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Filmkritik: “Hush” (2016)

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HUSH

(STILL)

Story

 
 
 

Irgendwo im Hinterland wird eine ahnungslose, taubstumme Schriftstellerin (KATE SIEGEL aus OCULUS) von einem armbrustschwingenden Psychopathen terrorisiert, der leider den Mut und die Wut seines behinderten Opfers unterschätzt hat.

 
 
 


 
 
 

HUSH – Kritik

 
 
 
Was macht selbst die austauschbarsten Horrorfilme interessant? Wenn man die Helden dieser Filme mit einem Handicap versieht, das selbst alltägliche Verrichtungen erschwert und gewöhnlichste Situationen in unüberwindbare Herausforderungen verwandelt. So geschehen in einigen der letzten Produktionen, die wir hier auf FILMCHECKER besprochen haben. Die Blindheit ihrer Protagonisten hat Filmen wie DEVIL MAY CALL oder DAS PENTHOUSE zu halbwegs passabler Genreunterhaltung gemacht, weil die Macher dieser Thriller das Spiel mit der Beeinträchtigung der Sehkraft so geschickt für den Spannungsaufbau ihrer Filme verwendet haben, dass aus eigentlich belanglosen Horrorfilmen ganz packende Samstagabend-Filme geworden ist. Auch das neue Werk von OCULUS-Macher MIKE FLANAGAN ist auf dem Papier nicht gerade das, was mancher Horror-Feingeist als Offenbarung bezeichnen würde. Bitterböses Home-Invasion-Grauen wird mal wieder geboten. In der Vergangenheit kam so was zu zweifelhaften Ruhm, wenn in vielen ähnlich gelagerten Filmen gedemütigt, gequält und schließlich gemordet wurde. Den gleichen Kurs behält auch HUSH bei, der in erster Linie durch blutiges Einerlei auffällt, aber unterm Strich doch fesselnder ist, als die Inhaltsangabe vermuten lässt.
 
 
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Die Geschichte zu HUSH ist schnell erzählt. Nach dem Spiegel-Horror OCULUS entführt Regisseur MIKE FLANAGAN Genrefans in dunkle Wälder, wo die taubstumme Schriftstellerin Maddie (KATE SIEGEL) zurückgezogen in einem adrett eingerichteten Haus lebt und ganz modern mit Smartphone und Laptop kommuniziert. Die beste Freundin kommt zu Besuch, bleibt aber nicht lange (am Leben), weil ein maskierter Killer vor dem Haus mörderische Spiele treibt. Der scheint eine Leidenschaft fürs Terrorisieren ahnungsloser Frauen zu besitzen, die fernab der Zivilisation besseres zu tun haben, als sich gegen einen unaufhaltsamen Psychopathen zur Wehr zu setzen, der dazu noch mit einer Armbrust Pfeile in unachtsame Opfer schießt. Leider hat’s Maddie als nächstes getroffen. Doch die Frau bleibt stark. Sie lässt sich auf ein blutiges Katz- und Mausspiel ein, das am Ende nur einen Sieger kennt. Mögen die Spiele beginnen.
 
 
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Eigentlich ist HUSH (der übrigens in Deutschland unter dem Titel STILL veröffentlicht wurde) nicht der Rede wert, denn grundsätzlich hat der Streifen neben hektischen Hetzjagden durch Haus und Garten nicht viel zu erzählen. Der dialogarme, ja passend fast dialoglose Horrorthriller zehrt aber vom unbändigen Überlebenswillen seiner sympathischen Hauptfigur, die es dem Bösewicht mit viel Geschickt und List nicht gerade leicht macht, sein Opfer in den Filmhimmel zu befördern. Heldin Maddie ist nämlich mit allen Wassern gewaschen und weiß sich zur Wehr zu setzen – und das nicht gerade zimperlich. So schnappt sie sich ganz nebenbei das Mordwerkzeug ihres Gegenübers und feuert schonungslos zurück. Trotz einfacher Genre-Rezeptur besitzt HUSH einen gut durchdachten Spannungsbogen. In Angesicht der eher überschaubaren Handlung ist das schon als Kunststück zu bezeichnen, denn Regisseur MIKE FLANAGAN versteht Altbekanntes so aufzuärmen, dass man das Gefühl hat etwas Neues serviert zu bekommen. Das fährt Publikumslob ein. Definitiv sogar, denn trotz der vorhersehbaren Szenenabläufe zieht einen HUSH ziemlich schnell in seinen Bann – vor allem auch, weil Flanagan weiß, was Horrorfans wollen. Das ist nun mal Gewalt und die wird im Film ordentlich zur Schau gestellt, ob sie nun hätte sein müssen oder nicht. Damit tritt HUSH in die Fußstapfen bekannter Home-Invasion-Referenztitel, die unter den Titeln INSIDE oder YOU’RE NEXT, jedem halbwegs bewanderten Horrorfan ein Begriff sein dürften. Qualitativ und gewalttechnisch ist der Streifen von den blutigen Qualitäten genannter junger Klassiker nicht entfernt. Demnach ist HUSH für Horrorfans ein Muss.
 
 
 


 
 
 

HUSH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein schonungslos-blutiges Katz-und-Mausspiel par excellence. Der neue Horrorbeitrag vom OCULUS-Regisseur MIKE FLANAGAN dürfte bei Horrorfans einen löblichen Eindruck hinterlassen. Der Film ist tatsächlich ziemlich brutal und zudem auch noch spannend. Eine Glanzleistung, erzählt HUSH im Grunde nichts anderes, als viele Home-Invasion-Schocker vor ihm. Was den Film aber vom Gros des Genres abhebt, sind die unerwarteten Kräftemessereien zwischen Opfer und Täter. Die bekriegen sich im Verlauf der Handlung bis aufs Messer, so dass sich die Mattscheibe rot färbt! Filmemacher MIKE FLANAGAN spielt mit dem Handicap seiner taubstummen Filmheldin und erschafft gekonnt Spannung. Hauptfigur Maddie kann nämlich nicht hören, was der Killer so treibt, wenn er die Beeinträchtigung seines Opfers ausnutzt, um ihr an die Kehle zu gehen. Einige pulstreibende Momente sind so garantiert. Das lässt HUSH aus der Landschaft so vieler schlechter Horrorfilme hervorstechen wie eine Blüte im Sumpf. Der Film erlebte übrigens eine sonderbare Erstveröffentlichung in Deutschland. Statt – wie gewöhnlich für die meisten Indie-Horrorfilme – auf DVD oder Blu-ray Premiere zu feiern, erschien HUSH hierzulande unter dem Titel STILL exklusiv auf der VOD Plattform NETFLIX. Wohlmöglich um mehr Genrefans zum Abonnement zu bewegen. Film-Sammler, die eine Vorliebe fürs physische Medium besitzen, dürfte eine derartige Veröffentlichungspolitik erst einmal tief getroffen haben. Da kann man hoffen, dass eine derartige Release-Politik keine Schule macht.
 
 
 


 
 
 

HUSH – Zensur

 
 
 
In HUSH (deutscher Titel: STILL) geht es recht schroff zu. Eine Protagonistin wird regelrecht mit einem Messer abgeschlachtet. Eine andere Filmfigur bekommt ein Messer in den Hals gerammt und verblutet. Ansonsten gibt es viele kleine Gemeinheiten zu sehen (u.a. Pfeile durch Körper, zermatschte Hand), die die Gewaltfraktion zufriedenstimmen werden. Hierzulande dürfte es bei einer Prüfung durch die FSK dafür eine ungeschnitten Erwachsenenfreigabe geben – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

HUSH – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deadly Home (2015)
 
Tiger House (2015)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 


Filmkritik: “Hayride – Das Massaker” (2012)

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HAYRIDE – DAS MASSAKER

Story

 
 
 
Ein entflohener Serienkiller verbreitet in einem kleinen amerikanischen Ort Angst und Schrecken. Doch der tapfere Mittzwanziger Steven stellt sich der Killermaschine.

 
 
 


 
 
 

HAYRIDE – Kritik

 
 
 
Ein Hinterwäldler mit Motorsäge in der Hand, macht müde Horrorfans munter. Zumindest verspricht HAYRIDE ein blutiges Filmvergnügen zu werden, wenn man sich das Plakat zum Film betrachtet. Das erinnert an jenen Kultklassiker von TOBE HOOPER, der unter dem Titel TEXAS CHAINSAW MASSACRE besorgte Sittenwächter schlaflose Nächte bereitet hat. Leider ist es im Falle von HAYRIDE mal wieder so, dass das Cover der Heimkinofassung falsche Erwartungen schürt. Darauf wird nämlich vom deutschen Rechteinhaber verheißungsvoll mit einem Massaker geworben. Wer den Film gesehen hat, dürfte enttäuscht abwinken, denn statt versprochenem Blut- und Gewaltreigen, wird Langeweile geboten – und das nicht gerade wenig. In HAYRIDE will Student Steven zusammen mit Freundin Amanda die Verwandten in Süd-Alabama besuchen, um dort ausgelassen Halloween feiern zu können. Die Familie möchte für das beliebte Fest das traditionelle Hayride auf die Beine stellen – eine Art Geisterbahn im Freien mit schaurigen Attraktionen. Leider bereitet ein entflohener Serienkiller Probleme. Der hat nichts anderes im Sinn als die Bewohner des Ortes abzuschlachten. Doch dem mutigen Steven reicht es. Der zeigt der unaufhaltsamen Killermaschine, was eine Harke ist und weist den Mörder in seine Schranken.
 
