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Filmkritik: „Sam Was Here“ (2016)

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SAM WAS HERE

(NEMESIS)

Story

 
 
 

In der kalifornischen Mojave-Wüste erlebt ein Handelsvertreter den blanken Horror. Erst leuchtet ein mysteriöses Licht am Himmel. Später machen Menschen Jagd auf ihn. Was liegt hier im Argen?

 
 
 


 
 
 

SAM WAS HERE – Kritik

 
 
 
Talentierte Schauspieler, ein cleveres Drehbuch und genug Spannung, um den Zuschauer bei Laune zu halten – es bedarf nicht viel um einen sehenswerten Horrorfilm zu drehen. Dennoch scheitern allein daran schon viele Regisseure, weil es den meisten Horrorfilmen neueren Datums an Ideen mangelt. Stattdessen werden die immer wieder gleichen Geschichten abgespult in der Hoffnung, mit der unersättlichen Nachfrage des horrorhungrigen Publikums irgendwie Geld verdienen zu können. Das macht müde und nimmt allmählich die Lust am Genrefilm. Immerhin gibt es Ausnahmen. Die sind zwar rar, aber dennoch vorhanden. Einer dieser Streifen mit Seltenheitswert nennt sich SAM WAS HERE, der mal wieder von einem Newcomer gedreht wurde, der auf Konventionen pfeift. Mit gerade einmal 70.000 Euro hat hier ein französischer Regisseur einen hitzigen Thriller gedreht, der wieder Lust auf mehr Horror macht. CHRISTOPHE DEROO nennt sich der ambitionierte Filmemacher, der mit seinem anarchistischen Filmdebüt und dem Mut zum Unkonventionellen Werke der französischen Terrorwelle ins Gedächtnis ruft. Die wütete in den 2000ern und brachte kontroverse Streifen wie MARTYRS oder HIGH TENSION hervor, welche sich sogar international einen Namen machen konnten. Auch dort kümmerte man sich weder um Grenzen noch Geschmäcker, hielt mit der Kamera drauf und polarisierte. Letzteres gelingt auch SAM WAS HERE ohne Probleme – wenngleich auf anderem Wege.
 
 
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NEMESIS – so wie SAM WAS HERE auch vermarktet wird – erzählt die rätselhafte Geschichte des Vertreters Sam (RUSTY JOINER), der von seinem Vorgesetzten ins amerikanische Hinterland geschickt wird, um mehr Kunden akquirieren zu können. Der fährt in schwüler Hitze durch die Mojave-Wüste von Kalifornien und klappert ein Haus nach dem anderen im kargen Ödland ab, um deren Bewohner zum Kauf seiner Produkte zu bewegen. Kurioserweise steht er aber immer vor verschlossenen Türen und auch sonst ist keine Menschenseele zu sehen. Nur ein lokaler Radiosender bietet Abwechslung zum monotonen Vertreteralltag. Auf dem wird pausenlos von den grausamen Verbrechen eines skrupellosen Kinderschänders berichtet, der in der Gegend für Angst und Schrecken sorgt. Leider nehmen die Ereignisse bald eine seltsame Wendung. Sam wird plötzlich von maskierten Menschen verfolgt, die ihm nichts Gutes wollen. Zudem werfen Briefe Fragen auf, in denen der ominöse Radiosender die Bewohner der Gegend zum Mord am Kindermörder anstiftet. Kein gutes Omen für den ahnungslosen Vertreter. Der muss bald einsehen, dass man ihn als den gesuchten Mörder verdächtigt. Aber warum? Für die Antwort darauf ist sollte man die grauen Zellen aktivieren.
 
 
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Es müssen nicht immer dunkle Gänge, gruselige Herrenhäuser oder verlassene Friedhöfe sein, um Gänsehaut bewirken zu können. Wie bereits zuletzt in DRIFTER oder CARNAGE PARK kann auch schwüle Wüstenatmosphäre dazu beitragen, um ausweglosen Horror zu transportieren. Die mysteriöse und spannend aufbereitet Geschichte ist hier die Quintessenz. SAM WAS HERE ist nämlich nicht so leicht zu durchschauen, denn Regisseur CHRISTOPHE DEROO verzichtet auf plausible Antworten und führt stattdessen seine mysteriöse Geschichte ins Absurdum. Ist der Filmheld ein kaltblütiger Kindermörder und kann sich daran nicht erinnern? Oder wird in diesem Film gar Kritik an den Medien geäußert, die durch gezielte Falschinformationen den Hass von Menschen schüren? SAM WAS HERE nimmt den Zorn der Zuschauer auf sich und verwirrt mit offenem Ende. Statt Antworten gibt es Fragen, auf deren Suche nach Antworten weitere Fragen aufgeworfen werden. Diese Richtung ist aber gewollt, denn Filmemacher CHRISTOPHE DEROO macht es seinem Vorbild DAVID LYNCH gleich. Auch der ist dafür berüchtigt einfache Geschichten zu erzählen, die viele Schubladen öffnen und so mehrere Interpretationen zulassen. Demzufolge sollte man das Köpfchen anstrengen und seine Phantasie spielen lassen. Wem das bewusst ist, erlebt mit SAM WAS HERE einen tadellosen Horrorbeitrag der sich ins Hirn brennen wird.
 
