Filmkritik: „Rattennest – Kiss me Deadly“ (1955)

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RATTENNEST – KISS ME DEADLY

(KISS ME DEADLY)

Story

 
 
 
Privatdetektiv und generelles Wrack Mike Hammer verdient seine Brötchen mit Kleckerkram wie dem Ausspionieren untreuer Ehegatten. Eines Abends nimmt er die aus der Klapsmühle ausgebüxte Christina per Anhalter mit. Das Auto wird von Gangstern angehalten und Hammer muss mit ansehen, wie die junge Frau zu Tode gefoltert wird. Jetzt ist der Ehrgeiz des abgerissenen Schnüfflers getriggert und er mischt sich in Dinge ein, die alles übertreffen, was er oder die Zuschauer erwartet haben.

 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Kritik

 
 
 
Meine Damen und Herren, liebe Kinder und Tiere: Hiermit stellen wir, die Heinzelmännchen hinter dem Filmblog Eures Vertrauens, Euch ein veritables Heavyweight unter den Filmen vor. Nicht nur im Bereich Gangsterfilm, im Bereich Film Noir, nö, allgemein ist RATTENNEST, eine kalte Dusche unter den Kriminalfilmen, einer der besten Filme der Fünfziger und gleichzeitig ein Tritt in die Weichteile für den unvorbereiteten Zuseher. Das ultra-pessimistische Genre spielt ja immer mit der Umkehrung von Licht und Schatten, Gut und Böse. Charakterzeichnungen fallen selten eindeutig aus. Dieser Film aus der Meisterhand des großen Robert Aldrich dreht die Regler noch ein paar Grad in Richtung Weltuntergang.
 
 
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So ist Hammer auch nicht weniger skrupellos und mindestens genau so brutal wie die Lumpen, denen er hinterherjagt. Die Fairness des Western-Sheriffs mit weißem Hut geht dem Whiskeytrinker und Faustkämpfer eine Handbreit am Hinterteil vorbei. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem ihm Sieg oder Niederlage egal ist, Hauptsache er nimmt ein paar der Anderen mit in die Hölle. Die Figur des „hard boiled“, also hartgesottenen Nihilisten-Detektivs Mike Hammer ist neben der des Philip Marlowe eine der wenigen wiederkehrenden im Kontext der „Schwarzen Serie“ Hollywoods. In den Achtzigern gibt es sogar eine oft gesendete Fernsehserie mit Stacy Keach. Im Original hier wird er von Ralph Meeker gespielt, einem vielbeschäftigten Film- und Fernsehschauspieler, der bereits in dieser frühen Rolle sein Ticket für die ewige Ruhmeshalle ikonengleicher Darstellerleistungen lösen kann.
 
 
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Der Plot, diese halluzinative Reise in die Gedärme der irrealen Stadt Los Angeles, wo Kleinkriminelle im Auftrag einer ganz großen Verschwörung handeln, spiegelt sich in Filmen wider, die noch Jahrzehnte später entstehen und ebenfalls zum anerkannten Kanon amerikanischer Kultfilme gerechnet werden. Da hätten wir zum Beispiel REPO MAN (1984), THE BIG LEBOWSKI (1998) und ganz besonders PULP FICTION von 1994, in dem der geheimnisvolle Koffer, hinter dem in RATTENNEST alle her sind, einen direkten Auftritt hat. RATTENNEST ist ein Film Noir allerhöchster Qualität, ein wahrer Top-Fünf-Film. Wer sich in diesem entdeckenswerten Genre noch nicht auskennt oder noch nicht weiß, wo er anfangen soll: Hier wäre ein guter Vorschlag.
 
 
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RATTENNEST – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
RATTENNEST ist zweifelsohne einer der bedeutendsten Film Noirs. Ein buchstäblich pechschwarzes Meisterwerk des Nihilismus, wie er Hollywood ein paar Jahre später in Zensur-Schwierigkeiten bringen soll. Ein Film für die einsame Insel. Wenn man dort Filme schauen sollte natürlich.
 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Zensur

 
 
 
Das Film-Noir-Thriller-Drama RATTENNEST – KISS ME DEADLY lief damals im Kino gekürzt. Auch die späteren TV-Ausstrahlungen waren nie komplett. Im DVD-Zeitalter änderte sich das aber. Bereits die erste DVD-Veröffentlichung war ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Das ist nun auch bei der erhältlichen Blu-ray der Fall. Die besitzt das rote FSK-Siegel und bietet den Film in der ungeschnittenen Originalfassung.
 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films | Explosive Media (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kiss me Deadly; USA 1955

Genre: Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Original Kinotrailer

Release-Termin: 13.02.2020

 

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RATTENNEST – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Films | Explosive Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Asphalt-Dschungel (1950)
 
Die Narbenhand (1942)
 
Tote schlafen fest (1946)
 

Filmkritik: „Alien Shock“ (1980)

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ALIEN SHOCK

(DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL)

Story

 
 
 
Die genreübliche Horde rolliger Teenager hat Lust auf einen wilden Abenteuerurlaub in den amerikanischen Hinterwäldern. Dort hört dich niemand stöhnen. Man begegnet eingangs natürlich dem ortsansässigen Tankstellen-Alkoholiker, der die Kids warnt, doch lieber mit dem Arsch daheim zu bleiben. Hören natürlich nicht auf den alten Spritter und werden zur Strafe von fliegenden Vampir-Rochen aus dem Weltall attackiert. Planlos wie geköpfte Hühner machen sich die jungen Sexurlauber zusammen mit einem ausgemusterten Armee-Haudegen reiferen Alters und einer ebenfalls im Niemandsland umherstreichenden Pfadfindergruppe auf die Flucht vor den brutalen Extraterrestrischen. Die Flugbiester sind nämlich nur der kleinste Teil der Bedrohung vom anderen Stern.