 
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HAYRIDE ist kein guter Slasher und der Grund dafür schnell erläutert. Regisseur TERRON R. PARSONS ist nicht sonderlich daran interessiert den Zuschauer unterhalten zu wollen. Statt neue Ideen zu entwickeln, konfrontiert er das Publikum mit kaltem Kaffee und hakt die typischen Etappen gängiger Slasherfilme ab, die schon in Carpenters HALLOWEEN Programm waren. Das wird vor allem für jene zur Geduldsprobe, die schon dutzende der mittlerweile unzähligen Filme gesehen haben, in denen maskierte Killer möglichst kreativ ahnungslose Leute ermorden. Spannung kommt da natürlich zu keinem Moment auf, da HAYRIDE (Gesamtbudget: 60.000 US-Dollar) zusätzlich unter einer stümperhaften Inszenierung und unprofessionellen Schnitten zu leiden hat. Überraschenderweise hat der Film in Deutschland eine ganz annehmbare Synchronisation erhalten was verwundert, weil die meisten Low-Budget-Produktionen neueren Datums in der Regel mit Laiensprechern übersetzt werden. Das ist zwar löblich, macht HAYRIDE jedoch nicht besser, der sich über weite Strecken auf gehobenem Amateurniveau bewegt. Das austauschbare Machwerk vergrault selbst den größten Fan dieses Subgenres mit den wohl ödesten Morden der Sasher-Geschichte. Viele böse Szenen gibt es nämlich nicht zu sehen, da die meisten Kills ohnehin im Off geschehen und nur angedeutet werden. Kommt dann trotzdem mal eine Heugabel zum Einsatz, verwundert die behäbige Aura des Filmfieslings. Anders als die Kollegen JASON, FREDDY oder LEATHERFACE mangelt es dem Killer in HAYRIDE an Bösartigkeit. Der meuchelt sich mit einer Gelassenheit durch den Streifen, so dass seine Taten reichlich lapidar wirken. In der Summe sind genannte Mankos kein gutes Aushängeschild für einen Horror-Slasher. Umso mehr verwundert es, dass dem Horror-Indie drei Jahre später eine Fortsetzung spendiert wurde. Die spinnt zwar die Geschichte konsequent weiter, hat aber auch nichts Neues zu erzählen. Immerhin stimmt dort wenigstens Technik und Ausstattung. Vermutlich auch deshalb, weil mehr Geld zur Verfügung stand.
 
 
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HAYRIDE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
HAYRIDE ist ein langweiliger Slasher mit kaum nennenswertem Blutgehalt. Das auf dem Heimkinocover beworbene Massaker bleibt aus. Stattdessen gibt es einen behäbig agierenden Killer zu sehen, dem es irgendwie an Bösartigkeit mangelt. Demzufolge dürften selbst Fans von Slasher-Streifen reichlich enttäuscht werden, was wohl neben kaum vorhandenem Blutgehalt auch daran liegen mag, weil HAYRIDE nichts Neues zu erzählen hat. Der Film hält sich strickt an die für Slasher bekannten, vordiktierten Filmregeln. Hat man demnach schon mehrere dieser Filme gesehen, will wegen der Vorhersehbarkeit kaum Spannung aufkommen. Wer dennoch ins HAYRIDE-Universum eintauchen möchte, sollte besser die Fortsetzung sehen. Die ist zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, kann dafür aber auf technischer Ebene überzeugen.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher hält sich HAYRIDE mit der deftigen Filmmomenten zurück. Das Morden hält sich in Grenzen. Wird es für die Gewaltfraktion dann doch einmal interessant, wird nur angedeutet oder im Off geschlachtet. Ein Kehlenschnitt wird angedeutet und die Spitzen einer Mistgabel bohren sich durch eine Hand. In Deutschland gab es dafür eine FSK16. Wegen der Trailershow auf der erhältlichen DVD/Blu-ray ist die Heimkinoveröffentlichung aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures | Edel Germany GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hayride; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinoveröffentlichung wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 29.01.2016

 

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HAYRIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURTES | EDEL GERMANY GMBH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bates Haunting (2012)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Lost After Dark (2015)
 


Filmkritik: “Bleed” (2016)

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BLEED

Story

 
 
 

Sechs Freunde erleben den Horror ihres Lebens. Während einer kleinen Feier unter Freunden kommt man auf die Idee, unheimlichen Legenden eines verlassenen Gefängnisses genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer schon einige Horrorfilme gesehen hat wird wissen, dass das kein gutes Ende nehmen wird.

 
 
 


 
 
 

BLEED – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte für Sarah (CHELSEY CRISP) und Ehemann Matt (MICHAEL STEGER) alles so schön werden können. Die beiden erwarten ein Baby und beziehen ein neues Haus irgendwo fernab der Großstadthektik, wo ein neues Leben für die noch junge Familie beginnen soll. Um den Anlass feiern zu können, werden Freunde und Sarahs Bruder Eric (RILEY SMITH aus GALLOWWALKERS) übers Wochenende ins neue Heim eingeladen. Letzterer ist ein Draufgänger und Frauenheld, der irgendwie nichts auf die Reihe bekommen will und sich bei der großen Schwester erstmal Geld leihen muss, um überhaupt über die Runden zu kommen. Wie es sich für einen Horrorfilm gehört, werden die Geschehnisse bald eine gruselige Wendung nehmen. Einer der Freunde berichtet von schaurigen Geschichten, die sich um die Gegend ranken. So soll sich in einem Gefängnis ganz in der Nähe Unheimliches ereignet haben. Serienkiller und Kannibale Kane (RAJINDER KALA) soll dort inhaftiert und bei einem Feuer ums Leben gekommen sein. Weil Neugierde größer ist als Verstand, macht sich die Gruppe auf, um den leerstehenden Gebäudekomplex genauer zu erforschen. Wie immer in solchen Filmen ein fataler Fehler, den die naiven Freunde mit dem Leben bezahlen müssen.
 
 
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Wenn sich Horrorfilme nicht ins Gedächtnis einbrennen wollen, hat der Regisseur wohl sein Ziel verfehlt. BLEED (Arbeitstitel war THE CIRCLE bzw. THE HARVESTING) ist einer dieser Filme, die krampfhaft darum bemüht sind anders zu sein, aber es letztendlich trotzdem nicht schaffen, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Regie-Newcomer TRIPP RHAME hat viele Ideen gesammelt. Das ist eigentlich löblich, denn Neuerungen werden gern in einem Genre gesehen, dem offensichtlich nichts Neues mehr einfallen möchte. Leider ist BLEED förmlich zugemüllt mit zahlreiche Nebenhandlungen und Gedankenblitzen, dass schnell der Überblick verloren geht. TRIPP RHAME erzählt im Spielfilmdebüt von unerklärlichen Phänomenen, einem übernatürlichen Mörder und ominösen Hinterwäldlern, die eine Leidenschaft fürs Okkulte besitzen. Das Fatale: BLEED ist für die Fülle an Informationen einfach zu kurz geraten, so dass kaum einer der diversen Handlungsstränge zufriedenstellend und plausibel abgehandelt werden kann. Das hat am Ende der Macher wohl selbst gemerkt und macht von Taschenspielertricks Gebrauch. Fiese Schreckmomenten und nicht immer überzeugende Spezialeffekte sollen von der konfusen Handlung ablenken und dafür sorgen, dass der Zuschauer keine unbequemen Fragen stellt. Das funktioniert anfangs ganz gut. Doch je näher sich BLEED dem Ende nähert, umso gravierender werden Logiklücken, die sich auch nicht mehr mit kostengünstigen CGI-Effekten verschleiern lassen.
 
 
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BLEED ist kein nennenswerter Horror-Indie. Der Streifen lässt mal wieder Figuren seltsame Dinge tun, an die kein normalsterblicher Mensch denken würde. So bleibt unverständlich, warum Erwachsene ausgerechnet in der Nacht ein verlassenes Gefängnis erkunden und darin sogar noch ein Schäferstündchen halten müssen. Außerdem unklar, wieso einer der Protagonisten die Geisterjagd fortsetzen möchte, nachdem er schwer verletzt wurde und dem Sensenmann noch einmal durch die Lappen gehen konnte. Möchte man in derart Situation nicht besser in einem Krankenhaus versorgt werden? In BLEED rauben ausgelutschte Horrorklischees den letzten Nerv. Das frustriert alteingesessene Horrorfans, die eigentlich Neuerungen im Horrorfilm suchen und sich mit dummen Charakteren und hanebüchenen Hokuspokus auseinandersetzen müssen. Doch das ist noch nicht alles, denn ein verworrener Mix der Subgenres vermasselt den Spannungsbogen, den man in BLEED ohnehin mit der Lupe suchen muss. Was bleibt sind eine Handvoll düstere Momente und ein schaurig geschminkter Bösewicht, der rastlos durch Gefängnisgänge spukt und immerhin für etwas Atmosphäre sorgt. Das allein macht aber noch keinen guten Horrorfilm, denn aufgrund billigem Indie-Looks (der Film hat gerade einmal 550.000 Dollar gekostet) verlieren die meisten gut gemeinten Schauer an Intensität. Demzufolge ist BLEED nur für Allesseher zu empfehlen, die auch jeden Horrorfilm schauen müssen, um mitreden zu können.
 
