Filmkritik: „AfterDeath“ (2015)

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AFTERDEATH

Story

 
 
 

Fünf Menschen treffen zufällig in einer Hütte aufeinander, die von Schattenwesen belagert wird. Auf der Suche nach dem „Warum“ wird man mit eigenen Dämonen konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

AFTERDEATH – Kritik

 
 
 
Eine Hütte, fünf Helden und dämonengleiche Kreaturen – nein, AFTERDEATH ist kein weiterer Versuch den kultigen Splatter-Klassiker von SAM RAIMI zu kopieren. Vielmehr beschäftigt sich der Film mit philosophischen Fragen, die sich die Menschheit bereits seit Jahrhunderten stellt. Was passiert, wenn wir sterben? Wer richtet auf der Schwelle zwischen Leben und Tod? Gibt es Himmel und Hölle? Hinter dem etwas anderen Mystery-Thriller steckt Newcomer GEZ MEDINGER, der in der Vergangenheit mit eigener Produktionsfirma in erster Linie Extremsportfilme, TV-Dokumentationen und Musikvideos produziert hat und sich mit AFTERDEATH endlich den Traum vom ersten, eigenen Spielfilm erfüllen wollte. Für den lies er sich von einem bekanntem Theaterstück mit dem Titel GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT inspirieren, das vom französischen Schriftsteller und Philosophen JEAN-PAUL SARTRE (übrigens: dem Begründer des französischen Existentialismus) geschrieben und 1944 in Paris uraufgeführt wurde.
 
 
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AFTERDEATH erzählt von fünf jungen Erwachsenen, die eines Tages an einem Strand aufwachen und sich zu einem Haus verirren, das die Unwissenden vor große Hausausforderungen stellt. Einmal darin gemütlich gemacht, sorgen Schattenwesen dafür, dass keiner der fünf die Hütte verlassen kann. Auf der Suche nach Antworten wird bald klar, dass keiner der hier Anwesenden mehr unter den Lebenden weilt und sich nun in einer Art Fegefeuer befindet, aus dem es kein Entkommen gibt. Schnell kommt man zu dem Punkt, dass Sünden für die Misere verantwortlich sein müssen und der Besuch eines Nachtclubs die fünf Protagonisten miteinander verbindet. Leider fehlen weitere Teile des Puzzles, um eine Lösung zu finden, was die Mittzwanziger veranlasst tiefer in Abgründen zu forschen, von denen besser niemand erfahren sollte.
 
 
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Nette Idee, technisch souverän umgesetzt – aber sperrig erzählt. In einem Interview erklärte Regisseur GEZ MEDINGER, dass es über zehn lange Jahre gedauert hat, bis aus ersten unausgereiften Gedanken ein Drehbuch zu einem Spielfilm über Schuld, Gerechtigkeit und Erlösung entstand, das er mit Regie-Kollegen ROBIN SCHMIDT auf die Leinwand bringen konnte. AFTERDEATH punktet aufgrund beschränkter Kulisse ganz klar mit klaustrophobischer Atmosphäre und erfischender Geschichte, die sich vom üblichen Horroreinerlei abhebt, weil sie zur Abwechslung mal nicht nach Schema F gestrickt wurde. Für Low-Budget-Verhältnisse gibt es gute Schauspieler und passable Spezialeffekte zu sehen. Dennoch tut sich AFTERDEATH mit der Spannung schwer, die dann leider erst im letzten Drittel aus der Reserve gelockt wird. Bis dahin hält sich das Kammerspiel mit schläfriger Brotkrumen-Taktik über Wasser, die dem Zuschauer immer nur häppchenweise Informationen zuspielt, damit der die Geschehnisse entwirren kann. Das mag fürs ausgeschlafene Genrepublikum durchaus akzeptabel sein; wer jedoch nach einem Arbeitstag nicht mehr ganz so aufnahmefähig ist, dürfte aufgrund dialoglastiger und langsamer Inszenierung ganz schnell im Traumland nach Erlösung suchen.
 
 
 


 
 
 

AFTERDEATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beklemmender Mystery-Grusler für Zuschauer, die gern mitraten wollen. Leider sollte man gut ausgeschlafen sein, um das Mysterium dieses Films ergründen zu können, denn AFTERDEATH überrascht zwar mit erfrischender Herangehensweise, fordert aber auch viel Aufmerksamkeit vom Zuschauer. Der bekommt hier einen Streifen über Schuld, Gerechtigkeit und Erlösung zu sehen, der trotz philosophischer Ansätze mit Spannungselementen geizt. Keine guten Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Filmabend, schließlich bricht Langeweile den meisten Filmen rigoros das Genick. Immerhin geben die Regisseure GEZ MEDINGER und ROBIN SCHMIDT gegen Ende noch einmal Gas und lassen AFTERDEATH merklich ungemütlich erscheinen. Nur, ob die wenigen Spannungsmomente aus diesem Streifen ein gutes Filmerlebnis machen, bleibt fraglich.
 