 
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SAM WAS HERE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Achtung: Horror-Geheimtipp! Ultra-Spannender Überlebenshorror unter der drückenden Hitze Nord-West-Amerikas. Was hier mit 70.000 Euro in zwölf Tagen gedreht wurde ist erstaunlich. SAM WAS HERE (Alternativtitel: NEMESIS) ist auf technischer Ebene vielen Indie-Produktionen um Längen voraus. Zudem erweist sich Regisseur und Drehbuchautor CHRISTOPHE DEROO als wahrhaftiger Meister der Spannung. Sein Filmdebüt ist zwar mit knappen 70 Minuten nicht sonderlich lang, fesselt aber mit einer undurchsichtigen und ebenso unvorhersehbaren Geschichte ungemein. In Interviews erklärte der Newcomer, dass er neben DAVID LYNCH auch ein großer Liebhaber der Filme von Regisseur JOHN CARPENTER ist. Demzufolge gibt’s aggressiv pumpenden Synthesizer-Sound für die Ohren, der zweifelsohne die Frühwerke des Altmeisters Revue passieren lässt. Wie genanntes Vorbild versucht CHRISTOPHE DEROO mit wenigen Mitteln viel zu schaffen und zu sagen. Das kleine Budget sieht man dem Film zu keiner Minute an – eine Kunst für sich. Weil keine Antworten auf dem Silbertablett serviert werden, dürfte SAM WAS HERE aber manch Zuschauer vor den Kopf stoßen. Das ist gewollt, denn CHRISTOPHE DEROO gab in Interviews zu verstehen, dass Verständnis nicht zu seinen Prioritäten beim Filmemachen gehört. Daher sollte man einfach mal etwas tiefer forschen und die eigene Interpretationsfähigkeit walten lassen. Der Streifen lässt nämlich viele Erklärungsansätze zu. Das macht ihn so einzigartig. Trotzdem von uns ein kleiner Tipp: Im Film leuchtet des Öfteren ein rotes Licht am Himmel. Schenkt man der Aussage des Regisseurs Glauben, steht jenes Licht für wachsenden Hass. Je stärker es leuchtet, umso mehr Hass wird produziert. Wir wünschen genug Kreativität bei der Suche nach Antworten.
 
 
 


 
 
 

SAM WAS HERE – Zensur

 
 
 
Eine Frau wird mit heißem Wasser verbrüht, ein Kopf wird eingeschlagen, eine Spritze in ein Gesicht gerammt, Gewehrmunition bohrt sich durch Körper und am Ende wird ein Protagonist mit Säure überschüttet. CHRISTOPHE DEROO ist laut Interview kein Freund zeigefreudiger Brutalitäten. Demzufolge wird oft nur angedeutet oder weggeblendet, wenn es zu deftig wird. SAM WAS HERE dürfte demnach problemlos die FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SAM WAS HERE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)
 
The Hitchhiker (2007)
 
Carnage Park (2016)
 


Filmkritik: „Radio Silence – Der Tod hört mit“ (2012)

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RADIO SILENCE

DER TOD HÖRT MIT

Story

 
 
 
Ein deutscher Genre-Film der es mit der internationalen Konkurrenz aufnehmen kann? Gibt’s nicht? Gibt´s doch. Denn genau das ist „Radio Silence“ vom Regie-Duo Marco Riedl und Carsten Vauth. Die Story folgt dem Radiomoderator Dock Rock, der während seiner eigenen Live-Sendung von einem wahnsinnigen Serienkiller in ein perfides Katz- und Maus-Spiel verwickelt wird. Der Übeltäter nennt sich selbst „der Nachtschlitzer“ und droht damit eine unschuldige Frau zu töten, wenn Dock Rock ihn nicht während seiner Live-Sendung davon überzeugt von seinem Vorhaben abzulassen…

 
 
 


 
 
 

RADIO SILENCE – Kritik

 
 
 
Bei dieser knappen Inhaltsangabe sei es an dieser Stelle belassen, denn jedes weitere Wort könnte schon zu viel über die Handlung verraten. Der auf einem Kurzfilm basierende Horror-Thriller bemüht sich von Anfang an um internationales Flair. Die Optik orientiert sich überdeutlich an amerikanischen Vorbildern. Besonders David Finchers „Sieben“ oder James Wans „Saw“ standen für die optische Gestaltung der Geschehnisse Pate. Die Kamera fängt tolle Perspektiven ein und gibt sich auch sonst sehr dynamisch und variabel. Der Soundtrack ist ebenfalls toll komponiert und perfekt auf die Geschehnisse abgestimmt, die sich auf der Leinwand abspielen. Formal ist der Film also wirklich gelungen.
 
