Filmreview: „Area 407“ (2012)

"Tape 407" (2012) - Filmposter / Filmreview und Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

AREA 407

Story

 
 
 
Es ist der letzte Tag des Jahres und einige Passagiere befinden sich auf dem Neujahrsflug von New York nach Los Angeles. Kurz vor der Jahreswende ist die Stimmung heiter und spritzig, bis das Flugzeug jedoch plötzlich in Turbolenzen gerät und abstützt. Kaum den Absturz verarbeitet finden sich die Überlebenden zusammen, um die Lage zu ergründen. Nach ersten fehlgeschlagenen Notfunkrufen stellen Sie schnell fest, dass sie sich auf einem riesigen Testgelände des amerikanischen Militärs befinden auf dem mysteriöse Versuche mit prähistorischen Wesen durchgeführt werden.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Found-Footage-Film!!!
 
Alteingesessene Horrorfilmkenner werden vermutlich allein bei der Nennung dieses Subgenres entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wurde keine anderes Subgenre in letzter Zeit mit derart schlechten Filmumsetzungen beehrt, als das ungnädig geschundene Found-Footage-Genre. Schien zuletzt der traurige Tiefpunkt mit dem Mutanten (?)-Thriller EVIDENCE (2011) erreicht, dürfen sich Filmfreunde nun jedoch eines Besseren belehren lassen. Die aktuelle Produktion AREA 407 legt die Latte in punkto „wirklich mieser Wackelcam-Thriller“ deutlich höher. Denn hier stimmt einfach rein gar nichts mehr. Was vor einigen Jahren noch weltweit als vollkommen neuen Art des filmischen Erzählens gefeiert wurde, wirkt jetzt nach unzähligen arttypischen Werken einfach nur noch fad, ausgelutscht und uninspiriert. Dabei haben die Filmemacher bisher alles pseudo-dokumentarisch aufbereitet, was der Horrorfilm hergab. Ob schreckliche Seuchen-Epidemie ([REC]), bei der der Zuschauer unfreiwilliger Zeuge des grausigen Ausbruchs einer Krankheit wurde oder mysteriöse Schnitzeljagd (TROLL HUNTER), die den Filmfreund eindrucksvoll vermitteln wollte, dass irgendwo in den Wäldern Norwegens noch Trolle existieren sollen; das Found-Footage-Genre hat bewiesen, dass es trotz Mangel an linearer und gleichbleibend-hochwertiger Kameraführung spannend (CHRONICLE, CLOVERFIELD, DIARY OF THE DEAD) unterhalten aber auch ordentlich viel Quark (EVIDENCE, THE AMITYVILLE HAUNTING, AREA 407) hervorbringen kann. Da nun bereits alle erdenklichen Horrorthemen mittels Wackelkamera-Stils abgehandelt wurden, dachte sich Regisseur DALE FABRIGAR neue Wege gehen zu müssen. Statt auf Zombies, Aliens, Geister und Serienkiller zu setzen, lässt er einfach ein Flugzeug mitsamt Besatzung in einer recht schlechten Kopie des berüchtigten JURASSIC PARK (1993) abstützen, in welcher die Überlebenden nun um ihr Leben winseln dürfen. Gut gedacht, nur grottenschlecht umgesetzt. Gewinselt wird wahrlich ausgiebig, von hungrigen Dinosauriern ist jedoch weit und breit keine Spur zu sehen, wobei dies das eigentlich Problem dieses Möchtegern-Schockers ist. Führt man sich die eigentlich recht vielversprechende Inhaltsangabe vor Augen liebäugeln Filmfreunde eigentlich mit ordentlich schweißtreibender Horrorkost, die köstlich zu unterhalten weiß und mit bösartigem Gekrösel gefällt. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als unterhaltend und schweißtreibend, zumindest im Bezug auf waschechten Horror. Die Überlebenden laufen von Flugzeugfrack in eine Lagerhalle, von der Lagerhalle zurück zum Flugzeugfrack und vom Flugzeugfrack in die unendlichen Weiten trostloser Wiesenlandschaften. Es wird geschrien, geweint und gewimmert. Und ja, das ist alles herrlich schweißtreibend-schlecht und schweißtreibend-belanglos. Einen wirklich roten Faden durchzieht die Geschehnisse in AREA 407 dabei leider zu keiner Minute. Die Charaktere bleiben farb- und gesichtslos und wissen allein nur durch permanentes Nerven auf sich aufmerksam zu machen. Aufgrund der Masse an Protagonisten, die allesamt recht oberflächlich skizziert werden, gelingt es dem Film nur selten sich überhaupt auf einige zu konzentrieren. Damit der Zuschauer zumindest halbwegs Überblick über die Gegebenheiten verschaffen kann, werden die Charaktere auf bekannte 10-kleine-Negerlein-Art von irgendetwas Unbekannten ausradiert, mit roter Farbe bespritzt und einfach leblos in der Landschaft verteilt. Als erfahrener Filmfreund kann man nicht leugnen, dass das zumindest halbwegs Trash-Charme besitzt und für einige unfreiwillige Lacher sorgt. Dennoch, AREA 407 wartet mit gähnender Langeweile auf. Zugegeben, der Flugzeugabsturz weiß in seiner recht simplen Inszenierung zu gefallen, der Rest dieses stümperhaft-dilettantischen Werkes ist nicht der Rede wert. Effekt-Sequenzen gibt es im Film seltsamerweise keine zu sehen (wenn man einmal die zwei Sekunden kurz vor Filmende außen vor lässt). Sprich, der Zuschauer kann nur vermuten von was die Überlebenden angegriffen und verfolgt werden. Erst nachdem einige schlaue Hobbypfadfinder im Sand seltsame Ei-ähnliche Gebilde vorfinden, scheint für den Zuschauer klar in welche Richtung dieser Nonsens letztendlich führen wird.
 
