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Filmkritik: „Dementia“ (2015)

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DEMENTIA

Story

 
 
 

Ein dementer Kriegsveteran erlebt nach einem Schlaganfall das pure Grauen in den eigenen vier Wänden.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig Horrorfilme schaut, dürfte mittlerweile verstanden haben, dass kein Mord ungesühnt bleibt. So bekommen die meisten Bösewichte am Ende das, was sie verdient haben und müssen nicht selten mit blutiger Rache rechnen – dem Zuschauer zuliebe. Der wird in vielen Fällen mit Schauerwerten verwöhnt, die nicht ohne sind, verkaufen sich Horrorfilme schließlich besonders gut, wenn sie deftige Bestrafungsmethoden zeigen. Rein gar nichts für Gorebauern ist der folgende DEMENTIA. Der schlägt – trotz Vergeltungsakt – in erster Linie leise Töne an und versucht Nervenkitzel durch Psychospiele zu verursachen. In diesem Indie-Thriller wird einmal mehr aufgezeigt, dass auch gutbürgerliche Nachbarn manch schreckliches Geheimnis hüten, das Jahrzehnte im Verborgenen geschlummert hat und irgendwann ans Tageslicht kommt.
 
 
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THE SACRAMENT-Prediger GENE JONES hat an „bösen“ Rolle Gefallen gefunden und verkörpert erneut einen Schurken, der diesmal etwas zu verbergen hat. Als wenig sympathischer Eigenbrödler George Lockhart kommt er nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus und leidet fortan an einer speziellen Form der Demenz, weil das Gehirn kurzzeitig nicht mit Sauerstoff versorgt werden konnte. Der entfremdete Sohn Jerry (PETER CILELLA aus CONTRACTED: PHASE 2) und Enkelin Shelby (HASSIE HARRISON) nehmen es gelassen, bringen den Vietnamveteran nach Hause und staunen nicht schlecht, als am nächsten Tage eine Krankenschwester unangemeldet nach dem Patienten sehen möchte. Die kommt gelegen, denn der Sohnemann hat Arbeit im Kopf. Pflegerin Michelle (KRISTINA KLEBE aus BELA KISS: PROLOGUE) soll sich um den gebrochenen Kriegsveteran kümmern, der trotz harter Schale von Kriegserlebnissen gezeichnet ist. Leider passieren bald seltsame Dinge, was die Angehörigen auf des geistigen Zerfall des Familienmitglieds zurückführen. Doch die Ursache ist eine andere. Schwester Michelle ist zwar mitfühlend und zuvorkommend, versteckt aber hinter der Fassade des hilfsbereiten Engels ein furchtbares Geheimnis.
 
 
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Vom Kameramann zum Regisseur. Für DEMENTIA zeichnet MIKE TESTIN verantwortlich. Der stand in der Vergangenheit für Horrorstreifen, wie CONTRACTED oder CHILLING VISIONS als erfahrener Profi hinter der Kamera und nahm nach diversen Kurzfilmen für den ersten Langfilm auf dem Regiestuhl platz. Solide Leistung liefert er mit dem ersten, eigenen Spielfilm ab, der Dank der herausragenden Leistung von GENE JONES weit besser geworden ist, als man es vom etwas sehr überraschungsarmen Drehbuch erwartet hätte. Jones spielt hier einen unnahbaren Rentner, der für niemanden und nichts Mitgefühl entwickeln möchte. Trotzdem schafft der erfahrene Schauspieler das Kunststück, dass Mitleid für einen Mann entsteht, der in der Vergangenheit Grausames getan hat, aber nie bestraft wurde. Der Antiheld fühlt sich bald selbst als Opfer und muss sich für ein Verbrechen verantworten, das viele Jahre zurückliegt. So wird KRISTINA KLEBE im Film zu ISABELLE FUHRMAN (das Kind aus ORPHAN), die anfangs noch freundlich bald wahre Intensionen zeigt. Sie hat jahrelang Rache geplant und nutzt nun das Handicap ihres Gegenübers aus, um Kontrolle und Macht zu demonstrieren. Leider verblasst die Schauspielerin hinter der Leistung ihres Kollegen, denn trotz bitterbösem Katz-und-Maus-Spiel will man ihr die Rolle des psychopathischen Racheengels nicht so recht abnehmen. Aber auch die Handlung lässt Glaubwürdigkeit vermissen. Spätestens ab Filmmitte führt das Drehbuch ins Absurde. Hinzukommt, dass Ereignisse vorhersehbar sind und nach Schema F abgehandelt werden, so dass DEMENTIA dann doch etwas zu sehr ins klischeebehaftete Genrekino abdriftet. Förderlich für die Spannung ist das nicht gerade.
 
