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Filmkritik: „Killer Kate!“ (2018)

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KILLER KATE

Story

 
 
 

Die Gäste eines Junggesellinnenabschieds bekommen Besuch, den sie aber nicht eingeladen haben. Da stellt sich schnell die Frage, wie man den wieder losbekommt. Offenbar nur mit Baseballschläger, Axt und Gewehr.

 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Kritik

 
 
 
Wenn Frauen in Horrorfilmen die Hutschnur reißt, wird es in der Regel blutig und kompromisslos. Seit einigen Jahren sind Rachefilme wieder hoch im Kurs. In der Regel erleben in diesen Filmen ahnungslose Menschen Grausames, die wenig später über sich hinauswachsen und zu Schrotgewehr, Motorsäge oder Axt greifen, um den Peinigern die Leviten zu lesen. Was vor allem in den 1980ern männlichen Helden vorbehalten war, ist seit dem Erfolg der Neuverfilmung von I SPIT ON YOUR GRAVE schon längst nicht mehr allein Männersache. Die Frauenwelt rächt mindestens genauso unberechenbar, wie zuletzt im französischen REVENGE geschehen. Auch dort ließ sich eine attraktive Femme fatale nichts von Herren sagen, griff zum Mordwerkzeug und veranstaltete kurzen Prozess – etwas, das nun auch Kate im Horrorfilm KILLER KATE übernimmt. In dieser amerikanischen Indie-Produktion hat sich mal wieder ein Newcomer ausprobiert. ELLIOT FIELD zeichnet für Regie und Drehbuch verantwortlich und hat auch gleich noch die Gattin als Darstellerin gepachtet. Viel Engagement, das aber kaum der Rede wert ist. KILLER KATE ist kein nennenswerter Horror-Beitrag. Von einem Film mit so reißerischem Titel hat man doch etwas mehr erhofft.
 
 
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Eigentlich freut sich Kate grade über ein Date mit dem Arbeitskollegen, in den sie schon seit einiger Zeit verschossen ist. Doch die Freude über die Verabredung wird durch einen Anruf vom schwerkranken Vater gedämpft. Der möchte unbedingt, dass die junge Frau an der Hochzeit der Schwester teilnimmt. Mit der hat Kate nämlich schon seit längerem keinen Kontakt mehr. Als die zu einer Junggesellinnenparty einlädt, gibt sich die taffe Einzelgängerin einen Ruck. In einer gemieteten Ferienwohnung soll die Sause stattfinden. Doch irgendwie hat man hier ein mulmiges Gefühl. Das ist auch berechtigt. Es dauert nämlich nicht lang bis die Gäste von Fremden überfallen werden. Nur was wollen die? Das Finale von KILLER KATE gibt Erleuchtung – auch wenn die Auflösung zu dem Schwachsinnigsten gehört, was die Horrorfilmwelt seit langem zu bieten hatte.
 
 
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Kein Brüller. KILLER KATE macht handwerklich eine gute Figur und auch die Schauspieler agieren ordentlich. Was den Sehgenuss trübt, ist die Tatsache, dass dem Zuschauer nicht wirklich einleuchten will, was das alles hier eigentlich soll? KILLER KATE ist kein ernstzunehmender Horrorthriller. Die Killer verhalten sich merkwürdig, die Opfer sind alles andere als schlau und auch die Auflösung des Films ist an Blödheit nicht zu überbieten. KILLER KATE nimmt sich bewusst nicht immer ernst und wurde wohl eher als schwarze Komödie konzipiert. Leider zündet kein einziger Gag und auch die Ereignisse kommen nur schleppend in Fahrt. So nimmt man sich anfangs zu viel Zeit, um die Opfer einzuführen. Die schnattern knapp 45 Minuten über längst vergangene Zeiten, bevor sie davon Wind bekommen, dass offenbar Einbrecher im Haus umhergehen. Was folgt, ist Rache-Horror light, der zwar einige blutige Szenen zu bieten hat, die aber wegen unlustiger Humoreinlagen nicht sonderlich hart anzuschauen sind. KILLER KATE gehört wohl zu den unsinnigsten Horrorkomödien, die jemals gedreht wurden. Da sollte man sich nicht vom vielversprechenden Titel verführen lassen, der handfeste Brutalo-Action suggeriert. Wer auf die wartet, wird sich schwarz ärgern.
 
 
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KILLER KATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Aller Anfang ist schwer. Das Regiedebüt von ELLIOT FELD ist kein großer Wurf. Der als Home-Invasion-Thriller getarnte Horror-Spaß hat ein großes Problem. Der Film verfehlt sein Ziel. Eigentlich sollten solide Gags das Genre der Home-Invasion-Filme auf die Schippe nehmen. Doch die Miene des Zuschauers wird im Falle von KILLER KATE ernst bleiben. Hier verfehlen gut gemeinte Lacher ihre Wirkung. Ein paar nervige Ulk-Floskeln hier, dumme Sprüche unter der Gürtellinie da – das allein macht noch lange keine gute Horrorkomödie. KILLER KATE ist weit weg von den Qualitäten ähnlich gelagerter Filme wie TUCKER & DALE VS EVIL DEAD oder COTTAGE COUNTRY. Die Witze sind flach, die Handlung quälend langweilig und sonderlich blutig wird es auch nie. Demzufolge ist es besser, wenn man diesen Home-Invasion-Flop und Rache-Quatsch besser im Regal stehen lässt. So entgeht man einer Enttäuschung.
 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Zensur

 
 
 
Es gibt ein paar Morde zu sehen. Ein mit Stacheldraht umwickelter Baseballschläger kommt zum Einsatz und Körper werden auch mit Stich- und Hiebwaffen bearbeitet oder durchbohrt. Wegen des komödiantischen Einschlags ist das nicht alles sonderlich hart anzuschauen. Hierzulande könnte es eine FSK16 für KILLER KATE geben. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tina Thorpe – Feld Films LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Fest (2018)

Tragedy Girls (2017)

Mercy Christmas (2017)

68 Kill (2017)

Peelers (2016)

Bloody Knuckles (2014)

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Filmkritik: „Mandy“ (2018)

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MANDY

Story

 
 
 

Brutaler Rache-Shit: NICOLAS CAGE vs. eine Bande Sektenmitglieder, die die Frau des Helden auf dem Gewissen haben.

 
 
 


 
 
 

MANDY – Kritik

 
 
 
Die Karriere des NICOLAS CAGE – ein ständiges Auf und Ab. Seine Performance als lebensmüder Alkoholiker in LEAVING LAS VEGAS brachte ihm 1996 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Danach hätte es nicht besser laufen können für den Neffen des Regie-Legende FRANCIS FORD COPPOLA. Profitable Filmrollen brachten ihm den Ruf einer der am besten verdienenden männlichen Schauspieler Hollywoods ein. Doch das Schicksal hatte anderes mit dem erfolgsverwöhnten Amerikaner vor. Der Grund: Cage vergaß die gute Kinderstube und kam mit dem Finanzamt in Konflikt. Weil Kinofilme plötzlich floppten, er einen verschwenderischen Lebensstil hegte und die Einnahmen ausblieben, folgte erst der Ausverkauf und dann der Spott. Doch der Schauspieler ließ sich nicht beirren. Der fand im B-Movie-Markt Zuflucht und hat laut Interviews Zukunftspläne. Während einer Pressetour zum Film PRIMAL gab er in einer Presskonferenz zu verstehen, dass er in absehbarer Zukunft ausschließlich als Produzent und Regisseur tätig sein will. Da Cage Eigentümer der Produktionsfirma SATURN FILMS ist, scheint sein Vorhaben nicht abwegig zu sein. Demzufolge sollten Fans nehmen, was kommt. Schenkt man der Aussage des Schauspielers Glauben, will er zumindest noch drei bis vier weitere Jahre vor der Kamera stehen. Man darf gespannt sein, was kommen wird.
 
 
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Doch auch ohne Hollywood scheint NICOLAS CAGE immer noch gut im Geschäft zu sein. Der Darsteller besitzt eine große Fanbase, die den Egozentriker in den Himmel lobt, als wäre er der zweite Chuck Norris. Offenbar fährt Cage gut damit. Mittlerweile spülen nämlich auch wieder nennenswerte Filmangebote Geld in die Kasse, welche sogar Kritiker hellhörig werden lassen. Zu einer dieser Überraschungen gehört MANDY. Der wurde bereits auf einschlägigen Festivals mit Beifall überhäuft und erzählt die Geschichte vom Waldarbeiter Red (NICOLAS CAGE), der zusammen mit seiner Frau Mandy (ANDREA RISEBOROUGH) zurückgezogen in einer Waldhütte haust. Beide verbindet eine tragische Vergangenheit. Doch durch die Liebe scheint das Paar die Rückschläge vergessen zu haben. Leider gerät das Liebesglück ins Wanken. Bei einem Spaziergang begegnet Mandy dem Sektenführer Jeremiah (LINUS ROACHE) und stiehlt ihm das Herz. Der ist fortan über beide Ohren verschossen und hat nur noch ein Ziel: die Angebetete besitzen zu wollen. Zusammen mit seinen Anhängern macht er sich auf zur Hütte des Paars und entführt das Opfer der Begierde. Leider hat man nicht mit der Schlagfertigkeit des Ehegatten gerechnet. Dem gefällt so rein gar nicht, was man da mit der Liebsten veranstaltet hat und fordert Rache. Da rattert die Kettensäge und das Blut spritzt in Strömen. Ja, NICOLAS CAGE findet in diesem Film zu alter Größe zurück. Wer das nicht glaubt, muss MANDY sehen.
 