AREA 407 ist mies und eine waschechte Mogelpackung noch dazu. Ein absolut belangloses Machwerk, dass den Zuschauer einzig nur kostbare Lebenszeit raubt und den diversen Billig-Schund-Filmen aus dem Hause ASYLUM in Sachen Dilettantismus meilenweit voraus ist. Wirklich viel passiert in diesem unwichtigen Film nie. Es wird gelaufen, geschrieben und geheult. Die Überlebenden irren ziel- und planlos durch das Filmset und drängen den Zuschauer mit ihren Zickereien und all dem belanglosen Gefasel an die Grenze des Wahnsinns. Die Kameraführung ist zudem derart dreist und unerträglich, dass der Horrorfreund bereits nach nur wenigen Minuten die Orientierung über die Geschehnisse und Schauplätze verlieren dürfte. Vermutlich ebenso orientierungslos schien Regisseur DALE FABRIGAR, dem nach dem unfreiwilligen Absturz des Flugzeuges das Drehbuch irgendwie vollkommen aus den Händen entglitt sein muss. Als interessierter Filmfan mag man oftmals das Gefühl nicht loswerden wollen, als würden die wenigen Darsteller vor der Kamera mehr schlecht improvisieren, um AREA 407 halbwegs auf Spielfilmlänge zerren zu können.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Dreist, langweilig und unspektakulär – Der Trailer verspricht mehr als der Film überhaupt zu bieten hat!
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Zensur

 
 
 
Im Film wird keine explizite Gewalt gezeigt. Oftmals liegen die „Opfer“ einzig rot bemalt in der Landschaft verstreut, oder besitzen Verletzungen durch den Flugzeugabsturz. Eigentlich hätte der Film bedenkenlos mit einer FSK12-Freigabe die FSK passieren können. Diese hat sich jedoch dazu entschieden AREA 407 erst Jugendlichen zugänglich zu machen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben. Die deutsche Fassung trägt erstaunlicherweise einen roten KEINE JUGENDGFREIGABE-Flatschen, was vermutlich am Bonusmaterial liegen muss.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
area407bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tape 407; USA 2012