 
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Wenn der Pfleger zum Killer wird. Regisseur MIKE TESTIN spielt verkehrte Welt, denn in DEMENTIA werden Rollen vertauscht. Aus Tätern werden Opfer und umgedreht. So wird ein gewissenloser Kriegsveteran zum Gefangenen im eigenen Haus und muss mit körperlichen Gebrechen ums Überleben kämpfen. Ähnlich gestricktes Psychokino gab es übrigens schon vor 30 Jahren. Der spanische IM GLASKÄFIG fasst ähnliches Thema auf und erzählt von einem gelähmten, pädophilen Nazi, der von einem ehemaligen Opfer gefoltert wird. Was aber seinerzeit Kontroverse verursacht hat, weil Tabus gebrochen wurden, flimmert in DEMENTIA weitaus unspektakulärer und nicht gerade einfallsreich über die Leinwand. Gezeigtes ist simpel gestrickt, einfacher zu verdauen und orientiert sich in der Machart am Psycho-Mainstream, wie er bereits mit STEPHFATHER (das Remake!), CRUSH oder THE ROOMMATE dem Zuschauer vorgesetzt wurde. Dennoch ist DEMTIA deswegen nicht unbedingt schlecht. Das Grauen wird hier langsam aufgebaut, so dass sich der Horror schleichend seinen Weg durch eine Handlung bahnen kann, die mit halsbrecherischem Finale abgerundet werden muss. Über Letzteres lässt sich streiten. Schraubt man Erwartungen herunter, sorgt DEMETIA gerade wegen seiner eher zurückhaltenden Inszenierung und den guten Schauspielern zumindest ab und an für etwas Suspense. Für einen verregneten Nachmittag reicht’s.
 
 
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DEMENTIA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Als Familiendrama getarnter Psychothriller. DEMENTIA ist nicht gerade das, was man sich unter packend umgesetztem Psycho-Horror vorstellt. Der Film handelt von vermeintlich vertrauenswürdigen Menschen, die sich in das Leben gutbürgerlicher Familien einschleichen, um dort für Chaos zu stiften. Was in DEMENTIA passieren wird, ist schnell ergründet und nicht gerade neu. Geübte Horrorzuschauer werden schnell die Fährte wittern, denn die im Titel erwähnte Demenz fungiert nur als Alibifunktion, damit ein perfides Katz-und-Maus-Spiel gespielt werden kann. Was den einfach gestrickten Plot jedoch halbwegs interessant macht, sind die guten Darsteller, die vergessen lassen, dass DEMENTIA eigentlich ein Thriller von der Stange ist. Der hat vor allem mit einigen Logikproblemen und Unglaubwürdigkeiten zu kämpfen. Dennoch: Solide Unterhaltung für Zwischendurch. Mehr aber auch nicht.
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es kaum zu sehen. Neben einer toten Katze wird ein älterer Mann erschossen. Zudem kommt im Finale noch einmal die Flinte ins Spiel. Außerdem wird der Hauptdarsteller von verstörenden Kriegserinnerungen gequält in denen der Kamerad blutig durchs Bild taumelt. Sollte DEMENTIA in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte der Film problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Harvest (2013)

Orphan – Das Waisenkind (2009)

Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)


Filmkritik: „Come Back to Me“ (2014)

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COME BACK TO ME

Story

 
 
 
Als der neue Nachbar Dale (Nathan Keyes) das Haus gegenüber bezieht, wird das Beziehungsleben von Sarah (Katie Walder) und Josh (Matt Passmore) auf eine harte Probe gestellt. Erst passieren seltsame Dinge im Haus des Paares und Sarah leidet unter schrecklichen Albträumen in denen sie sieht, wie Nachbar Dale schlimme Dinge mit ihr anstellt. Irgendwas scheint mit dem freundlichen Supermarktkassierer von Nebenan nicht zu stimmen, was die verängstigte Sarah dazu veranlasst, mehr über den ominösen Fremden in Erfahrung zu bringen …

 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Kritik

 
 