 
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MANDY besteht aus zwei Filmhälften. In der ersten werden die Figuren eingeführt und der Herlauf erklärt. Die zweite beschäftigt sich mit dem Racheakt. Gerade für die erstgenannte sollte man ausgeschlafen sein, denn Regisseur PANOS COSMATOS nimmt sich viel Zeit mit dem Erzählen seiner Geschichte und pendelt dabei zwischen schläfrigen Dialogen, langsamen Kamerafahrten und surrealer Bilderflut. Wer sich eher im Mainstream-Kino zu Hause fühlt, wird da zu Recht überfordert werden, denn MANDY ist weit weg von dem, was NICOLAS CAGE in den Anfangsjahren gedreht hat. Hier wird Kunst mir Horror verknüpft, was nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film geht in erster Linie unkonventionelle Wege und klammert sich bei der Inszenierung nicht unbedingt am aktuellen Horrorstandart. So wird die einstündige Exposition mit allerlei Soundexperimenten gefüllt. Hinzukommen kreative Farbspielereien, in denen vor allem die Signalfarbe Rot Verwendung findet, welche drohendes Unheil suggeriert und den Zuschauer auf den kommenden Amoklauf vorbereitet. Da werden schnell Erinnerungen an die Frühwerke des damals noch kreativen DARIO ARGENTO wach. Auch der spielte gern mal mit Farbfiltern und drückte damit Filmen wie SUSPIRIA oder INFERNO einen individuellen Stempel auf.
 
 
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Apropos Stil-Experimente und Kunst: Künstlerisches Beiwerk ist in MANDY auch zwingend nötig. Die überschaubare Geschichte gibt nämlich nicht viel her, in der Figuren Karikaturen gleichen und Ereignisse im Schneckentempo abgespult werden. Aber der Mix macht’s. MANDY ist gerade wegen seines visuellen Stils eine Bereicherung, weil – insofern man die Inhaltsangabe nicht gelesen hat – lang unklar bleibt, worauf Regisseur PANOS COSMATOS hinaus will. Der erschafft mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung eine bizarre Traumwelt und holt den Zuschauer nach knapp 60 Minuten Laufzeit mit Paukenschlägen zurück in die Realität. Dann nämlich fährt Cage auf Hochtouren auf und scheint irgendwie Spaß daran zu haben, sich den Ballast der letzten Jahre von der Seele zu schreien. Mit Kettensäge und selbst geschmiedeter Axt bewaffnet, meuchelt der sich kompromisslos durch das Fleisch seiner skurrilen Gegner und definiert damit den neuen Rache-Standard im Kino. MANDY ist ein bizarres, blutiges und zugleich faszinierendes Splatter-Erlebnis mit Kult-Potenzial. Schön, dass Sie wieder da sind Herr Cage.
 
 
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MANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Film so beinhart wie ein schlechter LSD-Trip. Dieser Streifen ist ein sehr spezieller Rachefilm, der beinahe zwanghaft darum bemüht ist, sich aus den engen Fesseln des Rache-Genres zu befreien. Regisseur PANOS COSMATOS nimmt mit seinem MANDY innerhalb des Revenge-Faches eine Sonderstellung ein, da er auf Konventionen pfeift. Hier läuft alles etwas anders ab, wie in den üblichen Rachefilmen. Statt NICOLAS CAGE zum neuen CHARLES BRONSEN zu küren, konzentriert sich der italienische Filmemacher eher auf Bilder, Ästhetik und Sound. MANDY ist anders, als das was man sonst so im Rache-Sektor zu sehen bekommt. Der Film ist mehr Kunst, statt Horror. Das bedeutet, dass von allerlei künstlerischen Stilmitteln Gebrauch gemacht wird, die den Streifen fast schon surreal erscheinen lassen. Das ist mal was anderes, macht aber das Folgen auch unnötig schwer, weil gerade in der ersten Filmhälfte ein Spannungsbogen vermisst wird. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal dem Streifen auch ein paar Handlungskürzungen gutgetan hätten. Immerhin geht es nach der Halbzeit deftig zu. Das bedeutet: rächen, schreien und sterben. Spätestens dann gerät jeder Gorebauer ins Schwärmen. Cage macht sich dabei ganz gut, weil sein absurdes Overacting den Film bereichert. MANDY macht trotz Startschwierigkeiten Spaß und wird daher von vielen Filmfans schon jetzt als einer der besten Rachestreifen gesehen, den man seit Jahren auf der großen Leinwand zu sehen bekommen hat. Dort sollte man ihn unbedingt sichten, denn erst im Kino entfaltet er durch seine besondere Ästhetik sein ganzes Potenzial.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Zensur

 
 
 
Die zweite Filmhälfte von MANDY ist ziemlich deftig. Da wird munter drauflos gemordet und gerächt. Splatterfans wird das freuen, zumal sogar eine Kettensäge zum Einsatz kommt. Anbieter KOCH MEDIA hat sich die Rechte für die deutsche Auswertung gesichert und bringt den Streifen im Herbst 2018 mit FSK18-Freigabe in den Handel. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Wish (2018)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Death Sentence – Todesurteil (2007)
 
John Wick (2014)
 
The Equalizer (2014)
 
Revenge (2017)
 
The Punisher (2004)
 
Harry Brown (2009)
 


Filmkritik: „Revenge“ (2017)

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REVENGE

Story

 
 
 

Eine emanzipierte Frau nimmt den Kampf gegen drei Männer auf, die es nicht gut mit der Femme fatale meinen.

 
 
 


 
 
 

REVENGE – Kritik

 
 
 
Frauen rächen erfolgreich – und das schon seit einigen Jahren. Seit einer der ganz großen Rape-and-Revenge-Klassikers der 1970er vor 40 Jahren neu verfilmt wurde, sind wütende Damen im Genrekino keine Seltenheit mehr. Die haben sich neben Geistern, Dämonen und Monstern einen festen Platz im Horrorfilm gesichert und sind seit dem kontroversen Erfolg von I SPIT ON YOUR GRAVE im Jahre 2010 vom Bilderschirm nicht mehr wegzudenken. Letzterer ließ die einst in Bahnhofskinos verbannten Schmuddelfilme neu aufleben und machte ultrabrutales Rächen ganz nebenbei salonfähig. Sachen gibt es, an die hätte man in den 1970ern nicht einmal gedacht. Doch mit dem Revival gewaltverherrlichender Rape-and-Revenge-Streifen wurde nicht nur eine neue Debatte über tabubrechende Gewalt im Genrefilm entfacht. Auch die Sucht nach immer mehr dieser frauenverachtenden Schlachtplatten musste befriedigt werden, was zur Folge hatte, dass profitgeile Produzenten das schnelle Geld witterten und im Akkord billigen Rache-Stoff filmen ließen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Die meisten dieser Filme waren nämlich Flops, weil vor lauter Gewalt die Geschichten vernachlässigt wurden. So spulten viele dieser Gurken die ewig gleiche Handlung ab, ohne über den Tellerrand schauen zu wollen. Darin wurden Frauen gnadenlos gequält und misshandelt, um anschließend nicht minder brutal rächen zu können. Zumindest Hobbysadisten dürften da ihren Spaß gehabt haben.
 
 
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Von gleicher Formel macht nun auch der Horrorthriller REVENGE Gebrauch. Der Titel ist hier Programm, im Vergelten liegt quasi das Hauptaugenmerk dieser französischen Produktion. Überraschenderweise ist dieser Rape-and-Revenge-Thriller einer der besseren. Der Grund ist ganz einfach. REVENGE ist trotz einfachem Ablauf einfach gnadenlos spannend und hetzt eine Frau durch karge Wüstenlandschaften, die nur ein Ziel kennt: Töten. Im Mittelpunkt steht die attraktive Jennifer. Die weiß um ihre Reize Bescheid, doch diesmal werden sie ihr zum Verhängnis. Die junge Dame führt eigentlich eine Affäre mit einem verheirateten und steinreichen Firmeninhaber. Doch nach einigen Drinks vernebelt sie mit ihren Verführungskünsten nicht nur den Liebhaber selbst, sondern auch dessen Angestellte. Die verwandeln sich flink zu eroberungsgeilen Primaten und sind plötzlich gar nicht mehr so freundlich. Das Ende vom Lied: einer der Mitarbeiter hat seinen Trieb nicht mehr unter Kontrolle und vergewaltigt das Objekt seiner Begierde. Da ist die Stimmung im Keller. Verständlich, dass die traumatisierte Jennifer nur noch nach Hause möchte und einen Schlussstrich unter dieses Kapitel ziehen will. Doch Liebhaber Richard finden den Stimmungswandel gar nicht schön. Der hat Angst, dass das Techtelmechtel auffliegt und die Ehe ins Wanken gerät. Deshalb stoßen die drei Männer die Unruhestifterin von einer Klippe und hoffen, dass sie möglichst qualvoll stirbt. Doch Jennifer überlebt. Die rauft sich zusammen und läutet einen erbarmungslosen Rachefeldzug ein, für den sie die guten Manieren abgelegen wird.
 
 
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Frauenpower im wahrsten Sinne des Wortes. Nach RAW sorgt eine weitere französische Newcomerin mit einem Regiedebüt für Furore. CORALIE FARGAST macht in REVENGE Nägel mit Köpfen und zeigt mit kompromissloser Härte, dass sie genauso blutig kann wie ihre männlichen Regie-Kollegen. Dabei lässt sich im Zuge der #metoo-Debatte eine emanzipierte Kämpferin auf den Zuschauer los, die sich zu Recht von Männer nichts sagen lässt. REVENGE färbt die Leinwand blutrot und unterscheidet sich hierbei von den üblichen Konsorten. Während der Film zu Beginn noch eine gewisse Ernsthaftigkeit besitzt und bedrohliche Atmosphäre heraufbeschwört, wendet sich das Blatt aber schnell. Da verliert sich der böse Ton plötzlich in einem übertriebenen Gewaltrausch, den man dann doch nicht mehr ernst nehmen kann. Beinahe möge man meinen hier eine Persiflage auf das Rape-and-Revenge-Genre zu sehen, denn mit fortlaufender Spielzeit gleicht REVENGE mit seinem ausuferndem Gore- und Splatterfeuerwerk einem Comic für Erwachsene? Da wird die Handlung zur Nebensache, weil durchgestylte Bilder, irre Kamerafahrten und überzeichnete Gewaltszenen plötzlich das Ruder übernehmen. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht von der Hand weisen, zumal REVENGE davon Abstand hält seine Figuren mit sadistischen Einfällen der Sensationsgeilheit des Zuschauers wegen zu quälen. Anders als in den I-SPIT-ON-YOU-GRAVE-Filmen verzichtet Regisseurin CORALIE FARGAST auf das minutenlange Foltern seiner Protagonisten. Zudem fehlt der obligatorische Vergewaltigungs-Part. Stattdessen wird das Publikum mit hektischen Verfolgungsjagden bei Laune gehalten, die mit teils makabren Spezialeffekten garniert wurden. Frankreich beweist nach der erfolgreichen Terror-Welle in den 2000ern, dass man immer noch weiß, wie man das gewalterprobte Publikum zufriedenstellen muss. REVENGE hat es geschafft trotz einfacher Rezeptur sogar Kritiker zu überzeugen. Das ist schon bemerkenswert.
 
