SCHMIDT) unerbittlich durch die Hölle gehen und setzt stahlharte Nerven voraus, um den in PRESERVATION protokollierten Überlebenskampf überhaupt ertragen zu können. Sichtlich angelehnt an Boormans Klassiker BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE (1972) ist das hier Gezeigte nicht einfach zu verdauen, denn anders als im besagten EDEN LAKE bleiben die kindlichen Mörder weitestgehend stumm, ihre Beweggründe dafür umso makabrer. Kaltblütiges Töten als kranker Sport – einmal mehr wird im Horrorfilm mahnend der Zeigefinger erhoben, denn auch wenn Regisseur CHRISTOPHER DENHAM nicht viel über die Täter im Films verrät, bleibt die harsche Gesellschaftskritik nicht ungehört. Hier werden die laxen Waffengesetze der Vereinigten Staaten an den Pranger gestellt, die es perspektivlosen Kids von Heute ermöglichen, problemlos an Gewehre, Pistolen und Munition zu kommen.
 
 
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So reichen blutige Handy-Shooter allein nicht mehr aus, um die gelangweilte Jugend in PRESERVATION bei Laune zu halten. Die erhebt das Töten von Menschen zum Freizeitspaß und lauert ahnungslosen Campern auf, um sie fernab der Zivilisation in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Lang gefackelt wird da nicht, was PRESERVATION mehr ins Horrorfach steckt, weil sich DENHAM mehr auf das Abhandeln genretypischer Schauwerte konzentriert, statt sich mit seiner brisante Kritik genauer auseinander zu setzen. Die verliert in der rasant inszenierten Hetzjagd schnell an Gewichtung, weil der Fokus vermehrt auf das Morden und Rächen gerichtet wird und sich am Ende sogar Opfer in Täter verwandeln, um die Blutgier des Zuschauers befriedigen zu können. Dennoch, auch wenn PRESERVATION hin und wieder von seltsamen Zufälligkeiten begleitet wird und die maskierten Kinder über Bärenkräfte verfügen, gehört dieser knüppelharte Überlebens-Thriller zu den besten Psycho-Trips, die das Genre in letzter Zeit gesehen hat. Wer schweißtreibende Nervennahrung bevorzugt kommt an PRESERVATION nicht vorbei – aber Achtung, wir haben gewarnt!
 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos und knüppelhart: PRESERVATION ist vermutlich der unoffizielle EDEN LAKE 2 und einer der härtesten Überlebens-Thriller, die das Genre in den letzten Jahren gesehen hat. Nach dem Horror-Thriller HOME MOVIE (2009) bleibt Regisseur CHRISTOPHER DENHAM (der auch schon als Schauspieler in THE BAY zu sehen war) dem Genre treu und hat mit seinem zweiten Spielfilm ein quasi amerikanisches Remake des Terrorfilms EDEN LAKE inszeniert, der vor einigen Jahren für reichlich Aufsehen unter Fans derberer Filmware gesorgt hat. PRESERVATION spielt in der gleichen Liga und erzählt praktisch die gleiche Geschichte, natürlich ähnlich packend. Auch hier sehen sich ahnungslose Camper mit skrupellosen Kids konfrontiert, die das Töten von Menschen zum Freizeitsport gemacht haben. Wer ein schwaches Nervenkostüm besitzt, sollte von diesem Film die Finger lassen, denn die hier gezeigten Grausamkeiten wirken aufgrund ihrer Kompromisslosigkeit erschreckend real, was professionelle Jugendschützer in Alarmbereitschaft versetzen dürfte. Nichtsdestotrotz ist PRESERVATION adrenalinförderndes Terrorkino so wie es sein sollte und das nach dem Abspann noch lange nachwirken wird. Wer ein Faible für jene Art Film besitzt, kommt hieran nicht vorbei. Für Horrorfans definitiv sehenswert!
 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Zensur

 
 
 
Im direkten Vergleich zum besagten EDEN LAKE ist PRESERVATION in Sachen Brutalität zurückhaltender, was aber nicht heißen soll, dass es hier nicht ebenso deftig zur Sache geht. Die Brutalität ist vorwiegend psychischer Natur. Dennoch gibt es auch richtige Gewalt zu sehen. Neben Gewehr- und Messerstichen in Bauch oder Beine, wird einem Protagonisten mit einer zerbrochenen Flasche der Hals aufgerissen. Weil das Morden hier von Kinder ausgeht, dürfte PRESERVATION jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit gleiches Schicksal wie EDEN LAKE erleiden: der Index. Wir rechnen jedoch mit einer ungeschnitten KJ-Freigabe – insofern die FSK einen guten Tag haben sollte.
 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Alle Rechte der auf der Seite abgebildeten Grafiken liegen bei Pierrot le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eden Lake (2008)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Wolf Creek 2 (2013)
 
Outback – Tödliche Jagd (2011)
 
The Mooring (2012)
 
Tower Block (2012)
 
Black Rock (2012)
 
King of the Hill (2007)
 


Filmkritik: “Der Hauch des Bösen” (1971)

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DER HAUCH DES BÖSEN

(A TASTE OF EVIL)

Story

 
 
 
In ihrer Kindheit wurde Susan in der Nähe ihres Elternhauses Opfer einer Sexualstraftat. Gruseliger Wald, check. Gruseliges Haus, auch check. Nach Jahren der Abwesenheit und medizinischen Betreuung will es die junge Frau noch einmal daheim versuchen und zweifelt bald an ihrem Verstand. Hinweise auf ihre Vergangenheit rauben Susan den Verstand und irgendjemand oder –etwas schreckt auch vor gemeinen Streichen wie dem Plazieren blutiger Leichen, die natürlich beim zweiten Blick nicht mehr da sind, nicht zurück.