 
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BLEED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Große Ziele doch viel zu kleines Budget. Regisseur TRIPP RHAME hat sich in BLEED wohl etwas verzettelt. Der wollte Großes erreichen und hat in seiner Euphorie viel vermasselt. Sein erster Spielfilm ist überladen mit Ideen. BLEED ist ein Mix aus diversen Subgenres und kommt aufgrund der vielen Handlungsstränge ins Taumeln, die leider nur angerissen und oberflächlich zu Ende gebracht werden. So lässt sich nicht so recht einordnen, was BLEED denn nun eigentlich für ein Film ist. Der Streifen streift Spuk, Okkult- und Serienkiller-Genre, macht von minderwertigen Spezialeffekten Gebrauch, verwirrt unnötig und hält den Zuschauer mit unglaubwürdig handelnden Protagonisten für dumm. Leider hat Macher TRIPP RHAM nicht mit der List des Publikums gerechnet. Das hat die Macht über die Fernbedienung und schaltet einfach ab, wenn es zu dämlich wird. Im Falle von BLEED wäre das wohl angebracht, denn der Film ist weder spannend, klug noch sonderlich gruselig. Keine guten Voraussetzungen für einen Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Zensur

 
 
 
Am Ende erwacht der Film aus seiner Lethargie und es gibt Mord und Totschlag zu sehen. Neben aufgehängten Körperteilen wird in Köpfe geschossen und Hälse mit spitzem Gegenstand aufgeschlitzt. Klingt brutal, ist es aber nicht sonderlich. Eine FSK16 dürfte ausreichen.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
666 – Paranormal Prison (2013)

Zellblock 11 (2014)

House of Dust (2013)

Driftwood (2006)


Filmkritik: “Last Girl Standing” (2015)

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LAST GIRL STANDING

Story

 
 
 

Eine junge Frau (Akasha Villalobos) erlebt nach einem Massaker an ihren Freunden die Hölle auf Erden. Als einzige Überlebende sieht sie sich fünf Jahre später mit gleichem Killer konfrontiert, der ihr einst alles genommen hat, was ihr lieb und heilig gewesen ist.

 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich mit Überlebenden von Horrorfilmen nach dem Abspann? Eine interessante Frage, mit der sich bisher noch kein Horrorfilm ernsthaft auseinandersetzen wollte. Zeit, dass sich jetzt Regisseur BENJAMNIN R. MOODY damit beschäftigt. Der hat bisher nur Kurzfilme und Folgen für TV-Serien gedreht und feiert mit LAST GIRL STANDING sozusagen sein Spielfilmdebüt, das von seiner Frau RACHEL MOODY gleich mitproduziert wurde. Entstanden ist ein ungewöhnliches Filmexperiment, das sich bei genauer Betrachtung als interessanter Mix aus Slasher und Drama entpuppt, weil er Regeln moderner Meuchelfilme geschickt auf den Kopf stellt und den Mut wagt, etwas Neues zu erzählen. So geht es gleich mit Trommel- und Paukenschlägen los. Regisseur BENJAMNIN R. MOODY geht es clever an und beginnt dort wo eigentlich Slasherfilme gewöhnlich enden. So sieht sich Filmheldin Camryn (Akasha Villalobos) gleich zu Beginn mit einem maskierten Killer konfrontiert, der bereits dutzende Menschen auf dem Gewissen hat und nun hinter der letzten Überlebenden her ist. Die weiß sich jedoch zu wehren und bringt den Serienmörder zu Strecke ohne zu ahnen, dass der eigentliche Horror erst nach ihrem Triumph über das Böse beginnen wird.
 
 
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Fünf Jahre nach den Ereignissen wird Camryn von den schrecklichen Erlebnissen des Massakers eingeholt. Sie arbeitet nun in einer Wäscherei und ist schwer gezeichnet. Trotzdem erhält sie Rückhalt von Arbeitskollegen und Vorgesetzten, die Verständnis für das psychische Ungleichgewicht der jungen Frau haben. Leider beginnt für die Heldin der Albtraum von Neuen, denn plötzlich ist das Böse wieder da. Der maskierte Killer heftet sich ein weiteres Mal an die Fersen der Überlebenden und scheint ein makabres Spiel mit seinem traumatisierten Opfer spielen zu wollen. Das beginnt allmählich den Verstand zu verlieren und sieht die Freunde in Gefahr. Doch, ist der Mörder wirklich zurück oder spielt die Psyche der Traumatisierten nur Streiche?
 
 
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Man sollte sich nicht vom amateurhaft zusammengeschnippelten Trailer im Anhang abschrecken lassen, denn LAST GIRL STANDING schaut – trotz Low-Budget-Status – besser aus, als man nach der Sichtung des Werbefilmchen vermuten würde. Das sind gute Voraussetzungen. Doch lohnt der etwas andere Slasher überhaupt gesehen zu werden? Wir meinen nur bedingt, denn trotz gutem Ansatz, hat LAST GIRL STANDING mit dem unausgegorenen Drehbuch und einem fehlenden Spannungsbogen zu kämpfen. Der Zuschauer begleitet eine von Qualen und Albträumen zerfressene Frau durch den Alltag, die ihr Leben offensichtlich nicht mehr auf die Reihe bekommt, weil Erlebtes prägt und nicht mehr loslassen kann. So sieht sich die Hauptprotagonistin von einem Killer verfolgt, den sie eigentlich vor Jahren in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Um die Handlung voranzutreiben, beginnt Regisseur BENJAMNIN R. MOODY den Zuschauer taktisch zu verwirren. Der wird auf falsche Fährten gelockt und kann – wie die Filmheldin – bald nicht mehr differenzieren, ob der Killer im Film real ist oder nur der Gedankenkraft einer traumatisierten Frau entspringt. Leider wird das Verwirrspiel erschwert, weil die von AKASHA VILLALOBOS verkörperte Filmfigur keineswegs zugänglich ist. Das ist für einen Slasher unverzeihlich, weil das soganannte Final Girl gleichzeitig Identifikationsfigur für den Zuschauer sein soll. In LAST GIRL STANDING wirkt die Hauptdarstellerin nicht sonderlich sympathisch und ist nahezu im gesamten Film damit beschäftigt, wie ein verschrecktes Reh hektisch durch die Kulisse zu hetzen, weil sie meint vom ultimativ Bösen verfolgt zu werden. Das nervt spätestens nach der dritten Wievderholung, denn die künstlich heraufbeschworene Hektik soll den sonst eher behäbig erzählten Film von seiner Lethargie befreien.
 
 
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Immerhin gibt’s für die Gewaltfraktion was zu sehen. Nach dem zeigefreudigen Einstieg und einem deftigen Massaker, endet der Film quasi so wie er begonnen hat. Nach langer Warterei wird der Zuschauer kurz vor der Zielgeraden mit einem unvorbereiteten Twist konfrontiert, der zu Recht das Prädikat “Makaber” tragen darf. Leider passt das reißerische und übertrieben blutige Finale nicht zum Rest des eher ernst erzählten Films, der seine Heldin immer weiter in den psychischen Abstieg treibt und es kurz vor dem Abspann nicht gut mit ihr meint. So gibt es in den letzten 15 Minuten harte Spezialeffekte zu sehen damit übertriebenes Töten zelebriert werden kann. Der ernste Tenor des Streifens wird dadurch zerstört, weil ausuferndes Blutgesudel eher unfreiwillig komisch wirkt. Zudem verliert das anfänglich aufgegriffene Thema von Traumverarbeitung und ihre Folgen an Bedeutung und wird stattdessen ins Absurdum getrieben. LAST GIRL STANDING wird die Geister scheiden, denn trotz der guten Idee dahinter harmoniert die Kombination aus Horror und Drama in diesem Fall nicht sonderlich gut. Etwas mehr Liebe im Detail und Feinschliff am Drehbuch hätte nicht geschadet.

 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Mutiger Indie-Horrorfilm, der das Slasher-Genre versucht neu zu erfinden – aber irgendwie an der Unentschlossenheit scheitert, was er denn nun eigentlich sein möchte. So konfrontiert der Streifen den Zuschauer mit der Frage, was mit Überlebenden in Horrorfilmen nach dem Abspann passiert. Wo in den meisten Slasher-Streifen ein Happy End über die Mattscheibe flimmert, meint es LAST GIRL STANDING nicht sonderlich gut mit seiner Hauptfigur. Die hat nach dem Endkampf mit dem Bösen nichts zu lachen und leidet unter einem Trauma, das den Alltag der Überlebenden zur Hölle macht. LAST GIRL STANDING hat gute Ansätze, denn die etwas andere Betrachtungs- und Herangehensweise bringt neuen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so frische Slasher-Genre. Dennoch ist das, was in LAST GIRL STANDING gezeigt wird nicht das Gelbe vom Ei. Der Film scheint sich nicht so recht entscheiden zu können, in welche Schublade er gesteckt werden möchte. So pendelt der Streifen unentschlossen zwischen erschütterndem Drama und deftigem Splatter-Horror, lässt die Hauptprotagonistin am seelischen Ungleichgewicht zerbrechen und gleichzeitig durch die blutige Slasher-Hölle gehen. Irgendwie passt das nicht zusammen. Weitaus problematischer sind die unvorbereiteten Gewalteskapaden. Während es der Film in der ersten Stunde versucht psychologisch durchdacht anzugehen, regnet es kurz vor der Zielgeraden Blut und Innereien. Weil’s zu viel des Guten ist, wirkt’s unfreiwillig komisch, denn der überzogene Gewaltrausch raubt dem Film die zuvor langsam aufgebaute (psychologische) Ernsthaftigkeit. Verflickst und zugenäht!
 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Zensur

 
 
 
Ja, im Prolog und im Finale geht es ziemlich rabiat zur Sache. Dabei werden allerhand Gegenstände durch menschliche Körper gejagt und gemordet, als gäbe es keinen Morgen mehr. Hierbei macht LAST GIRL STANDING dem Slasher alle Ehre. Auch wenn viele blutige Details gezeigt werden, darf man von einer ungeschnittenen Freigabe in Deutschland ausgehen – für Erwachsene versteht sich.
 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Jinga Films und wurde vonn der Filmwebseite entnommen)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Girl (2014)

