Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Beiträge mit Schlagwort “Psychopath

Filmkritik: “Plague” (2014)

Plague-2014-film
 
 
 

PLAGUE

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Infektion hat die Menschen in Zombies verwandelt. Zwei Überlebende müssen bald am eigenen Leibe erfahren, dass im postapokalyptischen Australien weitaus schlimmere Bedrohungen warten, als untote Menschenfresser.
 
 
 


 
 
 

PLAGUE – Kritik

 
 
 
Achtung, Achtung – die Zombies sind los! Mittlerweile ist das in der Horrorfilmwelt nichts Ungewöhnliches mehr, denn Zombiefilme zu drehen hat sich seit einigen Jahren mal wieder zum begehrten Sport unter Nachwuchsregisseuren gemausert. Ob günstig fabriziert, tiefgründig, blutig oder künstlerisch wertvoll; Zombies lassen sich auch knapp ein viertel Jahrhundert nach Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD gut vermarkten – egal wie einfältig sie von untalentierten Filmemachern auch in Szene gesetzt werden. Einen etwas anderen Zombiefilm bringen die beiden Australier NICK KOZAKIS und KOSTA OUZAS in die Heimkinos. Die lassen zwar auf dem Cover ihres ersten Spielfilmes mit fressgeilen Monstern werben; der Film schlägt aber eine andere Richtung ein. Horror aus Australien steht auf dem Programm hinter dem sich aber keine Gore- und Splattergranate versteckt, wie man es wohl bei Filmen dieser Art erwarten würde. PLAGUE ist mehr Drama als Horror und deckt auf, was viel unberechenbarer und grausamer ist als Horden untoter Furien: der Mensch selbst.
 
 
plague-2014-film-bild-1
 
 
Eine ansteckende Infektion macht in Australien die Runde und hat die Bevölkerung in hungrige Kreaturen verwandelt. Einige Überlebende konnten sich in einem Schuppen vor der Seuche in Sicherheit bringen. Doch das Versteck wird von Infizierten entdeckt und die Flucht vor bereits toten Menschenfressern beginnt von Neuem. Während die Gruppe ihr Lager aufbricht, entscheidet Evie (TEGAN CROWLEY) zurückzubleiben und auf den Liebsten (SCOTT MARCUS) zu warten nichtsahnend, dass ihr bald der Sensenmann höchstpersönlich auf den Leib rücken wird. Das Paar bekommt unerwarteten Besuch von einem hilfsbereiten Fremden (STEVEN KENNEDY), der Unterstützung anbietet und Medikamente besorgt. Doch die Nettigkeiten sind nur Fassade. Als mit dem Unbekannten die Hormone durchgehen, zeigt der sein wahres Gesicht und entpuppt sich als erbarmungsloser Psychopath.
 
 
plague-2014-film-bild-2
 
 
Die Regisseure NICK KOZAKIS, KOSTA OUZAS sowie Produzent ALEXANDER OUZAS glauben, dass das Zombie-Genre weit mehr zu bieten hat, als stumpfe Fress- und Gewaltmomente. So nutzen sie den Zombiefilm als Möglichkeit, um menschliche Verhaltensweisen zu studieren und der Gesellschaft den Spiegel vorzuzeigen. In ihrem PLAGUE zeigen sie auf, dass Menschen in Extremsituation zu Einzelkämpfern werden. Grundlegende Vorstellungen über Ethik und Moral geraten da schnell ins Abseits, wenn Überlebensinstinkte geweckt werden und sich jeder selbst der Nächste ist. Dass in PLAGUE die dunkle Seite des Menschen in Mittelpunkt gerückt wird und die Zombies nur als Alibifunktion herhalten müssen, um menschliche Abgründe aufdecken zu können, scheint ein gewagtes Experiment zu sein. Glücklicherweise trägt der Mut zum unkonventionellen Kino Früchte, denn PLAGUE ist trotz überschaubaren Zombieangriffen ein nicht uninteressanter Film. Inmitten eines Weltuntergangszenarios werden essentielle Fragen gestellt. Kannst Du Freunden trauen? Hält Liebe im Chaos Bestand? Was würdest Du für das Leben nahestehender Menschen opfern? Die Realität ist bitter, denn die Protagonisten im Film werden vor schwere Entscheidungen gestellt, die am Ende zu denken geben und verstören.
 
 
plague-2014-film-bild-3
 
 
PLAGUE beschönigt nichts und schließt auch mit keinem kitschigen Happy End ab. Ganz im Gegenteil, die Macher stoßen mit einem bitterbösen Finale vor den Kopf, das in seiner Radikalität ein unangenehmes Baugefühl beim Zuschauer verursacht. Der dürfte wohl am Ende selbst überrascht sein, dass PLAGUE trotz kaum vorhandener Splatterszenen weitaus beängstigender ausfällt, als manch ultra-brutale Zombiegurke. Das mag vor allem an der beunruhigenden Atmosphäre liegen, die sich wie ein Pfaden durch den gesamten Film frisst. Der Ton des Films ist deprimierend, ausweglos und bedrückend, so dass bereits nach wenigen Minuten einleuchten dürfte, dass die Geschehnisse in PLAGUE kein gutes Ende nehmen werden. Letztendlich gehört der australische Genrebeitrag zu einem der besseren Zombiefilme, weil er den Virusausbruch aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Zombies haben Sendepause und kaum Screentime. Stattdessen wird Aufmerksamkeit auf die Protagonisten gerichtet, die diesmal nicht typischen Heldenbildern entsprechen. Kurioserweise besitzt PLAGUE nämlich keine Helden, auch wenn zu Beginn Sympathien zu den Hauptdarstellern vorgeheuchelt werden. Ihre selbstsüchtigen Entscheidungen bewirken das Gegenteil und das macht den Film besonders und einzigartig. Gerade weil PLAGUE ein vollkommen anderer Zombiefilm ist, sei er an dieser Stellen den Freunden psychologischen Horrors ans Herz, denn wir meinen: sehenswert!

 
 


 
 
 

PLAGUE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unberechenbarer und kaltblütiger als jeder Zombie ist die Bestie Mensch: Bitterböses, postapokalyptisches Weltuntergangsszenario mit ungemütlicher, gesellschaftskritischer Botschaft, die zu denken geben dürfte. PLAGUE ist der etwas andere Zombiefilm, der sich jedoch weniger mit Zombies beschäftigt. Vielmehr rücken die australischen Regisseure NICK KOZAKIS und KOSTA OUZAS den Mensch selbst in den Mittelpunkt, der sich im Ausnahmezustand nur noch auf sich verlässt. Soziale Bindungen haben in Extremsituationen kaum noch Stellenwert, denn wenn es ums Überleben geht ist sich jeder selbst der Nächste. Mit schmalen 150.000 Dollar ist den Nachwuchsregisseuren ein verstörender Genre-Beitrag gelungen, der menschliche Abgründe zu Tage bringt und all jene ansprechen soll, die nach Neuerungen im Zombiefilm suchen. Die andere Herangehensweise ist die Quintessenz von PLAGUE. Denn statt den Streifen mit langen Fressmomenten zu füllen, wird der Zuschauer mit grundlegenden, moralischen Fragen konfrontiert. Auch wenn es kaum Untote zu sehen gibt, wirkt da Gezeigte hart und unbequem. Weil die Macher auch ohne Gewalt verstören können, vergeben wir auch hier das Prädikat: “Geheimtipp”.
 
 
 


 
 
 

PLAGUE – Zensur

 
 
 
Es gibt einen kurzen Fressmoment zu sehen in dem ein Charakter von Zombies zerfleischt wird. Ansonsten ist die Gewalt hier vorwiegend psychischer Natur. Dennoch kommt hin und wieder das Schrottgewehr zum Einsatz. Einmal wird einem Protagonisten die Gesichthälfte weggeschossen. In einer anderen Szene bahnt sich Munition durch den Bauch einer Filmfigur. Weil PLAGUE mehr Drama statt Horror ist und sich die gezeigte Gewalt in Grenzen hält, darf man von einer deutschen FSK16 ausgehen.
 
 


 
 
 

PLAGUE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Within (2014)
 
Chrysalis (2014)
 
The Dead 2: India (2013)


Filmkritik: “Greatful Dead” (2013)

greatful-dead-2013
 
 
 

GREATFUL DEAD

(GUREITOFURU DEDDO)

Story

 
 
 
Die attraktive Nami (Kumi Takiuchi) hat ein ungewöhnliches Hobby: sie beobachtet gern heimlich einsame Menschen, weil sie sich als Kind oft selbst allein gefühlt hat. Als ihr ein besonders einsames Exemplar vor’s Fernglas kommt, passiert das, womit niemand gerechnet hat. Nami verwandelt sich zur unberechenbaren Stalkerin, die jeden Schritt ihres Beobachtungsobjektes überwachen muss …
 
 
 


 
 
 

GREATFUL DEAD – Kritik

 
 
 
Die kleine Nami möchte nicht mehr von allen ignoriert und alleingelassen werden. Die Mutter hat sich aus dem Staub gemacht, um den Kindern in der Dritten Welt helfen zu können. Der Vater zerbricht am Verlust und verkriecht sich in seine Kammer, um im Selbstmitleid zu verfließen. Für die große Schwester eine kaum ertragbare Situation, mit der sie sich nicht auseinandersetzen möchte. Sie zieht zu ihrem Freund und erhofft dort ein geregeltes Leben in Familie. Zurück bleibt einsam Nesthäkchen Nami, die in der Schule Mitschüler verprügeln und im Shoppingkanal wahllos Elektrogeräte bestellen muss, um von den Eltern endlich wahrgenommen zu werden. Zehn Jahre später ist Nami zu einer attraktiven Frau herangewachsen – fühlt sich aber immer noch unbeachtet. Statt sich mit Gleichaltrigen zu verabreden, bespitzelt sie lieber einsame Menschen mit dem Fernglas, um deren Tagesabläufe zu studieren. Als ihr der verbitterte Herr Shiomi vor das Fernrohr kommt, sieht sie in ihm einen Seelenverwandten und beginnt den Rentner zu überwachen. Weil GREATFUL DEAD nun mal in Horror-Genre verwurzelt ist, dürfte klar sein, dass die Geschehnisse bald eine unerwartete Wendung nehmen werden. Der gebrechliche Alte bekommt Besuch von einer charmanten Haustürpredigerin, schöpft neuen Lebensmut und verbringt plötzlich viel Zeit mit Familie und Kirche. Für Nami eine nicht hinnehmbare Situation. Sie heuert einen Killer an, der dafür sorgen soll, dass sich der Greis endlich wieder einsam fühlt.
 