 
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REVENGE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der wohl blutigste Beitrag in der #metoo-Debatte. REVENGE ist eigentlich nur ein weiterer Rape-and-Revenge-Thriller, der niedere Instinkte befriedigen soll. Eigentlich! Was den Film aber von der Konkurrenz unterscheidet, ist seine schrille Machart, die den Film aus der Masse hervorstechen lässt. Glaubwürdigkeit und Logik sind hier fehl am Platz. Zudem steht auch das Martyrium der Filmheldin nicht im Mittelpunkt, die in solchen Film eigentlich durch die Hölle geht. Die Hölle hat die Hauptfigur in REVENGE schnell aus den Augen verloren. Die verwandelt sich stattdessen in einen weiblichen ARNOLD SCHWARZENEGGER und ballert, schlitzt und schlägt um sich herum, als gäbe es keinen Morgen mehr. Dabei wird das Treiben in derart überzogener Gewalt ersoffen, dass sich manch Filmfan das Lachen nicht verkneifen kann. REVENGE ist trotz ernster Thematik irgendwie cool. So sollte Rape’n Revenge am besten immer aussehen.
 
 
 


 
 
 

REVENGE – Zensur

 
 
 
REVENGE geizt nicht mit Schauwerten. Hier gibt es allerhand blutige Gemeinheiten zu sehen. Diese haben den Film eine Erwachsenenfreigabe beschert. Hierzulande erhielt der Film von der FSK den roten Freigabesticker. Das sogar in der ungeschnittenen Fassung. Das verwundert, zumal die Prüfbehörde sonst mit Selbstjustiz-Schockern nicht so gnädig ist.
 
 
 


 
 
 

REVENGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Steelbook)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Revenge; Frankreich 2017

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook | Mediabook

Extras: Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet

Release-Termin: 23.08.2018

 

Revenge [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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Revenge [Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

REVENGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Savaged (2013)
 
Art of Revenge (2017)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 


Filmkritik: „Art of Revenge“ (2017)

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ART OF REVENGE – MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR

(M.F.A.)

Story

 
 
 

Eine schüchterne Studentin wird Opfer sexueller Gewalt auf dem Campus und sieht plötzlich rot.

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Kritik

 
 
 
Rape-and-Revenge-Filme haben keinen guten Ruf. Seit mit DIE JUNGFRAUENQUELLE einer der ersten Filme dieser Art über Leinwände flimmerte, sind diese Streifen vor allem Zensurbehörden ein Dorn im Auge. Ganz unbegründet ist das strenge Vorgehen gegen diese Filme nicht. Meist wollen die nämlich mit expliziten Inhalten niedere Instinkte befriedigen und setzen in erster Linie auf menschenverachtende Gewalt, die sich nicht selten an der Grenze des Ertragbaren bewegt. Die Folge: Beschlagnahmungen, Indizierungen oder Verstümmelungen. Doch nicht immer müssen sich solche Machwerke zwingend im Blut oder grafischen Gemeinheiten suhlen. THE ART OF REVENGE (im Original M.F.A.) beweist, dass Rape’n’Revenge auch zahmer funktioniert. Regisseurin NATALIA LEITE nimmt sich hier einer Thematik an, wie sie aktueller nicht sein könnte. So häufen sich an amerikanischen Colleges die Fälle sexueller Gewalt. Meist sind die Opfer mit ihren Problemen allein, denn immer mehr Bildungseinrichtungen versuchen die Vorfälle zu vertuschen. Grund darüber zu sprechen. Leider nutzt ART OF REVANGE die brisante Thematik nicht für ernstzunehmende Kritik. Stattdessen übernimmt sie nur Alibifunktion, um Mord und Totschlag zelebrieren zu können. Bedauerlich!
 
 
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Die Kunststudentin Noelle hat es nicht leicht an der Uni. Ihr Professor und die Studenten in ihrem Kurs halten so gar nichts von ihren Kunstarbeiten, was die schüchterne Studierende in Selbstzweifel flüchten lässt. Doch Uni und das Pauken werden bald zum kleineren Übel. Ein Kommilitone lädt die zurückhaltende Studentin zu einer Party ein, wo Grausames passiert. Sie wird vergewaltigt und mit ihrem Problem alleingelassen. Das lässt Noelle in ein tiefes Loch fallen. Dennoch will sie den Peiniger zu Rede stellen. Beim Streit kommt es zu einem folgenschweren Unfall, der die traumatisierte Studentin wachrüttelt. Offenbar gibt es keinen anderen Ausweg bösen Jungs die Augen zu öffnen, als diese mit Mord zu bestrafen. Da kommt es ihr gerade recht, als sie davon erfährt, dass Vergewaltigungen am Campus offenbar keine Seltenheit sind. Sie schmiedet einen Plan und wird zum Rächer all jener, denen es ähnlich ergangen ist wie ihr.
 
 
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Löst Mord Probleme und bringt Töten Genugtuung? ART OF REVENGE ist keiner dieser brutalen Rachefilme, die sich seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE offenbar immer noch großer Beleibtheit erfreuen. Gewalt wird hier zurückgefahren. Dennoch ist das Prinzip des Films ein Ähnliches – auch wenn sich ART OF REVENGE vehement dagegen wehrt in die gleiche Schublade gesteckt zu werden, wie die meisten Rape-and-Revenge-Schocker neueren Datums. Hier wird ebenfalls vergewaltigt und anschließend gerächt – wenngleich auf einem höheren Anspruch, als so Brutalowerke wie SAVAGED oder LAST HOUSE ON THE LEFT. Leider versucht Regisseurin NATALIA LEITE aber erst gar nicht die kontroverse Thematik ihres Thriller-Dramas ernsthaft zu analysieren. Essenzielle Fragen und Probleme der Opfer werden nur angerissen. Stattdessen liegt der Fokus ausschließlich auf Vergeltung, die natürlich – wer hätte es geahnt – irgendwann Konsequenzen fordert. Das ist bedauerlich, weil der Film ein brisantes Thema anreißt, das Zündstoff bietet über den es lohnt gesprochen zu werden. Zudem hat man mit der Tochter von CLINT EASTWOOD auch noch eine talentierte Schauspielerin an Bord, die zweifelsohne zu höherem berufen ist, als mordend durch Filme zu sausen. Zwar verleiht die ihrer Rolle Tiefe und durchlebt im Verlauf eine glaubhafte Metamorphose vom Mauerblümchen zur Femme fatale. Dennoch liegt ihre Hauptaufgabe darin zum unberechenbaren und sogar hinterlistigen Todesengel zu werden, der weder Gnade noch Erbarmen kennt. So ist ART OF REVENGE ein zweischneidiges Schwert und dürfte es schwer haben ein Publikum zu finden. Für Feingeister wird das Thema „Vergewaltigung“ nämlich zu simpel, löchrig und oberflächlich behandelt. Fans dieser Filmgattung fehlen Schauwerte und die Kaltschnäuzigkeit mit denen sich Rape-and-Revenge-Thriller einen zweifelhaften Ruhm erarbeiten konnten.
 
 
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ART OF REVENGE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Kein tiefgründiges Meisterwerk, das wachrüttelt, sondern ein souverän inszenierter Selbstjustizthriller mit einer grandiosen FRANCESCA EASTWOOD, die weitaus bessere Filme verdient hat. Papa CLINT EASTWOOD dreht seit Jahren bemerkenswerte Kinohits, die sogar Oscars abstauben. Da tritt der Nachwuchs ein großes Erbe an. Leider ist ART OF REVANGE weit weg von dem, was sich vermutlich der Vater für seine Kinder gewünscht hätte. Der Streifen reißt zwar brisante Thematik an, über die unbedingt gesprochen und aufgeklärt werden muss. Was hier aber gezeigt wird, hat mit einer ernsthaften Auseinandersetzung über die Vergewaltigungsprobleme an amerikanischen Bildungseinrichtungen nur wenig am Hut. Der Film suggeriert dem Zuschauer, dass man sexuelle Gewalt an Frauen nur mit Gewalt oder Mord vergelten kann. Das ist leider der falsche Weg für einen Streifen, der sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, auf gleiche Ebene mit so derben Vergeltungsschockern wie I SPIT ON YOUR GRAVE gestellt zu werden.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Zensur

 
 
 
ART OF REVENGE ist für diese Art von Filmen sehr zurückhaltend. Die Gewaltszenen werden nur kurz angedeutet. Ein Mann fällt von einem Geländer auf den Boden, ein weiteres Opfer wird mit einem Hammer bearbeitet und ein Peiniger wird mit Drogen um die Ecke gebracht. Hierzulande gab es für den etwas anderen Rachefilm eine FSK16 in ungeschnittener Fassung.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: M.F.A.; USA 2017

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.02.2018

 

Art of Revenge – Mein Körper gehört mir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Girls against Boys (2012)
 
Rache – Bound to Vengeance (2015)
 
Autumn Blood (2013)
 


Filmkritik: „Quarries“ (2016)

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QUARRIES

Story

 
 
 

Einige Frauen werden bei einem Wanderausflug von Hinterwäldlern attackiert, die ihnen nichts Gutes wollen.

