Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Psychoschocker

Kritik: „In Their Skin – Sie wollen dein Leben“ (2012)

in their skin 2012 poster
 
 
 

IN THEIR SKIN – SIE WOLLEN DEIN LEBEN

(REPLICAS)

Story

 
 
 
Nach dem tragischen Unfalltod ihrer kleinen Tochter zieht es Familienvater Mark Huges zusammen mit Frau und dem achtjährigen Sohnemann in ein nobel eingerichtetes Anwesen weit draußen im Wald. Hier wollen sie sich von den schrecklichen Strapazen der letzten Zeit erholen und die Vergangenheit hinter sich lassen. Doch das Familienidyll wird getrübt, als plötzlich die neuen Nachbarn zu Besuch kommen. Anfänglich verunsichert über die ungewöhnliche Freundlichkeit geben die Huges klein bei und bitten zu Tisch. Doch der Familie wird bald klar, dass mit den neuen Nachbarn etwas nicht stimmt. So wird der erste Verdacht schnell zur Bedrohung. Als das Nachbarskind nach einer Meinungsverschiedenheit das Taschenmesser zückt, gerät das Kennenlernen außer Kontrolle.
 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Kritik

 
 
 
Bereits im Jahre 1997 polarisierte der österreichische Filmemacher MICHAEL HANEKE mit seinem cleveren Thriller FUNNY GAMES europäische Kritiker und Filmfreunde gleichermaßen. Seine bitterböse Mediensatire entlarvte den verstörten Zuschauer als heimlichen Mittäter an jenen Grausamkeiten, mit welchen zwei zynische Soziopathen eine gutbürgerliche Familie in den Tod treiben. Der vorliegende Thriller IN THEIR SKIN (Alternativtitel: REPLICAS) entpuppt sich bei genauerer Sichtung als kanadische Antwort auf Hanekes FUNNY GAMES, kommt aber gänzlich ohne gesellschaftskritische Botschaft daher – was aber nicht heißen soll, dass IN THEIR SKIN nicht auch für kontroversen Gesprächsstoff sorgen wird. Filmneuling JEREMY POWER REGIMBAL beschäftigt sich in seinem Home-Invasion-Schocker mit ähnlich unbequemen Horrorstoff der seit einigen Jahren Kassen klingeln lässt. Ob YOU’RE NEXT, THE STRANGERS oder der ähnliche gestrickte KIDNAPPED; sie alle bebildern auf grausame Weise wie sich das personifizierte Bösen ungefragt Zutritt in die eigenen vier Wände verschafft.
 
Auch Familie Huges erfährt schnell, dass die eigene Wohnung keineswegs sicher ist und der angrenzende Wald mehr Schutz bietet, als das eigene Zuhause. JEREMY POWER REGIMBAL bedient sich für IN THEIR SKIN den obligatorischen Horror-Regeln. Doch obwohl die dünne Handlung von Unmengen Horror-Klischees getragen wird, gelingt es dem kanadischen Filmemacher mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen. Regimbal deutet Gräueltaten an, lebt sie aber nicht aus. So erwartet der Zuschauer, dass die Situation zu jeder Minute eskalieren wird. Doch Regimbal zerstört Hoffnungen und zögert hinaus. Das bedeutet demnach nicht nur nervliche Anspannung für die kleine Familie, sondern verlangt auch vom Zuschauer einiges ab. Spannung ist garantiert, denn trotz Wartezeit überzeugt der kanadische Thriller spätestens in der zweiten Filmhälfte mit deftigem Psychoterror und erschreckend realistischen Home-Invasion-Horror.
 