 
Die amerikanische Filmindustrie verblüfft immer wieder aufs Neue. Dort scheint man Lose zu ziehen um darüber entscheiden zu können, welche Produktionen eine Kinoauswertung erhalten und welche Filme ohne Umwege auf den Heimvideomarkt veröffentlicht werden sollen. Meist bleibt jedoch den guten Streifen der Leinwandauftritt verwehrt; die sauren Gurken kommen ins Multiplex – kein Wunder warum sich Filmfans mittlerweile den Kinogang sparen und lieber in illegalen Tauschbörsen Horrorfilme saugen. COME BACK TO ME ist so ein Fall bei dem nicht einleuchten mag, warum ein solcher Streifen in amerikanischen Kinos gebracht wurde, schließlich erinnert dieser Thriller eher an günstig gedrehte TV-Ware, wo er vermutlich auch besser aufgehoben gewesen wäre, als auf großer Leinwand. Hier geht es mysteriös einher, denn so unverständlich wie der Kino-Release des Streifens gewesen sein mag, so rätselhaft sind auch die Ereignisse, die sich in COME BACK TO ME zutragen.
 
Sarah (KATIE WALDER) und Josh (MATT PASSMORE) sind eigentlich ein glückliches Paar. Wäre da nicht der seltsame Nachbar Dale (NATHAN KEYES), der im Haus gegenüber eingezogen ist und fortan das Leben der beiden Liebenden auf den Kopf stellt. Mit dessen Einzug passieren plötzlich unerklärliche Dinge im Haus des Paares, die vor allem die verängstigte Sarah zu schaffen machen. Die leidet plötzlich unter Erinnerungslücken und wird von schrecklichen Albträumen geplagt. Als sie dann auch noch schwanger wird, obwohl der Ehemann unfruchtbar ist, überschlagen sich die Ereignisse und ein schreckliches Geheimnis kommt zu Tage.
 
COME BACK TO ME ist einer dieser Filme, bei dem man bereits nach dem Lesen der Inhaltsangabe weiß, wohin der Streifen führen wird. Der bisher hauptsächlich durch Auftritte in TV-Serien bekannte PAUL LEYDEN hat sich für diesen übernatürlichen Thriller der erste Mal als Filmemacher bewiesen und gibt hier sein Kinodebüt, dessen Idee von Romanautor WRATH JAMES WHITE zu Papier gebracht wurde. Der war einst nicht nur ein erfolgreicher Kickboxer, sondern konnte sich als Schriftsteller von Horrorliteratur einen Namen machen. Sein Roman THE RESURRECTIONIST (der übrigens auch auf deutsch unter dem Titel DER TOTENERWECKER zu haben ist) ließ sich gut verkaufen, was vermutlich auch der Grund gewesen sein dürfte, warum der Bestseller verfilmt werden musste. Dem lesefaulen Horror-Liebhaber dürfte jedoch schnell die Lust am Zusehen vergehen, denn COME BACK TO ME ist nicht nur ziemlich zäh inszeniert; Macher PAUL LEYDEN hat so seine Probleme damit, die eigentlich gar nicht mal so dumme Kernidee des Romans halbwegs fesselnd umzusetzen. Dem übernatürlichen Psychotrip mangelt es an Schrecken und Suspense, was neben dem halbherzigen Drehbuch auch den eindimensionalen Charakteren zu schulden ist, deren Schicksale dem Zuschauer egal sein dürfte. Einzig eine starke KATIE WALDER, die hier die Hauptrolle mit nötiger Sensibilität verkörpert, gelingt es Sympathiepunkte zu ernten – vermutlich auch nur deshalb, weil sie ihre Rolle als leidende Sarah im Gegensatz zu ihren Schauspielkollegen wirklich ernst nimmt und glaubhaft spielt.
 