 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Kritik

 
 
 
Quäle nie eine Frau zum Scherz, denn die Rache des weiblichen Geschlechts kann gern auch mal tödlich sein. Dass Frauen in Horrorfilmen gern mal über sich hinauswachsen und sich nicht immer nur ihrem Schicksal ergeben wollen, ist auch im Genrefilm längst keine Seltenheit mehr. Auch Frauen lassen sich mittlerweile nicht mehr alles gefallen und bestrafen ebenso kaltblütig, wie ihre männlichen Filmkollegen – wenn es unbedingt sein muss. Zuletzt reißerisch und unnötig hart in der Neuauflage des Schmuddel-Klassikers I SPIT ON YOUR GRAVE zelebriert. Darin rechnete eine traumatisierte Autorin mit der Männerwelt ab und bewies dabei jede Menge Einfallsreichtum, damit jene Männer leiden mussten, die ihr nichts Gutes wollten. Wer meint, dass das aber schon alles gewesen ist, hat den folgenden Streifen noch nicht gesehen. Hier platzt nicht nur einer seelisch gequälten Frau der Geduldspfaden, sondern gleich einer ganzen Gruppe junger Damen. QUARRIES nennt sich der Rache-Horror in dem – ungewöhnlich taff – Frauenpower gezeigt wird, der von stumpfsinnigen Blondinen-Klischees, unnötigen Intrigenspielen und nervigen Zickereien Abstand hält. Eine lobende Alternative, die unbedingt Schule machen sollte. Nur ob das den hier besprochenen Film auch gleichzeitig besser macht?
 
 
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Eigentlich sollte sich das Leben für Kat (NICOLE MARIE JOHNSON – hat übrigens auch mit am Drehbuch geschrieben) nun zum Besseren wenden. Die hat sich erst kürzlich von den Ketten ihrer schrecklichen Beziehung befreit in der sie regelmäßig vom Ex-Partner misshandelt wurde. Eine Rucksack-Wandertour mit anderen Frauen durch tiefe Wälder soll die tapfere Frau wieder auf richtige Gedanken bringen. Leider muss wegen wütender Waldbrände eine andere Route genommen werden, die einigen Teilnehmerinnen das Leben kosten wird. Im Schutze der Wildnis treiben hier nämlich gewissenlose Hinterwäldler ein bitterböses Spiel. Die lauern ahnungslosen Wanderern auf und bringen diese kaltblütig um die Ecke. Doch der Spaß am Morden wird den Hobbykillern bald vergehen. Die haben nämlich nicht mit der Schlagfertigkeit jener Frauen gerechnet, an deren Fersen sie sich geheftet haben. Die sind über die stillen Verfolger alles andere als erfreut. Nachdem man erste Verluste beklagt, drehen die Frauen den Spieß einfach um. Was folgt ist nicht sonderlich neu – wurde aber solide inszeniert. Tapfere Frauen werden zu Kampfamazonen und verteidigen ihr Leben – koste es was es wolle. Die greifen zu spitzen Mordwerkzeugen und zahlen es der blutgeilen Bande heim. Männer gegen Frauen und umgekehrt. Wer wird den Überlebenskampf überstehen?
 
 
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Kennst Du noch BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DELIVERANCE – so wie sich der Survival-Thriller im Original schimpft? Wenn ja, dann dürfte QUARRIES wohl ein alter Hut sein, denn im Grunde genommen spult Regisseur NILS TAYLOR hier mit dem zweiten Spielfilm gleichen Inhalt ab, den auch schon JOHN BOORMAN zuvor in den 1970ern schockierend auf der Kinoleinwand gebracht hat. Wilderer jagen ahnungslosen Menschen, die in der Natur Erholung vom stressigen Alltag suchen. Das hört sich grausam an und ist es auch, weil man auch in QUARRIES mit der Unwissenheit nichtsahnender Wanderer spielt, die plötzlich aus dem Nichts beschossen werden und sich vor einem offenbar unsichtbaren Gegner in Sicherheit bringen müssen. Auch wenn die Ausgangssituation reichlich perfide anmutet, verpufft ein Großteil der psychischen Härte wegen Vorhersehbarkeiten. Wer hier sterben und überleben wird, steht bereits in den ersten Minuten fest, denn auch QUARRIES macht sich zu sehr von den Regeln des Genres abhängig. So verwandelt sich die zu Beginn noch eher als zurückhaltend beschriebene Kat im Film zum weiblichen Rambo, die sich nicht minder kaltblütig gegen ihre Gegenspieler zu wehren weiß und Aggressionen freien Lauf lässt, die sich während ihrer gewalttätigen Beziehung angestaut haben. Bis im Film jedoch ausgiebig gerächt, geschrien und getötet wird, wird Geduld vorausgesetzt. QUARRIES braucht nämlich etwas bis er seine Richtung gefunden hat und an Tempo zulegt. So vergeudet Macher NILS TAYLOR unnötig Zeit mit der Charakterisierung und einer Geschichte, die lange braucht bis sie endlich zum Punkt kommt. In Anbetracht der Tatsache, dass QUARRIES letztendlich nur ein weiterer Film übers Töten ist vergeudeter Aufwand, der in Längen ausartet. Trotzdem will man gnädig sein. Nach vierzig Minuten geht der Überlebenskampf endlich los. Spätestens dann wird kurzweiliges Spannungskino geboten, dem es ab und an sogar gelingt am Nervenkostüm des Zuschauers zu zerren. Bemerkenswerte Suspense-Arbeit sieht aber definitiv anders aus. Dazu fehlt NILS TAYLOR noch nötige Fingerfertigkeit und das richtige Gespür für schnörkellosen Thrill.
 
 
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QUARRIES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DELIVERANCE mit Frauen. In QUARRIES hat das weibliche Geschlecht zur Abwechslung mal die Hosen an, denn Frauen können im Horrorfilm auch anders. Statt sich wie in THE DESCENT mit aufbrausendem Zickenkrieg selbst in die ewigen Jagdgründe zu befördern oder sich ihrem Schicksal – wie so oft im Horror-Genre – tatenlos zu fügen, krempeln die Damen in QUARRIES die Ärmel hoch. Die geben nicht so schnell auf und kämpfen gegen Widersacher, die sich ihrer Sache zu sichern sind. QUARRIES ist ein weiterer Thriller übers Töten, der nicht sonderlich viel Substanz besitzt und einzig auf schnelle Schocks aus ist. Die Protagonisten verhalten sich nicht immer helle und auch mit der Vorhersehbarkeit hat dieser Überlebens-Horror so seine Probleme. Weil sich Regisseur NILS TAYLOR auch noch unnötig viel Zeit nimmt, bis die Überlebens-Achterbahn in die Gänge kommt, werden wohl viele Zuschauer schon frühzeitig den Ausschalter ihres Abspielgerätes drücken. Zu eigentlicher Größe wächst QUARRIES erst in den letzten dreißig Minuten heran. Dann zumindest geht es Schlag auf Schlag und die Figuren im Film sterben wie Fliegen. Wer Geduld besitzt wird entschädigt. Ein sonderlich herausragender Horrorthriller ist QUARRIES aber nicht.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Zensur

 
 
 
Vergleicht man die Gewalt im Film mit ähnlichen Vertretern der Gattung Survival-Horror ist Gebotenes nicht sonderlich hart anzuschauen. Protagonisten werden angeschossen oder mit Messern bearbeitet. Oftmals blendet die Kamera weg oder Gewalttaten werden im Off zelebriert. Eigentlich wäre QUARRIES demnach ein sicherer FSK16-Kandidat, wäre da nicht die heikle Thematik. Hier wird das Töten als einziger Ausweg beschrieben, um das eigene Leben retten zu können. Statt leise durchs Gebüsch zu schleichen und so einen Weg hinaus aus dem Wald zu finden, wird Selbstjustiz ausgeübt. Mit sowas versteht die FSK keinen Spass. Es würde demnach nicht wundern, wenn QUARRIES mit rotem FSK-Flatschen ins Händlerregal kommt.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Carnage Park (2016)
 
Downhill (2016)
 
King of the Hill (2007)
 
Outback – Tödliche Jagd (2011)
 
Tower Block (2012)
 
Preservation (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
The Mooring (2012)
 


Filmkritik: „Even Lambs Have Teeth“ (2015)

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EVEN LAMBS HAVE TEETH

Story

 
 
 

Zwei Freundinnen – die eine zurückhaltend, die andere rebellisch (KIRSTEN PROUT & TIERA SKOVBYE) – wollen sich auf einem Bauernhof etwas dazuverdienen, geraten aber in die Fänge gewissenloser Kleinstädter, die mit den Mädchen andere Pläne haben.

 
 
 


 
 
 

EVEN LAMBS HAVE TEETH – Kritik

 
 
 
Darf’s denn was mit Rache sein? Seit Anbeginn des Kinos sind Filme nicht mehr von der Leinwand wegzudenken, in denen Frauen vergewaltigt oder gefoltert werden. Dass sie sich anschließend kalt an ihren Peinigern rächen, kam später hinzu. Rape-and-Revenge-Movies schimpft sich jenes Subgenre, das mit Ingmar Bergmans DIE JUNGFERNQUELLE quasi Geburt feierte und während der 1970er/1980er mit rohen Klassikern wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT Hochkonjunktur erlebte. Seit einigen Jahren feiert diese Art des Schmuddelkinos eine kleine Renaissance. Im Gegensatz zu damals legen die Rachestreifen von Heute noch eine Schippe drauf. Mehr Brutalität und möglichst lang zelebrierte Szenen, in den Frauen vergewaltigt oder gedemütigt werden, sind mittlerweile Pflicht. Eine fragwürdige Entwicklung, die auch die Zensurbehörden nicht kalt lässt. Wie bereits zur Blütezeit der Exploitationfilme haben es auch heute viele dieser Streifen nicht leicht und werden in vielen Fällen nur in geschnittener Form veröffentlicht. Zuletzt geschehen mit I SPIT ON YOUR GRAVE 2. Die Fortsetzung der Neuverfilmung wurde hierzulande (nicht unbegründet) um 16 Minuten erleichtert. Doch Fans stört das offenbar nicht, denn die meisten dieser Film gibt’s komplett im deutschsprachigen Ausland – wenn auch zu nicht immer moderaten Preisen zu kaufen. Ein Hoch auf die österreichischen Nachbarn!
 
