Filmkritik: „The Cleaning Lady – Sie weiß alles über dich“ (2018)

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THE CLEANING LADY – SIE WEISS ALLES ÜBER DICH

(THE CLEANING LADY)

Story

 
 
 
Für Alice wird die Freundschaft zu ihrer Putzfrau schon bald zum Albtraum, denn hinter der freundlichen Shelly steckt mehr, als man ahnen könnte.

 
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Kritik

 
 
Es ist nicht unüblich, dass Kurzfilme gerne mal zu Langfilmen geformt werden. Für viele Regisseure sind gerade diese Kurzfilme ein günstiges Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Ist das dann erst mal erfolgt, finden sich auch schnell mal Geldgeber, die einen Langfilm ermöglichen. In der Vergangenheit hat das manchmal funktioniert, aber nicht immer, denn man muss auch sagen, dass längst nicht jeder Stoff sich anbietet, als Langfilm präsentiert zu werden. Schon gar nicht, wenn das Original hauptsächlich aus einer Pointe besteht. Regisseur Jon Knautz hat mit „The Cleaning Lady“ nun ebenfalls seinen gleichnamigen Kurzfilm von 2016 mit einer höheren Laufzeit versehen. Das bemerkt man an manchen Längen leider, aber insgesamt lässt sich das Ergebnis dennoch gut anschauen.
 
 
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Alice ist in einen verheirateten Mann verliebt und versucht von ihm loszukommen. Um auf andere Gedanken zu kommen, freundet sie sich mit ihrer neuen Putzfrau Shelly an. Shelly ist sehr schüchtern und hat aufgrund eines Unfalls ein verbranntes Gesicht, aber sie hört Alice zu und so entsteht eine kleine Freundschaft. Allerdings ahnt Alice nicht, was die tragische Geschichte hinter den Narben von Shelly erzählt und als ihr Rachefeldzug beginnt, ist es auch schon zu spät. Die Handlung ist nicht schlecht, aber man merkt ihr an, dass sie künstlich in die Länge gezogen wurde. Es macht eben schon einen Unterschied, ob man nur zehn Minuten Laufzeit füllen muss oder 90 Minuten. An manchen Stellen ist es gut, dass sich das Geschehen nur sehr langsam entwickelt, an manchen aber auch ein Zeichen dafür, dass Füllmaterial benötigt wurde. Wer den Kurzfilm kennt, wird schon wissen, was sich hier abspielt, alle anderen können erst mal nur rätseln. Dabei ist die Hintergrundgeschichte wirklich tragisch, aber nicht unbedingt besonders originell. Die Schlusspointe ebenfalls nicht. Das Drehbuch ist also eine etwas zwiespältige Sache geworden. Positive und negative Aspekte halten sich da ungefähr die Waage.
 
 
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Was „The Cleaning Lady“ aber durchaus aufwerten kann, sind die beiden Hauptdarstellerinnen. Alexis Kendra war schon im Kurzfilm involviert und macht ihre Sache recht glaubwürdig. Wirklich stark ist allerdings Rachel Alig, die ihrer psychopathischen Figur eine bedrohliche Präsenz verleiht. Sie spielt das völlig ruhig und zurückgenommen, erzielt aber gerade damit eine hohe Wirkung. Sowieso ist ihre Figur alles andere als uninteressant und sie sorgt auch für ein bisschen Ambivalenz. So grauenvoll Shelly auch zur Tat schreitet, durch ihre Background-Story kann man ihr das fast nicht übel nehmen. So ganz nebenbei hat man mit ihr übrigens auch eine Figur kreiert, die mit mehreren Fortsetzungen zu einer Art neuem Slasher-Idol werden könnte. Weitere Darsteller sind in Nebenrollen zwar fleißig vertreten, spielen aber wirklich keine besonders große Rolle und auch die Figurenzeichnung ist abgesehen von Shelly keineswegs berauschend. Hier bedient man eigentlich nur Klischees. Für ein paar Sympathien reicht das aus, für mehr jedoch nicht.
 