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, Trailershow mit 10 weiteren Filmen

 
 
 
MAD DIMENSION wertet den Found-Footage-Thriller jetzt auch endlich in Deutschland auf DVD und Blu-ray aus. Fans der Wackelkamera-Filme wird das freuen, wobei die hiesige Veröffentlichung leider nur bedingt Freudensprünge verursacht. Das Bild geht für einen Film dieser Art in Ordnung, wobei HD-Feeling im Found-Footage-Genre wohl schlichtweg ausgeschlossen werden kann. Freunde dieser Filmgattung wird das wohl kaum daran hindern AREA 407 nicht trotzdem sehen zu wollen. Die Synchronisation ist ziemlich durchwachsen ausgefallen. Laiensynchronsprecher und Profisprecher geben sich die Klinke. Aber auch bei den Extras macht sich Ernüchterung breit. Bis auf einen Trailer zum Film betreibt MAD DIMENSION mit satten zehn Clips anderer Filme aus dem Programm Eigenwerbung. Immerhin kommt auch dieser Titel in einer schicken, schwarzen Amaray daher, was vermutlich bei bisher allen Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION der Fall gewesen ist. Ein Wendecover gibt’s auch noch – das war´s dann aber auch schon. Ob die Anschaffung einer Blu-ray für diesen Film ratsam ist, sollte jeder Filmfan selbst für sich entscheiden. Wir sind der Meinung, dass die kostengünstigere DVD-Version bei diesem Film vollkommen ausreichen dürfte. Achja: wer begleitende Untertitel zum Film sucht, schaut leider dumm aus der Wäsche.
 
 

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AREA 407 – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:
 
 
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Filmreview: „Sleep Tight“ (2011)

Sleep Tight (2011) Filmposter - Filmreview auf Filmcheck
 
 
 

Sleep Tight – Story

 
 
 
Cesár ist schon ein seltsamer Kauz. Tagsüber arbeitet er als vertrauensvoller Hausmeister und Pförtner in einem noblen Mehrfamilienhaus und steht stets jedem Besucher und Hausbewohner bei Fragen und Nöten hilfreich zur Seite. Doch des nachts zeigt er sein wahres Gesicht. Er schleicht sich unbemerkt in die Wohnungen der Mieter und treibt unverschämten und unterschwelligen Psychoterror mit den ahnungslosen Wohnungsbesitzern. Der Drang andere leiden zu sehen treibt ihn dazu, dass er eines Abends in die Wohnung der jungen Clara einbricht. Versteckt unter dem Bett wartet er bis die Unwissende eingeschlafen ist und narkotisiert sie mit einem Betäubungsmittel, um sicherzugehen, dass die junge Frau nicht merkt, wie er sich an ihr vergeht und ihre Wohnung manipuliert. Doch eines Tages bringt sie ihren neuen Freund mit in die eigenen vier Wände, ganz zur Überraschung von Cesár, der auf derart Zwischenfall rein gar nicht vorbereitet scheint und erneut unter ihrem Bett darauf wartet, bis die junge Frau eingeschlafen ist …
 
 
 


 
 
 

Sleep Tight – Kritik

 
 
 
Spanien scheint, neben Frankreich, so langsam das Mekka für überaus interessante Horrorfilmkost zu werden. Nach glattgeschliffenen Juwelen wie „Kidnapped“, der „[Rec]“-Reihe und dem hübsch düsteren Thriller „Julias Eyes“ dreht sich die spanische Genre-Maschinerie weiter produktiv im Kreise und wirft demnächst mit „Sleep Tight“ den nächsten genialen Horrorstreifen in die weltweiten Kinosäle.
 