 
greatful-dead-bild-1
 
 
GREATFUL DEAD ist äußerst morbide Unterhaltung, die sich ausgefuchste Köpfe in Japan einfallen lassen haben. Dort beweist man in bescheidener Regelmäßigkeit, dass man ein Händchen für sonderbare Filmstoffe besitzt, die immerhin westlichen Filmschaffenden ein gutes Beispiel sein sollten, wie man sehenswerte Horrorfilme macht. In diesem skurrilen Filmerlebnis darf der Zuschauer einem bitterbösen Schlagabtausch der Generation beiwohnen, der – wie sollte es auch anders sein – in viel Geschrei und deftigen Kills mündet. Was der Zuschauer anfangs noch nicht weiß: hinter dem unschuldigen Gesicht der Antiheldin verbirgt sich das unberechenbare Böse. Protagonistin Nami ist nämlich kein Engel, sondern eine traumatisierte Stalkerin, die nach Jahren der Abweisung gelernt hat mit Einsamkeit umzugehen. Schnell wird klar, dass die jahrelange Ignoranz von Mutter und Vater Spuren hinterlassen hat. In ihrer eigenen Welt fühlt sie sich verstanden, lebt und handelt nach ganz eigenen Regeln. Doch was für die Heldin normal zu sein scheint, wirkt auf das Publikum befremdlich, schließlich hat Nami über die Jahre eine äußerst fragwürdige Methode entwickelt Liebe und Zuneigung zum Ausdruck zu bringen.
 
 
greatful-dead-bild-3
 
 
Makaber und rabenschwarz: GREATFUL DEAD ist ein schrulliges Kinoerlebnis, das diverse Genres miteinander vereint. Der japanische Regisseur EIJI UCHIDA mixt auf erfrischende Weise Elemente aus Horrorfilmen, Thriller, Komödien und Dramen zu einem unterhaltsamen Cocktail, der mit einem gewissen Augenzwinkern genossen werden sollte. Auch wenn GREATFUL DEAD ernste Themen, wie Anonymität und Einsamkeit der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft erforscht, hat Macher EIJI UCHIDA seinen sehenswerten Stalker-Streifen mit reichlich Selbstironie ausgestattet, damit es auch etwas zu Schmunzeln gibt. Wenn sich Alt und Jung die Augen auskratzen, unerwartete Wendungen ihren Lauf nehmen und Sympathiepunkte neu verteilt werden, kann man UCHIDA für diesen unterhaltsamen und dennoch ungewöhnlichen Terror-Flick nur beglückwünschen. Hauptdarstellerin KUMI TAKIUCHI erweist sich übrigens als Glücksgriff. Sie konnte sich gegen 500 andere Bewerberinnen behaupten und erhielt die Rolle der traumatisierten und bemitleidenswerten Antiheldin. Dass die junge Japanerin zuvor noch nie vor der Kamera gestanden haben soll, mag man gar nicht glauben, scheint ihr doch die Rolle der Psychopathin wie auf dem Leib geschneidert zu sein.
 
 
greatful-dead-bild-2

 
 


 
 
 

GREATFUL DEAD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Da sind sie wieder: die seltenen acht Filmklappen, die dieser Film zu recht verdient hat. GREATFUL DEAD ist großartiges, rabenschwarzes Horrorkino aus Fernost, in dem weder die Geschichte noch ihre Figuren zu kurz kommen. Japan beweist mal wieder, dass man in puncto Einfallsreichtum westlichen Filmschaffenden haushoch überlegen ist. Abermals traut man sich das Unkonventionelle und trifft damit den Nerv der Horrorfans. Auch wenn es in GREATFUL DEAD äußerst makaber und bitterböse zugeht, gibt es auch reichlich zu Schmunzeln, denn Regisseur EIJI UCHIDA achtet darauf, dass sich die eigentlich ernste Thematik nicht zu sehr auf das Gemüt des Zuschauers legt. GREATFUL DEAD besitzt eine brisante soziale Botschaft und erforscht die Folgen einer rasch alternden Bevölkerung, die in einer schnelllebigen und anonymen Gesellschaft immer häufiger mit Einsamkeit zu kämpfen hat. Dass jedoch die Einsamkeit schon längst nicht mehr ausschließlich ein Problem der Alten ist, wird anhand der zermürbenden Charakterstudie von Antiheldin Nami deutlich. Die ist als traumatisierte Psychopathin in ihrem Vorgehen zwar abgebrüht, aber dann doch wieder zu menschlich, dass man ihr das abnormale Verhalten nicht übel nehmen möchte. Dass Schauspielerin KUMI TAKIUCHI bisher noch nie vor der Kamera gestanden hat, ist ein Segen. Die spielt trotz Unerfahrenheit so natürlich, dass man Regisseur EIJI UCHIDA für diese Besetzung nur beglückwünschen kann. Bei so morbid-kreativem Horrorstoff dürfte es wohl niemanden überraschen, wenn Hollywood Interesse an einem amerikanischen Remake bekunden würde, schließlich ist GREATFUL DEAD ein sehenswertes Thriller-Erlebnis, das wir auch jenen Filmfans empfehlen können, die sonst so ihre Probleme mit Horrorware aus Fernost besitzen.
 
 
 


 
 
 

GREATFUL DEAD – Zensur

 
 
 
Auch wenn es im Film des Öfteren was zu Lachen gibt, kommen auch Gewaltfreunde auf Ihre Kosten. Es gibt einen Fall kopfüber in Reißzwecken zu sehen, Protagonisten werden erschlagen oder mit einem Besen durchbohrt. Insofern der Film hierzulande ausgewertet werden sollte, wird der blaue FSK16-Flatschen auf das Heimkinocover gedruckt.
 
 


 
 
 

GREATFUL DEAD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil May Call (2013)

Come Back to Me (2014)

Crush – Gefährliches Verlangen (2013)

Stalker (2011)

Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)


Filmkritik: “Rage – Midsummer’s Eve” (2015)

rage-midsummers-eve-2014
 
 
 

RAGE: MIDSUMMER’S EVE

Story

 
 
 
Für RAGE – MIDSUMMER’S EVE geht es in finnische Wälder. Dort wollen sich’s einige Teenager in einem Sommerhaus mit Musik und Alkohol gemütlich machen. Leider erfahren die Kids bald am eigenen Leibe, dass ihre Hilfeschreie fernab der Zivilisation von niemandem gehört werden können. Eine sonderbare Kreatur treibt hier draußen ihr Unwesen. Sie verarbeitet schreiende Jugendliche zu Hackfleisch und geht mit taktischer Raffinesse vor, damit kein Opfer je wieder zurück in die Stadt findet.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer unabhängiger Horrorfilm einer ambitionierten Regisseurin, die für ihr bisheriges Schaffen bereits viel Lob und diverse Auszeichnungen erhalten hat. TII RICKS ist bisher noch nicht im Horror-Bereich aufgefallen. Die Tochter einer finnischen Mutter und eines amerikanischen Vaters wurde im deutschen Bad Hersfeld geboren, wuchs in Amerika auf, erkannte aber erst nach dem Umzug ins idyllische Finnland, dass sie ihre Passion “Horrorfilm” zum Beruf machen wollte. Nach Arbeiten an unzähligen TV-Shows, Videoclips und Dokumentation war es dann soweit. Der leidenschaftliche Horrorfan ergriff die Möglichkeit und drehte den ersten Schauerstreifen für den RICKS sogar selbst das Drehbuch verfasste. Der ist nun fertig und soll mit reißerischem Titel für Aufmerksamkeit sorgen. RAGE: MIDSUMMER’S EVE nennt sich das abendfüllende Machwerk, für das sich die Regisseurin bei jenen Lieblingsfilmen Inspirationen holte, die in der Kindheit Eindruck hinterlassen haben. So zählen Kulthits wie HALLOWEEN, FREITAG DER 13. und A NIGHTMARE ON ELM STREET zu den Lieblingsfilmen und werden dementsprechend auch in RAGE: MIDSUMMER’S EVE zitiert.
 
 
rage-midsummers-eve-bild3
 
 
Viel zitiert, aber kaum an sich gedacht: in RAGE hagelt es Unmengen Danksagungen und Verweise an all jene Filmklassiker, die maßgeblich daran beteiligt gewesen sind, dass Regisseurin TII RICKS zum Horrorgenre gefunden hat. Nur leider sucht man zwischen Verbeugungen und Anspielungen an bekannte Slasher-Ware der 80er Eigenständigkeit und Originalität, um das Interesse all jener wecken zu können, die nahezu jeden wichtigen Horror-Schlitzer der letzten drei Jahrzehnte gesehen haben. Was in RAGE: MIDSUMMER’S EVE passiert, lässt sich demzufolge vorausahnen und hält kaum Neuerungen parat, weil man sich zu versteift auf das Abhandeln obligatorischer Slasher-Regeln konzentriert.
 
 
rage-midsummers-eve-bild2
 
 
Wenn junge Erwachsene zum Trinken tief in den Wald fahren, kann das in den meisten Fällen nur tödlich ausgehen – und so ist es auch. Für RAGE: MIDSUMMER’S EVE wurde tief in der Klischeekiste gegraben und all das zu Tage gebracht, was bereits seit den Anfängen des Schlitzer-Genres für Aufsehen gesorgt und in SCREAM selbstironisch persifliert wurde. Der Handyempfang ist plötzlich verschwunden, Teenager irren planlos durch die Kulisse und statt sich im Wald zu verstecken verbarrikadiert man sich lieber in einem Häuschen, um darin auf den Tod zu warten. Sonderlich klug ist RAGE: MIDSUMMER’S EVE nicht gestrickt auch wenn peinlich darauf geachtet wird, dass die Identität des Killers möglichst lang im Verborgenen bleibt. Die Kamera fängt wenig ein, so dass selbst weit nach dem Abspann unklar bleibt, was denn da eigentlich auf Beutezug geht. Ob eiskalter Killer, verlauster Waldmensch oder unheimliche Kreatur aus der Welt der Mythen und Legenden – was in RAGE durch Wald und Flur schleicht bleibt weitestgehend unerforscht.
 