 


 
 
 

AFTERDEATH – Zensur

 
 
 
AFTERDEATH ist kein blutiger Film. Im Film schwirren Schattenwesen durch die Kamera und die Protagonisten können nicht bluten, weil sie bereits tot sind. Dennoch wird eine der Figuren mit einem spitzen Gegenstand überwältigt. Zudem wird eine Filmfigur von einem der Schattenwesen vergewaltigt. Hierzulande ist AFTERDEATH ohne Probleme mit FSK16 in die Läden gekommen.
 
 
 


 
 
 

AFTERDEATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: AfterDeath; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 02.06.2017

 

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AFTERDEATH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Time Lapse (2014)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Butterfly Effect (2004)
 

Filmkritik: „Game of Assassins“ (2013)

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GAME OF ASSASSINS

(THE GAUNTLET)

Story

 
 
 
Fünf unwissende Menschen finden sich in einer Art unterirdischem Labyrinth wieder und sind nicht bereit irgendwelche Spiele zu spielen. Doch der Weg nach draußen ist verschlossen, so dass den unfreiwilligen Teilnehmern keine andere Wahl bleibt, als sich durch eine fallenbespickte Arena vorzuarbeiten. Schnell entdeckt man Gemeinsamkeiten, denn ein jeder der hier Anwesenden soll für begangene Sünden bezahlen. So werden aus Freunden schnell Feinde, schließlich kennt das Spiel wie im richtigen Leben nur einen Sieger…
 
 
 


 
 
 

GAME OF ASSASSINS – Kritik

 
 
 
Lasst die Schlachtspiele beginnen – so zumindest verspricht es der Trailer, in dem sich scheinbar ahnungslose Protagonisten gegenseitig zerfleischen müssen, um überleben zu können! Das Grundgerüst der Geschichte ist nicht neu, denn MATT ESKANDARI ließ sich für seinen GAME OF ASSASSINS offensichtlich von Überlebensfilmen wie BATTLE ROYALE, DIE TODESKANDIDATEN und der TRIBUTE VON PANEM-Reihe inspirieren und mixt sogar etwas dezentes SAW dazu. Im Unterschied zu den genannten Actionern leidet GAME OF ASSASSINS jedoch unter seinem überschaubaren Budget, was der Freude am Mitfiebern schnell einen Dämpfer verpasst. Die mittelalterlich anmutende Kulisse schaut unverkennbar nach Pappmaschee aus und der Nervenkitzel will auch ausbleiben, weil ESKANDARI vermutlich aus Budgetgründen auf fiese Todesarten und gemeine Fallen verzichten musste. Stattdessen werden die Protagonisten in einer Art Schnitzeljagd von einem Schauplatz zum nächsten getrieben, wo sie mit Rätseln konfrontiert werden, deren Lösung meist den Tod eines Anwesenden zur Folge hat. Der wird entweder durch eine Falle ausgelöst oder durch die Hand eines Charakters, der sich nicht selten entscheiden muss wen er opfert, um dem Weg in die Freiheit ein Stück näher kommen zu können. Klingt vielversprechend – ist aber öde.
 