 
 
 


 
 
 

DER HAUCH DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
John Llewellyn Moxey ist mir persönlich schon immer ein Faszinosum. Natürlich ist der gebürtige Argentinier maßgeblich ein Fernseh- und Kino-Regie-Söldner reinsten Wassers, der jede Arbeit unter handwerklichen Aspekten annahm und widerspruchslos pünktlich Ergebnisse lieferte. Trotzdem zog man ihn immer wieder zu Rate, wenn es um unser liebstes Genre ging. Bereits seit den Sechzigern kümmerte sich Moxey darum, Horror- und Mystery-Ware an den Zuschauer zu bringen, die zu großen Teilen heute das Prädikat „Kult“, im Gegensatz zu manch anderen Filmchen, sogar verdient hat. Moxeys Filmographie ist schlicht beeindruckend und auch DER HAUCH DES BÖSEN ist nicht zu verachten. Ob der Fernsehthriller mit mittleren Klassikern wie STADT DER TOTEN (Horror Hotel, 1960 und sogar zur Ehre eines Songs der MISFITS gekommen) mithalten kann, ist der Gnade des einzelnen Betrachters überlassen, die hochwertige Handschrift der Veteranen vor und hinter der Kameralinse ist jedoch nicht zu übersehen. Neben dem gerade gelobten Regisseur ist besonders Hammer-Urgestein Jimmy Sangster zu erwähnen, der hier das Drehbuch schrieb. So erinnert der Film auch an die – immer ein wenig stiefmütterlich behandelten – Thriller-Werke des legendären britischen Studios, also jene Filme, in denen sich Sir Michael Carreras und Co. nicht auf den Kassenmagnetismus ihrer von Universal für die Nachkriegszeit lizensierten Monsterfiguren Dracula, Frankenstein, etc. verlassen wollten. Fans von Hammer sind hier von jeher zwiegespalten, sehen diese Filme doch anders aus als die heißgeliebten Blutfestivitäten in deftigem Technicolor, die schlicht für den Namen Hammer stehen und überzeugen eher durch unheimliche Atmosphäre, ein ganz eigenes Tempo und die Freude an – manchmal an den Haaren herbeigezogenen – Plot Twists. Somit ist DER HAUCH DES BÖSEN Fans einer Art von Paranoia-Thrillern zu empfehlen, auf die man sich mit Haut und Haaren einlassen sollte, will man ein positives Glotzerlebnis feiern. Action, comichafte Blutfontänen oder allzu moderne Mittel des Genrefilmemachens sucht man hier nämlich vergebens.
 
 
 


 
 
 

DER HAUCH DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Fürs Pantoffelkino gefertigter Paranoia- und Psychothriller, der auch im Register der Hammer Studios nicht fehl am Platze wäre. Angenehm gruselig und auf eine charmante Art altmodisch, die man sehr mögen kann, aber nicht muss.
 
 
 


 
 
 

DER HAUCH DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Der Psychothriller ist für heutige Verhältnisse ziemlich harmlos und hat es deshalb auch auf DVD ungeschnitten in den Handel geschafft. Die deutsche Fassung ist frei ab 16 Jahren.
 
 


 
 
 

DER HAUCH DES BÖSEN – Deutsche DVD

 
 
 
der-Hauch-des-Boesen-1971-dvd

(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Taste of Evil; USA 1971

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 (Mono), Englisch Dolby Digital 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 71 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 18.09.2014

 

Der Hauch des Bösen (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haus des Grauens (1963)
 
Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962)
 
Wiegenlied für eine Leiche (1964)
 
Wer hat Tante Ruth angezündet (1971)
 


Filmkritik: “A Good Marriage” (2014)

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A GOOD MARRIAGE

Story

 
 
 
Die glückliche Ehe zwischen Darcy und Bob Anderson geht in die Brüche, als die Gattin in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht und vom Doppelleben ihres Mannes erfährt, das er 25 Jahre geheim halten konnte …

 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Kritik

 
 