 
rage-midsummers-eve-bild1
 
 
RAGE wirkt unfertig, denn wesentliche Fragen bleiben weitestgehend unbeantwortet. Das abrupte Ende legt der Vermutung nahe, als habe jemand 10 Minuten vor dem Abspann die Schere angesetzt und den Endkampf herausgeschnitten. Vermutlich benötigte Macherin TII RICKS noch Material für eine Fortsetzung, weshalb das Finale gestrafft werden musste – anders lässt sich der holprige und unfertige Schlussakt nicht erklären. Bleibt zu erwähnen, dass es in RAGE: MIDSUMMER’S EVE niemals dunkel wird. Der Film wurde während des finnischen Mittsommers gedreht – einer der wichtigsten Nationalfeiertage Finnlands, an dem die Sonne nicht untergeht. Dementsprechend konnte während der Produktion auf künstliche Beleuchtung verzichtet und das natürliche Licht der Sonne genutzt werden. Fluch und Segen zugleich, denn Gruselatmosphäre will an einem Tageslicht-Set natürlich nicht aufkommen. Unterm Strich ist RAGE: MIDSUMMER’S EVE keine Offenbahrung. Der Film ist eine Aneinanderreihung von bekannten Szenenverläufen, die man nun mittlerweile überhaben dürfte. Die schauspielerischen Leistungen sind kaum der Rede wert und quälende Vorhersehbarkeit wirkt sich negativ auf die Spannungskurve aus. Die ist kaum vorhanden, weil man bereits weiß was passiert, noch bevor es passiert. Keine guten Voraussetzungen, um als Horrorfans von der Horrorgemeinde ernst genommen zu werden. Von einem möglichen Sequel raten wir dringend ab!
 
 
 


 
 
 

RAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Mutiger Indie-Horror made in Finnland. Auch wenn in den letzte Jahren mit Filmen wie REC, SO FINSTER DIE NACHT und TROLLHUNTER einige äußerst nennenswerte Horrorfilme in Europa entstanden sind, werden selbstverständlich im europäischen Ausland auch die Filme gedreht, die man in Fankreisen auch als Rohrkrepierer betitelt. Die finnische Indie-Produktion RAGE: MIDSUMMER’S EVE ist so eine cineastische Katastrophe, die dem Horrorfan gar keinen Spaß bereiten möchte. Bei diesem Film handelt es sich um einen austauschbaren Slasher, der sich den ewig gleichen Regeln bedient, über die man sich schon in Horrorwerken wie SCREAM lustig gemacht hat. Die Schauspieler sind mau, die Geschichte bekannt und Splatter-Momente: Fehlanzeige! Stattdessen wirkt RAGE unfertig, holprig und benötigt auch recht lange um überhaupt in Fahrt zu kommen. Nach dem vor einiger Zeit hier besprochenen isländisch-finnischen Koproduktion FROST ergänzt RAGE die Reihe finnischer Horrorfilme, die man besser meiden sollte. Demzufolge wäre es ratsam sich nicht vom vielversprechenden Filmposter blenden zulassen. Das ist weit gruseliger als der Film selbst – Hände weg!
 
 
 


 
 
 

RAGE – Zensur

 
 
 
Die Gewalttaten werden im Off zelebriert oder der Zuschauer bekommt nur das Ergebnis zu sehen. Demzufolge wird RAGE: MIDSUMMER’S EVE hierzulande auch eine niedrige Altersfreigabe erhalten. Man darf mit einer FSK16 rechnen!
 
 
 


 
 
 

RAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Alle Grafiken dieser Review stammen von der offiziellen Filmseite

 
 
 
Ähnche Filme:
 
GirlHouse (2014)
 
Warte bis es dunkel wird (2014)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
See No Evil 2 (2014)
 


Filmkritik: “Hayride 2″ (2015)

hayride-2-2015
 
 
 

HAYRIDE 2

Story

 
 
 
Halloween: ein maskierter Killer richtete ein grausames Blutbad in einem verschlafenen Städtchen an, konnte aber in letzter Minute von zwei Brüdern zur Strecke gebracht werden. Doch der Psychopath ist nicht tot. Bei seinem Abtransport in ein naheliegendes Krankenhaus kann er entkommen (Carpenters HALLOWEEN 2 lässt grüßen) und setzt sein blutiges Treiben fort, um mit jenen ein Huhn zu rupfen, die Stunden zuvor noch versucht haben dem Mörder das Handwerk zu legen.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Kritik

 
 
 
Wie hätte sich das Slasher-Genre wohl entwickelt, wenn nicht wegweisende Klassiker wie FREITAG DER 13. und HALLOWEEN gewesen wären, die dem populären Teenager-in-Angst-Kino zum Erfolg verholfen haben. Vermutlich hätten wir dann solche Filme wie HAYRIDE 2 nie zu Gesicht bekommen, die fast schon zwanghaft jene vordiktierten Filmregeln abhaken, die einst CARPENTER und CUNNINGHAM auf Zelluloid festgehalten haben. Der Slasher ist auch weit über ein viertel Jahrhundert seit Bestehen nicht aus der Horrorlandschaft wegzudenken und bewegt immer wieder ambitionierte Nachwuchsregisseure zur Umsetzung möglichst ähnlicher Geschichten, die sich mittlerweile nur noch am unterschiedlichen Blutzoll voneinander unterscheiden.
 
 
HAYRIDE-2-Bild1
 
 
Mit HAYRIDE 2 ergänzt TERRON R. PARSON die lange Liste der immer wieder gleichen Filme, in denen Dinge passieren, für die man mittlerweile keine Inhaltsangabe mehr benötigt. Hier macht eine unaufhaltsame Killermaschine Jagd auf Menschen, die sich mit abwechslungsreichem Mordutensil durch Körper, Köpfe und Gedärm arbeitet. Bereits 2012 versuchte der damals noch unerfahrene PARSON mit HAYRIDE ein neues Horror-Franchise zu etablieren, für das er ganz schonungslos bei den ganz Großen des langlebigen Slasher-Genres stibitze. Es dürfte daher kein Zufall sein, dass sein Filmmörder eine unverwechselbare Ähnlichkeit mit Kultschnitzer JASON VOORHEES besitzt, der in den ersten drei FREITAG-Filmen nur mit einem Kartoffelsack maskiert, Teenager um die Ecke brachte. Doch auch Carpenters HALLOWEEN kommt nicht zu kurz. So trägt der zu ermittelnde Polizist im Film ähnlichen Namen, wie einst DONALD PLEASENCE in HALLOWEEN, der sich in fünf Fortsetzungen als Psychiater eines gar wütenden MICHAEL MEYERS einen Ehrenplatz in den Herzen der Zuschauer sichern konnte.
 
 
HAYRIDE-2-Bild3
 
 
Mit HAYRIDE 2 knüpft TERRON R. PARSON nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an und gibt in kurzen Rückblenden zu Beginn des Streifens allen Filmfans Nachhilfe, die bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, sich den miserablen Erstling anzusehen. Verpasst hat man nichts, denn die langatmige Geschichte hielt kaum Überraschungen parat und verwirrte den Zuschauer mit drei parallel erzählten Handlungssträngen, die am Ende mehr Fragen aufwarfen, als Antworten zu liefern. Immerhin macht PARSON den Einstieg für Neulinge leicht. Dank Meuchelzusammenfassung des ersten Teils kann man sich die Sichtung des schlechten Vorgängers sparen und folgt in der Fortsetzung Killer PITCHFORK in ein Krankenhaus, wo er sich an die Arbeit macht all jene auszulöschen, die bisher seiner Opferliste entkommen konnten. Auch die Brüder Corey (JEREMY SANDE) und Steven (JEREMY IVY) wähnen sich dort mit Freundin Amanda (SHERRI EAKIN) in Sicherheit. Die drei konnten dem erbarmungslosen Amoklauf des unaufhaltsamen Schlächters in einer amerikanischen Kleinstadt entkommen und bangen nun erneut ums Überleben, als der Killer durch die unheimlich ausgeleuchteten Flure des Hospitals schlendert und eine Spur des Grauens hinterlässt. Was folgt ist bekannt, auch ohne den Film gesehen zu haben. Es wird geschrien, gestolpert, gestorben und ermordet – ganz so, wie es in hunderten von gleich gestrickten Slashern der Fall gewesen ist. Neu ist hier nichts, außer vielleicht die Tatsache, dass HAYRIDE 2 zu den wenigen Fortsetzungen im Genre gehört, die besser sind, als das Original.
 