The Final Girls (2015)

Antisocial Behavior (2014)

The Babadook (2014)


Filmkritik: “Emelie” (2015)

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EMELIE

Story

 
 
 

Die Thomsons wollen ihren Hochzeitstag feiern. Weil der sonst immer gebuchte Babysitter keine Zeit hat, übergeben die Eltern ihre drei Sprösslinge in die Obhut der freundlichen Anna (die eigentliche Emelie heißt). Ein fataler Fehler …

 
 
 


 
 
 

EMELIE – Kritik

 
 
 
Nimm dich in Acht vor dem Babysitter, denn der ist heute schlecht gelaunt und nicht zu Späßen aufgelegt. Wer oft Horrorfilme schaut, dürfte vermutlich bereits erkannt haben, dass sich hinter lieb dreinschauenden Engelsgesichtern nicht immer zwangsläufig auch gute Menschen verstecken müssen. Ob schelmischer Lausbub (MIKEY), treusorgender Familienvater (STEPFATHER) oder sympathischer Hausmeister (SLEEP TIGHT) – im Genre ist oft mehr Schein als Sein, was nicht selten für böse Geschichten sorgt die mit Mord und Totschlag enden. Gleiches trifft auch für den folgenden Streifen zu, in dem sich das vermeintlich Vertraute als boshafter Menschenfeind entpuppt. EMELIE nennt sich der unabhängige Thriller von MICHAEL THELIN, der mit dem Psychothriller sein Kinodebüt feiert und zuvor in erster Linie TV-Ware, Kurzfilme, Musikvideos, Werbespots und Dokumentationen gedreht hat. Der wirft in EMELIE Home-Invasion und Thriller-Zutaten in einen Topf und sorgt damit für kurzweiliges Psycho-Grauen, das besorgte Eltern mit mulmigen Gefühl im Kinosessel zurücklassen dürfte.
 
 
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Die Thomsons sind eine glückliche Familie. Die drei Kinder sind aufgeweckt und sorgen für Trubel im ganzen Haus. Doch die ratslose Meute braucht Bändigung, schließlich steht der Hochzeitstag bevor, den die Eltern bei einem romantischen Essen im Restaurant feiern wollen. Ein Babysitter muss her. Leider ist das übliche Kindermädchen verhindert. Kein Problem für deren Freundin Anna (SARAK BOLGER aus CRUSH und THE LAZARUS EFFECT), die kurzerhand als Ersatz einspringt. Das erste Kennenlernen schafft Vertrauen und hinterlässt Eindruck bei den Kindern. Doch Anna kann auch anders. Kaum sind die Eltern aus dem Haus verschwindet das freundliche Lächeln und die neue Sitterin offenbart ihre eigentlichen Intensionen.
 
 
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Von festem Geschwisterzusammenhalt, fragwürdigen Erziehungsmethoden und manipulierenden Eindringlingen, die über Leichen gehen. Macher MICHAEL THELIN spielt mit den Ängsten besorgter Eltern, welche ihre Kinder in die Hände von Menschen geben, die sie letztendlich nicht kennen. Entstanden ist eine solide Leistung, die auf Filmfesten gefeiert wurde, aber letztendlich nicht das geworden ist, was man nach den vielen Lobpreisungen erwartet hätte. Unbequem und adrenalinfördernd ist EMELIE keineswegs, was vor allem daran liegt, das ein unberechenbarer Bösewicht fehlt, dem man einen möglichst grausamen Filmtod wünscht. Filmfigur Emelie (die sich im Film anfangs als Anna tarnt) ist weit davon entfernt. Die handelt zwar keinesfalls ehrenhaft und hat Menschen auf dem Gewissen; hinter der Fassade kühler Distanz versteckt sich jedoch eine verletzliche und fehlgeleitete Kreatur, die in der Vergangenheit Schlimmes erleben musste, das ihr Handeln und Intensionen weitestgehend menschlich macht. Regisseur MICHAEL THELIN erklärt der Fachpresse, dass er sich von Filmemachern wie DAVID FINCHER, ALFRED HITCHCOCK und dem österreichischen MICHAEL HANEKE inspirieren lies. Letzterer sorgte mit der Mediensatire FUNNY GAMES Ende der 90er für Kontroverse, indem er den Zuschauer zum stillen Mittäter am Mord einer unschuldigen Familie machte. Der bleibt in EMELIE zwar aus; trotzdem sind Referenzen zum Home-Invasion-Thriller unverkennbar und zahlreich – auch wenn der Film niemals die unberechenbare Kaltschnäuzigkeit erreicht, die Haneke in seinem Kammerspiel vor knapp 20 Jahren auf den Zuschauer losgelassen hat.
 
 
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Letztendlich ist EMELIE kein Film für jene, die den Nervenkitzel suchen. Was in EMELIE über die Kinoleinwand flimmert ist in erster Linie ein solider Thriller, der aber kaum Überraschungen zu bieten hat. Was passieren wird, lässt sich schnell erahnen. Der Film begleitet eine verzweifelte Frau bei ihrem Versuch fremde Kinder zu manipulieren, um sich deren Vertrauen erschleichen zu können. Dabei verläuft die lineare Handlung ohne Schnörkel bis zum erlösenden Finale, in dem der Übeltäterin das Handwerk gelegt wird. Leider ist die Filmauflösung weit hergeholt und lässt den Zuschauer mit Fragen zurück. Dank guter Schauspieler (allen voran die glaubhaft und natürlich agierenden Kinderdarsteller) hebt sich der Film aber deutlich von anderen schnell gedrehten Thrillern ab, die in letzter Zeit ziemlich oft fürs Fernsehen oder den Videomarkt produziert werden. Für den kleinen Suspense-Mitternachtssnack reicht’s. Große Horror und Thriller-Kunst sieht anders aus.
 
 


 
 
 

EMELIE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kleiner, fieser Thriller den besorgte Eltern besser meiden sollten. Eigentlich war EMELIE anfangs nur eine fünfseitige Kurzgeschichte. Die hat Regisseur MICHAEL THELIN jedoch so gefesselt, dass daraus schnell ein Drehbuch wurde. Der Macher fand die Idee mehr als beunruhigend und faszinierend zugleich, wie eine scheinbar vertrauenerweckende Person eine ahnungslose Familie manipuliert und für eigene Zwecke missbraucht. Entstanden ist ein solider Thriller, der von Hanekes Skandalfilm FUNNY GAMES inspiriert wurde, aber anders als genannter Home-Invasion-Thriller ganz ohne Überraschungen auskommen muss. Eine als Kindermädchen getarnte Frau schleicht sich in eine Familie ein und verfolgt eigene Interessen. Am Ende wird sie zur Strecke gebracht – das war’s. Immerhin ist EMELIE technisch auf ansprechendem Niveau und authentisch agierenden Kinderdarsteller bleiben im Gedächtnis. Im Vergleich zu den mutigen Heimverteidigern bleibt der Filmbösewicht da leider blass. Trotz Kritiker- und Presselob ist EMELIE kein Geheimtipp. Dazu ist der Film dann doch sehr konventionell gestrickt und verläuft nach bekannter Genre-Rezeptur.
 
 


 
 
 

EMELIE – Zensur

 
 
 
Viel Schlimmes passiert im Film nicht. Ein unangemeldeter Besucher bekommt von Kindermädchen EMELIE eine gehörige Tracht Prügel und wird im Off zur Strecke gebracht. Ein Hamster wird von einer Schlange gefressen. Zudem nimmt sich ein Komplize der vermeintlichen Babysitterin das Leben. Am Ende wird der Filmbösewicht auch noch von Kindern mit dem Auto überfahren. Das war es dann aber auch schon mit den „bösen“ Szenen. Man darf von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

EMELIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Ultramedia)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Orphan – Das Waisenkind (2009)

Teufelskind Joshua (2007)

Das Kindermädchen (1990)

Das zweite Gesicht (1993)

Mikey (1992)


Filmkritik: “You Are Not Alone” (2014)

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YOU ARE NOT ALONE

Story

 
 
 

Eine selbstbewusste Studentin wird am Unabhängigkeitstag von einem flüchtenden Serienkiller besucht, der eine blutige Spur der Verwüstung hinterlässt.

 
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Kritik

 
 
 
Wenn ein idyllischer Sommertag zum Albtraum wird und auf dem Filmposter ein (maskierter) Bösewicht mit spitzen Mordwerkzeug zu sehen ist, kann das nur eines bedeuten: schon wieder ein Slasher. Diesmal handelt es sich um einen besonders günstig produzierten Horrorstreifen, der durch Crowdfunding finanziert wurde und mit gerade mal 20.000 Dollar auskommen musste – aber immerhin nach deutlich mehr aussieht. In YOU ARE NOT ALONE geht es um Studentin Natalie (im ganzen Film ungesehen: KRISTA DZIALOSZYNSKI). Die kehrt den Sommer über in ihre Heimatstadt zurück, um mit Freunden und Familie Zeit verbringen zu können. Es ist Unabhängigkeitstag und die Leute feiern auf den Straßen. Umso weniger ernst wird die Ausgangssperre genommen, die der örtliche Sheriff verhängt, weil ein Psychopath entwischen konnte. Der sucht im friedlich feiernden Städtchen Unterschlupft und klopft an der Haustür der taffen Natalie, die sich gerade zu Bett begeben wollte.
 