 
Mittlerweile ist die Umsetzung von Kings Kurzgeschichten für Filmemacher weitaus interessanter und vor allem lukrativer geworden, als Filmadaptionen ganzer Romane, die meist nur selten die Qualität der Buchvorlage erreichen und aufwändiger zu verfilmen sind. Lässt man einmal das missglückte CARRIE-Remake (2014) außen vor, ist es nun schon fast ein Jahrzehnt her, seit der letzte King-Beststeller erfolgreich verfilmt werden und sich im Kino zum Kassenschlager mausern konnte. Statt King’schen Roman-Horror wird bevorzugt der Kurzgeschichten-Schrecken des Autors fürs Kino oder TV aufbereitet, was den beliebten Schriftsteller dazu veranlasst hat die Verfilmung seiner Kurzgeschichten voranzutreiben. Nachdem wir bereits vor einiger Zeit von der Kinoaufbereitung des Kurzwerks GRAMMA (Titel des fertigen Films: MERCY) berichteten, geht der King-Horror mit A GOOD MARRIAGE in die nächste Runde – eine knappe Erzählung, die in der Novellensammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL veröffentlicht wurde. King zeichnete für das Drehbuch zur Filmumsetzung verantwortlich, das er selbst geschrieben hat, um anschließend Filmemacher finden zu können, die sich der Kinoadaption annehmen wollten. Lang suchen musste er nicht, denn PETER ASKIN und WILL BATTERSBY rissen sich den Stoff unter den Nagel und machten daraus typischen King-Horror, dem mal wieder das gewisse Fünkchen Originalität fehlt.
 
Die filmische Interpretation von A GOOD MARRIAGE hält sich ziemlich genau an Kings Vorlage und berichtet von “Geheimnissen”, die vermutlich jede gut funktionierende Ehe vor den neugierigen Nachbarn versteckt hält. Im Film sind es Darcy (JOAN ALLEN) und Bob Anderson (ANTHONY LAPAGLIA), die seit 25 Jahren zusammen ein glückliches Leben leben, einander lieben und vertrauen. Zumindest glaubt man einander zu kennen, bis Gattin Darcy in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht, die die Ehe vor ungeahnte Schwierigkeiten stellt. Ehemann Bob entpuppt sich als gesuchter Frauenmörder, der seine Leidenschaft bisher gut zu vertuschen verstand. Für beide eine verzwickte Situation, die alles auf den Kopf stellt, woran das Paar geglaubt und für selbstverständlich erachtet hat. Laut eigenen Aussagen hat sich Stephen King für seine Novelle von den Kriminalfällen des BTK KILLERS inspirieren lassen – einem Serienmörder namens DENNIS RADER, der im US-Bundesstaat Kansas hauste und für die Morde an mehreren Frauen verantwortlich gemacht wird. Viele Einzelheiten über den ursprünglichen Fall und dem unmenschlichen Vorgehen des tatsächlich lebenden Frauenmörders haben es jedoch nicht in dem Film geschafft – reißerische Fakten, die der geradlinigen Geschichte vermutlich weitaus förderlicher gewesen wäre. Stattdessen wühlt King mal wieder im Privatleben amerikanischer Bürger und deckt auf, was heutzutage irgendwie niemanden mehr vom Hocker reißen will.
 
King scheint wie die meisten Alt-Regisseure so langsam in die Jahre zu kommen, denn wie auch schon bei ARGENTO, DANTE und Konsorten festgestellt, gehören die kreativsten Jahren bekannter Horror-Berühmtheiten längst zur Vergangenheit. A GOOD MARRIAGE ist unspektakulär; der Aufbau der überschaubaren Handlung derart langsam, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, wenn sie diesem behäbigen Rosenkrieg wach folgen wollen. Wie auch schon bei anderen Filmen, die auf den Kurzgeschichten des Autors beruhen, gehört auch A GOOD MARRIAGE zu jenen Werken, die einfach nicht dafür gemacht wurden, als Spielfilm über Kinoleinwände zu flimmern. King hat sein Drehbuch um unnötige Längen bereichert, damit der Streifen auf seine Laufzeit kommen kann. Das macht sich beim Spannungspegel bemerkbar, der nahezu nicht vorhanden ist, zumal der Film kaum nennenswerte Überraschungen parat hält. King-Fans dürften sich daran jedoch mittlerweile gewöhnt haben, denn A GOOD MARRIAGE ist nicht die erste Kurzgeschichten-Adaption des weltbekannten Schriftstellers, deren Stoff man unnötig auf Spielfilm-Niveau aufgeblasen hat, um daraus ein abendfüllendes Gesamtwerk machen zu können. Auch Geschichten zu Leinwandadaptionen wie ZIMMER 1408, MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER und KINDER DES ZORNS boten wenig Text, wurden aber immerhin um genug Neuerungen bereichert, die nicht in der Originalvorlage zu finden waren, damit aus 90 Minuten Film keine gefühlte Ewigkeit wird. Das hat sich zumindest bei früheren King-Adaptionen bezahlt gemacht, wie die erfolgreiche KINDER DES ZORNS-Reihe beweist. Die hat es bereits auf neun Verfilmungen gebracht und ist aus der Horrorlandschaft nicht mehr wegzudenken. Leider gehört A GOOD MARRIAGE zu den vermutlich schlechtesten Umsetzungen bekannter King-Stoffe und zeigt mehr als deutlich, dass nicht alles gesehen werden muss, wo auch “Stephen King” draufsteht. Dass King auch noch das Drehbuch zum Ehe-Thriller gekritzelt hat, stößt bitter auf. Denn angesichts einer so misslungenen Filmumsetzung stellt sich die Frage, ob man sich darüber Gedanken machen muss, was da in Zukunft von King zu Papier gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Albtraumhafter Gruselnachschub für alle Stephen-King-Fans. Die dürften sich jedoch nach Sichtung von A GOOD MARRIAGE wehmütig an die früheren Jahre des erfolgreichen Horror-Schriftstellers zurückerinnern, wo King noch genug gruselige Ideen hatte, um Freunde gepflegter Horrorunterhaltung das Fürchten lehren zu können. Auch wenn schon lange nicht mehr keine ganzen Romane des Autors für die Leinwand aufbereitet wurden, finden sich immer noch genug interessierte Regisseure, die sich zumindest an Kings Kurzgeschichten ausprobieren wollen. Die Kinoadaption zur Novelle A GOOD MARRIAGE entpuppt sich da jedoch als waschechter Rohrkrepierer und das, obwohl King das Drehbuch zur Filmumsetzung eigenhändig verfasst hat. Für Liebhaber seiner Schriften und Filme ein Schlag ins Gesicht, denn irgendwie mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als käme King langsam in die Jahre. A GOOD MARRIAGE ist in Anbetracht des knappen Umfangs der Kurzgeschichte einfach viel zu lang geraten und quält mit einem derart langsamen Erzählfluss, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, um der überraschungsarmen Handlung folgen zu können. Der Film selbst protokolliert in nicht sonderlich bedrohlichen Bildern die Abwärtsspirale einer glücklichen Ehe und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise gähnender Langeweile. Da kann man nur hoffen, dass King demnächst mal wieder Horrorfilme schaut und aktuelle Horror-Trends wittert, denn mit Geschichten wie A GOOD MARRIAGE bereitet man heutzutage Gruselfans keine Freude mehr. Wir meinen: A GOOD MARRIAGE ist keine Geschichte, die hätte unbedingt verfilmt werden müssen. Demzufolge kann man sich die Sichtung getrost sparen.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Zensur