 
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Selbstjustiz als Mittel zum Selbstzweck ist auch in folgendem Rachestreifen Programm, bei dem bereits der doppeldeutige Titel Vermutungen aufkommen lässt, was dem Zuschauer in diesen Film geboten wird. EVEN LAMBS HAVE TEETH nennt sich der blutige Thriller aus der Feder von TERRY MILES, der es sich nicht nehmen lassen hat auch gleich noch auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Kopiert hat der fleißig, denn sein Rachefilm scheint nicht unwesentlich vom anfänglich erwähnten I SPIT ON YOU GRAVE 2 inspiriert – auch wenn dessen Härtegrad nicht annähernd erreicht werden kann. Dafür gibt’s reichlich schwarzen Humor, der mit fortschreitender Laufzeit immer präsenter wird und im Rachepart zu Höchstform auffährt. Doch kann die Kombination aus ernst und zynisch bei so kontroverser Thematik überhaupt richtig funktionieren? EVEN LAMBS HAVE TEETH rückt zwei beste Freundinnen in den Mittelpunkt, die sich zu einem Bio-Bauernhof aufmachen, um dort in vier Wochen etwas Geld zu verdienen, das sie dann bei einem Shopping-Trip in New York City ausgeben wollen. Doch der Onkel von Kathie ist skeptisch, hat der als FBI-Detektiv doch schon einige schlimme Dinge gesehen, die reisenden jungen Frauen widerfahren sind. Ganz unbegründet ist die Sorge leider nicht. Kaum aus dem Haus, geraten die Mädchen an zwei attraktive Jungs, die ihre Pläne haben. Sie entführen ihre ahnungslosen Opfer und sperren die High-School-Schönheiten in zwei Baucontainer, wo sich das halbe Dorf kostenpflichtig an ihnen vergehen darf. Doch bald reicht es den Opfern. Sie können entkommen, fahren zum nächsten Baumarkt und decken sich mit spitzem Werkzeug ein. Was folgt kann man sich ausmalen. Vergeltung steht auf dem Plan – und die geht nicht gerade zimperlich über die Bühne.
 
 
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Erst unerbittlich winseln, dann kreativ töten. Nichts Neues an der Rache-Front. Was sich hier liest wie Rape-and-Revenge in Reinform, ist unterm Strich mehr Revenge statt Rape. Löblicherweise blendet Regisseur TERRY MILES nämlich weg, wenn es den grünschnäbeligen Heldinnen an den Kragen geht, hält dafür aber umso detaillierter drauf, wenn die bösen Jungs für ihre Untaten zahlen müssen. EVEN LAMBS HAVE TEETH ist ein weiterer, nicht unbedingt besserer Vertreter seiner Gattung, der ernst beginnt und anschließend ins Rache-Absurdum getrieben wird. Spätestens hier unterscheidet sich der Film von den üblichen Verdächtigen, denn die Rachegelüste zwei gedemütigter High-School-Schülerinnen erhalten nahezu groteske Ausmaße. Da werden Heimwerkergegenstände und Gartengeräte zweckentfremdet und zum Mordwerkzeug umfunktioniert, die sich irgendwie und möglichst blutig in menschliche Körper bohren. Als wäre das nicht schon absurd genug, entwickeln die Gepeinigten im Verlauf ihres Martyriums sonderbaren Zynismus. So wird mit trockenen Sprüchen gemordet, die Meuchelmörder FREDDY KRUEGER Konkurrenz machen könnten. Ein comichafter Unterton lässt sich da nicht von der Hand weisen. Dennoch; auch wenn EVEN LAMBS HAVE TEETH an Sarkasmus nicht geizt, handelt es sich hier nicht unbedingt um den hellsten Film dieser Art. Was passiert orientiert sich am Horror-Standard und verrennt sich in Klischees. Somit wird Mitfiebern unterbunden, gerade auch deshalb, weil die Protagonisten unnahbar bleiben. Hier wäre es wohl besser gewesen, wenn sich TERRY MILES wohl mehr um das emotionale Ungleichgewicht seiner Heldinnen gekümmert hätte, anstatt die Geschehnisse im Blut zu ersäufen. Die Figuren bleiben nämlich blass, handeln nach den ihnen vordiktierten Regeln und verhalten sich alles andere als klug. Weil man von solchen Filmen mittlerweile so viele gesehen hat, dürfte man trotz zusätzlicher Humor-Zutat auch mit EVEN LAMBS HAVE TEETH keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Man darf aber davon ausgehen, dass bald ein weiterer, ähnlich gestrickter Kandidat die Runde machen wird. Solange sich mit immer wieder gleichen Geschichten genug Zaster verdienen lässt, wird es wohl auch keine Neuerungen in einem Subgenre geben, das menschliche Abgründe zum Thema macht. Was für ein Teufelskreislauf.
 
 
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EVEN LAMBS HAVE TEETH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Horrorversion von THELMA & LOUISE. Wenn Frauen sich rächen, freut’s den Zuschauer. EVEN LAMBS HAVE TEETH steht brutalen Rachefilmen wie I SPIT ON YOUR GRAVE (das Remake!) und BOUND TO VENGEANCE in nichts nacht. Auch hier wird recht grafisch das Auslöschen skrupelloser Männer zelebriert – Regisseur und Drehbuchautor TERRY MILES würzt diesmal jedoch mit schwarzhumoriger Note nach. Eine nette Dreingabe, die den Film nicht unbedingt besser macht. Das Problem: dem Film mangelt es an guten Ideen. Das einzig Kreative ist das abwechslungsreiche Töten der Bösewichte. Wem das an Neuerungen reicht, wird sicher gut unterhalten. Wer jedoch gern mal über den Tellerrand schaut und so ziemlich jeden Rape-and-Revenge-Schocker der letzten Jahrzehnte gesehen hat, wird sich reichlich unterfordert fühlen. Warum? EVEN LAMBS HAVE TEETH verläuft nach üblichem Schema und wagt nicht vom Weg abzukommen. Das macht ihn leider vollkommen austauschbar. Netter Zeitvertreib – mehr aber nicht.
 
 
 


 
 
 

EVEN LAMBS HAVE TEETH – Zensur

 
 
 
Eigentlich ist EVEN LAMBS HAVE TEETH einer dieser Filme bei denen die FSK üblicherweise die Freigabe in ungeschnittener Form verweigert. Obwohl der Film rabenschwarz ist geht es den männlichen Filmkollegen am Ende doch recht krude an den Kragen. So wird ein mit Stacheldraht umwickelter Baseball in den Anus einer der Protagonisten eingeführt und Tennisbälle mit Nägeln versehen, die dann den Bösewichten entgegengeworfen werden. Zudem bekommt ein Übeltäter eine Gesichtspolitur mit dem Rasentrimmer. Alles recht deftig anzusehen. Weil auch noch Selbstjustiz eine Rolle spielt, war eine ungeschnittene Freigabe anfangs undenkbar. Überraschenderweise hat die FSK den Film dann doch in der unzensierten Fassung durchgewunken. Der Film steht mit rotem FSK-Flatschen im Händlerregal.
 
 
 


 
 
 

EVEN LAMBS HAVE TEETH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Even Lambs Have Teeth; Frankreich | Kanada 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3000 Stück limitiert

Extras: Trailer, Kurzfilm | zusätzlich im Mediabook: Poster und umfangreiches 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 18.11.2016

 

Even Lambs Have Teeth [Limitiertes Mediabook mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Even Lambs Have Teeth [Blu-ray im Keepcase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

EVEN LAMBS HAVE TEETH – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken, Packshot & Abbildungen: PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
I Spit on your Grave 2 (2013)
 
I Spit on your Grave 3 (2015)
 
Savaged (2013)
 
Evangeline (2013)
 
Big Driver (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
Hidden in the Woods (2012)
 
Hidden in the Woods (2014)
 
Girls against Boys (2012)
 


Filmkritik: „Scherzo Diabolico“ (2015)

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SCHERZO DIABOLICO – BLUTIG UND BÖSE

Story

 
 
 
Einem fleißigen Rechtsanwalt platzt der Kragen. Weil er im Job nur ausgenutzt wird und auch zuhause mit der Familie keinen Frieden findet, schmiedet er einen diabolischen Plan. Mit unvorhersehbaren Folgen.

 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Kritik

 
 
 
Die Sprache des Horrors ist in jedem Land gleich und kennt somit keine Grenzen. So auch in Mexiko, das sich seit einigen Jahren überraschend konstant darin übt, beunruhigende Geschichten in Kinos und Wohnzimmer in aller Welt zu bringen. Dass das Land von Tequila und Tortillas nicht nur Horror-Eintagsfliegen hervorbringt, hat man mit Filmen wie Guillermo Del Toros Debüt CRONOS, THE DEVIL’S BACKBONE oder WIR SIND WAS WIR SIND bewiesen. Letzterer überrumpelte selbst Hollywood, so dass ein amerikanisches Remake her musste, das aber in den heimischen Kinos nicht den erhofften Erfolg brachte. Wen wundert’s? Zuletzt hat Mexiko dank des Regisseurs ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO Horror-Aufsehen erregt. Der Mexikaner landete mit HERE COMES THE DEVIL gleich mal einen Indie-Horror-Hit, der bei anspruchsvollen Festivalbesuchern bleibenden Eindruck hinterließ. Ob das auch mit der bitterbösen Parabel SCHERZO DIABOLICO wiederholt werden kann, für die ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO ebenso verantwortlich zeichnet?
 