Der horrorerprobte Jaume Balagueró, der zuletzt bereits mit den ersten beiden „[Rec]“-Teilen, sowie den Horrorthrillern „Darkness“ und „Fragile“ auf sich aufmerksam machte, hat sich diesmal wahrlich selbst übertroffen. Neben dem Zombieschocker „[Rec]“ ist sein aktuelles Werk „Sleep Tight“ das bisher Beste, was der Regisseur in seiner bisherigen Filmlaufbahn realisiert hat. Ich untertreibe nicht, würde ich behaupten, dass „Sleep Tight“ stellenweise sogar besser ist, als alle amerikanischen Thrillerproduktionen der letzten drei Jahre zusammen. „Mientras duermes“, so im Original ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, vielmehr eine Mischung aus Thriller und zynischem Drama. Denn bis zur Filmhälfte scheint nicht nur Hauptdarsteller Cesár allerlei Schabernack mit den Hausbewohnern zu treiben, auch Regisseur Jaume Balagueró schafft es virtuos dem Zuschauer auf der Nase umherzutanzen.
 
Anfänglich noch als wehmütiges Opfer und bemitleidenswerte Kreatur betrachtet, entwickelt sich Cesár im Verlauf der Handlung zu einem wahrhaftig bösartigen und skrupellosen Psychopathen, der allein nur dadurch Befriedigung und Bestätigung seiner selbst findet, indem er das Leben anderer zerstört. Hauptdarsteller Luis Tosar ist als wirrer Schizzo einfach trefflich gewählt, verkörpert er gerade in seiner Darstellung als Cesár ein überaus mysteriösen Misch-Masch zwischen sympathischen Chaoten, dem man, aufgrund diverser Misserfolge im Leben, einfach nur tröstend in die Arme nehmen möchte und unberechenbaren und ausgemerzten Psycho. Der Wandel zwischen liebenswerten Chaoten zum emotionslosen Soziopathen, vollzieht sich unerwartet ab Filmmitte. Nachdem Clara ihren neuen Freund mit nach Hause bringt und Cesár erneut unter dem Bett auf die junge Frau wartet, gerät sein makabres Spiel aufzufliegen. Diese Szene ist mit Abstand das überhaupt genialste, was ich in letzter Zeit gesehen habe, da die Umsetzung dieser Schlüsselszene so überaus geschickt und schweißtreibend konstruiert wurde, dass selbst ich als erfahrener Filmseher gefühlten 300er Puls hatte. Der Begriff „Suspense“ dürfte nach Sichtung dieser Szene eine neuen Bedeutung finden und Parallelen zu den frühren früheren Werken eines Alfred Hitchcock sind unverkennbar. Da sich „Sleep Tight“ vorwiegend an Freunde spannender Thrillerunterhaltung richtet, dürften Splatterfreunde leider mit einem recht unbefriedigten Gefühl das Kino verlassen. Cesár´s Vorgehen andere Menschen ins Verderben zu reißen sind vordergründig subtiler Natur, und interessierte Filmfreunde sollten hier keine Gewaltspitzen, ähnlich die eines „Martyrs“, erwarten. Zum Ende hin fließt zwar etwas roter Lebenssaft, der aber nicht explizit und reißerisch gefeiert wird, sonder nur den hilflosen und beklemmenden Grundton des Filmes unterstreicht.
 
 
 
 
Regisseur Jaume Balagueró ist mit seinem „Sleep Tight“ ein wirklich beachtlicher Horrorthriller gelungen, der seinesgleichen suchen dürfte. Die Idee einen kranken Psychopathen zu schaffen, der sich in unser aller Intimstes einnistet ist zwar nicht neu, die Umsetzung des Geschehens gestaltet sich aber beim Zuschauer als überaus bedrohlich. Gerade zartbesaitete Gemütern dürften nach Sichtung ein arg unangenehmes und bedrückendes Gefühl in der Magengrube verspüren, wenn sie den Kinosaal verlassen und darauf hoffen, dass sie in ihrem scheinbar „sicheren“ Heim niemanden unter dem Bett vorfinden werden
 