 
 
 
Wie die meisten Stephen-King-Verfilmungen hält sich auch A GOOD MARRIAGE kaum mit der Zurschaustellung harter Horrorszenen auf. Im Film selbst gibt es bis auf einen Stoß von der Treppenbrüstung nichts Grausames zu sehen, was dem Streifen in Deutschland dennoch eine FSK16 beschert hat. Grund hierfür ist die Ausübung von Selbstjustiz. Bereits bei Filmen wie I SPIT ON YOU GRAVE 2 oder SAVAGED verstand die FSK bisher keinen Spaß mit der Ausübung von Lynchjustiz.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Good Marriage; USA 2014

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Entfallene und verpatzte Szenen

Release-Termin: 09.04.2015

 

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A GOOD MARRIAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Der Feind in meinem Bett (1991)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather – Remake (2009)
 


Filmkritik: “Come Back to Me” (2014)

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COME BACK TO ME

Story

 
 
 
Als der neue Nachbar Dale (Nathan Keyes) das Haus gegenüber bezieht, wird das Beziehungsleben von Sarah (Katie Walder) und Josh (Matt Passmore) auf eine harte Probe gestellt. Erst passieren seltsame Dinge im Haus des Paares und Sarah leidet unter schrecklichen Albträumen in denen sie sieht, wie Nachbar Dale schlimme Dinge mit ihr anstellt. Irgendwas scheint mit dem freundlichen Supermarktkassierer von Nebenan nicht zu stimmen, was die verängstigte Sarah dazu veranlasst, mehr über den ominösen Fremden in Erfahrung zu bringen …

 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Kritik

 
 
 
Die amerikanische Filmindustrie verblüfft immer wieder aufs Neue. Dort scheint man Lose zu ziehen um darüber entscheiden zu können, welche Produktionen eine Kinoauswertung erhalten und welche Filme ohne Umwege auf den Heimvideomarkt veröffentlicht werden sollen. Meist bleibt jedoch den guten Streifen der Leinwandauftritt verwehrt; die sauren Gurken kommen ins Multiplex – kein Wunder warum sich Filmfans mittlerweile den Kinogang sparen und lieber in illegalen Tauschbörsen Horrorfilme saugen. COME BACK TO ME ist so ein Fall bei dem nicht einleuchten mag, warum ein solcher Streifen in amerikanischen Kinos gebracht wurde, schließlich erinnert dieser Thriller eher an günstig gedrehte TV-Ware, wo er vermutlich auch besser aufgehoben gewesen wäre, als auf großer Leinwand. Hier geht es mysteriös einher, denn so unverständlich wie der Kino-Release des Streifens gewesen sein mag, so rätselhaft sind auch die Ereignisse, die sich in COME BACK TO ME zutragen.
 
Sarah (KATIE WALDER) und Josh (MATT PASSMORE) sind eigentlich ein glückliches Paar. Wäre da nicht der seltsame Nachbar Dale (NATHAN KEYES), der im Haus gegenüber eingezogen ist und fortan das Leben der beiden Liebenden auf den Kopf stellt. Mit dessen Einzug passieren plötzlich unerklärliche Dinge im Haus des Paares, die vor allem die verängstigte Sarah zu schaffen machen. Die leidet plötzlich unter Erinnerungslücken und wird von schrecklichen Albträumen geplagt. Als sie dann auch noch schwanger wird, obwohl der Ehemann unfruchtbar ist, überschlagen sich die Ereignisse und ein schreckliches Geheimnis kommt zu Tage.
 