 
HAYRIDE-2-Bild2
 
 
Überhaupt macht PARSON im Sequel vieles besser, als noch im Teil zuvor, was vermutlich auf mehr Startkapital zurückzuführen ist, das dem Regisseur zur Verfügung stand. Die finstere Kulisse bewirkt Atmosphäre, visuell erfährt das noch junge Franchise eine deutliche Steigerung und geschickt gewählte Kamerafahrten verursachen sogar hin und wieder merkliches Unbehagen. Killer PITCHFORK darf sich nach Herzenslust austoben und bei seinem Amoklauf von allerhand Mordwerkzeugen Gebrauch machen, die das Töten kreativer gestalten sollen. Da kommen Messer ebenso wie Heugabeln zum Einsatz, die mit Hilfe von guten Spezialeffekten durch die Körper der Opfer gejagt werden, damit Fans der ruppigen Unterhaltung etwas Gewalt zu sehen bekommen. Auch wenn HAYRIDE 2 weitaus professioneller in Szene gesetzt wurde, fehlen dem Streifen Struktur und nennenswerte Höhepunkte. Dem Drehbuch mangelt es an Einfallsreichtum, dem mit viel Gequassel entgegengewirkt wird. Dem schlitzfreudigen Star des Films bleibt da nicht mehr viel Screentime, um sich um Kopf und Kragen zu metzeln. Dessen Auftritte reduzieren sich auf Beginn und Finale. Dazwischen ringen die Überlebenden nach Antworten, wühlen in Kindheitserinnerungen und lassen den Erzählfluss ins stottern geraten, weil mal wieder eine erzwungene Weiterentwicklung der Handlung in den Mittelpunkt gerückt werden muss, die dem Film die ohnehin magere Spannung raubt. Letztendlich schaut HAYRIDE 2 für eine unabhängige Filmproduktion ziemlich gut aus. Dennoch vergeudet Regisseur reichlich Potenzial, weil er sich zu gründlich auf Handlungsstränge konzentriert, die kaum Relevanz für den Fortgang der Geschichte besitzen. Dass vor lauter Gequassel die bösen Momente zu kurz kommen, dürfte Slasher-Fans gar nicht schmecken, schließlich zählen seit einigen Jahren nicht mehr Hintergrundgeschichten im Slasher, sondern der Gewaltpegel.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
HALLOWEEN meets FREITAG DER 13.! Eine der wohl wichtigsten Regel im Horror-Slasher besagt, dass der Filmkiller – egal wie oft er schon getötet wurde – immer wieder zurückkehren muss. Wer hätte je daran gedacht, dass Film-Schlitzer PITCHFORK nach seinem ersten Leinwandausflug im Jahr 2012 doch noch mal auf die Leinwand zurückkehren würde und allen beweist, dass er es besser kann. HAYRIDE war kein guter Slasher. Obwohl sich der Streifen rigoros an Klassikern wie FREITAG DER 13. und HALLOWEEN verging, mangelte es dem Machwerk an Professionalität, Kapital und neuen Ideen. Die Fortsetzung hinterlässt da schon einen besseren Eindruck. Auf technischer Ebene erlebt der Slasher eine deutliche Steigerung, was wohl auch auf mehr Budget zurückzuführen ist. Der teils düstere Look gefällt, einige Kamerafahrten bewirken sogar Atmosphäre. Dennoch ist HAYRIDE 2 kein Film, der lang im Gedächtnis bleibt. Dafür wurden die raren Auftritte von Psychopath PITCHWORK zu unspektakulär in Szene gesetzt. Außerdem verschenkt Regisseur TERRON R. PARSON viel Potenzial, weil das Drehbuch mal wieder mit vielen Längen zu kämpfen hat. Letztendlich überrascht das durchwachsene Endergebnis wenig, schließlich zeichnet hier mal wieder jemand für Regie und Drehbuch verantwortlich, der noch reichlich grün hinter den Ohren ist.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Zensur

 
 
 
HAYRIDE 2 ist kein neuer HATCHET 3. Zwar gibt es einige für Slasher-Streifen typische Mordmomente; dennoch sind diese rar gesät, kurz und knackig. Hierzulande dürfte es keine Probleme mit der FSK geben. HAYRIDE 2 wird demnach bedenkenlos mit dem rotschen Freigabestempel die Prüfbehörde passieren.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
GirlHouse (2014)
 
Billy Club (2013)
 
Warte, bis es dunkel wird (2014)
 
See No Evil 2 (2014)
 


Filmkritik: “All Hallows’ Eve” (2013)

all-hallows-eve-2013
 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE

Story

 
 
 
Horror- Anthologien sind wieder schwer in Mode. Seien es die sehr erfolgreichen „VHS“-Filme, die die Struktur der Horror-Kurzgeschichtenfilmchen kurzerhand mit dem Found Footage-Genre kreuzte, das „Theatre Bizarre“ oder die „ABCs of Death“. Und auch „All Hallows Eve“ möchte auf dieser Erfolgswelle mitschwimmen. Und das gelingt zumindest teilweise ganz gut. Wie es bei solchen Anthologien üblich ist, werden auch hier die drei Kurzgeschichten in eine Rahmenhandlung verpackt. Diese folgt der Babysitterin Sarah, die an Halloween auf zwei Kids aufpassen soll. Als diese vom Süßigkeiten sammeln nach Hause kommen finden sie in ihren Beuteln eine unbeschriftete VHS-Kassette. Neugierig was darauf zu sehen ist, schieben sie diese in ihren Videorekorder. Als das Treiben auf der Mattscheibe zu blutig und brutal wird schaltet Sarah das Videoband ab und schickt die beiden nörgelnden Kids ins Bett. Doch die gesehenen Bilder haben ihre Wirkung hinterlassen und so sieht sich Sarah das Videoband weiter an, nicht ahnend, dass sie dabei die Aufmerksamkeit einer ganz bestimmten Filmfigur, die auf dem Videoband zu sehen ist, auf sich zieht.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Kritik

 
 
 
Gleich zu Beginn fallen der wirklich gut gelungene Soundtrack und die ein oder andere Anspielung an diverse Horrorklassiker auf. Die Rahmenhandlung samt Babysitting an Halloween erinnert dabei natürlich sofort an Carpenters gleichnamigen Klassiker. Aber auch die Hausnummer 237 dürfte eingefleischte Horrorfans an „Shining“ erinnern. Die unpassende deutsche Synchronisation dürfte jedoch schnell für Ernüchterung sorgen, weshalb dazu geraten wird den Film unbedingt im O-Ton zu konsumieren.
 
 
All-Hallows-Eve-bild3
 
 
Die erste der drei präsentierten Geschichten spielt vorzugsweise in dunklen Kellergewölben und bebildert ein satanisches Ritual, dass mit tollen Monstermasken und dem ein oder anderen herben Splattereffekt punkten kann. Eine logische , stringente oder nachvollziehbare Handlung sollte man in dieser Episode aber besser nicht erwarten. Stattdessen wirkt der herrlich düstere Bilderreigen eher wie ein fragmentarischer Alptraum. Die zweite Episode erinnert in ihrem Storyansatz der „Alien Abduction Slumber Party“ aus dem Fortsetzungsfilm „S-VHS“, wobei hier allerdings nie und nimmer eine ähnliche Qualität erreicht wird. Diese Episode ist definitiv der Schwachpunkt dieses Films. Denn auch wenn der Score weiterhin unheilvoll wabert, sich sogar ein schönes „The Fog“ Zitat eingeschlichen hat (die Macher stehen wohl auf Carpenter) wird spätestens mit dem Auftauchen des „Aliens“ sämtliche Atmosphäre zerstört. Selten hat man ein dermaßen billiges Alien Kostüm bewundern können. Und anstatt aus der Not eine Tugend zu machen und die Alien Figur schön zurückhaltend in Szene zu setzten, halten die Macher die Kamera vollkommen unvorteilhaft auf diesen schlecht verkleideten Schauspieler, so dass diese Episode leider in unfreiwilliger Komik untergeht.
 
 
All-Hallows-Eve-bild2
 
 
Die dritte Episode reißt es dann aber raus und bietet ein schön-fieses Szenario, in dem eine Frau von einem monströsen Killerclown verfolgt wird. Diese Episode nimmt in kürzester Zeit Fahrt auf und lässt bis zum bitteren, wirklich bösen Schluss auch nicht mehr locker. Der Härtegrad dieser Episode ist beachtlich und die allgemeine Optik wurde sehr gekonnt auf „alt“ getrimmt. Auch hier ist der Soundtrack wieder sehr gelungen und trägt zur Terror-Atmosphäre dieser Episode bei, die ganz klar das Highlight des Films darstellt. Aber auch die Rahmenhandlung wird auf eine Art und Weise zu Ende erzählt, die man gut und gerne als gelungen betrachten kann, denn zum Schluss verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und der monströse Killerclown scheint nicht nur auf dem Video zu existieren. Das alles mündet in einem wirklich hundsgemeinen Schlussbild, das es in der Konsequenz schon lange nicht mehr gegeben hat.
 
 
All-Hallows-Eve-bild1
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Insgesamt kann sich „All Hallows Eve“ durchaus sehen lassen. Die Rahmenhandlung ist gelungen und zwei der drei Episoden können voll und ganz überzeugen. Vor allem die dritte Episode und ihr Einfluss auf die Rahmenhandlung stellen ganz klar die Highlights in diesem Episodenhorrorfilm da. Lediglich die zweite Episode darf getrost ignoriert werden, fällt sie doch qualitativ überdeutlich ab.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Zensur

 
 
 
„All Hallows Eve“ ist in Deutschland vollkommen ungekürzt auf DVD und Blu-ray erschienen. Die Filmfassung wurde von der FSK mit einer 16er-Freigabe abgesegnet. Dennoch wurde die Heimkinovariante mit rotem KJ-Sticker in den Handel gebracht. Der Grund ist mal wieder beim Bonusmaterial zu suchen.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
all-hallows-eve-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: All Hallows Eve; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray aufgrund des Bonusmaterials: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 26.09.2014

 

All Hallows’ Eve – Komm raus und spiel! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Trailer

 
 

 
 

Sebastian Lach

(Die Rechte aller verwendeten Grafiken in dieser Review liegen bei MARITIM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S: Viral (2014)
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: “GirlHouse” (2014)

GirlHouse-2014
 
 
 

GIRLHOUSE

Story

 
 
 
Ein Killer mischt Big Brother auf. Die leicht bekleideten Mädchen einer Strip-Cam-Seite bekommen Besuch von einem wütenden Stalker, der mit den Damen garantiert keinen Kaffeeplausch veranstalten möchte.