 
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Eigentlich ist Rechtsanwalt Aram ein Arbeitnehmer aus dem Bilderbuch. Stets pünktlich am Arbeitsplatz, schuftend wie kein anderer. Vom Chef erhält er keine Anerkennung. Noch nicht mal für Überstunden, die er fast tagtäglich abreißt. Auch zu Hause herrscht nicht gerade eitel Sonnenschein. Arams Ehefrau ist von der Feigheit ihres Gatten alles andere als erfreut und bestraft den Liebsten mit Sexentzug – weil der nicht den Mut besitzt, eine Entlohnung für die Mehrarbeit einzufordern. Doch damit soll nun Schluss sein. Aram schmiedet einen hinterlistigen Plan. Er beschattet die Tochter des Kanzleiboss Granovsky und entführt das ahnungslose Mädchen in der Hoffnung, dass der Vorgesetzte die Arbeit vernachlässigt und entlassen wird. Tatsächlich trägt das fiese Vorhaben Früchte. Granovsky ist psychisch am Ende und muss die Firma verlassen. Seinen Platz nimmt Aram ein, der nun hofft, dass sich das Schicksal zum Besseren wenden wird. Leider kommt natürlich alles anders. Wie im Horrorbereich üblich, haben die Opfer das letzte Wort. Die lassen Arams Demütigungen nicht auf sich sitzen und dürsten nach Rache – am liebsten blutig und kompromisslos.
 
 
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Einmal Horror immer Horror. Ein schnell improvisiertes Sprichwort, dass sich aber immer wieder bewahrheitet. Nach HERE COMES THE DEVIL, THE ABCS OF DEATH und LATE PHASES bleibt der Mexikaner ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO dem Genre treu und unterhält nach gefräßigen Werwölfen, unartigen Kindern und perversen Serienkillern zur Abwechslung mit Rachegelüsten der makabren Sorte. Wie bereits der Titel SCHERZO DIABOLICO vermuten lässt, geht es im gleichnamigen Film selbst reichlich zynisch und schwarzhumorig zu. Im Verlauf der Handlung werden die Rollen neu verteilt und unerwartete Wendungen nehmen ihren Lauf. So brennen dem Filmhelden später die Sicherungen durch. Der anfangs rechtschaffene und sympathische aber bereits desorientierte Hauptcharakter wird zum Handlanger des Bösen. Um eigene Interessen durchsetzen zu können und endlich mal auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, handelt er gegen das Gesetz. Leider ist und bleibt Protagonist Aram der geborene Pechvogel. Mit seinem Vorhaben setzt er eine Kettenreaktion in Gang, die nur zu Chaos führen kann. Ihm ereilt eine bitterböse Strafe, weil er gewissenlos gehandelt hat. Eine gewisse Ironie lässt sich nicht von der Hand weisen – das gibt SCHERZO DIABOLICO in der letzten halben Stunde auch dem Zuschauer unverblümt zu verstehen.
 
 
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Trotz ambitionierter Machart und bitterböser Geschichte über selbstsüchtiges Streben nach Macht und Erfolg, ist SCHERZO DIABOLICO ein zweischneidiges Schwert. Nach den erwähnten Arbeiten von Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO, die auf vielen Filmfesten (darunter auch dem FANTASY FILMFEST) Lob einheimsen konnten, entpuppt sich SCHERZO DIABOLICO als kleine Enttäuschung. Grund: es dauert zu lange, bis es für Horrorfans endlich interessant wird. Zudem ist diese mexikanische Thriller-Produktion nur auf ein möglichst reißerisches Finale aus, in dem viel flüssiges Rot auf Boden und Wände klatscht. Im Gegensatz zu dem, was der Regisseur bisher auf die Leinwand gebracht hat, fehlen SCHERZO DIABOLICO schlichtweg Einzigartigkeit und Raffinesse. Gewalt allein macht eben keinen Horrorfilm herausragend. So geht es im Finale drunter und drüber. Im dort zelebrierten Racheakt wird Exploitation pur gezeigt – quasi so, wie man sie in den deutschen Bahnhofskinos der 1970er und 80er zu sehen bekam. Köpfe werden zermatscht aber auch Waffen und Baseballschläger kommen zum Einsatz. Im Vergleich zur eher zurückhaltend und bedacht inszenierten ersten Filmhälfte ist das Gezeigte äußerst grenzwertig und nicht für jedermann geeignet. Horrorfans wird’s nicht stören. Immerhin: Weil’s übertrieben blutig wird, fällt gar nicht auf, dass Gründe und Auslöser für die im Film dargestellte Selbstjustiz dünn, fadenscheinig und unglaubhaft sind. Psychologen dürften da wohl das kalte Grausen bekommen. Egal – im Horrorfilm ist eben alles möglich und ist es auch noch so dämlich.
 
 
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SCHERZO DIABOLICO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Auch in Mexiko wird blutig gerächt: Bitterböses Rachefilmchen mit äußerst brutalem Finale, das Liebhabern reißerischer Exploitation-Schocker feuchte Höschen bescheren wird. Splatterfans kommen in SCHERZO DIABOLICO definitiv auf ihre Kosten. Hier wird ein schmuddeliger Mexiko-Look mit deftigen Gewalteskapaden vermengt, welche von klassischen Klavierstücken begleitet werden. Letztere bieten Symbolcharakter und sind Auslöser für eine Tat, die eher zartbesaitete Zuschauer verstört in den Kinosessel pressen wird. Leider tut sich der mexikanische Rachethriller schwer mit dem Erzählen seiner Geschichte. Die braucht lange, bis sie an Fahrt gewinnt und lässt Horrorfans ungeduldig auf das warten, was sich Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO für sein Finale hat einfallen lassen. Eine Spirale der Gewalt wird in Gang gesetzt, die schwarzhumorig und grotesk zeigt, was rücksichtloses Gieren nach Macht bewirken kann. Das ist zwar reichlich unglaubwürdig, wird aber den meisten Zuschauern egal sein – schließlich spritzt Blut. Kann man gucken, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Zensur

 
 
 
Überraschend blutig geht es in SCHERZO DIABOLICO zu. Das hätte man gar nicht erwartet, weil der Film eher zurückhaltend und behäbig beginnt. Im letzten Akt geht es drunter und drüber. Ein gekidnapptes Opfer dreht vollkommen durch und töte alles, was in die Quere kommt. Da werden Köpfe zermatscht und die Kamera hält drauf. Da die FSK immer große Probleme mit Selbstjustiz in Filmen besitzt, gab es anfangs bedenken. Dennoch hat der Film in der ungeschnittenen Version eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scherzo Diabolico; Mexiko | USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover

Extras: Musikvideo

Release-Termin: 30.09.2016

 

Scherzo Diabolico – Blutig und böse [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Packshot liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Evangeline – Rache ist stärker als der Tod (2013)
 
Big Driver (2014)
 
Daddy’s Little Girl (2012)
 


Filmkritik: „Most Likely to Die“ (2015)

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MOST LIKELY TO DIE

Story

 
 
 
Ein Killer im Schulabschluss-Outfit macht Jagd auf befreundete Endzwanziger, die ein Klassentreffen besuchen wollen.

 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Kritik

 
 
 
Autsch! Was für ein herber Rückschlag für Regisseur ANTHONY DIBLASI. Dabei hatte er zuletzt ein gutes Händchen für markerschütternden Horror bewiesen und mit dem schaurigen Okkult-Thriller LAST SHIFT effektiv an den Schock- und Spannungsschrauben gedreht. Demzufolge sind die Erwartungen beim Zuschauer hoch. Der hofft natürlich, dass jetzt ebenso schaurig-unheimlicher Horror nachgeschoben wird. Doch die Enttäuschung ist bereits auf dem Weg. MOST LIKELY TO DIE heißt der nächste Streich des Herrn DIBLASIS, der sich diesmal nicht mit Geistern oder Sektengurus beschäftigt, sondern müde Slasher-Fans glücklich machen möchte. Doch die dürften sich wenig beeindruckt von dieser Schlitzer-Gurke zeigen. Nein, MOST LIKELY TO DIE ist nicht gerade das, was man unter originell oder clever führen würde. Vielmehr wird die ewig gleiche Leier vom maskierten Psychopathen abgespielt, der aus Rachsucht und Horror-Tradition möglichst kreativ und abwechslungsreich zu morden hat. Vergleicht man MOST LIKELY TO DIE mit den unzähligen Meuchelstreifen, die seit dem Slasher-Boom Ende der 1970er in die Lichtspielhäuser und Wohnzimmer gebracht wurden, lassen sich kaum Alleinstellungsmerkmale finden. Alles wie gehabt. Neu ist hier nur die Verkleidung des Killers, der seine Identität nicht hinter Hockeymaske, Kartoffelsack oder William Shatner-Maske verstecken möchte. Der Bösewicht in MOST LIKELY TO DIE hetzt im Schulabschluss-Outfit durchs Szenario und tötet mit einem handelsüblichen Teppichmesser ahnungslose Opfer. Für Beil oder Machete war er sich wohl zu fein. Oder zu pleite.
 
 
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In diesem Horror-Slasher treffen sich ehemalige Schulfreunde zum Klassentreffen. Zehn Jahre ist es nun her, dass sie die Schule verlassen haben. Weil man sich viel zu erzählen hat, versammelt man sich bereits am Abend vor dem Treffen im Haus eines der Ex-Mitschüler. Der scheint mit seiner Freundin wie vom Erdboden verschwunden zu sein, was aber vorerst niemanden stutzig macht. Stattdessen kommt man auf alte Zeiten zu sprechen und kippt sich ein paar hinter die Binde. Beim Durchstöbern des Jahrbuchs kommt das Gespräch auf einen ehemaligen Klassenkameraden. Mit dem meinten es die Freunde nicht gut und machten ihm den Schulalltag zur Hölle. Doch die Retourkutsche folgt sogleich – nö, mit zehnjähriger Verspätung. Eine vermummte Gestalt treibt im Haus ihr Unwesen. Die Benzinleitungen der Autos sind gekappt und ein Killer hat dafür gesorgt, dass kein Handyempfang möglich ist. Die Freunde sitzen in der Falle und müssen nacheinander blutig ihre Leben lassen. Nur, wer ist der stumme Teppichmesser-Schlitzer, der da so unverfroren die Wiedersehensparty stört? Kleiner Tipp: es ist nicht der Gepeinigte, mit dem man vor zehn Jahren Schindluder getrieben hat.
 