COME BACK TO ME ist einer dieser Filme, bei dem man bereits nach dem Lesen der Inhaltsangabe weiß, wohin der Streifen führen wird. Der bisher hauptsächlich durch Auftritte in TV-Serien bekannte PAUL LEYDEN hat sich für diesen übernatürlichen Thriller der erste Mal als Filmemacher bewiesen und gibt hier sein Kinodebüt, dessen Idee von Romanautor WRATH JAMES WHITE zu Papier gebracht wurde. Der war einst nicht nur ein erfolgreicher Kickboxer, sondern konnte sich als Schriftsteller von Horrorliteratur einen Namen machen. Sein Roman THE RESURRECTIONIST (der übrigens auch auf deutsch unter dem Titel DER TOTENERWECKER zu haben ist) ließ sich gut verkaufen, was vermutlich auch der Grund gewesen sein dürfte, warum der Bestseller verfilmt werden musste. Dem lesefaulen Horror-Liebhaber dürfte jedoch schnell die Lust am Zusehen vergehen, denn COME BACK TO ME ist nicht nur ziemlich zäh inszeniert; Macher PAUL LEYDEN hat so seine Probleme damit, die eigentlich gar nicht mal so dumme Kernidee des Romans halbwegs fesselnd umzusetzen. Dem übernatürlichen Psychotrip mangelt es an Schrecken und Suspense, was neben dem halbherzigen Drehbuch auch den eindimensionalen Charakteren zu schulden ist, deren Schicksale dem Zuschauer egal sein dürfte. Einzig eine starke KATIE WALDER, die hier die Hauptrolle mit nötiger Sensibilität verkörpert, gelingt es Sympathiepunkte zu ernten – vermutlich auch nur deshalb, weil sie ihre Rolle als leidende Sarah im Gegensatz zu ihren Schauspielkollegen wirklich ernst nimmt und glaubhaft spielt.
 
COME BACK TO ME ist ein vorhersehbarer Stalker-Thriller, dessen Filmbösewicht nicht nur hölzern und unerfahren agiert; man will zu keiner Zeit seiner Boshaftigkeit Glauben schenken. Er schleicht sich des Nachts in die Häuser seiner Opfer, um sie dort zu quälen, zu vergewaltigen und letztendlich zu töten. Im Grunde genommen nichts neues, würde nicht ein erfrischender Mystery-Anteil dem behäbigen Treiben etwas Leben einhauchen. Der traumatisierte und mordgeile Nachbar Dale besitzt die Gabe Menschen von den Toten auferstehen zu lassen und hat sichtlich Spaß daran, unwissende Frauen zu töten, um ihnen anschließend wieder Leben einhauchen zu können. So muss auch die hübsche Sarah erst mehrmals über die Klinge springen, bevor sie dem gestörten Nachbarsjungen das Handwerk legen kann. Immerhin entschädigt eine makabre Schlusspointe für knapp anderthalb Stunden seichte Psychospielerei, die zum wohl Fiesesten gehört, was man in den letzten Jahren im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Besser wird COME BACK TO ME dadurch leider auch nicht, denn LEYDENS Unerfahrenheit im Filmemachen zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der Horrorfilm mit der wohl fiesesten Schlusspointe der letzten Jahre! Mit COME BACK TO ME hält der Zuschauer den Film eines Mannes in den Händen, der bisher nur in TV-Produktionen zu sehen war, Regie für einige Serien-Episoden übernommen hat und nun die Möglichkeit bekam seinen ersten Langfilm in die amerikanischen Kino zu bringen. Leider ist COME BACK TO ME dort vollkommen Fehl am Platz gewesen, denn PAUL LEYDEN Kinodebüt entpuppt sich als kostengünstiger Billig-Thriller, den man hätte ohne Umwege auch gleich im TV zeigen können. PAUL LEYDEN ist noch unerfahren im Filmemachen und das merkt man auch. Dem Regisseur fehlt das Wissen, wie man Psycho-Thriller möglichst so umsetzt, dass dem Zuschauer der Angstschweiß von der Stirn perlt. Von Suspense oder gar richtigem Thrill ist in seinem Erstling kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen flimmert ein seichter Mystery-Thriller über die Leinwand, der kaum Potenzial aus seiner eigentlich erfrischenden Grundidee schöpft. Wir meinen: vermasselter Schlammassel!
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Zensur

 
 
 
Nach einer ziemlich blutigen Einführungssequenz, in der mit reichlich Kunstblut Böden und Wände verschönert werden, geht es in Sachen Gewalt eher TV-typisch weiter. Viel Mord- und Totschlag gibt es nicht zu sehen, wobei einige Einschüsse und eine Vergewaltigung für eine ungeschnittene FSK16-Freigabe sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Invasion (2012)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Stalker (2011)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
Swimfan (2002)
 
Obsessed (2009)
 
The Roommate (2011)
 
Captivity (2007)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)
 
Eine verhängnisvolle Affäre (1987)
 


Filmkritik: “The Last Showing” (2014)

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THE LAST SHOWING

Story

 
 