 
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Eigentlich ist YOU ARE NOT ALONE nicht der Rede wert. Was den Film aber aus der Masse an beliebigen Slasher-Filmen hervorstechen lässt, ist die ungewöhnliche Machart. YOU ARE NOT ALONE wurde in der First-Person-Ansicht gefilmt, was bedeutet, dass das Treiben aus der Ego-Perspektive von Filmheldin Natalie geschildert wird. Das mag sich erstmal interessant anhören; neu ist die Idee aber nicht. Weit vor YOU ARE NOT ALONE machten bereits Filme wie ALEXANDRE AJAS MANIAC oder HOTEL INFERNO von ähnlichem Inszenierungsstil Gebrauch. Auch dort schlüpfte der Zuschauer in die Rolle des Hauptdarstellers und bekam blutiges Intermezzo durch dessen Augen zu sehen. Was in genannten Horrorstreifen immerhin kurzweilig ans Publikum gebracht wurde, wird in YOU ARE NOT ALONE zur Geduldsprobe. Sitzfleisch wird vorausgesetzt, denn der Slasher vergeudet Zeit mit Nebensächlichkeiten. So musste die erste Filmhälfte mit Belanglosigkeiten gefüllt werden, damit sich YOU ARE NOT ALONE am Ende Spielfilm schimpfen darf.
 
 
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50 Minuten können lang sein – vor allem dann, wenn nichts passiert und in erster Linie improvisiert wird. YOU ARE NOT ALONE hat ein großes Problem und das nennt sich Langeweile. Zu mühsam entwickelt sich der Horror-Slasher, bis er endlich an Fahrt gewinnt. Das ist dahingegen fatal, weil Regisseur DEREK MUNGOR seine Zuschauer vergrault, noch bevor er den letzten Trumpf ausspielen kann. So konzentriert sich der Handlungshöhepunkt auf die letzte halbe Stunde. Darin wird Filmheldin Natalie von seltsamen Geräuschen aus dem Schlaf gerissen und muss sich wenig später vor einem Psychopathen in Sicherheit bringen, der die Studentin verfolgt und auf ihrer Flucht ahnungslose Menschen umbringt. Interessanterweise funktioniert die atmosphärische zweite Filmhälfte ohne die unwichtige erste. Letztgenannte hat nichts Wichtiges zu berichten. Darin lernt der Zuschauer Familienmitglieder kennen, trifft alte Freunde der Filmheldin und bekommt betrunkene Partybesucher vor die Linse, die im Alkoholrausch aggressiv streiten. Von Spannung oder Atmosphäre ist da keine Spur – Charakterentwicklung: Fehleranzeige. Vielmehr hat der überlange Prolog den Anschein, als musste Füllmaterial her, damit der Streifen Spielfilmlänge erreichen kann.
 
 
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Bleibt zu erwähnen, dass manchmal eben weniger oft mehr ist. YOU ARE NOT ALONE ist einer dieser Film, der wohl als Kurzfilm oder Segment in einer Anthologie besser funktioniert hätte. Die Filmidee ist erfrischend und die Flucht vor einem Killer aus der Sicht des Opfers zu erzählen, hat zugegebenermaßen Reiz. Dennoch tut sich der Film mit seiner überflüssigen und gehaltlosen Vorgeschichte keinen Gefallen. Umso mehr sollten jene zur Fernbedienung greifen und bis zur Halbzeit vorspulen, die sich trotz durchwachsenem Urteil nicht abschrecken lassen. Spätestens im Finale schlägt das Herz schneller. Wenn die Hauptdarstellerin panisch durch die Nacht hetzt und ein Killer einfach nicht ablassen kann, fühlt sich auch der Zuschauer gefordert. Der dürfte sich nicht nur einmal dabei ertappen, wie er der Leidtragenden ermutigend zuruft: versteck dich. Spätestens dann hat Macher DEREK MUNGOR das eigentliche Ziel erreicht. Der ließ sich mit seinem zweiten Spielfilm übrigens von Horror-Thrillern der späten 1970er und frühen 1980 inspirieren und huldigt damit – ganz klar – den Slasher-Streifen genannter Zeit. Er wollte genanntes und mittlerweile nicht mehr ganz so frisches Subgenre auf eine neue, interessante Weise an den Zuschauer bringen. Gelungen ist ihm das leider nur bedingt, auch wenn er sich atmosphärisch und akustisch vor jenem Altmeister verbeugt, der ihn dazu gebracht hat Filme zu machen: JOHN CARPENTER.
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine kleine Revolution im Slasher-Genre. Nicht uninteressantes Slasher-Experiment mit Anlaufschwierigkeiten. YOU ARE NOT ALONE nimmt innerhalb des Slasher-Genres eine Sonderstellung ein, was aber nicht gleichzeitig heißen soll, dass der Film zwingend sehenswert ist. Der Horrorfilm zeichnet sich dadurch aus, dass er in der First-Person-Perspektive erzählt wird. Demzufolge sieht der Zuschauer die Handlung aus den Augen der sogenannten Scream-Queen, die Hauptbestandteil von Slasher-Filmen ist. Leider braucht YOU ARE NOT ALONE lang bis er an Fahrt gewinnt. Erst in der zweiten Filmhälfte wird es spannend. Dank atmosphärischer Soundkulisse (die öfters mal an Werke eines gewissen JOHN CARPENTERS erinnert) und unbequemer Verfolgungsjagd, dürfte der Film spätestens dann die Aufmerksamkeit aller Slasher-Fans für sich beanspruchen können. Die werden dank Ego-Ansicht in die Geschehnisse einbezogen und fühlen sich schnell mittendrin statt nur dabei. Leider könnte es gut sein, dass die meisten Zuschauer das immerhin packend inszenierte Finale nicht zu sehen bekommen. Weil der Film knapp 50 Minuten Zeit mit Nebensächlichkeiten verschwendet, werden wohl viele Horrorfreunde bereits vorzeitig gelangweilt abgeschalten haben. weitaus interessanter als der Film ist dessen Entstehungsgeschichte. In Interviews verriet Regisseur DEREK MUNGOR, dass er 2008 selbst Student war und seine Familie besuchen wollte. Als er zu Hause ankam, fühlt er sich prompt selbst als Darsteller in einem Horrorfilm, denn im Heimatort war ein Killer auf freiem Fuß. So kam ihm die Idee zu YOU ARE NOT ALONE in den Sinn, nachdem er allein im elterlichen Haus saß und von einem Freund über die Polizeihatz nach dem entflohenen Verbrecher unterricht wurde. Creepy!
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher hält sich YOU ARE NOT ALONE sehr mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten zurück. Viel gibt es nicht zu sehen, zumal die meisten Gewaltakte im Off passieren. Ein Mann wird erschlagen und dessen Gesichtshaut abgezogen (eine Hommage an TEXAS CHAINSAW MASSACRE), die Filmheldin wird von einem Auto angefahren und am Ende wird der Killer im Munitionshagel in die ewigen Jagdgründe befördert. Übrigens war das eigentliche Filmende offen und der Mörder entkam. Letztendlich entschied man sich dann doch anders. Man darf von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

YOU ARE NOT ALONE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei HI-FI Motion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
First Person Shooter (2014)

Hardcore (2015)

Enter the Void (2009)

Hotel Inferno (2013)

Alexandre Ajas Maniac (2012)


Filmkritik: “Manhole” (2014)

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MANHOLE

(MAEN – HOL | 맨홀)

Story

 
 
 

Ein Psychopath hat es sich in der Kanalisation gemütlich gemacht und fängt Menschen von der Straße weg, um im feuchten Zuhause etwas Gesellschaft zu haben.

 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Kritik

 
 
 
Wenn man an südkoreanische Horrorfilme denkt, hat man unweigerliche Streifen vor Augen, in denen tote Geistermädchen mit bleich-geschminkten Gesichtern für das oft fremdverschuldete Ableben grausame Rache nehmen wollen. Dass Südkorea jedoch auch anders kann, haben diverse Filmemacher bewiesen, die sich meist von westlichen Horror-Trends inspirieren ließen, um so mehr Abwechslung in das eher geistererprobte asiatische Genrekino bringen zu können. Dabei ganz weit vorn und international erfolgreich – ein harter Serienkiller-Thriller, der auch hierzulande von Horrorfans positiv aufgenommen wurde: I SAW THE DEVIL. Darin geriet ein psychopathischer Serienkiller an einen tapferen Geheimdienstagenten, der brachiale Vergeltung für den Mord an der Verlobten forderte. Auch der folgende Thriller ist im Serienkiller-Genre angesiedelt. In MANHOLE (Originaltitel: MAEN-HOL) fängt ein Psychopath Frauen von der Straße, und spielt mit ihnen grausame Spiele. Was aber im genannten I SAW THE DEVIL den Puls des Zuschauers erhöht hat, ist in MANHOLE kaum der Rede wert. Die Frage nach dem Grund ist schnell beantwortet: Der Thriller ist dumm und langweilig.
 
 
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In MANHOLE verschwinden seit einiger Zeit Menschen spurlos. Unter den Vermissten viele Frauen und Kinder. Ein gravierendes Problem, was die örtliche Polizei vor Herausforderungen stellt. Weil die keine Hinweise findet, nimmt ein Vater (CHOI DEOK-MOON) das Gesetzt selbst in die Hand. Er sucht nach der verschollenen Tochter und verirrt sich bei seiner Suche in die städtische Kanalisation, wo er einem schrecklichen Geheimnis auf die Schliche kommt. Hier unter lauert das personifizierte Böse. Ein Psychopath (JEONG KYEONG-HO) hat es sich in den unterirdischen Abwasserkanälen gemütlich gemacht und lauert mit Hilfe öffentlicher Überwachungskameras ahnungslosen Opfern auf, die er später in seinen feuchten Unterschlupf entführt. Auch die taubstumme Soo-jeong (KI SAAE-RON) geht dem Killer in die Falle. Die war eigentlich gerade auf dem Heimweg, findet sich aber bald in der Höhle des Löwen wieder. Aber Rettung ist auf dem Weg. Die große Schwester (JEONG YU-MI) macht sich Sorgen und beginnt nach dem Familienmitglied zu suchen. Leider ahnt sie nicht, dass der Weg in ein Labyrinth aus dunklen Schächten führt, aus dem es kein Entkommen gibt.
 