 
 


 
 
 

Sleep Tight – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Nach genialer Horrorfilmwelle aus Frankreich folgt nun die aus Spanien. Wo Frankreich mit direkter Holzhammertaktik überzeugen möchte, sind Horrorwerke auf Spanien vorwiegend subtiler Natur. Nach Sichtung von „Sleep Tight“ dürfte jedem klar sein, dass ein amerikanisches Remake nicht lange auf sich warten lassen wird.
 
 
 


 
 
 

Sleep Tight – Zensur

 
 
 

Der Film wurde ungeschnitten bereits ab 16 Jahren freigegeben.

 
 

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Sleep Tight – Trailer

 
 
 


 

Hellraiser80

Filmreview: „Apollo 18“ (2011)

 

Im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums und in Zeiten des kalten Krieges, schickt die NASA ein Team von Astronauten zum Mond, welches dazu beauftragt wurde, ein aufwendiges Frühwarnsystem zu installieren, dass die USA vor einer eventuellen russischen Bedrohung warnen soll. Kaum dort angekommen, entdeckt die Crew seltsame Fußspuren im Mondsand und eine verlassene russische Mondfähre, von deren Besatzung weit und breit keine Spur zu finden ist. Nach einigen seltsamen Vorkommnissen führt die Spur der verlassenen russischen Mondbasis zu einer übel zugerichteten Leiche, die die russische Besatzung in einem Krater zurückgelassen haben muss. Doch nachdem einer der amerikanischen Astronauten von irgendetwas mysteriösem attackiert wird, ist man sich leider Gottes sicher: der Mond ist nicht so unbewohnt, wie man zuvor gedacht hatte.

 

 

Mit Apollo18“ bekommen wir nun einen weiteren Vertreter präsentiert, der sich dem Genre, des „Found-Footage“ bedient. „Found-Footage“ Filme, sind derart Filme in denen man praktisch angeblich selbstgedrehtes Videomaterial von (meist vermissten) Personen zu Gesicht bekommt, welches pseudo-dokumentarisch für den Zuschauer aufgewertet wurde.

Bereits 1980 konnte der kontroverse Kannibalen-Schocker „Cannibal Holocaust“ mit derart reißerischer Film-Methode punkten, welche 1998 mit dem Indi-Filmhit „The Blair Witch Project“ wieder aus der Versenkung gezerrt und für die Kinoleinwand neuentdeckt wurde.

Zig weitere Filme dieser Art folgten und der ungekrönter Höhepunkt, der „Found-Footage“-Ära, dürfte derzeit mit dem populäre Kassenschlager „Paranormal Activity“ erreicht worden sein.

Und im gleich Fahrtwasser, wie zuletzt der Zombiethriller „[Rec], die Alien-Invasion „Cloverfield“ und der unheimliche „The Tunnel“ erscheint recht still und leise der „Found-Footage“-Schocker „Apollo 13“.

Still und leise trifft es bedauerlicherweise auf den Punkt, denn so wirklich wild, fesselnd und hektisch geht es in diesem Grusler leider nicht wirklich Zugange.

Nun gut, die trostlose und finstere Mond-Atmosphäre ist ganz ordentlich und unterstreicht den tristen und auswegslosen Grundton des Machwerkes. Die wenigen, aber umso intensiven (CGI)Effekte sind ganz annehmbar, aber und das ist das größte Manko von „Apollo 18“, die Spannung hält sich ersichtlich in Grenzen. Aufgrund des beschränkten Settings siehst man fast 90 Minuten nix anderes außer die kleine Weltraumkapsel, in der die Protagonisten miteinander auskommen müssen, sowie weit und breit nur Mondoase. Aufgrund der beschränkten örtlichen Gegebenheiten besitzen die Protagonisten demnach auch unzureichend Handlungsspielraum, um überhaupt die Szenerie mitreißender gestalten zu können.