 
Um beim dritten Date punkten zu können, lädt Martin (Finn Jones) seine Allie (Emily Berrington) zu einer Mitternachtsvorstellung ins Kino ein. Leider ist das Multiplex menschenleer, so dass der psychopathische Filmvorführer Stuart Lloyd (Robert Englund) die Gunst der Stunde nutzt, um einen eigenen Horrorfilm zu drehen, in dem sich die beiden frisch Verliebten den Filmregeln des selbsternannten Regie-Maestros unterwerfen sollen …
 
 
 


 
 
 

THE LAST SHOWING – Kritik

 
 
 
Eine Kult-Ikone des modernen Horrorfilms meldet sich zurück – ausnahmsweise mal nicht mit Horror von der Stange. Genau dreißig Jahre ist es her, dass ROBERT ENGLUND durch die Rolle der Kindermörders FREDDY KRUEGER praktisch über Nacht zur Legende wurde. Sechs Fortsetzungen zog die ELM STREET-Reihe nach sich, bevor ENGLUND vom Studio die Kündigung bekam und die NIGHTMARE-Serie durch ein Remake und mit neuem Freddy-Darsteller gegen die Wand gefahren wurde. Viel Zeit ist seit ENGLUNDS letztem Meuchelfeldzug als Traumdämon vergangen und der Schauspieler hat nach den Freddy-Erfolgen das getan, was wohl jeder ehemalige Kinostar der 80er mittlerweile tut, um sein Lohn und Brot verdienen zu können. Wie vor NIGHTMARE ON ELM STREET tingelt er durch teils trashige Videoproduktionen, von denen immerhin die Kurzgeschichtensammlung SANITARIUM (2013) zu den besseren Vertretern in seiner mittlerweile sehr umfangreichen Film-Vita gehört. Der Zahn der Zeit hat auch an ENGLUND genagt. Aus dem sprücheklopfenden Traum-Killer ist ein greiser Mann geworden, der es aber scheinbar noch einmal wissen wollte. Er geht zu den Anfängen seiner Karriere zurück, wechselt noch einmal die Fronten und schlüpft für THE LAST SHOWING erneut in die Rolle eines Bösewichts um zu zeigen, dass er das Morden und Fiessein nicht verlernt hat.
 
Interessanterweise ist er seiner menschlichen Gebrechlichkeit bewusst und macht sie sich in seinem neuen Horrorfilm zu Eigen. Als Psycho-Opa Stuart terrorisiert er in THE LAST SHOWING ein frisch verliebtes Pärchen während einer Leinwandvorstellung des Klassikers THE HILLS HAVE EYES 2. Die wollten eigentlich nur ein bisschen knutschen und fummeln, bis sie selbst zu unfreiwilligen Statisten in einem selbstgedrehten Horrorfilms werden und ums Überleben bangen müssen. Als betagter Technik-und Filmnerd gewinnt ENGLUND hier recht schnell das Vertrauen seiner naiven Hauptdarstellerin und hetzt sie mit sicherem Gespür für Taktik und Manipulation gegen ihren Liebsten auf. Der versucht seine Unschuld mit allen Mitteln zu beteuern, hat aber nicht mit der Cleverness seines Widersachers gerechnet, der scheinbar schon einige Krimis studiert hat, um sein Opfer subtil in den Tod treiben zu können.
 
Zurück zu den Anfängen: Erfahrene Horror-Fans wittern die Fährte und verstehen einige der im Film platzierten Zitate. So steckt hinter dem in der Mitternachtsvorstellung gezeigten Mutantenspektakel (Er)Schreckmeister WES CRAVEN – jener Regisseur, der mit der NIGHTMARE ON ELM STREET-Reihe nicht nur Filmgeschichte schrieb, sondern ENGLUND in der Rolle des Horror-Monsters “Freddy Krueger” zu Weltruhm verholfen hat. Letzterer läuft in THE LAST SHOWING noch einmal zu Hochform auf und stellt seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Ähnlich wie der verstorbene ROBERT WILLIAMS im Thriller ONE HOUR FOTO verkörpert ENGLUND hier einen filmbewanderten Einzelgänger älteren Semesters hinter dessen vertrauenerweckender Fassade das unbeschreiblich Böse lauert. Rasch wird das Szenario zum Puppenspiel in dem ENGLUND die Strippen hält und seine Marionetten gegeneinander aufhetzt. Trotz gerissener Skrupellosigkeit bleibt Stuart aber immer noch Mensch. Regisseur PHIL HAWKINS räumt seiner Psychopathenfigur Sympathien ein. Nicht selten gelingt es dem Zuschauer so, einen kurzen Einblick in die Psyche einer fragilen und unsicheren Persönlichkeit zu werfen, die schnell an ihre Grenzen kommt, sobald sie unter Druck gerät. Auch wenn die genaueren Hintergründe für Stuarts Handel horrorfilmtypisch rasch unter den Teppich gekehrt werden und die Geschichte von THE LAST SHOWING um allerhand Zufälle bereichert wurde; ENGLUND scheint die Rolle des greisen Psychopathen wie auf den Leib geschneidert zu sein, obwohl er bisher noch nie in Charakterrollen glänzen konnte.
 