Derbes Horror-Gemetzel lässt Regisseur JEREMY POWER REGIMBAL außer Acht. Hier wird weder missbraucht noch gerächt, wie man es in vielen thematisch ähnlichen Vertretern dieses Subgenres zu sehen bekommen hat. IN THEIR SKIN bietet keine obligatorische Vergewaltigung (wie in I SPIT ON YOUR GRAVE 2), keinen überzogenen Rache-Akt (wie in BOUND TO VENGEANCE) und zeigt auch sonst keine reißerisch zelebrierten Gräueltaten, die den Voyeurismus des Publikums befriedigen sollen. Vielmehr konzentriert sich der Regieneuling auf seine Protagonisten. So sind die Ambitionen der Bösewichte krank genug, weshalb es nicht von Nöten ist die ohnehin fragwürdige Ausgangssituation zusätzlich im Blut ertränken zu müssen. Das eigentliche Herzstück des Filmes ist jedoch die beklemmende und beunruhigende Atmosphäre, die sich durch ein unangenehmes Bauchgefühl äußert. Letzteres manifestiert sich bereits beim ersten Erscheinen der drei seltsamen Gestalten und bleibt bis zum Abspann, wenn sich die Familie in Sicherheit wähnen kann. Trotz konventioneller Machart gehört IN THEIR SKIN zum Besten, was das Home-Invasion-Genre hervorgebracht hat. Umso mehr verwundert es, dass der Film mit dreijähriger Verspätung nach Deutschland gekommen ist. Wer eine Schwäche für Zuhause-Terror besitzt sollte sich diesen Horrorfilm daher nicht entgehen lassen, denn wir meinen: Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
IN THEIR SKIN oder REPLICAS (so wie er anfangs heißen sollte) ist ein ziemlich böser und unbequemer Home-Invasion-Schocker, der dem Zuschauer und den leidenden Protagonisten so einiges abverlangt. Mit IN THEIR SKIN hat es Newcomer JEREMY POWER REGIMBAL geschafft einen harten Psychoschocker zu drehen, der fast gänzlich auf grafische Gewalt verzichtet, von Dialogen lebt und gerade wegen seiner zurückhaltenden Zeigefreudigkeit härter wirkt als das, was man sonst so im Horrorbereich zu sehen bekommt. Das liegt daran, dass vermehrt von psychischer Quälerei Gebrauch gemacht wird. Anders als bei den bisherigen Vertretern dieses Subgenres endet der Film nicht in reißerischer Folterei und blutigen Rachegelüsten. Beide Familien kommen am Ende im Vergleich zu ähnlich gelagerten Streifen glimpflich davon, was den Psychotrip aufgrund der realistischen Darstellung (mal abgesehen von den Beweggründen der Bösewichte) glaubhafter erscheinen lässt, als die meisten Terrorfilme der letzten Jahre. Die Nachbarsfamilie entpuppt sich als gerissenes Psychopathen-Trio, deren Handlungsbeweggründe nicht immer Sinn ergeben. Der ist auch nicht zwingend nötig, denn IN THEIR SKIN lebt von seiner bedrohlichen Atmosphäre, die sich wie ein gieriger Parasit durch den Film frisst. Auch wenn der Zuschauer von den Opfern Bestrafungen erwartet, hält sich Regisseur JEREMY POWER REGIMBAL mit Rachephantasien zurück und lässt Familie Huges und den Zuschauer bis zum erlösenden Abspann leiden. Diese Vorgehensweise erweist sich als effektiv, weil sie beim Zuschauer ein unangenehmes Bauchgefühl verursacht. Für ein Erstlingswerk ist IN THEIR SKIN eine beachtliche Leistung und man darf gespannt darauf sein, was unter der Regie von Macher JEREMY POWER REGIMBAL noch entstehen wird. Sein Spielfilmdebüt macht nicht nur visuell alles richtig. Auch technisch überrascht der Film mit souveräner Machart, so dass Horrorfans bedenkenlos zugreifen können.
 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Zensur

 
 
 
Da der Film fast ausschließlich auf Psycho-Terror setzt und Gewaltakte kaum gezeigt werden, hat IN THEIR SKIN hierzulande von der FSK eine 16er-Freigabe erhalten. Aufgrund des Bonusmaterials ist die erhältliche Heimkinofassung aber erst für Volljährige geeignet und lockt mit roten FSK-Sticker.
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
in-their-skin-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: In their Skin; Kanada 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Blu-ray: Keine Jugendfreigabe | Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Hinter den Kulissen-Feature

Release-Termin: KeepCase: 02.10.2015

 

In Their Skin – Sie wollen dein Leben [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Trailer

 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
 
Rogue River (2012)

Rosewood Lane (2011)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)

Inside the Darkness – Ruhe in Frieden (2011)

Red State (2011)

Advertisements

Filmreview: „A Lonely Place to Die“ (2010)

 

Und wieder erreicht uns, leicht verspätet, ein weiterer sehr sehenswerter Wettbewerbsbeitrag des Fantasy Filmfestes 2011.