 
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Wie man ein gutes Konzept am besten den Abfluss hinunterspült. Eigentlich besitzt MANHOLE alles, was man von einem reißerischen Horror-Thriller erwartet. So fehlt weder der geheimnisvolle Meuchler, noch schmuddelige Kulisse und schauriger Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Leider kommt wie so oft im Horrorfilm alles anders. Das von JAE-YOUNG SHIN inszenierte Regiedebüt hat ein Problem mit dem Erzählen einer Geschichte, denn permanente Dunkelheit und meterhohe Leichenberge allein machen aus einem einfallslosen Skript noch lange keinen guten Horrorschocker. In MANHOLE werden Menschen planlos durch eine Abwassertunnel gehetzt und treiben den Zuschauer mit nur selten nachvollziehbaren Handlungen in den Wahnsinn. Viel gesprochen wird nicht und Schicksale werden nur oberflächlich beleuchtet, was demzufolge dazu führt, dass es keine nennenswerte Charakterentwicklung gibt und die Figuren austauschbar bleiben. Mitfiebern wird da schwierig, zumal viel passiert, was keiner Logik entspricht. So schlüpft eine der Protagonistinnen zurück in die Kanalisation nachdem sie sich wieder in Freiheit befindet. Statt die Polizei zu benachrichtigen, eilt sie lieber den anderen Opfern zur Hilfe und verirrt sich erneut in einem Irrgarten aus Schächten und Gängen. So etwas ist selten dämlich.
 
 
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In MANHOLE bleibt die Spannung auf der Strecke. Zwischen dem Abhandeln von Horrorklischees (das Handy hat mal wieder keinen Empfang) und dem Abspielen immer gleicher Szenen wird Langeweile zum Launekiller. Das ist kein gutes Aushängeschild für einen Filmemacher, der in erster Linie mit angsteinflößendem Schaffen unterhalten möchte. Dennoch sollte man Erbarmen mit Regisseur JAE-YOUNG SHIN haben. Der hat mit MANHOLE das erste, eigene Drehbuch verfilmt und ist noch recht grün hinter den Ohren, was das Drehen von Filmen angeht. Zwar ist das Drehbuch mies und Gewalt gibt es nahezu kaum zu sehen, dafür punktet der Streifen auf visueller Ebene. Hektische Schnitte und ausgefallene Kamerawinkel sorgen für etwas Dynamik. Finstere Atmosphäre bewirkt unwohliges Magengefühl. Leider ist das auch schon das einzige, was hervorzuheben wäre – aber unterm Strich viel zu wenig. Wer sich nur die Perlen unter den asiatischen Genrefilmen herausfischt, sollte MANHOLE unbedingt von seiner Filmliste streichen. Das ist kein sehenswerter Streifen.
 
 
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MANHOLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Schön gefilmter Horror-Thriller aus Südkorea, der trotz unwohliger Kulisse und unberechenbarem Babyface-Killer kaum der Rede wert ist. Letzterer hat mal wieder in der Kindheit Grausames ertragen müssen und dadurch psychischen Schaden erlitten, weshalb er sich nun eine neue Familie nach seinem Geschmack zusammenstellen möchte. Herr wirf Hirn vom Himmel, denn das sucht man hier vergebens. Täter wie Opfer verhalten sich selten dämlich und machen MANHOLE (OT: MAEN-HOL) zum Geduldsspiel. Wer Spannung braucht ist hier auf dem Holzweg. Vielmehr besteht der asiatische Genre-Streifen aus einer Aneinanderreihung immer gleicher Szenen und macht muntere Männer müde. Am besten meiden oder abschalten, denn die vergeudete Lebenszeit kann man anderweitig investieren.
 
 


 
 
 

MANHOLE – Zensur

 
 
 
Explizite Gewalt ist in MANHOLE Mangelware. Es gibt einen brennenden Körper zu sehen und einen Raum voller toter Menschen, die der Killer dort abgelegt hat, weil die Opfer nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Weiterhin hängt ein Mädchen kopfüber in Folie eingewickelt von der Decke und ist dort qualvoll verendet. Ein anderes Opfer wird von einer Eisenstange mehrfach getroffen. Das Meiste passiert im Off oder wird nur angedeutet. Demzufolge ist MANHOLE FSK16-tauglich.
 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shiver (2012)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
I Saw the Devil (2010)
 


Filmkritik: “Dementia” (2015)

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DEMENTIA

Story

 
 
 

Ein dementer Kriegsveteran erlebt nach einem Schlaganfall das pure Grauen in den eigenen vier Wänden.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig Horrorfilme schaut, dürfte mittlerweile verstanden haben, dass kein Mord ungesühnt bleibt. So bekommen die meisten Bösewichte am Ende das, was sie verdient haben und müssen nicht selten mit blutiger Rache rechnen – dem Zuschauer zuliebe. Der wird in vielen Fällen mit Schauerwerten verwöhnt, die nicht ohne sind, verkaufen sich Horrorfilme schließlich besonders gut, wenn sie deftige Bestrafungsmethoden zeigen. Rein gar nichts für Gorebauern ist der folgende DEMENTIA. Der schlägt – trotz Vergeltungsakt – in erster Linie leise Töne an und versucht Nervenkitzel durch Psychospiele zu verursachen. In diesem Indie-Thriller wird einmal mehr aufgezeigt, dass auch gutbürgerliche Nachbarn manch schreckliches Geheimnis hüten, das Jahrzehnte im Verborgenen geschlummert hat und irgendwann ans Tageslicht kommt.
 
 
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THE SACRAMENT-Prediger GENE JONES hat an “bösen” Rolle Gefallen gefunden und verkörpert erneut einen Schurken, der diesmal etwas zu verbergen hat. Als wenig sympathischer Eigenbrödler George Lockhart kommt er nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus und leidet fortan an einer speziellen Form der Demenz, weil das Gehirn kurzzeitig nicht mit Sauerstoff versorgt werden konnte. Der entfremdete Sohn Jerry (PETER CILELLA aus CONTRACTED: PHASE 2) und Enkelin Shelby (HASSIE HARRISON) nehmen es gelassen, bringen den Vietnamveteran nach Hause und staunen nicht schlecht, als am nächsten Tage eine Krankenschwester unangemeldet nach dem Patienten sehen möchte. Die kommt gelegen, denn der Sohnemann hat Arbeit im Kopf. Pflegerin Michelle (KRISTINA KLEBE aus BELA KISS: PROLOGUE) soll sich um den gebrochenen Kriegsveteran kümmern, der trotz harter Schale von Kriegserlebnissen gezeichnet ist. Leider passieren bald seltsame Dinge, was die Angehörigen auf des geistigen Zerfall des Familienmitglieds zurückführen. Doch die Ursache ist eine andere. Schwester Michelle ist zwar mitfühlend und zuvorkommend, versteckt aber hinter der Fassade des hilfsbereiten Engels ein furchtbares Geheimnis.
 
 
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Vom Kameramann zum Regisseur. Für DEMENTIA zeichnet MIKE TESTIN verantwortlich. Der stand in der Vergangenheit für Horrorstreifen, wie CONTRACTED oder CHILLING VISIONS als erfahrener Profi hinter der Kamera und nahm nach diversen Kurzfilmen für den ersten Langfilm auf dem Regiestuhl platz. Solide Leistung liefert er mit dem ersten, eigenen Spielfilm ab, der Dank der herausragenden Leistung von GENE JONES weit besser geworden ist, als man es vom etwas sehr überraschungsarmen Drehbuch erwartet hätte. Jones spielt hier einen unnahbaren Rentner, der für niemanden und nichts Mitgefühl entwickeln möchte. Trotzdem schafft der erfahrene Schauspieler das Kunststück, dass Mitleid für einen Mann entsteht, der in der Vergangenheit Grausames getan hat, aber nie bestraft wurde. Der Antiheld fühlt sich bald selbst als Opfer und muss sich für ein Verbrechen verantworten, das viele Jahre zurückliegt. So wird KRISTINA KLEBE im Film zu ISABELLE FUHRMAN (das Kind aus ORPHAN), die anfangs noch freundlich bald wahre Intensionen zeigt. Sie hat jahrelang Rache geplant und nutzt nun das Handicap ihres Gegenübers aus, um Kontrolle und Macht zu demonstrieren. Leider verblasst die Schauspielerin hinter der Leistung ihres Kollegen, denn trotz bitterbösem Katz-und-Maus-Spiel will man ihr die Rolle des psychopathischen Racheengels nicht so recht abnehmen. Aber auch die Handlung lässt Glaubwürdigkeit vermissen. Spätestens ab Filmmitte führt das Drehbuch ins Absurde. Hinzukommt, dass Ereignisse vorhersehbar sind und nach Schema F abgehandelt werden, so dass DEMENTIA dann doch etwas zu sehr ins klischeebehaftete Genrekino abdriftet. Förderlich für die Spannung ist das nicht gerade.
 