Ursprünglich als THE GAUNTLET betitelt, handelt es sich bei GAME OF ASSASSINS um ein Sammelsurium an Oberflächlichkeiten, Horror-Klischees, Stereotypen und faden Ideen, die hier auf knapp 75 Minuten verteilt werden, damit der Film auf seinen Spielzeit kommt. Dabei fehlt dem Film vor allem das, was ihn wahrscheinlich beim Horrorfan interessant gemacht hätte: Gewalt. Auf die wird nämlich hier weitestgehend verzichtet, obwohl die Überlebensthematik des Streifens wohl dafür prädestiniert gewesen wäre, möglichst viel selbstzweckhaftes Gemeuchel vor der Linse zu zeigen in dem sich die Protagonisten gegenseitig auf die Zwölfe hauen. Stattdessen menschlicht Regisseur MATT ESKANDARI etwas arg gekünstelt mit seinen Helden und schafft sogar das Kunststück, dass der Zuschauer keinerlei Sympathien für die Protagonisten entwickeln kann. Der Grund hierfür dürfte vermutlich in der oberflächlichen Charakterisierung der Teilnehmer liegen. Deren Schicksale werden im Eiltempo mittels eingestreuter Rückblenden überflogen, damit der Film rasch zum Punkt kommen kann. Der Zuschauer erfährt, dass jeder der Mitspieler so seine Leichen im Keller versteckt hält und daher nicht grundlos von einem bis dato noch unbekannten Initiator in einer Kampfarena eingesperrt wurde. So hat Teenager Tyler (NICK LANE) seinen Mitschüler erschossen, weil er dessen Mobbing-Attacken nicht mehr ertragen konnte; Fitness-Trainerin Lee Kim (BAI LING) hat dagegen kurzen und tödlichen Prozess mit einem aufdringlichen Spanner veranstaltet. Der Rest der kleinen Gruppe verbirgt ähnliche Geheimnisse und wird als Konsequenz für das skrupellose Vorgehen im Film mit dem Tod bestraft. Auch wenn Drehbuchautor ADAM LAWSON (der übrigens als Regieassistent an Filmen wie HATCHET 2 oder SNAKES ON A PLAN beteiligt war) jeder seiner Figuren eine kurze Hintergrundgeschichte einräumt, ist es dem Zuschauer mangels Identifikationsmöglichkeiten am Ende gleichgültig, ob und wie die eingesperrten Protagonisten das Zeitliche segnen.
 
GAME OF ASSASSINS ist überraschungsarmes Videofutter das viel Potenzial vergeudet und etwas unfertig wirkt. Die dünne Handlung spielt sich nach dem „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip ab und besitzt einen nahezu kaum vorhandenen Spannungsbogen. Zudem schafft es ESKANDARI in den schmalen Gängen und Kammern der Katakomben nur selten eine beklemmende und klaustrophobische Stimmung zu bewirken. Drum sollte sich ein jeder, der eine Leidenschaft für diese Art von Filmen hegt, seine kostbare Lebenszeit in bessere Vertreter jener Gattung investieren. So können wir neben den oben bereit genannten auch die thematisch ähnlichen Streifen THE TOURNAMENT (2009) und THE HUMAN RACE (2013) empfehlen. Dem Letzteren dürfte in etwa das gleiche Budget zur Verfügung gestanden haben. Im Gegensatz zu GAME OF ASSASSINS glänzt der dafür aber mit bitterböser Gewalt, kritischer Botschaft und einfallsreicher Machart.

 
 
 


 
 
 

GAME OF ASSASSINS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für gerade noch fünf Punkte hat es gereicht und auch nur deswegen, weil MATT ESKANDARI sein schwach inszeniertes Überlebenstraining kurz hält und nach 75 überraschungsarmen Minuten abrupt enden lässt. Man sollte hier seine Erwartungen dämpfen, denn wer bei dem nett zusammengeschnippelten Trailer einen Film in der Machart eines BATTLE ROYALE erwartet, dürfte schnell enttäuscht werden. GAME OF ASSASSINS fehlt der gewisse Biss und natürlich der für das Genre wichtige Gewaltpegel, um ihn bei Fans überhaupt interessant machen zu können. Zudem versucht ESKANDARI seine kämpfenden Protagonisten sympathisch erscheinen zu lassen, bewirkt aber genau das Gegenteil. In GAME OF ASSASSINS pfeift es aus allen Löchern, denn hier hat man auf ein nötiges Feintuning am Drehbuch verzichtet und Filmstoff auf Zelluloid gebannt, der mit Budget, Logik- und Plotlücken zu kämpfen hat. Demnach ist THE GAUNTLET (so wie der Film anfänglich heißen sollte) nur all denen zu empfehlen, die jede Horror-Veröffentlichungen sehen müssen und sei sie auch noch so schlecht.
 
 
 


 
 
 

GAME OF ASSASSINS – Zensur

 
 
 
Anders als erhofft ist GAME OF ASSASSINS keine Gewaltorgie, die man bei einer derartigen Geschichte vermutlich erwartet hätte. Zwar wurden einige Fallen in den unterirdischen Katakomben verstreut, wirklich viel Lied wird aber nicht gezeigt, wenn ahnungslose Protagonisten hineintreten. Einem Charakter wird das Bein aufgespießt; ein anderes Opfer von Ketten zerquetscht. Zudem kommen vermehrt Macheten und Messer zum Einsatz, die sich durch die Leiber der Überlebenden bohren – nichts Spektakuläres und eher KJ-tauglich. Demzufolge dürfte GAME OF ASSASSINS in Deutschland mit rotem Flatschen und ungeschnitten in die Händlerregal kommen.
 
 
 


 
 
 

GAME OF ASSASSINS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Would You Rather (2012)

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