COME BACK TO ME ist ein vorhersehbarer Stalker-Thriller, dessen Filmbösewicht nicht nur hölzern und unerfahren agiert; man will zu keiner Zeit seiner Boshaftigkeit Glauben schenken. Er schleicht sich des Nachts in die Häuser seiner Opfer, um sie dort zu quälen, zu vergewaltigen und letztendlich zu töten. Im Grunde genommen nichts neues, würde nicht ein erfrischender Mystery-Anteil dem behäbigen Treiben etwas Leben einhauchen. Der traumatisierte und mordgeile Nachbar Dale besitzt die Gabe Menschen von den Toten auferstehen zu lassen und hat sichtlich Spaß daran, unwissende Frauen zu töten, um ihnen anschließend wieder Leben einhauchen zu können. So muss auch die hübsche Sarah erst mehrmals über die Klinge springen, bevor sie dem gestörten Nachbarsjungen das Handwerk legen kann. Immerhin entschädigt eine makabre Schlusspointe für knapp anderthalb Stunden seichte Psychospielerei, die zum wohl Fiesesten gehört, was man in den letzten Jahren im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Besser wird COME BACK TO ME dadurch leider auch nicht, denn LEYDENS Unerfahrenheit im Filmemachen zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der Horrorfilm mit der wohl fiesesten Schlusspointe der letzten Jahre! Mit COME BACK TO ME hält der Zuschauer den Film eines Mannes in den Händen, der bisher nur in TV-Produktionen zu sehen war, Regie für einige Serien-Episoden übernommen hat und nun die Möglichkeit bekam seinen ersten Langfilm in die amerikanischen Kino zu bringen. Leider ist COME BACK TO ME dort vollkommen Fehl am Platz gewesen, denn PAUL LEYDEN Kinodebüt entpuppt sich als kostengünstiger Billig-Thriller, den man hätte ohne Umwege auch gleich im TV zeigen können. PAUL LEYDEN ist noch unerfahren im Filmemachen und das merkt man auch. Dem Regisseur fehlt das Wissen, wie man Psycho-Thriller möglichst so umsetzt, dass dem Zuschauer der Angstschweiß von der Stirn perlt. Von Suspense oder gar richtigem Thrill ist in seinem Erstling kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen flimmert ein seichter Mystery-Thriller über die Leinwand, der kaum Potenzial aus seiner eigentlich erfrischenden Grundidee schöpft. Wir meinen: vermasselter Schlammassel!
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Zensur

 
 
 
Nach einer ziemlich blutigen Einführungssequenz, in der mit reichlich Kunstblut Böden und Wände verschönert werden, geht es in Sachen Gewalt eher TV-typisch weiter. Viel Mord- und Totschlag gibt es nicht zu sehen, wobei einige Einschüsse und eine Vergewaltigung für eine ungeschnittene FSK16-Freigabe sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Invasion (2012)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Stalker (2011)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
Swimfan (2002)
 
Obsessed (2009)
 
The Roommate (2011)
 
Captivity (2007)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)
 
Eine verhängnisvolle Affäre (1987)
 



Filmreview: „House Hunting“ (2013)

House Hunting 2013
 
 
 

HOUSE HUNTING – NUR WER TÖTET KANN ÜBERLEBEN

Story

 
 
 
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden HOUSE HUNTING vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling ERIC HURT mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass HOUSE HUNTING unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
 
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur ERIC HURT mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur ERIC HURT seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in HOUSE HUNTING jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, so dass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln. Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
 
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, so dass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in HOUSE HUNTING vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
 
Der kleine Indie-Grusler HOUSE HUNTING ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in HOUSE HUNTING zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur ERIC HURT hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von HOUSE HUNTING kommen, so dass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Zensur

 
 
 
HOUSE HUNTING hat es ungeschnitten mit FSK16 in den deutschen Handel geschafft. Die Alterseinstufung überrascht, denn wir hätten mit einer Freigabe für Erwachsene gerechnet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG Film Group

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House Hunting; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 27.02.2014

 
 
 

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(c) MOVIE POWER im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH

 
 
Der Film erschien außerdem als Teil einer kleinen DVD-Horrorsammlung, die unter dem Titel PARANORMAL BOX in den Handel gekommen ist. In dieser Sammlung sind neben HOUSE HAUNTING auch die Filme 1942 PARANORMAL WAR sowie PARANORMAL NIGHTMARE in SD-Qualität enthalten. Diese 3-Film-DVD ist günstig zu bekommen, besitzt aber auch kein Bonus.
 