Eigentlich ist THE LAST SHOWING nichts Großes. Regisseur PHIL HAWKINS profitiert jedoch von der immer noch enormen Beliebtheit seines bekannten Hauptdarstellers. Der plappert wie zu besten NIGHMARE-Zeiten makabre Floskeln in die Kamera und hat den Zuschauer schnell auf seiner Seite, wenngleich seine Sprüche nur selten die grandios zynische Art erreichen, die einst Pizza-Face Freddy Krueger ausgezeichnet haben. THE LAST SHOWING ist Indie-Horror, so wie er sein sollte: Knackig, fesselnd und unterhaltsam. Ohne großartige Umwege kommt die kleine Geschichte recht zügig zum Punkt und hat trotz bekanntem Psycho-Allerlei immerhin noch einige recht frische Wendungen in petto, damit der Zuschauer bei Laune gehalten werden kann. Statt übertriebenem Blutreigen orientiert sich Macher PHIL HAWKINS vermehrt am klassischen Suspense-Cinema und zieht lieber die Spannungsschraube an, statt das Treiben im Blut zu ersäufen. Die kurzweilige Kombination aus lobenswerter Kameraarbeit, spannungsreichem Drehbuch und witzigen Zitaten heben THE LAST SHOWING über dem Indie-Durchschnitt. Somit darf diese Sondervorstellung gern besucht werden, schließlich erleben ENGLUND-Fans hier den besten ENGLUND seit Jahren
 
 
 


 
 
 

THE LAST SHOWING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Horror-Thriller, so wie er sein sollte: Temporeich, fesselnd und unterhaltsam. Freddy Krueger-Darsteller ROBER ENGLUND bleibt seinem Schlitzer-Hobby treu, lässt aber das Schlafwandeln sein. In THE LAST SHOWING wandelt er auf den Pfaden eines ROBIN WILLIAMS, der vor einigen Jahren mit ONE HOUR FOTO einen ähnlichen Film gemacht hat. Abermals bekommt der Zuschauer einen Killer vor die Linse, der hinter der Fassade eines scheinbar fragilen Greises ausschließlich Böses im Schilde führt und Leichen im Keller stapelt. Regisseur PHIL HAWKINS hat die Regeln für ultimativen Thrill verstanden. Sein THE LAST SHOWING entpuppt sich als erstklassiger Suspense-Thriller mit überraschungsreichen Wendungen, der für Indie-Verhältnisse auch noch bemerkenswert gut in Szene gesetzt wurde. Kult-Ikone ROBERT ENGLUND überzeugt mit gutem Schauspiel, das zum Besten gehört, was man seit Jahren vom ihm gesehen hat. Demnach können wir für THE LAST SHOWING nur empfehlen, denn gut unterhalten wird man hier auf jeden Fall.
 
 
 


 
 
 

THE LAST SHOWING – Zensur

 
 
 
THE LAST SHOWING ist ein Psycho-Thriller der sich eher züchtig in Sachen Gewalt gibt. Außer zwei gezielten Todesschüssen gibt es nichts an Brutalität zu sehen. Verwunderlich ist das keineswegs, denn THE LAST SHOWING konzentriert sich eher auf Suspense und Spannung.
 
 
 


 
 
 

THE LAST SHOWING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scorned (2013)

Mindscape (2013)

Coherence (2013)

Simon Killer (2012)

One Hour Foto (2002)


Filmkritik: “Antisocial Behavior” (2014)

Antisocial-Behavior-Kenneth-Guertin
 
 
 

ANTISOCIAL BEHAVIOR

Story

 
 
 
Joe (Jackson Kuehn) ist ein Einzelgänger und lebt in seiner eigenen Welt. Als ihn sein Kumpel Scott auf eine Party mitnimmt, lernt er dort die reizende Wendy (Mary Elizabeth Boylan) kennen, die sich in den introvertierten Eigenbrötler verliebt. Leider hat der Abend eine unerwartete Wendung zur Folge. Bei einem Trinkspiel wird Joe mit seiner Vergangenheit konfrontiert, die er eigentlich längst in seinem Unterbewusstsein vergraben hatte …
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL BEHAVIOR – Kritik

 
 