 
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Wenn der Pfleger zum Killer wird. Regisseur MIKE TESTIN spielt verkehrte Welt, denn in DEMENTIA werden Rollen vertauscht. Aus Tätern werden Opfer und umgedreht. So wird ein gewissenloser Kriegsveteran zum Gefangenen im eigenen Haus und muss mit körperlichen Gebrechen ums Überleben kämpfen. Ähnlich gestricktes Psychokino gab es übrigens schon vor 30 Jahren. Der spanische IM GLASKÄFIG fasst ähnliches Thema auf und erzählt von einem gelähmten, pädophilen Nazi, der von einem ehemaligen Opfer gefoltert wird. Was aber seinerzeit Kontroverse verursacht hat, weil Tabus gebrochen wurden, flimmert in DEMENTIA weitaus unspektakulärer und nicht gerade einfallsreich über die Leinwand. Gezeigtes ist simpel gestrickt, einfacher zu verdauen und orientiert sich in der Machart am Psycho-Mainstream, wie er bereits mit STEPHFATHER (das Remake!), CRUSH oder THE ROOMMATE dem Zuschauer vorgesetzt wurde. Dennoch ist DEMTIA deswegen nicht unbedingt schlecht. Das Grauen wird hier langsam aufgebaut, so dass sich der Horror schleichend seinen Weg durch eine Handlung bahnen kann, die mit halsbrecherischem Finale abgerundet werden muss. Über Letzteres lässt sich streiten. Schraubt man Erwartungen herunter, sorgt DEMETIA gerade wegen seiner eher zurückhaltenden Inszenierung und den guten Schauspielern zumindest ab und an für etwas Suspense. Für einen verregneten Nachmittag reicht’s.
 
 
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DEMENTIA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Als Familiendrama getarnter Psychothriller. DEMENTIA ist nicht gerade das, was man sich unter packend umgesetztem Psycho-Horror vorstellt. Der Film handelt von vermeintlich vertrauenswürdigen Menschen, die sich in das Leben gutbürgerlicher Familien einschleichen, um dort für Chaos zu stiften. Was in DEMENTIA passieren wird, ist schnell ergründet und nicht gerade neu. Geübte Horrorzuschauer werden schnell die Fährte wittern, denn die im Titel erwähnte Demenz fungiert nur als Alibifunktion, damit ein perfides Katz-und-Maus-Spiel gespielt werden kann. Was den einfach gestrickten Plot jedoch halbwegs interessant macht, sind die guten Darsteller, die vergessen lassen, dass DEMENTIA eigentlich ein Thriller von der Stange ist. Der hat vor allem mit einigen Logikproblemen und Unglaubwürdigkeiten zu kämpfen. Dennoch: Solide Unterhaltung für Zwischendurch. Mehr aber auch nicht.
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es kaum zu sehen. Neben einer toten Katze wird ein älterer Mann erschossen. Zudem kommt im Finale noch einmal die Flinte ins Spiel. Außerdem wird der Hauptdarsteller von verstörenden Kriegserinnerungen gequält in denen der Kamerad blutig durchs Bild taumelt. Sollte DEMENTIA in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte der Film problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Harvest (2013)

Orphan – Das Waisenkind (2009)

Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)


Filmkritik: “The Final Girls” (2015)

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THE FINAL GIRLS

Story

 
 
 
Als in jenem Kino ein Feuer ausbricht, in dem anlässlich des Todes der Horrorfilm-Schauspielerin Amanda Cartwright ein Gedenk-Event stattfindet, finden sich Amandas Tochter Max und ihre Freunde plötzlich im berühmtestem Film der verstorbenen Schauspielerin wieder: “Camp Bloodbath”. Nun müssen sie selbst ums Überleben kämpfen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Kritik

 
 
 
Regisseur Todd Strauss-Schulson kann bei IMDb zwar schon auf 25 Regie-Einträge verweisen, allerdings ist “The Final Girls” erst sein dritter Kinofilm (nach “Private High Musical” von 2008 und “Harold & Kumar” von 2011). Und Strauss-Schulson hat aus dem Drehbuch der Neulinge M.A. Fortin und Joshua John Miller wirklich das Bestmögliche herausgeholt. Leider bietet das Script nicht die bestmögliche Story, so dass “The Final Girls” bedauerlicherweise nicht so gut ist, wie er definitiv hätte werden können. Denn wo findet der geneigte Horrorfan heute noch einen Film, der ordentlich budgetiert und mit fähigen Darstellern ausgestattet ist und darüber hinaus noch mit einer originellen Story-Idee punkten kann? Eben. Da ist es dann umso ärgerlicher, wenn der Film erkennen lässt, dass er hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. “The Final Girls” hat fast alles richtig gemacht, allerdings hapert es an zwei grundlegenden Dingen, die diesen Film perfekt gemacht hätten: wesentlich mehr Gore und viel mehr Humor. So vergehen die 88 Minuten Laufzeit zwar auch recht kurzweilig, aber der Film ist leider viel zu unlustig. Zudem blendet Scott-Schulson bei fast jeder Slasher-Szene ab, so dass kaum Blut zu sehen ist. Das ist wirklich ärgerlich, weil “The Final Girls” ansonsten über ein paar wirklich gute Ideen verfügt.
 
 
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Max (Taissa Farmiga aus “Mindscape“) hat ihre Mutter, die Horrorfilm-Ikone Amanda Cartwright (Malin Akerman), vor drei Jahren bei einem Autounfall verloren. Über diesen Verlust ist Max immer noch nicht hinweg. Als ein Bekannter sie bittet, an einem Gedenk-Event für Amanda teilzunehmen, an dem ein Double-Feature ihrer berühmtesten Filme “Camp Bloodbath 1+2” gezeigt wird, lehnt Max deshalb zunächst ab. Schlussendlich taucht sie aber doch im Kino auf, in dem der Film gezeigt wird. Als dort plötzlich ein Feuer ausbricht, suchen Max und ihre Freunde einen Ausweg. Kurzerhand stürzen sie durch die Leinwand und landen dabei mitten im gezeigten Film aus den 1980er Jahren. Das Wiedersehen mit ihrer dort noch blutjungen Mutter macht Max schwer zu schaffen. Allerdings bleibt keine Zeit für langes Nachdenken, denn immer noch schleicht ein Killer durchs Camp und macht auch vor Max und ihren Freunden nicht halt. Wird es der sypmpathischen Hauptdarstellerin und ihren Freunden gelingen, dem Killer zu entwischen und vielleicht sogar die Mutter der Filmheldin zu retten. Oder werden sie auf ewig in dem billigen Schocker “Camp Bloodbath” gefangen bleiben?
 
 
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Zunächst zum Positiven: “The Final Girls” hat ein paar wirklich grandiose Ideen. Die Freunde bekommen wiederholt die Möglichkeit, ins Camp Bloodbath zu gelangen, als sie sich nach ihrer Flucht aus dem brennenden Kinosaal unverhofft im waldähnlichen Setting des Films wiederfinden. Denn nach genau 92 Minuten beginnt der Film immer wieder von vorn, so dass die anfänglich ausgeschlagene Mitfahrgelegenheit im dritten Anlauf endlich wahrgenommen wird. Auch zum Thema Rückblenden hat Scott-Schulson sich etwas einfallen lassen. Zum Beispiel kann man über die eingeblendete Schrift herübersteigen, die anzeigt, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Als die Freunde auf einmal ganz langsam sprechen und sich auch so bewegen, stellen sie erstaunt fest, dass sie sich in einer Slow-Motion-Sequenz befinden. Und als sich Hedlin Max nach ihrem letzten Kampf umdreht und zum Himmel blickt, wird dort der nun eingeblendete Abspann sichtbar. Diese kleinen Ideen sind wirklich lustig und machen Spaß. Der Film ist eine Hommage an “Freitag, der 13.” und zeigt dies gern und deutlich durch schonungslosem Gebrauch von Slasher-Klischees. So taucht der Killer immer dann auf, wenn die Protagonisten gerade am Fummeln sind. Zudem wurde er als Kind in einem Ferienlager gehänselt, trägt eine alberne Maske und pflügt sich mit einer Machete durch seine Opfer. Darüber hinaus hat Scott-Schulson ein paar wunderbare Szenen in seinen Film gestreut, in denen 80er und Neuzeit aufeinanderstoßen. So treffen Walkmans auf Handys, was bei den Filmfiguren für Verwirrung sorgt.
 
 
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Scott-Schulson hat außerdem viel Wert auf ordentliche CGI und coole Bilder gelegt. Oft taucht er die Settings in satte, leuchtende Farben, die den Look des Films nennenswert unterstreichen. Auch die Darsteller geben ihr Bestes und spielen solide. Der 37jährigen Malin Akerman nimmt man das Teenager-Blondchen im Film-im-Film zwar nicht ganz ab, dennoch spielt sie ihre Rolle gut. Taissa Farmiga ist die 21jährige Schwester der doppelt so alten Vera Farmiga (“Up in the Air”) und liefert als emotional völlig überforderte Filmheldin Max ebenfalls glaubwürdige Leistungen ab. Erwähnenswert wäre dann vielleicht noch Angela Trimbur als tumbe, aber sexy Tina, die wunderbar überzogen von ihr dargeboten wird. Guter Cast, guter Look, coole Ideen und stimmiger Soundtrack – bis hierhin hat Scott-Schulson alles richtig gemacht.
 