 
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Ich weiß, was du vor zehn Jahren getan hast. Horror-Slasher haben die Eigenschaft, nach immer gleichem Schema abzulaufen. Das hat sich über die Jahre so festgefahren – vermutlich, um Horrorfans intellektuell nicht zu sehr zu fordern. Längst haben die immer gleichen Abläufe begonnen zu langweilen, weil man einfach zu viele dieser stets ähnlich gestrickten Filme gesehen hat. So hinterlassen selbst Mord und Totschlag in den wenigsten Fällen Eindruck, was einige Filmemacher dazu veranlasst hat, sich abseits der bekannten Slasher-Pfade zu bewegen. Vorn dabei: WES CRAVEN. Der reanimierte mit SCREAM – SCHREI ein ganzes Subgenre mit – manche sagen zuviel – Ironie und flößte dem doch schon scheintoten Slasher neues Leben ein. Der Erfolg gab ihm recht. Leider ist MOST LIKELY TO DIE weit von den Qualitäten eines SCREAM entfernt. Der Film scheut das Unkonventionelle und verläuft lieber in sattsam bekanntem Bahnen. Das bedeutet, dass hier eben all das passiert, was schon während der ersten Slasher-Welle vor über 30 Jahren im Kino zu sehen war. Ein maskierter Killer macht sich auf, nacheinander Menschen zu töten. Die handeln in den entscheidenden Momenten nicht sonderlich klug und werden effekttechnisch abwechslungsreich in den Filmhimmel befördert. Wer überleben wird, ist keine Überraschung. So bekommen die Protagonisten, die später ohnehin einen grausamen Tod sterben werden, kaum Screentime, während die eigentlichen Helden im Film eine sichtbare Entwicklung durchleben. Im Falle von MOST LIKELY TO DIE sorgt Armors Pfeil sogar dafür, dass zwei Streithähne das Kriegsbeil begraben und im Schlachtfeld erneut zueinander finden. Ist das nicht romantisch?
 
 
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Für MOST LIKELY TO DIE konnte Regisseur ANTHONY DIBLASI einige bekannter Gesichter gewinnen. So gibt es ein Wiedersehen mit GLEE-Serien-Sternchen HEATHER MORRIS, die hier gleich mal die Hauptrolle ergattert hat und als Scream Queen – wenig überraschend – am Ende überleben wird. Ebenso bekannt: Blogger und Reality-TV-Star PEREZ HILTON. Der spielt im Film eine Nebenrolle und wurde vor allem wegen seiner kontroversen Blogbeiträge auf der eigenen Klatsch-Webseite perezhilton.com zum Internetstar. Der verdient mit heißer Luft übrigens geschätzte 800.000 US-Dollar im Monat. Apropos Luft: Trotz prominenter Besetzung bleibt MOST LIKELY TO DIE nicht mehr als ein laues Meuchel-Lüftchen. Zwar können die Schauspieler zur Abwechslung etwas; viel abverlangt wird ihnen trotzdem nicht. Gleiches gilt für die technische Ebene. Der Film schaut bei Weitem besser aus, als der übliche Slasher-Müll für den Videomarkt, der dem Zuschauer tagtäglich zugemutet wird. Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können. Leider wird die Laune vom kopflosen Drehbuch vermasselt. Das macht dem Horrorfan einen Strich durch die Rechnung. Autorin LAURA BRENNAN sollte in Zukunft besser wieder Skripte für triviale TV-Serien schreiben und von Spielfilmen die Finger lassen. Mit ihren langweiligen Geschichten tut sie niemandem einen Gefallen.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bluttriefende Hommage an die Slasher-Filme der 1980er. Hier verbeugt sich jemand ehrfürchtig vor Horrorklassikern wie DIE HORROR-PARTY und MONSTER IM NACHTEXPRESS. Trotz lieb gemeinter Absichten handelt es sich bei MOST LIKELY TO DIE leider doch bloß um einen 08/15-Slasher von jemandem, der sich eigentlich mit Horrorfilmen gut auskennt. Regisseur ANTHONY DIBLASI hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er ein Händchen fürs Angstmachen besitzt. Leider passiert es selbst dem erfahrensten Filmemacher, dass sich unter die vielen Hits auch ein Rohrkrepierer einschleicht. Nach der sehenswerten Clive Barker-Verfilmung DREAD und dem grandiosen Okkult-Grusler LAST SHIFT folgt nun der wenig ambitionierte MOST LIKELY TO DIE – ein eher durchschnittlicher Slasher, der keineswegs das Rad neu erfindet oder gar frischen Wind in das totgefilmte Slasher-Genre pustet. Alles schon mal da gewesen – und sogar besser. Abermals müssen Mittzwanziger ums Überleben bangen, weil sich ein Killer für die Demütigungen rächen will, die ihm die Beschuldigten vor vielen Jahren angedeihen ließen. Klingt nach einer Geschichte, mit der sich gefühlt tausend andere Slasher beschäftigen. Demzufolge ist der Handlungsverlauf vorhersehbar und Spannung kommt kaum auf. Immerhin sind einige Morde recht blutig und das Schauspiel passabel. Zudem ist MOST LIKELY TO DIE auf technischer Ebene vielen anderen günstig produzierten Videoproduktionen um Längen voraus. Ob das allein angesichts so wegweisender Meuchel-Klassiker wie HALLOWEEN oder SCREAM ausreicht, sollte jeder Slasher-Fan für sich selbst entscheiden. Dem FILMCHECKER-Team war dieser Horror-Slasher zu unauffällig, unoriginell und ermüdend.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Zensur

 
 
 
Zu sehen gibt es einige Bluteffekte – aber nichts, was man unbedient hervorheben müsste. So bekommt der Zuschauer aufgeschlitzte Kehlen und einen abgerissenen Kopf zu sehen. Weiterhin wird mit einem Teppichmesser in Kopf und Brust gestochen. Außerdem wird ein Eishockeyschläger zweckentfremdet. Erst werden mit dem Schläger Beine zertrümmert. Anschließend wird er in den Mund des Opfers eingeführt und tief in den Hals gerammt. Mit viel Glück könnte es hierzulande für MOST LIKELY TO DIE eine FSK16 geben. Eine Erwachsenenfreigabe ist aber wahrscheinlicher.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei MarVista Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Girl in the Photographs (2015)
 
Bastard (2015)
 
Lost After Dark (2015)
 
Hayride – Das Massaker (2012)
 
Hayride 2 (2015)
 
GirlHouse (2014)
 


Filmkritik: „The Demolisher“ (2015)

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THE DEMOLISHER

Story

 
 
 
Für den Technikinstallateur Bruce (Ry Barrett) und seine Frau Samantha (Tianna Nori) ist der Traum geplatzt. Samantha, eine ehemalige Polizistin, wurde bei einem Einsatz schwer verletzt und ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Bruce kümmert sich um sie und zusammen versuchen die Beiden, die unerwarteten Hürden des Lebens zu meistern. Doch hinter jeder Ecke wartet ein neues Hindernis. Geplagt von irrationalen Schuldgefühlen und zügelloser Wut beginnt Bruce mit nächtlichen Streifzügen durch die Stadt. Dabei klopft er alles kurz und klein, was ihm in den Weg kommt und kriminell aussieht. Eine Krise bahnt sich an, als sein zerstörerischer Pfad den der jungen Marie (Jessica Vano) kreuzt.

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Kritik

 
 
 
Unter Fans von Actionfilmen, Horror und sonstiger Genrekost ist der Begriff „Arthouse“ nicht unbedingt populär. Verständlich, denn wo Genrefilme oft mit hoher Geschwindigkeit, Brutalität und ausgefallenen Ideen aufwarten, setzen sich Arthousefilme gerne mit anspruchsvollen Themen auseinander und beleuchten verschiedene Aspekte der (Zwischen)Menschlichkeit. Umso verblüffter dürfte der durchschnittliche Genre-Freund sein, wenn er mit den ersten Minuten von „The Demolisher“ konfrontiert wird. Es gibt lange, rätselhafte Einstellungen und Szenen, die zunächst ohne ersichtlichen Grund aneinandergeschnitten sind. Über weite Strecken erzählt der Film episodenhaft, springt zwischen Handlungssträngen und Zeitebenen und verzichtet gerne auf Dialoge. Allem Anschein nach handelt es sich bei „The Demolisher“ also um eine Kombination aus anspruchsvollem Arthouse-Kino und der brutalen Grobheit des Action- und Thrillerkinos. Oder zumindest um einen Versuch, dies zu tun.
 
 
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Sofort fallen zahlreiche Parallelen zu Nicolas Winding Refns „Drive“ auf. Ein Beispiel für eine ähnliche Kombination, die funktioniert hat und dafür mit jeder Menge Lob und Ruhm belohnt wurde. Im Vergleich zum offensichtlichen Vorbild fällt jedoch schnell auf, warum das selbe Rezept bei „The Demolisher“ überhaupt nicht aufgeht. Der namenlose Fahrer in „Drive“ ist ein interessanter und tiefgehender Charakter, der den Zuschauer auf einer feinen Linie zwischen Sympathie und Antipathie spazieren lässt. Hinter Bruces Augen sieht man nichts außer einer gähnenden Leere und dem unterschwelligen Zorn eines dumpfen Grobians. Hinzu kommt die Motivation der verletzten Frau, die schwerlich erklärt, warum der Proleten-Protagonist fast wahllos Leute krankenhausreif schlägt.
 