 
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Nun sollte man kein Fan von Filmen sein, die schnell auf den Punkt kommen, denn „The Cleaning Lady“ lässt sich Zeit. Fast die gesamte erste Stunde ist, bis auf wenige Ausnahmen, eher eine Art ruhiges Drama. Eine Bedrohung ist zwar spürbar, aber wirklich durchkommen tut sie dann erst im letzten Drittel. Hier geht es dann allerdings schon zur Sache. Explizite Gewalt gibt es weniger zu sehen, aber ein paar Szenen haben es in sich und die Freigabe ab 18 Jahren ist deshalb auch gerechtfertigt. Zum Finale hin kommt noch etwas Spannung auf und die Inszenierung ist ganz passabel. Mit sehr viel Aufwand dient der Film nicht, aber das ist hier auch nicht unbedingt notwendig. Die handwerkliche Arbeit kann sich auf jeden Fall sehen lassen, selbst wenn ein paar Effekte etwas zu simpel (Stichwort: Säure) aussehen. Durch den wirklich sehr langsamen Aufbau besitzen die 90 Minuten Laufzeit aber leider einige Längen, die vermeidbar gewesen wären, wenn man das zehn Minuten kürzer gestaltet hätte.
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Cleaning Lady“ macht lange Zeit auf ruhiges Drama, um dann im finalen Drittel ordentlich mit der Horrorkeule zu schwingen. Zwar ist der Film alles andere als harmlos, aber leider zündet seine böse Art und Weise zu selten, weil er sich dafür einfach zu viel Zeit lässt. Dank der beiden guten Hauptdarstellerinnen und ein paar schmerzhaften Szenen kann man darüber hinwegsehen und auch die Story ist nicht schlecht. Ein bisschen weniger Füllmaterial wäre aber nicht verkehrt gewesen. Wer allerdings nicht auf der Suche nach dem nächsten Highlight ist, bekommt hier einen solide gemachten Film geboten, der sehenswert ist.
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Cleaning Lady“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) DONAU FILM (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cleaning Lady; USA 2018

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 02.10.2020

 

The Cleaning Lady [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
House of Wax (2005)
 
May – Schneiderin des Todes (2002)
 

Filmkritik: „Goddess of Love“ (2015)

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GODDESS OF LOVE – IHRE LEIDENSCHAFT IST DEIN TOD

Story

 
 
 

Stripperin Venus (Alexis Kendra, möglicherweise bekannt aus BIG ASS SPIDER und HATCHET 2) arbeitet in einem Nachtclub und lernt dort die Liebe ihres Lebens kennen. Leider verläuft die Beziehung anders als erwartet und endet im Chaos.

 
 
 


 
 
 

GODDESS OF LOVE – Kritik

 
 
 
Verstörender als jeder Horrorfilm ist manchmal das Leben selbst. Das schreibt nicht selten die schaurigsten Geschichten. Von denen hat sich schon mancher Filmemacher inspirieren lassen. Neu im Club: JON KNAUTZ. Der Regisseur dürfte aufmerksamen Horrorfans kein Unbekannter mehr sein. Im Gegenteil; der kanadische Director hat sich schon einige Male im Genre ausgetobt. Auf seine Kappe gehen Filme wie JACK BROOKS: MONSTER SLAYER, THE SHRINE und GIRLHOUSE, die beim Publikum mindestens mal gut ankamen. Knautz bot kurzweilige Unterhaltung durch massentauglichen Horror. Ganz anders mutet da der nächste Streich des Filmemachers an. Schimpft sich GODDESS OF LOVE und schlägt eine ganz andere Richtung ein. Statt Geister, Serienkiller oder Monster auf den Zuschauer loszulassen, wird es psychologisch. Die GODDESS OF LOVE beschäftigt sich mit einem heiklen Thema, das wohl niemandem fremd ist: die Liebe. Da wir von FILMCHECKER in erster Linie „böse“ Film besprechen, ist natürlich klar, dass dieser Streifen keine Liebes-Schmonzette ist. Vielmehr protokolliert JON KNAUTZ in beunruhigenden Bildern das oft unerfüllte Streben nach Geborgenheit, Nähe und Zugehörigkeit in einer immer anonymeren und schnelllebigeren Zeit wie unserer Gegenwart.
 
 
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Wenn Liebe wahnsinnig macht. GODDESS OF LOVE rückt die attraktive Venus (ALEXIS KENDRA) in den Mittelpunkt, die trotz hinreißender Optik kein Glück mit den Männern hat. Bei ihrer Arbeit als Tänzerin in einem Nachtclub lernt sie Traummann Brian (WOODY NAISMITH) kennen und verliebt sich in den unnahbaren Fremden. Der hat auch kein einfaches Los gezogen. Seine vorherige Partnerin hat sich in der Badewanne das Leben genommen. Trotz Kummer lässt er sich auf die neue Beziehung mit der schönen Tänzerin ein – doch das Liebesglück nimmt bald sonderbare Ausmaße an. Venus wird misstrauisch, weil sich der Liebste nur noch sporadisch meldet und weder Anrufe noch Mails beantwortet. Auf der Suche nach Antworten beginnt sie den neuen Freund zu beschatten und findet heraus, dass der sich lieber mit anderen Frauen verabredet, als mit ihr Zeit zu verbringen. Was folgt ist nicht normal. Die Filmheldin entwickelt eine Obsession für ihren Partner und kann bald nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Der psychische Abstieg ist vorprogrammiert, denn im Zuge von Verzweiflung, Verlustängsten und Wut wird die smarte Tänzerin zum unkontrollierbaren Racheengel.
 