 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Kritik

 
 
Wer im Horrorfilm dem Beischlaf frönt oder sich ausschließlich leicht bekleidet durch Genre-Streifen bewegt, darf auf jeden Fall davon ausgehen, dass ihm bald ein brutaler Schlächter das Lebenslicht ausknipsen wird. Seit jeher gehört jene goldene Regel zum Slasher, wie das Amen in die Kirche und findet auch drei Jahrzehnte nach HALLOWEEN und FREITAG DER 13. im Film immer noch gern Verwendung, um die blutgeile Fan-Meute glücklich machen zu können. Einer derer, der von dieser Erfolgsformel offensichtlich nicht genug bekommen kann ist Regisseur TREVOR MATTHEWS. Der hat 2007 bereits schon einmal von sich hören lassen und im Monster-Schmunzler JACK BROOKS: MONSTER SLAYER die Hauptrolle eines furchtlosen Monsterjägers übernommen. Der Streifen erntete auf Filmfestivals viel Lob und eröffnete MATTHEWS neue Möglichkeiten – so auch die zum Sicko-Slasher GIRLHOUSE, dessen Idee bereits 2007 geboren wurde. Mittlerweile sind mehr als sieben Jahre vergangen und aus einer anfänglich zu Papier gebrachten Geschichte ist ein richtiger Film geworden, den MATTHEWS auch gleich selbst gedreht hat. Darin warnt er vor dem leichtgläubigen Umgang mit dem Internet – einem Tummelplatz unberechenbarer Persönlichkeiten, die im Schutze der Anonymität abartige Phantasien ausleben. Sei vorsichtig, was Du im Internet von dir preisgibst und wie offen du im Chat fremden Usern gegenübertrittst, denn hinter einen sympathischen Gesprächspartner könnte vielleicht das personifizierte Böse lauern. Jene warnende Botschaft dient in GIRLHOUSE als Aufhänger, um mal wieder ein erbarmungsloses Blutbad zeigen zu können in dem es Slasher-typisch nicht gerade zimperlich zur Sache geht. Für den schlitzfreudigen Meucheltrip konnte Rapper SLAINE gewonnen werden. Der macht es Wrestler GLENN JACOBS (SEE NO EVIL 2) gleich und verkörpert im Film einen wortkargen Psycho, der zur wandelnden und nicht mehr kontrollierbaren Killermaschine mutiert.
 
 
girlhouse-bild1
 
 
Die Rechnung und Studiengebühren häufen sich und nach dem plötzlichen Tod des geliebten Vaters scheint Kylie (ALI CORBIN) ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen zu müssen. Um der am Rande des Existenzminimums lebenden Mutter nicht länger auf der Tasche zu liegen, nimmt sie ein Angebot als Webcam-Girl wahr und wird Teil der Internetplattform GIRLHOUSE. Die hier arbeitenden Mädchen leben in einer großzügig eingerichteten Villa, werden 24 Stunden am Tag von Kameras gefilmt und streifen sich gegen Geld die Wäsche vom Körper. Doch nicht jeder Zuschauer gibt sich nur mit einem erotischen Strip zufrieden. Der zahlende Zuschauer “LoverBoy” verliebt sich auf Anhieb in die strippende WG-Mitbewohnerin Kylie, hat aber seit einem Kindheitstrauma so seine Probleme mit Frauen. Als sich die Cam-Girls über ihm lustig machen, brennen in “LoverBoy” die Sicherungen durch. Als Computerexperte und Profihacker macht er die Villa ausfindig und startet einen blutigen Rachefeldzug, wie er grausamer nicht sein könnte.
 
 
girlhouse-bild3
 
 
Sei vorsichtig mit wem du chattest, es könnte ein Psychopath sein: GIRLHOUSE ist eine Horror-Version des nicht mehr ganz so frischen BIG BROTHER-Konzepts, in dem eingesperrte Menschen rund um die Uhr von Kameras gefilmt und von Zuschauern beobachtet werden können. Bereits 2008 hat man die Idee so ähnlich für Horrorware verwendet. In der Mini-Serie DEAD SET wurden Teilnehmer einer Fernsehshow in einen Wohncontainer gesperrt und bekamen leider reichlich spät davon Wind, dass außerhalb der Containerwände eine Zombie-Epidemie wütete. Nicht anders geht es in GIRLHOUSE zu. Hier wissen einige textilfreie Mädchen nicht, dass sich soeben ein wütender Killer durch die Stockwerke ihrer Villa arbeitet, der mit den einfältigen Damen kurzen Prozess veranstalten möchte. Stets dabei ist ein gut gefüllter Werkzeugkoffer, in dem der Rächende allerhand Mordutensilien verstaut hat, um die Schaulust des Zuschauers befriedigen zu können. Von stumpfen Schlagwerkzeugen, über scharfe Sägen bis hin zu zweckentfremdeten Dildos bietet GIRLHOUSE eine umfangreiches Arsenal abwechslungsreicher Tötungsinstrumente und lässt Kollegen wie MICHAEL MEYERS oder JASON VOORHEES blass zurück, die in ihren Streifen noch mit Schlachtmesser und Machete Zuschauer unterhalten mussten.
 
 
girlhouse-bild4
 
 
Apropos Unterhaltung: Regisseur TREVOR MATTHEWS gelingt das Kunststück, die Spannungsschraube minutiös fester zu drehen. Für einen Slasher eine beachtliche Leistung, geht es doch hier vorwiegend ums Töten und getötet werden – ein Prämisse, die nicht selten Spannung missen lässt. Dass die Handlung trotz bekannter Klischees nicht langweilig wird, dürfte an der etwas anderen Herangehensweise liegen. Macher MATTHEWS lüftet bereits in den ersten Filmminuten die Identität seines Killers und lässt ihn erst reichlich spät in ein Frauenkostüm schlüpfen, um in den letzten 30 Minuten hektisches Gewalteinerlei zeigen zu können. Bis dahin erlebt Killer “LoverBoy” (SLAINE) so etwas wie eine Charakterentwicklung und verwandelt sich vom stillen Außenseiter hin zur aggressiven Furie, die am Ende nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Rapper SLAINE passt perfekt in die Rolle des wortkargen und doch unberechenbaren Stalkers. Allein mit passender Mimik verkörpert er eine bemitleidenswerte und verletzliche Kreatur, die letztendlich nur eines will: akzeptiert und gemocht werden.
 
 
girlhouse-bild2
 
 
Letztendlich darf sich der männliche Filmfreund auf einen ansprechenden Cocktail aus Gewalt und Erotik freuen, der das Slasher-Genre zwar nicht revolutioniert, aber immerhin bereichert. GIRLHOUSE hat all das, was man von einem zeitgemäßen Slasher erwartet. Neben sexy Mädels, brutalem Mörder und abwechslungsreichen Kills, haben es einige nette Einfälle in den Film geschafft, die für reichlich Adrenalin sorgen. Dass Stalker “LoverBoy” am Ende das Zeitliche segnen muss, dürfte angesichts der vordiktierten Slasher-Regeln verschmerzbar sein, schließlich weiß jeder Horrorfan mittlerweile: egal wie oft sie sterben, sie kommen ohnehin immer wieder. To be continued!
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die Klassiker HALLOWEEN und der Kultfilm FREITAG DER 13. bekommen starke Konkurrenz. GIRLHOUSE ist ein beinharter und nicht zimperlicher Slasher, von dem sich zartbesaitete Gemüter besser fern halten sollten. Dieser Streifen belehrt den Zuschauer einmal mehr, dass das personifizierte Grauen im Internet lauert. Denn dort nutzen viele kranke Persönlichkeiten die Anonymität des Webs als Vorwand, um perfiden Gelüsten nachgehen zu können. GIRLHOUSE treibt die These auf die Spitze und lässt den voyeuristisch veranlagten Nutzer einer Webcam-Seite Amok laufen. Der fühlt sich verletzt, weil er von fünf leicht bekleideten Hühnern schikaniert wurde. Schnell gerät der bemitleidenswerte Stalker-Thriller aus dem Ruder und mutiert zum brutalen Metzelfeuerwerk, in dem mal wieder das kreative Töten auf der Tagesordnung steht. Anders als sonst ist das Morden nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip überraschend kurzweilig geraten, weil Macher TREVOR MATTHEWS Wert auf Charakteraufbau und Spannungskurve legt. Die Gefahr baut sich langsam auf und das Böse schlägt am Ende mit gnadenloser Härte zu. Slasher-Fans werden vor Freunde im Dreieck, schließlich gibt es hier nackte Mädels und Gore en masse zu sehen. Auch wir von FILMCHECKER haben uns gut unterhalten gefühlt und das, obwohl wir eigentlich einen gewissen Anspruch von Horrorfilmen erwarten – wenn das kein gutes Omen ist.
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Zensur

 
 
 
Selbstzweckhafte Gewalt gibt es im Film jede Menge zu sehen, von der nicht gerade wenig Gebrauch gemacht wird. Es gibt zermatschte Schädel zu sehen, abgeschlagene Finger und zersägte Körper. Doch das ist nur ein kleiner Teil von dem, was letztendlich in GIRLHOUSE gezeigt wird. Hierzulande darf mit einer ungeschnittenen KJ-Freigabe gerechnet werden, denn im Gegensatz zu Filmen wie WOLF CREEK 2 sind die diversen Matschmomente nur sehr kurz zu sehen und werden nicht sonderlich sadistisch zelebriert. Der Film kommt übrigens im Juni 2015 auch nach Deutschland – das Warten lohnt.
 
 
 


 
 
 

GIRLHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
See No Evil 2 (2014)

Warte, bis es dunkel wird (2014)

Devil May Call (2013)

Blood Widow (2014)

Halloween (1978)

Rob Zombie’s Halloween (2007)

Laid to Rest (2009)

Hatchet (2006)

Hatchet 2 (2010)

Hatchet 3 (2013)


Filmkritik: “Enter the Dangerous Mind” (2013)

Enter-the-Dangerous-Mind-2013
 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND

Story

 
 
 
Die Stimmen in seinem Kopf wird er nicht mehr los: Jim Whitman ist musikbegeistert, schüchtern und leidet dazu auch noch unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Als eine Frau in sein Leben tritt, geraten die Stimmen in seinem Kopf aus dem Gleichgewicht.
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Kritik

 
 
 
Wenn psychisch gestörte Persönlichkeiten zu kaltblütigen Killermaschinen werden. Filmstoff, der im Horrorfilm immer wieder gern Verwendung findet, aber meist nicht gründlich und ernstzunehmend ausgearbeitet wird. Leider dienen immer wieder psychische Krankheiten im Horrorkino nur als Vorwand, um viele grausame Bilder aneinanderschnippeln zu können, denn scheinbar gewinnt man nur so das Interesse der Zuschauer. Das Regie-Duo YOUSSEF DELERA und VICTOR TERAN macht es unzähligen Filmemachern gleich und hat sich dem psychologischen Horror angenommen. Mit ihrem ENTER THE DANGEROUS MIND versuchen sie Werke wie dem erschütternden CLEAN, HAVEN (1993) nachzueifern. Leider scheitern die beiden aber kläglich an der Unentschlossenheit ihres Machwerks, denn in welche Sparte sie es letztendlich stecken wollten, scheint ihnen doch nicht ganz so einleuchtend gewesen zu sein. Erfahrene Leser ahnen vermutlich schon was damit gemeint ist, denn was bei FILMCHECKER besprochen wird, ist garantiert kein Kinderkino. SNAP (so der ursprüngliche Titel des Filmprojekts) ist knüppelharter Psycho-Thrill, der anfänglich zwar vortäuscht ein Drama zu sein, am Ende jedoch sehr ins Horrorfach abgleitet und mal wieder viele unangenehme Momente im Heimkino zelebriert, die Zartbesaitete mit Sicherheit verstören werden.
 