Fast die Hälfte des Spiellaufzeit benötigt der Film um endlich überhaupt einmal zum Punkt zu kommen. Dabei, und das ist das was mich an dieser Art von Filmen am meisten stört, nervt das hektische Kameragewackel, wie so oft bei diesen Produktionen, gewaltig.

Immer dann, wenn man denkt etwas gesehen zu haben, bzw. es zumindest glaubt, kommt der hübsche Cam-Shake-Effekt zum Einsatz. Und ganz ehrlich, ich kann diesen Trick, den man scheinbar nutzt um die Spannung weiter hinaus zu zögern und um die Bedrohung zu verschleiern, nicht mehr ertragen. Gott sei Dank, ist „Apollo 18“ zumindest so fair, und zeigt gegen Ende, was die Astronauten heimsucht klar und deutlich. Obwohl die Erklärung etwas an den Haaren herbeigezerrt scheint, sind die Creature-Effekte trotzdem recht aussagekräftig und unheimlich ausgefallen.

Trotzdem, im Gegensatz zum aktuellen Vertreter „Paranormal Activity“, der flinke Filmfans zu Hobbygeisterjägern umfunktioniert, empfinde ich „Apollo 18“ weitaus sehenswerter und, trotz der Längen, kurzweiliger. Scheinbar liegt das auch an dem unverbrauchten Setting und an der klaustrophobischen Atmosphäre, die der Film dennoch glaubhaft zu vermitteln vermag.

Wirkt „Paranormal Activity“ subtiler, gibt es in „Apollo 18“ 1-2 Szenen mit dem Holzhammer, die aufgrund der dennoch authentischen Inszenierung, leicht besaitete Gemüter beunruhigen könnten.

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Nettes, sowie unverbrauchtes Setting und gute Creature-Effekte machen noch lange keinen guten Film. Trotzdem, für alle „Paranormal Activity“-Fans wärmstens zu empfehlen.

Allen anderen wäre, aufgrund des konfusen Kameragewackel, die Einnahme von Kopfschmerzpillen empfohlen!

 

Hellraiser80

Filmreview: „The Tunnel“ (2011)

 

 

 

 

 

 

Nachdem in den unterirdischen Tunnelsystemen Sydneys des öfteren Menschen verschwinden oder verstört wieder auftauchen, will ein 4köpfiges Journalisten-Team der Sache auf dem Grund gehen.

Ausgerüstet mit Kameras und Mikrophonen machen sie sich, trotz aller Warnungen, auf dem Weg die Reportage ihres Lebens zu filmen und begeben sich illegal in das riesige Tunnellabyrinth.

Kaum dort angekommen scheint die 4 etwas Seltsames zu verfolgen.

Doch bevor die Freunde realisieren kann in welcher misslichen Lage sie sich befinden, ist es auch schon zu spät.

 

 

1998 gelang es einige Filmfans mit ihrem eigenwillig gefilmten „The Blair Witch Project“ frischen Wind in das doch arg eintönig geworden phantastische Filmgenre zu fegen.

Mit ihrem pseudodokumentarischen Filmstil schufen sie für viele nachfolgende engagierte Filmschaffende die Grundlage für kreative Filmideen und Filmumsetzungen.

Ganz im Stil von „The Blair Witch Project“, „[Rec], oder dem aktuellen „Troll Hunter“ kommt nun auch  „The Tunnel“ daher, wobei man das aktuelle Geschehen immer einzig aus der Perspektive des Filmenden verfolgen darf.