 

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HOUSE HUNTING – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Axed (2012)

Barricade (2012)

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Filmreview: „Das Kind“ (2012)

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Das Kind

Story

 
 
 
Der an einem unheilbaren Hirntumor erkrankte Waisenjunge Simon Sachs (Christian Träumer) freundet sich im Krankenhaus mit Carina Freitag (Sunny Mabrey) an. Um ihm die Angst vor dem Tod zu nehmen, schenkt die Krankenschwester Simon zu seinem zehnten Geburtstag eine „Rückführung“ beim Psychologen Dr. Tiefensee (Luc Feit). Doch der Junge erlebt dabei eine negative Überraschung: Er sieht sich selbst bei der Ermordung eines Menschen. Fortan hält sich Simon für einen Serienmörder und will sich der Polizei stellen. Noch ungläubig hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes von Simons Vision geht Schwester Carina darauf ein, einen der Tatorte aufzusuchen und überredet ihren Ex-Freund, den Anwalt Robert Stern, sie und Simon zu begleiten. Der Junge führt sie in eine alte Fabrik, wo sie tatsächlich eine Leiche finden. Der ist, wie in Simons Vision, der Schädel mit einem Beil eingeschlagen wurden. Stern meldet den Vorfall der Polizei, doch die Tatsache, dass der Mord bereits fünfzehn Jahre zurückliegt, also noch vor Simons Geburt, führt dazu, dass der Verdacht bald auf den Anwalt fällt. Es beginnt ein Wettlauf zwischen dem Trio Stern, Simon und Carina auf der einen Seite, der Polizei, einem mysteriösen Erpresser, der von Stern den Namen des Mörders wissen will und dem Mörder selbst. Das unerklärliche Wissen des Jungen, dessen Alpträume ihn zu weiteren Toten führen, macht diesen Trip zunehmend unheimlicher…
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Kritik

 
 
 
Was sich vom Setting her spannend anhört, entpuppt sich auf der Leinwand bzw. auf der heimischen Mattscheibe als einigermaßen halbherziger Versuch, einen Hollywood-Blockbuster nachzuahmen. Das Problem des Films sind dabei nicht logische Stolpereien – die schlussendliche Erklärung für Simons Visionen ist zumindest plausibel – oder schlechte Schauspieler, sondern dass es ihm zu keinem Zeitpunkt gelingt, „echt“ zu wirken. „Das Kind“ ist von Deja-vus durchsetzt: „Staranwalt“ Robert Stern (Eric Roberts) gibt mit seiner grauen Fönfrisur einen Aufguss von Richard Gere (witzigerweise ist Eric der Bruder von Julia Roberts), Frederik Losensky (Reiner Schöne) lässt in seinem religiösen Eifer aber auch optisch an die Figur des Chartand aus der Verfilmung von Dan Browns „Illuminati“ denken. Und auch hinsichtlich der Sehgewohnheiten des Mainstream-Kinos bewegt man sich auf der sicheren Seite: Wenn zum Beispiel am Ende Simon stirbt, wird das Pathos mit der großen Suppenkelle verteilt, die Musik dudelt geschmacksverstärkerisch wie in einem der typischen Ami-Schinken. Die Tränendrüse drückt quasi da von selbst, dem Pawlowschen Reflex entgeht niemand. Das Kochrezept ist altbewährt und tausendfach erprobt, allein mangelt es an der eigenen kreativen Beitrag, am letzten Pfiff.
 
Entstanden ist „Das Kind“ nach dem gleichnamigen Roman von Sebastian Fitzek. Gedreht wurde 2011 in Berlin, der Heimatstadt des Autors. Die Vorlage des Thriller war ein Bestseller, da dürften die Erwartungen der Fans hoch gewesen sein. Doch der Film wirkt aufgesetzt und blutleer, die Figuren mit wenigen Ausnahmen künstlich. Dass „Das Kind“ in englischer Sprache produziert und deutsch synchronisiert wurde, erklärt diesen Effekt des „Fremdelns“ mit dem Personal zwar nicht, dürfte ihn aber ein Stück weit verstärken. Vielleicht liegt ja das Problem bei Regisseur Zsolt Bács, ein Freund Fitzeks, der uns bereits mit solch Sternstunden der Fernsehunterhaltung wie „Der Bergdoktor“, „SOKO Rhein-Main“ oder „Forsthaus Falkenau“ beglückte. Der Mann weiß sicher, mit welchen Zutaten man eine schmackhafte Suppe anrührt, nur wird er deshalb nicht zwangsläufig zum Gourmet-Koch. Handwerklich gibt es nichts zu kritisieren, doch spricht es Bände, wenn Fitzek ihn mit folgenden Worten charakterisiert: „Mit Zsolt kann man allerdings auch nicht wirklich streiten, dazu ist er viel zu nett.“ (aus dem Pressheft zum Film). Wahrscheinlich hätte ein routinierter Thriller-Handwerker wie David Fincher den Stoff adäquat umgesetzt, doch Fitzek hat sich auf seinen Kumpel verlassen. Danach befragt, wieso er die Verfilmung angeht, obwohl viele der Meinung seien, dass ein „deutscher Psychothriller nicht funktioniert“, antwortet der Autor: „Weil ich ein unerschütterlicher Optimist bin… Aber ich wollte es dann auch einfach wissen.“ Mit Optimismus allein lässt sich der internationalen Mainstream-Erfolg wohl nicht herbeireden. Ein Manko des deutschen Films – der häufig genug zu Unrecht kritisiert wird – ist wohl auch das Schielen in Richtung Amerika. Doch dort gelingt es gerade eher eigenständigen Werke zu punkten, so wie Ole Bornedal „Nachtwache“ oder „Monsieur auf Abwegen (Un éléphant ça trompe énormément)“ von Yves Robert, die ein Remake in Hollywood erfuhren. Warum die Amis einen mittelmäßigen „Sieben“-Abklatsch beklatschen sollten, bleibt ein ungelöstes Rätsel.
 
Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass es zumindest ein kleines Highlight gibt: Die positive Überraschung des Films ist Dieter Hallervorden als Stiemer. Wer Hallervorden nur als blödelnden Grimassenschneider kennt, wird überrascht sein, dass der mittlerweile 78-Jährige in „Das Kind“ glaubwürdig den verrückten Drahtzieher eines Kinderschänderringes spielt. Nicht zu vergessen Ben Becker der sich quasi selbst spielt: Er gibt den Borchert, einen zupackenden Zuhälter mit Herz und großer Schnauze. Eine Rolle, die Becker auf den Leib geschrieben scheint.
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Alles in allem ist „Das Kind“ durchschnittliche und durchschnittlich spannende Unterhaltung, nicht schlecht aber auch kein großer Wurf. Der Grusel- und Splattergrad ist eher gering. Hartgesottene Slasher-Fans werden den Film als Kinderprogramm einstufen, was auch thematisch ganz gut passt.
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Zensur

 
 
 
Die Heimkino-Fassung von „Das Kind“  ist mit einer FSK 16 vollkommen ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Das-Kind-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Das Kind; Deutschland 2012

Genre: Thriller, Horror, Mysterie, Krimi

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 119 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Trailer

 
 
 
Die Verfilmung des bekannten Bestellers wurde von den Lesern des Romans als sehr zwiespältig aufgenommen. Viele Details aus dem Buch fehlen in der Kinoumsetzung gänzlich, sodass der Film nicht annähernd der enorme Erwartungshaltung erfüllen konnte, die DAS KIND bei Fans des Buchvorlage vor dem Kinostart geschürt hatte. Das macht sich leider auch in der Blu-ray-Auswertung bemerkbar. Allzu ausufernd kommt die nicht daher. Zwar ist der Ton und das Bild durchweg auf sehr hohem Niveau, dennoch scheint es hin und wieder etwas gewöhnungsbedürftig, wenn sich die Lippen der teilweise deutschen Schauspielercrew (der Film wurde in englischer Sprache gedreht) vollkommen asynchron zur deutschen Synchronisation bewegen. Das zugegebenermaßen stimmige Menü, bietet gerade einmal ein deutsches Making of (20 min. / HD) und den Trailer zum Hauptfilm, ebenso in deutscher Sprache. Drei weitere Trailer kommender Filme aus dem Hause EUROVIDEO runden das Bonuspaket ab. Bleibt zu erwähnen, dass es noch einen BD-LIVE-Zugang gibt, bei dem ein Zugang zum Internet benötigt wird um Zusatzinformationen zum Film zu erhalten und dem Filmfreund zudem ein Wendecover spendiert wurde. Untertitel zum Film gibt es übrigens keine!
 
 

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Das Kind – Trailer

 
 

 
 
 
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Undocumented (2010)

The Ghostmaker (2011) –  Ebenfalls Beitrag des deutschen After Dark Films


Filmreview: „House at the End of the Street“ (2012)

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HOUSE AT THE END OF THE STREET

Story

 
 
 
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Kritik

 
 
 
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller HOUSE AT THE END OF THE STREET, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
 
Der aktuelle Genre-Beitrag HOUSE AT THE END OF THE STREET des Regisseurs MARK TONDERAI ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es „im Haus am Ende der Straße“ (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein „Predator“ über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.
 