 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Kritik

 
 
 
Regisseur Greydon Clark kommt aus dem Umfeld des großen amerikanischen Käsefilmers Al Adamson. Wie sein ehemaliger Vorgesetzter auch, arbeitete der Mann aus Michigan in jedem Untergenre, das die Welt des Schmuddelfilms in ihrer Hochzeit zu bieten hatte. Vor untd hinter der Kamera. Schmierige Rockerfilme wie DIE SADISTEN SATANS, verquer feministischer Agentinnenquatsch wie ANGELS HÖLLENKOMMANDO oder Blaxploitation-Irrsinn wie BLACK SHAMPOO sind nur drei Titel aus der schwer unterhaltsamen Filmographie Clarks. Sein ALIEN SHOCK ist ein mit beschränkten Mitteln (nicht nur finanziell) gedrehter Vorläufer des ungleich bekannteren Schwarzenegger-Vehikels PREDATOR von 1987. Da wie hier steckt im Kautschuk-Anzug der zwei Meter zwanzig Riese Kevin Peter Hall. Das Kostüm für den Film hier hat in etwa soviel gekostet wie zwei Reißverschlüsse beim Predator.
 
 
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Die eigentliche Besetzung ist natürlich auch heiß. Der Zuschauer bekommt hier ein Paradebeispiel für die Resteverwertung einstmals großer Schauspieler in Schrottfilmen präsentiert, wie sie typisch für die Welt der Exploitation war und ist. Nein, damit ist nicht Fernsehkommissar David Caruso gemeint, der bei ALIEN SHOCK einen der dauergeilen Campingteenager spielt und heute gefühlt jeden Abend auf RTL Sonnebrillen verspeist. Jack Palance und Martin Landau sind die Stars des Films, geben die von der Armee ausgespuckten älteren Knochen mit deftig Verfolgungswahn und Kenntnissen über die Alien-Attacken. Kantenfratze Palance hat ja sein Leben lang kaum Rollen verschmäht. Geld stinkt ja nun nicht. Martin Landaus Karriere war Ende der Siebziger dafür ganz gewaltig in der Grütze. Tatsächlich schlitterte der Charakterdarsteller erst mit seiner oscarprämierten Darstellung Bela Lugosis in Tim Burtons Filmbiographie ED WOOD, Mitte der Neunziger, wieder heraus aus dem Schlick teuflischer Video-Grindhouse-Unterhaltung. Nach der hochverdienten Oscar-Rolle unternahm der Schauspieler dann wieder einen Kopfsprung in die Tiefen eher unguter Kinoware. Tragisch.
 
 
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ALIEN SHOCK presst die Schablone beliebter Slasherfilme, also das unkaputtbare Prinzip der Zehn kleinen Negerlein, auf einen Science-Fiction-Monsterheuler, wie er so oder so ähnlich schon in den Fünfzigern gedreht worden wäre. Somit ist auch an der Splatterfront nicht viel zu holen. Das bösartig miese Außerirdischenkostüm und die fliegenden Ungetüme reichen jedoch schon wieder aus, den Film auf die Liste der Guten zu kritzeln. Nicht umsonst ist der ALIEN SHOCK bereits in unzähligen Fassungen verschiedener Zensurstufen veröffentlicht worden. Das BluRay-Upgrade ist allerdings neu.
 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Greydon Clarks ALIEN SHOCK ist eine angenehm trashige Mischung aus Slasherfilm und Alienjäger-Spaß á la PREDATOR. Ein kleiner Exploitation-Klassiker made in USA, der schon immer zahlreiche Fans sein eigen nennen darf. Nachvollziehbar.
 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Zensur

 
 
 
Der Film war in Deutschand nie indiziert und in der FSK 18-Version auch immer ungekürzt. Nur eine DVD aus dem Hause E-M-S wurde für eine Jugendfreigabe geschnitten. Die nun erhältliche Filmversion auf Blu-ray ist ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) New Vision Films / Edel Germany (Kaufhaus-Fassung im KeepCase)

 
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(c) CMV (Mediabook – limitiert auf 250 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Without Warning; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook (auf 250 Stück limitiert)

Extras: Neue deutsche Synchronisation, Audiokommentar des Regisseurs Greydon Clark (englisch ohne Untertitel), Original Trailer (1:42 Min.) englisch, Bildergalerie (3:40 Min./ 36 Bilder), Trailershow

Release-Termin: KeepCase-Variante: 27.03.2015 | Mediabook-Variante: 24.04.2015

 

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ALIEN SHOCK – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei NEW VISION FILMS / EDEL GERMANY

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
 
Almost Human (2013)