Die Umsetzung gelingt „The Tunnel“ mit seiner orientierungslosen Flucht der Darsteller durch die engen Flure und Gänge des riesigen Tunnelkomplexes erstaunlich gut. Selten hatte ich während einer „Filmsichtung“ derart beengendes und klaustrophobisches Gefühl. Jedoch, bis es wirklich richtig zu Sache geht vergehen geschlagene 40 Minuten. 40 Minuten, die der Film für eine ausführliche Einleitung benötigt (war schon kurz davor abzuschalten). Dabei kommen diverse Beteiligte, Zeugen und Überlebende zu Wort und schildern wichtige Fakten. Das ist zwar alles gut gemeint, zieht den Film aber arg zäh in die Länge.

Nach etlichen Vorbereitungen geht es dann schließlich hinab in das Tunnelsystem. Und ja, ab da wird es wirklich interessant und bietet dem Zuschauer letzte 30 Minuten Hochspannung.

Die 4 Freunde beginnen erwartungsvoll das Labyrinth zu erkunden. Dabei kommt es dem Film weniger zugute, dass richtig fiese Spannungsmomente immer wieder durch das Einblenden von Interviewfetzen zerstört werden.

Trotzdem, das seltsame Wesen im Tunnel entschädigt letztendlich alles. Tricktechnisch ist das Ding trotz Doku-Stil derart grotesk und creepy ausgefallen, dass man dem Film all seine Fehler verzeihen möchte.

Dabei spielt „The Tunnel“ so gekonnt mit diversen filmischen und stilistischen Mitteln, dass diese den Zuschauer nur erahnen lassen, um was es sich bei dem Ding überhaupt handeln könnte. Immer dann, wenn man glaubt das Wesen ungehindert durch die Augen der Kamera beobachten zu können, kann man eigentlich rein gar nix erkennen, da der Kameramann vor lauter Angst zittert.

Das hört sich zwar jetzt problematisch an, ist es aber eigentlich nicht, weil dadurch die recht angespannten und beängstigende Atmosphäre des Film nur verstärkt wird.

Schade nur, dass nicht geklärt wird, woher das Wesen gekommen ist, oder was es eigentlich darstellen soll.

Leider kann „The Tunnel“ das Spannungsniveau kurz vor Ende nicht mehr halten, dann da wird ausschließlich „Blair Witch“ – typisch gerannt, geheult und geschrieen und ganz ehrlich, das nervt dann auf die Dauer ungemein.

 

Schlussendlich finde ich es aber dennoch mutig seitens Paramount Pictures „The Tunnel“ erst gar nicht ins Kino zu bringen, sondern allen Filmfreunden legal in sämtlichen Tauschbörsen zum download anzubieten.

Allein durch den Verkauf von DVDs / Blu-rays, diversen Fanartikeln und Werbekram soll die Finanzierung gesichert werden. Find ich zumindest lobenswert – hoffentlich ziehen in Zukunft auch andere Produktionsschmieden nach. Denn wenn ein Film gut ist, die Ausstattung und die Verpackung stimmen, werden sich sicher einige Filmsammel-Freunde finden, die das angebotene Produkt kaufen würden.

Abschließende Info an alle Gorehounds: der Film bietet kaum Gewalt. Dürfte demnach in Deutschland mit einer FSK16er Freigabe erscheinen.

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Nach einem zähen Beginn wird es ab Filmmitte recht „creepy“ und unheimlich. Einzig die unruhige Kameraführung und das panische Umhergehetze der Protagonisten nervt kurz vor Ende, da man kaum erkennen kann, vor was die Charaktere davonlaufen. Dennoch, für ein kleines Indi-Werk trotzdem sehenswert! Ein Deutscher Release steht noch aus!

 

Hellraiser80

Filmreview: „Quarantäne 2: Terminal“ (2011)

 

Als die Passagiere an Bord der TSR 318 kommen ahnen sie noch nicht, dass in diesem Flugzeug auch der Tod lauert.

Ein durch Tierbisse übertragbarer und höchst infektiöser Virus macht aus der Flugzeugbesatzung willenlose und blutgierige Zombies.