 
Schlafende Hunde soll man bekanntlich nicht wecken – zumindest wäre Joe einiges an Qual erspart geblieben, hätte er auf einer Party nicht dieses äußerst dumme Trinkspiel gespielt, bei dem er von seinen Mitspielern gefragt wurde, was denn wohl das Schrecklichste gewesen sei, was er bis dato getan habe. Prompt geschieht das, womit wohl niemand gerechnet hat: Der introvertierte Einzelgänger wird von quälenden Visionen heimgesucht, erleidet einen Blackout und rastet vollkommen aus. ANTISOCIAL BEHAVIOR nennt sich das Psychogramm eines verwirrten, jungen Mannes, der ganz unvorbereitet mit unterdrückten Kindheitserinnerungen konfrontiert wird, die jahrelang im Unterbewusstsein schlummerten. Der bis dato noch unauffällige KENNETH GUERTIN hat hier einen schwer verdaulichen Streifen gemacht, den man nicht mal so nebenbei sieht. Anders als der günstig gewerkelte Filmtrailer vermuten lässt, handelt es sich bei ANTISOCIAL BEHAVIOR nicht um banal gestrickte Horrorware von der Stange. Regisseur KENNETH GUERTIN will sich von üblichen Serienkiller-Streifen abheben und beschäftigt sich nicht mit dem dümmlichen Abmetzeln stereotyper Holzköpfe. Stattdessen ergründet er Indikatoren, die dazu führen, dass der Filmheld letztendlich Rot sehen wird. Wieder mal ist es ein Trauma, dass den Filmheld zu Kindstagen hat fürchterliche Qualen erleben lassen. Der wird dazu genötigt die Vergewaltigung an der Mutter und den Mord an der Familie beizuwohnen. Im Schockzustand richtet er eine Waffe auf den Täter und feuert ab. In den meisten Horrorfilmen muss ein solches Ereignis als Alibifunktion ausreichen, damit das traumatisierte Opfer später zur kaltschnäuzigen Killermaschine mutieren darf. GUERTIN ist das nicht wichtig. Er geht einen anderen, gründlicheren Weg und folgt seiner Filmfigur bei ihrer sich selbst zerstörenden Entwicklung, die von surrealen Visionen zermürbt bald nicht mehr unterscheiden kann, was allein der kranken Psyche entspringt oder tatsächlich passiert. Ebenso ergeht es dem Zuschauer. Der begleitet eine bemitleidenswerte Kreatur auf der Suche nach ihrer selbst. Getrieben von grotesken Halluzinationen verschwimmen am Ende die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, so dass es unausweichlich ist, dass sich das hasserfüllte Opfer zum Täter verwandelt, um dem angestauten Zorn freien Lauf lassen zu können. Dass die jahrelang im Unterbewusstsein manifestierte Wut ausgerechnet jene Person zu spüren bekommt, die dem Helden trotz Eigenheiten stets zur Seite stand, wirkt aufgrund der verdrängten Vorgeschichte der zerrütteten Filmfigur, wie ein Schlag ins Gesicht.
 
GUERTIN ist raffiniert. Just in jenem Moment, bei dem die gründlich analysierte Geschichte ihren Höhepunkt erreicht und Joe eine Metamorphose zum unfreiwilligen Killer durchlebt, flimmert der Abspann über den Bildschirm. Das offene Ende liefert zwar nur vage Antworten, hinterlässt aber genügend Raum für mögliche Interpretationen. ANTISOCIAL BEHAVIOR wurde auf 35mm gedreht und besitzt mit all den verschiedenen Farbfiltern, Schnitttechniken und Kameraspielereien ohne Zweifel Experimentalfilm-Charakter. Zwar war wie bei Indie-Werken üblich, mal wieder kaum Geld in der Kasse; aufgrund der beschränkt finanziellen Möglichkeiten ist das, was GUERTIN daraus gemacht hat über jeden Zweifel erhaben. Einen großen Teil des Lobs ist jedoch Schauspieler JACKSON KUEHN zu verdanken, der den Antihelden derart glaubhaft und ambitioniert verkörpert, dass man ihn für seine hervorragende Leistung nur beglückwünschen kann. Schnell fühlt sich der Zuschauer mit Joe und seiner einsamen Welt verbunden, aus der er offensichtlich keinen Ausweg mehr findet. Für Indie-Verhältnisse leidet man erstaunlich oft mit – den talentierten Darstellern und dem gut durchdachten Drehbuch sei Dank.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL BEHAVIOR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandios finsterer Thriller und ein Paradebeispiel in Sachen psychologischer Horror. ANTISOCIAL BEHAVIOR zeigt erneut eindrucksvoll, dass unabhängige Filmkonzepte weit weg vom konventionellen Hollywood die besseren sind. Regisseur KENNETH GUERTIN lässt für sein neustes Schaffen ein Sammelsurium surrealer Bilder auf den Zuschauer los und vermischt Traumabewältigungs-Thematik mit reichlich skurril-phantastischen Filmelementen. Hierbei bedient er sich sogar dem Körper-Horror (Antiheld Joe erbricht im Film lebende Tumore) für den vermutlich selbst Altmeister und Body-Horror-Mitbegründer DAVID CRONENBERG (DIE FLIEGE) nur lobende Worte finden dürfte. Dennoch sollte man eine beflügelte Interpretationsgabe besitzen, denn GUERTIN verzichtet auf Antworten, die er dem Zuschauer auf dem Silbertablett serviert. Trotz magerer Antworten ist ANTISOCIAL BEHAVOIR ein interessanter und durchaus sehenswerter Thriller, der sich mit der Serienkiller-Problematik auf gänzlich unkonventionelle Weise beschäftigt. Statt dünnwandiges Slasher-Gemetzel zu zelebrieren betrachtet GUERTIN stattdessen psychologische Mechanismen, welche aus Menschen Mörder machen. Dank gutem Drehbuch und einem hervorragenden Hauptdarsteller bleibt die kontroverse Thematik bis zum bitteren Ende interessant. Daher: Ein empfehlenswerter Film, den man trotz gewöhnungsbedürftigem Indie-Look gesehen haben sollte.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL BEHAVIOR – Zensur

 
 
 
ANTISOCIAL BEHAVIOR ist eher psychologischer Horror, der ruhig und eindringlich geschildert wird. Bis auf einen herben Kopfschuss gibt es kaum Gewalt zu sehen. Wir rechnen mit FSK16 in Deutschland.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL BEHAVIOR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hemorrhage (2012)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Found (2012)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 


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