 
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Trotzdem erkennt man stellenweise, was Regisseur und Autor Gabriel Carrer mit „The Demolisher“ erreichen wollte. Es ist eine Geschichte über blinde Wut, die daraus resultierende Gewalt und die Konsequenzen, wenn diese Gewalt zu weit geht. Umgesetzt wird diese Geschichte allerdings mit einem Stil, der kaum durchdacht ist und seine Vorbilder ausschließlich imitiert. Stilmittel – wie das episodische Erzählen oder eine viel zu oft eingesetzte Zeitlupe – ermüden schnell und behindern den Film eher, als dass sie ihn bereichern. Das hölzerne Schauspiel der Akteure, allen voran Ry Barrett, tut sein Übriges, um „The Demolisher“ zu einem inkompetenten Mix aus Stil und Inhalt werden zu lassen, bei dem nichts wirklich stimmt.
 
 
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THE DEMOLISHER – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„The Demolisher“ macht das Gleiche wie seinerzeit „Drive“. Allerdings um Einiges schlechter. Flache Charaktere, Schwache Schauspieler und unangebrachte Stilmittel machen den Film zu einer Herausforderung. Immerhin lässt sich sehr viel Gelächter aus der Tatsache ziehen, dass sich „The Demolisher“ aus unerklärlichen Gründen extrem ernst nimmt. Im Gegensatz zum Film kann sich die deutsche Veröffentlichung aus dem Hause Meteor Film sehen lassen. In einem schicken Future-Pack, ausgestattet mit Extras wie Poster und Postkarten sowie lobenswert technischer Präsentation erhält „The Demolisher“ hierzulande eine weitaus bessere Veröffentlichung, als der Film letztendlich verdient hätte.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Zensur

 
 
 
Selbst die Gewaltspitzen, die „Drive“ gewürzt haben, kommen sehr kurz. Abgesehen von der umstrittenen Selbstjustiz-Thematik hat der Film nicht viel im Gewalt-Sektor zu bieten. In Deutschland erscheint er ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 Jahren. Wegen „bösem“ Bonusmaterials wurde die Heimkinoveröffentlichung aber erst für Erwachsene freigegeben. Die besitzt den roten KJ-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film

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(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Demolisher; Kanada 2015

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Limitiertes 2-Disc Blu-ray FuturePack

Extras: CD mit Original-Score plus Bonus-Tracks (70:36 Min), A3-Retro-Miniposter mit 2 Wendemotiven, 3 Sammelkarten mit, Alternativ-Artworks, Q&A mit Cast + Crew, Behind the Scenes, Musikvideo LA GARCONNE – SUPER HERO, Deutscher Trailer, Originaltrailer

Release-Termin: 26.02.2016

 

The Demolisher (Limited FuturePak Blu-ray-Disc inkl. Soundtrack-CD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Drive (2011)

Death Sentence (2007)


Filmkritik: „He Never Died“ (2015)

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HE NEVER DIED

Story

 
 
 
Jack (Henry Rollins) kommt einfach nicht zur Ruhe. Er ist dazu verdammt ewig auf Erden zu wandeln, um bösen Jungs die Hintern zu versohlen. Als seine 19-jährige Tochter Andrea (Jordan Todosey) unerwartet an der Wohnungstür klingelt und ihren Vater kennenlernen möchte, gerät das bisher geregelte Leben des eigenbrötlerischen Zeitgenossen aus den Bahnen.

 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Kritik

 
 
 
Anfang der 1980er gelang HENRY ROLLINS der musikalische Durchbruch. Als zweiter Sänger der einflussreichen Hardcore-Band BLACK FLAG brachte er Konzerthallen zum Kochen und gründete 1987 die erste Version der nach ihm benannten ROLLINS BAND. Aber Hank ist ein Multitalent. Er macht nicht mehr ausschließlich Musik, sondern verdient sich sein Lohn und Brot neben Spoken-Word-Performances auch als Autor, Verleger und Schauspieler. Leider musste er sich bisher immer nur mit Nebenrollen in Filmen zufriedengeben, in denen er meist noch vor dem Abspann das Zeitliche segnete (u.a. WRONG TURN 2 und FEAST). Das ändert sich jedoch in HE NEVER DIED, denn diesmal darf er überleben und andere in Jagdgründe befördern – herrlich schwarzhumorig und garantiert nicht unblutig.
 
 
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Jack (HENRY ROLLINS in einer Rolle, die ihm offensichtlich auf den Leib geschneidert wurde) lebt seit Jahrhunderten kein einfaches Leben. Der Eigenbrötler kann nämlich nicht sterben, besitzt eine unbändige Gier nach Menschenfleisch und versucht die Lust am Töten durch eine gewissen Routine im Leben zu unterbinden. So besucht er jeden Abend das gleiche Restaurant, spielt regelmäßig Bingo und kauft illegal Blut von Krankenhäusern, um seinen Durst stillen zu können. Leider kommt der bisher minutiös geplante Tagesablauf ins Wanken, als Tochter Alexandra unerwartet an der Wohnungstür klingelt. Die will endlich ihren Vater kennenlernen, ist aber über dessen eigensinnigen Willkommensgesten nicht sonderlich erfreut. Leider bleibt nicht viel Zeit für tiefsinnige Gespräche, denn das Mädchen wird von bösen Jungs verschleppt. Keine gute Idee, denn Vater Jack wird zum Rächer und tötet unkontrolliert jeden, der sich ihm in den Weg stellt.
 
 
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Kannibalismus und Rache in Kombination mit coolen Sprüchen, biblischen Motiven und viel schwarzem Humor. Das sind Genre-Zutaten, die Horrorfanherzen schneller schlagen lassen. Irgendwo zwischen JOHN WICK, THE PUNISHER und EIN MANN SIEHT ROT verkörpert HENRY ROLLINS einen schweigsamen Einzelgänger, der immer einen trockenen Spruch auf den Lippen hat, wenn er kriminelle Typen verprügelt. Dabei zuzusehen bereitet eine Menge Spaß, denn der etwas andere Superheldenfilm für Erwachsene glänzt durch clever geschriebene Dialoge, eine Menge einfallsreicher Ideen und abartig gute Lacher. Leider fällt – wie so oft in Indie-Produktionen – das magere Budget ins Gewicht, denn viel Spielraum stand nicht zur Verfügung. Das macht sich vor allem bei Bühnenbild und Kulissen bemerkbar, die eher zweckmäßig umgesetzt wurden und an TV-Ware erinnern, aber immerhin den düsteren Ton des Streifens unterstreichen. Das ist aber auch nicht sonderlich schlimm, liegt der Fokus ohnehin auf den skurrilen Figuren, die sich in HE NEVER DIED so schräg verhalten, dass man meinen könnte, sie wären einem Comic entsprungen.
 
 
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Wenn Väter sich aufmachen, um ihre Kinder aus den Fängen des Bösen zu befreien: HE NEVER DIED ist zynisches Rachekino mit geheimnisvollen Antihelden, der Stoff für mindestens eine Fortsetzung liefert. Das sahen die Leute aus dem Produktionsstudio 108 MEDIA ähnlich. Dort hat man sich kurzerhand dazu entschlossen den Horrorspaß gleich in Serie gehen zu lassen. Weil Horrorserien im TV momentan der Renner sind, soll eine achtteilige Miniserie die Hintergründe von Filmcharakter Jack näher beleuchten. Der outet sich im Verlauf der Filmhandlung als biblische Figur Kain, die für den Mord an Bruder Abel von Gott dazu verdammt wurde, ewig in Form eines fleischfressenden Monsters auf Erden zu wandeln. Ob er von seinen Leiden erlöst werden kann, wird sich im Serienformat zeigen. Fakt ist, dass es Drehbuchautor und Regisseur JASON KRAWCZYK mit HE NEVER DIED gelungen ist, Kannibalismus- und Rachekino so zu verschmelzen, dass am Ende ein unterhaltsamer Film entstanden ist, den man so noch nicht gesehen hat. Im Dschungel der immer wieder gleichen Horrorgeschichten ist das schon als Kunststück zu bezeichnen.
 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein abgefahrener Rache-Mix aus Humor und Gewalt, der dank Hauptdarsteller HENRY ROLLINS schwer unterhaltsam ist. Der etwas andere Superheldenfilm für Erwachsene glänzt durch abgefahrene Ideen und viel trockenem Humor, der allein das Sehen von HE NEVER DIED rechtfertigt. Buchautor und Musiker Rollins trägt den Film auf seinen breiten Schultern und liefert eine unglaubliche Leistung ab. Beachtlich, erklärte der Künstler in einem Interview mit der Zeitschrift ROLLING STONE, dass er bisher nie Schauspielunterricht besucht hat und sich bei den Verkörperungen seiner Rollen stets auf eigene Lebenserfahrung verlassen konnte. Die Figur des mürrischen Einzelgängers scheint Rollins wie auf dem Leib geschneidert und macht Lust auf mehr Filme in denen der Sänger als Held mit scharfer Zunge fiese Schurken verprügelt. Wir meinen: HE NEVER DIED ist ein Fest – nicht nur für HENRY ROLLINS-Fans. Unbedingt sehenswert!
 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Zensur

 
 
 
Einige böse Momente gibt es zu sehen. Die sind aber nicht sonderlich schlimm anzuschauen. Trotzdem wurde der Film von der FSK erst für Erwachsene (keine Jugendfreigabe) freigegeben. Natürlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON (KeepCase Blu-ray)

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(c) I-ON (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: He Never Died; Kanada 2015

Genre: Horror, Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film-DVD und Booklet

Release-Termin: 27.05.2016

 

He never died – Limited Mediabook [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

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HE NEVER DIED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Alle Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei I-ON)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
God’s Army (1995)
 
Constantine (2005)
 
Legion (2010)