 
Enter-the-Dangerous-Mind-bild2
 
 
Jim Whitman (JAKE HOFFMAN) ist ein Einzelgänger, hat kaum Freunde und flüchtet bevorzugt in die Welt der Musik, um dem monotonen Alltag entfliehen zu können. Er besitzt eine Leidenschaft für selbstgemachte Dubstep-Tracks und versucht als PC-Spezialist seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Eigentlich ein normaler Mittzwanziger, wäre da nicht jenes schreckliche Erlebnis zu Kindstagen gewesen, das seither jeden Tag zum Albtraum werden lässt. Das böse Alter Ego Jake (THOMAS DEKKER aus LAID TO REST 2) hat es sich in Jims Leben bequem gemacht und ist als Person oder Stimme im Kopf allgegenwärtig. Ob in den eigenen vier Wänden, im Job oder auf der Straße – der böse Mann im Ohr gibt zwar Nachhilfe in Sachen „Frauen“, macht dem unerfahrenen Eigenbrödler jedoch das Leben zur Qual. Als Jim durch einen Nebenjob zufällig Bekanntschaft mit der attraktiven Wendy (NIKKI REED) macht und in ihr einen verständnisvollen Seelenverwandten sieht, scheint nach jahrelanger Finsternis endlich wieder die Sonne aufzugehen. Doch ENTER THE DANGEROUS MIND wäre kein Horror-Thriller, würde nicht doch etwas Unerfreuliches passieren.
 
 
Enter-the-Dangerous-Mind-bild1
 
 
Musik spielt in ENTER THE DANGEROUS MIND eine tragende Rolle. Immer wieder werden ausweglose Schreie, unkontrollierbare Störgeräusche und pulsierende Schläge aus der selbstgemachten Musik der psychisch labilen Filmfigur eingespielt, die quasi den psychischen Zusammenbruch des Antihelden einläuten und dessen Durcheinander im Kopf widerspiegeln sollen. Der Zuschauer wird hierbei ganz nebenbei zum Mitleidenden, denn nicht selten verursachen die Elektronikklänge auch bei ihm Kopfschmerzen und versinnbildlichen, was da eigentlich im Kopf des Hauptprotagonisten vorgeht. ENTER THE DANGEROUS MIND protokolliert in ungemütlichen Bildern den psychischen Verfall eines Mannes, der allmählich die Kontrolle über sich selbst verliert und von seinem zweiten bösen Ich gesteuert wird. Das manipuliert den Filmhelden auf heimtückische Weise, damit der am Ende an unschuldigen Menschen ein Exempel statuieren darf. Den Fan kontroverse Gewaltakte dürfte das vermutlich freuen, bekommt der doch ziemlich gemeine Szenen zu sehen, in dem ein Luftgewehr auf Menschen gerichtet wird. In einem Finale, das an abgebrühtem Home-Invasion-Terror erinnert, läuft ENTER THE DANGEROUS MIND dann zu Hochform auf. Da wird ausradiert und gewimmert, als gebe es keinen Morgen mehr. Für Horrorfans durchaus interessant – wer es stattdessen plausibel und tiefgründig bevorzugt wird enttäuscht, denn ein glaubhaft inszeniertes Psychogramm eines traumatisierten Menschen, der für sich und andere zur Gefahr wird, ist ENTER THE DANGEROUS MIND leider keineswegs. Der Film verläuft sich zu sehr im Genre und ist am Ende lediglich FSK18-Gematsche mit “Hab-ich-morgen-wieder-vergessen”-Garantie. Die Protagonisten bleiben blass und wirken unzugänglich. Sympathien werden im Keim erstickt, noch bevor sie aufgebaut werden können und die Krankheitsproblematik wird nur oberflächlich umrissen, damit sich die Verwandlung vom Niemand zum Serienkiller rechtfertigen lässt. So wird aus einem anfänglichen Psycho-Drama lediglich Dutzendware für Leute, die beim Schauen von Filmen nicht sonderlich gefördert werden wollen.
 
 
Enter-the-Dangerous-Mind-bild3
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kontroverser Psycho-Schocker, der dem Zuschauer am Ende in die Magengegend tritt. Im Falle von ENTER THE DANGEROUS MIND sollte jedoch kontrovers nicht zwangsläufig mit anspruchsvoll gleichgesetzt werden, denn sonderlich diskussionswürdig ist ENTER THE DANGEROUS MIND nicht. Das liegt vor allem daran, dass die brisante Thematik von Schizophrenie im Film nur als Indikator dient, um ein blutiges und unangenehmes Finale im Heimkino zelebrieren zu können. Die beiden Regisseure YOUSSEF DELERA und VICTOR TERAN schienen kein Interesse an einem glaubhaften und durchdachten Psycho-Drama gehabt zu haben. Statt sich ernsthaft mit dem Krankheitsverlauf des Antihelden zu beschäftigen, muss mal wieder alles aus dem Ruder laufen und die Mattscheibe rot gefärbt werden. In diesem Film dient Gewalt als einziges Mittel zur Problemlösung. Warum das so sein musste, scheint unklar. Vermutlich haben die vielen Stimmen im Kopf der Macher über den unpassenden Ausgang der halbherzigen Geschichte entschieden. Starker Beginn, schwache Wendung – deshalb: mittelprächtig!
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Zensur

 
 
 
Weil am Ende mit einem Luftgewehr wahllos und grafisch in Gesichter ahnungsloser Menschen geschossen wird, dürfte ENTER THE DANGEROUS MIND definitiv erst für Volljährige geeignet sein: keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

Die in der Kritik hinterlegten Grafiken stammen von der offiziellen Seite zum Film

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
A beautiful Mind (2001)
 
Fight Club (1999)
 


Filmkritik: “Devil May Call” (2013)

devil-may-call-2013
 
 
 

DEVIL MAY CALL

Story

 
 
 
Die blinde Sam hat ihren letzten Arbeitstag. Als ein Frauenmörder unangemeldet im Büro vorbeischauen möchte, geht auf der Arbeit die Angst um.

 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Kritik

 
 
Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Fans böser Filme ungeduldig auf neue Genre-Ware warten mussten. Der Horror-Markt boomt, was vor allem den vielen unabhängigen Horrorproduktionen zu verdanken ist, die tagtäglich in die Händlerregal gebracht werden. Horrorfilme zu machen ist mittlerweile kein Kunststück mehr. Dennoch scheint es immer schwerer zu werden, den Fan überhaupt unterhalten zu können, hat der doch über die Jahre erdenklich viel Grauen zu sehen bekommen und fühlt sich oft sichtlich gelangweilt von dem was geboten wird. Frische Ideen: Fehlanzeige! Auch wenn offensichtlich jeder heutzutage mit dem richtigen Equipment Horror auf Film bannen kann, fehlen den meisten dieser Machwerke kreative Gedankenblitze, um überhaupt hervorstechen zu können. Vielen Filmschaffenden scheint das bewusst zu sein. Die versuchen erst gar nicht unnötig viel Arbeit in clever erdachte Geschichte zu investieren, sondern kopieren rigoros das, was schon einmal beim Zuschauer gut angekommen ist.
 
 
devil-may-call-bild1
 
 
JASON CUADRADO ist Regisseur, Produzent sowie Drehbuchautor und macht leider auch nichts Neues. Er hat einen Film namens DEVIL MAY CALL gedreht, der bei genauerer Betrachtung nichts anderes ist als eine günstig inszenierte Kopie von HALLOWEEN (1978) – freilich ohne JAMIE LEE CURTIS und William Shatner-Maske. Wie im Vorzeige-Slasher aus der Mache von Altmeister JOHN CARPENTER wird hier erneut ein skrupelloser Psychopath auf eine ahnungslose Frau gehetzt, die sich taktisch klug zur Wehr setzen und sich Slasher-typisch um Kopf und Kragen schreien muss. Kurioserweise lassen sich nicht nur inhaltlich Parallelen zum Schlitzer-Streifen entdecken. Schauspieler TYLER MANE scheint nämlich Gefallen an bösen Rollen gefunden zu haben. Der spielt hier nicht zum ersten Mal eine unaufhaltsame Killermaschine. Bereits in der HALLOWEEN-Neuverfilmung unter der Leitung von ROB ZOMBIE glänzte er als Kult-Killer MICHAEL MEYERS und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass er gut mit spitzen Mordwerkzeugen umgehen kann.
 
 
devil-may-call-bild2
 
 
DEVIL MAY CALL erzählt die Geschichte der blinden Sam, die in einem Callcenter arbeitet, wo sie ratsuchenden Menschen in Not am Telefon Hilfe anbietet. Der letzte Arbeitstag ist angebrochen und ein neuer Mitarbeiter soll von der hilfsbereiten Blondine eingearbeitet werden. Die hätte vermutlich freiwillig die Kündigung zurückgezogen, wenn sie davon gewusst hätte, zu welch schrecklichem Ausgang der Jobwechsel führen wird. Einer der Anrufer ist über Sams letzten Arbeitstag gar nicht erfreut. Der fühlt sich im Stich gelassen und tut alles daran, um die ahnungslose Frau bei einem persönlichen Vieraugengespräch zur Rede zu stellen. Doch was tun, wenn der erboste Gesprächspartner ein kranker Frauenmörder ist und wahllos Opfer von der Straße fängt, um sie wenig später ins Jenseits zu befördern?
 