Eigentlich hätte aus HOUSE AT THE END OF THE STREET wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT (1996) Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um das HOUSE AT THE END OF THE STREET gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
 
Gruseln im HOUSE AT THE END OF THE STREET: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu HOUSE AT THE END OF THE STREET verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Laaaaaaaaangweilig! HOUSE AT THE END OF THE STREET ist ein Film der sich nicht mit Ruhm bekleckert. Hat man leider alles schon bedeutend besser gesehen. Wer seichten Thrill bevorzugt kann einen Blick riskieren. Hardcore-Horrorfans werden mit diesem Weichspül-Schocker nur wenig anfangen können.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Zensur

 
 
 
HOUSE AT THE END OF THE STREET ist eher Psycho als Horrorfilm. Brutal oder blutig wird es hier nicht. Die deutsche Filmversion ist daher ungeschnitten ab FSK 16 freigegben und somit auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House at the End of the Street; USA 2012

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer bei Disc-Start: The Call – Leg nicht auf! (1:36 Min., 1080p), Olympus Has Fallen (1:58 Min., 1080p), Making of (21:55 Min., 576i), Musikvideo: Jennifer Lawrence „Fall in Love“ (1:02 Min., 1080p) Featurette: „Journey Into Terror“ (9:54 Min., 576i), „House At The End Of The Street“ (1:50 Min., 576i), Cast Featurettes: Jennifer Lawrence über: House at the End of the Street (0:40 Min., 576i), Vertrauen in den eigenen Instinkt (1:01 Min., 576i), Die Filmstory (0:48 Min., 576i), Max Thieriot über: Jennifer Lawrence (1:01 Min., 576i), Ryan Jacobson (0:51 Min., 576i), House at the End of the Street (0:40 Min., 576i), Kinotrailer (2:06 Min., 1080p), Original Trailer (2:25 Min., 1080p), BD-Live-Zugang, Trailershow mit acht Titeln (alle HD)

 
 
 
Die zum Test vorliegende Blu-ray von UNIVERSUM liegt in einer knapp einminütig längeren Filmversion vor als zuletzt im Kino, die den soliden Film leider auch nicht wirklich besser macht. Trotzdem wurde der Heimkino-Fassung zu HOUSE AT THE END OF THE STREET eine durchaus ansprechende Veröffentlichung spendiert, die eigentlich ganz passabel ausgefallen ist – was anderes hätte man von einem Release aus dem Hause UNIVERSUM auch nicht erwartet. Das Bild weiß durch ein angenehm detailliertes HD-Bild zu überzeugen; die Schärfe wird jedoch durch ein sichtbares, aber natürliches Filmkorn verschlungen, so dass viele kleine Details verborgen bleiben. Dennoch wirkt das Bild nicht gefiltert oder überschärft und ein satter Schwarzwert gefällt. Verschmutzungen oder Defekte lassen sich nicht entdecken und die als Stilmittel eingesetzten, erdigen Farben leuchten kräftig und satt. Auch auf tonaler Ebene hat es HOUSE AT THE END OF THE STREET in sich. Die Sprachwiedergabe ist gut ausbalanciert und klar; die Schocksequenzen werden druckvoll und aggressiv wiedergegeben. Filmfans mit Surround-Anlage wird das freuen, denn die hat so einiges zu tun. Auch bei den Extras lies sich UNIVERSUM FILM nicht lumpen. Hier wird dem Zuschauer einiges geboten. Neben einem rund 22-minütigen Making of (Standart-Auflösung), gesellst sich ein Musicvideo der Hauptdarstellerin (HD, ca. eine Minute, leider nur ein Werbeclip). Zwei Features zur Produktion (zusammen rund 12 Minuten, SD), diverse Interviews aller Beteiligten (rund 6 Minuten, SD) und der Kinotrailer in Deutsch und Englisch komplettieren das überschaubare Bonuspaket. Eine Trailershow mit acht weiteren Titeln des Labels und ein BD-Live-Zugang sind ebenso auf der Scheibe zu finden. Bleibt zu erwähnen, dass der Blu-ray ein Wechselcover spendiert wurde und alle Extras deutsche Untertitel besitzen.
 
 

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HOUSE AT THE END OF THE STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth/ Hellraiser80

 
 
 
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