 
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Des Weiteren werden größtenteils amerikanische Namen für die Protagonisten verwendet (Dock Rock, Vince, Briggs, Betty etc. pp.) und beinahe alle Figuren durch bekannte Synchronsprecher besetzt. Der Einsatz ihrer markanten Stimmen und die Tatsache, dass dieser Film über weite Strecken noch einmal nachsynchronisiert wurde unterstreichen das internationale Flair noch einmal deutlich. Hier zeigt man dann auch erfreulichen Mut zum Risiko, denn einen Film fast ausschließlich mit Synchronsprechern (zu hören gibt es u.a. die deutschen Synchronstimmen von Robert Downey Jr., Jean Claude Van Damme, Brad Pit und Harrison Ford) zu besetzen, die hauptsächlich hinter den Kulissen einer Produktion zum Einsatz kommen ist schon beachtlich. Und, die Rechnung geht erstaunlich gut auf. Vor allen Dingen die beiden Protagonisten, der Schauspieler Martin Knüfken als Dock Rock und Synchronsprecher Charles Rettinghaus als irrer „Nachschlitzer“ machen ihre Sache erstaunlich gut. In Nebenrollen sind dann noch Wolfgang Pampel, Ronald Nitschke und eine Menge weitere bekannte Stimmen zu sehen bzw. zu hören. Und auch zu Beginn des Films nutzt man die Möglichkeiten der vorhandenen Synchronsprecher und bietet ein witziges „Zurück in die Zukunft“-Zitat in dem sich die Stimmen vom „Doc“ und „Marty“ in die Live-Sendung von Dock Rock einwählen.
 
 
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Aber auch abseits der Besetzung kann der Film Pluspunkte sammeln. Denn neben der gelungenen audio-visuellen Gestaltung, nimmt auch die Geschichte erstaunlich schnell an Fahrt auf und entwickelt sich schnurstracks zu einem unterhaltsam-bösen Psycho-Spielchen, das jede Menge falsche Fährten und doppelte Böden in petto hat, um den Zuschauer bis zum Finale nie das Interesse verlieren zu lassen. Klar, etwas überkonstruiert ist das ganz schon, vor allem im Finale, wenn sich in einem Mordstempo diverse „Twist´n Turns“ die Klinke in die Hand geben – dem Unterhaltungswert schadet es aber zu keiner Zeit. Und auch die Mischung aus perfidem Psycho-Thriller und Elementen, die eher in Richtung Slasher-Film gehen, funktionieren erstaunlich gut und greifen szenenweise beeindruckend stimmig ineinander. Etwas ruppig darf es dann auch noch zugehen, wobei der Film sich aber nie allzu grafisch im Umgang mit Gewalt zeigt. Die FSK 16-Freigabe für die ungekürzte Fassung geht in Ordnung.
 
 
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RADIO SILENCE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Insgesamt ist „Radio Silence“ ein gutes Beispiel dafür, dass mit dem Genre-Film aus Deutschland wieder zu rechnen ist. Dem Regie Duo Marco Riedl und Carsten Vauth ist es gelungen aus ihrem eigenen Kurzfilm einen kleinen, fiesen, sympathisch-bösen Horror-Thriller in Spielfilmlänge zu machen, der zwar etwas überkonstruiert daher kommt, über weite Strecken aber bestens funktioniert.
 
 
 


 
 
 

RADIO SILENCE – Zensur

 
 
 
Der Film wurde von der FSK bereits für Jugendliche freigegeben. Die hiesige Heimkinofassung ist bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet und kommt ohne Zensuren aus. Wer beim Kauf von Horrorfilmen nur komplette Filme im Regal stehen haben mag, kann bedenkenlos zugreifen RADIO SILENCE ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

RADIO SILENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures / daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: On Air; Deutschland / USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making Of; Preview-Mini-Serie; Alternativer Anfang; Visuelle Effekte; entfernte Szenen; Outtakes; Interviews; Audiokommentar

Release-Termin: 27.02.2015

 

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RADIO SILENCE – Trailer

 
 

 
 

Sebastian

Die Rechte der für die Review verwendeten Bilder liegen bei M-Square Pictures/daredo (Soulfood)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Todesschrei per Telefon (1980)
 
Pontypool – Radio Zombie (2008)