 
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Kein Liebesfilm mit Schmalz oder gar Happy End. Regisseur JON KNAUTZ greift mit GODDESS OF LOVE ein ernstes Thema auf, das sich seit eh und je wie ein Virus durch die Gesellschaft frisst. Es ist die oft ergebnislose Suche der Menschen nach Liebe, die in diesem Machwerk zum Mittelpunkt deklariert wird und für unschöne Bilder sorgt. GODDESS OF LOVE zeigt auf, zu welchen Taten Liebende fähig sind, die von einer ständigen Angst vor Verlust und Enttäuschung getrieben werden und dabei scheinbar nicht mehr nach Verstand handeln, sondern in erster Linie angstgesteuert. Somit ist die Filmheldin keine Psychopathin oder Stalkerin im herkömmlichen Sinne, sondern eher bemitleidenswertes Opfer einer unzweifelhaft selbstsüchtigen und emotional kalten Gesellschaft, in der es immer schwieriger wird aufrichtige Liebe zu finden, die ein Leben lang hält.
 
 
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In Interviews erklärte Macher JON KNAUTZ, dass er schon immer einen Film drehen wollte, mit dessen Handlung sich jeder identifizieren kann. Die Auswirkungen von Liebeskummer zu studieren, fand er dabei besonders interessant, schließlich dürfte ein jeder mit Herzschmerz bereits Erfahrungen gesammelt haben. Nach einer Sichtung des klassischen Achtziger-Thrillers EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE stellte er sich die Frage, wie der Film wohl verlaufen würde, wenn der Zuschauer die Handlung aus der Sicht von GLENN GLOSE zu sehen bekäme. Prompt kam so die Idee zu einer Geschichte über eine Frau in den Sinn, die wegen unerwiderter Liebe aus der Bahn geworfen wird. Dabei entstanden ist kein typischer Horrorfilm. Vielmehr verbirgt sich hinter GODDESS OF LOVE ein verstörendes Psychodrama, das den psychischen Abstieg einer Frau bebildert, die einfach nur geliebt werden möchte. Die wird hier von ALEXIS KENDRA verkörpert, die eine beachtliche Leistung abliefert und dem Zuschauer hauptsächlich durch Mimik und Gestik zu verstehen gibt, was sich da in Filmfigur Venus zusammenbraut. So ist GODDESS OF LOVE dank unbequemer Bilderflut und nur schwer verdaulicher Problematik ein spezieller Film, der sich auch an ein spezielles Publikum richtet. Wer es demzufolge grob und deftig braucht, geht diesmal leider leer aus – auch wenn JON KNAUTZ im kompromisslosen und unerfreulichen Finale zeigt, wo seine Wurzeln liegen.
 
 
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GODDESS OF LOVE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Verstörend, kontrovers und genial. GODDESS OF LOVE ist kein leicht verdaulicher Film, den man so nebenbei sieht. Nach dem harten Slasher GIRLHOUSE macht Regisseur JON KNAUTZ was mit Anspruch und hat mit GODDESS OF LOVE den wohl besten Film seiner bisherigen Karriere gedreht, der alltäglichen Horror zum Thema eines Psychodramas macht. Im vierten Spielfilm des kanadischen Filmemachers wird gezeigt, was passieren kann, wenn die Sehnsucht nach Liebe in grenzenlosen Hass umschlägt. Der Zuschauer wird hierbei in die Welt einer gezeichneten Filmheldin entführt, die schleichend wahnsinnig wird, weil sie einfach nur geliebt werden möchte. Das Leben schreibt manchmal beunruhigendere Geschichten, als jeder eingeschränkt kreative Drehbuchautor. Auch wenn das Finale von GODDESS OF LOVE etwas zu sehr in Genre-Gewohnheiten abdriftet, ist die vermittelte Botschaft aktueller denn je. Setzt man sich nach dem Anspann mit dem Film auseinander, wird schnell deutlich, dass viele Menschen in unserer heutigen anonymen Zeit sonderbare Wege gehen, um Liebe zu finden und an sich zu binden.
 
 


 
 
 

GODDESS OF LOVE – Zensur

 
 
 
GODDESS OF LOVE ist eher ein Psychodrama, das Horror im Kopf des Zuschauers entstehen lässt. Es gibt eine tote Katze zu sehen und eine Protagonistin wird mit einem Messer erstochen. Das Ende ist fraglich. Hier wird mit unzähligen Messerhieben auf einen Körper eingestochen. Trotz dieses sehr reißerisch zelebrierten Mord, hat es keine Erwachsenenfreigabe geben. Die FSK hat GODDESS OF LOVE bereits für Sechsehnjährige freigegeben. Wegen dem Bonusmaterial, was sich auf der erhältlichen Heimkinofassung befindet, besitzt die Blu-ray / DVD jedoch einen roten Freigabe-Sticker.
 
 
 


 
 
 

GODDESS OF LOVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Maritim Pictures (Special Edition mit BD & DVD im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Goddess of Love; Kanada 2015

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinoveröffentlichung wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Digipack mit Schuber

Extras: Trailershow, Originaltrailer, Postkarten

Release-Termin: 28.10.2016

 

Goddess of Love [Standard Blu-ray im KeepCase]

Goddess of Love [Special Edition mit Blu-ray & DVD im Digipack]

 
 
 


 
 
 

GODDESS OF LOVE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei MARITIM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Crush – Gefährliches Verlangen (2013)

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