Hochspannung sei definitiv garantiert, versprochen!

 

Fünf Hobbybergsteiger wollen einen gemütlichen Klettertrip in den Schottischen Highlands unternehmen. Kaum in den Kurzurlaub gestartet, vernehmen die Freunde seltsame Hilferufe inmitten der Berge.

Als sie feststellen, dass die Stimme aus einem Luftrohr im Waldboden schallt und sie ein kleines Mädchen in einem unterirdischen Gefängnis vorfinden, ahnen sie nicht, dass ihnen ab nun an, ein hinterhältiges Killer-Duo zu Leibe rückt, das ihre „Beute“ zurückfordert.

Ein Kampf um Leben und Tod beginnt für die fünf Freunde.

 

Was sich hier wie der zigste Abklatsch von „King of the Hill (2007), Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1972) oder High Lane“ (2009) liest entpuppt sich beim Anschauen als schwindelerregender Psychoschocker, der den Zuschauer selten Verschnaufpausen bietet. Schon die adrenalinverursachende Einführungssequenz von „A Lonely Place to Die“ lässt grob erahnen, in welche Richtung dieser Thriller den Zuschauer führen möchte. Dabei hätte Julian Gilbeys aktuelle Regiearbeit definitiv auch ohne die gesamte Killerschiene funktioniert. Die klaustrophobische und schweißtreibende Bergkulisse und ihre unerwarteten Gefahren hätte Potenzial für zig weiter abendfüllende Fortsetzungen gehabt und hätte allein gereicht 90 Minuten spannend zu unterhalten.

Ähnliches Phänomen hatte ich bereits bei dem Britischen Horrorthriller „The Descent“ aus dem Jahre 2005, der trotz klaustrophobischer Höhlenkletterei mit völlig überflüssigen Monstern im Höhleninneren aufwartet. Auch dort hätte die beängstigende Höhlenhatz und die Panikattacken der Protagonisten im engen Tunnelsystem der Höhlen völlig ausgereicht um den Film die gesamte Spielzeit tragen zu können – die Monster wirkten definitiv fehl am Platz.

Trotzdem, Gilbey macht dennoch mit seinem „A Lonely Place to Die“ fast alles richtig.

Ein Horrorfilm sollte spannend unterhalten, und das tut seine aktuelle Regiearbeit definitiv ausgiebig. Die Story ist unvorhersehbar, die Killer sind unmenschlich grausam skizziert und die 5 Freunde bei ihre Flucht recht erfinderisch – ihr Handeln stehts nachvollziehbar.

Leider kann der Thriller die Spannungsschraube nicht bis zum Ende hin konstant halten.

Einiges wirkt gerade gegen Ende nicht rein zufällig, zu arg konstruiert und unglaubwürdig.

Im Endfight, kann die Heldin mit ihrem Horrorklischeeartigen Handeln nicht wirklich überzeugen, weiss sich aber dennoch genrebedingt kreativ zur Wehr zu setzen.

A Lonely Place to Die“ ist trotz minimaler Kritik, ein überaus bemerkenswerter Genrefilm, der aufgrund seines unverbrauchten Settings noch Potenzial nach oben gehabt hätte.

Aufgrund der derzeitigen Masse an schlechter Genreproduktionen bietet „A Lonely Place to Die“ neben all den unerträglich dummen No-Buget Horrorstreifen endlich mal wieder erfrischende Abwechslung.

 

 

Fazit 7,5 / 10 Punkte

 

Filmliebhaber mit schwachen Nerven und einem leichtem Hang zur Akrophobie sei von diesem schwindelerregenden Horrorthriller dringend abgeraten. Für alle anderen Filmfans gilt:  zwingend empfehlenswert!

(Deutsche Fassung ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80