Nachdem man nach dem Ausbruch des Virus zur Notlandung gezwungen ist und auf Rettung hofft, wird der angepeilte Flughafen alsbald auch von der Außenwelt hermetisch abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt. Ein Wettlauf um Leben und Tod zwischen den Passagieren untereinander beginnt.

 

2007 überraschte und schockierte uns der Spanische Horrorthriller „[REC]“, der von einem Reportteam handelt, dass einen Einsatztrupp Feuerwehmänner begleitet, welcher zu einem Herrenhaus gerufen wird, um die Bewohner des Hauses zu evakuieren.

Leider stellte sich schnell heraus, dass dort ein Virus die Runde macht, der einen Mieter nach dem nächsten zu menschenfleischgierigen Zombies umfunktioniert.

Das besondere an diesem Thriller war, dass er vorwiegend aus dem gedrehten Material der Filmcrew bestand – sozusagen ein „Blair Witch Project“, nur mit Zombies.

Da der Film rasant zum Hit avancierte, wurde auch Hollywood recht schnell hellhörig und sicherte sich die Filmrechte an dem höchst brisanten Stoff.

2008 folgte demnach die typische Amerikanische Umsetzung des Stoffes mit „Quarantäne“, die es an den Kinokassen auch zu einem überraschenden und  recht ordentlichen Erfolg brachte.

Grund zum Anlass, die Kuh noch einmal ordentlich mit einer unnötigen Fortsetzung  zu melken.

Dabei verzichtete man diesmal auf eine Umsetzung für das Kino und veröffentlichte  „Quarantäne 2: Terminal“ auch gleich direkt auf Blu-ray und DVD (fragt sich nur warum).

Vorab sollte man erst mal die eigenen Erwartungen nach unten schrauben. Innovationen eines „[Rec] “ und sogar „[Rec]²“ sollte man hier  keinesfalls erwarten. Vielmehr darf man sich über arg ideenlose Handlungsstränge, und wirklich richtig schön nervige Charaktere „freuen“.

Alle Charaktere verhalten sich dermaßen unlogisch, dass man einfach nur mit dem Kopf schütteln kann, wie leichtsinnig doch alle bisher Überlebenden mit ihrem Leben pokern.

Natürlich bedient sich „Quarantäne 2“ ordentlich der Klischeeküche und „bestreut“ seine Protagonisten mit ordentlich hohler Würze.

Natürlich gehören zu einem Epidemie und Zombiestreifen, wie man sie derzeit überhäuft zu sehen bekommt, auch bösartige Effekte und viel Splatter und Gore. Hier verzichtet der Streifen jedoch, bis auf 1-2 Bissszenen und der „Augenszene“ am Ende“, auf allzu heftiges Gekrösel und hält sich gekonnt zurück.

Überraschenderweise funktioniert das aber recht gut und bietet den Charakteren somit mehr Zeit zum rennen, schreien, jammern und flüchten.

Wie bei dem meisten Filmen dieses Genres bleibt bei „Quarantäne 2“ auch das Ende mehr oder weniger offen, was auf eine Fortsetzung erahnen lässt. Ob man die jedoch wirklich braucht und ob diese frischen Wind in das schon arg übersättigte „Zombie“ – Genre bringen wird, vage ich zu bezweifeln. Bereits mit dem Sequel zu „Quarantäne“ ist, meines Erachtens, die Luft raus. Zu oft hatte ich das Gefühl alles bereits schon einmal gesehen zu haben. Dennoch, über die rasante und schnörkellose technische Umsetzung kann man nicht meckern. Nach kurzen und knappen 83 Minuten Laufzeit ist der Spuk bereits verpufft.

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Kurzweilige und rasante Zombie – Hatz auf TV Niveau, mit wirklich holen Protagonisten, überraschend weniger Splatter und null Eigenständigkeit.

DVD einlegen, Glotze anschalten und den Kopf ausschalten!

 

Hellraiser80