 
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Was seinem Film dann leider zumindest teilweise das Genick bricht, sind die zu spärlich vertretenen Komponenten Humor und Splatter. Da ist sogar das Vorbild von 1980 blutiger und zeigefreudiger als dieser Film. Scott-Schulson blendet fast jedes Mal ab, sobald die Machete geschwungen wird oder vermeintlich blutige Auseinandersetzungen stattfinden. Von grausig-absurden Morden oder bösen Verletzungen bekommt man hier also so gut wie nichts zu sehen, was wenig Sinn macht, wenn man einen Horror-Slasher dreht. Darüber hinaus fehlt es dem Film, abgesehen von ein paar humoristischen Wortspielchen, eindeutig an Witz. Der sich förmlich anbietende Running Gag um das Ableben einer der Protagonisten wird verschenkt. Coole One-Liner von Amanda und Vicki wie “Dann heb ich mich eben für George Michael auf” und “Darauf würde ich mich lieber nicht verlassen” bleiben die Ausnahme. Somit werden die 88 Minuten Laufzeit zum teils zähen Trauerspiel, eben weil man so gut erkennen kann, welches Potenzial der Film gehabt hätte.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kaum Witz und wenig Gewalt. Diese Mankos machen “The Final Girls” leider zu einem durchschnittlichen Horrorfilme – etwas, was man diesem Film wirklich nicht gegönnt hätte. Dennoch kann man mit diesen Final Girls durchaus Spaß haben, denn trotz der erwähnten fehlenden Zutaten liegt der Film qualitativ weit über dem, was man normalerweise im Horrorgenre geboten bekommt. Vielleicht kommt es ja so, wie auch im Film “Camp Bloodbath”: ein zweiter Teil kündigt sich an. Bis dahin solide sechs von zehn blutigen Camps, um die man besser einen weiten Bogen macht.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Zensur

 
 
 
“The Final Girls” hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Sonderlich blutig sind die Morde nicht, was die FSK16 durchaus gerechtfertigt. Slasher-Fans können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Final Girls; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Hindi, Italienisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar von Cast & Crew, Kommentar des Drehbuchautors, Entfallene, erweiterte und alternative Szenen mit optionalem Kommentar vom Regisseur, Entwicklung der visuellen Effekte Vorschau-Animation

Release-Termin: 12.11.2015

 

The Final Girls [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Trailer

 
 

 
 

MissVega

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Ähnche Filme:
 
You Can’t Kill Stephen King (2012)
 
Chuckys Baby (2004)
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Scream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Scream 4 (2011)
 


Filmkritik: “Bastard” (2015)

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BASTARD

Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Ein frisch vermähltes und blutgeiles Killer-Duo (DAN CREED und ELLIS GREER) gabelt auf der Fahrt zu einem Liveauftritt ein verliebtes Tramper-Paar (darunter REBEKAH KENNEDY aus HOUSE HUNTING und THE UNDERNEATH) auf der Landstraße auf und nimmt es mit dem Auto mit. Die Anhalter outen sich später als Bruder und Schwester und landen zusammen mit den neuen mordgierigen Freunden in einer Herberge auf der Speisekarte von Kannibalen. Tja, das Leben geht manchmal seltsame Wege.
 
 
 


 
 
 

BASTARD – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streich von AFTER DARK FILMS. Nachdem man sich mit dem AFTER DARK HORRORFEST in Fankreisen einen Namen machen konnte, produziert man seit einigen Jahren selbst Horrorfilme, um Fans der schaurigen Unterhaltung mit immer neuen Horrorprodukten bei Laune halten zu können. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Abwechslung, damit dem Publikum nicht langweilig wird. Ob mordende Zwillinge, ausgefuchste Serienmörder, turboschnelle Zombies oder hysterische Sektengurus – unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS wird im Akkord Gruselzeug fürs Heimkino fabriziert, um die gierige Horrormeute mit stets unterhaltsamen Indie-Schockern fernab des Mainstreams zu versorgen. Mittlerweile gehören die hauseigenen Produktionen aus den AFTER DARK-Studios zum Must-See für Horrorfans, denn anders als Horror-Verbrechen aus den Schrottpressen ASYLUM oder SYFY ist man bei AFTER DARK FILMS immer noch um ein gewisses Maß an Qualität und Schrecken bemüht. Trotz sehenswerte Angstmacher haben es leider immer noch nicht alle AFTER DARK ORIGINALS-Filme nach Deutschland geschafft. So warten vor allem ältere Produktionen, wie CHILDREN OF SORROW, RITUAL oder DARK CIRCLES auch weiterhin auf eine deutsche Auswertung und das, obwohl Letztgenannter zu einem der besten Machwerke gehört, die die Schauerschmiede bis heute produziert hat.
 
 
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Mit dem Horror-Thriller BASTARD probieren die Experten für kurzweiligen Schauer etwas Neues aus. Der Streifen gehört nämlich so jener Art von Filmen, die sich nicht unbedingt in eine Schublade stecken lassen. So vermischen die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG (die mit BASTARD übrigens ihr Regiedebüt feiern) zig Subgenres zu einem skurrilen Horror-Mix, der gut startet, aber im haarsträubenden Gewaltrausch vom rechten Weg abkommt. Erzwungen blutig geht es hier zu, denn was als anarchische Bonnie-und-Clyde-Kopie beginnt, wandelt ganz schnell auf Tortur, Slasher- und Kannibalenpfaden – bösem Zynismus inklusive. Was sich jedoch für den Liebhaber deftigeren Filmhandwerks als Offenbarung entpuppt, gerät beim Blick über den Tellerrand zum wirren Horrordebakel, in dem man nicht nach Logik suchen sollte. Glaubwürdigkeit scheint nämlich abhandengekommen zu sein, was BASTARD dann doch immer mal wieder unfreiwillig komisch erscheinen lässt – gewollt war das definitiv nicht. Doch damit nicht genug. Das eifrige Kombinieren unterschiedlicher Subgenres will nicht so recht funktionieren. Oftmals kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, als habe man versucht Drehbücher zu unfertigen Filmen in irgendeiner Weise zusammenzuführen, um daraus gewaltigen Horrorquatsch zu machen. Der Verdacht kommt nicht von ungefähr. Schenkt man Interviews der Macher im Netz glauben, so sollte die Idee von einem Killer-Pärchen anfänglich in Form eines Kurzfilmes Verwendung finden, das Drehbuch hierzu war bereits in Arbeit. Letztendlich entschied man sich jedoch dazu, die mordlüsternen Liebenden zusammen mit anderen Protagonisten (aus ebenso selbst geschriebenen, unfertigen Skripten) in einem Film unterzubringen und von bösen Kannibalen schlachten zu lassen. Ob das wirklich so gut gewesen ist, wie es die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG in euphorischen Lobgängen bekunden, mag bezweifelt werden, denn Fakt ist: in BASTARD passt irgendwie kaum etwas zusammen.
 
 
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Dabei waren die Ambitionen groß. So orientierte man sich visuell an Klassikern wie FREITAG DER 13. oder CARRIE. Inspirationen für die akustische Untermalung lieferten die Kultwerke HALLOWEEN und SUSPIRIA. BASTARD verbeugt sich als selbsternannter Retro-Slasher mit pumpenden Synthesizer-Klängen, abrupten Schnitten und heftigen Kills (die handgemachten Effekte sehen übrigens klasse aus) vor den bösen Meuchelfilmen der späten 70er und frühen 1980er, von denen viele auch heute noch ihr Dasein auf der Liste für jugendgefährdende Medien fristen. Trotz ähnlicher Machart sollte dennoch unterschieden werden. Während man heutzutage gern an viele der aktuell immer noch beschlagnahmten Filme zurückblickt, dürfte sich in dreißig Jahren wohl kaum jemand an diese AFTER DARK-Produktion erinnern können. BASTARD ist ein komisches Machwerk, über dessen Sinn und Unsinn man sich definitiv streiten kann. Umso mehr lässt der Gedanke erschauern, dass dieser Horror-Thriller in Serien gehen könnte. Über drei mögliche Fortsetzungen und einem Prequel witzeln die Regisseure mit der Fachpresse. Da kann man nur hoffen, dass es auch wirklich beim Spaß bleibt.
 
 
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BASTARD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine haarsträubende Geschichte über Inzucht, Kannibalismus und deftigen Morden. BASTARD ist ohne Zweifel ein Fest für Liebhaber der härteren Filmgattung. Leider wurden für diesen AFTER DARK-Film zu viele Subgenres miteinander kombiniert, weshalb sich der Retro-Slasher dann doch in allerhand unglaubwürdigen und konstruiert wirkenden Handlungsverläufen verfängt. Nichts will in BASTARD zusammenpassen, weil hier offensichtlich Ideen gesammelt und unbedacht zusammengeführt wurden. Für den kurzen Adrenalinschub mag das ausreichen. Klammert man jedoch die Gewaltmomente aus, bleibt nur eine löchrige Handlung übrig, die im Grunde genommen kaum Sinn ergibt. Als Horror-Thriller kann man BASTARD nicht ernst nehmen. Trotz dezentem Zynismus und viel unfreiwilliger Komik funktioniert das Machwerk auch als rabenschwarze Horrorkomödie nicht – dazu ist der Film einfach nicht lustig genug.
 
 


 
 
 

BASTARD – Zensur

 
 
 
BASTARD ist kein Film, der sich in Sachen Gewalt zurückhält. Einem Protagonisten wird die Wirbelsäule bei lebendigem Leib herausgerissen, ein Kind wird aus dem Mutterleib einer Heldin herausgeschnitten und in menschlichem Gedärm wird auch herumgewühlt. Das ist teils hart anzuschauen. Demnach könnte es Probleme mit der FSK geben. Man darf gespannt sein.
 
 


 
 
 

BASTARD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Among the Living (2014)
 
GirlHouse (2014)
 
Awaiting (2015)
 
Starve (2014)
 


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