 
devil-may-call-bild3
 
 
Nicht Neues von der Horror-Front. Regisseur JASON CUADRADO hat lange gebraucht bis er sein DEVIL MAY CALL verkaufen konnte. Der Film wurde bereits im Jahr 2013 fertiggestellt und hatte so seine Probleme einen interessierten Käufer zu finden. Dass der Horror-Thriller dann doch durch den Film- und Fernsehvertriebgiganten LIONSGATE an amerikanische Horrorfans gebracht wurde, grenzt schon fast an ein Wunder. Dort scheint man nach unzähligen Kinoerfolgen immer noch ein Herz für kleine Indie-Schocker zu haben, die man möglichst gewinnbringend international vermarkten möchte. Eine gute Entscheidung, die für DEVIL MAY CALL nicht besser hätte ausfallen können, hat doch ein großer Filmvertrieb die Karriere für so manchen Regisseur erst in Gang gebracht. Auch CUADRADO dürfte nach seinem Stalker-Thriller zwischen weitaus mehr Filmaufträgen wählen, als es aktuell der Fall ist. Der hat sich für seinen ungemütlichen Slasher von Filmen wie WARTE, BIS ES DUNKEL IST (1967) und DAS ENDE (1976) inspirieren lassen und nutzt Dunkelheit als Mittel zum Zweck, um maximales Unbehagen heraufbeschwören zu können. DEVIL MAY CALL wurde auf das Wesentliche reduziert. Zu sehen gibt es gerade einmal eine handvoll Schauspieler, die in einer beengenden Kulisse ums Überleben kämpfen müssen. Wenig Licht in entscheidenden Momenten sorgt für Anspannung und Killer-Hüne TYLER MANE macht es GLENN JACOBS aus SEE NO EVIL gleich: hier wird wortkarg und ohne Rücksicht auf Verluste kompromisslos gemordet.
 
 
devil-may-call-bild4
 
 
Auch wenn mal wieder aufdringlich mit Slasher-Klischees jongliert wird und so manche Wendung arg an den Haaren herbeigezerrt wirkt überrascht, dass DEVIL MAY CAL am Ende doch weitaus runder geworden ist, als man anfänglich vermutet hätte. Regisseur JASON CUADRADO lässt kaum Längen aufkommen, schaut stets geradeaus und versucht erst gar nicht Nebensächlichkeiten zu beantworten. So bleibt ungeklärt, warum die Kummer-Hotline scheinbar ausschließlich von Frauenmörder John genutzt wird. Und man sucht vergebens nach Antworten, wie es die blinde Sam – gespielt von CORRI ENGLISH – trotz Handicap schaffen konnte, sich für den letzten Arbeitstag perfekt zu schminken. Letztere hat sich das “Blindsein” übrigens von einem Trainer beibringen lassen – das Resultat: sie verkörpert das blinde Opfer äußerst glaubhaft.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein kleiner aber feiner Thriller, der maximales Unbehagen verursacht. Im Falle von DEVIL MAY CALL gilt mal wieder das Sprichwort: Klein aber oho. Hier stand wenig Geld zu Verfügung und sonderlich innovativ ist das Gebotene auch nicht. Der düstere Mix aus SEE NO EVIL und HALLOWEEN schafft es aber irgendwie trotzdem mehr als nur ein austauschbarer Slasher zu sein. Zu verdanken ist das der schnörkellosen Inszenierung von Regisseur JASON CUADRADO. Der hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern erzählt klassische Schlitzerstoff, der überraschend atmosphärisch und straff zusammengebraut wurde. CUADRADO experimentiert mit Urängsten wie Dunkelheit und Klaustrophobie. Daraus entstanden ist brauchbare Genrekost, die gegen Ende sogar einige Höhepunkte zu verzeichnen hat. DEVIL MAY CALL ist düster, brutal und kompromisslos – auch wenn es für Gorebauern leider zu wenig zu sehen gibt.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Zensur

 
 
 
Auch wenn hier reichlich gemordet wird, ist das Gezeigte nicht sonderlich grausam. Vorwiegend werden Genicke gebrochen oder Frauen erwürgt. Am Ende verliert der Killer sein Augenlicht, weil die Heldin ihm die Augen in den Schädel drückt. Der Horror frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Call – Leg nicht auf (2013)
 
See No Evil (2006)
 
See No Evil 2 (2014)
 
Halloween (1978)
 
Rob Zombie’s Halloween (2007)


Filmkritik: “Verfluchtes Amsterdam” (1988)

verfluchtes-amsterdam-1988
 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM

Story

 
 
 
In den Grachten von Amsterdam geht das Grauen um. Ein mysteriöser Angreifer hinterlässt eine Blutspur und stellt die Ermittelnden Polizeibeamten vor ein Rätsel. Inspektor Eric Visser heftet sich an die Fährten des Killers und gerät dabei bald selbst ins Visier des Wahnsinnigen…
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Kritik

 
 
 
Der Niederländische Regisseur Dick Maas, vor allen Dingen bekannt durch eine gewisse Familie namens „Flodder“, feierte seinen Einstand als Regisseur mit dem, in meinen Augen eher unterdurchschnittlichen „De Lift“ (in Deutschland unter dem unfreiwillig komischen Titel „Fahrstuhl des Grauens“ bekannt) nur um fünf Jahre später mit dem hier besprochenen „Amsterdamned“ auch international für Furore zu Sorgen. Seine waghalsige Mischung aus Horror-, Action- und Copthriller wurde zu einem echten Kassenschlager indem sogar in einer bestimmten Szene Filmgeschichte geschrieben wurde. Dazu aber später mehr. Gleich zu Beginn fällt der düstere Score auf, der in seiner Simplizität entfernt an John Carpenter erinnert. Zusammen mit der düsteren Bildsprache baut Regisseur Dick Maas hier in den ersten Minuten eine hübsch bedrohliche Atmosphäre auf. Und wenn zum Einstieg in die Geschichte aus der subjektiven Kameraperspektive, begleitet von schwerem Atmen, aus den wässrigen Grachten der Blick auf die nächtlichen Straßen von Amsterdam freigegeben wird, ein langes Küchenmesser verschwindet und eine Bordsteinschwalbe in bester „Jack the Ripper“-Manier abgemurkst wird, schlägt der Film erst mal deutlich die Marschroute Richtung „Horror“ ein. Die Täterfigur wird sehr schön zurückhaltend in Szene gesetzt. Zwar wird schnell klar dass man es hier mit einem Serienkiller in Tauchmontur zu tun hat, jedoch schafft es Dick Maas diese Figur nicht zu einer „Edgar Wallace“- artigen Witzfigur verkommen zu lassen, sondern ihn als echte Bedrohung die aus dem Verborgenen blitzschnell zuschlägt, zu inszenieren.
 
 
verfluchtes-amsterdam-bild3
 
 
Mit der Einführung der Hauptfigur schlägt der Film dann einen abrupten Haken Richtung Copthriller. Die Hauptfigur wird dabei sympathisch eingeführt und präsentiert sich als gesunde Mischung aus zynischem Hard-Boiled-Cop, der im Vorbeigehen einen kleinen Raubüberfall sehr unkonventionell auflöst, und Familienvater der ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu seiner Tochter hegt. Huub Stapel, der hier den Inspektor Eric Vissel verkörpert, nimmt man dabei das sympathische Raubein sofort ab. Amsterdam bietet für die nun folgende Mörderhatz eine sehr schöne Kulisse, hält hier aber nicht nur als Schauplatz her, sondern ist maßgeblich in das Geschehen miteinbezogen. Selten wurden die Möglichkeiten einer Stadt so effektiv in einem Genre-Film genutzt. Wobei sich hier nicht nur auf die Postkartenmotiv-Seite von Amsterdam verlassen wird. Vielmehr zeigt uns Dick Maas das düstere Amsterdam, samt finsteren Hinterhöfen, Rotlichtvierteln, verschmutzten Grachten und einer wässrig-modrigen, unbehaglichen Atmosphäre. Die nun folgende Mörderjagd bietet inhaltlich nicht viel Neues und klappert munter bekannte Stationen ab, die das Genre eben in der Form mit sich bringt. Da werden Zeugen befragt, Kollegen auf das Untersuchen von Beweisen abgestellt, mögliche Verdächtige ausgemacht etc.pp.. Inszenatorisch wird das aber alles sehr kurzweilig verpackt und durch die regelmäßigen Ausflüge ins Horrorfilm-Fach, in Form weiterer Morde des Killer-Froschmanns, aufgelockert. Besonders ins Auge stechen dabei im späteren Verlauf zwei wirklich toll gefilmte Verfolgungsjagden, wobei die Minutenlange Motorboot-Jagd in den Kilometerlangen Grachten besonders hervor zu heben ist. Hier sind wir übrigens wieder beim oben bereits erwähnten Thema „Filmgeschichte“ angekommen. Denn innerhalb dieser Motorboot-Verfolgungsjagd hat der verantwortliche Stuntman einen 67-Meter Sprung über zwei Brücken hingelegt, der den damaligen Rekordhalter für solch einen Stunt, nämlich den „James Bond“-Film „Leben und Sterben lassen“, noch übertrifft. Ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde war die Folge. Aber nicht nur dieser Rekord-Stunt macht die Szene so sehenswert. Sie ist obendrein toll gefilmt und für die damaligen Verhältnisse äußerst spektakulär in Szene gesetzt. Tatsächlich der Höhepunkt des Films.
 
 
verfluchtes-amsterdam-bild1
 
 
Aber bei all den offensichtlichen Horror- und Actionelementen ist auch der böse Humor nicht zu verachten, der in einigen Szenen durchblitzt. Die Szene, in der die Tote Prostituierte über eine, mit Schulkindern beladene Fähre rutscht und dabei eine knallrote Blutspur auf dem Gläsernen Dach dieser hinterlässt, ist dabei nicht nur bitterböse, sondern geht fast schon als Hommage an diverse Dario Argento-Streifen durch. Sowieso scheint sich Regisseur Dick Maas in der Horror-Filmgeschichte gut auszukennen, denn neben den offensichtlichen Anleihen bei John Carpenter, zitiert er in einer Mordszene munter die legendäre „Badewannen-Szene“ aus „Nightmare on Elm Street“ und während eines späteren Tauchgangs, in dem ein Schiffsrack inspiziert wird, zitiert er überdeutlich Spielbergs „Der Weiße Hai“. Gänzlich frei von Kritik ist der Film dann allerdings doch nicht, denn ausgerechnet auf der Zielgraden geht ihm etwas die Puste aus und die finale Auflösung wer denn nun der mysteriöse Killer ist und welchen Beweggründen er folgt erweist sich als haarsträubend und vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Schade.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Verfluchtes Amsterdam“ ist eine unterhaltsame Mörderhatz durch eine beeindruckend in Szene gesetzte Großstadt. Der deutliche Horrorfilm-Einschlag steht dem Film ausgezeichnet und in Verbindung mit dem Copthriller-Thema sowie dem einen oder anderen Ausreißer in Richtung Action-Film gelang Regisseur Dick Maas hier ein höchst unterhaltsamer Genre-Mix wie man ihn heut zu Tage nur noch viel zu selten aus Europa zu sehen bekommt. Leichte Abzüge in der B-Note gibt’s für die haarsträubende Auflösung der Story, die allerdings dem Unterhaltungswert dieses Films in keinster Weise im Weg steht.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Zensur

 
 
 
Achtung: Leider ist die aktuelle Blu-Ray Veröffentlichung des Films nicht zu empfehlen, da sie einen wirklich ärgerlichen Zensurschnitt zu beklagen hat. Des Weiteren ist auch die deutsche Tonspur an manchen Stellen leicht asynchron. Genauere Infos über den Grund dieser Tatsachen gibt es bisher noch nicht, aber StudioCanal hat bereits angekündigt diesen Sachverhalt prüfen zu lassen. Scheinbar handelt es sich hier um einen Fehler, da alle bisherigen DVDs des Streifens ungeschnitten waren. Update: Rechteinhaber StudioCanal tauscht das fehlerhafte Produkt problemlos aus. Hierzu muss die fehlerhafte Scheibe eingeschickt werden. StudioCanal tauscht um. Eine Neuauflage mit fehlerfreier Disc wurde bereits im Handel ausgelegt.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
verfluchtes-amsterdam-bluray

(c) StudioCanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amsterdamned; Niederlande 1988

Genre: Action, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Niederländisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 112 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 30-minütiges Making Of, Original Kinotrailer

Release-Termin: 22.01.2015

 

Verfluchtes Amsterdam [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Trailer

 
 

 
 

Sebastian Lach

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Poker Night (2014)
 
Killers (2014)
 
Das Schweigen der Lämmer (1991)
 
Sieben (1995)
 
Antikörper (2005)
 


Filmkritik: “Poker Night” (2014)

poker-night-2014
 
 
 

POKER NIGHT

Story

 
 
 
Polizist Jeter (Beau Mirchoff) erlebt im Keller eines Hauses das pure Grauen. Er wurde von einem Psychopathen entführt und muss nun allerhand Grausamkeiten über sich ergehen lassen. Wenige Stunden zuvor saß er noch zusammen mit einigen Arbeitskollegen an einem Kartentisch, die dem Neuling in geselliger Runde von den spektakulären Fällen ihrer Karriere erzählten.

 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Kritik

 
 
 
Jahre nach dem Boom der sogenannten Torture-Porn-Welle finden immer wieder überflüssige Nachzügler ihren Weg in die Heimkinos, die dem unbewanderten Filmfan da draußen zeigen wollen, dass es im Kino auch mal eine Zeit gab in der es im Film etwas härter zugange ging. Der Trend scheint nach dutzenden Found-Footage-Gähnern und Geister-Schnachern in Vergessenheit geraten zu sein, was aber eifrige Regisseure nicht davon abhält in bescheidener Regelmäßigkeit stets etwas Folterei auf die Mattscheibe zu bringen – wenn auch ausschließlich für den Videomarkt produziert.
 
POKER NIGHT ist so ein reichlich verspäteter Ableger der einst kassenträchtigen Folter-Welle und folgt dem noch grünschnäbeligen Polizisten Jeter (BEAU MIRCHOFF), der gerade seinen ersten größeren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm gelang die Festnahme eines gesuchten Psychopathen, was ihm nicht nur die Anerkennung seiner Kollegen einbrachte, sondern auch die Teilnahme zu einem dieser Pokerabende, an denen sich erfahrene Polizisten versammeln, um mit spektakulären Geschichten aus ihrem Berufsleben prahlen zu können. Leider hat das erste Poker-Duell für Jeter ein unerwartetes Ende zur Folge. Auf dem Heimweg wird er von einem Fremden überwältigt und in einen Keller verschleppt. Dort muss der Jungpolizist zusammen mit seiner Freundin schlimmste Quälerei erdulden und erinnert sich in Gefangenschaft an jene Weisheiten und Erzählungen zurück, von denen seine Cop-Kollegen noch wenige Stunden zuvor am Pokertisch berichtet hatten.
 
Nach Arbeiten an dutzenden TV-Produktionen tischt Drehbuchautor und Regisseur GREG FRANCIS mit POKER NIGHT sein Spielfilmdebüt auf und orientiert sich mit dem ansprechenden Filmlook seines Erstlings an die finstere Bildsprache eines JAMES WAN, der vor knapp zehn Jahren mit der beliebten Folter-Schnitzeljagd SAW (2004) internationale Erfolge verbuchen konnte. Der Zuschauer wird Zeuge dreckiger Bildkompositionen, die der Regisseur vermehrt in Grün- und Rottöne taucht und gar an Tortur-Heuler wie besagtem SAW und THE COLLECTOR (2009) erinnern. Neben reichlich Gewalt, Schussgefechten und makabren Folterideen (so wird Filmheld Jeter mit Hilfe von Spezialkleber an die Wand gekleistert) scheint zuletzt erwähnter Horror-Thriller vor allem beim Masken-Design Eindruck hinterlassen zu haben. Der Fiesling in POKER NIGHT trägt ähnliche Maskierung wie einst der legendäre Sammler im perfiden Katz-und-Maus-Spiel, dem man 2012 mit THE COLLECTION sogar eine Fortsetzung folgen lies.
 
Von den Qualitäten der genannten Splatter-Granaten ist POKER NIGHT jedoch um Längen entfernt. Viel zu oft wird der Zuschauer ungeschickt aus der Haupthandlung gerissen und gleichzeitig durch unnötige Rückblenden verwirrt, die zurück an den Kartentisch führen, wo der Spannungsbogen immer wieder durch schlecht platzierte Erzählungen anwesender Polizisten unterbrochen wird. Die blicken auf ihre Karriere zurück, brüsten sich mit den spektakulären Einsätzen ihrer bisherigen Polizistenlaufbahn und quasseln von hinterlistigen Serienmördern, die von einer krankhaften Sucht des Tötens getrieben werden. Für eine Anthologie durchaus interessanter Kurzgeschichtenstoff, weil POKER NIGHT Material für mindesten fünf weitere Filme bereithält. Im Falle von POKER NIGHT ein nerviges Übel, das dem Filmfreund schnell die Lust am Filmeschauen vermasselt, weil das Folgen der eigentlichen Handlung durch unzählige Flashbacks und Storyabzweigungen nahezu unmöglich gemacht wird.
 
Eigentlich hätte alles so schön werden können, denn POKER NIGHT macht in Sachen Folter alles richtig. Macher GREG FRANCIS zeigt nicht viel, aber auch nicht zu wenig, lässt Opfer flüchten, um sie in darauffolgender Szene vom Killer erneut einfangen zu lassen. POKER NIGHT wächst vor allem während der Quälmomente zu eigentlicher Größe heran, weil es dem Film trotz trivialer Gewaltszenen und allerhand Vorhersehbarkeiten gelingt, immer noch genügend Nervenkitzel zu verursachen, so dass der Zuschauer gebannt in seinem Filmsessel verharrt. Viel Spaß an den wenigen Folterakten bleibt jedoch nicht, denn FRANCIS widmet sich ausgerechnet dann seinen unzähligen Nebenhandlungen, wenn es zur Sache geht und für Gewaltfans interessant wird. Dass der Überraschungstwist am Ende nicht fehlen darf, ist mal wieder so eine nervende Horror-Zutat, die seit einigen Jahren sichtlich in Mode gekommen ist. Hier werden die Ambitionen des Killers gelüftet, die reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt nachvollziehen zu können. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass GREG FRANCIS viel Potenzial verschenkt hat und etwas zu eifrig und unbeholfen namhaften Filmschaffenden wie DARREN LYNN BOUSMAN oder MARCUS DUNSTAN hinterhereifert, so dass er ganz nebenbei seine eigene Geschichte aus den Augen verliert. Die ist mit unnötigen Informationen überladen, undurchsichtig, reichlich sprunghaft und absolut unglaubwürdig, was POKER NIGHT zu einem zwar handwerklich soliden, aber nicht sonderlich sehenswerten Filmerlebnis macht.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchgestylter Folter-Thriller, der sich vor der legendären SAW-Serie verbeugt. Auch wenn auf dem Filmposter zum Thriller POKER NIGHT ein Angst einflößender Killer grinst, dessen Maske etwas zu offensichtlich an THE COLLECTOR erinnert, hat der Film natürlich nichts mit dem harten Horror-Kracher aus dem Jahre 2009 am Hut. Vielmehr scheint Macher GREG FRANCIS von harter Mainstream-Folterei der letzten Jahre derart fasziniert gewesen sein, dass er kurzum an seinem eigenen Tortur-Flick gewerkelt hat. Der kann sich in punkto Optik durchaus sehen lassen; inhaltlich ist das Machwerk jedoch derart unsinnig, dass dem Zuschauer die Freunde schnell vergehen wird. POKER NIGHT ist überladen, wirr, undurchsichtig und dazu auch noch vollkommen unglaubwürdig. Der Grund hierfür dürfte in der stattlichen Anzahl an verschiedenen Nebenplots zu suchen sein, die es dem Zuschauer ziemlich schwer machen, der eigentlichen Handlung folgen zu können. Zudem entpuppt sich Regisseur GREG FRANCIS als Spaßbremse. Immer wenn der Filmbösewicht zum Folterutensil greift und POKER NIGHT an Fahrt gewinnt, wird zu einer der unzähligen Nebenhandlungen übergewechselt. So macht man sich unter Fans härterer Filmware keine Freunde. Was im Übrigen HELLBOY-Star RON PERLMAN dazu getrieben hat, in einem so unausgereiften Horror-Thriller mitzuwirken, dürfte mal wieder eines dieser vielen Hollywood-Mysterien sein, deren Antwort wir nie erfahren werden.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Zensur

 
 
 
Ziemlich viel geschossen wird in POKER NIGHT, weil nicht lang gefakelt wird. Ein wenig Folterei gibt es ebenso zu sehen, obwohl sich der Streifen hinsichtlich der obligatorischen Grausamkeiten in Genrefilmen überraschend zurückhält. Daher kann man davon ausgehen, dass POKER NIGHT hierzulande mit rotem „keine Jugendfreigabe“-Sticker erscheinen wird. Natürlich vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Love of my Life (2013)
 
Pig (2010)
 
Hate Crime (2013)
 
Saaw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)
 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 80 Followern an